Leben in Jerusalem

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Verkehrschaos in Jerusalem? – Nee, die Jerusalemer kommen super klar damit!

B“H
Der nachfolgende aktuelle Bericht vergleicht die Jaffa Road (Rehov Yaffo) in der Innenstadt mit der Derech Hebron Street direkt an meinem Stadtteil.
Durchorganisierte und an Ordnung gewöhnte Deutsche werden jetzt total am Rad drehen, wenn sie das vermeintliche „Chaos“ in der Jaffa Road sehen. Es gibt keinerlei Absperrungen und die Straßenbahnlinien fahren mittendurch. An der Seite sind Cafes und kleine Shops, Passanten überqueren die Straße und wenn die Straßenbahn kommt, bimmelt der Fahrer und alles springt zur Seite. Unfälle sind selten und jeder hat sich halt an die Tram und die Cafes gewöhnt. Niemand regt sich auf und das macht Jerusalem aus.
Dazu im Gegensatz die Derech Hebron Street, welche die Stadtteile Arnona, Baka und Abu Tur trennt. Hier gibt es Absperrungen und eine Brücke für Passanten. Unfälle sind auch selten, doch es gibt mehr davon als ohne all die Absperrungen in der Jaffa Road.
Hier seht Ihr den Alltag in Jerusalem, der da nicht durch Vorschriften geregelt ist und am Schluß stellt die Journalistin die Frage, in welcher Straße der Zuschauer gerne leben möchte.
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Downtown Jerusalem: „Ein Gang durch die Keren Hayesod Street“

 

B“H
Die Keren Hayesod Street in der Stadtmitte von Jerusalem gilt als eine der vielbefahrensten Straßen der Stadt. Am letzten Donnerstag nahm ich gegen Abend das nachfolgende Video auf. Es zeigt einen ganz normalen Feierabendverkehr in der Jerusalem.
Die Stadt wirkt sehr laut, was mir erst beim Anschauen des Videos auffiel. Wer hier lebt, nimmt dies kaum mehr wahr.
Ich werde auch in Zukunft weitere Videos zum Alltag unserer Stadt aufnehmen. Sorry, dass das Video etwas wackelt, aber ich laufe und muss die Kamera halten.
Viel Spass beim Anschauen! Wer noch nie in Jerusalem war, bekommt hier einen kleinen Eindruck vom Alltagsleben in Jerusalem.
Irgendwann im Video ruft jemand meinen Namen. Ich weiß nicht, ob man das so unbedingt mitbekommt. Es handelte sich um die Frau des Chabad – Lubawitsch – Rabbis des Stadtteiles Rehavia, die einfach nur HALLO sagen wollte.

 

 

Und wie schaut so ein Tag in Jerusalem aus?

