Leben in Jerusalem

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Das Knesset Museum von Jerusalem

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Das allererste Knesset – Gebäude wird momentan in ein Knesset Museum umfunktioniert. Das Gebäude selbst ist mit Postern verhüllt und die Bauarbeiten werden wohl noch ein Weilchen dauern. Location: King George Street, Ecke Hillel – Ben Yehudah Street in Downtown Jerusalem.
Soweit ich mich erinnere, beherbergte das alte Gebäude die Knesset bis zum Jahre 1966. Dann zog man in das heutige Gebäude gegenüber vom Israel Museum um. Etwas weit weg von der Innenstadt, aber dafür befindet sich die Knesset auf dem Regierungshügel. Sämtliche Ministerien sind drumherum angesiedelt. Dazu das Büro des Premierministers sowie die Bank Israel.

 

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Photo: Miriam Woelke

Deutsche Mentalität „Haarspalterei“

B“H
Normalerweise wird ja fast immer von der typisch – deutschen Neidgesellschaft gesprochen. Dass Deutsche untereinander dem Nachbarn nicht die Butter auf dem Brot gönnen.
Neben dem Neid möchte ich auf eine weitere typisch deutsche Verhaltensweise hinweisen: Der Haarspalterei, die ich auch auf diesem Blog erlebe.
„Du hast das so gesagt und warum nicht so?“
„Nein, so kann man das nicht sagen und da fehlt noch was. Und außerdem ist das falsch, weil man das nämlich anders sagt.“
„Und das hier hast Du falsch geschrieben und überhaupt sagt man das alles anders und nicht so oder so oder so.“
In anderen Ländern einschließlich Israel gilt das Easy Going Prinzip oder auf Deutsch: Jetzt lass aber mal gut sein!“
In Israel würde ein derartiges nerviges Herumkorrigieren, Besserwissen und Mäkeln auf keinen fruchtbaren Boden stoßen. Damit würde sich jeder deutsche Neueinwanderer auf der Arbeit schnell ins Abseits bugsieren.
Gibt es nichts Wichtigeres im Leben als sich hinzusetzen und eine nimmerendende Haarspalterei zu betreiben?

Unsere Katzen

B“H
Immer wieder fragen mich Leser, was denn eigentlich aus der Straßenkatzenfamilie geworden ist, die vor zwei Jahren bei uns im Vorgarten lebte. Ein Familienmitglied nahm ich bei mir auf, da die Mutter überfahren worden war. Das Kätzchen war zu dem Zeitpunkt drei Monate alt und sein ihr Alter viel zu klein. Also gab ich Jerry ein Zuhause, schleppte sie zum Tierzarzt und ließ sie sterilisieren und impfen.
Aus dem kleinen hilfsbedürftigen Kätzchen ist heute, nach mehr als eineinhalb Jahren, eine riesige verzogene Queen geworden.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Leider gelang es mir niemals, Jerry in eine Hauskatze zu transformieren. Mittlerweile ist sie fast nur draußen und ich diene als eine Art „Drive In“ fürs Essen. Ich weiß, dass sie jederzeit unter einem Auto landen kann oder sonst irgendwie zu Schaden kommen kann, aber was soll ich machen? Ich will sie nicht einsperren. Und als Katzenhalter ist man eh kein Freund, sondern lediglich Personal.🙂
Und was wurde aus all den anderen Mitgliedern der Family?
Ein Nachbar legte im letzten November Gift aus und viele Katzen starben einen grausamen Tod. Uns ist bekannt, wer es war, doch beweisen können wir gar nichts. Der Amerikaner ist in der Nachbarschaft eh nicht besonders beliebt und niemand will etwas mit ihm und seiner Family zu tun haben. In Israel wird Tierschutz sehr ernst genommen und man kann sehr wohl Tierquälereien anzeigen.
Mehrere Katzen wurden überfahren und dann tauchte eine amerikanische Familie auf, die ins Nebenhaus zog. Leute, die für die UNO arbeiten und palästinenserfreundlich sind. Deren Kinder fingen an, Katzen zu quälen und mindestens drei Katzen verschwanden spurlos. Ich weiß nur, dass diese Kinder wieder am Werk waren, da Leute diese beobachteten und wegscheuchten. Offenbar nahmen sie eine der Katzen mit und sperrten sie daheim in einen Käfig. Ob das Tier noch lebt, kann ich nicht sagen.
Da soll nochmal jemand sagen, der Mensch sei keine Bestie.
Die Katzenfamilie ist bis auf drei Mitglieder geschrumpft und dazu kommt Jerry. Mit den Katzen im Garten haben wir bei der Hitze weder Mäuse, Ratten, Kakerlaken, Schlangen oder Eidechsen. Das ist der Vorteil, wenn man Katzen hat.
Ob ich mir nochmals ein Haustier anschaffen würde? Vielleicht sollte ich es mit einem Dobermann versuchen, der allen Tierquälern an die Gurgel geht!🙂

