Leben in Jerusalem

Startseite » Beitrag verschlagwortet mit 'Aliyah'

Schlagwort-Archive: Aliyah

Israels aktuelle Arbeitslosenstatistik

B“H
Offiziell heißt es, dass die Arbeitslosigkeit stark gesunken ist und die Gehälter anziehen:
http://www.globes.co.il/en/article-unemployment-in-israel-falls-to-new-low-1001174786
Ich würde einmal sehr stark behaupten, dass diese Statistik nur auf gewisse Regionen bzw. Berufsgruppen zutrifft. Wer im Großraum Tel Aviv lebt, hat immer noch die besten Aussichten auf einen Job. Und mehr Geld als in Jerusalem gibt es teilweise auch. Andererseits ist das höhere Gehalt wenig von Nutzen, denn die Lebenshaltungskosten sind extrem.
Es ist nicht leicht, in Jerusalem einen Job zu finden. Noch dazu einen einigermßen gut bezahlten Job, wo der Arbeitgeber sämtliche sozialen Vorschriften einhält. Häufig werden die Arbeitnehmer nur ausgenutzt und erhalten noch nicht einmal den monatlichen Mindestlohn.
Zahlreiche jüdische Neueinwanderer aus den USA starten in Israel ihr eigenes Online Business, mit dem sie auf ein ausreichendes Einkommen hoffen. Es geht hier weniger um Unabhängigkeit, denn man braucht einen Job. Und der ist in bestimmten Regionen des Landes schwer zu finden.
Israelis sind bekannt für Innovationen und Flexibilität und wer das als Neueinwanderer noch nicht besitzt, muss sich diese Eigenschaften dringend aneignen. Das Leben hier ist nicht einfach, aber wer sich anstrengt und sein Anspruchsdenken ablegt, kommt durch. 🙂

Jerusalem: Tote des erweiterten Suizids begraben und die Frage, ob jüdische Neueinwanderer in Israel integriert sind

B“H
Jerusalem ist immer noch im Schockzustand, nachdem vorgestern eine Frau erst ihre vier kleinen Kinder erwürgte, ihr Apartment in Brand steckte und sich dann aufhängte. Das Wohnhaus, in dem die Tragödie geschah, liegt weniger als zehn Minuten von meinem Zuhause entfernt.
Offizielle Berichte besagen, dass die Frau an einer Depression litt und in psychiatrischer Behandlung war. Nichtsdestotrotz gibt es wohl nichts Schlimmeres als seine eigenen Kinder mit in den Tod zu nehmen.
Die Familie war vor 13 Jahren aus Frankreich eingewandert. Der Familienvater war auf der Arbeits als zuhause die Tragödie passierte. Als er heimkam, wurde er von der Polizei und Sozialarbeitern erwartet, die ihm die schlimme Nachricht überbrachten. Sofort kamen seine Eltern aus Frankreich eingeflogen und gestern Abend wurden die fünf Toten beerdigt.
Weitere Informationen hier:
http://www.timesofisrael.com/4-sisters-allegedly-killed-by-mother-in-suspected-murder-suicide-buried-in-jerusalem/
Die riesige Community der in den Statdteilen Baka und Arnona ansässigen französischen Juden befindet sich im Schockzustand. Israelische Medien dagegen begannen zu fragen, ob die israelische Gesellschaft jüdische Neueinwanderer (Olim) richtig integriert oder es den Neuankömmlingen zu schwer macht. So schwer, dass man sich selbst nach mehr als einem Jahrzehnt in Israel immer noch als Außenseiter fühlt.
Eine Menge Leute, mich eingeschlossen, meinen, dass eingewanderte Juden aus Frankreich oft unter sich bleiben. Nach der Aliyah finden sie eine Wohnung, lernen relativ schnell Hebräisch und finden einen Job. Sitzt man jedoch inmitten einer Gruppe von Franzosen, so reden sie immer nur Französisch und kümmern sich nicht um andere. Dasselbe mit Neueinwanderern aus Südamerika, die da immer nur beim Spanisch bleiben.
Okay, Anglos bleiben auch gerne unter sich, doch sind sie geselliger als Franzosen. Ich bin kein Anglo, habe aber zahlreiche Anglo Freunde und arbeite mit Juden aus den USA. Franzosen arbeiten zwar mit Israelis zusammen, ihre Freizeit aber verbringen sie vorwiegend mit ihresgleichen. Nicht nur hier in Baka haben sie sogar ihre eigene Synagoge.
Ich glaube nicht, dass die Frau sich und ihren Kindern das Leben nahm, weil sie sich schlecht integriert fühlte. Vielmehr soll sie an Depressionen gelitten haben. Und ihre Eltern wohnen ebenfalls im Land, was die Sache wesentlich einfacher macht.
Aber ist es wirklich so schwierig, sich in Israel integriert zu fühlen?
In ein fremdes Land einzuwandern, ist nie leicht. Auch nicht, wenn ein Jude aus zionistischen Gründen kommt. Eine andere Sprache und vor allem eine völlig andere Mentalität – damit haben die meisten Neueinwanderer zu kämpfen. Man kann sich nicht ausdrücken wie man will und hält Israelis einfach nur für rüde und unfreundlich.
Hinzu kommt, dass jeder Jude aus der Diaspora sein eigenes Päcklein Leben mitbringt. Jeder stammt von einem anderen Background und jeder kommt mit seinen Erwartungen. Wenn dann erst die Realität zuschlägt, sind nicht wenige frustiert und enttäuscht. So hatte man sich das nicht vorgestellt.
Viele Leute lesen meinen Blog und meinen, dass das Leben in Israel nicht so ist, wie ich es beschreibe. Okay, es ist ihr Recht so zu denken. Von mir aus soll jeder kommen und seine eigenen Erfahrungen machen, die letztendlich fast immer so ausfallen, wie ich es anfangs beschrieben habe. 
Es liegt an jedem Neueinwanderer selbst, ob er sich integriert fühlt oder nicht. Er ist es, der etwas tun muss und nicht unbedingt die israelische Gesellschaft. Klar, ist es hart, aber wer erst einmal Freunde findet und die Sprache lernt, erlebt eine Menge Unterstützung.
Link:
Selbstmord im Judentum

