Leben in Jerusalem

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Neuer Luxusbau in der Jaffa Road / Jerusalem

B“H
Wenn in Israel etwas neugebaut wird, dann Luxusapartments. Hier ist ein weiteres Beispiel des Luxus: Mitten in der Jaffa Road zwischen Clal Center und dem Machane Yehudah Markt. 

 

 

Die Läden im Erdgeschoss sind noch zu vermieten und die Wohnungen sind wohl auch noch zu haben. Alles auf Luxus getrimmt und wohl eher für wohlhabende jüdische Neueinwanderer aus Frankreich und den USA gedacht.

Neuigkeiten nebenbei

B“H
Was mich immer wieder überrascht ist die Tatsache, dass meine deutschen Blogs mehrheitlich in den USA gelesen werden und nicht etwa im deutschsprachigen Raum. Warum das so ist – dafür habe ich keinerlei Erklärung.
Am vergangenen Mittwoch war ich beim Urologen im Krankenhaus. Dort stellte sich dann heraus, dass der angekündigte Nierentest nun doch bei meiner Krankenkasse stattfindet. So tippte der Arzt mir nur einen Bericht und meinte, ich solle mit dem Ergebnis Ende Februar bei ihm vorbeischauen. Ohne Termin und gleich nach dem geplanten CT Scan. Dann könne er sich die Nieren gleich auf dem CT anschauen und er kann mir so ungefähr sagen, ob noch etwas anderes zu sehen ist, denn Anfang März muss ich erneut zur Onkologin. Die allerdings sagt mir dann das endgültige Resultat, denn die Scan Photos werden immer von einem Spezialisten begutachtet.
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Im Krankenhaus – Photo: Miriam Woelke

Im Februar dann habe ich so einige Krankenhaus – und Krankenkassentermine. Nieren – und Bluttest, Termin bei der Ärztin, die mich operierte und halt den CT Scan. Ich muss sagen, dass ich soweit mit dem Ärzteteam hochzufrieden bin. Israel hat sehr gute Ärzte und wenn bei mir irgendwas ist, kann ich sofort ins Krankenhaus kommen und schwupps habe ich einen Termin. Auch zwischendurch wie vor drei Wochen zum Ultraschall. Im Ausland muss man monatelang warten, in Jerusalem geht alles ruckzuck.
Das Wetter wird diese Woche wärmer (zwischen 13 – 17 Grad Celsius) und sonnig. Damit meine ich Jerusalem, denn an der Küste ist es etwas wärmer. Dennoch ist der Winter noch lange nicht vorbei!
Wer seine Rav Kav für die Jerusalemer Stadtbusse in cash aufladen will, ohne dumm am Automaten zu stehen: Im Bell Center Ecke King George / Strauss / Jaffa Road kann man das tun. Dort hat Egged ein Büro. Gleich neben der Post im ansonsten leeren Bell Center (mit dem Glockenspiel außen).
Ein kleiner Tipp für Falafel – liebende Touristen:
Verzichtet auf die teure Falafel von MOSHIKO in der Ben Yehudah Street. Dort war neulich erst das Gesundheitsministerium und beschlagnahmte Fleisch für den Schwarma (Döner) und sonstiges. Die Lokalzeitung YEDIOT YERUSHALAYIM veröffentlicht Ekelbilder aus der Moshiko – Küche. Kauft Eure Falafel und Schwarma lieber woanders. Moshiko ist eh nur reine Abzocke.
Aktuell sind Pisgat Ze’ev und Nachlaot die gefragteste Stadtteile in Jerusalem. Ich kenne Pisgat Ze’ev noch von vor mehr als zwanzig Jahren und wenn man sich den Stadtteil mit seinen fast 46,000 Einwohnern heute anschaut, hat sich extrem viel verändert. Schon allein die Autofahrt vom French Hill hinaus zum Pisga ist untertunnelt. Vor mehr als zwanzig Jahren noch führte die Verbindungsstraße an einer kleinen palästinensischen Wohngegend vorbei. Irgendwann ging das nicht mehr, denn die Palästinenser schossen scharf oder warfen Steine auf Autofahrer. Also wurde ein Tunnel gebaut. Heute ist Pisgat Ze’ev fast wie eine eigene kleine Stadt mit Shopping Malls und allen möglichen Aktivitäten. Der Nachteil ist, dass in die Stadt gependelt werden muss und man lange im Stau steht.
Nachlaot hingegen liegt am Machane Yehudah Markt in der Stadtmitte. Als ich dort wohnte, hatten meine beiden Mitbewohner und ich Probleme, Nachfolger zu finden. Niemand wollte in Nachlaot leben. Dann schon lieber in der German Colony, am French Hill oder in Katamon. Nur nicht in den Dreck von Nachlaot.
Seither hat sich viel verändert und durch die amerikanischen Neueinwanderer wurde leider vieles zu sehr Schickimicki. Vor allem die Beersheva Street mit den edlen Umbauten und der Carlebach Synagoge Kol Rina. Letztere befindet sich spartanisch in einem Bunker.
Besonders Studenten zieht es nach Nachlaot. Die aber können sich dort fast immer nur WGs leisten. Manche Häuser sind immer noch verrottet, werden jedoch trotzdem teuer vermietet. Es ist halt IN, in Nachlaot zu wohnen. Und super zentral noch dazu.

