Leben in Jerusalem

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Das Wetter und das Jerusalem, welches der Tourist nicht kennt

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Photo: Miriam Woelke

B“H
In diesem Jahr spielt das Wetter so ziemlich verrückt. Im sonst noch kühlen März herrschte geradezu Hochsommer und im Mai regnete es. Okay, es ist nicht das erste Mal, dass es im Mai regnet, aber ungewöhnlich ist es schon.
Dann folgte Hitzewelle. Immer wieder unterbrochen durch ein paar Tage Abkühlung (23 – 25 Grad Celsius). Dann wieder Hitzewelle und gestern und heute erneute Abkühlung. Und, man höre und staune, gestern wie heute regnete es. In Sderot im Süden regnete es so stark, dass die Stadt heute geflutet wurde. Und die Regenmassen haben dort sogar einen positiven Effekt: Die brennenden Drachen, welche die Hamas tagtäglich auf israelisches Territorium fliegen lässt, verursachen zumindest heute einmal keine Großbrände.
Gestern war ich in der Innenstadt und was ich dort sah waren eine Menge Touristen. Der Israeltourismus boomt und allein aus Deutschland landen jeden Tag mehrere Flugzeuge mit neuen Touristen. Man hat also keine Angst, nach Israel zu reisen. Wobei unser Land mittlerweile sicherer ist als Deutschland.
In Israel kann man normalerweise ungestört durch Parks schlendern. Auch als Frau alleine. Wobei man am Bell Park, Independence Park oder dem Park gegenüber vom Jaffator (Yaffa Gate) immer aufpassen sollte, denn es sind dort nicht wenige Araber unterwegs. Wer jedoch den weiteren Weg zum Sacher Park bei Nachlaot auf sich nimmt, ist in der Regel sehr sicher und es gibt dort keine Araber. Im Sacher Park gibt es einen Rosengarten mit Pflanzen aus zahlreichen Ländern. Alles exakt nach Ländern geordnet und beschrieben. Der Besucher findet auch eine deutsche Rosenecke gestiftet von Klaus Kinkel, soweit ich mich erinnere.
Mittlerweile zieht es viele Touristen bis in die German Colony (Emek Refa’im Street) und Umgebung. Der schönere Teil von Jerusalem, denn wer will schon in die sozialen Brennpunkte sehen? 🙂
Die German Colony, alles schön und gut, doch wer die Emek Refa’im so ziemlich bis zum Ende entlangläuft, trifft auf eine Kreuzung, wo er links in die Pierre Koenig Street einbiegen kann und direkt im Stadtteil Talpiyot landet. Hier gibt es massenweise Shops, Discounter und von Snackbars bis hin zu guten Restaurants. Weite Teile der Jerusalemer Industrie sind hier angesiedelt und die Preise sind recht günstig. Autohäuser, Möbel, Klamotten, Elektronik, usw.
Wer dasselbe nochmal in entgegengesetzter Richtung haben will, der fahre bis in den Stadtteil Givat Sha’ul in die Beit HaTfus Street. Dort wo die große Angel Fabrikbäckerei liegt und der nationalreligiöse Stadtteil Kiryat Moshe direkt an das Ultra – Orthodoxe Givat Sha’ul anschliesst. Aber keine Angst, in der Beit HaTfus Street geht alles ganz normal zu. Weiter hinten in der Straße finden sich die großen Discounter Rami Levi und Osher Ad. Wobei ich sagen muss, dass beide Discounter richtig teuer geworden sind.
Um nicht nach Feierabend bei Rami Levi in Talpiyot ewig an der Kasse anstehen zu müsse, gehe ich recht häufig zum Super Sapir an der Derech Hebron. Eigentlich ein teurer Supermarkt, doch mittlerweile ist es dort oft billiger als bei Rami Levi. Der Super Sapir ist fast immer leer und ich frage mich, wie lange man dort noch durchhält, bevor die Bude dichtmacht.
Touristen sind meist erst einmal geschockt, wenn sie einkaufen gehen und sehen, wie teuer die Lebensmittel in Israel sind. Hier ist leider nichts mit ein paar Cent und zwei Euro oder so. Selbst Nudeln oder Dosen mit Bohnen, Erbsen, etc. sind, im Verhältnis zum Aldi, teuer. Und wer in Tel Aviv in den 24 – Stunden – Läden einkauft, zahlt erst recht drauf.
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Unwetter in Israel und das Jerusalemer Biker Event wird verschoben

