Leben in Jerusalem

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Leserfrage: Muss man einen Israeli heiraten, um den israelischen Pass zu erhalten?

B“H
Heute ist der Tag der Leserfragen 🙂
Bekommt man, wenn man einen Israeli / eine Israelin ehelicht, automatisch den israelischen Pass?
Dem ist ganz und gar nicht so und mehrere Deutsche haben mir bereits nicht gerade Positives berichtet. Wer als Nichtjude einen Israeli heiratet, wird in Israel gerade mal geduldet.
Früher, vor 20 – 30 Jahren, war alles einfacher, doch heutzutage werden die Gesetze jeden Tag strenger. Wer kein Jude ist und einen Israeli heiratet, hat wenig Rechte und schon gar kein automatisches Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft. Wie ich bereits sagte, man ist geduldet und bekommt Touristenvisa oder halt irgendwas Befristetes.
Scheitert die Ehe, kann man schnell aus dem Land fliegen. Sind gemeinsame Kinder da, ist auch das keine Garantie.
Jemand auf Twitter berichtet regelmäßig über seine Lage. Geschieden von einer Israelin und ein gemeinsames Kind. Die Aufenthaltsgenehmigung ist jedesmal ein Drahtseilakt.
Auch um eine Arbeitserlaubnis muss man nicht selten Klinkenputzen und lange Zeit warten. Israel ist sehr kompliziert und wer einmal in dieser Situation ist oder war, findet sie nicht lustig. Der Gang zum Innenministerium (Misrad HaPnim) gleicht dann einem Horrortrip und nicht selten wird man angeschrien und gefragt, was man denn hier im Land will.
Das geht nicht nur nichtjüdischen Deutschen so, sondern auch anderen Westeuropäern oder Amerikanern.
Es gibt immer wieder Leute, die mir nicht glauben und das alles als masslos übertrieben betrachten. Diesen Lesern kann ich nur sagen: „Macht Eure eigenen Erfahrungen und dann sehen wir weiter!“
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Die europäische DSGVO und die Bloggerwelt

B“H
Übermorgen, am 25. Mai, tritt in der EU die neue DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) in Kraft. Jemand von den Grünen hat sich das einfallen lassen und ich muss sagen, dass ich sehr froh bin, nicht in Europa zu leben.
Einige deutsche Blogger, sogar Buchblogger, haben bereits angekündigt, mit dem Bloggen aufzuhören und ihren Blog zu stoppen. Zu kompliziert sei die neue Verordnung und man könne sich weder einen teuren Anwalt noch einen Datenschutzbeauftragten leisten, der den Blog kontrolliert und dem Gesetz konform anpasst.
Ein abstruses Beispiel:
Ab dem 25. Mai 2018 dürfen in Europa keinerlei Videos oder Photos im Internet (inklusive Youtube) veröffentlicht werden, auf denen fremde Personen zu sehen sind. Wer also ein Video / Photo von der Leipziger Buchmesse, einer öffentlichen Veranstaltung oder auch nur auf der Straße macht, der muss alle Passanten schriftlich um Erlaubnis fragen. Sprich, ein richtiger Vertrag wird aufgesetzt bei dem der Passant auch ein Widerrufsrecht besitzt.
Ein Ding der Unmöglichkeit!!!
Mich betrifft das europäische Gesetz nur, wenn ich Daten von Bloglesern in Europa weitergeben bzw. verkaufen würde. Allerdings lebe ich weit weg von Europa und ich weiß nicht, wie man Facebook, Amazon, ebay oder selbst einen kleinen Blogger wie mich rechtlich belangen will.
Zudem gebe und ich habe noch niemals Daten weitergegeben. Ich besitze noch nicht einmal Daten, sondern sehe lediglich, wieviele Leser aus welchem Land meinen Blog lesen. Namen oder gar Adressen habe ich keine und muss ich auch nicht haben. Was soll ich damit?
Mit ein paar wenigen Bloglesern kommuniziere ich privat und manchmal treffe ich jemanden in Jerusalem. Letzteres kommt eher selten vor. Vielleicht zweimal im Jahr oder so. Und was wir reden oder machen (meistens Kaffeetrinken) veröffentliche ich nicht und Selfies mache ich grundsätzlich keine. Nur ein Selfie habe ich: Mit meiner Katze Jerry, die mittlerweile nicht mehr lebt. Aber das Photo bleibt privat.
Offiziell heißt es, dass dieses Gesetz Privatleute vor der Datenkrake Facebook, Amazon, etc. schützen will. Andererseits stellen Millionen Leute ihre privatesten Dinge in die Social Media. Room Tours in ihrer Wohnung, ihre Liebschaften und viele zeigen sogar ihr Klo daheim.
Nur kurz nebenbei: Im außereuropäischen Ausland hat ein Blogger auch keinerlei Impressums – Pflicht.
Das Gesetz erschwert es ausländischen Kunden, mit deutschen Firmen in Kontakt zu treten, denn dann muss man erst einmal lange komplizierte Verträge zum Thema DATENSCHUTZ unterschreiben. Wer tut sich das als Unternehmen an? Da kauft man lieber woanders, aber nicht mehr in Europa. Für kleine Firmen und Startups ist das eine Katastrophe, denn ausländische Kunden bleiben weg. Niemand steigt mehr durch und welcher Japaner oder Chinese macht sich erst mit den konfusen Datengesetzen Europas vertraut? Da kann man auch woanders Waren einkaufen, ohne all dem Kram, den eh keiner versteht.
Europäische Blogger sind gelackmeiert, denn keiner von denen kann sich einen Anwalt leisten, um sich aufklären zu lassen. Es wird eine regelrechte Abmahnflut geben und auf diese Weise schränkt die Bundesregierung die Meinungsfreiheit weiter ein. Nicht nur die Bundesregierung, sondern die ganze EU setzt nicht mehr auf freies Denken.
Mehr Infos hier:
https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/der-buerger-als-feind-wie-bruessel-und-berlin-mit-der-dsgvo-politik-machen/

