Leben in Jerusalem

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Wohin in Jerusalem? – „Crazy Mary / Escape Room“

B“H
Ich war leider noch nicht da, aber wenn der Besucherschwarm in Jerusalem etwas abebbt, werde ich eventuell in den Wintermonaten mal vorbeischauen: In der CRAZY MARY bzw. dem ESCAPE ROOM. 🙂
Bei der CRAZY MARY handelt es sich um ein verfluchtes Haus im Jerusalemer Stadtteil Talpiyot. Nein, kein so richtig verfluchtes Haus, sondern eher eine Touristenattraktion:
https://www.crazymaryjerusalem.com/copy-of-home
Falls denn jemand ein so richtig verfluchtes Haus sehen will, sollte er sich zur Agrippas Street 110 begeben. Dort, wo die Natural Choice Bakery drin ist. Der gesamte hässliche Betonklotz wurde einst vom Kabbalisten Rabbi Mordechai Sharabi verflucht:
http://hamantaschen.blogspot.co.il/2006/10/das-verfluchte-gebaeude.html
Bis auf den heutigen Tag bleibt kein einziger Laden lange in dem Gebäude, denn die Kundschaft bleibt aus. Nicht wegen des Fluches, sondern weil dort kaum jemand direkt vorbeiläuft. Nur die Natural Choice macht Umsatz, obwohl die nahegelegene Konkurrenz TELLER der Bäckerei sehr viel an Kundschaft wegnimmt. Ganz einfach, weil Teller besser und die Räumlichkeiten sauber sind.

Nochmals zu den Preisen in Israel

B“H
Vor ein paar Tagen erhielt ich die Mail eines Bloglesers, der da korrekt meinte, nicht alles sei in Israel automatisch teurer als in Deutschland. Immerhin gebe es ja selbst in Israel auch billigere Produkte als in Deutschland.
Das ist schon richtig, aber sollte man all das in einer gesamten Relation betrachten. In Israel liegen die Normaleinkommen wesentlich niedriger als in Deutschland. Gemessen an dem, was an Rechnungen auf den Normalo – Israeli zukommt. Von der hohen Einkommenssteuer bis zur Miete, hin über verhältnismäßig teure Lebensmittel bis hin zum Schulgeld für die Kinder. Schulen sowie Unis sind in Israel nicht umsonst. Hinzu kommt die Grundsteuer, die da JEDER Mieter zahlen muss und nicht der Eigentümer. So kommen bei 3 – 4 Zimmer – Wohnungen in Jerusalem locker 500 Schekel Grundsteuer (Arnona) im Monat zusammen. In Euro hört sich das nach einem kleinen Sümmchen an (ca. 120 Euro), doch in Israel sind 500 Schekel sehr viel Geld. Deswegen arbeiten verheiratete Paar und Singles wohnen häufig in WGs.
Eine Freundin von mir zahlt für ihre 4 – Zimmer – Wohnung (4000 Schekel Miete) 550 Schekel Arnona (pro Monat). Ihre Jahresrechnung von der Stadtverwaltung Jerusalem lag bei fast 6000 Schekel (circa 1200 – 1400 Euro). Dazu eine Versicherung, die sie aufgrund des Mietvertrages anbschliessen musste.
Nun kann man argumentieren, dass die Summe der Arnona vom Ort sowie vom Stadtteil abhängig ist. In Gilo zahlt man sicher weniger Arnona als in Baka oder Rehavia. Doch besagte Freundin wohnt in einem Stadtteil mit sehr geringer Arnona und trotzdem kommt die Summe zusammen, da die Wohnung etwas größer ist.
Aber ich will hier keineswegs herumjammern, sondern lediglich zum Ausdruck bringen, dass es nicht billig ist, in Israel zu wohnen. Zumal in einem Monat die hohen jüdischen Feiertage anstehen und da eine Menge an Einkommen draufgehen wird. Und am 1. September beginnt landesweit das neue Schuljahr.
In Israel gibt es in jedem Jahr stets Wochen im Voraus einen riesen Zirkus um den Schulbeginn. Die Zeitungen sind voller Werbeprospekte, in denen Geschäfte angeblich günstige Schulsachen wie Rucksäcke, Stifte, Hefte, etc. anpreisen. Darüber hinaus ist es üblich, dass ein Schüler am ersten Schultag des neuen Schuljahres mit neuen Klamotten in die Klasse kommt. Nicht etwa, weil es die Schule so vorschreibt, sondern weil alle anderen Schüler das eben so machen.
Als ich vorgestern auf der Post war, standen zwei Schüler neben mir, die ihre neuen Sneakers in Augenschein nahmen. 100 Euro habe der eine Schüler dafür auf seinem Ferientrip in Europa bezahlt.
Wie genau das Eltern handhaben, die nicht soviel Geld für Markenklamotten am ersten Schultag haben, kann ich nicht sagen. Vielleicht spielt das Thema in weniger gut betuchten Stadtteilen wie Kiryat Menachem oder Katamonim auch keine so große Rolle.

