Leben in Jerusalem

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Das Leben in der Provinz hat seinen Preis

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Nach wie vor entscheiden sich zahlreiche Israelis hinaus aufs Land zu ziehen. Lieber zur Arbeit in die Großstädte pendeln anstatt einen Batzen Miete zu zahlen.
Was kostet eine 3 – Zimmer – Wohnung in Tel Aviv? Mindestens 7000 Schekel (ca. 1600 Euro), oder? Zumindest dann, wenn die Bleibe nicht vollständig heruntergekommen ist. Wobei meine Einschätzung der 7000 Schekel bestimmt noch billig ist. 8000 – 10,000 Schekel Miete in Tel Aviv ist doch heutzutage keine Seltenheit mehr. Kein Wunder, dass die Leute in WGs leben müssen. Insbesondere dann, wenn sie Single sind. Wie genau alleinerziehende Mütter das hinkriegen – ich habe keine Ahnung. In Tel Aviv sind die Wartelisten der Sozialwohnungen lang und unter zehn Jahren geht gar nichts. Israelische Ehepaare müssen zwangsläufig arbeiten und mit Hausfrau und daheim bleiben ist nichts. Ein Gehalt allein geht schon für die Miete drauf.
In Jerusalem schaut es mittlerweile nicht so viel besser aus. Auch hier sind 6000 Schekel Miete und mehr völlig normal für eine 3 – Zimmer – Wohnung. Die Mieten steigen, die Gehälter nicht. In Jerusalem, Beersheva sowie in der Provinz verdienen die Leute eh weniger als im Küstenbereich. Dafür sind dann die Lebenshaltungskosten im Großraum Tel Aviv extrem hoch und jeder muss sehen, wie er über die Runden kommt. Mit der Miete allein ist es eh noch nicht getan, denn in Israel zahlt der Miete die gesamte Grundsteuer (Arnona) für die Wohnung. Und das schlägt sich nochmals massiv nieder.
Kein Wunder also, wenn selbst Besserverdiener in die Provinz ziehen, um sich dort ein billigeres Häuschen zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen. Wer nicht kaufen will, sucht sich was zur Miete und kommt günstiger weg als andere in den Metropolen.
Alles hat seine Vor – und Nachteile. Wer hinaus in die Provinz zieht, muss pendeln und morgens ein bis zwei Stunden eher zur Arbeit fahren. Abends wird dieselbe Fahrzeit für den Heimweg einkalkuliert. Ohne zu pendeln kommt man meist nicht aus, denn die Arbeitsplätze in der Provinz sind dünn gesät und extrem schlecht bezahlt. Mehr als den Mindestlohn ist kaum drin.
Provinzstädte wie Afulah und das nicht allzu weit entfernte Nazareth versuchen immer wieder, Unternehmen anzulocken. Bislang ohne viel Erfolg. Wobei Nazareth aus einem jüdischen (Nazeret Illit) und einem arabischen Teil besteht.
Doch selbst wenn sich Unternehmen in der Provinz ansiedeln, so ist das noch lange kein Garant für neue Arbeitsplätze vor Ort. Als INTEL sich in Kiryat Gat niederliess, brachte das Unternehmen die Angestellten aus Tel Aviv und Umgebung mit, denn in Kiryat Gat findet man nicht unbedingt qualifizierte Software Programmierer.
Was also tun? In die günstigere Provinz ziehen und am Ende viel Geld für die Pendelei ausgeben? Kulturell kann man die Provinz so gut wie vergessen und am Ende fahren die Leute dann doch zum Bummeln nach Haifa, Tel Aviv oder Netanya. Wer dagegen im teuren Zentrum bleibt, hat zwar keine weiten Anfahrtswege, doch alles andere ist unsagbar teuer.
Eine definitive Lösung gibt es nicht und jeder muss halt für sich entscheiden, wo er besser zurechtkommt.

Leserfrage: „Immobilienkauf in Ramallah?“

B“H
Immobilienkauf in Ramallah?
Eine interessante Frage, die jemand googelte und auf diesen Blog stieß.
Ich habe auf dem Gebiet keine Ahnung, doch nehme ich einfach mal an, dass es unüblich ist, wenn Palästinenser Grund und Boden an Nicht – Moslems verkaufen. Dafür wurden schon einige Palästinenser von Hamas und Konsorten hingerichtet.
Soweit mir bekannt ist, erlauben auch die Drusen keinerlei Landverkauf an Nicht – Drusen. Vielleicht finden sich ja ein paar christliche Araber auf dem Immobilienmarkt, doch auch sie werden nicht so einfach an Außenstehende verkaufen.

