Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Wie feiert man Ostern in Israel?“

B“H
Die Antwort auf diese Frage lautet: Gar nicht. In Israel wird kein Ostern gefeiert. Lediglich die hier ansässigen Christen sowie christliche Touristen feiern. Im Judentum existiert kein Ostern und Juden feiern in zwei Wochen ihr siebentägiges Pessach (Passover). Den Auszug aus Ägypten.
Wenn christliche Touristen zu Ostern nach Israel reisen, werden sie, außer vielleicht im christlichen Altsstadtviertel (in dem vorwiegend arabische Christen leben) keinerlei Ostern vorfinden. Vielleicht noch ein paar Feiern in Bethlehem oder bei einigen christlichen Arabern in Nazareth, aber das war es auch.
Zu Ostern sollten sich christliche Touristen darauf einstellen, in der Jerusalemer Altstadt sowie von den lokalen arabischen Altstadthostels gnadenlos abgezockt zu werden. Die Preise sind hoch und die Palästinenser im Altstadtmarkt (Schuk) legen erst so richtig mit den Preisen los. Die Touris sind da und da soll Big Business gemacht werden.
Ansonsten kriegen wir Jerusalemer von Ostern nichts mit, denn wir feiern Pessach. Der Frühling ist da mit seinen ständig schwankenden Temperaturen von 13 – 24 Grad Celsius. Pessach – Zeit ist auch Ausflugszeit und viele Israelis müssen zudem arbeiten.

Leserfrage: „Israelische Youtuber“

B“H
In der letzten Zeit haben auch viele Israelis Youtube für sich entdeckt und Channels aufgemacht. Gaming, Beauty, Fitness oder Comedy. Meistens nachgemachter Schrott aus den USA, aber man hat gelernt, Klicks zu generieren und die Kiddies anzuziehen.
Was noch nicht so groß ist wie in Deutschland: Der ganze Persönlichkeitsentwicklungsmist a la „Wie motiviere ich mich“, „Meine Morgenroutine“ oder „Meine To – Do – Liste“. In Israel gehen fast alle mit 18 Jahren zur Armee und da braucht man keinen Youtubekurs von irgendwelchen Scammer Gurus, die nur Geld abzocken wollen.
Ich weiß nicht, was innerhalb der deutschen Studentenschaft los ist. Zu meiner Zeit war man jedenfalls noch motiviert oder auch nicht. Aber, und das ist der Unterschied, wir fielen nicht auf Youtube Scammer herein, die sinnlose Kurse unter die Leute bringen. Wir kamen morgens auch so aus dem Bett. Ohne Kurs oder Gary Vee Videos.
Israelis und Deutsche unterscheiden sich extrem in der Mentalität. Ich denke, dass Deutsche mehr einfach so alles hinnehmen ohne nachzufragen bzw. ohne eine Meinung zu haben. Nur nicht anecken und diese Einstellung scheitn weit verbreitet zu sein.
Aber egal, es gibt eine Menge israelischer Youtube Kanäle.

Leserfrage: „Wie teuer / billig ist Israel?“

B“H

Leserfrage: Wie teuer / billig ist Israel?

