Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Auswandern in einen Kibbutz nach Israel“

B“H
Wer nach Israel auswandern bzw. in Israel offiziell einwandern will, der muss zuerst einmal die Bedingung erfüllen, Jude zu sein. Entweder von Geburt an oder anerkannt konvertiert. Juden, die von aus Deutschland nach Israel auswandern wollen, tun dies normalerweise über die Jewish Agency. Ich selbst war vor mehr als 17 Jahren in der Frankfurter Filiale der Jewish Agency. In Berlin und München gibt es, soweit ich weiß, weitere Filialen.
Die zweite Möglichkeit einer Auswanderung nach Israel wäre, sich in Israel eine Bleibe zu suchen und bei der lokalen Niederlassung des Innenministeriums vorzusprechen. Die entsprechenden Dokumente, die beweisen, dass jemand Jude ist, sollte der Auswanderungswillige sowohl bei der Jewish Agency in Deutschland als auch auf dem Innenministerium in Deutschland dabei haben.
Wer nach seiner Auswanderung in einem Kibbutz leben will, kann sich in Tel Aviv mit dem Kibbutz Movement in Verbindung setzen. Nicht mit dem Volontärsbüro, sondern mit der Kibbutz Bewegung selbst. Wenn ich mich nicht irre, befindet sich deren Niederlassung an der Dubnov Street (nahe der Ibn Gavirol).
Wer einen religiösen Kibbutz sucht: Das Mizrachi Kibbutz Movement befindet sich in Jerusalem an der King George Street. Gleich rechts neben der Großen Synagoge.
Die Kibbutzim selbst haben ihre eigenen individuellen Aufnahmeverfahren. Ein Bewerber muss bestimmte Kriterien erfüllen und meistens 2 – 3 Jahre auf Probe im Kibbutz leben. Danach stimmen die Mitglieder über seine Aufnahme ab. Wird der Kandidat nicht aufgenommen, muss er den Kibbutz recht schnell verlassen.
Aktuell schaut die Lage so aus, dass es sehr viele Israelis in einen Kibbutz zieht. Allein schon wegen der wirtschaftlichen Lage, denn im Kibbutz sind die Bewohner sozial besser abgesichert. Mittlerweile hat sich das aber auch schon wieder geändert und als Kibbutzmitglied muss man nicht selten Geld investieren, um sein Haus im Kibbutz zu kaufen oder zu mieten.
Ganz ohne Geld läuft heutzutage auch im Kibbutz nichts mehr. 🙂
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Zahlreiche britische Juden denken aktuell an eine Auswanderung nach Israel

B“H
Weite Teile von England, Holland, Frankreich, Belgien, Skandinavien oder Spanien werden bereits mehrheitlich von Moslems bewohnt. Die einheimische Bevölkerung zog in andere Stadtteile oder in die Vororte. Beispiel: Fürth in Mittelfranken, wo die Innenstadt seit mindestens zwei Jahrzehnten vorwiegend von Türken bewohnt wird. Oder Brüssel, wo ich im Frühjahr 2000 genau denselben Trend sah.
Heute muss es in Europa noch wesentlich schlimmer sein. Das Schlimmste aber ist, dass sich die heimische Bevölkerung widerstandslos dem Islam anpasst, denn man will ja nichts als rechtsradikal gelten. Ich hörte sogar, dass man in Deutschland seinen Job verlieren kann, sobald sich jemand negativ zu den Migranten äußert.
Im Jahre 1984 wurde überall das Buch von George Orwell diskutiert und deutsche Medien meinten geschlossen, dass es solche Zustände einer Pressediktatur niemals geben werde. Jedenfalls nicht im Jahre 1984 und schon gar nicht in Deutschland.
Schauen wir uns heute um, so sehen wir, dass George Orwells Beschreibung schon lange Realität geworden sind. Es herrscht Gleichschaltung in Europa und immer mehr Juden machen sich Gedanken, ob sie denn im Ernstfall von der örtlichen Polizei beschützt oder am Ende doch noch geopfert werden, um radikale Moslems nicht noch „zorniger“ zu machen.
Berechtigt sind derlei Gedanken, denn wer rannte vor wenigen Jahren bei Demos herum und schrie „Jude, Jude, feiges Schwein …?“
Hätte ich zu der Zeit in Deutschland gelebt, wäre ich so schnell wie möglich nach Israel gezogen. In Israel, wo beileibe nicht alles perfekt ist, aber Polizei und Armee sofort zur Stelle sind.
Aktuell denken zahlreiche britische Juden an eine Aliyah nach Israel. Was viele immer zurückhält ist die Arbeitslosigkeit in Israel, niedrige Gehälter, hohe Lebenshaltungskosten, eine neue Sprache oder eine fremde Mentalität. Da wartet man in Europa lieber erst einmal ab.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/234167
http://www.timesofisrael.com/1-in-3-uk-jews-say-they-considered-emigrating-over-anti-semitism-poll/