Der israelische Traum von BERLIN

B“H
Diverse israelische Online Sites preisen immer wieder Immobilien in Berlin an. Und wer hätte es gedacht: Eine Menge Israelis sind nicht abgeneigt, eine Immobilie in Berlin zu erstehen.
Natürlich werden auch Immobilien in anderen Städten angeboten. Momentan läuft eine Online Aktion, die NRW als perfekten Immobilienstandort lobt. Wer aber will sich schon mit einem Bundesland auseinandersetzen, dass total links regiert wird und in dem Deutsche vielerorts zur Minderheit gehören? In einem Bundesland, in dem ein muslimischer Migrant sowie muslimische Familienclans leichtes Spiel haben? Nicht, dass es in Berlin soviel besser läuft …
In letzter Zeit kam ich mit recht vielen Israelis in Kontakt, die entweder eine Berlinreise hinter sich hatten und / oder daran denken, sich in der Stadt eine Immobilie anzuschaffen. Zudem gibt es mehrere israelische Maklerbüros, die sich auf Berlin spezialisiert haben. Sogar charedische (Ultra – orthodoxe) Makler. Man höre und staune!
Die Leute, mit denen ich sprach, hegen absolut keine Absicht, nach Berlin zu ziehen. Vielmehr sind sie lediglich an einer Immobilie interessiert. Die Lokalität spielt dabei eine geringere Rolle. Vermieten wolle man, wobei ich immer wieder erklären muss, dass der Eigentümer die Grundsteuergebühren tragen muss. In Israel ist das der Mieter und der Vermieter kassiert eigentlich nur die Miete. Steuerfrei!
So mancher Israeli hofft mit einer Immobilie in Berlin auf ein lukratives Nebeneinkommen in Euro. Außerdem seien die Immobilien dort, im Gegensatz zu Tel Aviv, ein regelrechtes Schnäppchen.
An wen sie denn vermieten wollen, fragte ich.
Das sei egal. An Deutsche oder Israelis.
Eine Maklerin, mit der ich ins Gespräch kam, quetschte mich erst so richtig aus und ich berichtete ihr von der deutschen Einrichtung namens SCHUFA. Man verlange heutzutage Schufa – Auskünfte. Das gibt es in Israel nicht und die Maklerin war begeistert. Sah sie doch alle potenziellen deutschen Mieter als Mietnomaden. Israelis zahlen nicht gerne und dieses Verhalten übertrug die Maklerin gedanklich auch auf deutsche Mieter.
Wie lange der Immobilienboom in Berlin anhalten wird, kann ich nicht sagen. Berlin ist IN, wobei ich mir immer sage, dass Israel doch auch seine Vorzüge hat. Warum in die Ferne schweifen? Aber, wie mir jemand sagte: Israelis folgen stets der Masse. Wenn viele Leute an Berlin – Immobilien interessiert sind, so wollen andere nicht das Nachsehen haben.
Übrigens kam ich mit genauso vielen Israelis ins Gespräch, die mit Deutschland nichts zu tun haben wollen. Und darunter sind erstaunlicherweise viele säkulare Juden.

Aktuelle israelische Statistiken

B“H

Eine aktuelle Statistik, die wieder einmal zeigt, wie die israelische Bevölkerung wächst. Aufgrund des steigenden Antisemitismus sowie den muslimischen Migranten in Europa wird sich die Zahl der jüdischen Neueinwanderer nochmals erhöhen.

http://www.globes.co.il/en/article-israels-population-surpasses-85-million-1001123247

Mehrheitlich lassen sich Israelis vorzugsweise in den Küstenregionen wie Tel Aviv, Netanya, Ra’anana, Petach Tikwah oder Rishon LeZion nieder. Die dortigen Lebenshaltungskosten sind enorm, aber immerhin sind in diesen Regionen noch Jobs zu finden. Obwohl einen der Job mit gutem Gehalt auch nicht unbedingt weiterbringt, wenn allein die Hälfte vom Gehalt für Miete draufgeht. Neulich unterhielt ich mich mit einer Studentin aus Tel Aviv, die in einer 3er WG lebt. In einer stinknormalen Drei – Zimmer – Wohnung in Tel Aviv. Zahlen tut die WG 7500 Shekel (ca. 1750 Euro) an Miete pro Monat. Da hat es mich fast aus den Latschen gehoben.

