Leben in Jerusalem

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Israels neues Muezzin – Gesetz

B“H
Die Knesset entschied, dass das wahnsinnig laute Geschrei von den Minaretten der Moscheen eingedämpft werden soll und schon schreien die Palästinenser los
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/220236
Wer in einem der zahlreichen Stadtteile lebt, die direkt an palästinensische Gebiete grenzen, kennt es nur allzu gut: Morgens um 4.30 Uhr schreit schon der erste Muezzin vom Minarett. Und das mit Lautsprecher.
In Deutschland regt man sich über ein einzige Moschee in der Nachbarschaft auf. Ich habe vier Moscheen in der Umgebung und das hebt einen des Morgens erst einmal aus dem Bett. Mehrere Male am Tag geht das so und immer mit Lautsprecher auf volle Pulle. Wenn das Juden machen würden, täten die Moslems schnell eine Diskriminierung wittern und die UNO zum Einschreiten auffordern. So aber sind es Moslems und da darf man sich bekanntlich nicht aufregen.
Nicht selten wird der Lautsprecher mit Absicht aufgedreht und dann erfolgen ewig lange Ansagen und Singsang. Politische Parolen werden schnell mal auf diese Art und Weise verbreitet und es gab auch schon Momente, in denen der Muezzin einen Terroranschlag über Lautsprecher feierte.
Nun soll der Lärmpegel gesenkt werden und schon findet ein Aufschrei seitens der Palästinenser statt.

Kleiner Auszug aus dem israelischen Arbeitsrecht: „Bezahlte Feiertage“

B“H
Vor noch nicht allzu langer Zeit berichtete ich, dass Arbeitnehmer, die länger als drei Monate bei ein und demselben Unternehmen beschäftigt sind, einen Anspruch auf bezahlte Feiertage haben. Heißt: Auch wenn am landesweiten Feiertag frei ist, wird das Gehalt weitergezahlt.
Nun, dem ist nur teilweise so, wie ich jetzt nach meinem Ausstieg aus meinem Zweitjob erfahren musste. Für meinen Hauptarbeitgeber ist das alles kein Problem, doch bei meinem Zweitjob handelt es sich um ein stadtbekanntes Unternehmen, welches andere Leute nur abzockt und die Mitarbeiter mies behandelt.
So erfuhr ich dort auch, dass das Gesetz besagt, dass der Arbeitnehmer eben nur dann ein Anrecht auf den bezahlten Feiertag hat, wenn er am Tag zuvor sowie am Tag danach im Unternehmen arbeitet. Bedeutet in meinem Fall, dass vor dem Feiertag (am Erev Chag) nur die Frühschicht arbeitet und wir anderen des Abends nicht mehr, da der Feiertag bereits begonnen hat. Ergo, besitzt die Spätschicht niemals eine Chance, jemals an bezahlte Feiertage zu kommen.
Wer in Israel einen neuen Job antritt, sollte sich im Vorfeld gründlichst über das Unternehmen informieren. Auch die Website GLASSDOOR bietet kostenlose Infos!

 

Nicht für alle Israelis erweisen sich die Feiertage in diesem Oktober als ein Segen

