Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Kaum Krebserkrankte in Jerusalem?“

B“H
Sobald jemand durch Google auf meinen Blog kommt, wird mir angezeigt, was derjenige denn gegoogelt hat. Aus diesen Anzeigen entnehme ich die Mehrheit aller Leserfragen und hier kommt gleich wieder eine aktuelle Frage:
Gibt es in Jerusalem weniger Leute, die an Krebs erkranken?
Die Antwort darauf lautet eindeutig NEIN. In Jerusalem erkranken genauso viele Menschen an Krebs wie fast an allen anderen Orten der Welt. Die Stadt Jerusalem allein steht nicht automatisch für HEILUNG, wie sich das einige religiöse Christen vielleicht versprechen. Niemand, der hier ankommt und aus dem Bus steigt, wird sogleich von einer Krankheit geheilt.
Und ein kleiner Tipp noch: Wenn Euch Leute auf dem Ölberg heilende Wässerchen oder was auch immer verkaufen wollen, spart Euch das Geld und kauft Euch lieber was Gutes zum Essen. Vor Jahren standen am Ölberg einmal eine deutsche und eine schweizer Touristin, die dort angebliche Heilwasser verkauften. Kleine Flaschen mit Leitungswasser aus deren Hostel, denn die Damen mussten ihr Hostelzimmer irgendwie finanzieren.
Weder auf dem Ölberg noch irgendwo in Jerusalem existieren heilende Quellen oder sowas. Quellen mit sprudelndem heißen Wasser (gegen Rheuma) gibt es in Tiberias am See Genezareth (Kinneret). Oder das Wasser des Toten Meeres soll gegen Allergien helfen. Aber so religiöse Heilwasser sind reine Erfindung und Abzockerei!

Israelisches Gesundheitsministerium sagt ungesundem Essen den Kampf an

B“H
Gesundheitsminister Yaakov Litzmann (Chassid Gur) sagte gestern dem Zucker den Kampf an. Viele Israelis achten im Supermarkt nicht auf die Zutatenlisten, die auf jedem Produkt zu finden ist. Stattdessen werden zucker – und salzhaltige Nahrungsmittel sowie massenhaft Junk Food gekauft.
Israelis sind die absoluten Junk Food Freaks. Die eine Hälfte des Einkaufswagens ist voller Obst, Gemüse, Joghurt, Fleisch, Reis, Nudeln oder Fisch. Die andere Hälfte besteht aus Tonnen von Junk Food wie Kartoffelchips, Schokolade sowie den israelischen Marken Bissli und Bamba. Alles richtig salzig, süss und noch dazu fettig.
Israelische Kinder wachen morgens mit Schoko – Cornflakes auf. Nutella gibt es auch, doch die Cornflakes mit Zimt und Schokolade sind der Renner. Von all den Soft Drinks will ich erst gar nicht reden. Cola, Sprite und all die mit Zucker überfüllten Säfte, die ständig getrunken werden.
Seit Jahren trinke ich nur Soda, Wasser, Milch oder frisch gepresste Fruchtsäfte (hausgemacht und ohne Zusatzstoffe). In den meisten Familien aber kommen die künstlichen Getränke täglich auf den Tisch. Die aber sind nicht nur ungesund, sondern kosten ein Schweinegeld.
Das Gesundheitsministerium plant aktuell eine spezielle Kennzeichnung von Nahrungsmittel, die einen hohen Zucker – Salz – oder Fettgehalt aufweisen:
http://www.globes.co.il/en/article-israel-to-impose-marking-of-unhealthy-food-products-1001162128

 

Hier noch ein israelischer TV – Bericht zum Thema:

Magen David Adom: „Was tun, wenn ein palästinensischer Terrorist mit dem Messer kommt?“

Das Leben mit einem Zahnprovisorium

B“H
Heute früh war Zahnarzttermin angesagt und endlich sollte ich die fertige Brücke eingesetzt bekommen. Der Zahnarzt meinte, alles dauere nur vier Minuten und dann könne ich gehen. Daraus wurde letztendlich aber doch nichts. 🙂
Das Provisorium herausgenommen zu bekommen, ist nicht einfach für mich, denn es fühlt sich an als breche jemand mit dem Brecheisen eine Tür auf. Also Betäubungsspritzen. Zur gleichen Zeit kam ein Notfall in die Praxis und der Zahnarzt war damit busy. Ich wartete auf dem Stuhl und genoss die super Fensteraussicht.
Dann Provisorium endlich raus und Brücke anpassen. Nichts passte und die Farbe auch nicht. Also Provisorium wieder rein und morgen muss ich zum Zahntechniker, damit er den Farbton der Brücke mit meinen Zähnen abstimmen kann.
Fast zwei Monate laufe ich mit dem Provisorium herum. Zuerst musste der Mund heilen, dann war der Zahnarzt im Urlaub, dann passte das Brückenmodell nicht und heute wieder nicht. Nochmal Abdruck genommen und wieder an den Zahntechniker schicken. Und in ein paar Tagen geht der Zahntechniker in den Urlaub. 🙂 Falls er alles noch schafft, bekomme ich nächsten Donnerstag die Brücke und wenn nicht, dann erst in zwei Wochen.
Ich habe mir die schlechteste Zeit des Jahres ausgesucht: Alles fährt in den Urlaub und mit den Gedanken ist man schon längst dort. Bis Ende August ist es in Israel ein ständiges Auf und Ab mit den Urlaubstagen der Arbeitnehmer, denn es ist halt Sommer.
Übrigens, solch ein Plastikprovisorium wird nach ca. zwei Wochen gelblich. Da kann man putzen, schrubben oder mit Backsoda scheuern wie man will. Ansonsten habe ich mich an das Provisorium gewöhnt. Zuerst störte es beim Sprechen, aber das ist Gewöhnungssache. Beim Essen geht jedenfalls alles ganz normal und weh tut es auch nicht.