B“H
Und wie schaut so ein Tag in Jerusalem aus? – Genau diese Frage stellen recht viele Leser dieses Blog.
Ja, wie schaut der Alltag in Jerusalem aus? Nicht viel anders als andernorts auf der Welt auch. Aufstehen, Kaffeekochen, zur Arbeit, arbeiten, Feierabend und dann heim oder mit Freunden weg. So halt.
Wenn ich zur Arbeit gehe, drehe ich mich unterwegs nicht alle paar Sekunden um, ob da ein Palästinenser lauert. Prinzipiell ist Jerusalem sehr sicher, wenn man denn palästinensische Stadtteile meidet.
In meinem Stadtteil lässt sich das nicht so einfach verwirklichen, denn hier lebt alles gemischt. Im oberen Teil von Abu Tur die Juden und im unteren, weitaus größeren Teil, die Palästinenser. Sie durchqueren unseren Teil jederzeit und völlig ungehindert. Wir Juden dagegen dürfen keinen Fuß in den palästinensischen Part setzen, sonst besteht Lynchgefahr.
Zurzeit ist es, glaube ich, nicht mehr so, doch bis vor noch nicht allzu langer Zeit, mussten Feuerwehr und Krankenwagen, die in den palästinensischen Teil gerufen wurden, erst bei uns anhalten und auf die Grenzpolizei der Armee (Magav) warten. Die Armeejeeps begleiteten dann die Feuerwehr oder die Ambulanz in den unteren Teil. Allein trauten sie sich nicht hinein, denn wer sagt denn, dass das keine Falle ist und keiner mehr lebend rauskommt. Es wäre nicht das erste Mal, dass sowas passiert.
Die Müllabfuhr und Straßenreinigung der Stadtverwaltung schickt nur palästinensische Arbeiter in den unteren Teil. Jüdische Straßenkehrer weigern sich, denn auch sie fürchten um ihr Leben.
In Jerusalem, sowohl als auch in anderen Orten, arbeiten Juden und Palästinenser zusammen. Im Krankenhaus, vor Gericht, in Banken, Supermärkten, Fabriken und und und. Und Juden sowie Moslems haben dieselben staatsbürgerlichen Rechte. Alle werden dem Gesetz nach nach Tarif bezahlt. Die in Israel lebenden Palästinenser sind Bürger des Staates Israel. Auch jene in der Altstadt. Und nicht wie in Leserkommentaren auf DIE WELT oder FOCUS angegeben, mit eingeschränkten Rechten. Wer sowas behauptet, der hat absolut keine Ahnung vom Alltagsleben, sondern lässt sich von den palästinensischen Bazar – Händler in der Altstadt dumm vollschwatzen und glaubt das auch noch.
In der Realität hat jeder mit einem israelischen Personalausweis alle staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. Jeder kann bei den Knessetwahlen wählen oder gewählt werden. Arbeitslosengeld, Kindergeld, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Rentenzahlungen, etc. all das ist für jeden gleich. So mancher junge Palästinenser macht abends auf Terrorist und morgens geht er aufs israelische Arbeitsamt und holt seine Stütze ab. Finanziert vom Steuerzahler.
Dennoch ist Jerusalem ein ganz besonderes Pflaster, denn es leben Tausende unterschiedlicher Menschen auf einem relativ kleinen Fleckchen Erde zusammen. Jeder Stadtteil mit seinen Bewohnern ist total anders. Rehavia, der Stadtteil der Studenten – WGs und besser Betuchten unterscheidet sich komplett von meinem Stadtteil oder von Gilo, Armon HaNatziv oder Kiryat Moshe. Jeder einzelne Stadtteil hat seinen eigenen Charakter, seine Kneipen und Freizeitgestaltungen. Natürlich auch seinen eigenen Mieten und Grundsteuer (Arnona) preise.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Gestern noch wurde ein Bus in die Luft gejagt und heute fährt dieselbe Linie ein palästinensischer EGGED – Busfahrer mit jüdischen sowie arabischen Fahrgästen.
Jerusalem ist eine Stadt der Paradoxe und entweder liebt man diese Stadt oder man hasst sie. Dem einen ist sie zu spiessig und muffig und dem anderen gefällt alles super.
Jerusalem ist nicht leicht zu regieren, denn es herrscht ein immerwährender Druck, dass ein Terroranschlag passieren kann. Jede alleingelassene Plastiktüte oder Tasche kann einen Großalarm auslösen. Gleichzeitig aber hilft ein Jude einer älteren palästinensischen Frau in den Bus und umgekehrt. Es gibt keine Verallgemeinerungen in der Stadt, denn jeder ist anders.
Jerusalem ist nicht so, wie es in der ausländischen Presse dargestellt wird, denn kaum einer der Journalisten kommt jemals in Kontakt mit den hiesigen Behörden, wie das israelische Staatsbürger tun. Kaum jemand lebt jahrzehntelang im Land oder in dieser Stadt. Stattdessen wird sich sein eigenes Agenda – Bild zurechtgeschustert und das hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.
Der Tagesablauf in Jerusalem ist genau derselbe wie in London, München, Wien, Basel oder Amsterdam. Man schaut zu, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das Leben ist teuer und die Mieten sind hoch. Abends ausgehen ist auch teuer und eine Kinokarte kostet im benachbarten YES PLANET circa 15 Euro oder noch mehr im IMAX. Bei unseren Gehältern eine horrende Summe. Mit Popcorn und Cola kommt man da leicht auf 30 Euro. Und übrigens sitzen im Kinosaal Juden und Palästinenser beisammen.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Wer ein Bierchen trinken geht, zahlt 20 Schekel (5 Euro) oder noch mehr. Wer dagegen eine Flasche im Supermarkt kauft, zahlt fürs israelische GOLDSTAR 7 – 8 Schekel (1,5 – 2 Euro) pro Flasche. Weissbier von Paulaner gibt es für circa 3,5 Euro.
Zigarettenpreise und sonstige Alkoholpreise kenne ich nicht, da ich das nicht konsumiere. Außer ab und an mal Wein. Aber beim Wein variieren die Preise je nach Qualität.
Immerhin machen die Jerusalemer einen weniger gehetzten Eindruck als die Leute in Tel Aviv. In Jerusalem gilt „Le’at Le’at (langsam langsam)“ oder auf Arabisch Schway Schway. In Tel Aviv wird mehr herumgestresst, denn dort ist das Leben so richtig teuer und Zeit ist Geld. Arbeiten, schuften und dann zum nächsten Job. Tel Aviv ist ständig in Bewegung und Jerusalem halt weniger.
Und wie wird der morgige Tag?
Aufstehen und zur Arbeit gehen. Zwischendrin eine Menge Kaffee und auf den Feierabend warten. Die meisten Leute arbeiten nur von Sonntags bis Donnerstags, doch ich arbeite auch am Freitag. Bis circa 2,5 Stunden vor Schabbatbeginn. Dafür habe ich als Ausgleich an einem anderen Wochentag (meistens Sonntags oder Mittwochs) frei.

