Leben in Jerusalem

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Sparbuch in Israel?

B“H
Gestern war ich bei meiner Bank mit der Absicht, ein Sparbuch zu eröffnen. Dass es in Israel kaum oder eher gar keine Zinsen auf Bankguthaben gibt, ist mir absolut bekannt. Vor ein paar Jahren bot mir meine Bank ganze 0,01 % Zinsen. Kurz gesagt, gar nichts!
Man kann schon bis zu 1 % kriegen, wenn man denn mindestens 50,000 – 100,000 Schekel (circa 12,000 – 25,000 Euro) für drei Jahre fest spart. Heißt, dass man in dieser Zeit an sein Geld nicht herankommt. Und wer dann doch in eine finanzielle Schieflage gerät und an sein Geld muss, macht halt Verlust.
Die Banktussi gestern meinte, dass die Bank nur einen Sparplan anbiete, aber man rate den Kunden grundsätzlich davon ab. Bedingungen: Mindestens 5000 Schekel (circa 1200 Euro) anlegen und monatlich 450 Schekel in den Sparplan zahlen. Der Zinssatz liegt bei 0 % und das Geld würde dann halt einfach nur so auf der Bank liegen.
Da belasse ich es lieber gleich beim Girokonto. Aktienmäßig habe ich mich auch schon erkundigt, doch das kostet wahnsinnig viel an Depotkosten und Steuern.
Wie viele Israelis ihr Geld anlegen?
Man kauft Immobilien und wohnt entweder darin oder vermietet. Mieteinnahmen sind steuerfrei und noch dazu zahlt der Mieter die gesamte Grundsteuer (Hebräisch: Arnona).
Millionen von Schekel für eine Immobilie habe ich eh nicht und ich weiß von Freunden, die in einem riesigen eigenen Haus wohnen, wie teuer der Unterhalt sein kann. Ständig muss etwas repariert werden und allein das geht massig ins Geld.
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Nochmals zu den Preisen in Israel

B“H
Vor ein paar Tagen erhielt ich die Mail eines Bloglesers, der da korrekt meinte, nicht alles sei in Israel automatisch teurer als in Deutschland. Immerhin gebe es ja selbst in Israel auch billigere Produkte als in Deutschland.
Das ist schon richtig, aber sollte man all das in einer gesamten Relation betrachten. In Israel liegen die Normaleinkommen wesentlich niedriger als in Deutschland. Gemessen an dem, was an Rechnungen auf den Normalo – Israeli zukommt. Von der hohen Einkommenssteuer bis zur Miete, hin über verhältnismäßig teure Lebensmittel bis hin zum Schulgeld für die Kinder. Schulen sowie Unis sind in Israel nicht umsonst. Hinzu kommt die Grundsteuer, die da JEDER Mieter zahlen muss und nicht der Eigentümer. So kommen bei 3 – 4 Zimmer – Wohnungen in Jerusalem locker 500 Schekel Grundsteuer (Arnona) im Monat zusammen. In Euro hört sich das nach einem kleinen Sümmchen an (ca. 120 Euro), doch in Israel sind 500 Schekel sehr viel Geld. Deswegen arbeiten verheiratete Paar und Singles wohnen häufig in WGs.
Eine Freundin von mir zahlt für ihre 4 – Zimmer – Wohnung (4000 Schekel Miete) 550 Schekel Arnona (pro Monat). Ihre Jahresrechnung von der Stadtverwaltung Jerusalem lag bei fast 6000 Schekel (circa 1200 – 1400 Euro). Dazu eine Versicherung, die sie aufgrund des Mietvertrages anbschliessen musste.
Nun kann man argumentieren, dass die Summe der Arnona vom Ort sowie vom Stadtteil abhängig ist. In Gilo zahlt man sicher weniger Arnona als in Baka oder Rehavia. Doch besagte Freundin wohnt in einem Stadtteil mit sehr geringer Arnona und trotzdem kommt die Summe zusammen, da die Wohnung etwas größer ist.
Aber ich will hier keineswegs herumjammern, sondern lediglich zum Ausdruck bringen, dass es nicht billig ist, in Israel zu wohnen. Zumal in einem Monat die hohen jüdischen Feiertage anstehen und da eine Menge an Einkommen draufgehen wird. Und am 1. September beginnt landesweit das neue Schuljahr.
In Israel gibt es in jedem Jahr stets Wochen im Voraus einen riesen Zirkus um den Schulbeginn. Die Zeitungen sind voller Werbeprospekte, in denen Geschäfte angeblich günstige Schulsachen wie Rucksäcke, Stifte, Hefte, etc. anpreisen. Darüber hinaus ist es üblich, dass ein Schüler am ersten Schultag des neuen Schuljahres mit neuen Klamotten in die Klasse kommt. Nicht etwa, weil es die Schule so vorschreibt, sondern weil alle anderen Schüler das eben so machen.
Als ich vorgestern auf der Post war, standen zwei Schüler neben mir, die ihre neuen Sneakers in Augenschein nahmen. 100 Euro habe der eine Schüler dafür auf seinem Ferientrip in Europa bezahlt.
Wie genau das Eltern handhaben, die nicht soviel Geld für Markenklamotten am ersten Schultag haben, kann ich nicht sagen. Vielleicht spielt das Thema in weniger gut betuchten Stadtteilen wie Kiryat Menachem oder Katamonim auch keine so große Rolle.

