Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Warum ist in Israel alles so teuer?“

B“H
Gute Frage!
Tja, warum ist in Israel alles so teuer? Wieso gibt es keinen Aldi oder Lidl?
Eine Menge Leute schieben die Schuld auf die Kaschrut. Dass Lebensmittel so teuer sind, weil sie koscher sind. Das Oberrabbinat und andere rabbinische Koscher (Kaschrut) – Einrichtungen verlangen hohe Gebühren für die Ausstellung der Koscherstempel auf den Produkten. Und das wiederum legt der Hersteller auf die Preise um.
Die eigentliche Hauptschuld aber tragen die Monopole der Hersteller. Eben weil wir nur israelische Supermärkte haben und Monopole unter ihnen sowie Absprachen mit den Herstellern stattfinden, kann die Industrie machen was sie will. Es gibt ja keinerlei auswärtige Konkurrenz und so werden die hiesigen Verbraucher abgezockt.
Gäbe es, zum Beispiel, Walmart – Niederlassungen, müssten israelische Supermärkte und Lebensmittelhersteller drastisch ihre Preise senken. Dann wäre die lang erhoffte Konkurrenz da. Immer wieder wird diskutiert, dass israelische Produkte in den USA nur einen Bruchteil von dem kosten, was in Israel verlangt wird. In US – Supermärkten herrscht riesige Konkurrenz und somit sind israelische Hersteller gezwungen, billig mitzuhalten. In Israel ist das anders, denn hier existiert keine auswärtige Konkurrenz.
Mieten sind überall auf der Welt teuer und so auch in Israel. Günstiger Wohnraum ist knapp, nur gibt es hier keine Schufa. Wer eine Wohnung sucht, der überreicht dem Vermieter bei Vertragsabschluss 12 Bankschecks. Jeden Monat löst der Vermieter dann einen Scheck mit der Miete ein. Zudem sollte man eine Empfehlung des vorherigen Vermieters haben genauso wie ein oder zwei Bürgen (die da israelische Staatsbürger sein sollten). Gehaltsabrechnungen werden auch verlangt.
Im Internet kursieren Ratschläge, wie man den Vermieter dazu bringt, die Miete Cash anzunehmen. Das ist wichtig für jene Mieter, die insolvent sind und von ihrer Bank keinerlei Schecks ausgestellt bekommen. Ohne Schecks ist es schwer, eine Bleibe zu finden und man will im Falle der Insolvenz den Vermieter nicht wissen lassen, dass man keine Schecks bekommt. Also wird in diverse Foren beraten, wie man eventuell die Miete in Cash zahlt.
Neue PKWs kosten in Israel überall dasselbe, da die Preise staatlich geregelt werden. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt schaut das natürlich anders aus. Unter Autohäusern mit Neuwagen herrscht jedoch kaum Konkurrenz, da, wie gesagt, die Preise vom Staat vorgegeben werden.
Selbst wer eine gute Krankenversicherung hat, eine Menge Medikamente müssen aus eigener Tasche gezahlt werden. Und das kommt häufig teuer. Der Zahnarzt muss ebenfalls aus eigener Tasche bezahlt werden. Außer bei Kindern bis zu 12 Jahren (bin mir beim Alter nicht ganz sicher). Generell aber kostet für einen Erwachsenen jeder Zahnartzbesuch Geld.
Gleich nach Pessach habe ich einen Termin und es warten drei Füllungen auf mich. Eigentlich wollte ich schon im Dezember einen Termin, aber da war alles ausgebucht. Im Januar auch und man gab mir einen Termin für den 18. März. Erst zum Zähne reinigen und dann weiter zu den Füllungen. Nach dem Röntgen aber meinte der Arzt, dass habe Zeit bis nach Pessach und so wurde nur gereinigt. Also kann ich mich jetzt an Pessach so richtig auf den Zahnarzt am Sonntag freuen.
Man sagte mir im Voraus, dass eine Füllung 590 Schekel kostet. Das sind circa 120 – 130 Euro. Mein Zahnarzt ist sehr gut, aber unverschämt teuer. Mit amerikanischer Super – Ausbildung in dem Bereich. Freunde berichteten, dass sie nur 200 – 300 Schekel für eine Füllung zahlen. Je nachdem halt. Man zahlt den Zahnarzt entweder mit Cash oder per Kreidtkarte.
Schulen und Unis kosten in Israel ebenfalls Geld. Nichts ist umsonst. 🙂
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IKEA kommt nicht nach Jerusalem