 

Jerusalem dieser Tage

B“H
So allmählich bereiten wir uns alle auf das am Abend des 20. September beginnende jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana vor. Auf den Regalen der Discounter finden sich massig Honiggläser, denn es ist Tradition, an Rosh Hashana viel Honig zu verspeisen. Für ein gutes und süßes neues Jahr.
Touristen sah ich, zu meiner Überraschung, auch recht zahlreich in der Stadt. Nicht, dass Israel den großen Tourismusboom verbucht, doch die Touristen sind wieder vermehrt zurück. Und so werden in der Stadt massenhaft neue Hotels gebaut. Vorwiegend Luxusklasse, wobei gerne übersehen wird, dass die Mehrheit aller Touristen sich solche Unterkünfte garantiert nicht leisten kann.
Der Machane Yehudah Markt transformiert immer mehr zu einem Vergnügungsviertel. Klar, kann man noch Obst und Gemüse einkaufen. Zwar nicht so billig wie bei den Discountern Rami Levi oder Osher Ad, dafür aber vielleicht mit etwas mehr Qualität.
Das Traurige ist, dass, sobald ein Obst oder Gemüsestand aufgibt, sofort eine neue Bar oder eine Snackbar eröffnet wird. Der gesamte Markt ist mittlerweile voller Bars und Fressbuden. Jeden Abend steigen Parties und die verbliebenen Marktleute sind sauer. Des Morgens ist alles zugemüllt und immer mehr Kundschaft bleibe aus. Außerdem restauriert die Stadtverwaltung den Markt und in manchen Gängen herrscht Bau – Chaos.
Ich gehe dort alle paar Wochen einmal hin und kaufe Fleisch ein. Mein Metzger ist super und nebendran ist ein billiger Kartoffel – und Zwiebelstand. Und das reicht mir dann auch schon. Alles andere gibt es vom Discounter. 🙂
Am 1. September beginnt das neue Schuljahr und die ewig langen Sommerferien (seit Mitte Juni) gehen vorbei. Und so gehen zurzeit Hefte, Stifte und sonstige Schulsachen weg wie warme Semmeln. Was in Israel auch üblich ist: Dass Schulen und viele Kindergärten Wachpersonal beschäftigen. Für jüdische Schulen ist das ein absolutes Muss und ohne den obligatorischen Wachmann am Tor würden die Eltern ihre Kinder gar nicht in die Schule schicken.
Der Wachmann gehört einem privaten Sicherheitsdienst an, was sich natürlich auf das von den Eltern zu zahlende Schulgeld niederschlägt. In der Vergangenheit kam es vor, dass palästinensische Terroristen in eine Schule eindrangen und die Kinder umbrachten:
http://elderofziyon.blogspot.com/2012/03/list-of-palestinian-arab-terror-attacks.html
Genau das soll jetzt vermieden werden. In Deutschland bzw. Europa werdet Ihr vermutlich auch mehr Wachpersonal benötigen. Auf Twitter las ich, dass die Kölner Bürgermeisterin vor dem Dom Betonblockaden feierlich einweihte.
Feierlich? Als ob man stolz darauf sein könnte.
In Jerusalem wurden die Betonklötze vor Bushaltestellen einfach so abgeladen. Ohne Feier, denn das geschah, nachdem mehrere Palästinenser mit ihren PKWs in Bushaltestellen gerast waren und Menschen töteten oder verletzten. Laut den deutschen Medien handelte es sich hierbei lediglich um Autounfälle, aber die Aussagen kennt Ihr ja bereits selber. Unfälle, Einzelfälle und so. 🙂