Was arbeiten in Israel?

B“H
Wer heutzutage als Jude Aliyah macht (nach Israel einwandert), steht immer wieder vor der Frage, was er denn arbeiten soll. Vor allem aber wo und wie einen Job findet. Die Arbeitssuche kann sich als schwierig erweisen und zudem ist sie regional bedingt. Am Küstenstreifen zwischen Tel Aviv bis Haifa ist es einfacher einen Job zu finden als anderswo im Land. Die Frage ist nur, ob man genug verdient, um seine hohen Lebenshaltungskosten zu bestreiten.
In vielen Berufszweigen sind Neueinwanderer aus den USA den Europäern überlegen. Oft schon allein wegen der Muttersprache Englisch. Bei mir auf der Arbeit wird nur Englisch gesprochen, da wir vorwiegend internationale Kunden bedienen. Englisch ist nicht meine Muttersprache, aber ich komme gut zurecht. Trotzdem wird immer wieder ein Englisch auf extrem hohen Level verlangt und Leute wie ich müssen sich einem Sprachtest unterziehen. 🙂 Was dagegen verziehen wird, sind Akzente. Zu meiner Zeit in Deutschland war das anders und wer einen Akzent im Deutschen hatte, kam weniger gut rüber. In Israel haben eine Menge Leute Akzente und der einzige, der negativ behaftet ist, ist wohl der russische.
Ich kenne sehr viele Amerikaner, die nach ihrer Einwanderung keinen Job fanden. Anstatt Sozialhilfe zu kassieren, machten sie sich kurzerhand selbstständig. Und das fast immer im IT – Bereich. Sie reparieren Computer oder gründeten ein Online Business. Sie verkaufen Online Fahrzeugteile oder selbsthergestellte Jerusalemer Seife. Erfindungsreichtum muss schon sein und wer eine gute Idee hat, der hat erst einmal ein Einkommen, anstatt nur dazusitzen und zu jammern.
Aktuelles zur Arbeitslosigkeit in Israel:
http://www.globes.co.il/en/article-slight-rise-in-unemployment-1001168350

