Leben in Jerusalem

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Eurovision Blogger fühlen sich sicher in Israel

 

Bei religiösen Juden spielt diese aktuelle Eurovisionswoche keine Rolle. Israel, und hierbei insbesondere Tel Aviv, aber wollen unbedingt einen guten Eindruck auf internationaler Basis schinden. Die Welt soll sehen, wie Israel wirklich ist, obwohl Tel Aviv absolut kein Beispiel für ganz Israel ist. Die Stadt lebt in ihrer Blase und repräsentiert keineswegs den Rest des Landes.
Manchmal finde ich die momentane Anbiederei an die Welt schon peinlich. Warum sich so verstellen und so furchtbar auf international tolerant machen, nur um diverse linke Eurovisionsbesucher zufrieden zu stellen? Israel hat viel mehr zu bieten, doch in Tel Aviv wurden sogar Polizisten darauf getrimmt, Eurovisionsbesuchern freundlicher entgegenzukommen.
In dieser einen Woche soll alles perfekt ablaufen und die Welt soll halt sehen, wie Israel bzw. Tel Aviv wirklich sind. Wobei der Touristeneindruck eines achso toleranten Tel Aviv mehr als oberflächlich ist. Aber egal, diese Woche soll erfolgreich und ohne Raketenüberraschungen aus Gaza über die Bühne gehen und dann hauen besagte Besucher eh wieder ab.
Andererseits, wer Israel boykottiert oder sich weigert, das Land einfach nur zu besuchen, der verpasst einen realistischen Eindruck. Einen Eindruck, der da so ganz anders ist als die Tagesschau zeigt.

Touristenabzocke vor der Eurovision 2019 in Tel Aviv

B“H
Das israelische TV betreibt einen riesigen Aufwand zwecks Eurovision in dieser Woche. Ich werde mir all das nicht antun, denn die Lieder sind eh langweilig und nichtssagend. Da habe ich momentan echt besseres zu tun. Unter anderem erhalte ich gerade eine neue Onkologin, denn jemand aus meinem Krankenhaus – Ärzteteam setzt sich dafür ein, dass ich jemand Professionellers bekomme. Ferner steht in der kommenden Woche ein neues CT Scan an und da bin ich mal gespannt.
In Tel Aviv wurde schon lange vor der Eurovision eine richtige Touristenabzocke betrieben, die sich momentan auch auf die Taxifahrer aufgeweitet hat und nicht mehr nur bei Hotels oder Airbnb stattfindet. Wer Englisch redet und kein Hebräisch, der muss fürs Taxi gleich mehr zahlen. Versucht jetzt aber bloss kein holpriges Hebräisch hervorzustottern, denn das wird Euch nicht helfen. 🙂
Auch die Hotels zocken ab und selbst die kleinen Tante – Emma – Läden (Hebräisch: Makolet). Die Flasche Cola kosten den englischsprachigen Touristen gleich ein paar Schekel mehr. Und so will jeder etwas vom Touristenkuchen abhaben und während der Eurovision abzocken.
Der Normalo – Tourist sollte bis zum Eurovisions – Ende Tel Aviv meiden, da er sonst doppelt und dreifach draufzahlt. Fahrt lieber in die Provinz oder nach Jerusalem. 

 

„Die neuen Hipster – Herrenmenschen“ oder „Wie sich junge deutsche Nichtjuden in Israel aufführen“

