Leben in Jerusalem

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Israel im Mai 2019: „Neuwahlen, Hitzewelle & und Yom Yerushalayim“

B“H
Nachdem Avigdor Liebermann es mit seiner kleinen unbedeutenden Partei einmal wieder geschafft hat, die Regierung zu kippen, wird es bei den Neuwahlen am 17. September schwer für ihn werden, nochmals die Kurve in die Knesset zu kriegen. So schnell werden ihm das die Israelis nicht verzeihen. Überhaupt haben eine Menge Leute die Schnauze von den kleinen nutzlosen Splitterparteien gestrichen voll.
Unterdessen versucht Netanyahu die Abtrünnigen Naftali Bennett und Ayelet Shaked wieder für den Likud zu gewinnen. Das Gespann begann einst die Karriere beim Likud, wechselte aber dann zum Bayit Yehudi und vor wenigen Monaten gründeten sie ihre eigene Partei, welche bei den Knesset – Wahlen scheiterte. Jetzt denkt man darüber nach, zum Bayit Yehudi oder zum Likud zurückzukehren.
Ob es bei Liebermann und die Absage an eine Koalition nur darum ging, die haredischen Parteien samt ihrer Forderung zwecks Befreiung vom Armeedienst ging, darüber darf spekuliert werden. Insgeheim schleimte die Opposition mit Yair Lapid bei Liebermann umher, Netanyahu zu stürzen. Welche genauen Intrigen eine Rolle spielten oder auch nicht, die Öffentlichkeit wird es wohl kaum erfahren.
Mehr Infos hier:
https://www.israelhayom.com/2019/05/30/knesset-dissolves-early-election-to-be-held-september-17/
Wir gehen also wieder zur Wahl und das ganze Theater geht von vorne los.
Am Sonntag kommt nochmals jemand, um mir das Youtube Live Stream Programm einzurichten und um alles zu testen, werden ich abends vielleicht einen Stream starten. Es kann ja nur schiefgehen. 🙂

 

Unterdessen haben wir eine weitere Hitzewelle und in Jerusalem herrschen heute schlappe 37 Grad Celsius. Morgen schon soll es sich auf 34 Grad „abkühlen“!
Nein, meine CT Ergebnisse habe ich immer noch nicht. Am Dienstagmorgen habe ich einen Onkologie – Termin bei einem Spezialisten und der wird ganz normal von der Krankenkasse gezahlt. Sein Büro befindet sich gleich neben der Spezialisten, die meistens privat arbeitet. Mit deutschen Verhältnissen Privatarzt / Kassenarzt ist das nicht zu vergleichen. In israelischen Krankenhäusern arbeiten so einige Ärzte fast nur mit Privatpatienten zusammen. Das bringt mehr Geld in die Kasse.
Mit dem CT Ergebnis rechne ich diese Woche nicht mehr. Schlimmstenfalls muss ich bis Dienstag warten. Dann teilt mir der Onkologe halt alles mit. Eigentlich wollte man per Email in Kontakt bleiben, aber wie das halt in Israel so ist … nichts wird eingehalten. Ich muss sagen, dass mir das jetzt egal ist. Erfahre ich halt Dienstag das Ergebnis.
Heute ist bereits Donnerstag, der Schabbat steht vor der Tür und es riecht nach Wochenende. Am kommenden Sonntag feiert Jerusalem YOM YERUSHALAYIM – Jerusalemtag. Den Jahrestag der Befreiung der von Arabern besetzten Altstadt im Sechs – Tage – Krieg (Juni 1967). Sonntagnachmittag werden Teile der Innenstadt gesperrt, denn denn die traditionelle Flaggenparade findet statt. Bestehend aus vorwiegend Tausenden nationalreligiösen Jugendlichen. Ich werde hingehen und ein paar Videos machen.
Die Parade beginnt im Sacher Park (Gan Sacher) und endet an der Klagemauer (Kotel). In Jerusalem wird der YOM YERUSHALAYIM ganz groß gefeiert. Meistens in nationalreligiösen Kreisen und in deren Synagogen. 