B“H
In der vergangenen Woche feierten wir zwei Tage lang das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana. Morgen Abend beginnt der höchste jüdische Feiertage Yom Kippur, welcher am Mittwochabend endet. Und schon am kommenden Sonntagabend beginnt Sukkot (das Laubhüttenfest), welches da eine ganze Woche andauern wird.
Diese drei Feiertage hintereinander sind toll und viele Juden geniessen sie. In Israel aber gibt es trotzdem eine Menge Einwohner, für die diese hohe Anzahl von Feiertagen eine finanzielle Katastrophe ist. An den Zwischenfeiertagen von Sukkot machen zahlreiche Betriebe dicht. Wer irgendwie bei den Kommunen oder der Regierung angestellt ist, hat ebenfalls das Nachsehen, denn bis nach Sukkot bleibt alles geschlossen.
Was bedeutet das für den Einzelnen?
In erster Linie mal ein finanzielles Desaster. Arbeitnehmer, die mit Stundenlöhnen bezahlt werden und deren Betriebe an Sukkot geschlossen bleiben, haben automatisch weniger Lohn. Einen Ausgleich gibt es kaum bis gar nicht. Wer nicht arbeitet, der verdient auch nichts. Und eine Woche Totalausfall bedeutet eine Menge Geld.
Des Weiteren besteht in Israel ein Gesetz, dass nur dann ein Arbeitgeber einen finanziellen Lohnausgleich an Feiertagen erhält, der länger als drei Monate im selben Betrieb arbeitet. Wer dagegen neu angefangen und ergo noch keine drei Monate im neuen Job arbeitet, erhält keinerlei Feiertagsgeld, sondern geht leer aus.
Als Feiertage zählen, u.a., der ersten und letzte Tag von Pessach, Shavuot, die zwei Tage an Rosh Hashana, der Yom Kippur sowie der ersten und letzte Tag von Sukkot. Die Zwischenfeiertage von Pessach und Sukkot fallen nicht unter diese Regel und es existiert keinerlei gesetzlicher Ausgleich.
Gestern Abend zeigte das israelische Fernsehen einen Bericht darüber, wie vor allem der Dienstleistungssektor in diesem Monat leidet. Betriebe zu und dementsprechend weniger Arbeitsstunden. Bedeutet, bis zu Tausend Schekel oder mehr weniger im kommenden Monat. Und das bei den hohen Lebenshaltungskosten und Mieten. Auf der einen Seite hat man frei und Urlaub, auf der anderen Seite jedoch kommt kein Geld ins Portemonnaie.
Bei mir schaut es so aus, dass ich an den Zwischenfeiertagen an Sukkot arbeiten muss. Und das nicht zu knapp. Meine Betriebe schließen nicht, obwohl viele Angestellte versuchen, Urlaub zu nehmen. Nicht immer mit Erfolg, denn alle können ja nicht wegbleiben.
Bis vor sechs Monaten dachte ich immer, dass das halbe Land an den Pessach – und Sukkot – Zwischenfeiertagen im Urlaub ist. Dann aber wurde ich eines Besseren belehrt. Lediglich Regierungsangestellte (von der Putzfrau bis zum Minister oder Stadtrat) haben Urlaub. Die überwiegende Mehrheit der übrigen Arbeitnehmerschaft muss schuften und Geld verdienen.
Hier ist der TV – Report von gestern abend. Allerdings nur in hebräischer Sprache:

 

Und hier gibt es ein paar Infos zum Arbeitsrecht in Israel:
http://www.kavlaoved.org.il/wp-content/uploads/2013/02/%D7%96%D7%9B%D7%95%D7%AA%D7%95%D7%9F-%D7%9C%D7%A4%D7%99-%D7%A9%D7%A2%D7%95%D7%AA-%D7%90%D7%A0%D7%92%D7%9C%D7%99%D7%AA-04.2015-.pdf

Arbeitnehmerrechte in Israel

B“H
Hier findet Ihr eine kleine Auflistung von Arbeitnehmerrechten in Israel
http://www.kavlaoved.org.il/wp-content/uploads/2013/02/%D7%96%D7%9B%D7%95%D7%AA%D7%95%D7%9F-%D7%9C%D7%A4%D7%99-%D7%A9%D7%A2%D7%95%D7%AA-%D7%90%D7%A0%D7%92%D7%9C%D7%99%D7%AA-04.2015-.pdf
Dazu muss ich sagen, dass sich der monatliche Mindestlohn inzwischen auf 4800 Schekel erhöht hat. Allerdings muss man aufpassen: Dieser monatliche Mindestlohn gilt nur bei einem 8 – Stunden – Arbeitstag!!! Viele Firmen lassen ihre Mitarbeiter höchstens sieben Stunden arbeiten und umgehen so das Mindestlohngesetz. Beispiel: Die Jerusalem Post.
Zudem sollte man bei Kündigungen aufpassen, denn hierbei kommt es nicht selten auf die im Arbeitsvertrag festgelegten Vereinbarungen an.
Ob diese Rechte für Touristen gelten, die in Israel jobben bzw. eine zeitlich befristete Arbeitserlaubnis haben, kann ich nicht sagen. Kav LaOved ist zwar eine Einrichtung, die sich vornämlich um Gastarbeiter kümmert, dennoch bestehen Unterschiede zwischen Gastarbeiterrechten und Israelis.

