Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Wie schreibt man in Israel einen Lebenslauf?“

B“H
Hierzulande werden Lebensläufe auf Jobangebote weniger kompliziert verschickt als in Deutschland. Entweder per Email oder per Fax. Eine Seite und ohne Photo oder langes Anschreiben. Lediglich mit dem Vermerk, dass man sich bewirbt und dann erfolgt ein tabellarischer Lebenslauf. Nicht mehr als eine Seite!
Wer als Bewerber angerufen und zum Interview eingeladen wird, hat Glück. Erfolgt keinerlei Antwort in irgendeiner Form, dann wars das. Der Arbeitgeber hat keinerlei Bedarf.

Israels aktuelle Arbeitslosenstatistik

B“H
Offiziell heißt es, dass die Arbeitslosigkeit stark gesunken ist und die Gehälter anziehen:
http://www.globes.co.il/en/article-unemployment-in-israel-falls-to-new-low-1001174786
Ich würde einmal sehr stark behaupten, dass diese Statistik nur auf gewisse Regionen bzw. Berufsgruppen zutrifft. Wer im Großraum Tel Aviv lebt, hat immer noch die besten Aussichten auf einen Job. Und mehr Geld als in Jerusalem gibt es teilweise auch. Andererseits ist das höhere Gehalt wenig von Nutzen, denn die Lebenshaltungskosten sind extrem.
Es ist nicht leicht, in Jerusalem einen Job zu finden. Noch dazu einen einigermßen gut bezahlten Job, wo der Arbeitgeber sämtliche sozialen Vorschriften einhält. Häufig werden die Arbeitnehmer nur ausgenutzt und erhalten noch nicht einmal den monatlichen Mindestlohn.
Zahlreiche jüdische Neueinwanderer aus den USA starten in Israel ihr eigenes Online Business, mit dem sie auf ein ausreichendes Einkommen hoffen. Es geht hier weniger um Unabhängigkeit, denn man braucht einen Job. Und der ist in bestimmten Regionen des Landes schwer zu finden.
Israelis sind bekannt für Innovationen und Flexibilität und wer das als Neueinwanderer noch nicht besitzt, muss sich diese Eigenschaften dringend aneignen. Das Leben hier ist nicht einfach, aber wer sich anstrengt und sein Anspruchsdenken ablegt, kommt durch. 🙂

Was arbeiten in Israel?

B“H
Wer heutzutage als Jude Aliyah macht (nach Israel einwandert), steht immer wieder vor der Frage, was er denn arbeiten soll. Vor allem aber wo und wie einen Job findet. Die Arbeitssuche kann sich als schwierig erweisen und zudem ist sie regional bedingt. Am Küstenstreifen zwischen Tel Aviv bis Haifa ist es einfacher einen Job zu finden als anderswo im Land. Die Frage ist nur, ob man genug verdient, um seine hohen Lebenshaltungskosten zu bestreiten.
In vielen Berufszweigen sind Neueinwanderer aus den USA den Europäern überlegen. Oft schon allein wegen der Muttersprache Englisch. Bei mir auf der Arbeit wird nur Englisch gesprochen, da wir vorwiegend internationale Kunden bedienen. Englisch ist nicht meine Muttersprache, aber ich komme gut zurecht. Trotzdem wird immer wieder ein Englisch auf extrem hohen Level verlangt und Leute wie ich müssen sich einem Sprachtest unterziehen. 🙂 Was dagegen verziehen wird, sind Akzente. Zu meiner Zeit in Deutschland war das anders und wer einen Akzent im Deutschen hatte, kam weniger gut rüber. In Israel haben eine Menge Leute Akzente und der einzige, der negativ behaftet ist, ist wohl der russische.
Ich kenne sehr viele Amerikaner, die nach ihrer Einwanderung keinen Job fanden. Anstatt Sozialhilfe zu kassieren, machten sie sich kurzerhand selbstständig. Und das fast immer im IT – Bereich. Sie reparieren Computer oder gründeten ein Online Business. Sie verkaufen Online Fahrzeugteile oder selbsthergestellte Jerusalemer Seife. Erfindungsreichtum muss schon sein und wer eine gute Idee hat, der hat erst einmal ein Einkommen, anstatt nur dazusitzen und zu jammern.
Aktuelles zur Arbeitslosigkeit in Israel:
http://www.globes.co.il/en/article-slight-rise-in-unemployment-1001168350

