Leben in Jerusalem

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Baukräne und vielleicht Neuwahlen

B“H
Immer wieder kommen Israelis bei Arbeitsunfällen ums Leben, denn unser Land handhabt die Sicherheit am Arbeitsplatz alles andere als streng. Besonders die Baubranche ist von Arbeitsunfällen betroffen, denn viele Bauarbeiter tragen weder Helm noch Sicherheitsschuhe. Wer derlei Bekleidung will, muss oft selber Geld investieren und sich das zulegen. Was ich ständig sehe, sind Bauarbeiter ohne Helm und in Sneakers und Jeans.
Immer wieder kippen in Israel Baukräne um und ich habe in der Vergangenheit schon einmal davon berichtet. Ein Kran unterliegt keiner offiziellen Sicherheitsinspektion und die meisten Kräne wurden in Europa aus Sicherheitsgründen ausrangiert und dann billig nach Israel weiterverkauft. Die Kräne haben nicht selten 30 – 40 Jahre auf dem Buckel, aber Hauptsache billig. Und immer wieder kracht es und Kranführer kommen dabei ums Leben. Manche von den Arbeitern sagen, dass der Job oben im Kran wie russisches Roulette sei.
In der letzten Woche kam es erneut zu einem Kranunfall mit vier toten Arbeitern. Auf einer Großbaustelle in der südlich gelegenen Kleinstadt Yavne krachte das Hinterteil eines Kranes herunter. Die Gewichte fielen einfach auf den Boden und nahmen gleich mehrere Arbeiter mit in den Tod. Ein weiterer Arbeiter hing eingeklemmt am Kran und musste befreit werden.
https://en.globes.co.il/en/article-four-killed-as-crane-collapses-in-yavne-1001286210
Nach einem Kranunfall gibt es immer ein Riesentrara in den Medien, was schnell wieder abebbt und dann geht alles von vorne los. Es wird halt billig gebaut und wer sich allein anschaut, wie ein Neubau entsteht, dem stehen nach europäischen Standards schnell die Haare zu Berge. Hauptsache billig hochgezogen und der Bauunternehmer sahnt eine Menge Geld ab.
Wer auf dem Bau arbeiten will, kann gutes Geld verdienen. Für Helm und entsprechende Kleidung aber ist der Arbeiter meist selbst zuständig.
Und was ist jetzt mit unserer neuen Regierung, die es eigentlich noch gar nicht gibt? Netanyahu sieht sich von all den kleinen Parteien konfrontiert und auf Eis gelegt. Die nämlich wollen ihre überzogenen Koalitionsforderungen durchsetzen. Kleine Parteien, mit nicht einmal einer handvoll Knessetabgeordneten wie Avigdor Lieberman oder Bayit Yehudi fordern Unmögliches.
Am 29. Mai läuft Netanyahus Ultimatum zwecks Regierungsbildung aus und bislang ist keine Koalitionseinigung in Sicht. Jede kleine Partei kocht ihr eigenes Süppchen, was nichts Neues ist. Egal, ob rechts oder links. Jeder Abgeordnete will sich profilieren und sein dickes fettes Stück vom Kuchen abhaben.

Video: „Ist Jerusalem sicher?“

Nicht jeder Tourist darf nach Israel einreisen

B“H
Wer sich illegal in Israel aufhielt und ausreiste oder ausgewiesen wurde, darf das Land für ein paar Jahre nicht mehr betreten. Selbst ein neuer Pass und ggf. ein neuer Name helfen nicht, denn meistens nehmen die israelischen Behörden Fingerabdrücke.
Es werden recht viele Touristen bei der Einreise am Flughafen abgewiesen und mit demselben Flugzeug wieder zurückgeschickt. Besonders dann, wenn die Gefahr besteht, dass pro – palästinensische Aktivisten gegen Israel agieren wollen und auf kriminelle Handlungen gegen Juden aus sind. Dies kommt öfter vor als man denkt.
https://en.globes.co.il/en/article-huge-jump-in-tourists-refused-entry-to-israel-in-2018-1001266633
Es wäre gut, wenn auch penetranten christlichen Missionaren die Einreise nach Israel verwehrt werden würde.