Preise in einem israelischen Supermarkt

B“H
Die Preise im Super Deal (Jerusalem, Derech Hebron Street) zeigen, wie teuer das Leben in Israel ist. Okay, der Super Deal gehoert in die Kategorie COOP – Preise, doch selbst die hiesigen Discounter sind immer noch teuer im Vergleich zu Deutschland.
Zum Beispiel kostet eine stinknormale Ritter Sport 7,90 Schekel. Das waeren in Euro 1,85.
Die 10 Schekel unter dem Nutella – Glas beziehen sich auf die israelische Billigvariante daneben. Das Nutella – Glas hingegen kostet 14,90 (3,50 Euro). Bei der Milka Schokolade handelt es sich um kleinere Tafel als gewoehnlich.
Eine kleine Dose Bohnen oder Erbsen kostet 5,90 Schekel (1,40 Euro). Fuer ein kleines Baguette – Broetchen aus der Fabrikproduktion zahle ich 3,50 Schekel (80 Cent).
Der Liter Milch kostet zwischen 1,20 – 1,40 Euro.
Israelische Supermaerkte lieben es, zwei gleiche Produkte guenstiger zu verkaufen. Deswegen sieht man sehr haeufig das Schild 2 fuer 10 oder so.
Wer im Video die angegeben Schekel – Preise in Euro umrechnen will, der teile alles durch 4,27. Dann habt Ihr den Euro – Preis raus.
Seit geraumer Zeir verliert der Euro international immer mehr an Wert. So stand er vorgestern noch bei 4,27 Shekel und heute sind es nur noch 4,21 Schekel. Generell koennt Ihr die Schekel – Summer durch 4 teilen und dann erhaltet Ihr so ungefaehr den Euro – Wert. Oder Ihr multipliziert die Euro – Summe mit 4. So erhaltet Ihr den Schekel – Betrag.
Alkoholische Getraenke werde ich extra filmen!!!!!

 

 

Euro : Israelischer Schekel

B“H

Der Euro ist, gegenüber dem israelischen Schekel, wieder etwas angestiegen. Lag er vor noch nicht allzu langer Zeit unter 4 Schekel, so bekommt Ihr jetzt für 1 Euro circa 4,27 Schekel.

Generell ist der Euro im Ausland viel weniger Wert als innerhalb Europas und darauf solltet Ihr Euch beim Urlaub im außereuropäischen Ausland einstellen.

Vorsicht beim Wechselgeld in Jerusalem

B“H
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich Euch raten, in Jerusalem stets Euer Wechselgeld nachzuzählen. Genauso wie den jeweiligen Kassenbon anzusehen.
Zuviel wird in diversen Läden getrickst. Weniger bei den großen Ketten wie Rami Levi oder Oscher Ad. Dafür aber umso mehr in kleineren Supermärkten, Tante – Emma – Läden sowie an Marktständen.
Selbst wenn es länger dauert: Immer Wechselgeld nachrechnen und checken. Den Kassenbon können diejenigen, die der hebräischen Sprache nicht mächtig sind, weniger nachprüfen. Dennoch kann jemand aber die angegeben Preise sehen und schauen, ob er diese Produkte auch wirklich gekauft hat.
Besondere Vorsicht gilt beim Supermarkt HaMoshava in der Emek Refaim Street sowie beim SuperDeal an der Derech Hebron. Beim Letzteren solltet Ihr zusätzlich das Verfallsdatum auf der Ware checken. Insbesondere bei Joghurt und Wurst in Plastikverpackungen. Auch auf dem Machane Yehudah Markt ist Vorsicht geboten.

