Leben in Jerusalem

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Neuigkeiten nebenbei

B“H
Was mich immer wieder überrascht ist die Tatsache, dass meine deutschen Blogs mehrheitlich in den USA gelesen werden und nicht etwa im deutschsprachigen Raum. Warum das so ist – dafür habe ich keinerlei Erklärung.
Am vergangenen Mittwoch war ich beim Urologen im Krankenhaus. Dort stellte sich dann heraus, dass der angekündigte Nierentest nun doch bei meiner Krankenkasse stattfindet. So tippte der Arzt mir nur einen Bericht und meinte, ich solle mit dem Ergebnis Ende Februar bei ihm vorbeischauen. Ohne Termin und gleich nach dem geplanten CT Scan. Dann könne er sich die Nieren gleich auf dem CT anschauen und er kann mir so ungefähr sagen, ob noch etwas anderes zu sehen ist, denn Anfang März muss ich erneut zur Onkologin. Die allerdings sagt mir dann das endgültige Resultat, denn die Scan Photos werden immer von einem Spezialisten begutachtet.
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Im Krankenhaus – Photo: Miriam Woelke

Im Februar dann habe ich so einige Krankenhaus – und Krankenkassentermine. Nieren – und Bluttest, Termin bei der Ärztin, die mich operierte und halt den CT Scan. Ich muss sagen, dass ich soweit mit dem Ärzteteam hochzufrieden bin. Israel hat sehr gute Ärzte und wenn bei mir irgendwas ist, kann ich sofort ins Krankenhaus kommen und schwupps habe ich einen Termin. Auch zwischendurch wie vor drei Wochen zum Ultraschall. Im Ausland muss man monatelang warten, in Jerusalem geht alles ruckzuck.
Das Wetter wird diese Woche wärmer (zwischen 13 – 17 Grad Celsius) und sonnig. Damit meine ich Jerusalem, denn an der Küste ist es etwas wärmer. Dennoch ist der Winter noch lange nicht vorbei!
Wer seine Rav Kav für die Jerusalemer Stadtbusse in cash aufladen will, ohne dumm am Automaten zu stehen: Im Bell Center Ecke King George / Strauss / Jaffa Road kann man das tun. Dort hat Egged ein Büro. Gleich neben der Post im ansonsten leeren Bell Center (mit dem Glockenspiel außen).
Ein kleiner Tipp für Falafel – liebende Touristen:
Verzichtet auf die teure Falafel von MOSHIKO in der Ben Yehudah Street. Dort war neulich erst das Gesundheitsministerium und beschlagnahmte Fleisch für den Schwarma (Döner) und sonstiges. Die Lokalzeitung YEDIOT YERUSHALAYIM veröffentlicht Ekelbilder aus der Moshiko – Küche. Kauft Eure Falafel und Schwarma lieber woanders. Moshiko ist eh nur reine Abzocke.
Aktuell sind Pisgat Ze’ev und Nachlaot die gefragteste Stadtteile in Jerusalem. Ich kenne Pisgat Ze’ev noch von vor mehr als zwanzig Jahren und wenn man sich den Stadtteil mit seinen fast 46,000 Einwohnern heute anschaut, hat sich extrem viel verändert. Schon allein die Autofahrt vom French Hill hinaus zum Pisga ist untertunnelt. Vor mehr als zwanzig Jahren noch führte die Verbindungsstraße an einer kleinen palästinensischen Wohngegend vorbei. Irgendwann ging das nicht mehr, denn die Palästinenser schossen scharf oder warfen Steine auf Autofahrer. Also wurde ein Tunnel gebaut. Heute ist Pisgat Ze’ev fast wie eine eigene kleine Stadt mit Shopping Malls und allen möglichen Aktivitäten. Der Nachteil ist, dass in die Stadt gependelt werden muss und man lange im Stau steht.
Nachlaot hingegen liegt am Machane Yehudah Markt in der Stadtmitte. Als ich dort wohnte, hatten meine beiden Mitbewohner und ich Probleme, Nachfolger zu finden. Niemand wollte in Nachlaot leben. Dann schon lieber in der German Colony, am French Hill oder in Katamon. Nur nicht in den Dreck von Nachlaot.
Seither hat sich viel verändert und durch die amerikanischen Neueinwanderer wurde leider vieles zu sehr Schickimicki. Vor allem die Beersheva Street mit den edlen Umbauten und der Carlebach Synagoge Kol Rina. Letztere befindet sich spartanisch in einem Bunker.
Besonders Studenten zieht es nach Nachlaot. Die aber können sich dort fast immer nur WGs leisten. Manche Häuser sind immer noch verrottet, werden jedoch trotzdem teuer vermietet. Es ist halt IN, in Nachlaot zu wohnen. Und super zentral noch dazu.
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Auf frischer Tat ertappt

