Leben in Jerusalem

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Auf frischer Tat ertappt

B“H
Am vergangenen Donnerstagabend hörte ich draußen ein massives Gehämmere und schaute nach, was wieder los ist. In letzter Zeit ist in meinem Stadtteil mit den weiter unten lebenden Palästinensern erneut Action angesagt und da vor circa zwei Monaten in der direkten Nachbarschaft ein anderer Vorfall geschah, wollte ich dem Herumgehämmere auf den Grund gehen.
Es war früher Abend, stockdunkel und es goss in Strömen. Ich weiß nicht, wer überraschter war: Die beiden jungen Palästinenser, die ich auf frischer Tat beim Einbrechen ertappte oder ich selbst. Die beiden Diebe hatten ein Fenster aufgebrochen und vorher die Eisenstangen aus dem Rahmen gehämmert. Ein Palästinenser versteckte sich hinter einem Baum und dem anderen stand ich fast gegenüber, der da stammelte, man wolle ja nur mit dem Hausbesitzer reden. Dann rannten beide auf und davon.
Vielleicht redet man heutzutage mit einem Hausbesitzer, in dem man dessen Fenster aufbricht. Ich jedenfalls rief sofort die Polizei und nach zwei Minuten waren die samt Grenzpolizei da. Ehrlich gesagt hätte ich das nicht bei einem Einbruchsversuch erwartet, aber die Polizei funktioniert bei uns einwandfrei.
Eine Polizistin meinte, dass die beiden Diebesdilettanten das schlechte Wetter nutzen und auch vor Fenster aufhämmern und Metallrahmen herausschlagen nicht zurückschrecken. Und dann ging die Jagd nach den Einbrecher los. Ich erhielt noch viele Anrufe von der Polizei und Fingerabdrücke wurden am Tatort genommen. Kurz gesagt, es war wieder mal richtig was los!
Mittlerweile überlege ich ernsthaft, ob ich nicht einen Waffenschein beantrage und mir eine Waffe zulege. Nicht jeder Israeli hat ein Anrecht auf einen Waffenschein. Entweder muss man bei der Security arbeiten oder in einen gefährdeten Gegend wohnen. Siedler, zum Beispiel, haben ein Recht auf einen Waffenschein. Oder ich, weil ich eben in gerade diesem Stadtteil wohne. Wer dagegen nebenan im friedlichen Stadtteil Baka wohnt, kann keinen Waffenschein beantragen.
Was mir vor mehr als zwei Monaten im Krankenhaus in der Notaufnahme auffiel: Fast alle Krankenwagenfahrer tragen eine Waffe. Man weiß ja nie, was einen erwartet und Palästinenser rufen halt auch Krankenwagen. In meinem Stadtteil war es eine Zeit lang so, dass ein Krankenwagen nur in Begleitung der Grenzpolizei runter zu den Palästinensern fahren durfte. In der Vergangenheit kam es andernorts vor, dass die Palästinenser Angriffe starteten und. u.a., einen Angestellten des Telekommunikationsunternehmen Bezek ermordeten.
Am Donnerstagmorgen war ich bei einer Ultraschall – Untersuchung gewesen, bei der sich herausstellte, dass alles in bester Ordnung ist. Da diese aber von einer Krankenschwester durchgeführt worden war und nicht etwa von einem Arzt kann es sein, dass sich die Untersuchung in dieser Woche nochmal wiederholt. Ein Arzt rief mich an als ich schon wieder daheim war und er meinte, dass beim Ultraschall kein neuer Tumor entdeckt wurde und er die Untersuchung gelten lassen würde. Meine Ärzte (Chirurgin, Onkologin, Urologe, etc.) aber müssten dem zustimmen und da sehe ich schon wieder schwarz. Ich hoffe, dass ich dieser Tage im Krankenhaus nicht nochmal den Ultraschall durchlaufe, aber warten wir es ab. Und das mit der alleinigen Begründung, dass ein Arzt es hätte machen sollen.
Ab Januar werde ich wieder ganz normal arbeiten, denn ich fühle mich körperlich super. Zwar muss ich weitere Krankenhausbehandlungen erdulden und bis März sind mehrere Termine angesagt; insgesamt aber will ich dem ganz normalen Berufsleben nachgehen. Wobei ich seit der Krankenhausentlassung von daheim aus gearbeitet habe, denn von dem bisschen Krankengeld kann kein Mensch leben. Ende Januar muss ich dann auch die erste Hälfte meines Buches an den deutschen Verlag senden, denn es geht in die Korrektur. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2019 vorgesehen.

