Leben in Jerusalem

Startseite » Beitrag verschlagwortet mit 'Wirtschaft'

Schlagwort-Archive: Wirtschaft

Advertisements

Auch in Israel: „Mogelpackungen und Chemie im Essen“

B“H
Auf meinem Youtube Kanal erhalte ich momentan Kommentare zur Chemie im deutschen Essen. Wie deutsche Lebensmittelhersteller die schöne heile Genusswelt vorgaukeln und letztendlich nur mit Chemie in den Lebensmitteln panschen.
In Israel ist das nicht anders und die hiesigen Firmen betrügen den israelischen Verbraucher nicht weniger. Mogelpackungen und Chemie in den Lebensmitteln – Auch davon wird im israelischen TV regelmäßig berichtet.
In den Joghurts sind genauso viele Zusatzstoffe drin, wie in Deutschland. Kaum Frucht, dafür massig Zucker. Und der populäre Schoko – Pudding MILKY ist die reinste Chemiebombe. Überall nur Zucker und unser Gesundheitsminister Yaakov Litzman plant schon lange, dagegen vorzugehen. Bislang setzte er sich nicht durch, denn auch hierzulande haben die Großkonzerne zuviel politischen Einfluss.
Ich konsumiere kaum Zucker und koche eh alles frisch. Selten einmal Fertigprodukte, dafür viel Gemüse und Gewürze.
Mein großes Laster allerdings sind Schkedej Marak. Soup Nuts auf Englisch und auf Deutsch? Mal googeln!
Eine Art CROUTON angereichert mit Curcum.
https://www.myisraeliproducts.com/osem-soup-mandels-mini-mandels-3-5oz-100gr
Advertisements

Butter in der israelischen Butterkrise

Gestern berichtete ich auf meinem Blog von der aktuellen Butterkrise in Israel:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2019/01/20/die-aktuelle-butterkrise-in-israel/
Heute fand ich ein paar Stück Butter in einem Supermarkt. Was für ein Wunder!!!
Es waren insgesamt nur zehn Stück geliefert worden und ich sackte zwei ein. Zu gierig wollte ich nun auch nicht sein. 🙂
_________________________________________________
Dies ist kein Werbevideo für die Firma TNUVA, sondern lediglich eine Feststellung sowie Freude, dass eines ihrer Produkte wieder im Supermarkt zu finden ist. Wenn auch vielleicht nur befristet.

Die aktuelle Butterkrise in Israel

B“H
Der größte israelische Hersteller von Milchprodukten, TNUVA, will nicht so richtig Farbe bekennen und sucht, mehr oder weniger, nach Ausreden. Es gäbe halt nicht mehr genügend Kühe in den Ställen, da die Bauern nicht mehr soviele Tiere halten. Da werde die vorhandene Milch lieber als Frischmilch verkauft, anstatt alles zu Butter zu verarbeiten.
Seit mehr als einer Woche schon hat der SuperDeal bei mir in der Nachbarschaft keine Butter mehr im Regal. Zuerst dachte ich, da habe jemand gepennt und halt keine neue Butter beim Lieferanten TNUVA nachbestellt. Also ging ich zur benachbarten Konkurrenz SuperSapir, doch auch hier bleibt das Butterregal fast leer.
Was beide Supermarktketten anbieten ist Eurobutter und noch eine weitere Marke aus dem Ausland. Viel teurer als die TNUVA Butter und ich nahm halt mal die Euro – Marke. Hergestellt in Deutschland und als ich mir die Butter daheim ansah – Igitt, das schaut ja wie Margarine aus. Und Margarine geht in Israel gar nicht mehr. Da kann ich ja gleich in ein Stück Plastik beißen.
Vom Kauf dieser künstlichen und vielfach teureren Eurobutter kann ich nur abraten. Da steht zwar Butter drauf, doch das Ding ist absolut geschmacksneutral. Da lobe ich mir die frische schmeckende Butter von TNUVA, aber die scheint wohl so schnell nicht zu wiederkommen. Mehrere Verbraucher schrieben in Foren, dass der Rami Levi Discounter mehr als genug TNUVA in den Regalen habe. Dann muss ich also extra wieder bis nach Rami Levi latschen. 🙂
TNUVA gibt zu, die Eurobutter zu importieren und dass dies eigentlich gar keine richtige Butter sei. Also, wenn Ihr das in Deutschland esst, tut Ihr mir leid. 🙂 So eine ekelhafte dunkle Grütze, die mich fast 14 Schekel (circa 3,50 Euro) gekostet hat. Die TNUVA Butter kostet weniger als die Hälfte und schmeckt super.
Konkurrent TARA stellt offenbar gar keine Butter mehr her, sondern nur noch Frischmilch und Käse. Wem die aktuelle Butterkrise vielleicht nutzen könnte: Jenen Siedlern, die Landwirtschaft bzw. ihre eigene Ziegenzucht betreiben und qualitativen Käse und hochwertige Butter selber herstellen. Wenn ich davon etwas auftreiben kann, greife ich gleich en masse zu. 🙂