B“H
Am vergangenen Donnerstagabend hörte ich draußen ein massives Gehämmere und schaute nach, was wieder los ist. In letzter Zeit ist in meinem Stadtteil mit den weiter unten lebenden Palästinensern erneut Action angesagt und da vor circa zwei Monaten in der direkten Nachbarschaft ein anderer Vorfall geschah, wollte ich dem Herumgehämmere auf den Grund gehen.
Es war früher Abend, stockdunkel und es goss in Strömen. Ich weiß nicht, wer überraschter war: Die beiden jungen Palästinenser, die ich auf frischer Tat beim Einbrechen ertappte oder ich selbst. Die beiden Diebe hatten ein Fenster aufgebrochen und vorher die Eisenstangen aus dem Rahmen gehämmert. Ein Palästinenser versteckte sich hinter einem Baum und dem anderen stand ich fast gegenüber, der da stammelte, man wolle ja nur mit dem Hausbesitzer reden. Dann rannten beide auf und davon.
Vielleicht redet man heutzutage mit einem Hausbesitzer, in dem man dessen Fenster aufbricht. Ich jedenfalls rief sofort die Polizei und nach zwei Minuten waren die samt Grenzpolizei da. Ehrlich gesagt hätte ich das nicht bei einem Einbruchsversuch erwartet, aber die Polizei funktioniert bei uns einwandfrei.
Eine Polizistin meinte, dass die beiden Diebesdilettanten das schlechte Wetter nutzen und auch vor Fenster aufhämmern und Metallrahmen herausschlagen nicht zurückschrecken. Und dann ging die Jagd nach den Einbrecher los. Ich erhielt noch viele Anrufe von der Polizei und Fingerabdrücke wurden am Tatort genommen. Kurz gesagt, es war wieder mal richtig was los!
Mittlerweile überlege ich ernsthaft, ob ich nicht einen Waffenschein beantrage und mir eine Waffe zulege. Nicht jeder Israeli hat ein Anrecht auf einen Waffenschein. Entweder muss man bei der Security arbeiten oder in einen gefährdeten Gegend wohnen. Siedler, zum Beispiel, haben ein Recht auf einen Waffenschein. Oder ich, weil ich eben in gerade diesem Stadtteil wohne. Wer dagegen nebenan im friedlichen Stadtteil Baka wohnt, kann keinen Waffenschein beantragen.
Was mir vor mehr als zwei Monaten im Krankenhaus in der Notaufnahme auffiel: Fast alle Krankenwagenfahrer tragen eine Waffe. Man weiß ja nie, was einen erwartet und Palästinenser rufen halt auch Krankenwagen. In meinem Stadtteil war es eine Zeit lang so, dass ein Krankenwagen nur in Begleitung der Grenzpolizei runter zu den Palästinensern fahren durfte. In der Vergangenheit kam es andernorts vor, dass die Palästinenser Angriffe starteten und. u.a., einen Angestellten des Telekommunikationsunternehmen Bezek ermordeten.
Am Donnerstagmorgen war ich bei einer Ultraschall – Untersuchung gewesen, bei der sich herausstellte, dass alles in bester Ordnung ist. Da diese aber von einer Krankenschwester durchgeführt worden war und nicht etwa von einem Arzt kann es sein, dass sich die Untersuchung in dieser Woche nochmal wiederholt. Ein Arzt rief mich an als ich schon wieder daheim war und er meinte, dass beim Ultraschall kein neuer Tumor entdeckt wurde und er die Untersuchung gelten lassen würde. Meine Ärzte (Chirurgin, Onkologin, Urologe, etc.) aber müssten dem zustimmen und da sehe ich schon wieder schwarz. Ich hoffe, dass ich dieser Tage im Krankenhaus nicht nochmal den Ultraschall durchlaufe, aber warten wir es ab. Und das mit der alleinigen Begründung, dass ein Arzt es hätte machen sollen.
Ab Januar werde ich wieder ganz normal arbeiten, denn ich fühle mich körperlich super. Zwar muss ich weitere Krankenhausbehandlungen erdulden und bis März sind mehrere Termine angesagt; insgesamt aber will ich dem ganz normalen Berufsleben nachgehen. Wobei ich seit der Krankenhausentlassung von daheim aus gearbeitet habe, denn von dem bisschen Krankengeld kann kein Mensch leben. Ende Januar muss ich dann auch die erste Hälfte meines Buches an den deutschen Verlag senden, denn es geht in die Korrektur. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2019 vorgesehen.