Leserfrage: „Wohnung mieten in Jerusalem / Rehavia“

B“H
In Rehavia könnt Ihr Euch nur dann eine Bleibe suchen, wenn Ihr über das nötige Kleingeld verfügt. Mindestens 1000 Euro für eine kleine 2 – Zimmer – Wohnung, massig Arnona (Grundsteuer) sowie Va’ad Bayit (Hausverwaltung).
Die Häuser in Rehavia sind teilweise alt, aber der kleine zentrale Stadtteil zieht immer wieder Leute an, die unbedingt dort wohnen wollen. Touristen finden den Stadtteil IN, was er aber eigentlich nicht mehr ist. Und das einstmals deutsche Rehavia wird schon lange nicht mehr von deutschen, sondern von amerikanischen Juden bewohnt. Dazu wird es recht jüdisch – religiös.
Viele Außenstehende kommen nach Jerusalem, sehen irgendwelche tollen Stadtteile und wollen sich dort niederlassen. Dass diese Stadtteile ihren gesalzenen Preis haben, wird erst einmal gar nicht bedacht. Erst hinterher, wenn die dicken Rechnungen kommen, beginnt das große Jammern.

Das Jerusalemer „Pinui Binui“ – Konzept oder „Aus Alt mach Neu“

B“H
Eines habe ich immer noch nicht so ganz verstanden und vielleicht kann mich ja irgendwer aufklären: In ganz Israel und vor allem auch hier in Jerusalem ziehen die Stadtverwaltungen das sogenannte PINUI BINUI – Baukonzept durch.
Alte Häuser sowie ganze Straßenblöcke werden abgerissen und was hinterher entsteht sind riesige neue Wohntürme. Es heißt ja offiziell, dass die alten Mieter nach der Fertigstellung wiedereinziehen können, doch das kommt mir recht seltsam vor. Wenn da neue Wohntürme entstehen, dann kostet das doch einen Haufen Miete und wer von den einstigen Bewohnern kann sich das leisten? Oder erhalten die Mietnachlass?
Allein in Jerusalem sind mehrere solcher PINUI BINUI – Projekte in Planung bzw. gerade angelaufen wie man hier in den Video auf dem nachfolgenden Link sieht. Es handelt sich um die PIK STREET im Stadtteil Kiryat Moshe. Dort sind die Abrissarbeiten der alten Mekascher – Gegend in vollem Gange. Alte Häuser, die in den 30iger Jahren für Arbeiter gebaut wurden und bis heute recht erschwingliche Mieten boten. Ich selber habe in einem der Häuser gewohnt.
Okay, es war nicht hochmodern und wenn jemand im Bad duschte, lief in der Küche nicht viel Wasser aus dem Hahn. Oder halt umgekehrt. Das Wasser – Dilemma des Stadtteiles Kiryat Moshe. 🙂
https://www.kolhair.co.il/realestate/59379/
Ich verbinde mit der kleinen Mekascher – Gegend im Stadtteil Kiryat Moshe sehr schöne Erinnerungen, weil ich eben dort in WGs gewohnt habe. Gerade in den ollen Mekascher – Häusern war die Miete noch erschwinglich und irgendwie hatte alles ein besonderes Flair.
Schon länger plane ich, wieder einmal hinzufahren und zu photographieren. Vielleicht an den Sukkot – Zwischenfeiertagen in einem Monat. Wahrscheinlich werde ich dann nur noch eine Baugrube vorfinden.
Weitere PINUI BINUI – Projekte in Jerusalem:
Im Stadtteil Kiryat Yovel, in der HaNurit Street, sollen verkommene Sozialwohnungen abgerissen werden. Auch hier werden stattdessen moderne Wohnböcke hochgezogen. Aber, wie gesagt, wer soll sich die modernen Wohnungen dann noch leisten?
Im Stadtteil Katamonim werden weitere Sozialwohnungen nahe der Malcha Mall abgerissen. Alles Alte verschwindet und dafür soll Jerusalem mehrere Tausend neue Wohnungen erhalten. Der lokale Wohnungsmarkt ist katastrophal und man muss schon ein gewisses Quentchen Glück haben, um etwas Bezahlbares zu finden. In den Wintermonaten ist die Wohnungssuche definitiv einfacher als im Sommer, denn dann sind die ganzen Studenten schon mal vom Markt verschwunden und das neue Semester hat längst begonnen.
Vielleicht sollten wir es einfach so machen, wie die Palästinenser in ihren Stadtteilen: Die nämlich bauen illegal und ohne Baugenehmigung und oft liess Bürgermeister Nir Barkat sie einfach damit davonkommen.
Generell aber gilt: Wer in Jerusalem ohne Genehmigung baut, dem droht der Abriss. Ob Jude oder Moslem ist der Stadtverwaltung egal.

