Leben in Jerusalem

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Für Juden, die Aliyah nach Israel machen – Infos zum israelischen Arbeitsmarkt

B“H
Die nachfolgenden Arbeitsmarkt – Infos sind nur für Juden, die nach Israel auswandern und sich ein Bild von verschiedenen Berufsfeldern machen wollen. Für fast alle dieser Jobs sind ein gutes Hebräisch sowie die israelische Staatsbürgerschaft Voraussetzung.
Vor meiner OP im Oktober letzten Jahres sprach ich im Jerusalemer Shaare Zedek Medical Center mit einer Ärztin, die aus Holland eingewandert war. Ihre Eltern sind beide Israelis, lebten aber in Holland, wo die Ärztin ausgewachsen war. Einen holländischen Akzent im Hebräischen hatte sie nicht, denn von Haus aus war Hebräisch ihre Muttersprache.
Als ich sie fragte, wie es denn mit dem Tippen auf der hebräischen PC Tastatur gehe? Ob sie da Schwierigkeiten hatte oder hat? 
„Nee, meinte sie. Ohne perfektes Hebräischtippen könne keiner dort im Krankenhaus arbeiten.“
Wer also einwandern will: Ivrit, Ivrit, Ivrit lernen.
https://www.nbn.org.il/aliyahpedia/employment-israel/career-guidance-for-students/recommended-professions-a-guide-for-students/
https://www.nbn.org.il/aliyahpedia-home/employment/
https://www.nbn.org.il/aliyahpedia/employment-israel/professions-index-employment-israel/
Bei Arbeitslosigkeit:
https://www.btl.gov.il/English%20Homepage/Benefits/Unemployment%20Insurance/Pages/default.aspx
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Leserfrage: „Zur Bituach Leumi“

B“H
Jemand fragte nach der BITUACH MENAHALIM und dazu gibt es hier ausführliche Infos:
http://www.elephant.org.il/employee-benefits/
Die Bituach Leumi Beiträge richten sich nach der Höhe des Monatsgehaltes und werden monatlich automatisch vom Gehalt abgezogen. Die Gehaltsabrechnung weist den Beitrag an die Bituach aus.
Wer nicht arbeitet und keine staatliche Arbeitslosenunterstützung bekommt, ist verpflichtet, der Bituach Leumi einen monatlichen Betrag von circa 170 Schekel zu zahlen. Normalerweise wird der Betrag vierteljährlich vom Konto abgebucht. Also insgesamt 510 Schekel. Dazu muss eine Einzugsermächtigung vorliegen oder halt die Kreditkartennummer.
Wer direkt zur Bituach Leumi in Jerusalem geht, kann keine Bareinzahlungen tätigen, sondern es kann nur mit Kreditkarte gezahlt werden!!!
Wer die Zahlungen an die Bituach Leumi versäumt, kann zu Geldstrafen verurteilt werden.
Jeder sollte sich individuell bei der Bituach erkundigen!
https://www.btl.gov.il/English%20homepage/Pages/default.aspx