Jerusalems populärer Stadtteil BAKA

Jerusalems populärer Stadtteil BAKA. Das Video zeigt die Gegend zwischen der Pierre Koenig und der Yehudah Street. Die Pierre Koenig gehört bereits zum angrenzenden Stadtteil Talpiyot und die Yehuda Street verbindet die Derech Beit Lechem (Baka) mit der Pierre Koenig.
Die nagelneuen hohen Apartmenthäuser kosten eine Menge an Miete. Ein Bekannter von mir ist gerade frisch eingezogen und er zahlt für ein kleines Apartment 5400 Schekel (fast 1300 Euro) Miete. Hierbei handelt es sich nur um die reine Miete und alle Nebenkosten gehen extra! Im Mietvertrag steht sogar, dass er für seinen Garten einen professionellen Gärtner zahlen muss, der ab und zu mal kommt und sich um das Grünzeug kümmert. Ursprünglich wollte der Vermieter sogar 5600 Euro haben.
Ich könnte mir da keine Wohnung leisten. 5400 Schekel ist eine Menge Schotter und mein Bekannter muss da selbst als Selbstständiger ganz schön für schuften.
Eigentlich passen diese neuen Wohntürme gar nicht zur Gegend, doch derartige Gebäude werden überall hochgezogen. Otto Normalverdiener kann sich das kaum leisten und so zieht es alle zu den Wohnungen, die noch einigermaßen bezahlbar sind. Aber die werden immer weniger und ich wage mir gar nicht auszumalen, was in zehn Jahren passiert. Ob wir da als Normalo – Bürger in der Stadt leben können oder zum Wohnen außerhalb verdammt sind. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie bereits heute  Rentner mit Mindestrente überhaupt noch in der Lage sind, Miete zu zahlen.
Dabei war Baka einst kein besonders attraktiver Stadtteil. Ärmere Leute liessen sich dort nieder und die Kriminalität war hoch. Seit Jahren aber werden neue Wohnungen gebaut und der Stadtteil wurde zum Luxusobjekt. Die Mieten sind hoch und was die Grundsteuer (Arnona) kostet, will ich lieber erst gar nicht wissen.
Dafür gibt es viel Grün und wer nicht gerade an einer der Hauptstraßen wohnt, kann die Ruhe geniessen.

Alltag mit Sonnenuntergang

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Photo: Miriam Woelke

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Photo: Miriam Woelke

Sonnenuntergang gestern Abend in Jerusalem

B“H
Nach langen Wochen eines ungewöhnlich kalten Winters wird es aktuell wieder etwas wärmer in Israel. Jerusalems Temperaturen schwanken tagsüber zwischen 11 – 14 Grad Celsius. Es ist weitgehend sonnig und die Leute zieht es wieder hinaus ins Grüne. An Regen fehlt es immer noch und der kann von mir aus kommen, soviel er will. Hauptsache es wird nicht mehr so eisig kalt wie im Dezember.
Politskandale, palästinensischer Terror – all das hängt mir und vermutlich auch anderen Israelis zum Halse raus. Also geht man arbeiten, kommt heim und geniesst einfach nur seinen Feierabend. Mit Lesen und heißem Tee. Viel ausgehen tue abends nicht, denn mein Bekanntenkreis arbeitet auch und da ist jeder froh, wenn er Feierabend und seine Ruhe hat.