Jerusalem dieser Tage

B“H
Ab Morgen haben wir wieder so richtiges Winterwetter. Massig Regengüsse, Sturm, Kälte und alles, was dazugehört:
http://www.02ws.co.il/?&lang=0
Zwar wird offiziell in Israel kein Sylvester gefeiert, viele säkulare Juden aber feiern die Neujahrsnacht. Vermutlich ohne zu wissen, dass Papst Silvester Antisemit war:
https://hamantaschen.wordpress.com/2017/12/31/sollen-juden-sylvester-feiern/
Nichtsdestotrotz, zuviel gefeiert wird diesmal eher nicht, denn das Wetter wird in den kommenden Tagen miserabel. Und mit Feuerwerk und so ist in Israel eh nichts, es sei denn, am Tel Aviver Strand.
Ich feiere weder Silvester noch Neujahr und gehe ganz normal schlafen. In der palästinensischen Nachbarschaft gleich neben der unseren wird nichts gefeiert. Ein Jahr gab es mal ein paar Knaller, aber ansonsten betrifft das weltliche Neujahr weder den jüdischen noch den muslimischen Kalender. Deshalb frage ich mich, warum die muslimischen Migranten in Deutschland sich überall dort versammeln, wo Einheimische ihr Silvester feiern.
In der Jerusalemer Innenstadt werden einige besoffen herumtorkeln, doch mit deutschem Silvester hat das alles nichts zu tun. Noch dazu, wo es diesmal kalt und nass wird. Diverse Pubs in Tel Aviv haben da bestimmt etwas mehr Atmosphäre zu bieten.
In meinem Stadtteil bleibt alles ruhig und die Leute gehen schlafen, denn wir müssen morgens wieder zur Arbeit. Der 1. Januar ist in Israel kein Feiertag, sondern stinknormaler Alltag.
Morgen habe ich mal wieder einen Termin im Krankenhaus. Ultraschall, denn man will herausfinden, ob sich das verdächtige „Objekt“ auf meinen letzten CT Bildern als neuer Tumor entpuppt oder nicht.
In weiteren zwei Wochen muss ich zu einem Nieren – Ultraschall und es wird ferner getestet, ob die Nieren nach der OP wieder einwandfrei funktionieren.
Ja, tun sie, soweit ich selber das beurteilen kann. Außerdem soll mir der Urologe dann eine Bestätigung tippen, die besagt, dass ich zum nächsten CT Scan Ende Februar kann.
Beim CT wird immer ein riesiger Aufwand betrieben. Mit Fragebogen ausfüllen und ob denn auch die Nieren einwandfrei sind und man ja keine Medikamentenallergie hat.
Wer noch nie bei einem CT Scan war:
https://de.wikipedia.org/wiki/Computertomographie
Man bekommt einen Intravenous (intravenös ?), denn es wird einem automatisch Jod injiziert. Bei mir werden jeweils zwei Durchgänge gemacht: Zuerst ohne Jod und dann mit Jod. Das ist so mein täglich Brot. Zwei Jahre lang alle drei Monate zum CT und danach noch drei weitere Jahre. Jedoch nur noch alle sechs Monate. Strahlung oder nicht, es muss festgestellt werden, ob sich weitere Tumore im Körper bilden.
Ich hoffe, dass sich der Verdacht morgen als unbegründet herausstellt. Zumal ich nicht schon wieder eine OP durchlaufen will oder ggf. Bestrahlung oder Chemotherapie. Immerhin wird jedem noch so kleinen Verdacht akribisch nachgegangen.
Trotzdem kotzt mich der Gang ins Krankenhaus an, obwohl es dort gar nicht nach Krankenhaus riecht. 🙂 Aber immer wieder Behandlungen durchlaufen, Spritzen und was weiß ich, was alles in den Körper gesteckt wird. Vor zwei Wochen hatte ich erst wieder einen Katheter als der Stent (zwischen Niere und Blase) gezogen wurde. Zwar nur ein paar Minuten lang, aber das hat mir  gereicht. Immer wieder neue „Torturen“ und das geht mir mittlerweile so auf den Senkel.
Okay, Ultraschall hört sich ganz einfach an, aber ich traue dem Frieden schon lange nicht mehr. Am Ende kommt noch mehr dazu. 🙂