Fünf Leuten, die gegen Israel agieren, wurde die Einreise ins Land verweigert

B“H
Es ist absolut keine Seltenheit, dass Leuten, die offen gegen Israel agieren und sich aktiv auf die Seite der Palästinenser stellen, des Öfteren die Einreise ins Land verweigert wird, wie es hier geschah:
http://www.timesofisrael.com/bds-activists-prevented-from-boarding-flight-to-israel/
Die Einreiseverweigerung kann auch direkt am Ben Gurion Flughafen erfolgen, wo der Tourist gleich ins nächste Flugzeug gen Heimatland geschickt wird. Selbst Juden, die einmal Aliyah machten und dann ins Ausland zogen, kann das passieren. Allerdings nur dann, wenn sie vom Ausland aus aktiv den Staat Israel bekämpfen und sich auf die Seite palästinensischer Terroristen stellen. Auch das geschieht nicht gerade selten, denn es gibt Unmengen von Juden, die im Ausland gegen Israel kämpfen und selbst Hamas – Flaggen schwenken.
In Jerusalem kenne ich eine Reformkonvertitin aus den USA, die zwar offiziell nicht als Jüdin anerkannt wird, jedoch aufgrund jener von der Regierung bestimmten Gesetze nach Israel einwandern konnte. Und an diesem Beispiel wird deutlich, warum Reformkonvertiten zum Judentum nicht nach Israel einwandern sollten: Jene besagte Person nämlich macht hier zwar eine Ausbildung im medizinischen Bereich, trotzdem stellt sie sich öffentlich auf die Seite der Palästinenser und bezichtigt Israel, ein Unrechtsstaat zu sein. Vom Judentum will sie eh nix wissen und weiß darüber auch keine Einzelheiten. So wie alle anderen Reformkonvertiten auch nicht.
Da tritt also jemand zum Reformjudentum über, wandert nach Israel ein und hasst aber gleichzeitig unseren Staat. Stattdessen wird ein Palästinenserstaat gefordert. Wie bescheuert ist das denn?
Und genau solche Idioten braucht das Land am allerwenigsten. Noch dazu, wo ständig die Gefahr besteht, dass den Palästinensern bei Terroranschlägen geholfen wird. Das wäre nicht das erste Mal!