Leserfrage: „One – Way – Ticket nach Israel?“

B“H
Jemand fragte, ob es möglich sei, mit einem One – Way – Ticket nach Israel einzureisen. Eine passende Antwort darauf habe ich nicht, da ich mich mit den Einreisebestimmungen kaum mehr auskenne.
Bevor jemand ein One – Way – Ticket nach Israel ersteht, sollte er sich im Voraus eingehend erkundigen, weil es durchaus sein kann, dass bei der Einreise Probleme entstehen. Zu viele Leute reisen aus dem Ausland als Touristen ein und wollen dann im Land bleiben. Wenn das Visum ausläuft bzw. irgendwann einmal nicht mehr verlängert wird, bleibt man halt illegal. Genau das will Israel weitgehend vermeiden und wer mit einem One – Way – Ticket kommt, erweckt halt eher den Anschein als ein Tourist mit einem normalen Hin – und Rückflugticket.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum es diverse Touristen nach Israel zieht. Damit meine ich jene, die im Land bleiben wollen. All das geht nicht so einfach und wie will man überhaupt überleben? Teilweise ohne Krankenversicherung, ohne Rechte und ohne regelmäßigem Einkommen. Israel ist ein teures Land und die Lebenshaltungskosten liegen extrem hoch. Dafür sind die Gehälter niedrig.
Kaum ein Unternehmen wird einem Touristen einen Job anbieten, denn wer will sich schon mit den Behörden zwecks Arbeitserlaubnis auseinandersetzen. Da gibt es genügend Einheimische, die einen Job suchen. Gar nicht erst zu reden von all den amerikanischen und französischen Neueinwanderern.
Persönlich würde ich von einem One – Way – Ticket abraten, denn man weiß nie, was passiert und dann hockt man ohne Geld und Rückflugticket da. Ob in dem Fall die deutsche Botschaft einspringt, kann ich ebenso wenig sagen. Ich denke, dass viele Botschaften schon lange die Schnauze voll haben, wenn sie wieder einmal von der israelischen Polizei kontaktiert werden, da eine Abschiebung ansteht.

Israelische Arbeitnehmer erhalten mehr Urlaub

B“H

Deutsche Arbeitnehmer können über diese eher banal klingende Gesetzesänderung vermutlich nur lachen. In Israel dagegen bedeutet die aktuelle Gesetzesänderung sehr viel. Anstatt der gesetzlichen 10 Urlaubstage bekommen wir nun 12 bezahlte Urlaubstage zugesprochen.

Hierzulande kann man das als Meilenstein bezeichnen, denn in allem, was Arbeitnehmerrechte angeht, hinkt Israel total hinterher.

