Leben in Jerusalem

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Wie Israelis ihren Unabhängigkeitstag (Yom Ha’azma’ut) feiern

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Photo: Miriam Woelke

Die Flugshows in Jerusalem sind nicht annähernd so gut wie die am Tel Aviver Strand. Das obere Bild nahm ich von meinem Balkon aus auf und wie man sieht, war kaum etwas geboten.
Das Wetter war mit 23 Grad am gestrigen 69. Unabhängigkeitstag angenehm und nicht zu heiß. Anstatt mich ins Gewühl zu stürzen, blieb ich auf Balkonien und grillte Hühnerbeine. All meine Nachbarn zogen ebenfalls den eigenen Balkon vor und grillten, was das Zeug hielt. Ein richtig entspannter Tag also.
Das nachfolgende Video zeigt Euch die hiesige Atmosphäre am Unabhängigkeitstag. Volle Parks, Strände und Museen. Zwar ist das Video nur in hebräischer Sprache, doch wer es anschaut, versteht es auch so. 🙂 

 

Der Sommer kommt

B“H
Der Sommer kommt so langsam in die Gänge und mittlerweile herrschen in Israel warme Temperaturen. Hier die Vorhersage für Jerusalem:
http://www.02ws.co.il/station.php?lang=0
Wobei es in anderen Landesteilen wesentlich wärmer ist. An der Küste kommt zudem noch eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit hinzu.
Kaum war Pessach (Passover) vor zwei Wochen vorbei, packten die Supermärkte das neue Sortiment für den nächsten Feiertag aus: Holzkohle, Grillgeräte und Barbecue – Zubehör. Von Montagabend bis Dienstagabend feiert Israel seine Unabhängigkeit. Der nationale Grill – und Ausflugstag. Vor allem aber brauchen wir am Dienstag nicht arbeiten! Bis auf die Gastronomie mal wieder.
Keine Angst, denn die Busse fahren. Wer aber tagsüber von Jerusalem nach Tel Aviv fahren will, sollte lange Wartezeiten und Staus einplanen. In Jerusalem können am Dienstag zahlreiche Museen umsonst besucht werden: Darunter auch das Israel Museum.
Israel zeigt sich dieser Tage massiv beflaggt, denn es stehen Trauer und Freude an. Trauer über die gefallenen Soldaten und Freude über das eigene Land.

Morgen Abend ist wieder Feiertag!

B“H
Gerade ging der Schabbat zuende und morgen ist gleich schon wieder Feiertag. Morgen Abend beginnt der siebte und letzte Tag von Pessach. Demnach ist der morgige Sonntag in Israel nur ein „halber“ Tag. Ähnlich wie der Freitag vor dem Schabbatbeginn.
Im Klartext bedeutet das, dass morgen die Busse am Nachmittag den Verkehr einstellen und alles schließt. Am Montag ist in Israel offiziell Feiertag und die Busse fahren erst wieder ab Montagabend gegen 20.30 Uhr.
Am Montagabend geht das siebentägige Pessach in Israel zuende und nach 20.00 Uhr darf wieder Getreide gegessen werden. Die Bäckereien schieben Nachtschicht, damit spätestens am Dienstagmorgen wieder frisches Brot auf den Tisch kommt.
Vorgestern Mittag war ich bei der Supermarktkette „Shufersal Deal“ im Stadtteil Talpiyot einkaufen. Dort gehe ich nur alle halbe Jahre hin, wenn ich vor Pessach und Rosh Hashana den obligatorischen Geschenkegutschein von der Arbeit erhalte.
Am Donnerstagmittag dort einkaufen zu gehen, war definitiv ein Fehler. Ich dachte, dass die Massen erst gegen Abend zum Shopping strömen, doch es stellte sich heraus, dass vor den Kassen bereits lange Schlangen warteten.
Der Shufersal Deal in Talpiyot ist riesig, doch, ob man es jetzt glaubt oder nicht, die Bude war halb leer gekauft. Teilweise leere Regale und verpacktes Frischfleisch war halb vergammelt. Eine Verkäuferin sagte mir, dass die Regale erst wieder am Dienstag, wenn Pessach vorbei ist, aufgefüllt werden und bis dahin wird halt nur noch das letzte Zeug koscher für Pessach verkauft. Der teure Minimarkt in der Emek Refa’im Street macht dasselbe und stellte gestern sein letztes Mazze – und Kartoffelmehl zum Sonderpreis vor die Tür. Den Gang auf den Machane Yehudah Markt morgen spare ich mir, denn dort werden auch nur noch die Reste vom Freitag verscherbelt. Frisches gibt es erst wieder ab Dienstagmorgen.
In Israel dauert Pessach sieben Tage, in der Diaspora dagegen ist Dienstag immer noch Feiertag und es wird erst ab Diestagabend wieder Getreide verzehrt. In Israel hingegen ist ab Dienstag wieder Alltag und es geht zurück zur Arbeit!
Eine Woche später (24. April) wird in Israel den Opfern des Holocaust (Yom HaShoah) gedacht. Am 1. Mai ist Yom HaZikaron (Gedenken an die gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfer). Am 2. Mai dann feiert Israel seinen 69. Unabhängigkeitstag (Yom Ha’Azma’ut).