Die bestimmten Momente, in denen der Auswanderer aufgeben will

B“H
Im Jerusalemer Stadtteil Old Katamon kenne ich eine Frau, die mit ihren vier kleinen Kindern vor genau fünf Monaten Aliyah machte. Von Australien ist sie nach Israel eingewandert, weil sie einen Neuanfang suchte, nachdem ihr Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Als ich ihr sagte, dass es in Israel nicht leicht ist und dass die Aliyah (Einwanderung von Juden) nervig und bürokratisch sein kann, meinte sie, dass ihr das nichts ausmache, denn sie habe in der letzten Zeit Schlimmeres mitgemacht.
Soweit so gut, doch als ich sie vor ein paar Tagen wiedertraf meinte sie, dass es hier in Israel ja wirklich nicht leicht sei. Ständig renne sie von Amt zu Amt und ihr ältester Sohn soll jetzt nach den Sommerferien endlich die Schule beginnen. Und allein das sei eine Plage, denn damit er in die Schule kann, muss die Mutter durch die Ämter rennen. Und dass, obwohl sie religiöse Juden sind. Normalerweise nehmen israelische Schulen nur Juden auf. Palästinenser haben ihre eigenen Schulen und Christen gehen auf christliche Schulen. Klar existieren gemischte Schulen, doch die sind nicht unbedingt die Regel. Und so wird geprüft und nochmals geprüft.
Schnell wurde der Australierin klar, dass Israel chaotisch sein kann. Und das nicht nur für Neueinwanderer, sondern auch für jene, die schon Zehn oder Zwanzig Jahre oder ihr ganzes Leben hier wohnen. Jeder Neueinwanderer kennt diese bestimmten Tage, wenn alles schiefgeht und man bereit ist, aufzugeben und in das Land, aus dem man kam, zurückkehren will. JEDER Neueinwanderer kennt solche Momente, wenn einen alles ankotzt und man nur noch genervt und frustriert ist.
In Israel kann man nie gewinnen und es gibt immer Tage, an denen alles schiefgeht. Das Gefühl aufzugeben und wieder abzuhauen, verliert sich mit der Zeit, doch die chaotischen Tage bleiben ein Leben lang. 🙂
Meistens hängt alles mit Behörden zusammen oder die Mentalität mancher Leute geht einem auf den Sack. Ich lebe seit etwas mehr als Zwanzig Jahren im Land und bis heute erhalte ich irgendwelche Behördenbriefe, die sich am Ende als hinfällig erweisen. Im letzten Jahr schrieb mir meine Krankenkasse, dass ich Geld schulde. Sofort rief ich dort an und man meinte, der Brief sei ein Fehler gewesen und für jemand anderen bestimmt gewesen. „Sorry, schmeiß den Wisch halt in den Müll!“
Dann schickt mir die Nationalversicherung Bituach Leumi in regelmäßigen Abständen eine SMS. Dabei zahlt mein Arbeitgeber alle Beiträge und ich habe damit nichts zu tun. Jedesmal, wie erst gestern wieder, laufe ich zum Verwaltungsgebäude der Bituach, durchlaufe den gesamten Security Check und bin nach zwei Minuten beim Angestellten wieder draußen. Die Security dauert länger als alles andere. Die Angestellte meinte, die letzte SMS sei ebenfalls eine Fehlermeldung gewesen. Ich schulde gar nichts und mein Arbeitgeber zahle. Dann druckte sie mir eine angebliche „Geheimnummer“ aus, die ich anrufen kann, falls ich wieder eine derartige SMS erhalte. Dann bräuchte ich nicht alle paar Monate zur Bituach zu laufen. Nur stellte sich diese „Geheimnummer“ als Hotline heraus, die ich eh schon angerufen hatte und wo niemand jemals den Telefonhörer abnimmt. Also werde ich in ein paar Monaten wieder hingehen müssen, sobald wieder eine SMS eintrifft.
Kurz gesagt, man verschwendet viel Zeit damit, Behördenkram hinterherzulaufen, der sich letztendlich als Behördenfehler entpuppt. „Ja, sorry, ignoriere halt die SMS“, sagte mir die Angestellte gestern. Aber wenn ich das tue, kriege ich bald eine weitere SMS mit irgendwelchen Strafandrohungen. 🙂
Die Australierin bekam einen 100 Schekel (circa 30 Euro) Strafzettel an ihr Auto geklebt, weil sie kein Anwohnerschild hinter der Autoscheibe hatte. Nur Anwohner dürfen in der HaPalmach Street parken und da sie an einer Ecke zweier Straßen wohnt, doch nur die eine Straße im Personalausweis vermerkt ist und sie aber in der zweiten Straße parkte, wird sie gezwungen, die Strafe zu zahlen. Sie könne Widerspruch einlegen, doch dass dauere und am Ende müsse sie eh zahlen.
Jeder Staatsbürger (egal, ob Jude oder Palästinenser) kann gegen alles und jeden Widerspruch einlegen, aber am Ende bleibt man als Otto Normalverbraucher doch meistens hilflos auf der Strecke. Für Neueinwanderer ist das umso härter, da man solch Vorgehensweise aus der westlichen Welt nicht gewohnt ist. In Deutschland, zum Beispiel, traf nie etwas Unerwartetes bei mir ein und falls einem Amt einmal ein Fehler unterlief, so trat der nach einer Korrektur nie wieder auf. In Israel jedoch heißt es dagegen: „Okay, nichts passiert. Du kannst wieder gehen!“
Bis zum nächsten Mal dann …

„Keine Arbeit, keine Jobs, keine Wohnungen“ – Viele französische Juden sind von Israel enttäuscht

