Leben in Jerusalem

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Der gelebte Alltag in Israel

B“H
Nach all den Jahren und unzähligen Blogartikeln plane ich derzeit etwas mehr Action. Nämlich Interviews mit ganz unterschiedlichen Leuten aus Israel. Darunter Ultra – orthodoxe Juden (Haredim) verschiedener chassidischer Gruppen, Ärzte, fast Politiker (wobei ich mich noch um ein paar Politiker bemühe), Influencer oder Anglo – Neueinwanderer, die in Israel eine eigene Firma gegründet haben.
Falls jemand von Euch Fragen mit beisteuern will, kann er mich das gerne wissen lassen!
miriamwoelke@gmail.com
Alle Interviews werden auf meinen Youtube Kanal bzw. in die Blogs gestellt. Und alle Interviews werden in englischer Sprache geführt.

Keine Bilder

B“H
Der Grund, warum ich mich nicht auf Youtube zeige beruht darauf, dass ich nicht erkannt werden will. Wenn mir jemand in der Stadt begegnet und sagt
„Bist Du nicht die und die?“
ist mir das peinlich.
Genau das will ich vermeiden, wobei der Verlag, der mein Buch veröffentlicht, im Herbst schon etwas Öffentlichkeitsarbeit betreiben will. Im Vorfeld habe ich das etwas eingeschränkt, denn nach Deutschland reise ich nicht deshalb. Kann ich auch gar nicht, da ich viele Krankenhaustermine habe.
Ich bin nicht jemand, der sein Gesicht unaufhörlich in die Kamera hält und selbst im Krankenhaus habe ich direkt noch kein Video gemacht, in dem sämtliche Leute zu sehen sind. Deshalb habe ich das Chanukkah – Video etwas begrenzt und mehr die Lubawitscher Chassidim und die Sufganiot (Donuts) gefilmt als alles andere drumherum. Mir ist das eher peinlich die Kamera auf Patienten zu richten und ich selber würde auch nicht in der Krankenhausklamotte gefilmt werden wollen. Zwar habe ich Bilder von vor und nach der OP, aber die tausche ich lediglich mit guten Freunden aus. Privatspähre ist mir wichtig und ich gebe auch keine Interviews. 🙂
Heute Morgen hatte ich bei meiner Krankenkasse erneut Bürokratie zu erledigen und da manchmal alles im israelischen Chaos, würde ich dort ebenso wenig filmen bzw. photographieren. Erst Chaos und dann hatte sich auch heute früh alles positiv erledigt und ich war nach einer Viertelstunde wieder draußen.
In der heutigen Zeit der Social Media und der Selbstdarstellung bin ich wohl eine kleine Ausnahme, aber das ist mir mehr als recht. 🙂