Wann muss ein israelischer Arbeitgeber Lohn und Gehalt zahlen?

B“H
Ich bekomme mein Gehalt stets zum 1. des Monats überwiesen, doch generell besagt das Gesetz, dass der Arbeitgeber spätestens bis zum 10. des Monats das Gehalt gezahlt haben muss. Entweder auf das Bankkonto überweisen und dann gibt es solche Firmen, die ihre Mitarbeiter per Barscheck zahlen. Dies bedeutet, dass der Mitarbeiter zum Bank des Arbeitgebers geht und dort den Scheck in Cash einlöst. Oder er zahlt den Scheck auf sein eigenes Konto ein und wartet, dass die Bank das Geld freigibt. In der Regel geschieht dies nach 3 – 4 Arbeitstagen.
Bis zum 10. des Monats muss das Geld auf dem Konto zahlen, sonst kann der Arbeitgeber Ärger bekommen.
Manche Betriebe zahlen ihre Angestellten am 1., am 6. oder halt am 10. des Monats. Kommt auf den Betrieb drauf an.
Fragt immer nach am Anfang, denn das wird als normal betrachtet! In Deutschland dagegen traut man sich nie so richtig, weil da der Eindruck erweckt wird, gierig zu sein. In Israel ist das anders – Fragt also immer nach. Nur keine falsche Scham!

Ein Wort zum Drusenprotest in Israel

B“H
Warum die Drusen gegen das israelische Nationality Law (Chok HaLeom) protestieren, kann niemand genau sagen. Das Gesez definiert Israel als einen jüdischen Staat, was nichts Neues es, denn Israel ist, seit Bestehen, ein jüdischer Staat. Hätte Barak Hussein Obama das Gesetz nicht ständig blockiert, wäre es viel eher in Kraft getreten.
Was in Israel immer und immer wieder festzustellen ist: 
Nichtjuden wie Drusen und Christen geben sich häufig extrem pro – Israel. Sobald aber die Sprache auf das Judentum, die jüdische Identität und vor allem auf religiöse Juden kommt, rasten diese Nichtjuden vollkommen aus. Drusen weitaus weniger als die hier lebenden Christen. 
Dann sind die Juden Fundamentalisten und das Allerletzte. Israel JA, Judentum NEIN. Ob es sich hierbei um russische Nichtjuden handelt oder um andere Christen ist egal. Man hasst das religiöse Judentum und will Juden ihre jüdische Identität absprechen.
Man kann das Verhalten der Drusen, die sich, mehr oder weniger in ihren Gemeinden abschotten, nicht damit entschuldigen, dass sie ja in der israelischen Armee dienen. Fakt ist, dass ein hoher Prozentsatz der Drusen bei den Knessetwahlen arabische Parteien wählt. 
Die Jerusalemer Altstadt hat seit mehr als 15 Jahren ein Problem mit drusisch – israelischen Polizisten sowie drusischen Grenzpolizisten der Armee. Die Drusen stehen in der Altstadt fast immer auf der Seite der Araber. Wer als Israeltourist oder Jude eine Beschwerde / Anzeige gegenüber Arabern hat, der gehe auf die Polizeistation zu einem jüdisch – israelischen Polizisten / Vorgesetzten. Kommt ein Druse an und vernimmt die Araber, so unterhalten die sich nur auf Arabisch und machen untereinander einen Deal aus. Der Kläger schaut in die Röhre und wird ausgelacht. Vom Drusen und vom Araber. In diversen arabischen Altstadthostels ist genau das keine Seltenheit. Hinterher sieht man den Araber mit dem drusischen Polizisten beim Kaffee zusammensitzen und lachen.
Ich selbst war einmal dabei als ein Rabbiner mit Steinen beschmissen wurde und der drusische Grenzpolizist sich weigerte, etwas zu unternehmen. Geschehen an einem Schabbat nahe dem Damaskustor.
Jemand vom Schabak sagte mir einmal, dass die Jerusalemer Altstadt nur jüdische Polizisten brauche, denn die Drusen kungeln zu sehr mit den Arabern.
Einzig und allein geht es den Drusen nun darum, Israel nicht als jüdischen Staat anerkennen zu wollen. Der gestrige Protest mit circa 50,000 Menschen am Rabin Square vor dem Tel Aviver Rathaus wurde von Israels extremer Linker organisiert und zumeist vom New Israel Fund gesponsert. Der Fund gehört Israelhasser George Soros, welcher immer wieder versucht, Unruhe im Land zu stiften.
Als ich gestern Abend auf mehreren israelischen Online News Sites Artikel zum Protest las, sah ich fast 3000 Leserkommentare. Die breite israelische Mehrheit liess in diesen Kommentaren ihren Unmut über die Drusen aus, die einerseits recht loyal zu Israel stehen, andererseits aber genauso den Arabern hinterherkriechen.
Ein Grenzpolizist sagte mir einmal:
„Die Drusen stellen sich immer auf die Seite des Stärkeren. Ist Israel obenauf, so sind sie mit Israel. Sind die Araber stärker, rennen sie zu den Arabern.“
Netanyahu machte gerade jetzt den Drusen viele Zugeständnisse, doch er wurde als Rassist beschimpft. Drusen sind Knessetabgeordnete, Kampfpiloten und jetzt gibt es sogar einen drusischen General.
Mit ihrem Protest, der beigelegt scheint, denn nun will man doch wieder mit Netanyahu reden, bewirkten die Drusen, dass weite Teile der israelischen Bevölkerung ihnen weniger freundlich gesinnt ist. Um es milde auszudrücken.
Die Drusen verbündeten sich mit der radikalen Linken sowie Soros’ New Israel Fund und das wird, trotz aller Loyalität, gar nicht gerne gesehen. Einzig und allein spielen auch bei den Drusen diverse Interessen und Zuwendungen eine Rolle. Solange alles super läuft sind sie mit Israel. Passiert das Gegenteil, sympathisieren sie mit den Arabern und Feinden Israels.