 

Zur doppelten deutschen Staatsbürgerschaft

B“H
Als ich Mitte Dezember 2017 bei der Deutschen Botschaft in Tel Aviv war, um lediglich meine Unterschrift auf einem Dokument beglaubigen zu lassen, berichteten mir zwei Angestellte, dass sich die Gesetzeslage in Deutschland verändert hatte und ich nun meine deutsche Staatsbürgerschaft erneuern kann.
Ein Gesetz aus dem Jahre 1919 schrieb bislang vor, dass wenn jemand mit einem deutschen Pass eine andere Staatsbürgerschaft annimmt, er automatisch seine deutsche verliert. Und als ich vor 18 Jahren nach Israel auswanderte (Aliyah machte), erhielt ich automatisch die israelische Staatsbürgerschaft und verlor somit meine deutsche, da ich keinerlei komplizierte Verfahren beim Auswärtigen Amt durchlaufen wollte. Aber dazu alle Details hier:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2017/12/20/beibehaltung-der-deutschen-staatsbuergerschaft-nach-der-aliyah-einwanderung-nach-israel/
Dass die Regierung Merkel die doppelte Staatsbürgerschaft eingeführt hatte, habe ich erst jetzt aus den deutschen Online Medien erfahren. Ob ich aber tatsächlich meine einstige deutsche Staatsbürgerschaft erneuere, steht noch in den Sternen. Derweil eher nicht, denn ich warte erst einmal die politische Entwicklung im Land ab. Ehrlich gesagt, will ich auch keine Staatsbürgerschaft von einem Land, dass allmählich islamisiert wird und in dem die freie Meinungsäußerung eingeschränkt wird.
Was mir persönlich die Erneuerung der deutschen Staatsbürgerschaft bringen würde?
Reisefreiheiten, die ich mit dem israelischen Pass nicht habe. Mit dem deutschen Pass ist man im Iran oder bei den Saudis gerne gesehen. 🙂 Und mit dem deutschen Pass braucht man (noch) kein Visum für die USA. Ich sage NOCH, denn wenn die Islamisierung in Europa voranschreitet, wird Trump vielleicht irgendwann Touristen mit europäischen Pässen in Augenschein nehmen.
Nach Deutschland zu reisen, habe ich nicht mehr vor und der große Weltenbummler bin ich nicht. Von daher brauche ich nicht unbedingt den deutschen Pass und bin mit meinem israelischen hochzufrieden.
Dieser Tage berichten deutsche Online Medien über die Auswirkungen der doppelten deutschen Staatsbürgerschaft und es hagelt haufenweise Leserkommentare. Mehrheitlich lehnen die Kommentarschreiber den Doppelpass ab. Man müsse sich nur für ein Land entscheiden und könne sich keine Rosinen herauspicken.
Dazu muss ich sagen, dass dies eine ziemlich begrenzte Sichtweise ist. Ich kenne total viele Leute mit zwei Pässen. Darunter eine Menge Amerikaner.