B“H
Gestern Abend, am Abend des israelischen Holocaust – Gedenktages Yom HaShoah, berichtete jemand auf Twitter
Was ist bloß los mit Deutschen in #Israel. Vor dem Abraham Hostel steht eine Gruppe und meint Party machen zu müssen. Vielleicht sollte man über ein Aufenthaltsverbot für Deutsche während der Gedenktage nachdenken…
Gemeint war das Avraham Hostel in Tel Aviv.
Es ist nicht neu, dass gerade junge männliche deutsche Nichtjuden im Alter von 18 – 30 Jahren sich oft in Israel aufführen wie Herrenmenschen. Man ist noch nicht ganz aus dem Flugzeug draußen und schon wird über das angeblich primitive Israel abgelästert. In Deutschland sei alles so sauber, organisiert und halt technologisch auf dem neuesten Superstand. Man kommt nach Tel Aviv, um Spaß zu haben, denn die Stadt wird gehypt.
„Und was fällt den Juden ein, einen Yom HaShaoh zu haben und uns eine warme Frühsommernacht zu versauen?“
Keine Bars, keine Discos, kein gar nichts am Abend des Yom HaShoah. Da hat man nun Geld ausgeben, um nach Tel Aviv zu reisen und dann machen die Juden auf Nationalismus!
Junge Deutsche fallen seit einigen Jahren durch lautes Herumbrüllen in deutscher Sprache auf. Auch in Bussen. In Tel Aviv mehr als in Jerusalem, denn die Jerusalemer dulden keine deutschen Herrenmenschen – Gepflogenheiten. Und Jerusalem gilt bei den Hipstern eh als das Allerletzte. Zuviele Juden und dann auch noch die ultra – orthodoxen Untermenschen. Das wolle man sich dann weniger antun. Da lieber in die Tel Aviver Disco, mit ein paar ausgeflippten Israelis reden und sich fühlen als gäbe es keinen Holocaust. Alles easy und hipster halt. Alles ist verziehen und heute hat der deutsche Hipster das Recht, den offenbar rückständigen Israelis zu sagen, was Sache ist.
„Lass mal Selfies mit Juden machen und auf Instagram stellen!“
Oder man geht in Jerusalem am Schabbat zum Essen zu Rabbi Mordechai Machlis (der momentan im Krankenhaus liegt). Es handelt sich um ein feierliches Schabbat – Essen, doch junge Deutsche erscheinen in Strandmonitur, ohne Kopfbedeckung (Männer) und die Frauen tragen teilweise noch Bikiniteile.
„Man sei jetzt hier zum Essen und der Rabbi solle mal nicht so lange herumlabern!“
So die allgemeinen Sprüche.
Kamera raus am Schabbat und was Juden denken, ist egal. Hauptsache Selfies mit Juden. Sowas kommt immer gut und man selber hat eben mal einen Juden kennengelernt.
Andererseits wird sich beschwert, dass gerade junge Deutsche nirgendwo mehr zum Schabbat eingeladen werden. Unter anderem an Pessach (Passover).
Ich habe auch keine Lust auf derlei Klientel und lasse, falls man mich einmal nach dem Weg fragt, diese Leutchen auf Englisch zappeln.
Die beste Show aber kommt, wenn Polizisten, Soldaten oder gar ein Bombenalarm auf der Bildfläche erscheinen.
Maschinengewehre? Da kackt sich der großmäulige Hipster dann schnell ins Höschen und auch beim Bombenalarm weiß man nicht so richtig, was los ist. Mit dem richtigen Leben im Nahen Osten konfrontiert zu werden, schockt dann doch. Darauf erst einmal einen Latte – Kaffee. Wenn es geht vegan.
Kurz gesagt, viele junge deutsche Israel – Besucher geben einen feuchten Kehrricht auf Juden, Judentum, Israel, jüdische Geschichte und Tradition. Der Holocaust ist egal geworden und man will in Tel Aviv Action sehen und kein jüdisches Gelaber anhören.

Yom HaShoah (Holocaust – Gedenktag) heute Abend und morgen in Israel

B“H
Wie soll sich ein Tourist heute Abend und morgen am israelischen Holocaust – Gedenktag (Yom HaShoah) verhalten?
Die offizielle erste Gedenkfeier findet heute Abend um 20.00 Uhr im Jerusalemer Holocaust – Museum Yad Vashem statt.
Das Event wird live im israelischen TV sowohl als auch im Internet übertragen. 