 

Der Winter meldet sich nochmal zurück

B“H
Die Temperaturen dieser Woche bewegen sich in Jerusalem um die 15 Grad Celsius. Zwar stehen die Pflanzen in voller Blüte, doch der Winter kehrte nochmals ein. Bis morgen Mittag ist Regen möglich und bis zum Schabbat bzw. dem ersten Tag von Pessach bleibt es trocken, aber kühl.
Am Sonntagmorgen wollte ich eigentlich in die Altstadt bzw. zur Klagemauer (Kotel), aber daraus wird wohl nichts werden. Dauerregen in Strömen ist angesagt und nur 12 Grad Tagestemperatur. Erst am Montag soll es wieder etwas wärmer werden.
Wer also das christliche Ostern in Jerusalem verbringen will, sollte sich warm anziehen. Jüdische Pessach – Gäste aus der Diaspora haben jedoch noch ein paar Tage mehr Zeit, um auf warmes Wetter zu hoffen. Pessach endet am Freitagabend der nächsten Woche und dann geht es gleich über in den Schabbat.

Winter & Pessach (Passover)

B“H
Nach einigen sonnigen warmen Tagen kehrt diese Woche der Winter wieder ein. Regen hatten wir bereits heute Morgen, aber gegen Abend soll es so richtig losgehen mit Gewitter in der Nacht und Hagel am morgigen Montag. Die Temperaturen sinken und am Schabbat steht anscheinend ein neues Unwetter mit Kälte ins Haus.
Vorbei ist der Winter also noch nicht.
Noch bevor die Leckereien für Purim in den Regalen zu finden waren, standen schon die Pessach – Sachen dort. An erster Stelle Putzmittel, denn gleich nach Purim in der letzten Woche, beginnen viele Familien bereits jetzt mit dem Pessach – Putz. Zimmer für Zimmer wird gründlichst auf den Kopf gestellt, denn zu Pessach darf kein einziges Getreidekorn im Haushalt vorhanden sein.
Alles wird auseinandergenommen und auch ich will in dieser Woche irgendwann mit meinen Bücherregalen anfangen. Jedes Buch abwischen und die Regale richtig auswaschen. Zwar habe ich nur eine 2 – Zimmer – Wohnung, aber es gibt vor Pessach trotzdem viel zu tun. 🙂

Regel, Hagel & Kälte in Jerusalem

Gestern und heute sind wir wahrlich vom Winterwetter befallen. Regen und Hagel nonstop in Jerusalem. 

 

Der Winter meldet sich zurück

B“H
Nach einiger Zeit des Sonnenscheins und Temperaturen um die 15 Grad Celsius (in Jerusalem) ist letzte Nacht der Winter zurückgekehrt. Sturmböen, Regen und Temperaturen um die 8 Grad Celsius. Morgen soll es sogar wieder einmal hageln.
Kühl und regnerisch bis mindestens Mitte nächster Woche. Zwar blühen schon einige Bäume und man hört Vogelgezwitscher, aber der richtige Frühling bzw. der Sommer scheinen noch weit entfernt. Auf dem Golan soll es wieder schneien und die dortige Wintersaison ist noch nicht vorbei.
Jerusalem zeigt sich nass und mit grauem Himmel. Ich jedenfalls freue mich auf die wärmere und vor allem sonnige Jahreszeit.

