Leben in Jerusalem

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ZIMMERIM – Israelische Anbieter von Pensionszimmern erleiden Einbußen

B“H
ZIMMER = Israelische Bezeichnung für ein Privatzimmer, was man für einen Kurzurlaub mieten kann. ZIMMERIM ist die Pluralbezeichnung.
ZIMMER sind bei Israelis seit Jahren beliebt. Vornehmlich im Norden des Landes bucht man nur allzu gerne ein ZIMMER. Bedeutet, ein Privatzimmer für ein Wochenende oder halt ein paar Tage. In kleinen Ortschaften wie Rosh Pina (nahe Zfat) blüht das Geschäft mit den ZIMMERIM und es gibt Unmengen privater Anbieter.
Da in der Region sonst kaum Arbeitsplätze vorhanden sind, wird oft das eigene Haus so umgebaut, dass ein paar freie Zimmer an einheimische Touristen vermietet werden. Wenn es geht mit Whirlpool (in Israel sagt man JACCUZI) und weiteren Extras. Israelis lieben es, die Landschaft des Nordens zu geniessen und sich verwöhnen zu lassen. Ist doch mal was anderes als in einem Betonklotz – Hotel in Eilat oder Tel Aviv zu hocken. Die ZIMMERIM bieten dagegen Natur pur.
Private Zimmeranbieter zocken teilweise ganz schön ab, denn die Preise sind schon deftig. Von 1300 Schekel pro Nacht (circa 320 Euro) ist da leicht die Rede. Bislang konnten die Privatanbieter, für die die Zimmervermietung im eigenen Haus mittlerweile zur Haupteinnahmequelle geworden ist, soviel Geld verlangen, wie sie wollten. Jetzt aber hat sich das Blatt gewendet, denn Israelis sind dafür bekannt, stets nach günstigeren Optionen zu suchen. Und da kapierte man, dass für das Zimmergeld ein ganzer Urlaub im Ausland gebucht werden kann. In Bulgarien, Prag, Ungarn oder Griechenland. Wozu soviel Geld im eigenen Land ausgeben, wenn es immer Ausland, inklusive Flug, viel billiger kommt?
Meistens kostet in Israel der Urlaub im eigenen Land mehr als Flug und Übernachtungen im Ausland. Die Hotels in Eilat sind wesentlich teurer als die in Bulgarien. Und das ist das eigentliche Problem, denn wenn israelische Pensions – bzw. Hotelbetreiber nicht mit den Preisen runtergehen, reisen die Einheimischen lieber ins Ausland.
Das nachfolgende Video zeigt, wie ZIMMERbetreiber in Nordisrael um ihre Einnahmequelle fürchten. Wenn die Preise nicht gesenkt werden, könne man sich einen anderen Job suchen, denn die Kundschaft bleibt aus.
Sorry, aber das Video ist in hebräischer Sprache. Immer wieder stelle ich derlei Berichte in die Blogs, denn sie zeigen das stinknormale Alltagsleben und die kleinen Sorgen im Land.

 

 

 

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Die Sorgen der nordisraelischen Kleinstadt ZFAT