Preise in einem israelischen Supermarkt

B“H
Die Preise im Super Deal (Jerusalem, Derech Hebron Street) zeigen, wie teuer das Leben in Israel ist. Okay, der Super Deal gehoert in die Kategorie COOP – Preise, doch selbst die hiesigen Discounter sind immer noch teuer im Vergleich zu Deutschland.
Zum Beispiel kostet eine stinknormale Ritter Sport 7,90 Schekel. Das waeren in Euro 1,85.
Die 10 Schekel unter dem Nutella – Glas beziehen sich auf die israelische Billigvariante daneben. Das Nutella – Glas hingegen kostet 14,90 (3,50 Euro). Bei der Milka Schokolade handelt es sich um kleinere Tafel als gewoehnlich.
Eine kleine Dose Bohnen oder Erbsen kostet 5,90 Schekel (1,40 Euro). Fuer ein kleines Baguette – Broetchen aus der Fabrikproduktion zahle ich 3,50 Schekel (80 Cent).
Der Liter Milch kostet zwischen 1,20 – 1,40 Euro.
Israelische Supermaerkte lieben es, zwei gleiche Produkte guenstiger zu verkaufen. Deswegen sieht man sehr haeufig das Schild 2 fuer 10 oder so.
Wer im Video die angegeben Schekel – Preise in Euro umrechnen will, der teile alles durch 4,27. Dann habt Ihr den Euro – Preis raus.
Seit geraumer Zeir verliert der Euro international immer mehr an Wert. So stand er vorgestern noch bei 4,27 Shekel und heute sind es nur noch 4,21 Schekel. Generell koennt Ihr die Schekel – Summer durch 4 teilen und dann erhaltet Ihr so ungefaehr den Euro – Wert. Oder Ihr multipliziert die Euro – Summe mit 4. So erhaltet Ihr den Schekel – Betrag.
Alkoholische Getraenke werde ich extra filmen!!!!!

 

 

Jerusalems populärer Stadtteil BAKA

Jerusalems populärer Stadtteil BAKA. Das Video zeigt die Gegend zwischen der Pierre Koenig und der Yehudah Street. Die Pierre Koenig gehört bereits zum angrenzenden Stadtteil Talpiyot und die Yehuda Street verbindet die Derech Beit Lechem (Baka) mit der Pierre Koenig.
Die nagelneuen hohen Apartmenthäuser kosten eine Menge an Miete. Ein Bekannter von mir ist gerade frisch eingezogen und er zahlt für ein kleines Apartment 5400 Schekel (fast 1300 Euro) Miete. Hierbei handelt es sich nur um die reine Miete und alle Nebenkosten gehen extra! Im Mietvertrag steht sogar, dass er für seinen Garten einen professionellen Gärtner zahlen muss, der ab und zu mal kommt und sich um das Grünzeug kümmert. Ursprünglich wollte der Vermieter sogar 5600 Euro haben.
Ich könnte mir da keine Wohnung leisten. 5400 Schekel ist eine Menge Schotter und mein Bekannter muss da selbst als Selbstständiger ganz schön für schuften.
Eigentlich passen diese neuen Wohntürme gar nicht zur Gegend, doch derartige Gebäude werden überall hochgezogen. Otto Normalverdiener kann sich das kaum leisten und so zieht es alle zu den Wohnungen, die noch einigermaßen bezahlbar sind. Aber die werden immer weniger und ich wage mir gar nicht auszumalen, was in zehn Jahren passiert. Ob wir da als Normalo – Bürger in der Stadt leben können oder zum Wohnen außerhalb verdammt sind. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie bereits heute  Rentner mit Mindestrente überhaupt noch in der Lage sind, Miete zu zahlen.
Dabei war Baka einst kein besonders attraktiver Stadtteil. Ärmere Leute liessen sich dort nieder und die Kriminalität war hoch. Seit Jahren aber werden neue Wohnungen gebaut und der Stadtteil wurde zum Luxusobjekt. Die Mieten sind hoch und was die Grundsteuer (Arnona) kostet, will ich lieber erst gar nicht wissen.
Dafür gibt es viel Grün und wer nicht gerade an einer der Hauptstraßen wohnt, kann die Ruhe geniessen.

