Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Gibt es eine Seilbahn in Jerusalem?“

B“H
Nein, eine Seilbahn gibt es noch nicht. Sie ist aber in Planung und in meinem Stadtteil wird in einem Kommittee bereits eifrig diskutiert. Die Pros und Cons, denn es betrifft die Ruhe in Abu Tur. Oder auch die ehemalige Ruhe, denn die Seilbahn soll genau über uns hinweggehen bzw. es soll eine Haltestelle entstehen. 

 

Die geplante Seilbahn vom Alten Busbahnhof / Chan Theater bis in die Jerusalemer Altstadt (Dung Gate)

 

 

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Die Wirtschaft in Jerusalem

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Jaffa Road in Downtown Jerusalem – Photo: Miriam Woelke

B“H
Wie sieht es mit der Wirtschaft in Jerusalem aus und warum finden sich alle Startups in Tel Aviv?
Immer wieder werden mir diese Fragen gestellt und es wird Zeit, Jerusalem einmal zu verteidigen. 🙂
Zuerst einmal: Nein, es befinden sich nicht alle Startups in Tel Aviv. Innerhalb der letzten paar Jahre nahm die Gründung von Startups in Jerusalem drastisch zu. Und laut Umfragen entscheiden sich Gründer ganz bewusst für diese Stadt. Man liebt das einmalige Flair und die Mentalität der Jerusalemer, die da alles andere als oberflächlich ist.
Nicht jedes Startup lässt sich in einem der Jerusalemer Technology Parks nieder. Mittlerweile gibt es Co – Working Spaces oder die Gründer arbeiten von daheim aus. Zudem entstanden zahlreiche Startups gegründet von Ultra – orthodoxen Juden.
Wer etwas erreichen will, muss eine gute Geschäftsidee haben und nicht „nur“, wie ich gestern schrieb, ein Cafe eröffnen wollen. Die Gastronomie – Branche in Tel Aviv sowohl als auch in Jerusalem ist überlaufen und jeder zweite oder dritte Betrieb macht im Zeitraum von zwei bis vier Jahren dicht.
Startups im medizinischen Bereich haben Hochkonjunktur und momentan ist Cannabis als Medizin ein riesiges Thema in Israel. Einige Startups sind schon auf den Zug aufgesprungen, obwohl das hiesige Gesundheitsministerium noch Probleme macht und nur bedingt Cannabis freigibt. Vorzugsweise an Krebspatienten zur Schmerzlinderung.
Die Wirtschaft in Jerusalemer ist vielleicht weniger bedeutungsvoll als jene im Großraum Tel Aviv. Eben weil es an der Küste mehr Platz und Industrie gibt. Fabriken sind in Jerusalem nicht gerade verbreitet, denn es fehlt an Platz. Noch nicht einmal Ikea konnte sich niederlassen und zog am Ende ins benachbarte Beit Shemesh. Riesige freie Industrieflächen sind in Jerusalem Mangelware. Dafür blühen Mittelstand und Handwerk. Letzteres hat in Israel goldenen Boden und wer etwas kann, macht sich selbstständig. Meister oder Geselle – In Israel ist das unbekannt und jemand, der als Maler oder Klempner arbeitet, ist das dann halt. Ohne Meister – oder Gesellenbrief.
Wer gut ist und günstige Preise bietet, kann sich einen Kundenstamm aufbauen und selbst die Angestellten verdienen nicht schlecht. Wobei Dachdecker in Israel keine leichte Position haben, denn bei den Dächern handelt es sich überwiegend um Flachdächer. Schornsteinfeger braucht man in Israel gar nicht, denn Schornsteine sind extrem selten.
Elektriker, Klempner, Maurer, Schlosser, Maler, Mechaniker, Techniker – sowas braucht das Land. Die IT Branche brüllt auch hier „Fachkräftemangel“, doch anstatt 40 – oder 45jährige arbeitslose Programmierer zu beschäftigen, will die Regierung billige Inder oder sonstwen holen. Billige internationale IT – Spezialisten, die israelische Arbeitsnehmer aufgrund der hohen Kosten verdrängen. Auch das ist hier, genauso wie in Deutschland, ein Thema. Nur halt nicht für die Rüstungsindustrie, denn dort dürfen nur Israelis arbeiten.
Gestern war ich mit Freunden, die ein Auto besitzen, beim Großeinkauf in einem haredischen (Ultra – orthodoxen) Supermarkt im ebenso haredischen Stadtteil Givat Sha’ul. Billig einkaufen und ich muss sagen, dass der Yesh Chesed Supermarkt günstiger ist als jede Rami Levi – Filiale.
Man muss halt immer sehen, wo der Einkauf einigermaßen günstig ausfällt, denn die hohen Lebensmittelpreise fressen einen sonst auf. Anfang Dezember stehen die jüdischen Chanukkah – Tage an und, wie fast immer, werde ich die Chanukkah – Kerzen anhand von richtigen Kerzen zünden und nicht mit Öl. Ganz einfach, weil ich es immer schaffe, eine Riesensauerei mit dem Öl zu veranstalten und dann alles auf den Boden fließt bzw. mir ein Ölbehälter zerbricht.
Und die Chanukkah – Feiertage bedeutet vor allem für Familien eine Geldausgabe, denn die Kinder hoffen auf kleine Geschenke. Und ein Jerusalemer Startup bietet Poster aus Israel. Nicht nur Poster, sondern die Motive können ebenso auf andere Gegenstände gedruckt werden. Gerade jetzt zu den Chanukkah – Feiertagen in der Diaspora!