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Zfat (Safed) ist eine Kleinstadt in Nordisrael, mit großer Vergangenheit. Im Mittelalter lebten hier die größten Kabbalisten und bis heute spürt man den Hauch einer mystischen Atmosphäre. Doch heutzutage hat Zfat ein Riesenproblem, denn es herrscht Arbeitslosigkeit und Armut. Es gibt partout keine Arbeit und junge Leute ziehen nach dem Armeedienst lieber ins Zentrum des Landes. Die gesamte israelische Peripherie kennt dieses Problem: Von Afulah, Tiberias oder Zfat bis hinunter nach Dimona, Arad und Netivot. In der Pampa gibt es keine Industrie. Heißt, keine Jobs und zwecks Freizeitgestaltung gibt es nur wenig Angebote.
Bezogen auf Nordisrael: Vielleicht noch Kiryat Shmona an der Grenze zum Libanon. Jahrelang prasselten Katyusha – Raketen der Hizbollah auf die Kleinstadt hernieder. Trotzdem hielt man zusammen und es gab Fabriken und Arbeit. Eine Menge russische Neueinwanderer wohnen in Kiryat Shmona, doch immer mehr Fabriken machten in den letzten paar Jahren dicht. Zu unrentabel und man zog lieber an die Küste um.
Nur wenige Kilometer von Zfat entfernt liegt der kleine Ort Rosh Pina. Ein romatisches verschlafenes Örtchen mit vielen einheimischen Wochenendtouristen. Rosh Pina aber hat, was in Zfat fehlt: Ein Shopping Areal mit Cafes, Kino und bekannten Markenläden. Wer sich abends in Zfat zu Tode langweilt, fährt runter nach Rosh Pina. Aber nur mit dem Auto, denn die Busse stellen am frühen Abend den Verkehr ein.
Wer meinen Blog schon länger verfolgt hat sicher mitbekommen, dass ich in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2010 sehr viel in Nordisrael unterwegs war. Tiberias, Zfat und dazwischen immer wieder Jerusalem und am Ende Tel Aviv.
Was in der Zeit schon längst im Gange war und im nachfolgenden Video ausgelassen wird: Eine Menge amerikanische Juden ziehen nach ihrer Aliyah (Einwanderung nach Israel) direkt nach Zfat. Gerade nach Zfat, denn man sucht den romantischen Hauch der Altstadt und somit die Spiritualität. Alles andere werde sich schon ergeben. Die amerikanische Community in Zfat ist stark angewachsen und hat ihr Eigenleben entwickelt. Mit den Israelis gibt es wenig Kontakte und die Amerikaner bleiben lieber unter sich.
Hinzu kommt, dass die chassidische Gruppe Chabad – Lubawitsch zahlreiche US – Mitglieder importiert. Viele Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) zieht es, der erschwinglichen Mieten wegen, nach Zfat. Hierbei vorrangig die Chassidim von Chabad und Breslov. Nur herumzusitzen, kann sich niemand leisten und so arbeiten die Chabadnikim und Breslover in ihren eigenen Gemeinden. Als Handwerker, Lehrer, usw. Aufträge kommen durch Mundpropaganda rein.
Mehrheitlich weiß die amerikanische Community im Voraus nicht, was sie in Zfat erwartet. Nämlich keine Industrie und daher keine Arbeit. Wer einen Job zum Mindestlohn in der lokalen Kerzenfabrik bekommt, darf jubeln. Ansonsten ist tote Hose und die Leute schlagen sich als Zimmervermieter durch. Vorwiegend israelische Touristen mieten sich für ihren Kurzurlaub in der Stadt eine private Unterkunft, denn das Ruth Rimonim Hotel in der Stadt ist wahnsinnig teuer.
Ferner zieht es Juden in das Chabad – Hostel „Ascent“, doch dort gibt es Regeln, an die sich die Gäste zu halten haben. Unter anderem daran, zu bestimmten Zeiten an Chabad – Vorträgen teilzunehmen. Das ist zwar interessant, doch wenn man dazu aufgefordert wird, obwohl derjenige eigentlich etwas anderes geplant hatte oder nur einmal relaxen will, kann das nerven.
Die Mieten in Zfat sind zwar verhältnismäßig günstig, doch was nutzt das, wenn es weder Arbeit noch ein Einkommen gibt. Da bleibt einem Großteil nur die Sozialhilfe und, wie vielen eingewanderten Russen, die Suppenküche.