Jerusalem: 16. Jahrestag des Sbarro – Terroranschlags

B“H

Jedes Jahr am 9. August stellt für mich eine spezielle Erinnerung dar. Nicht, weil ich selbst am Ort der Tragödie dar, sondern weil ich gleich in der Nähe wohnte und einige der Betroffenen kenne.
Genau 16 Jahre ist es her und die Terrorattentate sind in Jerusalem nach wie vor allgegenwärtig. Gedenktafeln an vielen Orten und die Innenstadt war in besonderem Masse betroffen. In den Jahren 2001 / 2002 fragten wir Bewohner uns bei jeder Busfahrt, ob der Bus in die Luft fliegen wird. Es war eine gespannte Atmosphäre damals und uns ist bewusst, dass dies jederzeit wieder passieren kann.
Das SBARRO – Attentat war eine riesige Tragödie und jedes Jahr wieder erinnere ich an diesem 9. August.
Hier die Geschichte eines Opfers des Sbarro – Attentates; dem Schicksal der Hannah Nachenberg.
Freitagabend, Erev Schabbat, im Mai 2001
Mit einer Freundin bin ich bei Rabbi Machlis zum Schabbatessen. Rein zufällig sitzen wir am Tisch mit David Nachenberg und seiner Frau Hannah. Deren kleine Tochter Sarah ist draußen am Rumtollen mit den Machlis – Kindern. Seit einigen Jahren kenne ich David. Noch aus der Zeit, in der er Single war. Er ist amerikanischer Herkunft und heiratete irgendwann Hannah, auch Amerikanerin. Sie trafen sich auf einem Konzert der religiösen Popband „Schlock-Rock“. Liebe auf den ersten Blick sozusagen.
Hannah und David erzählten mir von ihren ganzen Problemchen. Nein, in Jerusalem würden sie nicht mehr wohnen, stattdessen seien sie nach Modi’in gezogen. David arbeitete bei Bank Hapoalim in Ramat Gan (heute arbeitet er als Sportlehrer in Modi’in) und Hannah suchte gerade einen neuen Job. Das ewig überzogene Bankkonto würde nerven, aber sonst gehe es ihnen gut.
9. August 2001
Hannah Nachenberg sitzt mit ihrem Onkel und ihrer Tante samt Tochter Sarah in der Jerusalemer Pizzeria SBARRO. Tante und Onkel sind zu Besuch aus den USA. Gerade wollen sie ihre Pizza essen als es knallt. Ein palästinensischer Selbstmordattentäter sprengte sich am Eingang des SBARRO in die Luft. Es war am frühen Nachmittag gegen 14.00 Uhr. Hochsommer. Die Pizzeria war gerammelt voll. Um noch mehr Leute in den Tod zu reißen, wartete der Attentäter, bis die Ampel an der Kreuzung King George / Yaffo für die Fussgänger auf grün sprang. Mehrere Hundert Menschen waren in der Nähe. 15 Menschen starben (davon sieben Kinder) und 130 wurden verletzt.
Die Bombe war außer mit Sprengstoff auch mit Nägeln und Schrauben gefüllt. Hannahs Onkel und Tante waren nur leicht verletzt, Tochter Sarah hatte fast keinen Kratzer abbekommen, doch Hannah war vorn über den Tisch gekippt. Die Tante untersuchte sie nach dem ersten Schock. Fast kein Blut, gar nichts. Die Ambulanz traf ein. Der erste „Erste Hilfe Helfer“, der in das Sbarro rannte, war der Gerer Chassid Moshe Frand. Später wurde er vom damaligen Bürgermeister Ehud Olmert für sein Engagement ausgezeichnet. Er zeigte mir stolz seine Urkunde.
Hannah Nachenberg kam ins Hadassah – Krankenhaus. Dort stellte man fest, dass sie einen Nagel mitten im Herzen hatte. Ihr Mann David wurde sofort verständigt und der wiederum rief Rabbi Machlis an. Der Nagel wurde aus Hannahs Herzen entfernt, doch sie erlangte bis heute nicht mehr das Bewußtsein.
2009
Hannah Nachenberg liegt nach wie vor bewußtlos in einer Reha – Klinik nahe Tel Aviv. Die Augen geöffnet, doch nichts wahrnehmend. Ihre Tochter Sarah ist in der Zwischenzeit ziemlich gewachsen, doch Bilder malt sie ihrer Mutter immer noch. David versucht gerade in den USA einen Prozeß gegen eine palästinensische Bank zu führen und hat gute Chancen zu gewinnen. Er arbeitet als Sportlehrer in Modi’in und schreibt nebenbei Rap – Musik. Neuerdings hat er auch einen Blog. Er textet Rap – Songs über amerikanische jüdische Sportler.
Manchmal kommt Michael, ein britischer Sänger, zu Hannah ans Krankenbett. Singt ihr religiöse jüdische Lieder und Hannah schaut an die Decke. Abwesend. Doch Michael ist sich sicher, etwas Gutes zu tun. Seitdem ein paar christliche Missionare zu Besuch kamen und David Nachenberg überreden wollten, an Joschke zu glauben, damit seine Frau „gerettet“ werde, läßt David nur noch jüdische Besucher zu. Die Missionare flogen kurzerhand raus.
Manchmal sehe ich David Nachenberg, der noch immer ab und an zu den Machlises kommt. Allein oder mit Tochter Sarah. Wie es seiner Frau gehe ? Naja, immer dasselbe halt. Nichts Neues.
Nachtrag: Das SBARRO wechselte vor wenigen Jahren seinen Standort und zog um. Kurz darauf verschwand es ganz. Im „alten“ Sbarro King George / Yaffo ist heute das Cafe Ne’eman.