http://www.globes.co.il/en/article-israelis-get-more-days-off-1001136620

„Der Bankrott der Inbal Or“ oder „Wie israelische Häuslebauer abgezockt werden“

B“H
Fast ein jeder Israeli träumt vom eigenen Heim. Das ist hierzulande nicht anders als in Deutschland. Mietwohnungen sind knapp und bezahlbare Mietwohnungen sind kaum mehr zu finden. Ein Israeli gibt mindestens die Hälfte seines Einkommens für die Miete aus und wer denkt sich da nicht, dass es besser sei, gleich eine Wohnung zu kaufen. Man zahlt ja eh schon hohe Summen an Miete und sei somit in der Lage, eventuelle Bankkredite zurückzuzahlen. Sprich, es wird eine Wohnung gekauft und die monatlichen Raten werden an die Bank abgestottert. All das funktioniert solange jemand Arbeit hat. Was aber, wenn der neue Immobilienbesitzer arbeitslos wird oder ein anderer Notfall eintritt? Wer erst einmal mit den Raten in Verzug kommt, wird gnadenlos von der Bank gepfändet und schlimmstenfalls kommt es zur Zwangsversteigerung. In Israel ist das absolut gang und gäbe.
Mit Immobilienmaklern und all dem Drumherum habe ich nichts am Hut, denn ich suche mir meine Bleiben aus Kleinanzeigen. Provisionen zahle ich nicht, denn dazu bin ich zu geizig. 🙂
In allen Wochenausgaben der Lokalzeitungen sehen wir seitenweise Anzeigen, die der breiten Massen suggeriert, dass jeder sich praktisch eine Eigentumswohnung leisten könne. In Israel werden vorwiegend Eigentumswohnungen in Betontürmen angeboten, denn das Land ist klein und dementsprechend wird in die Höhe gebaut. HIER seht Ihr ein kleines Beispiel!
Der „Beruf“ des Maklers boomt und auch in Israel kann praktisch jeder Depp Makler werden. Die ganz Großen unter ihnen, wie Inbal Or mit ihrem Immobilienbüro OR CITY, mieten sich Luxusbüros in den vornehmen Azrieli Towers in Tel Aviv. Und wer erst einmal zu Geld und Einfluss kommt, der macht es wie Inbal Or: Bauprojekte selbst finanzieren oder von Banken finanzieren lassen und einzelne Wohneinheiten verkaufen.
Inbal Or machte viele Geld und bewegte sich in der Top Society von Tel Aviv. Es ist kaum zu glauben, dass niemandem auffiel, dass Or City den Bach hinunterging. Auf Provision arbeitende Verkäufer verscherbelten 38 Wohnungen an 140 Kunden. Alles ging drunter und drüber und um ihren aufwendigen Lebensstil zu finanzieren, sackte Inbal Or das Geld ein und alles verschwand in ihrer Privatschatulle. Erst im Februar dieses Jahres flog alles auf, denn die Steuerfahndung kam dem Immobilienbüro Or City auf die Schliche. Gleichzeitig verweigerte die Mizrachi Tefachot Bank die Einlösung von Or City Schecks. Und dann ging alles Schlag auf Schlag. Aktuell steht Inbal Or vor Gericht, betrogene Wohnungskäufer demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude oder beschimpfen die bankrotte Maklerin. Mittlerweile übernahm ein Konkursverwalter die Finanzmisere und die betrogenen Wohnungskäufer, welche im Voraus hohe Anzahlungen auf eine Immobilie, die es gar nicht gab, geleistet hatten, müssen nun fürchten, ihr Geld niemals wiederzusehen.
Richter Eitan Orenstein vom Tel Aviver Bezirksgericht muss sich nicht nur mit den kriminellen Maklermethoden der Inbal Or herumschlagen; nein, auch die Otto Normalverbraucher Wohnungskäufer wüten im Gerichtsgebäude und die entlassenen Or City Mitarbeiter stehen jetzt vor den Pessach – Feiertagen ohn Job und Geld da. Schulden noch und nöcher und der kleine Mann steht bei der Konkursmasse an letzter Stelle. Zuerst wollen die Banken ihr Geld und die kleinen Häuslesparer können sehen, wo sie bleiben.
Inbal Or macht auf Mitleid und ja, sie hätte Or City retten können, wenn man ihr denn nur eine Chance gebe. Der Richter sah das anders und die Firma wird liquidiert. Und wieder einmal fragen alle: „Wie konnte das passieren? Wie kann es sein, dass keiner etwas merkte oder einmal nachfragte?“
Das Pyramidensystem der Inbal Or brach zusammen und jetzt schreien alle nach strengeren Gesetzen, welche den Verbraucher schützen sollen.