B“H
Ich kam gerade von der Arbeit nach Hause als es zu Donnern begann. Ein dunkelgrauer Himmel und zuerst sah alles so aus als würde das Gewitter Abu Tur nicht treffen und stattdessen in die nächsten Stadtteile Armon HaNatziv oder bis nach Gilo ziehen. Aber dann krachte es gewaltig und alles, was in diesem Winter noch nicht an Wasser heruntergekommen war, kam jetzt in Jerusalem innerhalb einer Stunde.
Dicke fette Hagelkörner, Regen in einem Guss und Gewitter. Straßen wurde geflutet und jeder, der noch draußen war, war in sekundenschnelle klatschnass. Und das Ende April, wo eigentlich schon der Sommer vor der Türe stehen sollte.
Das schlechte Wetter hält noch bis Freitag an. Regen, Gewitter und kühl. Am Freitag wird deswegen sogar der traditionelle SOVEV YERUSHALAYIM abgesagt und auf den nächsten Monat verschoben. An dem Event nehmen Tausende Fahrradfahrer (elektrische Fahrräder sind nicht erlaubt) teil. Es geht um keinen Sieg, sondern einfach nur um den Spass. Doch an diesem Freitag fällt alles ins Wasser.
Hier ein kurzer TV Bericht aus den Nachrichten:
Ein Beduine wurde von Wassermassen mitgerissen und leblos geborgen, Schüler auf Klassenfahrt mussten vor den Fluten im Süden gerettet werden. Die Kleinstadt Dimona war überschwemmt und es regnete dort in den Discounter “Victory”. In Rishon LeZion wurde die Shopping Mall geflutet und auch in Tel Aviv und Jerusalem stand vieles unter Wasser.

 

 

Angie Merkels Interview in Israel, Netanyahu und so allerlei

B“H
Ich frage mich echt, warum ich in letzter Zeit dermaßen müde bin und mir nach der Arbeit daheim sofort die Augen zufallen. Damit bin ich nicht allein, wie mir meine liebe Umwelt berichtete und wir schieben alles auf das Wetter. Der März war viel zu warm und mittlerweile dachten wir, dass der Sommer fast da ist. Ich habe sogar schon meine Elektroheizung staubdicht verpackt und weggeräumt und dann das: Der Winter kehrt zurück. Besser gesagt, er ist schon da.
Gestern Morgen weckte mich ein mächtiger Regenguss auf. Und das Ende April! Es goss und einige Stadtteile Jerusalems waren sogleich überschwemmt. Heute war es angenehm und trocken, morgen wird es warm und dann kommt der Regen. Mittwoch, Donnerstag und Freitag. Und ausgerechnet am Freitag ist das Fahrrad – Event in Jerusalem.
Erst am Schabbat zeigt sich wieder die Sonne bei 24 Grad Celsius. Bis dahin: Mal trübe, mal Sonne und kühl. Besonders abends und nachts.
Am vergangenen Schabbat habe ich die Netanyahu – Biographie von Ben Caspit ausgelesen und plane dazu eine Rezension. Eines kann ich jetzt schon sagen: Das Buch hat meine Empfehlung und wenn Ihr auf Amazon schaut, findet Ihr es auch auf Englisch.
Nun hat der israelische Journalist Ben Caspit das Buch ja als Israeli für Israelis geschrieben. Und Israelis sind viele, im Buch beschriebene, Inhalte bekannt. Eine Menge amerikanische Juden sind Bibi Netanyahu Fans, aber sie kennen weder das Leben in Israel noch das, was die Netanyahu Family hier so macht. Und diese Leserschaft war geschockt und gab dem Buch auf Amazon miese Bewertungen. Einfach, weil sie es nicht glauben konnten, was dort stand. In Israel hingegen wissen wir, was abgeht. Nicht alles, aber halt eine Menge. Und hier ist das Buch ein Bestseller.
Also, wie gesagt, eine Rezension folgt demnächst!
Heute Abend oder in diesen Tagen wird ein Interview mit Angela Merkel und dem israelischen Journalisten Dror (oder Dor?) Glick auf Kanal 10 ausgestrahlt. Eigens für das israelische Fernsehen produziert. Auf Deutsch und mit hebräischen Untertiteln.
Kurze Clips veröffentlichte Kanal 10 gestern Abend auf Twitter und ich muss sagen, dass mich das schwache Deutsch von Glick störte. Er war so darauf konzentriert, seinen Satz irgendwie zuende zu bringen, dass Angie gelangweilt wirkte und Glick, wegen seines Sprachmangels, nicht in der Lage war, nachzufragen. Richtig nachzufragen bzw. nachzubohren.
Kurz gesagt, Angela Merkel hatte leichtes Spiel und so plätschert alles seicht und weichgespült den Bach hinunter. Ich hinterliess Kanal 10 eine Twitter – Nachricht, dass sie jemanden hätten schicken sollen, dessen Muttersprache Deutsch ist.
Diese Verfahrensweise ist typisch bei israelischen Journalisten, deren Englisch oft grauenvoll ist und die sich dann mit US – Politiker unterhalten.
„What you think?“
Meinen Anglo – Freunden geht da regelmäßig die Hutschnur hoch und Schimon Peres sagte zu Lebzeiten ständig PISS PROCESS anstatt PEACE PROCESS. Okay, sein Akzent, aber jemand hätte ihm das einmal sagen müssen.
Oder der Journalist Yaakov Achime’ir im Gespräch mit der Britin Melanie Phillipps:
„You think this?“
Leute, kann da nicht einmal jemand interviewen, der der Sprache sehr gut mächtig ist? Angela Merkel jedenfalls war happy, denn sie hatte nichts zu befürchten.
Zugegeben, ich sah lediglich kurze Clips des Interviews und ich hoffe, dass der Typ vielleicht doch noch Deutsch konnte und nachhakte. Wünschen würde ich es mir. Andererseits wollte er als Kanal 10 Sklave gleich wieder gegen Netanyahu hetzen, aber Angie zog nicht mit. Was hat das Thema „Netanyahu“ auch bei dem Antisemitismus – Interview zu suchen?