Wird Jerusalem zu Ultra – Orthodox / Orthodox?

In Nof Zion / Jerusalem

B“H
In einem nachfolgenden Video berichte ich, dass ich den gestrigen Schabbat bei zwei Freunden im Jerusalemer Stadtteil NOF ZION verbrachte. Vor etwas mehr als zwei Jahren stellte ich bereits ein kurzes Video über Nof Zion auf Youtube
Der Stadtteil ist extrem klein, doch es sich innerhalb der kommenden zehn Jahre noch viel mehr Häuser geplant. Nof Zion ist komplett umgeben vom palästinensischen Stadtteil Jabal al Mukaber und für mich käme ein Leben in Nof Zion nicht in Frage. Ich hasse den Sicherheitszaun sowie das Metalltor, welches die Wohnanlage umgibt. Kinder können zwar draußen im Hof spielen, doch sollte die Palästinenser einmal wieder ausrasten, können sie direkt in den Hof oder in die Fenster schiessen. Deswegen spielen viele Nof Zion Kinder in den Fluren der Wohnhäuser.
Hier ein paar aktuelle Bilder von heute Morgen:
Im Vordergrund seht Ihr die Neubauten von Nof Zion. Im Hintergrund auf dem Hügel befindet sich die israelische Sicherheitsmauer zur palästinensischen Autonomie. Alles, außer den Neubauten im Vordergrund, wird von Palästinensern bewohnt. 

 

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Photo: Miriam Woelke

Blick auf den palästinensischen Stadtteil Jerusalems, Jabal al Mukaber. Ganz rechts im Hintergrund befindet sich bereits die Autonomie. 

 

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Photo: Miriam Woelke

Jabal al Mukaber mit dem Tempelberg sowie dem Felsendom im Hintergrund 

 