B“H
Fast hätte IKEA eine lang erwartete Niederlassung in Jerusalem eröffnet und es wären sogar eine Menge neuer Arbeitsplätze entstanden. Und dann das: IKEA plante eine riesige Niederlassung im Stadtteil Malcha. Am Teddy Station und der Malcha Shopping Mall.
Die Jerusalemer Bürokratie aber verzögerte das Projekt immer wieder und IKEA gab auf. Jetzt will man sich im 30 Minuten entfernten Beit Shemesh niederlassen, was uns Jerusalemer erneut in die Röhre schauen lässt. Um bei IKEA einzukaufen, müssen wir immer noch weite Wege fahren. Zwar nicht mehr bis an die Küste nach Rishon LeZion. IKEA hätte der lokalen Wirtschaft gut getan. Weit draußen in Malcha wäre ein optimaler Standort gewesen, doch nun erhielt Beit Shemesh den Zuschlag.
Falls es jemanden interessiert: Die Preise bei IKEA liegen in Israel deutlich höher als in Europa! 😦

Wetter, Lebensmittel & Integration in Israel

B“H
Gleich vorweg eine immer wieder auftauchende Leserfrage: „Ist Israel an Ostern sicher?“
Das ist die falsche Frage, die Ihr da stellt! Richtig sollte es heißen: “Ist Deutschland an Ostern sicher?”
Israel ist wesentlich sicherer als das derzeitige Deutschland, denn Polizei und Militär greifen bei etwaiger Palästinenser – Randale sofort durch. Wenn ich da an Berlin denke, wo demnächst muslimische Polizeibeamte umeinanderwuseln, wird mir geradezu schlecht. Wen rufen dann die Juden von Berlin zu Hilfe? Etwa muslimische Polizisten?
Eine zweite Leserfrage, die immer wieder auftaucht, ist die Frage nach den hiesigen Lebensmittelpreisen.
Die Antwort darauf lautet, dass Israel ein teures Land ist und es leider keine Lidl, Aldi oder Rewe – Preise gibt. Ein kleines Beispiel: Ein Tnuva – Camembert, 125g, kostet 19,90 Schekel. Bei Tnuva handelt es sich um den größten Milchproduktehersteller des Landes. 19,90 Schekel sind umgerechnet circa 4,70 Euro.
Für diesen kleinen Mini – Camembert 19,90 Schekel zu zahlen, ist mir zu teuer. Da kaufe ich lieber frisches Gemüse ein. Israelis kaufen sehr viel Hüttenkäse, wo der kleine Becher lediglich 5 – 6 Schekel (1,50 Euro) kostet. Quark ist unbekannt, doch theoretisch könnte man den mit Joghurt ersetzen.
Es kommt immer darauf an, wo man einkauft. Die Discounter finden sich meist weit weg von den Innenstädten. Trotzdem darf man die hiesigen Discounter – Preise nicht mit denen in Deutschland vergleichen. Was hier Discounter ist, wäre in Deutschland der Preis im Feinkostladen oder ein Produkt von Käfer in München. Zumindest dem Preis nach, denn das Produkt an sich entspricht garantiert nicht der Käfer – Qualität. 🙂
Jetzt vor den Pessach – Feiertagen gehen die Preise wieder richtig rauf. Einzig die Discounter Rami Levi und Osher Ad bieten ihre Waren wesentlich billiger an. Auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt ist es vor Pessach extrem teuer und da fahren die Leute lieber zum Großeinkauf in die Discounter von Talpiyot oder Givat Shaul. Stadtteile, in die sich kaum ein Tourist verirrt.
Die Frage nach Bier taucht auch immer wieder auf: Eine kleine Flasche israelisches GOLDSTAR kostet um die 7 – 8 Schekel (1,80 Euro) beim Discounter. In einer Bar bzw. im Restaurant werden leicht 20 Schekel (4,70 Euro) verlangt. Carlsberg und Tuborg sind noch dazu wesentlich teurer.
Die Temperaturen gehen dieser Tage auf und ab. Es ist trocken und wir hatten viel zu wenig Regen in diesem Winter. 21 Grad Celsius und strahlend blauer Himmel heute in Jerusalem. Mal sonnig, mal bewölkt und 17 – 22 Grad in dieser Woche. Am Sonntag sollen es 25 Grad werden. Der Winter scheint gelaufen, obwohl es auch im April noch kühl und regnerisch werden kann.
Und jetzt noch ein paar Worte zur Integration, welche ja in Deutschland immer wieder ein Thema ist:
Ich kann sagen, dass eine Familienzusammenführung wie bei den muslimischen Migranten absolut nicht die Integration fördert. Eher das Gegenteil, denn wenn erst einmal die Sippe da ist und alle in der Muttersprache kommunizieren, ist kaum mehr Motivation zum Deutschlernen vorhanden.
Am besten integrieren sich reguläre Auswanderer aus Deutschland, wenn sie Single sind oder schulpflichtige Kinder haben. Als Single war ich gezwungen, mich sofort zu integrieren und die Sprache zu lernen. Mit wem sollte ich denn auf Deutsch kommunizieren? Nur mit meiner Katze. 🙂 Und die sagte noch nicht einmal MIAU, sondern MEOW MEOW. Und Eltern mit schulpflichtigen Kindern lernen die neue Sprache durch ihre Kinder. Kinder sind da viel besser drauf als so manch ein Erwachsener.
Kein Auswanderer aus Deutschland wird in irgendeinem Land derartige Zustände finden, wie die Migranten in Deutschland. Nix mit Sozialhilfe, Wohnungen, Miete, Tafel und und und. Wer offiziell aus Deutschland auswandert und in ein anderes Land einwandert (nicht einfach so nach Spanien oder nach Thailand ziehen), der muss klotzen. Sprache lernen, Wohnung und Job suchen. Geld vom Staat? Fehlanzeige. Man muss sogar noch welches mitbringen und sich selbst versorgen.
Schnell muss eine Bleibe her und es wird ein Job angenommen. Oft ein Job unterhalb der eigenen Qualifikation. Aber wer fragt danach, wenn man Geld zum Leben braucht? Von einer Tafel kann man nur träumen. Da bliebe schlimmstenfalls nur die Suppenküche.
Auch in Israel bekommen jüdische Neueinwanderer nicht die Hilfen vom Staat, welche die Migranten in Deutschland in den Allerwertesten geschoben bekommen. Man ist gezwungen, sich Job und Bleibe zu suchen und das Nötigste selber anzuschaffen. Sobald jemand aus dem Flugzeug steigt, ist er weitgehend sich selber überlassen. Klar, ein paar Hilfen gibt es, doch das reicht nicht zum Leben.
Wer nach Israel kommt, den erwartet eine völlig andere Sprache und noch dazu eine andere Schrift. Mit Englisch kommt man durch, doch manchmal ist auch das ein Kampf. Was der Mehrheit viel mehr Probleme bereitet, ist die israelische Mentalität. Da schlucken selbst die Russen!
Verwöhnt wird niemand und selbst die illegalen Afrikaner haben das ziemlich schnell kapiert. Sofort begannen sie illegal zu jobben. Umzugshelfer hier, Anstreicher dort. Drogendealer hier oder man machte einen kleinen Laden auf, in dem offenbar nichts verkauft wird und wo nur Afrikaner herumsitzen. Weiße haben keinen Zutritt.
Selbst die illegalen Afrikaner wissen: Wer nichts verdient, hat nichts zum Essen. Jetzt werden sie abgeschoben und viele wollen sicher weiter nach Deutschland. Da kriegen sie Cash, Wohnung und noch ein besseres iPhone als sie eh schon haben.
In Israel muss jeder arbeiten, in Deutschland geht es erst einmal in die kostenlose Integration.
Der Grundsatz ist: Wer sich nicht integrieren will, kann auch nicht integriert werden. Da kann Tante Merkel noch so viel Geld zum Fenster rausschmeissen. Die Migranten kommen wegen der finanziellen Anreize nach Deutschland. In Syrien schieben sie Schubkarren auf dem Bau rum oder verkaufen Schrott auf irgendwelchen Handkarren. Wer will dahin zurück, wenn man in Deutschland bequem in der warmen Stube hockt und monatlich Hartz IV geschenkt bekommt? 400 Euro oder so. Soviel hat ein Afrikaner im Leben noch nie besessen. Und all das, ohne eine Finger zu krümmen. Da wäre man ja schön blöd in das Drecksloch Afrika zurückzukehren. Oder den Handkarren durch Aleppo der Damaskus zu bugsieren.
Die richtig gebildeten Syrer sind eh nicht nach Deutschland gekommen, sondern gleich in die USA gereist. Europa bekam lediglich den Trailer Trash!