Die Nachenberg Familie in besseren Zeiten


 

2017 – Neulich erreichte mich dieser Kommentar von David:
I am David Nachenberg, and the reason Chana is in a PERMANENT vegetative state to this day (almost 16 years later) is that the nail pierced a coronary artery, and blood did not flow to her brain for probably around 20 or more minutes…and it has been hard on her parents who have not been able to see Chana’s life progress, and to our daughter Sara, who doesn’t remember what it is like to have a functioning mommy, and to me, who has been left without a partner and without the opportunity to have another child…and the people of our community, for the most part couldn’t care less, and have not extended their hands in friendship and do not offer to help me in finding a shidduch so I won’t be alone and lonely forever…

Euro : Israelischer Schekel

B“H

Der Euro ist, gegenüber dem israelischen Schekel, wieder etwas angestiegen. Lag er vor noch nicht allzu langer Zeit unter 4 Schekel, so bekommt Ihr jetzt für 1 Euro circa 4,27 Schekel.

Generell ist der Euro im Ausland viel weniger Wert als innerhalb Europas und darauf solltet Ihr Euch beim Urlaub im außereuropäischen Ausland einstellen.

Vorsicht beim Wechselgeld in Jerusalem

B“H
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich Euch raten, in Jerusalem stets Euer Wechselgeld nachzuzählen. Genauso wie den jeweiligen Kassenbon anzusehen.
Zuviel wird in diversen Läden getrickst. Weniger bei den großen Ketten wie Rami Levi oder Oscher Ad. Dafür aber umso mehr in kleineren Supermärkten, Tante – Emma – Läden sowie an Marktständen.
Selbst wenn es länger dauert: Immer Wechselgeld nachrechnen und checken. Den Kassenbon können diejenigen, die der hebräischen Sprache nicht mächtig sind, weniger nachprüfen. Dennoch kann jemand aber die angegeben Preise sehen und schauen, ob er diese Produkte auch wirklich gekauft hat.
Besondere Vorsicht gilt beim Supermarkt HaMoshava in der Emek Refaim Street sowie beim SuperDeal an der Derech Hebron. Beim Letzteren solltet Ihr zusätzlich das Verfallsdatum auf der Ware checken. Insbesondere bei Joghurt und Wurst in Plastikverpackungen. Auch auf dem Machane Yehudah Markt ist Vorsicht geboten.

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