B“H
Gestern veröffentlichte das israelische Nachrichtenmagazin YNET diesen Artikel, in dem französische Juden, die nach Israel eingewandert sind, ihren Unmut ausdrücken:
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4958073,00.html
Israel sei keineswegs das Land, in dem Milch und Honig fließe. Hohe Lebenshaltungskosten, der Wohnungsmarkt ist leergefegt und Jobs seien auch nur schwer zu ergattern. Jedenfalls die, die auch einigermaßen gerecht entlohnt werden.
Und wie es in dem Artikel richtig heißt: Viele jüdische Neueinwanderer kommen mit zu hohen Erwartungen nach Israel. Kaum im Land, erleben sie die Realität und es ist alles andere als leicht, eine bezahlbare Bleibe und einen den eigenen Qualifikationen entsprechenden Job zu finden. So mancher Neueinwanderer muss von ganz unten anfangen und dazu ist heute kaum jemand mehr bereit.
Israel ist ein Land, in dem hart gearbeitet wird. Das Gehalt für die harte Arbeit kann man oft nur in der Pfeiffe rauchen. Die Miete frisst einen Großteil des Einkommens. Hinzu kommen alle möglichen Rechnungen und wer Kinder hat, muss auch noch Kindergarten und Schule zahlen. In Israel ist nichts umsonst.
Ich bin derzeit auch ziemlich viel am Arbeiten, was man auf meinen Blogs sehen kann. Es gibt Tage, da komme ich platt von der Arbeit und will nur noch essen und ins Bett. Dazu die Hitze, aber zum Schabbat soll der „Winter“ nochmal einkehren. 19 Grad Celsius am Schabbat und 13 Grad in der Nacht. Und vielleicht sogar Regen!
Klar, sollten jüdische Neueinwanderer vor ihrer Auswanderung nach Israel viel besser auf den Alltag in der neuen Heimat vorbereitet werden. Die Jewish Agency sowohl als auch die amerikanische Einwanderungsorganisation Nefesh be’Nefesh machen unter Juden massiv Werbung. Das Problem ist, dass wenn die Neueinwanderer erst einmal euphorisch aus dem Flugzeug steigen, sie oft alleingelassen werden. Insbesondere dann, wenn finanzielle Probleme auftauchen.
Anstatt den potenziellen Neueinwanderern die Realität zu verdeutlichen, wird nur herumgeschwärmt und alles superpositiv dargestellt. Nicht wenige Neueinwanderer kehren Israel nach kurzer Zeit wieder den Rücken, denn man will sich nicht erst jahrelang durchbeißen.
Israelis hingegen freuen sich über die Neueinwanderer, doch zeigen sich nicht selten genervt. Besonders dann, wenn die Neueinwanderer nur Forderungen stellen. Das geht gar nicht, denn Israelis müssen sich auch alles selber erarbeiten und kriegen nichts in den Hintern geschoben.
Gerade in diesen Tagen drücken zahlreiche Israelis in Online Leserkommentaren ihren Unmut gegenüber Neueinwanderern aus Russland aus. Die Russen waren noch nie besonders willkommen, denn viele von ihnen brachten Suff, Drogen, Mafia und Prostitution. Und erst in der letzten Woche befreite die hiesige Polizei einen russischen Teenager, der noch nie in seinem Leben außerhalb der Wohnung war. Seine Eltern hatten ihn sein ganz Leben lang im Haus eingesperrt. Noch dazu waren die Eltern Messis und kamen gleich erst einmal in psychiatrische Behandlung. „Russen halt!“, hieß es danach.
Und heute wurde bekanntgegeben, dass im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv ein russisches Paar verhaftet wurde, welches da den Nachbarn um die Ecke gebracht und die Leiche in einem öffentlichen Park vergraben hatte. Auch wieder Russen und dazu längst bei den Behörden als geistig schwer angeschlagen bekannt. Die Leserkommentare auf den Online News Sites lauten dann auch dementsprechend: Russen und was will man erwarten. Insbesondere sephardische Juden hetzen gegen die Russen. Allerdings fragt man sich auch, wer denn da aus Russland ins Land gelassen wird. Alkoholiker und Geisteskranke, die hier dem Sozialsystem auf der Tasche liegen. So die Kommentare!
Klar sind nicht alle Russen so, aber es gibt halt auffällig viele Negativstories.
Die Franzosen sind da anders, bleiben allerdings gerne unter sich. Schon allein wegen der gemeinsamen Sprache und Kultur. Bislang habe ich die Franzosen privat zugeknöpft erlebt. Dagegen sind Amerikaner und alle anderen Anglos offen und plaudern mit jedem. Von Deutschen im Land weiß ich nichts, da ich niemanden kenne. Mein Freundes – sowie Arbeitskollegenkreis besteht aus geborenen Israelis und Anglos. Deutsch rede ich nur mit meiner Katze. 🙂 Und die antwortet auch auf Deutsch: „Miau“. Nicht alle Tiere reden in anderen Sprachen so wie auf Deutsch: Im Englischen sagt ein Hund nicht WAU, sondern WUFF. Um nur mal ein Beispiel zu nennen. 🙂
Wer als Jude eine Aliyah nach Israel in Erwägung zieht, sollte sich schon im Voraus ausgiebig erkundigen. Vielleicht erst einmal als Tourist ins Land kommen und sich umschauen, denn nicht jeder kommt mit der hiesigen Mentalität unbedingt zurecht.