Yom HaZikaron: „Israel gedenkt seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer“

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Heute Abend um 20.00 Uhr sowie morgen früh um 11.00 Uhr ertönen erneut landesweit die Sirenen. Am Abend beginnt der Yom HaZikaron – Tag der Erinnerung. Israel gedenkt seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer:
http://www.timesofisrael.com/israel-to-remember-fallen-troops-and-terror-victims-with-songs-sirens/
Heute Abend werden alle Geschäfte sowie Restaurants und Cafes ab 18.00 Uhr schliessen. Wer unbedingt Entertainment sucht, der kann in palästinensische Gebiete gehen, denn dort ist alles offen. Einschliesslich dem muslimischen Altstadtviertel.
Morgen (Mittwochabend) wird ab 20.00 Uhr gefeiert, denn Israel feiert seinen 68. Unabhängigkeitstag.
Heute Abend findet an der Klagemauer die traditionelle Gedenkveranstaltung statt, an der gewöhnlich der Präsident, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Hinterbliebene gefallener Soldaten teilnehmen. Zuschauer können sich weiter entfernt platzieren. Allerdings ist das Event stets gut besucht und mir war in den letzten Jahren das Gedränge immer zuviel.
Am Donnerstag, dem Unabhängigkeitstag, finden kostenlose Veranstaltungen statt. Auch ist das Jerusalemer Israel Museum ohne Eintritt zu besichtigen. Die israelische Mehrheit stellt in der Natur den Mangal (Grill) auf und überall wird gebrutzelt. Dazu werden Armeeeinrichtungen besichtigt und die Polizei steht dem nicht nach.

Der 68. israelische Unabhängigkeitstag Yom Ha’azma’ut

B“H
An diesem Mittwochabend ist es soweit: Um 20.00 Uhr beginnen die offiziellen Feiern zum 68. israelischen Unabhängigkeitstag Yom Ha’azma’ut. Bedeutet, Donnerstag ist ein offizieller Feiertag, den Israelis mit Ausflügen in die Natur begehen. Der Unabhängigkeitstag ist gewöhnlich der nationale Grilltag und überall in Parks wird das Fleisch nur so brutzeln. „Al Ha’Esch – Auf dem Feuer“, sprich Barbecue.
Für mich ist diese Arbeitswoche extrem kurz, denn ich arbeite nur heute, morgen sowie übermorgen früh. Danach habe ich erst einmal frei und komme hoffentlich einmal wieder zum Schreiben.
Morgen Abend um 20.00 Uhr sowie am Mittwochmorgen um 11.00 Uhr ertönen nochmals die Sirenen, denn Israel gedenkt seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer. YOM HA’ZIKARON – Tag der Erinnerung. Ein sehr schwerer trauriger Tag, wobei mir ein Englischschüler von mir den Unterschied definierte:
Yom Hashoah – Holocaust – Gedenktag: Unschuldige wehrlose Menschen wurden einfach so niedergemetzelt.
Yom HaZikaron: Hierbei handelt es sich um Soldaten, deren Job es ist, das Land zu vertedigen. Sie sind nicht ganz so wehrlos wie die Holocaust – Opfer.
Egal, wie die Definition ausschaut, beide Gedenktage sind jedes Jahr ziemlich depressiv, denn irgendwie sind alle Israelis betroffen. Im Ausland mag man sich (wie letzte Woche in England) darüber lustig machen, doch in Israel nimmt man das Gedenken sehr ernst. Beweist es doch einmal wieder allen, dass Juden ihr eigenes Land haben müssen, um ständigen Anfeindungen und Schuldzuweisungen zu entgehen. Insbesondere zu dieser Zeit, in der die Welt dem radikalen Islam kaum etwas entgegenbringt und in London ein Moslem als Bürgermeister agiert. Dessen Frau aktuell Hijab trägt und der im Verdacht steht, ISIS zu unterstützen. Irgendwie fragt man sich, ob die Welt verrückt geworden ist. Unrecht ist heute Recht und das, was einst als rechtmäßig galt, wird heute bestraft.

Der Sommer ist angeblich da !

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Photo: Miriam Woelke
B“H
Laut Vorhersage soll er diese Woche nun endlich richtig eintreffen: Der israelische Sommer !
Der Unabhängigkeitstag am letzten Donnerstag fiel buchstäblich ins Wasser. Ich wollte gerade hinaus und vielleicht ein wenig mit dem Mountainbike herumkurven, aber da fing auch schon der Regen an. War also nichts. Im Nebenhaus grillten die Nachbarn draußen auf ihrem superteuren riesigen Grill. In der Regenjacke und dann schnell wieder ab ins Haus.
Soweit zum Unabhängigkeitstag.

Ich hasse Yom Ha’azma’ut Spray !

B“H
Heute Abend gehts wieder los und dann heisst es nur noch ENTKOMMEN ! Die jugendlichen Yom Ha’azma’ut (Unabhängigkeitstag) Sprayer rollen an.
Bis noch vor ein paar Jahren war am Abend des Unabhängigkeitstages der Plastikhammer das nationale Symbol und man klopfte sich gegenseitig auf den Kopf. 

 

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Photo: Miriam Woelke
Dann aber zog das Schaumspray ein und heute geht es nur noch darum, wer wieviel Schaum schnellstmöglich auf seine Mitmenschen klatscht.

 

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Photo: Miriam Woelke
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Photo: Miriam Woelke
Wie immer finden wir morgen früh alles voller Schaum: Von der Schaufensterscheibe bis hin zu Fahrzeugen. Und nach den Sprayern kommen die Griller !
Jetzt schon mal Happy Independence Day !!!
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Photo: Miriam Woelke
2012 am Rabin Square in Tel Aviv