Die neuesten Statistiken sind da

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Jerusalem, Derech Hebron Street – Photo: Miriam Woelke

B“H
Die neuesten Einkommens – und Arbeitslosenstatistiken wurden veröffentlicht. Demnach ist die Arbeitslosigkeit gesunken, was jedoch fehlt, sind spezifische Angaben wie Orte und Berufsbranchen. Hinzu kommt, dass viele Firmen nur den Mindestlohn zahlen oder die Menschen gezwungen werden, stundenweise zu arbeiten.
Grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt in den Küstenregionen besser ist als im Norden oder Süden des Landes. In Jerusalem ist es sehr schwer, einen Job zu finden. Damit meine ich eine einigermaßen gut bezahlten Arbeitsstelle und keinen befristeten Billiglohnsektor oder gar Zeitarbeit. Neueinwanderer haben es besonders schwer, außer vielleicht Anglos, die ganz gut bei Firmen unterkommen, wo perfektes Englisch an der Tagesordnung ist.
Gefragte Berufe: Programmierer, IT – Security auf hohem Level, aber auch Handwerker. Mehrheitlich suchen die Betriebe Leute mit israelischer Staatsbürgerschaft. Deutsche werden in Callcentern gesucht. Verkauf und der entsprechende Druck sowie schlechte Bezahlung.
Bei dem statistischen Einkommen kann die Mehrheit der Bevölkerung nur lachen. Viele leben vom gesetzlichen Mindesteinkommen und überhaupt von viel weniger Geld als in der Statistik angegeben. Gehälter sind regional bedingt und wer in Tel Aviv mehr verdient, gibt gleichzeitig auch mehr aus. Allein schon wegen der extrem hohen Lebenshaltungskosten.

Kleiner Auszug aus dem israelischen Arbeitsrecht: „Bezahlte Feiertage“

B“H
Vor noch nicht allzu langer Zeit berichtete ich, dass Arbeitnehmer, die länger als drei Monate bei ein und demselben Unternehmen beschäftigt sind, einen Anspruch auf bezahlte Feiertage haben. Heißt: Auch wenn am landesweiten Feiertag frei ist, wird das Gehalt weitergezahlt.
Nun, dem ist nur teilweise so, wie ich jetzt nach meinem Ausstieg aus meinem Zweitjob erfahren musste. Für meinen Hauptarbeitgeber ist das alles kein Problem, doch bei meinem Zweitjob handelt es sich um ein stadtbekanntes Unternehmen, welches andere Leute nur abzockt und die Mitarbeiter mies behandelt.
So erfuhr ich dort auch, dass das Gesetz besagt, dass der Arbeitnehmer eben nur dann ein Anrecht auf den bezahlten Feiertag hat, wenn er am Tag zuvor sowie am Tag danach im Unternehmen arbeitet. Bedeutet in meinem Fall, dass vor dem Feiertag (am Erev Chag) nur die Frühschicht arbeitet und wir anderen des Abends nicht mehr, da der Feiertag bereits begonnen hat. Ergo, besitzt die Spätschicht niemals eine Chance, jemals an bezahlte Feiertage zu kommen.
Wer in Israel einen neuen Job antritt, sollte sich im Vorfeld gründlichst über das Unternehmen informieren. Auch die Website GLASSDOOR bietet kostenlose Infos!

 

Israel: „Aktueller Wetterbericht und aktuelle Arbeitslosenzahlen“

B“H
Jerusalem, teilweise sonnig und 18 Grad Celsius. Gegen 15.00 Uhr soll der erste massive Regen aufziehen. Mit Regenschirm aufspannen wird es wohl dann weniger werden, denn es tobt bereits jetzt ein heftiger Wind.
Und wie zu erwarten war, steigt die Arbeitslosigkeit gen Winter wieder tüchtig an:
http://www.globes.co.il/en/article-unemployment-in-israel-jumps-1001158164
Was in Israel bei der Jobsuche zählt, sind gute Zeugnisse und Qualifikationen. Wer es sich leisten kann und zugelassen wird, geht auf die Uni. Die beliebtesten Studiengänge sind Jura, BWL, Informatik, Ingenieurwesen und Soziales. Qualifizierte Handwerker haben ebenso beste Chancen auf einen Job und die Bezahlung ist nicht schlecht. Solange man nicht bei einer der vielen Zeitarbeitsfirmen landet.