Hebräisch – Englisch für jüdische Neueinwanderer

 

B“H
Das israelische Fernsehen berichtet in regelmäßigen Abständen von Neueinwanderergruppen. Alle paar Monate kommt ein Flugzeug aus den Staaten. Vollgepackt mit Hunderten US – Juden, die nach Israel auswandern. Die Meinung des israelischen Otto Normalverbrauchers dazu lautet: Dass amerikanische Juden aus zionistischen Gründen nach Israel auswandern (Aliyah machen). Nichtsdestotrotz muss sich jeder Neueinwanderer erst einmal beweisen.
Was gerne verschwiegen wird, ist die relativ hohe Zahl der Rückkehrer in die Heimatländer. Die Gründe, warum ein jüdischer Neueinwanderer es in Israel nicht packt, sind vielzählig:
  1. Das Erlernen einer neuen Sprache und Schrift ist nicht einfach.
  2. Hinzu kommt die chaotische israelische Mentalität.
  3. Die Leute finden keine Arbeit bzw. keine, von der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Allein vom Niedriglohnsektor kann man in Israel nicht leben.
  4. Die hohen Lebenshaltungskosten in Israel.
  5. Eine Menge Neueinwanderer unterschätzen den Heimwehfaktor und dass man die im Heimatland verbliebene Familie vermisst. Insbesondere erwachsene Kinder und Enkel.
Israelis sagen: „Lass uns mal in zwei oder drei Jahren wiedertreffen und sehen, ob die Leute dann immer noch da sind!“

Gedanken zu einem Neueinwanderer in der israelischen Armee

B“H
Nach allem, was ich in Israel so erlebt habe, kann ich die Aussagen der Autorin nur bestätigen. Wenn denn amerikanische Juden nach Israel auswandern, so tun sie das mehrheitlich aus einer gewissen zionistischen Überzeugung heraus. Und klar sind junge Amerikaner, die vom Flughafen weg in die israelische Armee eingezogen werden, total stolz. Und die Armee erlaubt sogar Facebook Photos mit einem Maschinengewehr. Frei nach dem Motto: Feind und Freund kennen eh unsere Gewehre.
Das Problem ist häufig, dass man als Neueinwanderer nicht gerade die super Aufstiegschancen in der Armee hat, denn der Neuling ist nicht Teil des im Lande so typischen Klüngels. Auch bei der Luftwaffe dürfte es schwer sein. Zumindest, was Helikopter – und Kampfjet – Piloten betrifft.
http://blogs.timesofisrael.com/olim-chadashim-the-suckers-of-the-idf/
Israel ist ein kleines Land und viele Dinge im Leben hängen von den Beziehungen einer Person ab. Wer kennt wen und wie kann man daraus eventuell einen Nutzen ziehen.
Zum berühmten Thema FRAIYER (Freier):
In Israel ist ein Freier nicht etwa der Boss diverser Damen, sondern jemand, der mit sich alles machen lässt. Wer sich hierzulande nicht wehrt und etwas sagt, gilt als Freier und wird gnadenlos ausgenutzt. Ob das nun auf der Arbeit ist oder sonst wo.
Zum Beispiel sind Deutsche daran gewöhnt, dass zu tun, was man ihnen sagt. Hinzu kommt, dass sie zahlreiche Dinge zu ernst nehmen. Wenn ein Israeli etwas sagt oder vorgibt, der Big Boss zu sein, so darf man das nicht immer ernst nehmen. Kurz gesagt, man sollte aufmucken, denn sonst gilt derjenige ewig als Depp bzw. ist ein Freier.
Eine derartige Aufmuck – Mentalität sollte sich ein Neueinwanderer schnellstens angewöhnen, denn immer nur mit Freundlichkeit und Jajaja kommt keiner besonders weit.

Warum verlassen so viele Neueinwanderer (Olim Chadashim) Israel?