In Nordisrael ist es an der Tagesordnung, dass junge Leute nach dem Armeedienst wegziehen. Entweder nach Haifa oder in den Großraum Tel Aviv. Dort befinden sich die Unis und es gibt Arbeit. Das Problem hat nicht nur Zfat, sondern auch Tiberias am See Genezareth (Kinneret), Afulah sowie viele andere umliegende Orte.
In Afulah versuchte die Stadtverwaltung vor ein paar Jahren, einen IT Industriepark aufzubauen, um auf diese Weise Israelis anzulocken, die sich in der Kleinstadt niederlassen. Den großen Erfolg brachte das Vorhaben nicht, denn der Ort hat wenig zu bieten. Und immer von Tiberias, Zfat oder Afulah nach Haifa zu fahren, ist auch zeitaufwändig.
Die Altstadt von Zfat zieht sehr viele Juden aus aller Welt an. In den kleinen mittelalterlichen Synagogen beteten schon die großen Kabbalisten wie Rabbi Yitzchak Luria, Rabbi Yosef Karo, Rabbi Moshe Cordovero und viele andere. Dazu findet sich der nebendran der alte Friedhof von Zfat, auf dem diese Kabbalisten begraben liegen.
Des Weiteren gilt die Kleinstadt als Künstlerort, doch immer mehr Ateliers werden aufgegeben. Der Umsatz fehlt, denn die Mehrzahl der Touristen will nicht in Zfat übernachten. Vielmehr werden sie täglich in Reisebussen angekarrt, von ihrem Reiseleiter in den Bazar der Altstadt geleitet. Dort haben sie 1 – 2 Stunden Zeit sich umzusehen und dann geht es bereits zurück zum Bus. Gekauft wird nicht viel und die Künstler im Bazar bleiben auf ihren Werken sitzen.
Nach Zfat fahren die Touristen eben mal so nebenbei als Abstecher, aber niemand kommt auf die Idee, ein paar Tage in der Stadt zu bleiben. Warum auch? Die Altstadt schaut man in ein paar Stunden an und das wars.
Wer morgens gegen 8.00 Uhr durch die Fussgängerzone Jerusalem Street (Rechov Yerushalayim) geht, findet geschlossene Geschäfte vor. Die Tageszeitung muss man suchen, denn so früh ist kaum jemand unterwegs. Vor ein paar Jahren liess ich mich um die Zeit in einem der Cafes nieder und zahlte für eine Tasse Kaffee mehr als in Tel Aviv. Wenn jemand von auswärts kommt, wird er auch noch abgezockt. Es gibt ja sonst nichts zu verdienen und da wird halt von den Touristen soviel genommen, wie nur eben geht.
Dadurch, dass soviele jüdische Neueinwanderer aus den USA nach Zfat ziehen, stiegen die Mieten in der begehrten Altstadt. Nun suchen fast alle in der umliegenden Neustadt, wo die Mieten noch erschwinglicher sind.
Eine der einzigen Fabriken, die Rösterei des israelischen ELIT Kaffeeherstellers, machte vor wenigen Jahren dicht und zog in eine andere Stadt um. Damit gingen der Stadt Zfat wieder einmal Arbeitsplätze verloren, die nicht ersetzt werden.
Ein israelischer TV Bericht zeigt, wie marode die Stadt wirkt und wie immer mehr Leute wegziehen bzw. daran denken, zu gehen. Der Bürgermeister schiebt die Schuld gerne den Haredim in die Schuhe, doch die sind es, die arbeiten. Nur in ihren eigenen Gemeinden, wo anderweitige Handwerker keine Chance haben.
Vor ein paar Jahren machte ausgerechnet Zfat internationale Schlagzeilen, denn mitten in der Altstadt befindet sich eine mittlerweile anerkannte Uni. Hier werden, u.a., auch Ärzte ausgebildet. Das Problem ist, dass fast die Hälfte der Studenten Araber aus den umliegenden Dörfern sind. Araber, die Krawall machen und jüdische Kommilitonen drangsalierten. Aufgrund der Krawalle wollte in Zfat kaum ein Vermieter seine Wohnung an Araber vermieten und wozu auch? Wenn diese doch eh in den umliegenden Dörfern wohnen und jeden Tag nach Hause fahren können. In Zfat widersetzte man sich erfolgreich dem arabischen Versuch, sich auszubreiten und die Stadt für sich zu beanspruchen. Deswegen galt Zfat im Ausland als rassistisch, aber niemand kann abstreiten, dass sich den Arabern erfolgreich widersetzt wurde.

