Leben in Jerusalem

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Wieder einmal Krankenhaus

B“H
Nachdem ich heute noch vor 8.00 Uhr morgens meinen Bluttest bei der Krankenkasse absolvierte, fuhr ich mit der Straßenbahn weiter ins Krankenhaus Shaare Zedek. Um 10.00 Uhr hatte ich einen Termin mit der Ärztin, die mich im Oktober operiert hatte. Meine ewig lange Narbe wurde abgetastet und festgestellt, dass keine neuen Geschwüre in der Bauchgegend auftauchen.
Danach ging es zur Onkologin und die versuchte mir aufgrund meiner Schulter – und Wirbelsäulenschmerzen einen früheren Termin beim CT Scan zu organisieren. Vergeblich und es ist alles restlos ausgebucht. Hinzu kommt, dass im Hadassah Hospital die Ärzteschaft streikt, weil unser Gesundheitssystem wenig auf die Reihe bekommt und seitens der Regierung zu wenig investiert wird. Wobei Hadassah durch den Madoff – Bankrott viele Millionen Schekel verlor und eh auf dem Zahnfleisch kriecht und manchmal keine Gehälter zahlen kann.
Also werde ich meinen geplanten CT Scan in zwei Wochen bekommen und erst dann wird sich zeigen, ob sich etwas ausgebreitet hat oder nicht. Beide Ärztinnen meinten, dass es sich bei den Schmerzen genauso gut um einen eingeklemmten Nerv handeln kann, aber es muss halt trotzdem gescannt werden.
In der Ultraschall – Abteilung, wo ich zuerst wartete, tauchte eine Palästinenserin in einer Burka auf. Sogar schwarze Handschuhe trug sie und ich fragte mich, wie denn da wohl der Ultraschall verlaufe. 🙂

 

 

Photo: Miriam Woelke

Einer der seltenen Momente, wenn der lange Flur im 2. Stock des Shaare Zedek Medical Center / Jerusalem einmal leerer ist. Da habe ich gleich die Gelegenheit genutzt und photographiert.
Im 2. Stock befindet sich die Notaufnahme (Miun), ein Teil der Urologie, ein Teil der Neurologie, der CT sowie Roentgen. Des Weiteren befinden sich dort viele die OP – Räumlichkeiten und auch ich wurde dort operiert. 

 

Photo: Miriam Woelke

 

Beim Warten auf die Onkologin, bei der ich ohne Termin drankam, denn wir hatten gestern Email – Kontakt, saßen einige Leute mit ihren Chemospritzen. Die Abteilung ist für Out Patients, die nach der Behandlung wieder nach Hause fahren.
Und dann hockte sich glatt ein Araber hin, der total erkältet war und wohl nur auf jemanden wartete. Wer etwas mit Chemotherapien vertraut ist, der weiß, dass diese Behandlung das Immunsystem zerstört. Niemand auf Chemo sollte in Berührung mit erkälteten Menschen kommen. Deswegen sieht man ab und zu auf den Straßen Leute mit Mundschutz herumlaufen. Häufig sind diese Leute in einer derartigen Behandlung und wollen sich ganz einfach schützen.
Die eine Patientin wollte sich dann auch gleich wegsetzen, aber der Araber war schneller und hockte sich ausgerechnet neben mich. 🙂
Dann kam die Harfen – Lady. Im Shaare Zedek Medical Center gibt es Clowns und Leute, die freiwillig vorbeikommen und Musik machen. Einfach so und ohne etwas zu sagen.
Die Harfen – Lady ist mir schon beim letzten Onkologie – Besuch im Dezember begegnet. Sie rollt ihre Harfe auf einem kleinen Untersatz von Station zu Station, setzt sich hin, spielt ein wenig und rollt auch schon weiter.
Bis zum Mittag war ich Krankenhaus und dann ging es wieder heim. Mittlerweile waren auch meine Blutergebnisse eingetroffen und das Krankenhaus hat direkten Zugriff darauf. Ohne, dass ich mich in die Site der Krankenkasse einloggen musste.
Mein nächster Termin ist zum CT Scan in zwei Wochen samt Urologie gleich nebenan. Und die Woche darauf geht es erneut zur Onkologin. 