Offiziell sind mehrere Pässe in den USA nicht erlaubt, doch man sagt eigentlich nichts, wenn die Einwohner dann doch mehrere Pässe haben. Solange nichts an die große Glocke gehängt wird, läuft alles friedlich ab und niemand sagt ein Wort. Dafür aber sind im Ausland lebende US – Bürger (auch die mit dem Zweitpass) verpflichtet, ihre Einkommen der amerikanischen Steuerbehörde IRS zu melden und ggf. Steuern zu zahlen. In Deutschland meldet man sich einfach nur ab, reist aber mit seinem deutschen Pass durch die Welt. Wer in Deutschland seinen festen Wohnsitz abgemeldet hat, ist nicht steuerpflichtig. In den USA ist das anders, denn der US – Pass verpflichtet und die IRS ist stramm dahinter, dass alle Steuererklärungen abgegeben werden. Auch von den im Ausland lebenden US – Bürgern, die keinen Cent besitzen.
Ich denke dass, wer Verbindungen zu zwei Ländern hat und in beiden abwechselnd wohnt oder zumindest eine Menge Zeit verbringt (und dazu noch die Landessprachen beherrscht), ein Anrecht auf zwei Pässe hat. Vielleicht weniger die in Deutschland ansässigen Türken, wenn sie Deutschland eh hassen. Von solchen Leute rede ich nicht.
Für ausgewanderte Deutsche aber sollte die deutsche Staatsbürgerschaft auf Wunsch auch weiterhin gelten. Warum nicht und vielleicht kehrt ja mal wieder jemand aus dem Ausland zurück. Oder die Kinder wollen in Deutschland leben.
Nur kommt dann immer das Argument, dass diese Leute dann sicher wieder an die Sozialtöpfe wollen. Das ist ein ziemliches Vorurteil und bei mir, wie vielen anderen, wäre das nicht der Fall. Es geht doch nicht immer nur darum, sich in die soziale Hängematte zu legen, sondern einfach darum, dass man in Deutschland geboren wurde, aufwuchs, Steuern zahlte und beim Auswandern nicht einfach so hinausgeschmissen werden will. Da haben ausgewanderte Deutsche viel mehr ein Anrecht auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft als Achmad aus Duisburg, der die Scharia will. Aber Letzteren wird anscheinend alles hinterhergeschmissen und uns, die da mal Steuern zahlten und im Land verwurzelt waren, wird alles weggenommen. Ich denke, dass ich diesbezüglich für viele Auswanderer spreche.
Israel schränkt die Anzahl der Staatsbürgerschaften nicht ein und die Schweiz, soweit ich weiß, auch nicht. Ich habe schon Schweizer getroffen, die hatten einen US – Pass, einen britischen und eine israelischen. Und diese Leute sahen nicht so aus als wollten sie in die soziale Hängematte. Ganz im Gegenteil. Und … sie sprachen alle Landessprachen perfekt! Nix mit „ISCH BIN“ oder so.
Deutschland sollte schon die doppelte Staatsbürgerschaft erlauben, aber nicht für jeden Hampelmann. Vor allem dann nicht, wenn er Deutschland hasst und nach der Scharia schreit.

 

Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft nach der Aliyah (Einwanderung) nach Israel?