 

 

Am Schluss der Dokumentation wird gezeigt, wie sich einstmals aussichtslose Orte aufrappelten und total begehrt und attraktiv wurden. Selbst für die Industrie.

 

Links:
Zfat Stories
Der Rabbi und das Erdbeben
Die arme Seite von Zfat
Noch viel viel mehr über Zfat

Touristen – Arbeiter – Nostalgien aus Israel

B“H
Als ich in den Achtziger Jahren einen Großteil meines Lebens ins Israel verbrachte, war es generell unter jungen Deutschen wenig verbreitet, durch die Welt zu reisen. Wen ich immer wieder traf, waren Amerikaner, Schweizer und Skandinavier, aber kaum Deutsche.
Was die Leute damals machten war, ohne besonders viel Geld um die Welt zu reisen. Man sparte eine gewisse Summe an, um sich ein Flugticket kaufen zu können, ein Hostel zu zahlen und sich etwas zum Essen zu leisten. Gleichzeitig wurde in dem jeweiligen Gastland nach einem Job gesucht. Meist in der Gastronomie, auf dem Feld oder auf dem Bau oder halt als Englischlehrer. Man blieb ein paar Monate an einem Ort und sparte sich auf diese Weise sein nächstes Flugticket zusammen und dann ging es weiter in ein anderes Land.
In Israel traf ich eine Menge Touristen, die nach Thailand weiterziehen wollten, denn Thailand war schon immer billig. Oder man ging nach Griechenland, Ägypten oder in die Türkei. Am beliebtesten aber waren ostasiatische Länder, von denen aus man nach Australien wollte.
In Israel war der Aufenthalt besonders günstig, wenn man denn als Volontär in einen Kibbutz ging. Verpflegung und Unterkunft gibt es gegen Arbeit und die Wäsche wird einem auch gewaschen. Der Nachteil ist natürlich, dass, bis auf ein kleines Taschengeld, kein Geld verdient wird. Und so gingen diejenigen Touristen, die Geld brauchten, in die Stadt. Fast immer nach Tel Aviv, wo gejobbt und in einem Hostel gelebt wurde. Junge Frauen kellnerten oder putzen Privatwohnungen. Männer gingen auf den Bau oder halfen als Möbelpacker. Damals war es sogar noch üblich, dass Israelis, die kurzfristig Arbeiter brauchten, in den Hostels vorsprachen.
Sobald in den 90iger Jahren die ersten Gastarbeiter von den Philippinen, aus China und aus Osteuropa eintrafen, brach der Jobmarkt der Touristen ein. Bis dahin überzogen westliche Touristen nicht selten ihre Visa. Die Polizei sagte nichts, denn letzten Endes reisten die Leute eh wieder aus. Bleiben wollte niemand, sondern nur ein wenig Geld für den nächsten Trip verdienen. Das waren noch Zeiten!
Mit den Gastarbeitern ging das Drama los, denn die wollten bleiben. Wenn nötig auch illegal. Insbesondere Philippinas, denn der Verdienst in der privaten Altenpflege ist in Israel besser als daheim im fernen Asien. Osteuropäische Arbeiter erlebte man teilweise nur besoffen und die Thailänder jagten Hunde und Katzen, die sie in die Pfanne hauen wollten. Oder, besser gesagt, in den Backofen. Plötzlich verschwanden ungewöhnlich viele israelische Haustiere und die Polizei ging auf die Thailänder los.
Seit der Welle illegaler Gastarbeiter jagt die israelische Polizei alle illegalen Touristen. Die Situation verschärfte sich weiter mit den mehr als 50,000 illegalen Afrikanern. Die aber ziehen vielleicht nach Deutschland weiter, denn dort spendiert Mama Merkel Geld, Unterkunft und Krankenversicherung. In Israel bekommen die Afrikaner nichts und sind gezwungen, illegal zu arbeiten. Ohne Arbeit keine Kohle. Da ist das Leben in Deutschland bequemer: Hartz IV auch ohne Arbeit.
In den Achtziger Jahren war es relativ leicht als Tourist einen Job zu finden. Nichts Besonderes, sondern nur eben einen Job. Heutzutage ist das andere als leicht, denn wer illegal erwischt wird, fliegt aus dem Land. Und der Arbeitgeber wird mit einer saftigen Geldstrafe versehen. Deswegen wollen Israelis kaum noch Ausländer ohne Arbeitserlaubnis für sich arbeiten lassen.
Israel sucht in anderen Ländern keine Arbeiter. Es sei denn, Leute für den Bau. Und da sind billige Chinesen gerade mal gut genug. Alles, was für wenig Geld arbeitet, keine Rechte hat und die Schnauze hält. Seit ein paar Monaten werden ausländische IT – Spezialisten gesucht. Wenn es geht mit viel Eigenkapital und eigener Firma. Wer dagegen als Angestellter in die israelische IT – Branche will, kann das tun. Aber als Billiglöhner. So wollen israelische Unternehmen jetzt auch den Mindestlohn und die sonst hohen Gehälter der IT – Branche umgehen.
Zynische Kommentare vieler Israelis lauten, dass die guten einheimischen IT – Spezialisten schon lange im Silicon Valley hocken und sich wohl kaum unter Wert verkaufen. Kein Wunder, dass Israel Inder anwerben will. Ein ausgebildeter IT – Spezialist wird sich in Israel nicht für ein Butterbrot anstellen lassen. Funktioniert er nicht, verliert er sein Visum und fliegt wieder aus dem Land.
Nee, nee, da gehen die wahren Geeks lieber in die USA und verdienen sich eine goldene Nase. 🙂