Leserfragen: „Wie ist das Leben in Israel?“, „Schlechte Lebensbedingungen?“ und „Geschäftsleute“

B“H
Wie ist das Leben in Israel?
Definitiv anders als in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich, denn Israel liegt im Nahen Osten und dementsprechend ist die Mentalität.
Vielleicht können die Fragesteller diese Frage etwas mehr spezifizieren!
Schlechte Lebensbedingungen in Israel?
Definitiv nicht, denn es kommt immer darauf an, was jemand erwartet. Das Leben in Israel ist härter als in Deutschland, denn die Lebenshaltungskosten liegen hoch und die Einkommen niedriger. Ein Israeli gibt einen Großteil seines Gehaltes für Miete, Lebensmittel und anderweitige Rechnungen aus.
Man kann das Leben hier nicht mit dem in Deutschland vergleichen, denn es gelten andere Regeln und alles ist anders. In Israel leben bedeutet viel Eigeninitiative entwickeln und innovativ und flexibel sein. Man muss sich um alles kümmern, denn der Staat allein kümmert sich nicht. Von daher sind die Menschen in Deutschland sozial deutlich besser abgesichert.
Leben in Israel Geschäftsleute?
Ja, eine ganze Menge sogar. In Israel haben wir Groß – und Kleinunternehmen. Mittelständische Unternehmen sind ebenso zahlreich vertreten. Es gibt hierzulande sehr viele Geschäftsleute und es werden hohe Steuern und Abgaben gezahlt.
Übrigens gibt es auch sehr viele Ultra – orthodoxe sowie palästinensische Geschäftsleute. Jeder kann sich selbstständig machen und Meisterprüfungen gibt es nicht. In bestimmten Berufen werden offizielle Prüfungen abgelegt, doch mit dem deutschen Meister ist das nicht vergleichbar.

Ultra – orthodoxe Juden (Haredim) sind nicht so arm wie man denkt

B“H
Ich kann den Inhalt dieses aktuellen Artikels nur bestätigen
https://en.globes.co.il/en/article-haredim-arent-as-poor-as-you-think-1001265187
und obwohl ich orthodox, aber nicht Ultra – orthodox bin, habe auch ich ein bescheidenes Konsumverhalten.
Immer wieder wird auf diesem Blog nachgefragt, was denn Essengehen und all das in Israel kostet.
20141007_094940


Copyright: Miriam Woelke

Die Antwort lautet SEHR VIEL im Vergleich zu Deutschland. Genauestens aber kenne ich die Preise nicht, denn ich gehe nicht essen. Ab und zu einmal zur Kaffeehauskette AROMA, denn dort gibt es den besten Kaffee. Und das zu einem relativ günstigen Preis. Ansonsten gehe ich nirgendwohin und esse Selbstgekochtes daheim.
Ich brauche keine Restaurants, denn ich koche lieber mein eigenes Essen. Mit Zutaten, die ich kenne und frischem Gemüse, Fisch oder Fleisch. Da weiß ich, was drin ist und komme billiger bei weg. Für den Preis, den ich in einem Restaurant zahlen würde, kann ich beim Discounter für eine Woche Lebensmittel einkaufen.
Und ich brauche auch keine supertollen Möbel und sonstigen Schnickschnack. Ich lebe bescheiden und bin glücklich damit, denn besonders seit meiner Krebsdiagnose weiß ich, dass es Wichtigeres im Leben gibt.
Die Haredim, die ich kenne, leben ebenfalls bescheiden und sind mit ihrem Leben zufrieden. Andererseits gibt es genauso eine Menge reicher Haredim, denn sie besitzen ihre eigenen Firmen oder sie investieren.
Leider muss ich sagen, haben sehr viele Israelis verlernt, bescheiden zu leben. Stattdessen wird konsumiert wie verrückt und der Dispo wird bis zum Ende ausgereizt. Aber Hauptsache Konsum und mithalten wollen.