Leserfrage: „Deutschsprachige Ärzte in Jerusalem?“

B“H
Es kann sein, dass der ein oder andere Arzt ein paar Fetzen Deutsch kann; so richtiges Deutsch bei einem Arzt ist mir noch nie untergekommen. Eine Bekannte erzählte, dass in Mevasseret Zion ein deutscher Arzt bei einer Krankenkasse arbeiten würde, doch der sei so unfreundlich, dass sie (als Nichtdeutsche) schnell wieder abgehauen sei.
Wo einige Ärzte Deutsch sprechen ist in palästinensischen Kliniken in Ostjerusalem und Ramallah. Viele Palästinenser studieren Medizin in Deutschland und sind daher der deutschen Sprache mächtig.
Für Tel Aviv und Umgebung gibt die Deutsche Botschaft diese Liste raus:
https://tel-aviv.diplo.de/blob/2085668/af0e09bdb881b342424331cf41f88acf/aerzteliste-data.pdf
Ich muss ganz ehrlich sagen: In all meiner Zeit hier ist mir noch nie ein deutschsprachiger Arzt über den Weg gelaufen.
Falls der Fragesteller ein nach Israel ausgewanderter Jude sein sollte:
Von Neueinwanderern wird erwartet, die hebräische Sprache zu lernen. Dafür zahlt der Staat Israel eine Menge Geld und wenn Leute nach Ewigkeiten immer noch kein Ivrit können, werden Israelis schon mal sauer, denn sie sehen ihre Steuergelder verschwendet.
Meiner Erfahrung nach kann jeder Patient sich irgendwie bei einem Arzt verständlich machen. Es kommen auch Palästinenser ins Krankenhaus, die kein Hebräisch können. Irgendwie funktioniert es immer, doch im Fall von Russisch oder Arabisch finden sich normalerweise nicht weit entfernt Leute, die übersetzen. Gestern erlebte ich es erst wieder bei meiner Krankenkasse, wo eine Angestellte laut in die Warterunde fragte, ob denn jemand Russisch könne.
In arabischen Krankenhäusern findet sich eher jemand, der der deutschen Sprache mächtig ist. Im Hadassah oder Shaare Zedek Hospital von Jerusalem sind Hebräisch, Arabisch, Russisch und Englisch angesagt.
Mal davon abgesehen: Jeder Neueinwanderer hadert mit der neuen Sprache, aber man muss sich daran gewöhnen. Wer ins Krankenhaus muss, kann nicht erwarten, dass er von vorne bis hinten auf Deutsch bedient wird. Das gibt es einfach nicht und vor meinem Krankenhausaufenthalt lernte ich aus dem Wörterbuch erst einmal Vokabeln wie Gallenblase, Darm sowie alle möglichen Organe. Und es hat funktioniert. Selten einmal muss ich auf Englisch nachfragen wie, u.a, spezifische Wörter a la „Die Tumorwurzel“ oder so in der Art.
Innerhalb kurzer Zeit habe ich viele medizinische Vokabeln schnell dazugelernt, denn es bleibt einem nichts anderes übrig. Etwas Arabisch gab es gleich mit dazu, denn zweimal waren meine Zimmergenossen Palästinenserinnen.
Wer in ein anderes Land auswandert, der muss die jeweilige Landessprache lernen!!! Touristen, wenn es sich nicht gerade um einen Notfall handelt, sollten sich in Deutschland behandeln lassen.
Noch ein kleiner Tipp:
In Israel wird für CT oder MRI die englische Version wie CI TI und MEM AR EI benutzt. Morphium heißt MORPHIN. Cortison trägt denselben Namen und Chemotherapie heißt KIMOTHERAPIAH. Und Katheter bleibt dasselbe Wort. 
Manches lässt sich ins Deutsche ableiten und wer gar nicht klarkommt, muss sich in Deutschland behandeln lassen oder halt jemanden zur Behandlung mitbringen, der übersetzt.