Jerusalems 5 beste Hostels

Oren berichtet über die fünf besten Hostels von Jerusalem. Alle diese Hostels liegen im Westteil der Stadt. Klar, finden sich mehrere Hostels auch im Ostteil der Stadt oder am Jaffator. Wer sich jedoch die Mehrzahl der Reviews anschaut, sollte nicht unbedingt dort einchecken. Von der schmutzigen Bettwäsche bis hin zu arabischen Hostelbesitzern, die nebenbei abzocken wollen, ist alles dabei. Vorsicht auch vor dem Jaffa Gate Hostel, denn die Bettwäsche wird nicht gewechselt und die meisten Zimmer haben kein Fenster. 
Ein Bekannter meinte einmal zu mir, ich solle doch nicht nur Hostels, sondern auch mal Hotels empfehlen. Nicht jeder Tourist wolle unbedingt in ein Hostel einchecken. Das ist schon richtig, doch, z.B., das Avraham Hostel ist fast ein Hotel. Zumindest, wenn man ein Zimmer hat und nicht in den Dorms nächtigt.
Hotels in Israel sind recht teuer, aber in Jerusalem ist, u.a., das Little House in Baka nicht schlecht. Ein kleines Hotel im Stadtteil Baka an der Derech Hebron Street. Mit mehreren Bussen bequem zu erreichen. Nicht weit entfernt liegt ein deutsches Hostel: Das Ben Yehudah House.

 

Israel: Die Touristen sind wieder zurück

B“H
Nach dem letzten Gazakrieg im Sommer 2014 erlebte die israelische Tourismusbranche einen drastischen Rückgang. Kaum jemand wollte noch nach Israel reisen, denn die allgemeine Meinung war (und ist), dass das Land viel zu gefährlich sei.
Wenn ich mir spätestens seit Herbst 2015 Europa anschaue, so denke ich genauso über Deutschland & Co. Nach Deutschland würden mich keine zehn Pferde mehr kriegen. Was man so auf Youtube sieht, sind Städte voller Moslems. Die Polizei ist kaum aktiv und Frau Merkel beschönigt die Massenkriminalität. Da bin ich in Israel wesentlich sicherer dran, denn der arabische Terrorismus bekämpft. Auf Armlängen verlässt sich kein Israeli.
Wer also als Tourist nach Israel reisen will, wird ein sicheres Land vorfinden. Klar, gibt es Gegenden, die man nach Einbruch der Dunkelheit meiden sollte. Darunter das muslimische Altstadtviertel von Jerusalem, die Gegend um den Busbahnhof von Tel Aviv oder die Jerusalemer Promenade (Tayelet). Ansonsten kann man sich frei bewegen. Und das zu jeder Zeit. Israel ist sicherer als das heutige Deutschland, dafür aber viel teurer. 🙂
http://www.globes.co.il/en/article-tourist-entries-to-israel-up-20-in-august-1001204807