Französische und andere europäische Juden

B“H
Vor einiger Zeit brachte das israelische Online Magazin TIMES OF ISRAEL einen provokanten Artikel zum Rückgang der Einwandererzahl französischer Juden:
http://blogs.timesofisrael.com/the-jews-of-la-la-france/
Auf den Artikel hin erfolgten verärgerte Kommentare der Juden aus Frankreich sowie den USA. Leider finde ich diese Kommentare auf der Website nicht mehr und man hat sie offenbar gelöscht.
Dennoch hat der Autor des Artikels Recht. Ob es die Diaspora – Juden nun hören wollen oder nicht: Tatsache ist, dass europäische Juden keinerlei Lobby in der Knesset haben. Die Russen wohl noch am ehesten, denn unter den Abgeordneten befinden sich mehrere russische Einwanderer. Genauso besitzen amerikanische Juden eine Stimme. Allein schon wegen der jüdischen Lobbyisten bei jedem US – Präsidenten. Allerdings spielen Diaspora – Juden beim israelischen Otto Normalverbraucher eine eher geringe Rolle. Zahlreiche Israelis beschäftigen sich schon mit dem Thema, denn eines ihrer Kinder wohnt vielleicht im Ausland. Doch selbst im Ausland cliquen Israelis und bleiben meistens lieber unter sich. So entstanden riesige israelische Gemeinden und Netzwerke in den USA.
Ansonsten ist man in Israel der Auffassung, dass heutzutage jeder Jude die Möglichkeit hat, Aliyah zu machen. Sprich, nach Israel einzuwandern. Und wer nicht will, der hat schon. Wozu sich um solche Leute scheren, die anscheinend ihr gutes bequemes Leben dem in Israel vorziehen. Und dabei nicht selten den Antisemitismus in Europa oder anderswo einfach so in Kauf nehmen. Warum sollte sich Israel darum kümmern, wenn man eigene Probleme hat?

Israels aktuelle Arbeitslosenstatistik

B“H
Offiziell heißt es, dass die Arbeitslosigkeit stark gesunken ist und die Gehälter anziehen:
http://www.globes.co.il/en/article-unemployment-in-israel-falls-to-new-low-1001174786
Ich würde einmal sehr stark behaupten, dass diese Statistik nur auf gewisse Regionen bzw. Berufsgruppen zutrifft. Wer im Großraum Tel Aviv lebt, hat immer noch die besten Aussichten auf einen Job. Und mehr Geld als in Jerusalem gibt es teilweise auch. Andererseits ist das höhere Gehalt wenig von Nutzen, denn die Lebenshaltungskosten sind extrem.
Es ist nicht leicht, in Jerusalem einen Job zu finden. Noch dazu einen einigermßen gut bezahlten Job, wo der Arbeitgeber sämtliche sozialen Vorschriften einhält. Häufig werden die Arbeitnehmer nur ausgenutzt und erhalten noch nicht einmal den monatlichen Mindestlohn.
Zahlreiche jüdische Neueinwanderer aus den USA starten in Israel ihr eigenes Online Business, mit dem sie auf ein ausreichendes Einkommen hoffen. Es geht hier weniger um Unabhängigkeit, denn man braucht einen Job. Und der ist in bestimmten Regionen des Landes schwer zu finden.
Israelis sind bekannt für Innovationen und Flexibilität und wer das als Neueinwanderer noch nicht besitzt, muss sich diese Eigenschaften dringend aneignen. Das Leben hier ist nicht einfach, aber wer sich anstrengt und sein Anspruchsdenken ablegt, kommt durch. 🙂