Jobs, Jobs, Jobs, damit Juden einwandern

B“H
Einige Knessetabgeordnete wie Naftali Bennett (Bayit Yehudi) nehmen den Antisemitismus in Europa ernst und Bennett selbst will Tausende französische Juden zur Aliyah (Auswanderung nach Israel)  bewegen.
Nicht wenige Leute meinen, dass Israel sich auf eine Welle jüdischer Neueinwanderer aus Europa einstellen solle, doch was, realistisch betrachtet, fehlt, sind Jobs und Wohnungen.
Zum Beispiel herrscht in Israel, wie in Deutschland auch, ein akuter Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Genauso wie an Jobs, die dem Arbeitnehmer den Lebensunterhalt gewährleisten. In Israel ist es schon seit vielen vielen Jahren so, dass mancher Israeli mehrere Jobs hat, um seine Rechnungen zahlen zu können.
Gut bezahlte Jobs sind schon vorhanden. Unter anderem auf dem Bau und im Handwerk. Nur sind nicht gerade viele Neueinwanderer bereit, in diesem Segment zu arbeiten. So würde der Neueinwanderer ja eventuell seine Lebensverhältnisse verschlechtern, wenn er da in der Diaspora super abgesichert war, vielleicht Grundbesitz hatte und halt einen guten Arbeitsplatz.
Da will man sich nicht verschlechtern und zahlreiche eingewanderte Juden können und wollen sich nicht mit der israelischen Mentalität abfinden. Das relativ harte Leben, der teure Lebensunterhalt sowie die israelische Art lässt viele Neueinwanderer verzweifeln und ihr ehemaliges Land zurückkehren. Andere wiederum bauen sich ihr eigenes kleines Privatghetto auf, in dem sie sich nur mit ehemaligen Landsleuten abgeben und halt die gemeinsame Muttersprache reden. Es ist wesentlich vorteilhafter bei der Integration, mit einem Israeli verheiratet zu sein, um nicht ständig an der „alten“ Heimat zu kleben.
In meiner Umgebung wird kein Deutsch gesprochen und das hat sich immer als positiv erwiesen. Ich lese einmal am Tag FOCUS und DIE WELT, schaue ab und an kurz durch Twitter oder Youtube und das wars.
Von den eingewanderten Franzosen kann ich sagen, dass sie zusammenglucken. Nebendran im Stadtteil Baka haben sie ihre eigenen kleinen Synagogen aufgebaut samt Community Center. Andererseits lernen die Franzosen recht schnell Hebräisch, denn ihre Englischkenntnisse sind meist schlecht oder gar nicht erst vorhanden. Und der Mensch muss ja irgendwie kommunizieren.
Mein Hausarzt, zum Beispiel, ist ein aus Frankreich eingewanderter Jude. Neben meiner Krankenkasse arbeitet er als Spezialist im Hadassah Hospital. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass israelische Ärzte relativ wenig verdienen und an mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten, um Geld ins Portemonnaie zu bekommen. Meistens sind sie in einem Krankenhaus angestellt, arbeiten aber noch nebenbei in Siedlungen oder halten abends Sprechstunden bei den Krankenkassen. Israel verlangt einem extrem viel an Flexibilität und Innovation ab.
Was bei vielen Neueinwanderern aus den USA, Kanada, Australien, den UK oder aus Frankreich nicht zu unterschätzen ist: So manch einer kommt mit einem erheblichen Vermögen nach Israel. Nicht unbedingt reich, aber doch auch nicht arm. Man hat sich eben bereits in den USA oder anderswo als Architekt etc. etwas erarbeitet.
Und eine Tatsache, die immer wieder vorkommt: So mancher amerikanische Neueinwanderer hat seinen Job in den USA nie aufgegeben und pendelt zwischen Israel und den Staaten hin und her. Alle ein oder zwei Wochen mal hier und mal dort.

Die Billiglöhner unterwegs nach Israel

B“H
1000 weitere philippinische Gastarbeiter sollen laut diesem aktuellen Abkommen nach Israel geflogen werden:
https://www.jpost.com/Israel-News/Israel-to-employ-1000-Filipino-workers-to-reduce-hotel-staff-shortage-574053
Verwundern tut das nicht, denn die israelische Hotelindustrie ist eine einzige Katastrophe. In Tel Aviv und auch zuvor schon in Eilat werden vorwiegend illegale Afrikaner beschäftigt. Beim Room Service und halt der Zimmerputzerei. Das alles zu Niedriglöhnen, denn Israelis wären zu teuer.
In Tel Aviv ist es in der Branche teilweise üblich, Feiertags – und Schabbat – Zuschläge (Stundenlohn) nicht zu zahlen. Stattdessen arbeiten die Leute zum normalen Stundenlohntarif (Mindestlohn). Wenn überhaupt.
Im o. g. Artikel heißt es ferner, dass sich bereits 28,000 philippinische Gastarbeiter im Land aufhalten. Fast immer arbeiten sie als Altenpflegekraft in Privathaushalten. Gesponsert von der Familie des Pflegebedürftigen und der Bituach Leumi (Nationalversicherung).
Eine ganze Abzock – Branche hat sich um die philippinischen Care Giver (Pflegekräfte) gegründet wie israelische Agenturen, welche die Philippinas importieren und richtig abkassieren. Diese Agenturen vermitteln die Philippinas an Privathaushalte.
Offiziell als Pflegekräfte in Altenheimen werden die Gastarbeiter nicht eingesetzt, denn dort arbeiten Israelis. Egal, ob Juden oder Araber.
Auch mit den Philippinas / Philippinos gibt es Probleme, denn sie bleiben oft illegal im Land und manche misshandeln die Pflegebedürftigen. In Israel sind viele Leute der Meinung, dass die philippinischen Gastarbeiter immer noch besser seien als Araber, denn Erstere bereiten weniger Probleme. Dennoch sollte bedacht werden, dass die philippinischen Gastarbeitern daran gelegen ist, in Israel zu bleiben und die Frauen fast alle schwanger herumlaufen, um ein Bleiberecht zu erhalten. Wenn denn erst einmal das Kind in Israel geboren wurde.
Ich bin absolut gegen diese Importiererei und es suchen genügend Juden und Palästinenser Jobs. Denen aber muss der Hotelbesitzer mehr zahlen. In der privaten Altenpflege dagegen finden sich selten Israelis, denn derlei Jobs will niemand machen.
Wenn schon philippinische Gastarbeiter in der Pflege, dann aber nur mit eingeschränktem Visum und Abschiebung. Bislang ist das leider viel zu wenig der Fall.