Hohes Leserinteresse an den Preisen in Israel

B“H
Bezüglich der PREISE IN ISRAEL besteht ein extrem hohes Leserinteresse. Was kostet was in Israel? Wobei es ganz klar darauf ankommt, wo man denn einkauft: Beim Discounter, im Tante – Emma – Laden (Makolet) oder in einem kleinen Supermarkt.
Discounter wie RAMI LEVI oder OSCHER AD sind fast immer die billigsten im Land, was jedoch keineswegs gleichzusetzen ist mit Aldi oder Lidl. In Israel sind selbst die Discounter, im Vergleich zu Deutschland, teuer. Zum Beispiel kostet in Israel ein stinknormaler kleiner Camembert 5 Euro. 2 – 3 Bisse und das Ding is weg.
Viele Israelis kaufen im Supermarkt geschnittenes billiges Brot aus der Fabrik. Was das kostet, kann ich nicht sagen, denn ich mag das wässerige Zeug nicht. Beim Bäcker zahle ich für einen kleinen Laib Brot mindestens 4 Euro. Ein Roggenbrot kostet sogar 5 Euro und diese Brote sind eher klein. Eine Familie wird davon kaum satt werden.
Eine stinknormale Tafel Schokolade kostet mindestens 1,50 Euro. Der billigste Joghurt ohne Früchte und Geschmack kostet 55 Cent. Klein ausfallende Joghurtbecher mit Früchten kosten etwas über 1 Euro pro Stück. Ein Liter Milch in der Plastiktüte kostet 1,20 Euro. Wer den Liter im Tetrapack kauft, zahlt fast 2 Euro.
Was in Israel wenig verbreitet ist, ist Wurst zum aufs Brot schmieren. Zwar sichtete ich Leberwurst bei Rami Levi, doch Mettwurst, etc. gibt es nicht. Israelis lieben Würstchen, Hackfleisch, Schnitzel und Hühnchen. Für 1 kg Hackfleisch zahle ich beim Metzger etwas mehr als 12 Euro. Beim Oscher Ad Discounter mit minderer Qualität kostet das Kilo 8 – 10 Euro.
Für 30 Rollen Klopapier zahle ich bei Rami Levi etwas mehr als 6 Euro. Und das ist das allerbilligste Klopapier. Normalerweise muss man mit circa 10 Euro rechnen. Käse, Fleisch, Fisch, Alkohol oder Zigaretten sind teuer. Wie gut, dass ich weder rauche noch mir dauernd Bier leiste. Alle paar Monate vielleicht ein israelisches Goldstar oder ein bayerisches Hefeweizen. Das war es dann auch!
Ein paar deutsche bzw. schweizer Produkte finden sich in den hiesigen Supermärkten auch: Ritter Sport, Knorr Fertigsuppen (Maggi leider nicht), Thomy Mayonnaise (ich kaufe nur die Hellmanns), Milka Schokolade oder Nivea Creme. Die Nivea ist extrem teuer und eine große Dose kostet da locker 10 Euro.
Seit Monaten sind selbst Obst und Gemüse sauteuer und dabei muss man aufpassen, dass es sich nicht um Ramschware handelt. Ein oder zwei Tage im Kühlschrank und schon gammelt alles. Ich denke mal, dass die bessere Ware in den Export geht. Beim Rami Levi Discounter gibt es stets billige Gurken und Tomaten und die Ware hält sich ein paar Tage.
Hinzu kommen hohe Mieten, denn auch in Israel herrscht Wohnungsnot. Bezahlbaren Wohnraum zu finden ist schwer. Ein Bekannter von mir ist gerade in eine frischgebaute Neubauwohnung gezogen. Drei kleine Zimmer für etwas mehr als 5000 Schekel (1200 Euro) Kaltmiete. Sein Wohnzimmer hat die Größe meiner Küche. Circa 12 Quadratmeter. Dafür hat er eine kleine Terrasse mit Garten und einen Bunkerraum, den er als Arbeitszimmer nutzt. Aber in Jerusalem muss man ja selbst für ein mickriges WG – Zimmer schon 400 – 500 Euro Miete rechnen. Kaltmiete wohlgemerkt!