 

 

Die selbstgemachte Butterkrise löste sich in Luft auf

B“H
Wie auf wundersame Weise sind die Supermärkte wieder voller israelischer TNUVA Butter, Die Butterkrise scheint damit ad acta gelegt worden zu sein.
Hier berichtete ich vor kurzem von der Krise: 

 

 

Im Supermarkt berichtete mir ein Angestellter, dass die Regale wieder voller Butter sind. Offenbar wollte TNUVA nur die Butterpreise hochtreiben und als sich die Regierung weigerte, höhere Butterpreise zu genehmigen, stellte das Unternehmen einfach keine Butter mehr her und importierte zum Trotz teure Butter aus dem Ausland.
In Israel reguliert die Regierung Preise für ganz normales Brot. Kein qualitativ hochwertigeres Brot, sondern das billige zusammengeklatschte Brot von der Angel – Großbäckerei.
Zudem werden die Milchpreise staatlich festgelegt, die Butterpreise sowie die Preise für die billigen fruchtlosen Joghurt – Sorten GIL und ESHEL. Damit soll sichergestellt werden, dass selbst finanziell schlechter gestellte Bürger sich mit den Grundnahrungsmitteln eindecken können.
Eier und Cottage (Hüttenkäse) werden, so glaube ich, auch staatlich reguliert und zu festgelegten Preisen verkauft. Normale Eier, aber Bio – Eier fallen nicht in die regulierte Sparte.

 

Krankenkasse, Krankenhaus und wieder zurück

B“H
Den gesamten Tag über war ich heute nur mit meiner Krankenkasse beschäftigt. Früh morgens war ich gleich dort und wollte meine Überweisung zwecks Bluttest von einem Hausarzt umschreiben lassen.
Sobald mir meine Onkologin aus dem Shaare Zedek Krankenhaus solch eine Überweisung ausstellt, muss ich damit zum Bluttest zu meiner Krankenkasse.
Warum wird der nicht direkt im Krankenhaus gemacht?
Weil das zuviel kostet und die Krankenkasse das lieber alles intern erledigt, um Kosten zu sparen.
Hinzu kommt, dass meine Krankenkasse keinerlei externe Überweisungen anerkennt. Eine Externe muss in eine Interne umgeschrieben werden und dies geschieht beim Krankenkassen – eigenen Hausarzt.
Normalerweise dauert dies wenige Minuten und der Hausarzt druckt einfach nur ein neues Überweisungsformular aus. Damit gehe ich dann in ein anderes Stockwerk zum Bluttest und das Ergebnis kommt per Email.
Heute aber war alles anders und seit dem 1. Januar 2019 geht man nicht nur eben mal schnell zum anwesenden Hausarzt, sondern es gibt eine Terminvergabe. Morgens war ich da und für nachmittags bekam ich einen Termin.
Tja, und dann ging mal wieder alles seinen Lauf. Der Hausarzt war ausgebucht und wir warteten Ewigkeiten, weil immer wieder irgendwelche Leute meinten, sie haben jetzt ohne Termin einen Notfall. Und dann wurde die Tür aufgerissen und reingestürmt.
Ich wartete geschlagene zwei Stunden für insgesamt drei Minuten im Arztzimmer. Es gab nur ein neues Formular aus dem Drucker und damit gehe ich morgen um 8.00 Uhr zum Bluttest. Um 10.00 Uhr habe ich einen Krankenhaustermin bei der Ärztin, die mich im Oktober operierte. Lange aufhalten will ich mich dort nicht, denn seit zwei Woche habe ich Schmerzen im linken Arm, in der Schulter und jetzt auch in der Wirbelsäule. Und sobald ich etwas habe, läuft die Onkologin Sturm, denn es besteht die Angst, dass sich Metastasen bilden. Und meine Krebsart geht auch gerne einmal in die Wirbelsäule oder Schulter. Das haben Sarkomas offenbar so an sich.
Allem Anschein nach muss ich morgen auch zur Onkologin und zu einem früheren CT Scan. Letzterer war eigentlich erst für Ende des Monats vorgesehen.
Zum CT aber braucht man mein Bluttestergebnis und wenn ich Glück habe, ist es mittags eventuell schon auf meinem Email Account. Falls nicht … weiß ich auch nicht. Bei mir muss immer ein Bluttestergebnis vorliegen. Vor allem wegen der Nieren, denn es gibt Jod in die Adern geschossen.
Heute bin ich der Umschreibung hinterhergelaufen und morgen muss ich damit als erstes zum Bluttest. Dann weiter ins Krankenhaus, wo ich wohl einige Stunden verbringe, denn der Urologe will ebenfalls die Bilder vom CT sehen und einen Nierencheck machen.
Ich hoffe mal, dass es sich eventuell nur um einen eingeklemmten Nerv handelt und nicht um einen Tumor. Schon wieder ins Krankenhaus? Dazu habe ich echt keine Lust!
Es ist total nervig, dass jeder kleine Schmerz auf die Goldwaage gelegt werden muss. Zu jeder Zeit kann sich ein neuer Tumor irgendwo im Körper bilden und deswegen wird alles doppelt und dreifach gescannt und untersucht. Andererseits habe ich so gleich immer Gewissheit.