Sonnenschein & Armut in Israel

B“H
Jerusalem, 24. Januar 2019, strahlender Sonnenschein und 19 Grad Celsius Tagestemperatur.
Ich will in Europa niemanden neidisch machen, denn Ihr habt ja offenbar eine Kältewelle. Nehmt es aber nicht allzu tragisch, denn in Israel kann es im Februar auch nochmals richtig kalt werden. Der Winter ist noch lange nicht vorbei.
Dennoch bringt das mildere Wetter mit Sonne erst einmal richtig schöne Energie mit sich. Das ist gleich ein ganz anderes Feeling, wenn man morgens aufsteht und ich verbringe viel Zeit auf dem Balkon. Besonders am Schabbat. Wer dieser Tage vorhat, nach Israel zu reisen: Bringt bloß nicht nur Eure Sommerkledage mit, sondern auch feste Schuhe und Pullover.
Immer wieder werde ich nach Preisen in Israel gefragt und das Thema scheint kein Ende zu nehmen. Kurz gesagt: Geht davon aus, dass Israel ein teures Land ist und die Spaghetti nicht nur ein paar Cent kosten. Wer essen geht, muss immer damit rechnen, mehr zu zahlen als in Deutschland. Und ein gewöhnlicher israelischer Salat beinhaltet nur Tomaten, Gurken und vielleicht etwas Zwiebel. Oliven, Nüsse und all die Zusätze wie Käse machen alles teurer.
Jeden Tag essen zu gehen ist selbst für den Touristen unerschwinglich und wer kann, der kocht sich in seiner Unterkunft selbst etwas. Übrigens sind die hiesigen Burger King und der McDonald’s sauteuer. Satt wird man von dem Zeug eh nicht und die Qualität ist genauso mies wie in Deutschland. 🙂
Jemand auf Twitter fragte nach, wie es mir nach dem OP und der Tumorentfernung geht.
Danke, sehr gut, aber die Diagnose Krebs wird mich den Rest des Lebens verfolgen. Alle drei Monate zum CT Scan, immer mit der Angst, dass ein neuer Tumor wächst bzw. der Krebs in einem anderen Organ startet. Ansonsten bin ich positiv eingestellt und lebe meinen normalen Alltag weiter. 
Themawechsel:
HAARETZ brachte neulich einen lesenswerten Artikel zum Thema ARMUT IN ISRAEL:
https://www.haaretz.com/israel-news/business/one-in-five-israelis-live-in-poverty-report-finds-1.6744795
Es ist absolut richtig, dass Israelis ganz normal arbeiten und dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung in Armut. Und das beschränkt sich nicht nur immer auf die arabische und Ultra – orthodoxe Bevölkerung, sondern ALLE sind betroffen.
Es gibt ausgesprochen wohlhabende Araber genauso wie Ultra – orthodoxe Juden. Manche Ultra – orthodoxe Juden haben Unternehmen und sind Millionäre. Genau wie zahlreiche Palästinenser.
Wen die Armut stark betrifft, sind Neueinwanderer und hierbei besonders die älteren Einwanderer aus den ehemaligen GUS – Staaten. Wer als Rentner nach Israel einwandert, bekommt meist nur den Mindestbetrag der staatlichen Rente und davon kann keiner leben. Selbst nicht mit Mietzuschuss. Deshalb sieht man vor hohen Feiertagen wie, u.a., Pessach (Passover), lange Schlangen vor den Ausgabestellen von Fresspaketen. In diesem Jahr beginnt Pessach Mitte April und nicht jeder hat das Geld für eine eigene Pessach – Seder.
In Deutschland ist es mittlerweile nicht anders und in Israel ist das schon viele jahrzehntelang der Fall: Leute arbeiten und haben am Ende doch kein Geld, weil die Gehälter mies sind und die Lebenshaltungskosten extrem hoch.
Nun werden einige Leser wieder die Statistiken aus dem Internet zitieren, die da das israelische Durchschnittseinkommen bei 8000 oder mehr Schekel auflisten. Genau das entspricht nicht der Realität.
Ich bin mit dem, was ich habe, zufrieden. Klar, könnte es mehr sein, aber ich kann meinen Lebensunterhalt bestreiten und bin nicht im Minus bei der Bank.
Touristen sehen nicht immer die Armut im Land, Es sei denn, jemand wühlt in der Mülltonne oder sammelt Flaschen. Und ja, Flaschen werden auch in Israel gesammelt!
Armut zeigt sich nicht immer an abgewetzten Klamotten oder beim Betteln. Wer jedoch im Supermarkt drastische Einschnitte machen muss und nur von Brot, Butter, Marmelade, Nudeln, Milch und Leitungswasser lebt, der ist arm.
Das Positive ist, dass diverse Lebensmittel wie Brot (billiges und nicht das aus den „Edelbäckereien“), Eier oder Milch staatlich festgelegte Preise haben. Dadurch kann sich jeder das Notwendigste zum Essen kaufen.

 

Schnee in Jerusalem 2019

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Photo: Miriam Woelke

 

Mit großem Trara hatte die hiesige Presse den Schnee in Jerusalem angekündigt, aber am Ende fiel alles recht bescheiden aus.
Zwar fiel gestern Abend ein wenig Schnee, aber er war auch wieder so schnell weg wie er gekommen war. Es ist sehr kalt und stürmisch, doch in der Nacht reichte es nur für Hagel und Graupel. Der große Schneefall blieb in der Hauptstadt aus und heute schon zeigt sich wieder etwas die Sonne. Bis Montag klettert das Thermometer auf 12 Grad an. 

 

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Photo: Miriam Woelke