Strom ist in Israel billiger als in Deutschland. Pro Monat zahle ich im Sommer (ohne elektrische Heizung im Winter) 60 Schekel (15 Euro). Und derzeit habe ich ständig zwei Ventilatoren laufen, Kühlschrank, Internet, Kaffeemaschine und ab und zu die Waschmaschine.
In Israel wird vorwiegend mit Gas gekocht und auch das ist recht billig, wenn man denn nicht mehrere Stunden am Tag kocht. Wer jedoch mit Gas heizt, der kann sich auf eine saftige Rechnung freuen. Wie meine Nachbarn im letzten Winter mit 2000 Schekel (500 Euro) im Monat.
Wie ich bereits mehrere Male erwähnte: Die gesamte Grundsteuer (Arnona) zahlt hierzulande der Mieter. Im Dezember / Januar kriegen alle Mieter Post von der Stadtverwaltung und man kann den Batzen Geld entweder monatlich per Lastschrift zahlen oder alles auf einmal. Touristen, die hier wohnen, müssen mit einem gültigem Visum bei der Stadtverwaltung vorsprechen, wenn sie den Betrag nicht auf einmal zahlen können. Je nach Kommune, Stadtteil und Größe der Wohnung wird die Arnona berechnet. Schlimmstenfalls kommen da mehrere Tausend Euro auf einen zu.
Apropos Lastschrift: In Israel benötigt man für einen Lastschrifteinzug die Erlaubnis und Unterschrift seiner Bank.
Hinzu kommen Rechnungen wie Internet, Telefon und eine private Krankenversicherung. Wer allein monatliche Krankenkassenbeiträge von seinem Gehalt abgezogen bekommt, der sollte sich nicht darauf verlassen, tolle Leistungen zu erhalten. Deswegen zahle ich monatlich meiner Krankenkasse noch eine private Absicherung. Aber auch hier darf man sich nicht auf alles verlassen, denn Medikamente muss der Patient meistens selber bezahlen. Wer da Diabetiker ist oder an sonst einer Krankheit leidet, muss halt woanders sparen. Die Medikamente gehen richtig schön ins Geld.
Das Leben in Israel ist alles andere als leicht und man muss halt zusehen, dass man über die Runden kommt. Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld gibt es, aber das ist wenig und ich weiß nicht, wie die Leute davon leben. Noch dazu, wo sie selber die Miete zahlen müssen.
Jüdische Neueinwanderer haben erst nach einem Jahr Anspruch auf staatliche finanzielle Hilfen. Ausländer haben keinerlei Ansprüche und wenn ihnen das Geld ausgeht, müssen sie bei der Botschaft ihres Landes vorsprechen. Inwieweit die deutsche Botschaft da hilft, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Zum Absturz des Euro in Israel

B“H
Im Spätsommer 2012 stand der Euro in Israel bei 4,96 Schekel.
Kam ein Tourist also mit, sagen wir, 10,000 Euro nach Israel, so erhielt er bei einem Barumtausch 49,600 Schekel. Ein schöner Batzen Geld und soviel braucht ein Tourist normalerweise nicht. Die Summe von 10,000 Euro aber nehme ich hier als Beispiel, damit Ihr seht, wie der Euro in Israel an Wert verloren hat.
Im Spätsommer 2012 gab es also für 10,000 Euro ganze 49,600 Schekel.
Und heute?
Für 10,000 Euro bekommt ein Tourist am heutigen Tag genau 39,000 Schekel. Wenn er Glück hat, vielleicht ein paar Hundert Schekel mehr.
Die Differenz beträgt 10,000 Schekel (circa 2550 Euro). Der Euro – Tourist macht demnach einen riesen Verlust.
Seit dem Spätsommer 2012 geht es mit dem Euro immer mehr bergab und momentan steht er bei 3,90 Schekel. Der Schekel zeigt sich stark gegenüber Dollar und Euro und wer meint, er könne mit seinen Euros in Israel große Sprünge machen, der wird leider enttäuscht werden.