Gasexplosion in Baka / Jerusalem und umfallende Baukräne

B“H
Es hört sich chaotisch an, aber in Israel überrascht mich nicht viel. Vor allem nicht, wie diverse Handwerker arbeiten. Alles muss ja immer billig billig sein und dementsprechend bekommen Hausbesitzer die „Qualität“, für die sie zahlen.
Gestern Mittag kam es im benachbarten Stadtteil Baka (ich wohne nicht weit entfernt) zu einer Gasexplosion. Allein diese Art der Explosion überrascht nicht, denn viele Haushalte hantieren halt immer noch mit Gasflaschen aller Art, welche da außerhalb des Hauses stehen bzw. installiert sind. Die Gasleitungen laufen dann auch eben mal so an der Hauswand entlange. Nichts anders Strom – und Wasserleitungen.
Der Stadtteil Baka galt in der Vergangenheit als „arme Leute Stadtteil“ mit vielen Kriminellen. Mittlerweile ist das anders und Baka ist heute lukrativ und teuer. Eine Menge amerikanischer Neueinwanderer kauften sich dort ein und restaurierten. Neue lukrative Projekte entstanden, wie die Luxusbauten des BUSTAN – Projektes nahe der Yehuda Street.
Die gestrige Katastrophe ereilte die Dan Street, an welcher sich ein größeres Einwohner – Projekt befindet. Projekt bedeutet hier immer, dass viele Gebäude eine Art Hof in sich bilden. Kein geschlossener Wohnbezirk, sondern teure Apartment – Häuser mit Grünflächen innerhalb eines Hofes.
Im Dan Street Projekt kenne ich Leute, die nur wenige Meter von der gestrigen Explosion entfernt wohnen und ich werde mal nachfragen, wie es ihrem Gebäude erging.
Handwerker hantierten an den Gasleitungen und offenbar trat Gas aus und entfachte eine Explosion im Keller eines mehrstöckigen Hauses. Der riesige Keller ist total zerstört und ein palästinensischer Arbeiter (35) aus Ostjerusalem kam ums Leben. Die Bewohner wurden nach der Explosion evakuiert und hoffen, bald in ihren Wohnungen zurückzukehren. Das aber ist schwierig, denn die Fundamente des Hauses sind schwer angeschlagen und es besteht Einsturzgefahr.
Jetzt wird wegen Handwerker – Schlamperei ermittelt.

 

 

Nicht nur Gasflaschen oder Leitungen explodieren, sondern es kippen immer wieder Baukräne um. Wie erst vor ein paar Tagen in Kfar Saba. Offenbar kaufen israelische Bauunternehmen im Ausland ausrangierte Kräne billig ein. Viele Kräne sind 30 – 50 Jahre alt und es gibt keinerlei Gesetze, die das verbieten.