 

 

In ganz Israel (außer in drusischen, christlichen oder palästinensischen Gebieten) schließen ALLE Geschäfte, Restaurants, Malls, Cafes, etc. zwischen 18.00 und 19.00 Uhr. Radiosender werden fröhliche Popmusik einstellen und Trauermusik spielen.
Die Busse fahren wie gewohnt am heutigen Abend und auch morgen!!!
Soweit zu heute Abend.
Morgen früh ertönen zwei Minuten lang landesweit die Sirenen und normalerweise stellt man sich dazu hin und schweigt. Busse werden anhalten und die Fahrgäste stellen sich auch im Bus hin.
Geschäfte, Restaurants, etc. sind am morgen früh wieder ganz normal geöffnet. Israelische Schüler halten in Schulen gemeinsame Gedenkveranstaltungen ab. Das Yad Vashem wird überlaufen sein und ein morgiger Besuch ist nicht gerade ratsam.
Die Stimmung ist gedrückt, was sich in der nächsten Woche noch verschlimmern wird, denn dann wird am Dienstagabend und am Mittwoch den gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfern gedacht.
Deutsche kennen teilweise keinen Patriotismus. Israelis hingegen sind sehr patriotisch und kein Tourist sollte herumbrüllen oder dumme Sprüche machen. Wem das alles morgen nicht passt, kann sich an den Strand legen und gut ist. Oder man fährt nach Ramallah und feiert Holocaust – Leugner Abu Mazen.
Ansonsten darf morgen niemand überschwenglich tolle Stimmung erwarten.
Mit dem Einbruch der Dunkelheit am morgigen Donnerstagabend geht der Yom HaShoah zuende.

Vlog von der Strasse / Viele deutsche Touristen meinen Israel zu kennen

Leserfrage: „Einreise nach Israel ohne Rückflug“

B“H
Ich weiß nicht, was ich dazu groß sagen soll. Wer nicht gerade Jude ist und Aliyah macht, dem würde ich garantiert nicht raten, einfach so aufs Geratewohl ohne Rückflugticket nach Israel zu kommen. Wobei Ihr sicher vom Sicherheitspersonal gefragt werdet, wieso Ihr ohne Rückflug in Israel einreisen wollt.
Man kann hierzulande nicht eben mal so einfach leben. Es gibt Gesetze und nicht jeder Tourist kann sich frei entscheiden hierzubleben. Israel ist nicht die EU, wo sich jeder Europäer frei niederlassen und arbeiten kann.
Ich würde nie in ein fremdes Land ohne Rückflugticket einreisen.
Von was wollt Ihr denn hier leben und wie? In einem Hostel und sich von Visum zu Visum quälen oder gleich ganz auf illegal machen? Davon rate ich jedem ab, denn das bringt eine Menge Ärger und endet in der Abschiebung.
Für Israelis ist das Land kein Zuckerschlecken und jüdische Neueinwanderer haben es auch nicht immer leicht. Was also will sich dann ein Tourist niederlassen? Ohne Rechte, ohne rechtliche Grundlage und ohne Bleiberecht.
Bleibt in Deutschland, wo Ihr sozial abgesichert seid! 

Ist ein Israelbesuch an Ostern ratsam?

 Ist ein Israelbesuch an Ostern ratsam?

 

Mit dieser Frage wird der Blog seit Tagen überschüttet.
Dazu kann ich nur sagen, dass Israel nicht so ist, wie in Tagesschau & Co. dargestellt.
Was glaubt Ihr denn? Dass, sobald jemand aus dem Flugzeug steigt, eine Bombe hochgeht.
Israel ist ein ganz normales Land, in dem sich jeder Tourist frei bewegen und sicher fühlen kann. Wobei ich empfehle, arabische Gegenden und Stadtteile nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden. Dazu gehören auch das muslimische und christliche Altstadtviertel in Jerusalem. Es ist nicht gerade sicher, in den dunklen Gassen verlorenzugehen. Selbst im christlichen Viertel finden sich fast nur Araber. Im jüdischen oder armenischen Viertel hingegen könnt Ihr die ganze Nacht verbringen. Wenn es sein muss, auf einer Bank. Da wird Euch niemand etwas tun.
Der Normalo – Tourist begegnet in Israel keinem Terror und die Touristen fühlen sich teilweise sicherer als das in Deutschland der Fall ist. Hier lungern keine muslimischen Männergruppen in den Innenstädten herum. 