Diagnose Krebs und das Geschäft mit der Angst

 

 

Auch in Israel gibt es derlei Scharlatane, die nur ans Geld denken. Und auch in Israel fallen Krebspatienten darauf herein. 

 

Zerstört die geplante Seilbahn die Jerusalemer Altstadt?

B“H
Die Lokalzeitung YEDIOT YERUSHALAYIM vom vergangenen Freitag brachte einen langen Artikel zur geplanten Jerusalemer Seilbahn. Diese soll vom Kulturzentrum Alter Bahnhof (HaTachana) bis zum Dung Gate an der Klagemauer (Kotel) schweben. 

 

Photo: Miriam Woelke

 

Nicht nur, dass wir Bewohner von Abu Tur nicht gefragt werden – nein, die Seilbahn erhält eine Haltestation in unserem Stadtteil. Die Bewohner befürchten, dass dann tausende Touristen durch unsere Straßen ziehen und unseren alten beschaulichen Stadtteil mit Kameras durchkämmen. Ich selber sah schon Touristen, die plötzlich in unserem Garten standen und Pflanzen filmten. Ganz zu schweigen von einer chinesischen Reisegruppe, die vorm Haus stand und offenbar einziehen wollte. Man suchte sein Airbnb am falschen Ort. Stattdessen stand man einzugsbereit mit Koffern im Erdgeschoss.
Ich nehme einmal an, dass wir Bewohner die Seilbahn kaum nutzen. Erstens wohnen wir nicht weit von der Altstadt entfernt und man kann bequem laufen. Zweitens wird die Seilbahn zuviel Geld kosten und drittens wird sie von Touristen bevölkert werden. Sogar die Araber regen sich auf, denn gleich neben deren Stadtteil Silwan, an der Klagemauer, soll eine Endhaltestelle entstehen.
Die Seilbahn wird den Ausblick ins Gehinnom – Tal komplett zerstören, denn wer will bei dem einst biblischen Anblick schon Kabel und eine Seilbahn haben? Alte historische Aussichtspunkte werden mit Kabeln zugeknallt. Aus dem einzigen Grund Touristen anzulocken. Die Seilbahn soll dem Tourismus dienen, aber nicht der Stadt Jerusalem.
Bislang blieben wir vom Massentourismus a la Berlin, Prag, Paris, Barcelona oder Venedig verschont. Dennoch schielt der Stadtrat seit Jahren neidisch auf die Orte des europäischen Massentourismus, denn Jerusalem möchte auch einen finanziellen Anteil vom Kuchen abhaben. Dabei besteht mit der Straßenbahn bereits ein bequemer Zugang zur Altstadt: Nämlich an der Haltestelle am Rathaus bzw. am Damaskustor.

