Leben in Jerusalem

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Vor den Wahlen in Israel: „Politiker wechseln die Parteien wie Unterhosen“

B“H
Am 9. April 2019 wird eine neue Knesset gewählt und bereits jetzt ist der Machtpoker in vollem Gange. Jeder kleine Dödel – Abgeordnete will unbedingt sein eigener kleiner King sein und gründet eine Partei. Aktuelles Beispiel sind die beiden Ex – Likudnikim Ayelet Shaket und Naftali Bennett vom Bayit Yehudi.
Vor ein paar Jahren übernahm das Duo nach Jahren beim Likud die Bayit Yehudi – Partei, die aus der Fusion von Mavdal und Ichud HaLeumi entstanden war. Die Mavdal war bis dahin eine rein religiös – zionistische Partei gewesen, aber das sollte sich mit Shaked und Bennett schnell ändern, denn die beiden hatten irgendwie immer nur ihre eigenen Interessen vor Augen. Das nationalreligiöse Movement war ihnen Schnuppe und die Partei diente ihnen lediglich als Sprungbrett in die Unabhängigkeit.
Gestern Abend wurde verkündet, dass besagtes Duo das Bayit Yehudi verlässt, um eine neue säkular – religiös – zionistische Partei Namens „HaYamin HaChadash“ (die Neue Rechte) zu gründen. Die restlichen Abgeordneten des Bayit Yehudi waren nicht gerade traurig über den Abgang von Ayelet Shaked und Naftali Bennett und man wollte sich wieder auf seine alten religiösen Werte besinnen. Aber nichts da, denn heute verkündete Bennett, dass seine neue Partei und Bayit Yehudi ja nach den Wahlen koalieren könnten.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/256887
https://www.jpost.com/Breaking-News/Bennett-and-Shaked-announce-creation-of-new-political-party-575753
All diese Machtspielchen kotzen mich total an und es war abzusehen, dass mit den Wahlen erneut keinerlei Mehrheit zusammenkommt, sondern all die kleinen Splitterparteien die großen Parteien erpressen werden. Es sei denn, Netanyahu gelingt es tatsächlich zwischen 30 – 40 Sitze zusammenzubekommen.
Jeder unzufriedene Abgeordnete und fast jeder ehemalige Oberbefehlshaber meint, seine eigene Partei gründen zu müssen. Ohne Agenda und nur allein, um die eigenen Machtbedürfnisse zu stillen. Was unterscheidet heute noch eine abgetakelte Zipi Livni von Moshe Kachlon oder Avi Gabbai? Das ist ein und derselbe Quark, den keiner braucht.
Nach den Wahlen kümmert sich eh kaum mehr ein Abgeordneter um das Volk, sondern spielt seine privaten Machtspielchen. Hauptsache es gibt kostenlose Auslandsreisen und iphones.
Netanyahu ist das kleinere Übel und obwohl fast alle Knesset – Abgeordneten korrupt sind, konzentrieren sich unsere linken Propagandamedien fast immer nur auf ihn. Dabei beschrieb neulich erst Ben Caspit in seinem Buch weitere Politiker, welche freudig die Hand aufhalten. Von Ya’ir Lapid bis Zipi Livni sind alle dabei:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2018/05/06/rezension-zur-netanyahu-biographie-von-ben-caspit/
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Leserfrage: „Die AfD in Jerusalem?“

B“H
Eine eher seltsame Frage, denn in Israel haben wir keinerlei deutsche Parteien. Zwar gibt es die israelischen Grünen auf lokaler Ebene, doch die kümmern sich vorwiegend um die Natur. Wenn, zum Beispiel, in Jerusalem einmal wieder Bäume einem Parkplatzbau zum Opfer fallen sollen.
Eine AfD gibt es in Israel nicht und, wäre ich in Deutschland, würde und könnte ich die AfD nicht wählen.
Ich darf in Deutschland gar nicht wählen, da ich kein deutscher Staatsbürger bin. Ich habe lediglich einen israelischen Pass und somit hat sich die AfD erledigt.
Ich würde die AfD nicht wählen, weil Herr Gauland in einem Interview einmal sagte, dass er deutsche Soldaten in Israel stationieren würde. Für Israel ist diese Vorstellung ein absoluter NoGo.
Sehr viele Israelis, mich eingeschlossen, verstehen aber, warum soviele Deutsche die AfD wählen und die Leute sind hierzulande der Meinung, dass, wenn die Deutschen nicht bald aufstehen und sich wehren, Europa in wenigen Jahren von der Schariah und vom Chaos beherrscht wird.