B“H
Als ich in der vergangenen Woche auf der Deutschen Botschaft in Tel Aviv war, erfuhr ich, dass sich die Gesetzeslage wieder einmal geändert hat. Nach meiner offiziellen Einwanderung nach Israel (Aliyah) im Jahre 2000 änderten sich die deutsche Gesetze ständig. 🙂
Einmal heißt es, dass ein Deutscher, der im Ausland eine weitere Staatsbürgerschaft beantragt, seine deutsche Staatsbürgerschaft automatisch verliert. Dieses Vorgehen basiert auf einem Gesetz aus dem Jahre 1919.
Die Betonung liegt hier auf dem Wort BEANTRAGT, denn wer als Jude Aliyah nach Israel macht (nach Israel einwandert), der BEANTRAGT die israelische Staatsbürgerschaft ja nicht, sondern bekommt sie sozusagen automatisch geschenkt. Man fragt nicht danach, sondern hat sie einfach.
Alle Bundesländer erkannten die israelische Vorgehensweise als NICHT BEANTRAGT an und der Deutsche konnte seine Staatsbürgerschaft beibehalten, solange er denn seinen letzten Wohnsitz NICHT in BAYERN hatte. Bayern nämlich erkannte als einziges Bundesland das israelische Verfahren nicht an. Bedeutet im Klartext, dass derjenige, der seinen letzten deutschen Wohnsitz in Bayern hatte (so wie ich), die deutsche Staatsbürgerschaft verlor.
Theoretisch hätte ich für mindestens sechs Monate nach Deutschland zurückkehren und mich in einem anderen Bundesland anmelden können. Aber ich kann ja nicht eben mal so sechs Monate weg, um dann irgendwo in Deutschland befristet zu wohnen.
Dann änderte sich die Gesetzeslage so, dass der Neueinwanderer nach Israel ein kompliziertes Verfahren bei der Deutschen Botschaft / Auswärtiges Amt durchlaufen musste, um die deutsche Staatsbürgerschaft beizubehalten. Dies schließt mit ein, dass er zunächst einmal die israelische Staatsbürgerschaft ablehnt, dann das Verfahren bei der Botschaft durchläuft, danach zum israelischen Innenministerium geht und doch noch die israelische Staatsbürgerschaft erhält.
In Israel hat man damit wenig Probleme, denn man weiß um die komplizierten Verfahren mancher Länder. Und in Israel selbst kann jeder Israeli andere Staatsbürgerschaften haben, ohne dass die Behörden sich anstellen.
Aktuell ist es wieder so, dass ich selbst nach fast 18 Jahren israelischer Staatsbürgerschaft meinen im Jahre 2003 abgelaufenen deutschen Pass erneuern kann. Wenn ich denn bei uns zum Innenministerium gehe und meine israelische Staatsbürgerschaft bestätigen lasse. Danach wird alles zur Deutschen Botschaft nach Tel Aviv gesandt und entschieden. 

 

 

Dieses Formular muss vom israelischen Innenministerium unterschrieben werden. – Photo: Miriam Woelke

Wie genau sich die Gesetze auf deutsche Nichtjuden in Israel auswirken, kann ich nicht sagen. Ich denke mal, dass durch eine Heirat mit einem Israeli nicht sofort die volle israelische Staatsbürgerschaft erteilt wird und derjenige Deutsche eh seinen deutschen Pass behält.
Ich persönlich warte mindestens bis zum Sommer ab, um zu sehen, wie sich die Lage in Deutschland überhaupt entwickelt.

Trip nach Tel Aviv

B“H
Ich schulde noch einige Leutchen Antworten auf ihre Emails an mich und die kommen auch noch. 🙂 Heute aber musste ich erst einmal auf die deutsche Botschaft nach Tel Aviv, um meine Unterschrift auf einem Dokument beglaubigen zu lassen.
In den nächsten Tagen werde ich einen Bericht zur deutschen Botschaft verfassen. Wie ist das, wenn man da hin muss? Wie sind die Angestellten so?
Und es gibt Neuigkeiten von der Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschft. Dies betrifft Leute, die Aliyah machen (offiziell nach Israel einwandern) und von daher automatisch die israelische Staatsbürgerschaft erwerben.
Bislang war es eine Zeit lang so, dass derjenige Deutsche ein bestimmtes Verfahren bei der Botschaft und dem Auswärtigen Amt durchlaufen musste, um, neben der israelischen Staatsbürgerschaft, den deutschen Pass zu behalten.
Jetzt haben sich die Gesetze wieder einmal geändert und es wird momentan leichter gemacht. Ohne spezielle Prozedur, aber dafür mit Bescheinigung vom israelischen Innenministerium (Misrad HaPnim) in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft.
Dazu dann auch mehr im selben Artikel!
Und jetzt muss ich erst einmal Chanukkah – Kerzen anzünden. 🙂

 