 

Leserfrage: Muss man einen Israeli heiraten, um den israelischen Pass zu erhalten?

B“H
Heute ist der Tag der Leserfragen 🙂
Bekommt man, wenn man einen Israeli / eine Israelin ehelicht, automatisch den israelischen Pass?
Dem ist ganz und gar nicht so und mehrere Deutsche haben mir bereits nicht gerade Positives berichtet. Wer als Nichtjude einen Israeli heiratet, wird in Israel gerade mal geduldet.
Früher, vor 20 – 30 Jahren, war alles einfacher, doch heutzutage werden die Gesetze jeden Tag strenger. Wer kein Jude ist und einen Israeli heiratet, hat wenig Rechte und schon gar kein automatisches Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft. Wie ich bereits sagte, man ist geduldet und bekommt Touristenvisa oder halt irgendwas Befristetes.
Scheitert die Ehe, kann man schnell aus dem Land fliegen. Sind gemeinsame Kinder da, ist auch das keine Garantie.
Jemand auf Twitter berichtet regelmäßig über seine Lage. Geschieden von einer Israelin und ein gemeinsames Kind. Die Aufenthaltsgenehmigung ist jedesmal ein Drahtseilakt.
Auch um eine Arbeitserlaubnis muss man nicht selten Klinkenputzen und lange Zeit warten. Israel ist sehr kompliziert und wer einmal in dieser Situation ist oder war, findet sie nicht lustig. Der Gang zum Innenministerium (Misrad HaPnim) gleicht dann einem Horrortrip und nicht selten wird man angeschrien und gefragt, was man denn hier im Land will.
Das geht nicht nur nichtjüdischen Deutschen so, sondern auch anderen Westeuropäern oder Amerikanern.
Es gibt immer wieder Leute, die mir nicht glauben und das alles als masslos übertrieben betrachten. Diesen Lesern kann ich nur sagen: „Macht Eure eigenen Erfahrungen und dann sehen wir weiter!“