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Photo: Miriam Woelke

Jerusalem dieser Tage

B“H
Ursprünglich wollte ich noch mehr über die anstehenden Jerusalemer Bürgermeisterwahlen Ende Oktober berichten, doch das fällt für die nächsten Tage flach, da ich morgen Abend (gleich nach Schabbat – Ende) ins Krankenhaus einchecken muss. Am Sonntag habe ich meine OP und soll insgesamt drei Tage im Krankenhaus bleiben.
Ich bin positiv gestimmt und hoffe, dass das riesige Geschwür schnell verschwindet. Was danach kommt, kann niemand sagen, denn das Ding muss erst einmal untersucht werden.
In Israel ist es nicht so, dass man ewig lange im Krankenhaus bleibt, sondern der Patient wird schnell entlassen, kommt in die Reha oder erholt sich halt daheim. G – tt sei Dank, habe ich sehr gute Freunde und Arbeitskollegen, die sich abwechseln und immer anwesend sind. Vorrangig ist es mir wichtig, das Alien loszuwerden und der Rest kommt hinterher.
Wer dieser Tage nach Israel reist:
Der Herbst ist da und, obwohl es noch recht warm ist, die Nächte in Jerusalem werden in der kommenden Woche mit 15 – 18 Grad Celsius recht kühl. Tagsüber haben wir 23 Grad und es ist mal sonnig und mal bewölkt.
Von den aktuellen Nachrichten habe ich in dieser Woche fast gar nichts mitbekommen, denn ich war immer irgendwo im Krankenhaus oder bei der Krankenkasse zu Untersuchungen, Tests und busy mit der Bürokratie. Die übliche Prozedur hierzulande und wer als Tourist kommt, sollte unbedingt in Deutschland eine Reisekrankenversicherung abschliessen, sonst zahlt Ihr Euch hier im Krankheitsfall halbtot. Gebt lieber die paar Euro in Deutschland für eine Reiseversicherung aus.
In der Innenstadt hat das neue Hostel „Cinema Hostel“ eröffnet. In der Shammai Street parallel zur  Ben Yehuda. In der Innenstadt findet Ihr ebenso das Avraham Hostel (welches fast ein Hotel ist), das Stay Inn (in der King George), das Jerusalem Hostel (am Zion Square) oder das The Post Hostel über der Hauptpost an der Jaffa Road. All diese Hostels sollen, laut Bewertungen, gut und sauber sein. Warum also mehr Geld für arabische Altstadthostel ausgeben, wo noch nicht einmal die Bettwäsche gewechselt wird? Nur, um in der Altstadt zu schlafen? Mit Bettwanzen und in dreckigen Zimmern?
Manchmal verstehe ich echt manche Touristen nicht! 🙂

Ein wenig israelische Mentalität und der Vergleich zu Deutschland

B“H
Als ich gestern Abend das Video aufnahm, machte ich einen Fehler und merkte es noch nicht einmal: Ich kam von der Arbeit und vom Einkaufen, hatte den dicken Rucksack voll und legte ihn noch nicht einmal beim Video – Dreh ab. Ergo, hechele ich rum und bemerkte erst hinterher meine Schlepperei. 🙂
Generell ist es, wie gesagt, nicht einfach, die israelische Mentalität einem Auswärtigen verständlich zu machen. Jeder Mensch ist anders und alles hängt von vielerlei Faktoren ab. 

 

Video: „Ben Yehuda Street, ein zukünftiges neues Hostel sowie das Jerusalemer Einwanderungsministerium“

B“H
Hier ein neues Video, welches ich heute Morgen in der Ben Yehuda Street in Downtown Jerusalem aufnahm. Der Monat August ist geprägt vom Jahresurlaub und so habe auch ich in dieser Woche ein paar Tage frei.
Die Jerusalemer Ben Yehuda Street ist bei Touristen sehr bekannt, doch die Einheimischen kaufen dort nicht unbedingt ein. Alles ist halt mehr touristenmäßig und so auch die Läden. Wenn die Jerusalemer einkaufen, tun sie das in den großen Malls in den Stadtteilen Talpiyot, Malcha oder Pisgat Ze’ev und nicht in der Innenstadt, wo Parkplätze rar sind und alles voller Touristenpreise ist. Außerdem ist es in all den Malls viel billiger als in der Innenstadt und die Billig – Discounter befinden sich, u.a., eh in Talpiyot.
Nach all den Kipah (Kipot) – Läden kommen wir neben der Ben Yehudah zum einem neuen Hostel. Einst war das der unkoschere Mac Donald’s, bis alles Pleite ging. Aktuell wird das Gebäude zu einem CINEMA HOSTEL umgebaut.
Nicht allzu weit entfernt liegt das Jerusalemer Misrad HaKlitah – Einwanderungsministerium. Hier melden sich alle neueingewanderten Juden nach ihrer Aliyah, um einen Ulpan (Hebräischsprachkurs) oder sonstige Fortbildungen zu beantragen. Manchmal holt man sich auch nur ein paar praktische Tipps wie „Welche Bank ist die beste“. Wenn es überhaupt sowas gibt wie eine „gute Bank“. 🙂
Jede Stadt hat solch ein Misrad HaKlitah, aber hier seht Ihr einmal das von Jerusalem.