Leserfrage: „Israels Einwanderungsgesetze“

B“H
Irgendwo las ich in den letzten Tagen, dass sich offenbar jemand aus Deutschland über die Einwanderungsgesetze Israels mokierte. Ausgerechnet jemand aus Deutschland!
Juden sind seit dem Holocaust froh, ein Land zu haben, in dem sie ungehindert leben können und dann kommt jemand aus Deutschland daher und zweifelt auch noch die Gesetze Israels an. Angeblich wurde da behauptet, dass die Juden selber Schuld am Antisemitismus seien, wenn Israel denn so strenge Einwanderungsgesetze habe.
Wer so etwas schon von sich gibt, wurde vermutlich auf dem hiesigen Innenministerium bei der Visaverlängerung heruntergeputzt. 🙂 Aber vielleicht sind die Leute in Dubai, die Japaner, Amerikaner oder Saudis auch selber Schuld, wenn sie gehasst werden. In diesen Länder nämlich kann sich auch nicht jeder so einfach niederlassen.
Israel definiert sich als jüdischer Staat und es gelten die hiesigen Gesetze. Wir sind nicht Thailand, wo eben mal so jeder kommen kann. Palästinenser innerhalb Israels (nicht diejenigen, die in der Autonomie leben) haben die israelische Staatsbürgerschaft mit allen Rechten und Pflichten.
Israel dient als Zufluchtsort für Juden und jeder Jude, der beweisen kann, dass er Jude ist, darf einwandern. Er erhält umgehend die Staatsbürgerschaft. Wer als Nichtjude einen jüdischen Israeli heiratet, bekommt heutzutage nicht sofort die Staatsbürgerschaft und muss selbst um eine Arbeitserlaubnis bangen. In Israel gibt es sehr viel Bürokratie und ehe ein Amt mal entscheidet, können Monate, wenn nicht Jahre, vergehen.
Ich verstehe nicht, warum ein Nichtjude hier einwandern wollen würde. Da gibt es bessere Länder, wo die Lebenshaltungskosten nicht so hoch sind. In Israel herrscht auch Arbeitslosigkeit und ein Nichtjude wird nicht in jedem Unternehmen angestellt. Allein schon aus dem Grund, weil es genügend jüdische Einwanderer gibt. Nicht selten hochqualifiziert und diese Einwanderer brauchen eben keine Arbeitserlaubnis und den ganzen Behördenkram. Kaum ein Unternehmen will sich mit Ausländern das Leben schwer machen. Und falls doch, wird jemand eingearbeitet und bekommt dann kein neues Visum mehr und muss das Land verlassen.
Immer wieder kommen Gastarbeiter von den Philippinen oder aus Bulgarien oder China. Die Philippinas arbeiten befristet in der privaten Altenpflege und Bulgaren und Chinesen unterschreiben befristet Verträge, um hierzulande auf dem Bau zu arbeiten.
Man kann das schlecht einem Außenstehenden erklären, aber das Leben in Israel ist nicht leicht. Und damit spiele ich auf die Mentalität und das Alltagsleben an. Wer als Tourist im Land herumreist, der erhält manchmal einen eher romantischen Eindruck vom Leben in Israel. Wer jedoch erst einmal so richtig im Land lebt und arbeitet, muss lernen zu kämpfen. Vor allem aber muss er lernen, mit der Mentalität zurechtzukommen. Vielen selbst jüdischen Neueinwanderern gelingt das nicht und sie kehren nach einiger Zeit in ihre Heimatländer zurück, wo sich sie ernster genommen fühlen und leichter in der Lage sind, ihr Leben zu meistern. 

 

Hier ein paar Infos zu den Einwanderungs – bzw. Visagesetzen:
http://mfa.gov.il/MFA/ConsularServices/Pages/Visas.aspx
http://www.jewishagency.org/first-steps/program/5131
https://www.quora.com/Is-Israel-a-Jews-only-state-Can-a-non-Jew-live-and-work-there
Deutsche Juden, die in Israel offiziel einwandern, wissen bestimmt, dass die Bundesrepublik neben der deutschen Staatsbürgerschaft keine zweite erlaubt. Basierend auf einem Gesetz aus dem Jahre 1919.
Wer also die israelische Staatsbürgerschaft animmt, ohne beim Auswärtigen Amt (dazu sich bitte detailliert bei der deutschen Botschaft in Tel Aviv erkundigen) eine ziemlich aufwendige Prozedur zu durchlaufen, verliert seine deutsche Staatsbürgerschaft.
Ich wollte von Vornherein die Prozedur nicht durchlaufen. Heißt, erst die israelische Staatsbürgerschaft ablehnen und dann nach einem Okay aus Deutschland doch wieder annehmen. Das war mir, ehrlich gesagt, zu blöd und ich sehe mich in Deutschland eh nicht mehr leben. Und jetzt mit all den Migranten und dem ganzen Kram schon gar nicht. Dementsprechend besitze ich keine deutsche Staatsbürgerschaft mehr und „nur“ noch einen israelischen Pass. Was mir vollkommen reicht.
Allerdings nervt es zu sehen, wie diverse Ausländer in Deutschland den deutschen Pass nur so nachgeworfen bekommen, während ausgewanderte Deutsche ihren Pass (bei Annahme einer zweiten Staatsbürgerschaft) sofort verlieren. Jeder illegale Depp darf heute die Grenze nach Deutschland passieren, aber wehe ein im Ausland lebender Deutscher hat einen zweiten Pass. Wir werden in dieser Beziehung gejagt, während die Migranten ganz ohne Pass durchgewunken werden.