Was erwartet den neuen Mieter in einem israelischen Apartment?

B“H
Okay, manche Leute haben andere Erfahrungen gemacht, aber generell findet ein neuer Mieter folgendes in einem Apartment:
Eine Küchenanrichte (Spüle). Manchmal mit zwei und manchmal mit nur einem Abwaschbecken. Bei zwei Becken ist eines für milchiges und das andere für fleischiges Geschirr. Da ich selbst eine koschere Küche habe, benutze ist zweierlei Arten von Besteck, Pfannen und Kochtöpfen. Für milchige sowie für fleischige Gerichte.
Oft findet sich in der Wohnung auch ein Kühlschrank und ein Backofen. Wer eine Bleibe sucht, der sollte vorher herausfinden, was er genau in der Wohnung braucht und was er ggf. schon hat. Möblierte Wohnungen mit Kabelanschluss, WIFI (Wlan ist ein eher deutscher Begriff und in Israel heißt das WIFI), Bett, Sessel, etc. sind deutlich teurer.
Zudem finden sich nicht selten eingebaute Schränke im Schlafzimmer. Manchmal auch im Wohnzimmer.
Eine israelische Wohnung ist so aufgeteilt, dass man durch die Eingangstür direkt im Wohnbereich, sprich Salon (Wohnzimmer), landet. Korridore sind eher selten, aber es gibt sie.
Eine Wohnung ist nie vollständig leer, denn immer finden sich eine ganze Küchenanrichte und Küchenschränke. Als ich neulich im Internet eine leere Wohnung in Deutschland sah, kam mir die total ausgeräumte Küche seltsam vor. So ohne Schränke und Spüle. Sowas bietet in Israel kein Vermieter an. 🙂

 

Was kostet ein Stand auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt?

B“H
Wer glaubt, dass nur Wohnungen teuer sind:
Ein kleiner Marktstand (um die 12 qm) kann im Jerusalemer Machane Yehudah Markt, wenn er denn an einer belebten Marktstraße liegt, bis zu 18,000 Schekel Miete pro Monat kosten. Das sind umgerechnet circa 4300 Euro. Und das ohne Klo, ohne alles. Nur ein kleines Loch in der Wand.
Wer sich gar einen solchen Stand kaufen will, zahlt mittlerweile bis zu 2 Mio Schekel (ca. 480,000 Euro).