 

Euro – Schecks in Israel

B“H

 

Was ich jetzt berichte, betrifft keine Traveller – oder sonstige Reiseschecks mit einem Euro – Betrag!!! Vielmehr geht es darum, dass ich einen in Euro ausgestellten Scheck von einem Unternehmen erhielt. Nicht etwa für Werbung, sondern als Bezahlung.
Den Euro – Scheck ausgestellt auf 100 Euro und ein paar Zerquetschte wollte ich bei meiner Bank deponieren, doch dort wurde mir mitgeteilt, dass man keine Euro – Schecks annehme. Höchstens nur Dollar. Man riet mir, einen privaten Geldwechsler aufzusuchen. Bei drei von denen sprach ich vor, aber nichts. Niemand will einen Scheck ausgestellt in Euro auch nur anfassen, da der Euro eine miese Währung ist. Wie gesagt, mit Dollar oder selbst dem Britischen Pfund oder Schweizer Franken wäre ich sicher besser dran. Aber der Euro befindet sich auf einem unberechenbaren Ast und Europa ist kein stabiler Kontinent mehr.
Morgen werde ich mich bei einem befreundeten Steuerberater erkundigen, was jetzt mit dem Scheck wird. Das ausstellende Unternehmen riet mir, eine andere Bank zu finden, die den Scheck doch noch annimmt.
Ich möchte hier an dieser Stelle nur jeden warnen, irgendwo in Israel mit einem regulären Euro – Scheck der Deutschen Bank aufzukreuzen. Oder hat jemand von Euch bessere Erfahrungen gemacht. Ich wäre für jeden Hinweis dankbar!

Israels Discounter König Rami Levi steigt bei COFIX ein

B“H
In Israel gibt es kaum jemanden, der Rami Levi nicht kennt. Levi, der sich aus kleinen Verhältnissen hocharbeitete, indem er nahe der Jerusalemer Agrippas Street, seinen ersten Makolet (Tante – Emma – Laden) eröffnete und die Ware total billig verkaufte. Billiger als die gesamte Konkurrenz.
Es dauerte nicht lange und er eröffnete seine ersten Rami Levi Supermärkte. Politisch engagiert er sich im Likud und machte sich einen internationalen Namen, weil er Palästinenser beschäftigt. Vielen Israelis stossen gerade die Palästinenser im Laden unangenehm auf, mit denen es bereits eine Menge Ärger gab. Unter anderem, wenn da jüdische Kunden dumm angemacht werden.
Ich selbst kenne Leute, die Rami Levi boykottieren und lieber beim Konkurrenten OSHER AD einkaufen. Dort sind keine Araber und OSHER AD bietet ein angenehmeres Einkaufsklima. Und wer es noch nicht weiß: Osher Ad gehört der chassidischen Gruppe GUR. Die Kundschaft aber ist bunt gemischt. Vom Palästinenser bis hin zur jüdischen Vielfalt – Osher Ad zieht alle an.
Selber kaufe ich momentan vermehrt bei Rami Levi, denn dort sind Obst und Gemüse einfach frischer als bei Osher Ad.
In den letzten Jahren modernisierte sich auch Rami Levi, indem er, u.a., im Jerusalemer Vorort Mevasseret Zion eine gigantische Shopping Mall hochzog und seinen Läden frischen Wind einhauchte. Dann kaufte er eine ausgediente Mall im Stadtteil Talpiyot und plante, Kinofilme für nur 5 Schekel (1,50 Euro) zu zeigen. Bis heute gibt es jedoch noch nichts zu sehen.
Aktuell kaufte Rami Levi 20% der COFIX Aktien. Mit Option auf einen weiteren Verkauf von insgesamt über 50%.
COFIX wurde vor ein paar Jahren als 5 – Schekel – Kaffeehaus eröffnet und ist, wie Rami Levi, landesweit vertreten. Mit großem Erfolg.
Warum Rami Levi sich bei COFIX einkaufte:
Vor noch nicht allzu langer Zeit eröffnete COFIX, insbesondere in Tel Aviv und Umgebung, seine SUPER COFIX Filialen, die da Lebensmittel und andere Gebrauchsgüter viel günstiger anbieten. Rami Levi hat ein Auge auf die SUPER COFIX Filialen und will stattdessen landesweit etwas Neues einführen: RAMI LEVI be’SCHECHNUA – Rami Levi im Stadtteil. Kleine Makolets (Supermärkte) direkt in den Stadtteilen. Da muss die Kundschaft nicht erst weiter zu den großen Rami Levi Märkten gondeln, sondern geht einfach nur um die Ecke. In meinem Stadtteil wäre das eine Sensation, denn der nahegelegene SUPER DEAL ist sauteuer. Billige Rami Levi Sachen kämen da gerade recht und ich muss den Einkauf nicht ewig lange schleppen. 🙂