Keuchhustenimpfungen für Babies in Jerusalem

B“H

Gerade erhalten wie ein Mitteilungen per SMS, dass Mütter von Neugeborenen ihre Babies gegen Keuchhusten impfen lassen sollen. In Jerusalem gab es offenbar mehrere Fälle von Keuchhusten und jetzt soll Vorsorge getroffen werden:
http://www.jpost.com/Business-and-Innovation/Health-and-Science/Whooping-cough-vaccine-to-be-offered-to-Jerusalem-infants-in-June-due-to-a-number-of-cases-404405

Zähne abschleifen, Zähne ziehen, Brücken, Provisorium – Tut das weh ?

B“H
Am gestrigen Morgen hatte ich einen längeren Zahnarzttermin. Ich wusste, dass es nicht gerade einfach werden würde und machte mir fast vor Angst in die Hose. Mein Zahnarzt ist vielleicht nicht ganz billig, aber super und ich würde ihn auf gar keinen Fall gegen die vielleicht billigere Kupat Cholim Kassenärzte eintauschen.
In Israel kostet ein Zahnarztbesuch immer Geld. Kreditkarte wird akzeptiert und Ratenzahlungen ebenso. Dafür sind private Zahnärzte auf dem höchsten technischen Stand. Wie es bei den bei der Krankenkasse arbeitenden Zahnärzten ausschaut, kann ich nicht sagen, da ich immer privat gehe.
Mein Zahnarzt ist gebürtiger Amerikaner, studierte Zahnmedizin in den Staaten und hält heute Vorlesungen am Hadassah Krankenhaus. Er ist äußerst beliebt und professionell und weiss mit den Ängste der Patienten umzugehen. Wer einen Termin braucht, bekommt ihn ziemlich schnell. Ich hörte, dass man bei der Krankenkasse länger warten müsse und einen Arzt zugeteilt bekommt. Ob man den nun mag oder nicht.
Nach zwei Zahnfleischbehandlungen sollten mir gestern zwei Zähne gezogen werden und jeweils zwei danebenstehende Zähne wurde abgeschliffen. Ich sollte ein Provisorium erhalten und in drei Wochen folgt die Brücke.
Warum erst so spät ? Damit das Zahnfleisch gut verheilt.
Ich surfte in den letzten Wochen durch viele deutsche und amerikanische Patientenforen, wo jeder seine Angst ausschütten konnte. Ich las lediglich mit, aber je mehr man liest und auf Youtube herumgurkt, desto mehr steigt die Angst vor dem Ungewissen.
Mein Zahnarzt gab mir kurz vor der Behandlung eine kleine Pille. Ich glaube, es war Valium, was mich davor bewahren wollte, total auszuflippen und aus dem Fenster zu springen. 🙂
Kurz gesagt, die Pille half nur wenig, aber ich hing dann doch nicht aus dem Fenster.
Ich denke, dass es wichtig ist, den richtigen Zahnarzt zu haben. Und so erhielt ich erst einmal mehrere Spritzen in das Zahnfleisch. Zusammen mit einer Creme. Der Zahnarzt meinte, er spritze die Injektionen zu verschiedenen Zeitpunkten und viele Zahnärzte begehen den Fehler, alle Spritzen auf einmal ins Zahnfleisch zu knallen. Bei solch einer Behandlungen sind einige der Spritzen sehr schmerzhaft und wer alles auf einmal bekommt, geht an die Decke. Falls Ihr betroffen seid, achtet vielleicht darauf, wann der Zahnarzt Euch was spritzt und redet mit ihm vorher.
Zuerst wurde abgeschliffen, was mir um die gesunden Zähne total leidtut. Aber offenbar gab es keinen anderen Ausweg und ein Implantat hätte vielleicht nicht gehalten.
Das Einzige, was ich vom Abschleifen mitbekam, waren die Vibrationen. Weh tat das nicht. Zwischendurch wurden immer wieder Abdrücke von den Zähnen gemacht. Mein Zahnarzt ist ein Perfektionist und es dauerte, ehe er die abgeschliffenen Zähne milimetergenau zurechtforme. Er machte mich geradezu wahnsinnig, mit „hier noch ein bisschen und da“. Was er damit letztendlich bezweckte war mir nicht mitzuteilen, wann die beiden Zähne gezogen werden. Auf einmal meinte er, die wären schon raus, was ich kaum mitbekommen hatte.