Israelische Arbeitgeber und der Jugendwahn

B“H
Ich will ja nicht immer zu pessimistisch klingen, doch die israelische Realität will ich genauso wenig verschweigen. Wie überall auf der Welt auch, hat unser Land seine Vor – und Nachteile. Und oft sieht ein ausländischer Betrachter, dass Israel, in gewissen Beziehungen, ein ganz normales Land ist. Auch hier gibt es, z.B., Arbeitslosigkeit, Armut, Wohnungsnot, usw.
Ein aktueller TV – Bericht zeigt drei arbeitslose Ingenieure, die über 40 Jahre alt sind, Familie haben und plötzlich und unerwartet ihren sicher geglaubten Job verloren. Golan, Amit und Gil suchen bereits mehr als ein Jahr nach einer neuen Festanstellung, aber auch Israel ist ein Land, in dem Arbeitnehmer fast nur noch auf junge Leute setzen. 
https://www.youtube.com/watch?v=ijp6usq9a1o 
Die drei Arbeitslosen sind bestens ausgebildet und arbeiteten bis zur Entlassung in Führungspositionen. Obwohl sie Bewerbungen schreiben, gibt es kaum eine Antwort. Gil meint, an einem guten Tag bekomme er seine ausgesandten Email – Bewerbungen vielleicht drei Antworten. Wer über 40 ist, habe auf dem Arbeitsmarkt nur noch geringe Chancen und nicht jeder will sich soweit verschlechtern, dass es als unterbezahlter Tankwart oder Sicherheitsmann arbeitet. Zum Mindestlohn und ohne Chancen auf den Wiederaufstieg.
Auch in Israel schämt man sich, arbeitslos zu sein. Der Gang zum Arbeitsamt fällt schwer und manche leben von ihrem Ersparten und gehen erst gar nicht zum Amt. Und damit landen sie auch nicht in der Arbeitslosenstatistik.
Israelischen Betrieben ist es per Gesetz verboten, nach dem Alter eines Bewerbers zu fragen bzw. ihn aufgrund seines Alters abzulehnen. All das wird jedoch in Stellenanzeigen umgangen, in denen es dann heißt, dass der Bewerber nicht mehr als 1 – 2 Jahre Berufserfahrung haben darf. Somit wird indirekt angedeutet, dass man nur Leute einstelle, die zwischen 20 – 30 Jahre alt sind.
Gil, der der die Kinder von der Schule abholt, schreibt auch weiterhin seine zahlreichen täglichen Online – Bewerbungen. Golan, der nur zu Beginn der Doku zu sehen ist, fand nach 4,5 Jahren endlich eine Festanstellung. Und Amit machte sich, wie 1/3 aller israelischen Arbeitssuchenden, selbstständig.
Allein aus dieser Tatsache heraus, werden recht viele Startups von Personen gegründet, die älter als 40 Jahre sind. Man hat das Know – how, eine gute Ausbildung, arbeitete in IT – Führungspositionen, aber wurde letztendlich dem Jugendwahn geopfert. Und so macht man sich halt selbstständig und vielen Leuten gelingt das recht gut.

Die Wirtschaft in Jerusalem

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Jaffa Road in Downtown Jerusalem – Photo: Miriam Woelke