Die europäische DSGVO und die Bloggerwelt

B“H
Übermorgen, am 25. Mai, tritt in der EU die neue DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) in Kraft. Jemand von den Grünen hat sich das einfallen lassen und ich muss sagen, dass ich sehr froh bin, nicht in Europa zu leben.
Einige deutsche Blogger, sogar Buchblogger, haben bereits angekündigt, mit dem Bloggen aufzuhören und ihren Blog zu stoppen. Zu kompliziert sei die neue Verordnung und man könne sich weder einen teuren Anwalt noch einen Datenschutzbeauftragten leisten, der den Blog kontrolliert und dem Gesetz konform anpasst.
Ein abstruses Beispiel:
Ab dem 25. Mai 2018 dürfen in Europa keinerlei Videos oder Photos im Internet (inklusive Youtube) veröffentlicht werden, auf denen fremde Personen zu sehen sind. Wer also ein Video / Photo von der Leipziger Buchmesse, einer öffentlichen Veranstaltung oder auch nur auf der Straße macht, der muss alle Passanten schriftlich um Erlaubnis fragen. Sprich, ein richtiger Vertrag wird aufgesetzt bei dem der Passant auch ein Widerrufsrecht besitzt.
Ein Ding der Unmöglichkeit!!!
Mich betrifft das europäische Gesetz nur, wenn ich Daten von Bloglesern in Europa weitergeben bzw. verkaufen würde. Allerdings lebe ich weit weg von Europa und ich weiß nicht, wie man Facebook, Amazon, ebay oder selbst einen kleinen Blogger wie mich rechtlich belangen will.
Zudem gebe und ich habe noch niemals Daten weitergegeben. Ich besitze noch nicht einmal Daten, sondern sehe lediglich, wieviele Leser aus welchem Land meinen Blog lesen. Namen oder gar Adressen habe ich keine und muss ich auch nicht haben. Was soll ich damit?
Mit ein paar wenigen Bloglesern kommuniziere ich privat und manchmal treffe ich jemanden in Jerusalem. Letzteres kommt eher selten vor. Vielleicht zweimal im Jahr oder so. Und was wir reden oder machen (meistens Kaffeetrinken) veröffentliche ich nicht und Selfies mache ich grundsätzlich keine. Nur ein Selfie habe ich: Mit meiner Katze Jerry, die mittlerweile nicht mehr lebt. Aber das Photo bleibt privat.
Offiziell heißt es, dass dieses Gesetz Privatleute vor der Datenkrake Facebook, Amazon, etc. schützen will. Andererseits stellen Millionen Leute ihre privatesten Dinge in die Social Media. Room Tours in ihrer Wohnung, ihre Liebschaften und viele zeigen sogar ihr Klo daheim.
Nur kurz nebenbei: Im außereuropäischen Ausland hat ein Blogger auch keinerlei Impressums – Pflicht.
Das Gesetz erschwert es ausländischen Kunden, mit deutschen Firmen in Kontakt zu treten, denn dann muss man erst einmal lange komplizierte Verträge zum Thema DATENSCHUTZ unterschreiben. Wer tut sich das als Unternehmen an? Da kauft man lieber woanders, aber nicht mehr in Europa. Für kleine Firmen und Startups ist das eine Katastrophe, denn ausländische Kunden bleiben weg. Niemand steigt mehr durch und welcher Japaner oder Chinese macht sich erst mit den konfusen Datengesetzen Europas vertraut? Da kann man auch woanders Waren einkaufen, ohne all dem Kram, den eh keiner versteht.
Europäische Blogger sind gelackmeiert, denn keiner von denen kann sich einen Anwalt leisten, um sich aufklären zu lassen. Es wird eine regelrechte Abmahnflut geben und auf diese Weise schränkt die Bundesregierung die Meinungsfreiheit weiter ein. Nicht nur die Bundesregierung, sondern die ganze EU setzt nicht mehr auf freies Denken.
Mehr Infos hier:
https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/der-buerger-als-feind-wie-bruessel-und-berlin-mit-der-dsgvo-politik-machen/