Löschung antisemitischer Kommentare & Wie leben Palästinenser in Israel

Im Krankenhaus in Jerusalem

B“H
Vielleicht fragen sich manche Leser, warum es auf diesem sowie auf meinem Hamantaschen – Blog dieser Tage nicht so richtig weitergeht. Nun, der Grund ist nervig, aber dennoch einfach erklärt:
Seit ein paar Wochen macht mir mein Magen zu schaffen und ich war erst der Meinung, dass es sich um eine Magenverstimmung handelt. So aß ich wenig und gesund und die Schmerzen bekämpfte ich mit ein paar Tabletten und Coca Cola.
Vor zwei Wochen dann ging es massiv bergab und ein totaler Gewichtsverlust folgte. Also ging ich gestern zum Hausarzt und der schickte mich sofort ins Krankenhaus zwecks Tests. Und die gab es dann auch massig in der Mi’un (Notfallaufnahme) der Gastro – Abteilung im Sha’arei Zedek Medical Center. Jemand aus meinem Freundeskreis begleitete mich und alles beginnt mit Bluttests, geht weiter mit einem Getränk, welches den Magen total ausleert, nur um zu einem CT zu kommen. Wie das alles auf Deutsch heißt, kann ich nicht sagen.
Nach dem CT war klar, dass ich eine Art Geschwür habe und dieser Tage operiert werden muss. Es handelt sich um einen eher seltenen Fall und das Krankenhaus behandelt mich wie ein medizinisches Wunder.
Eine Nacht in der Notaufnahme der Gastro verbracht und was man dort zu sehen bekommt, ist alles andere als toll. Junge Leute, Soldaten, alte Leute, Juden, Haredim und eine Menge Araber. Alle durchliefen wir dieselben Tests. Mein Arzt war Araber und ich war sehr zufrieden mit ihm. Die Schwestern waren teilweise Russinen und total gut drauf und nett. Das Personal war super, doch sind Hadassah Ein Kerem sowie Sha’arei Zedek total überlaufen und so musste ich sechs Stunden auf meinen CT warten. Die beiden Typen am CT waren ebenfalls Araber. Jüdisches und arabisches Personal arbeiten in den Krankenhäusern sehr gut zusammen. Jedenfalls bekam ich diesen Eindruck.
Um 2.30 Uhr morgens war das CT – Ergebis da und man behielt mich gleich in der Notaufnahme. Dort war die Hölle los und Patienten schliefen in den Betten auf dem Flur. Hadassah und Sha’arei Zedek wurden von Magen David Adom mit Einweisungen bombardiert.
Viel Schlaf war nicht drin, denn es war laut und manche Patienten schrien vor Schmerzen. In Israel geht man weniger zimperlich mit Patienten um und man sollte etwas „tough“ und nicht zu wehleidig sein.
Heute früh dann mehr Tests und zwei dicke Ultrasounds. Dann liess man mich gehen und morgen muss ich zum Hausarzt und zur Krankenkasse. Hitchayvut besorgen. Formulare, welche die Krankenkasse ausstellt und dem Krankenhaus signalisiert, dass die Kosten übernommen werden.
Es ist sehr wichtig, sich im hiesigen Gesundheitssytem einigermaßen zurechtzufinden, sonst ist man verlassen. Alles ist kompliziert und voller Bürokratie.
Wer, zum Beispiel, sich selber in die Notaufnahme einliefert, muss, wenn man ihn nicht über Nacht dabehält, mindestens 800 Schekel (200 Euro) Cash auf den Tisch legen. Ich allerdings hatte eine Überweisung vom Hausarzt und verbrachte die Nacht im Krankenhaus.
Wer mit dem Krankenwagen eingeliefert wird und nicht über Nacht bleibt, zahlt zwischen 500 – 1200 Schekel (130 – 300 Euro) an Magen David Adom. Wer über Nacht im Krankenhaus bleibt, dem wird die Summe von der Krankenkasse abgeglichen. Und wer Magen David Adom nicht zahlt, bekommt ein Inkasso – Unternehmen zu spüren.
Neben der regulären Krankenkasse muss eine Zusatzversicherung bei eben dieser Krankenkasse abgeschlossen werden. Das kostet aus der eigenen Tasche monatlich ein paar Hundert Schekel, aber lohnt sich.
Zudem sollte kein Patient wild herumbrüllen, wenn es in der Notaufnahme mal eben so zehn Stunden dauert und sich nichts bewegt. Die Leute dort sind überlastet und es heißt Geduld haben. Gutes Englisch zur Kommunikation ist, neben der Landessprache Hebräisch ein absolutes MUSS. Das Personal spricht teilweise aber auch Russisch und Arabisch. Deutsch ist nicht. Wenigstens gutes Englisch ist ein Muss, denn wie will man sonst kommunizieren?
Ich habe zahlreiche Ärzte im Sha’arei Zedek kennengelernt und heute schauten vier davon meinen Ultrasound an und analysierten. Alle waren nett und hilfsbereit. Keiner wirkte arrogant. Und so muss ich Mittwoch zurück und werde auf die OP vorbereitet und ich werde erfahren, wann diese stattfindet. Vielleicht noch diese Woche oder gleich zu Beginn der kommenden Woche.
Freunde werden immer an meinem Bett sein und ich werde weitere Details zum israelischen Gesundheitssystem hier auf dem Blog veröffentlichen. Der Unterschied zu Deutschland ist gravierend und man sollte einiges einstecken können und nicht groß herumjammern. 🙂

 

WordPress Probleme

Bei WordPress geht heute so ziemlich alles schief und offenbar findet ein Update statt. Viel schreiben werde ich heute nicht mehr, denn ehe die Site erscheint, vergeht zuviel Zeit.
Hoffentlich löst WordPress baldigst seine Probleme!