Jerusalem dieser Tage

B“H
So allmählich bereiten wir uns alle auf das am Abend des 20. September beginnende jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana vor. Auf den Regalen der Discounter finden sich massig Honiggläser, denn es ist Tradition, an Rosh Hashana viel Honig zu verspeisen. Für ein gutes und süßes neues Jahr.
Touristen sah ich, zu meiner Überraschung, auch recht zahlreich in der Stadt. Nicht, dass Israel den großen Tourismusboom verbucht, doch die Touristen sind wieder vermehrt zurück. Und so werden in der Stadt massenhaft neue Hotels gebaut. Vorwiegend Luxusklasse, wobei gerne übersehen wird, dass die Mehrheit aller Touristen sich solche Unterkünfte garantiert nicht leisten kann.
Der Machane Yehudah Markt transformiert immer mehr zu einem Vergnügungsviertel. Klar, kann man noch Obst und Gemüse einkaufen. Zwar nicht so billig wie bei den Discountern Rami Levi oder Osher Ad, dafür aber vielleicht mit etwas mehr Qualität.
Das Traurige ist, dass, sobald ein Obst oder Gemüsestand aufgibt, sofort eine neue Bar oder eine Snackbar eröffnet wird. Der gesamte Markt ist mittlerweile voller Bars und Fressbuden. Jeden Abend steigen Parties und die verbliebenen Marktleute sind sauer. Des Morgens ist alles zugemüllt und immer mehr Kundschaft bleibe aus. Außerdem restauriert die Stadtverwaltung den Markt und in manchen Gängen herrscht Bau – Chaos.
Ich gehe dort alle paar Wochen einmal hin und kaufe Fleisch ein. Mein Metzger ist super und nebendran ist ein billiger Kartoffel – und Zwiebelstand. Und das reicht mir dann auch schon. Alles andere gibt es vom Discounter. 🙂
Am 1. September beginnt das neue Schuljahr und die ewig langen Sommerferien (seit Mitte Juni) gehen vorbei. Und so gehen zurzeit Hefte, Stifte und sonstige Schulsachen weg wie warme Semmeln. Was in Israel auch üblich ist: Dass Schulen und viele Kindergärten Wachpersonal beschäftigen. Für jüdische Schulen ist das ein absolutes Muss und ohne den obligatorischen Wachmann am Tor würden die Eltern ihre Kinder gar nicht in die Schule schicken.
Der Wachmann gehört einem privaten Sicherheitsdienst an, was sich natürlich auf das von den Eltern zu zahlende Schulgeld niederschlägt. In der Vergangenheit kam es vor, dass palästinensische Terroristen in eine Schule eindrangen und die Kinder umbrachten:
http://elderofziyon.blogspot.com/2012/03/list-of-palestinian-arab-terror-attacks.html
Genau das soll jetzt vermieden werden. In Deutschland bzw. Europa werdet Ihr vermutlich auch mehr Wachpersonal benötigen. Auf Twitter las ich, dass die Kölner Bürgermeisterin vor dem Dom Betonblockaden feierlich einweihte.
Feierlich? Als ob man stolz darauf sein könnte.
In Jerusalem wurden die Betonklötze vor Bushaltestellen einfach so abgeladen. Ohne Feier, denn das geschah, nachdem mehrere Palästinenser mit ihren PKWs in Bushaltestellen gerast waren und Menschen töteten oder verletzten. Laut den deutschen Medien handelte es sich hierbei lediglich um Autounfälle, aber die Aussagen kennt Ihr ja bereits selber. Unfälle, Einzelfälle und so. 🙂