Benjamin Netanyahu im Frauenhaus

B“H
Offenbar besuchte Bibi Netanyahu zusammen mit seiner Frau Sarah dieser Tage ein Frauenhaus. Anlass war der internationale Tage der misshandelten Frau oder sowas in der Art. 

 

 

In Israel gibt es auch Frauenhäuser und das Thema „Gewalt in der Familie“ wird häufig diskutiert. Sobald die Medien antraben, zeigen die wenigsten Frauen ihr Gesicht in die Kamera und auch so in dem TV Bericht nicht.
Man berichtet dem Premier von der Gewalt im Haus und warum man sich im Frauenhaus befindet. Netanyahu meinte, dass prügelnde Ehemänner auch eine Art von Terror darstellen und sich die Knesset viel mehr mit dem Thema befassen müsste.
Gewalt in der Familie – ob in jüdischen oder muslimischen Familien ist ein wichtiges Thema im Land. Genauso wie Kindesmisshandlung.
Der Staat hat besondere Frauenhäuser für palästinensische Frauen und Kinder eingerichtet, denn hier besteht besondere Gefahr: Dass der prügelnde Gatte mit Messer und der ganzen Sippe vor der Türe steht. Von daher werden derlei Frauenhäuser extrem gesichert und geheim gehalten.

Leserfrage: „Steuern nach der Aliyah (jüdische Einwanderung nach Israel) & Kann die Aliyah verweigert werden?“

B“H
Wer Aliyah macht und als Jude offiziell nach Israel einwandert, bekommt in der ersten Zeit Steuererleichterungen. Dazu mehr hier:
http://www.jewishagency.org/aliyah-benefits/program/8291
Bei mir war es so, dass ich mich um diese Steuererleichterungen nicht selbst kümmern musste, sondern das tat stets der Arbeitgeber bzw. dessen Steuerberater. Lediglich das Einwanderungsdatum musste ich angeben. Aber das muss man eh ständig angeben. Ob das nun bei Versicherungspolicen ist, bei Bewerbungsformularen oder sonstigen Dokumenten. Die Behörden sind fast alle untereinander vernetzt und so weiß der Sachbearbeiter eh immer was anliegt.
Übrigens gibt es in Israel auch Freistellungsbeträge und wer einen Antrag darauf stellen will, muss direkt zum Finanzamt seines Wohnsitzes.
Eine weitere interessante Frage ist, ob die israelischen Behörden einem Juden die Aliyah oder die Einreise ins Land verweigern können:
Können sie. Nämlich wenn der Diasporajude, der sich entschieden hat, Aliyah zu machen, zuvor in Israel kriminell aufgefallen ist. Auch wenn derjenige in seinem Heimatland vorbestraft ist oder in Haft war, kann die Aliyah abgelehnt werden.
Hinzu kommen Sicherheitsbedenken. Dann, wenn eben jener besagter Jude Mitglied bei einer Organisation ist, welche gegen den Staat Israel und für die Palästinenser kämpft. Diverse anti – israelische NGOs oder International Solidarity, zum Beispiel. Dann kann besagter Jude ein Sicherheitsrisiko für Israel darstellen.
Es gibt einen Fall, der bereits länger zurückliegt, wo ein in Deutschland lebender Jude in einem Forum ankündigte, mit der International Solidarity nach Israel zu reisen, um hier israelische Soldaten umzubringen und Randale bei jüdischen Siedlern zu machen. Der Typ bildete ein gewaltiges Sicherheitsrisiko, denn er hatte einmal Aliyah gemacht, besitzt israelische Papiere, kam aber nie in Israel zurecht und zog nach Deutschland. Er ist kein Deutscher, doch er lebt seit mehr als 20 Jahren von der dortigen Stütze und ruft offiziell zum Terror und Boykott gegen Israel auf.
Nicht wenige Juden stehen bei den Einreisebehörden auf der schwarzen Liste und werden am Flughafen abgewiesen und umgehend in ihr Heimatland gekarrt. Die Fluglinien sehen sowas gar nicht gerne, aber sie sind offenbar dazu verpflichtet.