Dann wurde massig desinfiziert und das Provisorium vorbereitet. Das Ergebnis ist, dass es besser ausschaut, doch diese Knete oder was auch immer beim Provisorium nerven meine Zunge und ich denke immer, ich spreche jetzt wie besoffen. Der Zahnarzt meinte, die Zunge gewöhne sich nach ein paar Tagen daran und die richtige Brücke wäre ganz anders. Hier aber gehe es darum, dass die Wunden gut verheilen.
Ob man sieht, dass es sich um ein Provisorium handelt ? Meiner Meinung nach ja, aber das, weil ich weiss, dass es eins ist. Beim genauen hinsehen sieht man es bestimmt, aber wer macht das schon ? Man sieht es, weil dass Zahnfleisch erst abheilen muss. In ein paar Tagen ist das vielleicht schon ganz anders.
Ich dachte, dass ich nach der Behandlung im Wartezimmer erstmal auf die Ledercouch falle, aber mir ging es supergut. Ich ging gleich nach Hause und unterwegs noch in die Apotheke, um Schmerzmittel zu kaufen. Gegen Ende der Behandlung taten die Wunden der gezogenen Zähne weh und ich bekam drei Advil (Schmerztabletten). Das half und bis zum jetzigen Zeitpunkt verspüre ich fast gar nichts mehr.
Niemand sollte Angst vor dem Provisorium haben. Dass man das sieht oder dass es nicht sitzt. Unsere meisten Mitmenschen glotzen einem nicht gerade direkt aufs Zahnfleisch. 🙂
Nachher durfte ich 3 – 4 Stunden nichts essen und wenn, dann nur Weiches oder Flüssiges. Das Zahnfleisch blutete noch eine ganze Weile und ich kaufte mir ein Eis, was die Blutung stoppte. Ben & Jerries besitzt also heilende Wirkungen. 🙂 Mit dem Provisorium beissen traue ich mich noch nicht. Trinken ist etwas unangenehm , aber das funktioniert schon recht gut.
Ende Juni erhalte ich die Brücke und danach muss ich habe ich noch zwei weitere Termin. Die Assistentin hörte ich gestern zum Zahnarzt etwas von „Wurzelbehandlung“ sagen. Ahhhh, Root Canal ? Der Horror aller Zahnarztpatienten und falls mich das betrifft, tut er wirklich gut daran, mich das nicht vorher wissen zu lassen, sonst hopse ich tatsächlich noch aus dem Fenster.
An all jene, die sich um Zähneziehen, Provisorien, Brücken, Schmerzen oder Spritzen sorgen – Das Wichtigste ist, dass Ihr einen guten professionellen Zahnarzt findet, der weiss, was er tut. Wenn Ihr den habt, sind die Behandlungen selbst nicht so wild und Ihr geht aufrecht aus der Praxis !

Arzttermine

B“H
Das Wetter ist super und morgen klettert das Thermometer auf 32 Grad Celsius. Allmählich kommt der Sommer, doch in der nächsten Zeit bin ich erst einmal ausgebucht. Zahnarzt sprich Zahnfleischbehandlung und eine neue Brücke. Bereits heute wurde mir der Preis mitgeteilt und das wird nicht lustig, aber, was sein muss, muss halt sein. Eine Bekannte von mir blätterte gerade 15,000 Schekel für eine privat finanzierte Augenbehandlung hin. Die Krankenkasse bzw. das Hadassah Krankenhaus wollten entweder nicht zahlen bzw. konnten keine erweiterte Behandlung mehr anbieten. So blieb eine private Augenklinik und die kostet Kohle.
Bei meiner Behandlung reichen 15,000 Schekel nicht aus, aber in zwei Monaten oder so werde ich hoffentlich alles lebend überstanden haben. Vielleicht bekäme ich bei einem Krankenkassenarzt alles billiger, aber trotzdem lasse ich mich lieber privat behandeln. Man gönnt sich ja sonst nichts !
Wer in Israel Wert auf eine gute ärztliche Behandlung legt, wird nicht selten zur Kasse gebeten. Aber richtig deftig. Und das trotz der besten Krankenversorgung, für die wir monatlich zahlen.
Mitte nächster Woche habe ich meinen ersten Behandlungstermin, was mir diese Woche noch etwas Zeit gibt, am Fahrrad – Event Sovev Yerushalayim teilzunehmen. 🙂