„Der Bankrott der Inbal Or“ oder „Wie israelische Häuslebauer abgezockt werden“

B“H
Fast ein jeder Israeli träumt vom eigenen Heim. Das ist hierzulande nicht anders als in Deutschland. Mietwohnungen sind knapp und bezahlbare Mietwohnungen sind kaum mehr zu finden. Ein Israeli gibt mindestens die Hälfte seines Einkommens für die Miete aus und wer denkt sich da nicht, dass es besser sei, gleich eine Wohnung zu kaufen. Man zahlt ja eh schon hohe Summen an Miete und sei somit in der Lage, eventuelle Bankkredite zurückzuzahlen. Sprich, es wird eine Wohnung gekauft und die monatlichen Raten werden an die Bank abgestottert. All das funktioniert solange jemand Arbeit hat. Was aber, wenn der neue Immobilienbesitzer arbeitslos wird oder ein anderer Notfall eintritt? Wer erst einmal mit den Raten in Verzug kommt, wird gnadenlos von der Bank gepfändet und schlimmstenfalls kommt es zur Zwangsversteigerung. In Israel ist das absolut gang und gäbe.
Mit Immobilienmaklern und all dem Drumherum habe ich nichts am Hut, denn ich suche mir meine Bleiben aus Kleinanzeigen. Provisionen zahle ich nicht, denn dazu bin ich zu geizig. 🙂
In allen Wochenausgaben der Lokalzeitungen sehen wir seitenweise Anzeigen, die der breiten Massen suggeriert, dass jeder sich praktisch eine Eigentumswohnung leisten könne. In Israel werden vorwiegend Eigentumswohnungen in Betontürmen angeboten, denn das Land ist klein und dementsprechend wird in die Höhe gebaut. HIER seht Ihr ein kleines Beispiel!
Der „Beruf“ des Maklers boomt und auch in Israel kann praktisch jeder Depp Makler werden. Die ganz Großen unter ihnen, wie Inbal Or mit ihrem Immobilienbüro OR CITY, mieten sich Luxusbüros in den vornehmen Azrieli Towers in Tel Aviv. Und wer erst einmal zu Geld und Einfluss kommt, der macht es wie Inbal Or: Bauprojekte selbst finanzieren oder von Banken finanzieren lassen und einzelne Wohneinheiten verkaufen.
Inbal Or machte viele Geld und bewegte sich in der Top Society von Tel Aviv. Es ist kaum zu glauben, dass niemandem auffiel, dass Or City den Bach hinunterging. Auf Provision arbeitende Verkäufer verscherbelten 38 Wohnungen an 140 Kunden. Alles ging drunter und drüber und um ihren aufwendigen Lebensstil zu finanzieren, sackte Inbal Or das Geld ein und alles verschwand in ihrer Privatschatulle. Erst im Februar dieses Jahres flog alles auf, denn die Steuerfahndung kam dem Immobilienbüro Or City auf die Schliche. Gleichzeitig verweigerte die Mizrachi Tefachot Bank die Einlösung von Or City Schecks. Und dann ging alles Schlag auf Schlag. Aktuell steht Inbal Or vor Gericht, betrogene Wohnungskäufer demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude oder beschimpfen die bankrotte Maklerin. Mittlerweile übernahm ein Konkursverwalter die Finanzmisere und die betrogenen Wohnungskäufer, welche im Voraus hohe Anzahlungen auf eine Immobilie, die es gar nicht gab, geleistet hatten, müssen nun fürchten, ihr Geld niemals wiederzusehen.
Richter Eitan Orenstein vom Tel Aviver Bezirksgericht muss sich nicht nur mit den kriminellen Maklermethoden der Inbal Or herumschlagen; nein, auch die Otto Normalverbraucher Wohnungskäufer wüten im Gerichtsgebäude und die entlassenen Or City Mitarbeiter stehen jetzt vor den Pessach – Feiertagen ohn Job und Geld da. Schulden noch und nöcher und der kleine Mann steht bei der Konkursmasse an letzter Stelle. Zuerst wollen die Banken ihr Geld und die kleinen Häuslesparer können sehen, wo sie bleiben.
Inbal Or macht auf Mitleid und ja, sie hätte Or City retten können, wenn man ihr denn nur eine Chance gebe. Der Richter sah das anders und die Firma wird liquidiert. Und wieder einmal fragen alle: „Wie konnte das passieren? Wie kann es sein, dass keiner etwas merkte oder einmal nachfragte?“
Das Pyramidensystem der Inbal Or brach zusammen und jetzt schreien alle nach strengeren Gesetzen, welche den Verbraucher schützen sollen.