Beliebte Kindernamen in Israel und die Zeit nach den Feiertagen

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Photo: Miriam Woelke

Im Kulturzentrum Alter Bahnhof von Jerusalem
B“H

Die beliebstesten Kindernamen in Israel sind:

http://www.jpost.com/Israel-News/Israelis-go-retro-with-baby-names-469602
In den 80iger Jahren vernahm man an jeder Ecke den männlichen Vornamen Guy. Irgendwie schien es nur noch irgendwelche Guys zu geben und nichts anderes mehr. Ende der 90iger hiessen unzählige männliche Neugeborene Ro’i. Nicht Roy ausgesprochen, sondern Ro’iiiiiiiii.
Bei den Mädels wurde Shira zu einem der beliebtesten Namen. Shira, Rotem, Revital, Inbal und dazu auch biblische Namen. Ich kenne eine junge Frau, die Daniel heißt. Ständig muss sie sich rechtfertigen, dass sie eine Frau und kein Mann ist. Des Weiteren kenne ich eine Frau, die Nizzan heißt. Nicht Nitza, sondern Nizzan. Ein Name, den man auch nur aus der Männerwelt kennt.
In Israel muss man stets vorsichtig sein, denn eine Menge Vornamen gelten für Männlein und Weiblein: Yuval, Tal oder Sharon, zum Beispiel.

 

Die Zeit der jüdischen Feiertage ist bis Chanukkah (diesmal Ende Dezember) vorbei. Der Alltag hat uns voll wieder. Bedeutet, arbeiten, Rechnungen zahlen und zu leben. An diesem Mittwoch steht der erste richtige Wintertag vor der Türe. Dauerregen und bereits morgen soll es stürmisch werden. In Jerusalem einen Regenschirm aufzuspannen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn sobald es regnet, stürmt es auch fast immer. Und somit ist dann der Regenschirm dahin.
Zwar wird es am Donnerstag mit 20 Grad Celsius und Sonne wieder wärmer, doch die Nächte bleiben bei 12 Grad kühl.
Was ich bereits schon einmal erwähnte: Immer mehr Post – und Bankfilialen schließen. Mit dem Resultat, dass die verbliebenen Filialen meist restlos überfüllt sind und die Kundschaft bis sonst wohin Schlange steht. Aktuell wollen Bank Hapoalim und die First International Bank of Israel wieder einmal Personal reduzieren:
http://www.globes.co.il/en/article-bank-hapoalim-announces-new-streamlining-program-1001157905
http://www.globes.co.il/en/article-first-intl-bank-also-plans-layoffs-1001158056
Bei der Post schaut es nicht viel besser aus.

 

Neulich habe ich mich mal nebenbei schlau gemacht, wie es denn mit den Steuern ausschaut, wenn ich eventuell ein Aktiendepot bei der Bank einrichten will. Die Antwort fiel negativ aus, denn in Israel zahlen wir auf alles Steuern. Selbst bei Lottogewinnen schlägt die Steuer gnadenlos zu. Auch aus diesem Grund gehen nicht gerade selten viele Gründer pleite. Wegen der hohen Kosten und ständig eintrudelnden Rechnungen.
Ein Sparkonto lohnt sich, aufgrund der kaum vorhandenen Zinsen, ebenso wenig. Dafür berichtete mir jemand von seiner Investition: Er kaufte eine Wohnung, die er vermietet. Okay, da würden Instandhaltungskosten anfallen, doch der Mieter trage sämtliche Grundsteuern und die Miete werde in Israel nicht besteuert. Noch nicht!
Soviel Geld aber habe ich dann doch nicht auf der Seite. Nocht nicht! 🙂