 

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Das King David Hotel sowie ein Park nahe dem Jaffator – Photo: Miriam Woelke

 

Wer nach Israel reist, egal, ob zu Ostern oder zu einer anderen Zeit, wird ein ganz normales Land vorfinden und sich wundern, wie es hier zugeht. So hätte man sich das nach der Tagesschau alles nicht vorgestellt.
Polizei und Grenzpolizei sind immer zur Stelle und es gibt sehr viel Security im Land. Vor Shopping Malls, Supermärkten, öffentlichen Gebäuden und auch bei Banken. Vielleicht gibt es deswegen in Israel relativ wenige Banküberfälle, denn vor jeder Filiale steht ein Security Guard mit Pistole oder Maschinengewehr. 🙂
Wer zum ersten Mal in Israel ist, wird sich wundern, dass recht viele Leute mit einer Waffe herumlaufen. Oder Soldaten mit Maschinengewehren. Eben mal so lässig über die Schulter gehangen.
Das ist völlig normal, aber wer das aus Deutschland nicht kennt, kriegt da vielleicht fast die Krise. 🙂
Worauf Ihr an Ostern aufpassen solltet: Dass Euch die arabischen Händler im muslimischen und christlichen Altstadtviertel von Jerusalem nicht gnadenlos abzocken. Von wegen „Komm in meinen Shop“ und „Meine Familie hat nichts zu essen, weil die bösen Zionisten uns hungern lassen“.
Lasst Euch nicht auf das Geschwafel ein, sonst wird Euch am Ende überteuerter Souvenir – Kram „Made in China“ angedreht. Versucht gelassen zu bleiben und Euch nicht volllabern zu lassen, denn sonst ist das Portemonnaie schneller leer als Ihr A sagen könnt. Die Araber denken, dass Deutsche und Amerikaner reich sind und man die alle richtig abzocken kann.
Also, legt Euer deutsches Denken ab und sagt NEIN. Und das mit Nachdruck.
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Vorsicht in den Gassen des muslimischen Altstadtviertels bei Dunkelheit – Photo: Miriam Woelke

Genauso verhält es sich mit den arabischen Altstadthostels, die da die Preise an Ostern ins Überirdische setzen. Sucht Euch ein Hotel oder ein Hostel in der Neustadt, denn da werden feste Preise vorgegeben. Arabische Altstadthostel hingegen geben Euch teilweise verdreckte Zimmer und, wie im Jaffa Gate Hostel, Räume ohne Fenster mit Schimmel an der Wand.
In der Neustadt gibt es recht viele neue Hostel, die schon fast wie Hotels aussehen. Das Avraham Hostel, das The Post oder das Jerusalem Hostel, zum Beispiel. Vermutlich sind viele Unterkünfte über Ostern eh schon ausgebucht.
Ein kleiner Geheimtipp (der jetzt keiner mehr ist 🙂 Das Little House in Baka Hotel. Es gibt mehrere dieser Little House Hotels. Also einfach mal googeln.
In Israel selber wird kein Ostern gefeiert, denn das hat mit Judentum nichts zu tun. Stattdessen feiern wir Juden um diese Zeit Pessach (Passover), was eine ganz andere Bedeutung hat. Ostern gibt es vorweglich nur in der Jerusalemer Altstadt. Im christlichen sowie armenischen Viertel. 
Wer Fragen hat, kann diese gerne stellen: Hier auf dem Blog oder an meine Email
miriamwoelke@gmail.com
Die Antwort, ob ein Israeltrip zu Oster ratsam lautet: Definitiv ja!