Israel: “ Die Wohnungsnot blüht und gedeiht“

B“H
Und wieder einmal ein Artikel zur Wohnungsnot in Israel. 🙂
Ein stets brandaktuelles Thema im Land und obwohl Moshe Kachalons KULANU (Wir alle) Partei vor den letzten Knessetwahlen drastische Veränderungen im Sozialwesen zu Gunsten des kleinen Mannes versprach – nichts ist passiert. Kulanu stellte sich als neu gegründete Partei heraus, die am Ende eine Regierungskoalition mit Netanyahu einging und gar nichts veränderte. Genauso wie alle anderen Abgeordneten will man nur Pöstchen, ein dickes Gehalt und Ruhm.
Die Wohnungsnot in Israel ist groß, denn bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Selbst in der ehemaligen Peripherie wie der Negev – Stadt Beersheva zogen die Mieten tüchtig an. Im nachfolgenden TV – Bericht des israelischen Fernsehens werden ziemlich abgefackelte Wohneinheiten in Beersheva gezeigt, wo die Mieten jedoch drastisch anstiegen. Wer als Mieter nicht zahlt fliegt raus, denn sogleich stehen massig neue Bewerber vor der Tür.
Ferner wrid ein Kurs gezeigt, wo Leuten, die schnell Geld machen wollen, das Maklerwesen beigebracht wird. Hauptsache Geld und andere Abzocken. Der Maklerberuf verspricht Profite und so meldet sich jeder Hunz und Kunz zu einem teuren Kurs an. Genauso wie auf Youtube diverse deutsche Trader fungieren, die da Kurse für mehrere Tausend Euros anpreisen und jedem versprechen, ein Mastertrader werden zu können. Aber das nur nebenbei!
Wer nix wird, wird halt nicht Wirt, sondern Makler. 🙂
Ein etablierter Makler meint, die beste Geldanlage in Israel sei eine Immobilie. Doch leichter gesagt als getan, denn die kleinste Bude mit nur wenigen Quadratmetern kostet hierzulande bereits eine Million Schekel (ca. 300,000 Euro). Normale 3 – 4 Zimmer – Wohnungen kosten da schon mindestens ab zwei Millionen Schekel aufwärts. In Kleinstädten und sogar auf dem Land schaut es nicht anders aus.
Gerade weil in Israel die Immobilienpreise ins Unendliche steigen, schauen sich Investoren in Europa um. Insbesondere in Berlin, wo eine größere Wohnung viel billiger ist als eine kleine Bruchbude in Tel Aviv oder Jerusalem. Zuerst kauften wohlhabende Israelis eine Menge Immobilien in Prag, Budapest oder in Bukarest. Jetzt ist halt Berlin dran.
Was für deutsche Investoren als zu teuer gilt, ist für den israelischen Gegenpart geradezu ein Schnäppchen. Allerdings sollten sich die neuen Wohnungsinhaber schnell daran gewöhnen, dass in Deutschland die Grundsteuer auf den Vermieter veranlagt wird. In Israel zahlt der Mieter die gesamte Grundsteuer, was dem Vermieter absolut billig kommt. Letzterer hat somit gar keine Kosten, sondern kassiert nur die Miete.

 

Betrügerische Online Wohnungsangebote in Jerusalem

B“H
Als eine Freundin von mir letztens erst eine neue Bleibe suchte, fiel sie nicht drauf rein, denn der Braten war von Weitem zu riechen:
Auf diversen englischsprachigen Sites, u.a., auch auf kanadischen sowie amerikanischen Immobilien Sites, wurde eine tolle günstige Wohnung in Jerusalem angeboten. Zwar existierte die Wohnung tatsächlich, doch die rechtmäßige Besitzerin kämpfte wochenlang mit wildfremden Leuten, die vor ihrer Türe auftauchten.
Was war passiert?
Die Leute hatten aus dem Ausland per Internet eine Wohnung in Jerusalem gemietet. Man hatte viel Geld überwiesen und sei nun angekommen, um einzuziehen.
Den angeblichen Vermieter gab es jedoch gar nicht. Auch nicht in Israel, denn die Betrüger leben irgendwo im Ausland und klauen lediglich Bilder von israelischen Immobiliensites. Es wird ein falsches Profil zusammengestellt und Interessenten werden gebeten, Miete und Kaution auf ein Konto im Ausland zu überweisen. In Jerusalem angekommen, gibt es oftmals ein böses Erwachen.
Auch eine Freundin von mir erblickte ein Spam – Angebot und fuhr bei der angebotenen Wohnung vorbei, da sie sich gerade in der Nähe aufhielt. Eigentlich wollte sie sich das Gebäude nur anschauen, kam aber mit einigen Bewohnern ins Gespräch, die ihr von dem Scam berichteten.
Eines solltet Ihr stets bedenken: Bezahlt nicht, wenn Ihr eine Wohnung noch nicht angeschaut habt. Blind viel Geld ins Ausland zu überweisen ist einfach nur fahrlässig.
Weitere Infos hier:
http://www.heise.de/video/artikel/Immer-raffinierter-Neue-Betrugsmasche-im-Internet-1511265.html