Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Einreise nach Israel ohne Rückflug“

B“H
Ich weiß nicht, was ich dazu groß sagen soll. Wer nicht gerade Jude ist und Aliyah macht, dem würde ich garantiert nicht raten, einfach so aufs Geratewohl ohne Rückflugticket nach Israel zu kommen. Wobei Ihr sicher vom Sicherheitspersonal gefragt werdet, wieso Ihr ohne Rückflug in Israel einreisen wollt.
Man kann hierzulande nicht eben mal so einfach leben. Es gibt Gesetze und nicht jeder Tourist kann sich frei entscheiden hierzubleben. Israel ist nicht die EU, wo sich jeder Europäer frei niederlassen und arbeiten kann.
Ich würde nie in ein fremdes Land ohne Rückflugticket einreisen.
Von was wollt Ihr denn hier leben und wie? In einem Hostel und sich von Visum zu Visum quälen oder gleich ganz auf illegal machen? Davon rate ich jedem ab, denn das bringt eine Menge Ärger und endet in der Abschiebung.
Für Israelis ist das Land kein Zuckerschlecken und jüdische Neueinwanderer haben es auch nicht immer leicht. Was also will sich dann ein Tourist niederlassen? Ohne Rechte, ohne rechtliche Grundlage und ohne Bleiberecht.
Bleibt in Deutschland, wo Ihr sozial abgesichert seid! 

Leserfrage: „Fahren in Jerusalem die Busse an Purim“

B“H
Diese Woche ist vollgepackt mit Arbeit, denn es folgt ein jüdischer Feiertag mit dem Namen PURIM. Auf meinem Hamantaschen – Blog habe ich in den letzten Jahren viel über PURIM berichtet und will dies dieser Tage auch noch tun. Vermutlich sogar noch nach Purim, obwohl dann genau in einem Monat bereits Pessach (Passover) ist.
An fast allen Orten der Welt beginnt Purim morgen Abend und wird bis Donnerstagabend gefeiert. Jerusalem ist eine der wenigen Ausnahmen und wir beginnen unser traditionelles SCHUSCHAN PURIM am Donnerstagabend und feiern bis zum Schabbatbeginn am frühen Freitagabend (circa 17.00 Uhr).
In Tel Aviv hingegen wird Purim morgen Abend sowie am Donnerstag gefeiert und wer jetzt wissen will, ob die Busse fahren:
Ja, tun sie!
An Purim fahren die Busse, viele Geschäfte sind offen und die Gastronomie sowieso.
Die Busse fahren ganz normal weiter. Auch am Schuschan Purim in Jerusalem.
Was Purim nicht ist: Eine Art jüdischer Karneval.
Obwohl sich verkleidet und nicht wenig gesoffen wird, so hat Purim einen sehr ernsthaften Hintergrund, welcher heutzutage immer noch durch den Antisemitismus ausgedrückt wird. Bei Purim geht es um grundlosen Judenhass, die geplante Judenvernichtung sowie den Sieg der Juden und ihr Überleben. Es betrifft nicht nur Nazis, Rechtsradikale oder radikale antisemitische Moslems, sondern genauso Gutmenschen, die toten Juden gedenken, gleichzeitig aber Israel hassen und boykottieren. Links ist damit genauso gemeint wie rechts.

Sind alle Bewohner vom ultra – orthodoxen Mea Shearim Antizionisten?

 

Kein leicht zu definierendes Thema!

Leserfrage: „Die Bedeutung von PURIM SAMEACH“

B“H
PURIM SAMEACH bedeutet ganz einfach HAPPY PURIM!
SAMEACH = HAPPY, wobei es in der hebräischen Sprache mehrere Worte für fröhlich gibt. Bei der entsprechenden Wortwahl kommt es immer auf die Art der Fröhlichkeit drauf an. Beschwingt oder eher ernsthaft. So in der Art jedenfalls. 🙂
In der nächsten Woche feiert die jüdische Welt Purim, aber dazu mehr auf meinem Hamantaschen – Blog in den kommenden Tagen!
Momentan aber wünschen sich Juden in Israel untereinander PURIM SAMEACH – HAPPY PURIM.