Wasserschaden

B“H
Das neue Jahr hat gut angefangen: Gleich mit einem kaputten Rohr in der Dusche.
Rohr ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck. Unser Haus ist fast 40 Jahre alt und in meiner Dusche befindet sich ein alter Schieber. Eine Art Wasserhahn (Haupthahn) ohne Nutzen. Und dieser Schieber fing in der Wand zu tropfen an. Meine Nachbarn schoben nach Monaten mal ihre Couch von der Wand, um zu putzen und siehe da, die halbe Wand war nass und die Farbe bröckelt.
Dem Gesetz nach sind für Wasserschäden die Eigentümer und nicht der Mieter verantwortlich. Meine Vermieterin kontaktiert sogleich ihre Versicherung und gestern kam ein Installateur, um festzustellen, ob es von unserer Seite der Wand tropft oder ob es ein Rohr von den Nachbarn ist.
Der Installateur landete dann auch erst einmal im falschen Teil von Abu Tur. Nämlich bei den Arabern. Er kannte sich nicht aus und hatte sich verfahren. Telefonisch bugsierte ich ihn dann zu unserem Haus. Erst vor ein paar Tagen hatte sich ein israelisches Ehepaar verfahren und die Palästinenser waren gleich mal wieder auf Juden lynchen aus.
Der Installateur ist bei der Versicherung angestellt und er meinte, dass nicht das Rohr tropfe, sondern der Schieber (Wasserhahn). Und Wasserhahnschäden seien nicht mitversichert.
Meine Vermieterin fiel fast in Ohnmacht und der Installateur faselte was von fast 2000 Schekel Eigenbeteiligung (etwas mehr als 500 Euro).
Und was macht ein Israeli dann?
Er ruft einen arabischen Installateur und meine Vermieterin hat da Kontakte. Seit Jahren repariert stets ein Araber aus Abu Gosh alles in unserem Haus. Mit Erfolg und billiger. Und dieser Araber kommt Sonntag, um den Schieber zu reparieren. Heute besichtigte er den Schaden und die vom gestrigen Installateur aufgebrochene Stelle und meinte, dass sei nicht nur der Schieber, sondern ggf. auch das Rohr und die Versicherung müsse zahlen.
Am Sonntag repariert er also den Schieber und dann werden wir sehen, ob die Wand der Nachbarn trocknet. Sobald das geschieht, wird sie frisch gestrichen.
Die Nachbarn sind froh, dass es von unserer Seite aus tropft, denn sie sind kurz vor einem Rechtsstreit mit ihren Vermietern. Vor ein paar Monaten tropfte es aus einem Rohr in ihrer Wand und sie bekamen eine Wasserrechnung von fast 3000 Schekeln (circa 760 Euro).
Bei solchen Fällen muss man den Rohrbruch nachweisen und dann wird einem die Rechnung erlassen. Ansonsten muss der Vermieter für Rechnung und Schaden aufkommen. Die Vermieterin der Nachbarn liess das Rohr reparieren und sandte die Rechnung von 13,000 Schekel (circa 3300 Euro) an die Nachbarn. Die flippten aus und schulden der Vermieterin angeblich bis heute 8000 Schekel (circa 2000 Euro). Und so wird gestritten.
Viele israelische Vermieter wälzen nur allzu gerne Wasserschäden auf die Mieter ab und so mancher Mieter kennt die Gesetzeslage nicht. Nämlich, dass der Vermieter aufkommen muss.
Dann hoffe ich mal, dass der Schieber ab Sonntag nicht mehr tropft. Ansonsten muss das ganze Rohr rausgekloppt werden und meine Vermieterin will dann gegen die Versicherung vorgehen, damit die zahlt.