B“H
Wie sieht es mit der Wirtschaft in Jerusalem aus und warum finden sich alle Startups in Tel Aviv?
Immer wieder werden mir diese Fragen gestellt und es wird Zeit, Jerusalem einmal zu verteidigen. 🙂
Zuerst einmal: Nein, es befinden sich nicht alle Startups in Tel Aviv. Innerhalb der letzten paar Jahre nahm die Gründung von Startups in Jerusalem drastisch zu. Und laut Umfragen entscheiden sich Gründer ganz bewusst für diese Stadt. Man liebt das einmalige Flair und die Mentalität der Jerusalemer, die da alles andere als oberflächlich ist.
Nicht jedes Startup lässt sich in einem der Jerusalemer Technology Parks nieder. Mittlerweile gibt es Co – Working Spaces oder die Gründer arbeiten von daheim aus. Zudem entstanden zahlreiche Startups gegründet von Ultra – orthodoxen Juden.
Wer etwas erreichen will, muss eine gute Geschäftsidee haben und nicht „nur“, wie ich gestern schrieb, ein Cafe eröffnen wollen. Die Gastronomie – Branche in Tel Aviv sowohl als auch in Jerusalem ist überlaufen und jeder zweite oder dritte Betrieb macht im Zeitraum von zwei bis vier Jahren dicht.
Startups im medizinischen Bereich haben Hochkonjunktur und momentan ist Cannabis als Medizin ein riesiges Thema in Israel. Einige Startups sind schon auf den Zug aufgesprungen, obwohl das hiesige Gesundheitsministerium noch Probleme macht und nur bedingt Cannabis freigibt. Vorzugsweise an Krebspatienten zur Schmerzlinderung.
Die Wirtschaft in Jerusalemer ist vielleicht weniger bedeutungsvoll als jene im Großraum Tel Aviv. Eben weil es an der Küste mehr Platz und Industrie gibt. Fabriken sind in Jerusalem nicht gerade verbreitet, denn es fehlt an Platz. Noch nicht einmal Ikea konnte sich niederlassen und zog am Ende ins benachbarte Beit Shemesh. Riesige freie Industrieflächen sind in Jerusalem Mangelware. Dafür blühen Mittelstand und Handwerk. Letzteres hat in Israel goldenen Boden und wer etwas kann, macht sich selbstständig. Meister oder Geselle – In Israel ist das unbekannt und jemand, der als Maler oder Klempner arbeitet, ist das dann halt. Ohne Meister – oder Gesellenbrief.
Wer gut ist und günstige Preise bietet, kann sich einen Kundenstamm aufbauen und selbst die Angestellten verdienen nicht schlecht. Wobei Dachdecker in Israel keine leichte Position haben, denn bei den Dächern handelt es sich überwiegend um Flachdächer. Schornsteinfeger braucht man in Israel gar nicht, denn Schornsteine sind extrem selten.
Elektriker, Klempner, Maurer, Schlosser, Maler, Mechaniker, Techniker – sowas braucht das Land. Die IT Branche brüllt auch hier „Fachkräftemangel“, doch anstatt 40 – oder 45jährige arbeitslose Programmierer zu beschäftigen, will die Regierung billige Inder oder sonstwen holen. Billige internationale IT – Spezialisten, die israelische Arbeitsnehmer aufgrund der hohen Kosten verdrängen. Auch das ist hier, genauso wie in Deutschland, ein Thema. Nur halt nicht für die Rüstungsindustrie, denn dort dürfen nur Israelis arbeiten.
Gestern war ich mit Freunden, die ein Auto besitzen, beim Großeinkauf in einem haredischen (Ultra – orthodoxen) Supermarkt im ebenso haredischen Stadtteil Givat Sha’ul. Billig einkaufen und ich muss sagen, dass der Yesh Chesed Supermarkt günstiger ist als jede Rami Levi – Filiale.
Man muss halt immer sehen, wo der Einkauf einigermaßen günstig ausfällt, denn die hohen Lebensmittelpreise fressen einen sonst auf. Anfang Dezember stehen die jüdischen Chanukkah – Tage an und, wie fast immer, werde ich die Chanukkah – Kerzen anhand von richtigen Kerzen zünden und nicht mit Öl. Ganz einfach, weil ich es immer schaffe, eine Riesensauerei mit dem Öl zu veranstalten und dann alles auf den Boden fließt bzw. mir ein Ölbehälter zerbricht.
Und die Chanukkah – Feiertage bedeutet vor allem für Familien eine Geldausgabe, denn die Kinder hoffen auf kleine Geschenke. Und ein Jerusalemer Startup bietet Poster aus Israel. Nicht nur Poster, sondern die Motive können ebenso auf andere Gegenstände gedruckt werden. Gerade jetzt zu den Chanukkah – Feiertagen in der Diaspora!

Bürgermeisterwahlen Jerusalem, Vorsicht bei israelischen Arbeitsverträgen & Rav Kav Buskarte für Touristen

Vielleicht kennt noch jemand zusätzliche Details was die RAV KAV Buskarte angeht!