Leserfragen: „Rente & Kindergeld in Israel“

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Es sind einmal wieder ein paar Leserfragen aufgekommen:
Deutsche Rente in Israel?
Bedeutet das, dass sich jemand seine Rente aus Deutschland überweisen lassen will?
Ja, das geht, nur sollte man sich vorher mit der Bituach Leumi auseinandersetzen und denen mitteilen, dass man auch aus Deutschland Rente erhält.
Mit einer normalen deutschen Rente allein wird man in Israel nicht unbedingt leben können. Dazu sind die Lebenshaltungskosten zu hoch.
Gibt es Kindergeld in Jerusalem?
Es gibt in Israel Kindergeld für alle Staatsbürger. Heißt, Familien mit Kindern halt. Egal, ob Juden, Moslems, Drusen oder sonst irgendwer.
Leben Juden vom Staat?
Ich wüsste, ehrlich gesagt nicht, was das jemanden in Deutschland anginge. Klar, gibt es in Israel Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld und das bekommt jeder bedürftige Staatsbürger. Juden, Moslems, Drusen, etc. Aber das sind unsere Steuern und wieso sollte das jemanden außerhalb Israels interessieren? Ich frage ja auch nicht, wie viele Leute von Hartz IV leben und ob die alle nur zu faul zum Arbeiten sind.
Wieviel verdient man in Israel?
Das kommt auf den Job an. Generell wird weniger verdient als in Westeuropa, dafür sind die Lebenshaltungskosten hoch. Normalerweise kommt kein jüdischer Neueinwanderer nach Israel um reich zu werden. 🙂
Grundsätzlich ist es so, dass nicht jeder Ausländer eben mal so in Israel arbeiten kann. Dazu bedarf es einer Arbeitserlaubnis und der Aufenthalt ist normalerweise zeitlich begrenzt.
Die Mentalität im Land kann man mit der deutschen absolut nicht vergleichen. Das ganze Leben hier ist anders und ein Israeli muss wesentlich selbstständiger sein und mehr Eigenverantwortung zeigen als ein Deutscher in einem abgesicherten deutschen Sozialsystem. Israelis sind das gewohnt, denn sie sind in dieses Gesellschaftssystem hineingeboren. Eingewanderte Juden tun sich da manchmal sehr schwer.

Leserfrage: „Warum Jerusalem nicht in der Thora erwähnt ist?“

B“H
Es kommt selten vor, doch heute ereilte mich einmal wieder ein antisemitischer Kommentar. Wie ich dem Inhalt entnahm, handelt es sich bei dem Schreiber um einen Moslem.
Mit Juden beschimpfen und so ist bei mir nichts und deswegen habe ich den Kommentar gelöscht. Allerdings möchte ich zu zwei Punkten aus diesem Kommentar Stellung nehmen.
Der Schreiber bezog sich auf meinen kürzlich verfassten Artikel
„Was der Islam mit Jerusalem zu tun hat“
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2019/02/17/leserfrage-was-hat-der-islam-mit-jerusalem-zu-tun/
Er schrieb, dass Jerusalem kein einziges Mal in der Thora erwähnt sei, was durchaus richtig ist. Seiner Meinung brauchten wir uns dann nicht aufzuregen, wenn Jerusalem keinerlei Erwähnung im Koran findet.
Warum also ist Jerusalem in der Thora nicht erwähnt, in den Propheten und Schriften dagegen unzählige Male?
Weil Jerusalem zur Zeit der Vergabe der Thora am Berg Sinai noch gar nicht existierte. Erst König David gründete die Stadt so richtig, nachdem er den Ort erobert hatte. Und das zu einer Zeit als der Islam noch in weiter Ferne lag und gar nicht existierte.
Hinzu kommt, dass es Kommentare gibt, die besagen, dass Jerusalem in verdeckter Art und Weise in der Thora erwähnt wird. Jedoch nicht namentlich. Vielmehr heißt es dort HA’MAKOM (der Platz oder der Ort).
Zu behaupten, dass Juden nichts mit Jerusalem zu tun haben ist als würde jemand sagen, die Pyramiden wurden nicht von den Pharaonen erbaut. Aber mit historischen Fakten nehmen es viele Moslems nicht so genau. Ich musste mir hier von einem Palästinensern anhören, dass die Römer niemals hier waren, sondern immer nur Palästinenser.
Okay!
Hier noch ein paar Fakten zu Jerusalem:
https://torahmitzion.org/learn/jerusalem-not-mentioned-torah/
https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/3870184/jewish/8-Classic-Jewish-Teachings-About-Jerusalem.htm
Weiterhin behauptete der Kommentarschreiber, dass G – tt nur noch die Moslems liebe und sie „auserwählt“ habe.
Dazu sei gesagt, dass die Thora samt G – ttes Aussage, die Juden seien das „auserwählte Volk“, für alle Zeiten gilt. Bedeutet, die Thora ist bis in alle Unendlichkeit gültig. G – tt wäre nicht G – tt wenn Er erst eine Aussage macht und sie dann wieder revidiert.
Wobei klargestellt werden muss, was Auserwähltes Volk überhaupt bedeutet:
Nämlich, dass Juden nach der Thora leben sollen, um anderen Völkern ein Beispiel zu sein. Im Hinblick auf die Moral, zum Beispiel. Dass man eben nicht mordet und stiehlt, etc.
AUSERWÄHLT heißt nicht, dass Juden allen anderen Nationen überlegen sind. Viele Menschen verstehen genau das immer falsch.

Die Rolle der Frau & Feminismus im orthodoxen Judentum