Weihnachten in Israel?

B“H
Obwohl leider zahlreiche säkulare Israelis eine Art Weihnachten feiern, ist dieses christliche Fest im Judentum absolut unbekannt und wird als Götzendienst betrachtet. Diverse säkulare Israelis, von denen viele so sein wollen, wie andere Völker auch, stellen sich, des Spasses halber, einen Weihnachtsbaum zuhause auf. Mit der christlichen Religion hat das nicht zu tun. Vielmehr will man das gemütliche Flair, gutes Essen und ein paar Geschenke.
Generell wird Weihnachten in Israel nicht gefeiert, es sei denn, Ihr befindet Euch dort, wo Christen leben. In einigen Teilen von Haifa vielleicht. Im christlich – arabischen Teil von Nazareth, im christlichen Jerusalemer Altstadtviertel oder in Bethlehem. Letzteres liegt in der palästinensischen Autonomie außerhalb von Jerusalem. Arabische Busse fahren in regelmäßigen Anständen vom Damaskustor raus nach Bethlehem. Wobei die Stadt Bethlehem mittlerweile weitgehend muslimisch geprägt ist, da die christlichen Araber von ihren muslimischen Brüdern verdrängt wurden.
In Israel wird an den Weihnachtstagen ganz normal gearbeitet und alle Banken, Ämter, etc. sind offen. Es handelt sich um keinen Feiertag und der Alltag läuft weiter. Das Wetter bleibt in diesem Jahr trocken. 14 Grad Celsius in Jerusalem und teilweise sonnig und bewölkt. Donnerstag und Freitag zieht ein neues Unwetter auf und Sturm, Regen und Kälte sind angesagt. 9 Grad Tagestemperatur in Jerusalem und erst am Schabbat wird es trockener.
Heute früh war ich bei meiner Krankenkasse eine neue Kostenübernahme für einen speziellen Ultraschall zu beantragen. Auf meinem letzten CT Scan wurde eine verdächtige Stelle entdeckt und der Ultraschall soll klarstellen, ob da wirklich etwas sein könnte oder nicht. Also werde ich morgen oder übermorgen wieder ins Shaare Zedek Medical Center müssen. Und ich dachte, ich hätte bis Mitte Januar, zum nächsten Urologen – Termin Ruhe. 🙂 Dann gibt es nämlich eine weitere Ultraschall – Untersuchung der Nieren. Aber nix da! Ich muss vorher schon wieder in die Onkologie zwecks Ultraschall. Und wenn es ganz schlimm kommt, kriege ich auch noch eine Bestrahlung obendrein.