Die Antwort darauf fällt leider kurz und knapp aus: Israel ist ein teures Land. Und das in jeder Hinsicht. Lebensmittel, Arzneimittel, Zahnarzt, Friseur, Mieten, Unis, Schulen, Kindergarten, Altenpflege, Technik, Fahrzeuge, etc. Alles kostet sehr viel Geld und von den Steuern will ich erst gar nicht reden.
Wer genug verdient, um all seine monatlichen Rechnungen zu zahlen und dazu noch Lebensmittel einkauft, der kann sich teilweise schon als glücklich einstufen. Wer allein von der Sozialhilfe lebt, ist aufgeschmissen und muss von Behörde zu Behörde rennen, um Zahlungsnachlässe zu beantragen. Ich selber erlebte vor knapp einem Monat, wie viele Jerusalemer bei der Stadtverwaltung um Zahlungsnachlässe bei der Grundsteuer (Arnona) baten. Von mindestens 25 Personen, die morgens um 8.00 Uhr zur Stadtverwaltung zwecks Zahlung der jährlichen Grundsteuer anstanden, blieben am Ende nur eine Frau und ich am Schalter für Zahlungswillige. Alle anderen Leutchen (die Mehrheit Palästinenser) verschwanden in den Tiefen der Zahlungsnachlass – Abteilung. Wer, z.B., ein sehr geringes oder gar kein Einkommen hat, zahlt weniger Grundsteuer für die Wohnung. Auch Studenten, Rentner oder alleinerziehende Mütter erhalten einen solchen Preisnachlass.
Anmerkung: In Israel zahlt der Mieter die Grundsteuer an die Kommune und nicht der Vermieter wie in Deutschland!
Gegenüber Deutschland ist Israel kein so toller Sozialstaat, der an seine bedürftigen Bürger zahlt. Deswegen werden die Bürger erfinderisch, weil sonst kein Essen auf dem Tisch steht. So einfach ist das hier.
Die Lebensmittel sind unverschämt teuer und Aldi, Rewe, Lidl, etc. sind hierzulande unbekannt. Es wäre super, wenn die Walmart – Kette käme, doch meiner Meinung nach existiert ein Hersteller – Polit – Kartell. Hersteller und Supermarktketten verhindern zusammen mit der Politik, dass auswärtige Supermarktketten sich niederlassen. So können Hersteller und Supermarkt soviel Geld verlangen, wie sie wollen und die Politik bewahrt Arbeitsplätze. Draufzahlen tun wir Verbraucher.
Jemand erkundigte sich nach PFAND und ALKOHOLPREISEN:  Pfand gibt es und Alkohol ist ebenfalls teuer. Von der Flasche Bier angefangen. Falls ich mal ein Bier trinke, so ziehe ich das israelische GOLDSTAR allen Carlsbergs, Maccabis oder irgendwelchem europäischem Billiggesöff vor.
Ständig essen gehen kann sich Otto Normalverbraucher nicht leisten. Da aber viele Israelis auch mal konsumieren wollen, findet sich mehr als die Hälfte bei der Bank im Overdraft wieder.
Als Tel Aviv – Touristen werden Ihr ganz schnell merken, wie Euer Portemonnaie – Inhalt immer kleiner wird. Lebensmittel – Discounter finden sich dort nur in Gegenden, die weit weg von der Innenstadt liegen. Was Ihr sonst so seht, nennt sich Mega, AM:PM, Super Yuda / Baba, Shufersal oder bestenfalls den Carmel Markt. Bis auf den Markt also alles Läden, die alles andere als billig sind. Dagegen könnt Ihr auf dem Carmel Markt günstiger einkaufen. Teilweise jedoch nicht in dessen Hauptstraße, sondern eher in den umliegenden kleineren Marktgassen.

Leserfrage: „Tragen Soldaten in Jerusalem Waffen?“

B“H
Antwort:
Ein israelischer Soldate hat nach der Grundausbildung immer sein Gewehr dabei. Der Anblick mag für deutsche Touristen ungewohnt sein, in Israel dagegen ist es ganz normal, Soldaten mit Maschinengewehren zu sehen.