Leserfragen: Preise in Israel, Alltag & Internet in Jerusalem

B“H
Momentan sucht die Mehrheit der Leserschaft auf diesem Blog nach Infos über Preise in Israel, den gelebten Alltag im Land oder ob es in Jerusalem Internet gibt.
Ja, es gibt kostenloses Internet in Jerusalem und das meistens in der Innenstadt um die Jaffa Road / Zion Square herum. In vielen Malls wie Canyion Hadar im Stadtteil Talpiyot oder dem Yes Planet Kino Complex kann sich jeder Besucher kostenlos ins WIFI einloggen. Gewöhnlich ist das Internet in Israel extrem schnell und effizient.
In Tel Aviv existiert ebenso kostenloses WIFI und das fast in der gesamten Innenstadt. Oder geht einfach ins Dizengoff Center, wo Ihr mit dem Computer sitzen könnt, solange Ihr wollt. Man muss also nicht immer in ein Cafe und teuren Kaffee bestellen. 
Weniger kostenloses WIFI werdet Ihr im Norden des Landes vorfinden. In Tiberias, zum Beispiel, sollte man schon zu Cafe Aroma gehen. Der Kaffee ist gut und günstig und Ihr könnt dort stundenlang samt WIFI hocken. Draußen sitzen ist eben weniger angesagt, denn das Winterwetter schlägt morgen zu. Und dann wird es kühl, windig und vor allem nass.
Die Preise in Israel, und das habe ich schon Tausendmal berichtet, sind gepfeffert. Nichts mit billigem Urlaub a la Thailand und so. Selbst Obst und Gemüse ist teuer geworden, denn aufgrund des fehlenden Novemberregens sind die Bauern schon am jammern, dass die Ernte mies wird. Selbst Gurken und Tomaten sind seit Monaten extrem teuer.
Wurst, Fleisch, Käse – egal, welche Lebensmittel – in Israel ist das Leben nun einmal sehr teuer. Von den Mieten will ich erst gar nicht anfangen. Der Fall des Euros in Israel begann vor drei Jahren. Seitdem geht es nur noch abwärts und für einen Euro bekommt Ihr beim Umtausch ca. 4,15 Schekel. Zurzeit nur 4 Schekel und manchmal bis zu 4,25. Vor drei Jahren gab es für einen Euro noch 5, 10 Schekel. Wer also eine Israelreise plant, sollte genügend Geld dabei haben, denn um am Strand zu pennen, ist es jetzt im Winter zu kalt.
Der Alltag in Israel: Die Mehrheit ist damit beschäftigt zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Die hohen Mieten, Hypotheken und alle Arten von Rechnungen müssen erst einmal bezahlt werden. Die Freizeit ist oft knapp bemessen, denn die Leute arbeiten teilweise bis 18.00 – 19.00 Uhr. Dann kommt man heim, ißt was und das wars dann auch fast. Duschen, Bett und morgens wieder raus.
Klar, spielt der Terror eine Rolle, doch, wie gesagt, die Leute sorgen sich vorwiegend um ihr Einkommen und das alle Rechnungen bezahlt werden. Wer Kinder hat, ist noch schlimmer dran, denn Kinder kosten noch mehr Geld.
Gestern Abend war ich mit Freunden in der Jerusalemer Innenstadt zugange und eigentlich wollten wir etwas unternehmen. Zuerst waren wir in der Billigkette COFIX, wo wir Sachlab schlürften. Dann suchten und suchten wir die Action in der Innenstadt, wo jedoch tote Hose war. Ganz wenig Touristen und Israelis kommen von der Arbeit und gehen heim. Wer hat schon das Geld dafür, ständig auswärts zu essen? Ich kaufe alles beim Discounter und bereite Kaffee und alle Mahlzeiten daheim zu.
Am Zion Square war gar nichts los genauso wenig wie in der Jaffa Road. Am Ende landeten wir bei Mac Donald’s in der Ben Yehudah Fußgängerzone. Was man dort findet ist überwiegend Touristenramsch sowie ein paar kleinere Restaurants.
Der Mac in der Ben Yehudah ist klein und hinter dem Verkauftresen stand eine Araberin mit Hijab. Nebendran ein männliche Araber, der seine Kolleging drangsalierte. Viel war dort auch nicht los, denn der Mac Donald’s verdient in Jerusalem nichts. Fast Food ist sauteuer und auf dem Teller liegt kaum was Essbares.
Der Mac in der Ben Yehudah ist koscher (Mehadrin) und wir beschränkten uns auf eine kleine Pommes. Danach ging es wieder heim. Wer Action sucht, der gehe in die Shlom Zion HaMalka Street (nahe der Mamilla Mall und Jaffa Road). Dort finden sich jede Menge Pubs und Discos. Das, was seit Monaten total angesagt ist: Live Music und Bars inmitten des Machane Yehudah Marktes. Dort treffen sich allabendlich Tausende, dagegen ist in der ehemals populären Emek Refaim Street in der German Colony nichts mehr los. Entweder gehen die Leute abends zum Alten Bahnhof oder in den Machane Yehudah Markt.