Zum Leben in Israel

B“H
Hunderte, wenn nicht gar Tausende Male, wurde auf diesem Blog nach der Antwort auf die Frage gesucht, von was denn Ultra – orthodoxe Juden eigentlich leben. Immer noch scheint im deutschsprachigen Raum die weitverbreitete Meinung umzugehen, dass Ultra – orthodoxe Juden nichts tun und nur Geld vom Staat kassieren. Aber dem ich beileibe nicht so.
Stattdessen sollte die Frage besser lauten:
Von was leben die Israelis?
Immer und immer wieder googeln die Leute nach dem Preisniveau in Israel und stoßen dabei auf diesen Blog. Und immer wieder neu antworte ich selbst in Emails, dass das Preisniveau hierzulande sehr hoch liegt.
Wenn Ihr auf Wikipedia oder sonstwo schaut, werden Euch geradezu utopische Monatseinkommen vorgegeben. Einkommen, die mit der Realität des Arbeitslebens nichts zu tun haben. Jemand an der Kasse im Supermarkt oder eine Verkäuferin in einer Boutique, zum Beispiel, verdienen 25 Schekel die Stunde. Der gesetzliche Mindeststundenlohn. In Euro wären das keine 7 Euro die Stunde. Somit kann man sich ausrechnen, wie eine Verkäuferin, die vielleicht noch alleinerziehend ist, herumkrebst. Wobei eine Menge Supermärkte auch männliche Kassierer haben und nicht nur Frauen.
Wer in Israel gut verdienen will, der arbeite für eine der großen Hightech – Firmen. Aber nicht in deren Call Center. 🙂 Wobei die Hightech – Branche heuert und feuert. Feuern besonders dann, wenn man das 35. Lebensjahr überschritten hat.
Ein anderer Berufszweig, der recht gut verdient, ist das Handwerk. Egal, welcher Art. In Israel werden gute Handwerker auch gut bezahlt.
Die eigentliche Frage bezüglich Israel sollte dennoch lauten: Wie meistern Israelis ihr Leben? Und damit meine ich nicht den arabischen Terror, sondern den stinknormalen Alltag.
Die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch. Zwar gibt es Lebensmitteldiscounter, doch die sind, im Vergleich zu Deutschland, immer noch überteuert. Hinzu kommen die hohen Mieten und wer ein Fahrzeug besitzt, der zahlt erst richtig drauf. Versicherungen und Sprit – das geht ins Geld.
Ich würde allen, die immer wieder mal anfragen, weil sie mit dem Gedanken spielen, nach Israel zu ziehen, raten, sich hierzulande erst einmal umzuschauen. Ob Arbeit da ist und, wenn es sich um Nichtjuden handelt, ob es überhaupt eine Arbeitserlaubnis oder Visaverlängerungen gibt. Zuerst sollte sich derjenige beim israelischen Innenministerium nach der Gesetzeslage erkundigen, ehe er seine Koffer packt. In der Regel sind die Aufenthalte von Nichtjuden im Land zeitlich befristet, es sei denn, jemand hat einen Arbeitgeber, der nachweisen kann, keinen Israeli für die Stelle zu finden. Das aber geschieht eher selten und Touristen werden nicht gerne eingestellt.
Auch zahlt der Staat Israel an Leute, die keine Staatsbürger sind, keinerlei Sozialhilfe oder unterstützt sie sonst in irgendeiner Form. Wer noch dazu ohne gültiges Visum erwischt wird, wird abgeschoben. Diesbezüglich sollte man sich vielleicht im Voraus bei der deutschen Botschaft in Tel Aviv erkundigen, bevor sich jemand in Israel eine Wohnung sucht und dann nach ein paar Monaten kein neues Visum mehr ausgestellt bekommt.
Wie Israelis finanziell überleben? Man ist flexibel und innovativ. Vor allem aber zählt Bildung. In Deutschland wollen immer mehr junge Leute alles aufgeben, um sich einem Pseudo – Online – Business zu widmen. Siehe die DNX (Digitale Nomaden – Konferenz) in Berlin vor einer Woche. Tausende Deutsche zieht es offenbar ins digitale Nomadentum und dafür werden Studium, Job oder Ausbildung einfach geschmissen. Aus Israel kenne ich das anders, denn man legt hohen Wert auf Bildung und auch Aus – und Weiterbildung.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor im Alltagsleben ist die Mentalität der Leute. Vor allem unter Arbeitskollegen. Deshalb ist mein Rat an all jene Leute, die nach dem Leben in Israel fragen, da sie mit dem Gedanken spielen, hierherzuziehen stets, sich im Vorfeld zu erkundigen. Und das auch vor Ort und bei Behörden. Mir schrieben schon Leute, die ein oder zwei Jahre in Israel lebten, aber nie eine Arbeitserlaubnis erhielten und finanziell am Abgrund sind, denn sie haben als Touristen keinerlei Rechte.
Israelis haben es da einfacher, denn man pumpt sich eventuell Geld von der Bank oder den Eltern. Man kennt die Tricks durchs Leben zu kommen wohingegen es jüdische Neueinwanderer wesentlich schwerer haben.