 

Zahlreiche israelische Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) lernen ihre Produkte bei Amazon anzubieten

B“H
Amazon ist noch nicht in Israel, doch Tausende Israelis rennen zu Amazon. Dabei plant der Online – Riese eine gigantische Niederlassung in Israel, denn der Markt ist vorhanden.
Bislang halten israelische Hersteller, Importfirmen sowie Supermarktketten die Preisfäden in der Hand. Es existiert ein Monopol und wir Verbraucher zahlen einen viel zu hohen Preis. Vom einfachen Klopapier bis hin zum Käse – Israel ist ein sauteures Land mit relativ niedrigen Einkommen. Kein Wunder also, dass Juden und Palästinenser gleichermaßen immer auf der Suche nach DEALIM (billigen Deals) sind.
Amazon, Wallmart und wie sie alle heißen, wären positiv für Israel, denn da kämen die einheimischen Hersteller endlich runter von ihrem hohen Ross. Mehr Konkurrenz belebt das Geschäft.
Tausende Israelis kaufen jetzt schon Online und die Nachfrage nimmt stetig zu. Andererseits bieten zahlreiche Israelis ihre eigenen Produkte via Amazon FBA an. Bis hin zur deutschen DaWanda – Plattform.
Supermarktketten wie Shufersal bieten schon lange Online Shopping an. Seit Jahrzehnten bieten die meisten Supermärkte bereits Lieferungen bis vor die Haustür an. Jetzt kommen auch noch die Online Bestellungen hinzu, denn man will konkurrenzfähig bleiben. Gleichzeitg aber verzeichnen Geschäftsinhaber aller Sparten einen Umsatzrückgang, denn im Ausland Online einzukaufen ist wesentlich günstiger. Was bleibt sind ältere Leute, die in die Geschäfte kommen, denn Online kennen die sich kaum aus.
Eigentlich sollte man glauben, dass in Israel reagiert wird und die Preise runtergehen. Das Gegenteil aber ist der Fall und die Preise sollen, wegen fehlender Kundschaft, sogar angehoben werden.
Selbst die haredische (Ultra – Orthodoxe) Gesellschaft hat den massigen Amazon FBA Markt ausgemacht und will nun mitmischen. Haredim sind keineswegs ungebildet und Online schon gar nicht. Es gibt zahlreiche haredische Startups und App – Entwickler und der Markt wächst stetig an.
Auch in Jerusalem laufen diverse Kurse zum Amazon FBA Markt. Wie genau das funktioniert und was man braucht: Nämlich vvvviiiieeelll Geduld!
Yaakov, der Kursleiter, erzählt, dass er mit 19 Jahren heiratete und dann erst weiter Thora – und Talmud lernte. Kurz danach gründete er sein Amazon FBA Business, denn er wollte Geld verdinen.
Was er genau verkauft, kommt in dem nachfolgenden Video nicht so raus, doch wer ein gutes Produkt hat und nicht nur billige Massenware aus China, der kann auf Amazon erfolgreich sein. Nur darf er sich nicht allein auf den Online – Riesen verlassen.