„Arbeiten bis zum Umfallen“ – Altersarmut in Israel

B“H
Genauso wie in Europa, kann uns die Altersarmut in Israel ereilen. Niemand ist vor ihr sicher, es sei denn, jemand ist Regierungsangestellter mit einer tollen Pension. Alle anderen Arbeiter und Angestellten werden das Nachsehen haben. Selbst dann, wenn sie regelmäßig in einen privaten Rentenfond der Versicherungsgesellschaft Migdal sowie vielen anderen einzahlen. Von dem eingezahlten Geld werden lediglich kleine Summen ausgezahlt und zwei Drittel gehen an Kommission für die Versicherung drauf. Kurz gesagt, der Großteil des einbezahlten Geldes ist weg.
Neulich erst brachte das israelische TV eine ganze Serie zur mittlerweile bestehenden Altersarmut in Israel. Über 80 Jahre alte Senioren sind gezwungen zu arbeiten, damit sie überhaupt ein Auskommen haben. Wie soll man sich die landesweit verbreiteten extrem hohen Mieten noch leisten? Von den Lebensmittelpreisen ganz zu schweigen.
Das, was hier aufgezeigt wird, ist erst der Anfang. In zehn oder zwanzig Jahren wird sich kaum jemand mehr eine Wohnung leisten können. Selbst Kellerlöcher werden längst als Luxusimmobilie vermietet.🙂
Die Leserkommentare besagen, dass der Staat versagt hat. Egal, welche Regierung an der Macht war oder ist, jeder Politiker wirtschaftet nur in die eigene Tasche. Das ist absolut richtig, doch ändern wird sich in absehbarer Zukunft gar nichts. Und so werden wir auch weiterhin alte Leute beim Kehren der Busbahnhöfe oder Security Taschenkontrollieren sehen.

http://www.mako.co.il/news-israel/education-q3_2016/Article-3ba6ac9c963a651004.htm?sCh=3d385dd2dd5d4110&pId=1898243326

Das erfundene Volk – Wer sind die „Palästinenser?“

Hebräisch – Englisch für jüdische Neueinwanderer

 

B“H
Das israelische Fernsehen berichtet in regelmäßigen Abständen von Neueinwanderergruppen. Alle paar Monate kommt ein Flugzeug aus den Staaten. Vollgepackt mit Hunderten US – Juden, die nach Israel auswandern. Die Meinung des israelischen Otto Normalverbrauchers dazu lautet: Dass amerikanische Juden aus zionistischen Gründen nach Israel auswandern (Aliyah machen). Nichtsdestotrotz muss sich jeder Neueinwanderer erst einmal beweisen.
Was gerne verschwiegen wird, ist die relativ hohe Zahl der Rückkehrer in die Heimatländer. Die Gründe, warum ein jüdischer Neueinwanderer es in Israel nicht packt, sind vielzählig:
  1. Das Erlernen einer neuen Sprache und Schrift ist nicht einfach.
  2. Hinzu kommt die chaotische israelische Mentalität.
  3. Die Leute finden keine Arbeit bzw. keine, von der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Allein vom Niedriglohnsektor kann man in Israel nicht leben.
  4. Die hohen Lebenshaltungskosten in Israel.
  5. Eine Menge Neueinwanderer unterschätzen den Heimwehfaktor und dass man die im Heimatland verbliebene Familie vermisst. Insbesondere erwachsene Kinder und Enkel.
Israelis sagen: „Lass uns mal in zwei oder drei Jahren wiedertreffen und sehen, ob die Leute dann immer noch da sind!“

Die gestohlenen jemenitischen Kinder

B“H
Die Affäre der gestohlenen jüdischen Kinder jemenitischer Neueinwanderer liegt immer noch wie ein Fluch über unserem Land. Als in den Jahren nach der Staatsgründung Hunderttausende sephardisch – orientalische Juden einwanderten, befiel die aschkenazische Ben Gurion – Regierung Panik. So viele seltsame orientalische Juden waren Ben Gurion & Co. suspekt und aufgrund ihrer Herkunft viel zu primitiv. Man befürchtete sogar, dass all die sephardischen Juden aus Marokko, Tunesien, Algerien, dem Irak, dem Iran, dem Libanon oder eben aus dem Jemen, die Mehrheit im Land stellen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Yemenite_Children_Affair
Mag sein, dass das der Grund ist. Vielleicht gibt es auch einen anderen Grund. Jedenfalls war es ausgerechnet eine linke Regierung, welche neugeborene jemenitische Babies ihren Eltern wegnehmen ließ und aschkenasischen Eltern zur Adoption gab. Den jemenitischen Eltern wurde gesagt, ihr Kind sei eine Totgeburt und bereits beerdigt. Erst Jahrzehnte später kam heraus, dass die Kinder lebten.
Bis heute kennen viele dieser Kinder ihre wahre Identität nicht bzw. Eltern sind sich nicht sicher, ob ihr Kind noch lebt. Vor ein paar Jahre gab die israelische Regierung das Kidnapping jemenitischer Kinder zu.
Obwohl das Thema immer wieder neu aufkommt, gerät es doch ganz schnell wieder unter den Teppich. Aktuell plant Minister Tzachi Hanegbi nach Siebzig Jahren die Archive zu öffnen, damit endlich Klarheit herrscht.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/216765
http://972mag.com/why-is-the-left-silent-on-the-kidnapping-of-mizrahi-children/108028/
In vielen Orten Israels existiert heutzutage eine sephardische Bevölkerungsmehrheit. Insbesondere im Süden des Landes, aber auch in Jerusalem und Tiberias (Tveria) am See Genezareth. Generell gilt selbst die Armeeführung als weitgehend sephardisch dominiert.
Schade, dass Ben Gurion das nicht mehr miterlebt!

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