 

Die Billiglöhner unterwegs nach Israel

B“H
1000 weitere philippinische Gastarbeiter sollen laut diesem aktuellen Abkommen nach Israel geflogen werden:
https://www.jpost.com/Israel-News/Israel-to-employ-1000-Filipino-workers-to-reduce-hotel-staff-shortage-574053
Verwundern tut das nicht, denn die israelische Hotelindustrie ist eine einzige Katastrophe. In Tel Aviv und auch zuvor schon in Eilat werden vorwiegend illegale Afrikaner beschäftigt. Beim Room Service und halt der Zimmerputzerei. Das alles zu Niedriglöhnen, denn Israelis wären zu teuer.
In Tel Aviv ist es in der Branche teilweise üblich, Feiertags – und Schabbat – Zuschläge (Stundenlohn) nicht zu zahlen. Stattdessen arbeiten die Leute zum normalen Stundenlohntarif (Mindestlohn). Wenn überhaupt.
Im o. g. Artikel heißt es ferner, dass sich bereits 28,000 philippinische Gastarbeiter im Land aufhalten. Fast immer arbeiten sie als Altenpflegekraft in Privathaushalten. Gesponsert von der Familie des Pflegebedürftigen und der Bituach Leumi (Nationalversicherung).
Eine ganze Abzock – Branche hat sich um die philippinischen Care Giver (Pflegekräfte) gegründet wie israelische Agenturen, welche die Philippinas importieren und richtig abkassieren. Diese Agenturen vermitteln die Philippinas an Privathaushalte.
Offiziell als Pflegekräfte in Altenheimen werden die Gastarbeiter nicht eingesetzt, denn dort arbeiten Israelis. Egal, ob Juden oder Araber.
Auch mit den Philippinas / Philippinos gibt es Probleme, denn sie bleiben oft illegal im Land und manche misshandeln die Pflegebedürftigen. In Israel sind viele Leute der Meinung, dass die philippinischen Gastarbeiter immer noch besser seien als Araber, denn Erstere bereiten weniger Probleme. Dennoch sollte bedacht werden, dass die philippinischen Gastarbeitern daran gelegen ist, in Israel zu bleiben und die Frauen fast alle schwanger herumlaufen, um ein Bleiberecht zu erhalten. Wenn denn erst einmal das Kind in Israel geboren wurde.
Ich bin absolut gegen diese Importiererei und es suchen genügend Juden und Palästinenser Jobs. Denen aber muss der Hotelbesitzer mehr zahlen. In der privaten Altenpflege dagegen finden sich selten Israelis, denn derlei Jobs will niemand machen.
Wenn schon philippinische Gastarbeiter in der Pflege, dann aber nur mit eingeschränktem Visum und Abschiebung. Bislang ist das leider viel zu wenig der Fall.

Jerusalem: „Immer mehr Bankfilialen und Apotheken schließen“

B“H
Es betrifft nicht nur Jerusalem, sondern der Trend geht seit längerer Zeit in ganz Israel um: Immer mehr Post – und Bankfilialen schließen. Innerhalb kurzer Zeit schlossen jetzt auch noch zwei privat geführte Apotheken an der Jerusalemer Jaffa Road.
Ich selber gehe selten einmal zu einer privaten Apotheke, weil die Medikamente dort viel zu teuer sind. Vielleicht einmal ein paar Schmerztabletten, mehr aber auch nicht. In Israel sind diesbezüglich Acamol, Advil oder Optalgin die gängigsten Schmerztabletten, die keinerlei Rezept benötigen. Optalgin ist in vielen Ländern verboten, doch in Israel wird sehr viel damit behandelt. Mir hilft eine Tablette Optalgin total schnell und im Krankenhaus nach der OP wurde fast nur mit dem Schmerzmittel gearbeitet. Entweder intravenös, als Sirup oder als ganz normale Tablette. Ich jedenfalls fand Optalgin wirksamer als das starke Schmerzmittel Lethargin, was mir zweimal am Tag verabreicht wurde. Wer Optalgin nicht in wahnsinnigen Mengen konsumiert, hat eigentlich nichts zu befürchten.
Mehrheitlich kaufen Israelis ihre Medikamente direkt bei der Apotheke ihrer Krankenkasse, was wesentlich günstiger kommt. Man gibt beim Kauf einfach nur seine Krankenkassenkarte ab und erhält Preisnachlässe. Oder die Medikamente werden bei der Drogeriekette Superpharm gekauft, was allerdings wieder etwas teurer kommt. Kleinere private Apotheken haben kaum mehr eine Überlebenschance.
Wer in Israel auf Medikamente angewiesen ist, zahlt nicht selten einen Batzen Geld dafür, denn die Kassen übernehmen kaum etwas. Und so zahlen halt viele Kranke ihre Medikamente selbst oder sie zahlen zumindest einen gewissen Anteil aus dem eigenen Geldbeutel.
Zu den schliessenden Bankfilialen:
Aktuell schliesst die Bank Leumi Filiale von Rehavia. Fünfzig Jahre lang war die Filiale im Stadtteil zu finden und nun macht sie dicht. Oder sie ist vielleicht schon geschlossen.
Aus Kostengründen verschwinden immer mehr Filialen. Ob das nun bei der Post ist oder bei den Banken. Und in den verbliebenen Filialen herrscht dann Chaos, weil die gesamte Kundschaft sich auf engstem Raume drängelt.