Palästinenser ermordete die 19 – jährige Ori Ansbacher

B“H
Am vergangenen Donnerstag wurde die 19 – jährige Ori Ansbacher nahe dem biblischen Zoo in Jerusalem ermordet aufgefunden. Als Täter wurde der 29 – jährige Arafat Arfiah verhaftet.
Das Video zeigt die Verhaftung des palästinensischen Mörders sowie die Beisetzung von Ori Ansbacher 

 

Die junge Frau absolvierte ihren Zivildienst und war auf einen kurzen Spaziergang in den Wald gegangen.
Das Problem ist, dass man in Israel nicht mal so eben im Wald spazieren geht, denn schlimmstenfalls trifft man auf mordwillige Palästinenser. Ich habe einen kleinen Wald vor dem Haus und kann dort nicht hingehen, denn es hängen fast ausschließlich Araber ab.
Weitere Infos zum brutalen Mord an Ori Ansbacher:
https://www.timesofisrael.com/hundreds-attend-funeral-of-ori-ansbacher-19-jerusalem-murder-victim/
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/258822
In Deutschland wird von dem Mord sicher nicht berichtet, denn Ori Ansbacher stammte aus Tekoa. Einer Siedlung nahe Jerusalem und Siedler sind für deutsche Medien keine Menschen, sondern nur der letzte Dreck!

Leserfragen: „Ultra – orthodoxe Juden & Essen in Israel“

B“H
Immer wieder kommen die Fragen nach Ultra – orthodoxen sowie orthodoxen Juden auf. Und stets in einem Bezug, der darauf hinweist, dass es sich bei den Leuten, die da fragen, um jene handelt, die den Unterschied zwischen orthodox und Ultra – orthodox nicht kennen und irgendwo mal gelesen haben, dass orthodoxe Juden nicht arbeiten. Auch die deutschen Medien verfolgen die Agenda, orthodoxe Juden wie Idioten erscheinen zu lassen. Zurückgeblieben, weltfremd und eben generell dämlich.
Ich will nicht immer wieder neu die ganzen Unterschiede in der jüdischen Orthodoxie auseinandernehmen. Dies habe ich schon hundertfach auf diesem sowie auf meinem Hamantaschen – Blog getan. Soviel sei gesagt: Orthodoxe Juden arbeiten und wer daran zweifelt, sollte sich zuerst einmal damit befassen, was genau orthodoxe Juden sind.
Eine zweite Frage:
„Wie finanzieren sich orthodoxe Rabbiner in Israel?“
Gewiss nicht so üppig wie in Deutschland. Deutsche Gemeinde zahlen den Rabbinern eine Menge Geld. Auch US – Gemeinden sind nicht kleinlich. In Israel hingegen fallen die Rabbinergehälter recht spärlich aus und wie ich bereits in der Vergangenheit schrieb: Viele Rabbiner verdienen sich ein Zubrot, indem sie Vorträge halten. 
Wer beim Staat angestellt ist, wie dem Oberrabbinat, hat sicher ein gutes Einkommen. Andere Rabbis werden ausschließlich von Gemeinden gezahlt. Oder sie üben andere Tätigkeiten aus wie die Überwachung der Koscherregeln in Restaurants oder bei der Nahrungsmittelherstellung in Fabriken. Als sogenannter Maschgiach. In dem Fall werden sie von den Restaurants oder dem Nahrungsmittelhersteller bezahlt. Oder, wenn sie beim Oberrabbinat angestellt sind, von dort.
Rabbiner in Israel erhalten keine Geldsegen wie die Rabbiner in Deutschland. Obwohl sie, im Gegensatz zu den in Deutschland arbeitenden Rabbis, teilweise hervorragende Rabbiner mit einem grandiosen Wissen sind. Trotzdem bleibt das Gehalt niedrig und in Israel gibt es unzählige Rabbiner.
Rabbinermäßig bin ich froh, in Israel zu sein, denn solche Rabbis wie wir hier haben, gibt es in Deutschland nicht. Klar muss man unterscheiden, doch hier kann ich mir alles aussuchen und bei Rabbinern lege ich Wert auf ihr Wissen und ihren menschlichen Bezug.
Dritte Leserfrage:
Was kostet Essen in Israel?
Antwort:
Viel Geld! Es ist nicht billig und Aldi & Co. gibt es nicht.
Wir haben Discounter, doch die sind mit deutschen Discounter – Ketten nicht zu vergleichen.
Alles ist teuer in Israel und mit ein paar Euros gewinnt man hierzulande keinen Blumenpott.

Vorheriges LEBEN IN JERUSALEM auf Blogger

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