B“H
Der nachfolgende Artikel bezieht sich vorwiegend auf Juden aus den USA, die nach Israel einwanderten. Nichtsdestotrotz gelten dieselben Statements für jüdische Neueinwanderer aus anderen Ländern.
Warum gelingt es vielen jüdischen Neueinwanderern (Hebräisch: Olim Chadashim) nicht, sich in Israel ein neues Leben aufzubauen?
http://www.timesofisrael.com/what-will-it-take-to-keep-new-immigrants-in-israel/
Nach dem Artikel empfehle ich, die Leserkommentare zu lesen. Besonders hervorgehoben wird, dass die Mehrheit aller Neueinwanderer mit falschen Erwartungen nach Israel kommt. Alles sei so easy und im Grunde genommen eigentlich so, wie im ehemaligen Heimatland.
Dass das Leben in Israel tough ist, wird allgemein unterschätzt. Erst wenn der Alltag so richtig losgeht und Rechnungen bezahlt werden müssen, herrscht nicht selten ein böses Erwachen. Ein richtiger Job muss erst einmal gefunden werden. Jobs gibt es, doch die sind weitgehend unterbezahlt. Gerade mal Mindestlohn, doch davon kann man kaum leben. Es frustriert, wenn man schuftet und schuftet und sich am Ende jede Pizza vom Munde absparen muss. Gar nicht auszumalen was passiert, wenn man krank wird und eine Menge Rechnungen selber begleichen muss. Viele Medikamente müssen selbst finanziert werden.
Die Landessprache zu lernen ist wichtig. Und zwar so schnell wie möglich. Die Englischkenntnisse fast aller Israelis halten sich in Grenzen. Grammatik und Vokabular sind oft grausam. Früher fiel mir das gar nicht so auf und ich dachte, das Englische in Israel sei schon okay. Bis ich vor einem halben Jahr meinen Zweitjob annahm und nebenbei zum professionellen Englischlehrer wurde. Da kam das große Erwachen. 🙂
Warum also zieht es viele Neueinwanderer zurück in ihr Heimatland?
Wie gesagt, zu romantische Hoffnungen und falsche Erwartungen. Dazu die chaotische israelische Mentalität, die sie sich nicht antun wollten. Extrem hohe Mieten für bescheidene Wohnungen und dazu einen miesen Job, wo man herumkommandiert wird. All das frustriert und das kann der Neueinwanderer im Ursprungsland einfacher haben. Wozu sich abplagen, wenn nichts dabei herauskommt?
In Israel braucht jeder Geduld und Durchhaltevermögen. Nicht nur Neueinwanderer, sondern auchgeborene Israelis. Man rennt von hier nach dort und zurück und hat noch dazu ein kurzes Wochenende und relativ wenig Urlaub. Dagegen wirkt die Bedrohung durch Terror und Krieg geradezu wie ein Kinderspiel.

2000 amerikanische Juden machen Aliyah

B“H
Ein aktuller israelicher TV Bericht über ein paar Tausend amerikanische Juden, die kürzlich Aliyah machten. Für Israelis nur schwer nachzuvollziehen, denn wer würde nicht gerne im Land der unbegrenzten Möglichkeiten leben. Und dann geben Tausende US – Juden alles auf, nur um nach Israel auszuwandern? Warum tun sie das?
Der Bericht ist teils in hebräischer und teilweise in englischer Sprache. Einige Amerikaner sind mit Israelinnen verheiratet, was die Angelegenheit sprachlich bedingt etwas einfacher macht.
Nach all der Euphorie kommt der Alltagstrott, der da lautet: Bürokratie und Jobsuche. Allerdings muss ich dazusagen, dass die amerikanische Aliyah Organisation Nefesh be’Nefesh alle amerikanischen und kanadische Juden, die mit Nefesh be’Nefesh Aliyah machen, bestens versorgt. Sei es mit Geld, Wohnung sowohl als auch mit Jobs.
Der Nachteil von Nefesh be’Nefesh besteht in der Herkunft der Finanzmittel, denn diese stammen teilweise von extremen christlichen Missionsgruppen angesiedelt in den USA. Mehrheitlich stört das die Neueinwanderer nicht, da man mit mit den extremen Christen nichts zu hat. Einen bitteren Beigeschmack hinterläßt die jüdische Organisation Nefesh be’Nefesh dabei schon.
Übrigens ist die Jewish Agency in dieser Hinsicht nicht viel besser, denn auch sie bedient sich der Spenden von extremen US Christen wie den Evangelikalen.