Netanyahu führt

B“H
Ob man Bibi Netanyahu nun mag oder nicht, es gibt momentan keinen Ersatz für ihn. Der selbsternannte Liberale Ya’ir Lapid mit seiner Partei Yesh Atid blieb gestern Abend fern und erschien nicht zum geplanten Fernsehinterview. Ich glaube, es war beim Kanal 10.
Lapid hatte, wie immer, wenn er seine eigene Person angegriffen sieht, die Hose gestrichen voll. Der schöne Ya’ir wusste, dass die Umfragen ihn nicht lieben und um dem Ergebnis zu entgehen, blieb er weg. Die Journalistin liess dann im TV den Spruch los
„Wenn Lapid schon Angst vor Umfragen habe, wie will er dann erst den Iran, die Hamas oder die Hizbollah bekämpfen?“
Der als extrem arrogant bekannte Lapid, der seine Partei wie ein Diktator regiert, landete dann auch weit abgeschlagen hinter Netanyahu. Seit Monaten führen Netanyahu und der Likud mit mehr als 30 Sitzen. Lapid landete weit abgeschlagen und die Arbeiterpartei unter dem neuen Vorsitzenden Avi Gabbay ist keinen Pfifferling mehr wert. Die israelische SPD ist überflüssig geworden, denn andere Parteien haben den Sozen die Wähler weggenommen. Zudem macht Avi Gabbay auch keine gute Figur.
https://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/247184
Ich muss gestehen, dass selbst ich Netanyahu derzeit wiederwählen würde, denn es ist ja niemand anderes da. Ich bin kein Freund von Naftali Bennett und da ist mir Netanyahu schon lieber. Liebermann ist mal so und mal so und hat nicht immer eine feste Linie. Netanyahu kann sich gegenüber dem arabischen Terror durchsetzen, wenn er denn will und nicht wieder umkippt. Mit Donald Trump im Nacken geht es Bibi aber deutlich besser.
Manchmal überlege ich mir, in den Likud einzutreten, bezweifele aber, ein richtiger Parteimensch zu sein.
Israelis wollen Sicherheit und wie ein Kommentarschreiber neulich richtig deutete: Ya’ir Lapid kann man noch nicht einmal einen Kiosk anvertrauen. 🙂
Sicherheit (Bitachon) steht im Vordergrund und egal, was jemand für eine Meinung hat: Netanyahu gewährleistet diese Sicherheit bislang. Und so enden wie Europa oder gar Deutschland will in Israel niemand. Außer natürlich der extremen Linken. Nach Gaza ziehen wollen diese Linken dann aber auch nicht.

 

Und was jetzt eine Woche nach den Knessetwahlen ?

B“H
Netanyahu verhandelt eine Koalition. Das wird noch etwas dauern und die Gerüchte, dass es immer noch eine große Koalition geben könnte, sind noch lange nicht abgehakt. Bei Bibi weiss man bekanntlich nie, aber deswegen haben wir ihn trotzdem gewählt. Er ist halt das kleinere Übel !
Wie Esser Agaroth erschreckenderweise feststellt: Die eigentlicher Sieger der Knessetwahlen 2015 sind die arabischen Parteien !
 http://esseragaroth.blogspot.co.il/2015/03/who-really-won-2015-israel-elections.html

Am Ende stimmte ich für LIKUD

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Photo: Miriam Woelke
„Geht wählen !“ – So die heutige Schlagzeile der größten israelischen Tageszeitung „Israel Hayom“
B“H
Bis 22.00 Uhr sind die Wahllokale noch geöffnet. Außer, dass ich heute früh wählen war, habe ich mich noch nicht weiter mit dem Thema beschäftigt. Wozu auch ? Ergebisse werden erst nach 22.00 Uhr bekannt gegeben. Zwar scheinen deutsche Medien alles im Voraus zu wissen. Jedenfalls sabbeln sie Euch ganz schön mit Unwahrheiten voll. Wer die Wahlen und israelische Politik verstehen will, der muss im Land leben, die Sprache sprechen und die Mentalität kennen. Ohne dem geht gar nichts oder man steht immer unwissend daneben, weil  automatisch alles mit deutschen Verhältnissen verglichen wird. Aber Israel tickt anders.
Ursprünglich wollte ich die haredisch (ultra – orthodoxe) Partei Yahadut HaTorah wählen. Kam dann aber davon ab, da die Partei im Falle eines Wahlsieges der Linken unter Zipi Livni / Yitzchak Herzog bereit ist, mit eben jenen Linken zu koalieren.