Frühlingshaftes Wetter

B“H
In Deutschland ist es eiskalt, in Israel nimmt momentan der Frühling so richtig Fahrt auf. Wer weiß wie lange, denn im März und sogar noch im April kann es kühl und regnerisch werden.
In diesem Jahr jedenfalls feiern wir ein sonniges Purim mit Temperaturen bis 18 Grad Celsius in Jerusalem. Und bis zum kommenden Dienstag klettern die Temperaturen sogar auf 25 Grad Celsius. Somit will ich diesen Schabbat weitgehend entspannt auf dem Balkon verbringen.
Aber, wie gesagt, es kann auch hier nochmal richtig kühl und nass werden. 🙂

Frühlingsgefühle

Photo: Miriam Woelke

 

Photo: Miriam Woelke

 

Zwar sind die Temperaturen erneut deutlich gesunken, doch in Israel haben viele Bäume begonnen zu blühen. Dennoch wird dieser Schabbat total verregnet werden. Regen verbunden mit Gewitter.

Erst kalt, dann warm

B“H
Das aktuelle ungewöhnlich warme Wetter löste in Israel eine kleine Erkältungswelle aus. Erst hatte es mich so richtig erwischt und seit Sonntag bin ich total heiser. „Laryngitis“ nennt man das auf Englisch und ich bin kaum in der Lage zu reden bzw. zu kommunizieren. Arbeiten kann ich, aber halt nicht telefonieren. 🙂
Momentan haben wir noch Temperaturen um die 22 Grad Celsius allein in Jerusalem. Bis Sonntag bleibt es noch warm, doch ab Montag soll der Winter nochmals einkehren. Was dann vermutlich wieder eine neue Erkältungswelle auslöst.
Wer da mit dem Bus zur Arbeit fahren muss, hat es echt nicht leicht, denn der Bus ist ein wahrer Bakterienherd. Gestern sah ich eine Frau mit Mundschutz im Bus sitzen. Das kennt man eigentlich nur aus asiatischen Ländern, aber vielleicht hat sie ja die Schnauze voll von all den Grippewellen. 🙂

Frühlingshafte Temperaturen

B“H
Seit ein paar Tagen herrscht in Israel geradezu frühlingshaftes Wetter. Zwar scheint nicht immer die Sonne und es gibt auch lange trübe Abschnitte, doch in Jerusalem ist es bis mindestens Freitag 21 Grad Celsius warm. An der Küste ist es bekanntlich noch wärmer.
Trauen tue ich dem Wetter nicht, denn der Februar liegt noch vor uns und es kann in Jerusalem noch mal richtig kalt werden und sogar schneien. Hoffentlich nicht, denn ich habe die Schnauze voll von 3 Grad Celsius am Morgen.
Klar, ist das im Gegensatz zum europäischen Winter nichts und ich jammere hier auf hohem Niveau. Dafür habt Ihr aber Zentralheizungen und alles schön warm. Wir hingegen zahlen für unsere elektrischen Heater massig Stromgeld.
Doch jetzt ist erst einmal tolles Wetter und die ersten Blüten zeigen sich. Wobei im winterlichen Israel zahlreiche Bäume ihre Blätter nie verlieren und es immer Pflanzen gibt, die blühen. Nichts ist so grau und depressiv wie in Deutschland.
Bringt Euch aber trotzdem wärmere Klamotten mit, falls Ihr gerade nach Israel reist. Nächste Woche kann das Wetter schon wieder ganz anders aussehen!