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Innerhalb der letzten paar Jahre transformierte der Machane Yehudah Markt des Abends zur Partymeile mit Live Music und Bars. Das Problem ist nur, dass viele dieser allabendlichen Bars illegal errichtet werden. Auch jene, die sich an einem regulären Marktstand befinden.
Die Stadtverwaltung geht immer wieder gegen dieses illegale Abzocker vor, denn ihr entgehen Gewerbesteuern. Die Betreiber der Marktstände sind auch wenig begeistert von der abendlichen Popularität des Marktes. Die Leute kaufen kein Obst und Gemüse, sondern warten nur darauf, dass die Bars aufmachen.
Wie ich Jerusalem kenne: Irgendwann ist der abendliche Hype des Machane Yehudah vorbei und dann ziehen alle zu einer neuen Location, die gehypt wird. So schon in den Jahren zuvor geschehen: Russian Compound, dann Heleni HaMalka Street mit ihren Bars, dann Emek Refa’im in der German Colony, dann der Alte Bahnhof und jetzt der Machane Yehudah Markt.

4 – Zimmer – Wohnungen in Jerusalem & Tel Aviv

B“H
In Israel eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist alles andere als leicht. Auch hierzulande ist bezahlbarer Wohnraum äußerst knapp und es gibt eine Menge potenzieller Bewerber.
Der Unterschied zu Deutschland ist, dass man keine Bewerbungsmappe oder Schufa – Auskunft zur Wohnungsbesichtigung mitbringt. Es gibt in Israel keine Schufa, aber was halt verlangt wird, sind Gehaltsnachweise sowie ein Empfehlungsschreiben des vorherigen Vermieters. Und natürlich eine Kaution, was häufig auch ein undatierter Scheck sein kann. Beispiel: Manche Vermieter verlangen einen 20,000 Schekel (ca. 5000 Euro Scheck), den sie nicht unbedingt sofort einlösen, sondern erst dann, wenn die Miete nicht mehr pünktlich eingeht.
Und, was ganz wichtig ist: Oft werden ein oder zwei Bürgen benötigt, die den Mietvertrag mitunterschreiben. Und auch von denen werden Gehaltsnachweise verlangt.
Mietverträge werden in der Regel auf ein Jahr abgeschlossen und danach wird entweder verlängert oder ausgezogen. Mietnomaden werden schnell entsorgt, Das geht hier sehr unbürokratisch mit Schloss auswechseln und Möbel vor die Tür stellen. Räumungen gibt es und dann werden die Habseligkeiten in irgendein städtisches Lager gestellt. Der Mieter aber steht auf der Straße und er bekommt keine Unterkunft, denn die allgemeinen Wartelisten für Sozialwohnungen sind ewig lang.
Aktuell zahlt man für eine einfache 4 – Zimmer – Wohnung in Tel Aviv mindestens 7500 Schekel (ca. 1800 Euro). Und dabei handelt es sich um eine sehr einfache Bleibe in einer normalen Nachbarschaft. Nicht in der Innenstadt oder in einem angesagten Viertel. Meistens werden in Tel Aviv für eine 3 – Zimmer – Wohnung bereits 6000 Schekel (1400 Euro) verlangt. Und das bei einem gesetzlichen Mindestlohn von 5300 Schekel (ca. 1250 Euro).
In Israel gibt es generell nur recht wenige kleine Wohnungen, da der Wohnungsmarkt auf Familien ausgerichtet ist. 2 – Zimmer – Wohnungen sind rar und man muss wahnsinniges Glück haben.
In Jerusalem kostet die Durchschnitts – 4 – Zimmer – Wohnung mindestens 5400 Schekel (ca. 1290 Euro). Und das nicht in begehrten Stadtteilen wie Talbiyeh, Rehavia, Beit HaKerem, der German Colony, Old Katamon oder Nachlaot.
Beim Kauf einer 3 bis 4 – Zimmer – Wohnung muss der Interessent im beliebten Old Katamon / Jerusalem mit 3 – 4 Mio Schekel (ca. 1 Mio Euro) rechnen. Und das sind teilweise noch renovierungsbedürftige alten Klitschen, in die man zusätzlich investieren muss. Rohre neu verlegen, etc.
Andere 3 bis 4 – Zimmer – Wohnungen in Jerusalem kosten um die 2,5 – 3 Mio Schekel. Nicht alle Kredite werden von den Banken akzeptiert: Wer, zum Beispiel, in einem Stadtteil nahe einer arabischen Wohngegend eine Immobilie kaufen will, muss Cash auf den Tisch legen. Für Immobilien nahe arabischer Wohngebiete gibt die Bank oft kein Geld.