 

 

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Photo: Miriam Woelke
 In meiner Wahlkabine

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

 

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Photo: Miriam Woelke
 Bild oben: Likud – Stimmzettel

 

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Photo: Miriam Woelke
 Oberes Bild: LIKUD unter dem Vorsitz von Netanyahu

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 Eli Yishai / Baruch Marzel: Die Yachad – Partei

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Danach schwengte ich auf Eli Yishai und Baruch Marzels Yachad – Partei um. Sie können das Zünglein an der Waage sein und eine Koalition mitentscheiden. Auf dem Weg ins Wahllokal kam ich nochmals in Grübeln, denn ich will nicht, dass die Linke siegt und eventuell Achmad Tibi noch ins Verteidigungsministerium einzieht. Herzog kündigte einen Einzug des Palästinenser Tibi, der nach der Vernichtung Israels schreit und offen mit der Hamas liebäugelt, ins Sicherheitsgremium an. In dem Fall wären Hamas und Hizbollah bestens über die israelische Armee informiert. Ich will nicht, dass die Linke siegt, denn dann geht es mit unserem Land erst recht den Bach hinunter. Dann können wir wirklich bald Kofferpacken gehen.

 

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Photo: Miriam Woelke
 Wahlplakate

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Am Ende entschied ich mich, dem Likud meine Stimme zu geben. Nicht, weil ich Netanyahu mag. Ganz bestimmt nicht, denn er lügt und am Ende knickt er doch wieder vor Obama und der EU ein. Das kennen wir bereits zur Genüge. Andererseits will ich keine Zipi Livni, die bereitwillig das Land an die Palästinenser verteilt und uns weiterem Terror und Raketen aus Ramallah und Ost – Jerusalem aussetzt. In Jerusalem sind wir uns der Lage bewusst, Zipi in Tel Aiv kann gut reden und ignorieren. In ihre Fenster fliegen ja keine Molotow – Cocktails.
Von Bekannten hörte ich, dass ich wahrlich kein Einzelfall bin und viele Leute, die Yishai oder Bennett (Bayit Yehudi) wählen wollten, letztendlich dem Likud ihre Stimme gaben, um Herzog / Livni mit der Arbeiterpartei zu verhindern. Mal sehen, ob das gelingt.
Allerdings mache ich mich nicht verrückt und bislang geht heute in Jerusalem alles gelassen zu. Das Wetter war einigermaßen sonnig und die Leute sitzen in Cafes und Restaurants oder fahren Rad. Ein ganz normaler Ferientag halt.
Selbst wenn Bibi Netanyahu weniger Stimmer erhalten sollte, so kann er immer noch Premier werden, wenn er eine größere Koalition stellt als Yitzchak Herzog. Wenn Kachalon und Bennett mit Netanyahu koalieren, zum Beispiel. Wer weiss … vielleicht gibt es am Ende eine große Koalition mit Netanyahu und Herzog. Dann bin ich natürlich angeschmiert.
Ich gebe Euch allen einen Rat: Glaubt nicht alles, was Euch die Medien vorblubbern. Nicht in Deutschland und nicht in Israel. Wahlergebnisse in Israel enden meistens im Koalitionschaos, da niemand eine Mehrheit bekommt. Und mittlerweile überdauern Regierungen kaum mehr zwei Jahre anstatt der üblichen Legislaturperiode von vier Jahren.

Tel Aviv: „Zur gestrigen Großdemonstration der israelischen Rechten“

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Photo: Miriam Woelke
Die Örtchen
B“H
Wie bereits erwähnt, fand gestern Abend auf dem Tel Aviver Rathausplatz Kikar Rabin eine große Demonstrations Israels Rechter statt. Wobei RECHTS hier keinesfalls für vergleichbare deutsche Rechte steht, sondern für demokratische Parteien. Ähnlich der CDU / CSU.
Bevor die Veranstaltung begann, war ich einige Zeit dort und photographierte die Vorbereitungen. Danach seilte ich mich ab zum Busbahnhof, denn ich wollte vor all den Massen und Staus daheim sein.

 

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Photo: Miriam Woelke
YACHAD – Eli Yishai und Baruch Marzels Rechtspartei. Mein Favourit !

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke
Israels linksgerichtete Medien: Der Radiosender Kol Israel sowie die Fernsehanstalten. Alle waren sie live dabei.

 

 

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Photo: Miriam Woelke
Die Linken hatten Krawalle angekündigt. Dementsprechend war das Sicherheitsaufgebot.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Die Bühne vor dem Rathaus von Tel Aviv

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

Wahlpropaganda in Israel

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Photo: Eli Yishai

Ich werde Eli Yishai (oben links) meine Stimme geben !

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 LIKUD Wahlpropaganda am Alten Bahnhof von Jerusalem

 

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Photo: Miriam Woelke