Der Mord an Susanna Feldmann und die Reaktion israelischer Kommentarschreiber

B“H
Israelische Medien gingen auf den Mord an Susanna Feldmann ein und nach einigen Anlaufschwierigkeiten unserer linkslastigen Presse wurde dann doch berichtet, dass Susanna ihren Mörder kannte und sich in der Umgebung muslimischer Migranten aufhielt.
Eine Menge Kommentarschreiber auf unterschiedlichen News Sites (Walla, Mako) waren erstens der Meinung, dass Deutschland endlich mal aufwachen und der Realität ins Auge schauen solle. Linke Parteien und Regierungen lassen die Moslems machen, was sie wollen und am Ende ist Europa eh am Ende.
Ein zweiter Punkt war der Umgang der Susanna mit Moslems. In Israel kenne man das auch und viele Male enden derlei Beziehungen in einer Katastrophe.
Ein dritter Punkt waren die deutschen Juden. Sie sollen endlich ihre Koffer packen und aus Deutschland raus. Man verstehe nicht, wie deutsche Juden immer noch in Deutschland leben können.
Auf die ebenso vielen linkslastigen Israelis, die in Deutschland leben, wurde nicht eingegangen. Viele in Israel lebende Israelis betrachten Israelis in Berlin als jene Juden, die ihre Identität für einen billigeren Schokoladenpudding (Milky) verraten.

Gibt es in Israel Inkasso – Büros & Kredithaie?

B“H
Ja, gibt es. Aber zuerst zu den Inkasso – Büros: 
Diverse Unternehmen, darunter selbst das Magen David Adom, gibt Namen von Schuldnern an Inkasso – Büros weiter. Dass mit Magen David Adom erfuhr ich von meinem Anwalt nachdem ich von einem Egged – Bus angefahren worden war. Bei der Einlieferung in ein Krankenhaus erhält der Patient von Magen David Adom sofort eine Krankenwagen – Rechnung von circa 500 bis zu über 1000 Schekel (bei Krankenwagen mit Notarzt). 500 Schekel (circa 120 Euro) sind noch die billigste Variante und ohne Notarzt.
Zuerst muss der Patient die Rechnung zahlen und da es bis zu meiner Entschädigung von der Egged – Versicherung dauerte, musste ich den Krankenwagen vorerst selbst zahlen. Falls nicht innerhalb der vereinbarten Frist, so mein Anwalt, drohe der Anruf einer Inkasso – Firma.
Kredithaie gibt es genauso, nur werden sie hier SHUK HaAFOR (Grauer Markt) genannt. In regelmäßigen Anständen erhalte ich Kreditangebote vom Shuk HaAfor. Per SMS, die ich sofort lösche. Keine Ahnung, woher die meine Telefonnummer haben, aber derlei SMS erhalten wohl viele Israelis.
Niemand sollte sich mit diesen Kredtihaien einlassen, denn es werden horrende Zinsen verlangt und wer nicht zahlt, bekommt ungebetenen Besuch von irgendwelchen seltsamen Typen. Es gibt genügend Warnungen, doch immer wieder fallen Leute drauf rein. Und immer die, welche bei keiner Bank mehr Geld erhalten.
In Israel gibt es also auch Inkasso, Kredithaie und anderweitige Gestalten.

 

Vorsicht beim Wechselgeld in Jerusalem

B“H
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich Euch raten, in Jerusalem stets Euer Wechselgeld nachzuzählen. Genauso wie den jeweiligen Kassenbon anzusehen.
Zuviel wird in diversen Läden getrickst. Weniger bei den großen Ketten wie Rami Levi oder Oscher Ad. Dafür aber umso mehr in kleineren Supermärkten, Tante – Emma – Läden sowie an Marktständen.
Selbst wenn es länger dauert: Immer Wechselgeld nachrechnen und checken. Den Kassenbon können diejenigen, die der hebräischen Sprache nicht mächtig sind, weniger nachprüfen. Dennoch kann jemand aber die angegeben Preise sehen und schauen, ob er diese Produkte auch wirklich gekauft hat.
Besondere Vorsicht gilt beim Supermarkt HaMoshava in der Emek Refaim Street sowie beim SuperDeal an der Derech Hebron. Beim Letzteren solltet Ihr zusätzlich das Verfallsdatum auf der Ware checken. Insbesondere bei Joghurt und Wurst in Plastikverpackungen. Auch auf dem Machane Yehudah Markt ist Vorsicht geboten.

Israelische Cyber Polizei gegen die Lösegeldmafia

B“H

Wer plötzlich Lösegeld für geklaute Internetdaten zahlen soll, der kann sich hier gegen die Erpressung wehren:

https://www.nomoreransom.org/de/index.html

Die Site ist ab sofort auch in hebräischer Sprache einzusehen, denn die israelische Cyber Polizei schloss sich der obigen international ausgerichteten Website an:

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/227739