Leserfrage: „Private Altenpflege in Israel“

B“H
Jemand fragte nach der privaten Altenpflege in Israel und ich muss sagen, dass ich auf diesem Gebiet absolut kein Profi bin. Lediglich kenne ich eine aus den USA eingewanderte Frau im Beit Moses. Beim Beit Moses handelt es sich um ein ehemaliges privates deutsches Altenheim.
Vor mehr als Zwanzig Jahren besuchte ich dort einmal einen alten Ex – Frankfurter. Zu der Zeit war das Beit Moses deutlich kleiner und viele vom Klientel hatten in all den Jahrzehnten nach ihrer Einwanderung nach Palästina (ab 1948 Israel) kaum Hebräisch gelernt. In ihrem Leben lief alles auf Deutsch oder Englisch ab und ich fand das Beit Moses als komplett deutsche Oase inmitten von Jerusalem vor.
Mittlerweile hat sich das geändert und das Beit Moses selbst hat massig angebaut. Allein schon aus dem Grund, um betuchtere amerikanische Juden anzulocken. Ein paar deutsche Juden leben dort auch noch, aber die Mehrheit ist amerikanisch – israelisch.
Hierbei handelt es sich um ein privates Altenheim mit enormen monatlichen Kosten. Ab 12,000 Schekel (3000 Euro) aufwärts. Essen muss extra gezahlt werden oder man kocht in seiner kleinen Wohnung. Allein um dort aufgenommen zu werden, muss der Interessent eine hohe Summe auf den Tisch legen. Trotzdem werden nicht alle Betuchten aufgenommen. Vor allem dann nicht, wenn sie über Achtzig Jahre alt sind. Heutzutage setzen israelische Altenheime offenbar lieber auf jüngere Alte.
Obwohl das Beit Moses wahnsinnig teuer ist, kann ich sagen, dass es sich um eine gute Einrichtung handelt. Sauber, gepflegt und das Personal ist sofort zur Stelle. Darüber hinaus werden kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Vorträge geboten. Momentan wird ein Auditorium gebaut, es gibt ein Swimming Pool und einen Park zum Spazierengehen. Allerdings glaube ich kaum, dass nichtjüdische Menschen in israelischen Altenheimen Chancen haben. Es sei denn, man bewirbt sich bei einer kirchlichen Einrichtung in Ostjerusalem oder so. Bei der Dame, die ich im Beit Moses kenne, handelt es sich um eine polnische Holocaust – Überlebenden aus Polen. Nach dem Krieg wanderte sie in die USA aus. Solche Leute wollen in keiner Einrichtung mit nichtjüdischen Deutschen wohnen. Und dazu noch in Israel.
In Israel ist bekanntlich alles teuer und wer sich kein Altenheim leisten kann, begnügt sich mit einer Helferin von den Philippinen. Agenturen vermitteln die Philippinas, wobei ich sagen muss, dass derlei private Vermittlungsagenturen die neuen Sklaventreiber sind und richtig abzocken. Das Geschäft ist heiß umkämpft und es gibt auch reguläre Zeitarbeitsfirmen, die Helfer vermitteln.
In der Realität schaut es so aus, dass eine Menge alter Leute unter dem Existenzminimum leben und noch arbeiten oder besondere finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen müssen. Medikamente, Pflege, alles kostete teilweise zusätzliches Geld, was derjenige aus der Privatschatulle zahlt. Vielerorts gehen die Alten in Suppenküchen. Sehr viele ältere Leute aus Russland sind davon betroffen.
Online finden sich zahlreiche Altenheime wie auch das Beit Protea in Herzliya und außerhalb von Jerusalem. Dort wohnen fast ausschließlich Anglos und es ist teurer als im Beit Moses. Kurz gesagt, die private Altenpflege ist ausgesprochen teuer und man sollte schon einiges an Geld mitbringen, um sich das zu leisten.

Leserfrage: „Warum ist die Armut so hoch in Israel?“

B“H
Ganz einfach: Die Gehälter sind niedrig und ein hoher Anteil der Arbeitnehmerschaft erhält weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Dagegen anzugehen wagt kaum jemand, denn das bedeutet, gefeuert zu werden und ohne Einkommen dazustehen. Extrem hohe Lebenshaltungskosten und Mieten sind Teile des israelischen Alltags.
Politiker scheren sich kaum um den sozialen Sprengstoff, denn demonstrieren tut niemand und falls ja, werden die Demonstranten mit privaten Versprechungen eingekauft. 
Weder Bibi Netanyahu noch der Rest der Knesset interessieren sich für die Belange des Otto Normalverbrauchers. Neulich las ich auf einem deutschen Nachrichtenportal einen Kommentar, dass doch Ya’ir Lapid der beste Premierminister werden würde.
Ya’ir Lapid?
Linksextrem, arrogant und selbstverliebt. Ya’ir Lapid kennt nur Ya’ir Lapid und sonst niemanden. Aufgewachsen im Wohlstand proklamiert er ununterbrochen: „Wer arbeitet, hat auch genügend Geld zum Lebensunterhalt!“
Lapid kennt keine soziale Gnade und wäre optimal für besserverdienende Neoliberale, aber von gravierendem Nachteil für den kleinen Mann.

Leserfrage: „Palästinensische Währung vor 2000 Jahren“

B“H
Jemand googelte nach der palästinensischen Währung vor 2000 Jahren und stiess dabei auf diesen Blog.
Ich muss sagen, dass das eine lustige Frage ist, denn vor 2000 Jahren gab es weder Palästinenser noch den Islam. Vor 2000 Jahren besetzten die Römer das damalige Palästina und dieser Landesname stammt aus dem römischen Sprachgebrauch. Palästina wurde zur damaligen Zeit von Juden bewohnt und der Islam sowie die heutigen selbsternannten Palästinenser waren unbekannt. Erst Yassir Arafat indoktrinierte den einstigen Arabern, dass sie eigentlich ein „palästinensisches Volk“ seien. Bis Ende der 60er Jahre gab es die Ideologie nicht und man sah sich als „Araber“. Es existierte auch keinerlei palästinensische Währung und bis heute zahlt man in Ramallah, Jericho oder Gaza mit dem israelischen Schekel.