Die europäische DSGVO und die Bloggerwelt

B“H
Übermorgen, am 25. Mai, tritt in der EU die neue DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) in Kraft. Jemand von den Grünen hat sich das einfallen lassen und ich muss sagen, dass ich sehr froh bin, nicht in Europa zu leben.
Einige deutsche Blogger, sogar Buchblogger, haben bereits angekündigt, mit dem Bloggen aufzuhören und ihren Blog zu stoppen. Zu kompliziert sei die neue Verordnung und man könne sich weder einen teuren Anwalt noch einen Datenschutzbeauftragten leisten, der den Blog kontrolliert und dem Gesetz konform anpasst.
Ein abstruses Beispiel:
Ab dem 25. Mai 2018 dürfen in Europa keinerlei Videos oder Photos im Internet (inklusive Youtube) veröffentlicht werden, auf denen fremde Personen zu sehen sind. Wer also ein Video / Photo von der Leipziger Buchmesse, einer öffentlichen Veranstaltung oder auch nur auf der Straße macht, der muss alle Passanten schriftlich um Erlaubnis fragen. Sprich, ein richtiger Vertrag wird aufgesetzt bei dem der Passant auch ein Widerrufsrecht besitzt.
Ein Ding der Unmöglichkeit!!!
Mich betrifft das europäische Gesetz nur, wenn ich Daten von Bloglesern in Europa weitergeben bzw. verkaufen würde. Allerdings lebe ich weit weg von Europa und ich weiß nicht, wie man Facebook, Amazon, ebay oder selbst einen kleinen Blogger wie mich rechtlich belangen will.
Zudem gebe und ich habe noch niemals Daten weitergegeben. Ich besitze noch nicht einmal Daten, sondern sehe lediglich, wieviele Leser aus welchem Land meinen Blog lesen. Namen oder gar Adressen habe ich keine und muss ich auch nicht haben. Was soll ich damit?
Mit ein paar wenigen Bloglesern kommuniziere ich privat und manchmal treffe ich jemanden in Jerusalem. Letzteres kommt eher selten vor. Vielleicht zweimal im Jahr oder so. Und was wir reden oder machen (meistens Kaffeetrinken) veröffentliche ich nicht und Selfies mache ich grundsätzlich keine. Nur ein Selfie habe ich: Mit meiner Katze Jerry, die mittlerweile nicht mehr lebt. Aber das Photo bleibt privat.
Offiziell heißt es, dass dieses Gesetz Privatleute vor der Datenkrake Facebook, Amazon, etc. schützen will. Andererseits stellen Millionen Leute ihre privatesten Dinge in die Social Media. Room Tours in ihrer Wohnung, ihre Liebschaften und viele zeigen sogar ihr Klo daheim.
Nur kurz nebenbei: Im außereuropäischen Ausland hat ein Blogger auch keinerlei Impressums – Pflicht.
Das Gesetz erschwert es ausländischen Kunden, mit deutschen Firmen in Kontakt zu treten, denn dann muss man erst einmal lange komplizierte Verträge zum Thema DATENSCHUTZ unterschreiben. Wer tut sich das als Unternehmen an? Da kauft man lieber woanders, aber nicht mehr in Europa. Für kleine Firmen und Startups ist das eine Katastrophe, denn ausländische Kunden bleiben weg. Niemand steigt mehr durch und welcher Japaner oder Chinese macht sich erst mit den konfusen Datengesetzen Europas vertraut? Da kann man auch woanders Waren einkaufen, ohne all dem Kram, den eh keiner versteht.
Europäische Blogger sind gelackmeiert, denn keiner von denen kann sich einen Anwalt leisten, um sich aufklären zu lassen. Es wird eine regelrechte Abmahnflut geben und auf diese Weise schränkt die Bundesregierung die Meinungsfreiheit weiter ein. Nicht nur die Bundesregierung, sondern die ganze EU setzt nicht mehr auf freies Denken.
Mehr Infos hier:
https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/der-buerger-als-feind-wie-bruessel-und-berlin-mit-der-dsgvo-politik-machen/

 

Leserfragen zu Israel und ob deutsche Juden Deutschland verlassen wollen

B“H
Es kommen eine Menge Leserfragen bei mir an. Sei es als Kommentar oder per email. Viele davon kann ich nicht beantworten, weil sie zu allgemein sind:
Immobilen kaufen in Israel (Wo, wann, was genau?)
Praktikum in Israel (Als was und in welchem Ort und wie lange?)
Sepharden in Israel (Was genau will da jemand über sephardische Juden wissen?)
Obdachlose in Israel (Ist die Frage spezifisch oder allgemein? Obdachlose generell oder Jugendliche?)
Abends in Jerusalem (Was hat derjenige für Interessen?)
Ultra – Orthodox und chassidisch (Was genau ist hier die Frage?)
Jerusalem bei Hitze (???)
Wenn Ihr Euch vielleicht etwas genauer ausdrücken könntet, wäre es einfacher, die Fragen auch zu beantworten.
Was mich wiederum interessieren würde ist, wie viele Juden mit dem Gedanken spielen, Deutschland zu verlassen. Mindestens vier Leute haben sich bei mir gemeldet und sie wollen noch in diesem Jahr nach Israel auswandern. Einer davon bringt eine, wie ich finde, sehr interessante Geschäftsidee mit.