Regen & Vorsichtsmaßnahmen

B“H
Seit der letzten Nacht giesst es draußen, was das Zeug hält. Wer ein paar Photos vom heute verregneten und kalten Israel sehen will:
https://news.walla.co.il/item/3208482
Das große Problem bei massiven Regenfällen ist, dass die Gullis nicht so schnell das Wasser aufnehmen und sich riesige Pfützen in den Straßen bilden. Als Fussgänger muss man immer aufpassen, wenn Autos und vor allem Busse angerast kommen und durch die Pfützen rauschen. Da spritzt das Wasser nur so um sich und man selber steht als begossener Pudel da. 🙂
Heute wird es den ganzen Tag über regnen und erst morgen Mittag soll es wieder trocken werden. Kurz gesagt, heute ist ein dunkler, verregneter, windiger und kalter Tag.
Und dann bekam ich auch noch heute Morgen eine Mail von der Onkologin. Man entdeckte doch einen suspekten Fleck auf meinem letzten CT Scan und die Ärztin schickte mir gleich im Anhang eine Überweisung zwecks speziellem Ultraschall ebenfalls im Shaare Zedek Medical Center.
Am Sonntag muss ich eh zu meiner Krankenkasse und die Kostenübernahmen der kommenden drei Krankenhaustermine richtigstellen, denn als ich gestern dort war, verwechselte die Angestellte die Daten meiner Termine. Und so kann ich dann auch gleich eine vierte Kostenübernahme des speziellen Ultraschalls beantragen. So schnell wie möglich, denn die Onkologin will gleich loslegen. Wenn es geht, schon in der nächsten Woche.
Es muss ja nichts bedeuten, aber, das ich einen sehr hohen Risikofaktor habe, dass sich Metastasen bilden, wird jedes noch so kleine Ding untersucht.
Mit der Onkologin sprach ich am Montag über Leute, die Krebs haben und weder etwas wissen noch den Krebs bei sich vermuten. Vor allem bei Lungenkrebs kommen die Leute fast immer zu spät, denn eigentlich merkt man nichts. Alle Organe funktionieren einwandfrei und erst wenn massive Schmerzen auftreten, geht man zum Arzt. So wie ich auch. Dann aber ist es bei vielen schon zu spät.
Andererseits bringen Untersuchungen beim Hausarzt nur etwas, wenn gezielt nach Krebs gesucht wird. Zum Beispiel bei einem Bluttest speziell auf Krebserscheinungen. Damit ist es leicht festztstellen, ob eine Krebsgefahr besteht. Aber es muss halt nach Krebsanzeichen beim Bluttest gesucht werden.
Der Wahnsinn ist, dass ich im Internet Posts von Leuten las, die sich selber einbilden, Krebs zu haben. Entweder wollen sie nur krank sein oder halt nicht mehr arbeiten und Rente kassieren.
Ehrlich gesagt macht mich sowas sprachlos. Wie kann man sich, ohne Bluttest, einbilden, Krebs zu haben? All die Krebspatienten, die in der Onkologie sitzen (eingeschlossen mich selbst) wären heilfroh, wenn sie nicht krank wären. Gleichzeitig aber gibt es gesunde Menschen, die sich eine Krankheit einbilden, um die Sozialkassen abzuzocken. Ein einziger Bluttest reicht, um festzustellen, ob jemand Krebs hat oder nicht. Man muss noch nicht einmal unbedingt zum CT.

Alltag in Israel & Leserfragen „Israelische Staatsbürgerschaft“

B“H
Immer wieder erhalte ich Fragen von Lesern, wie man denn die israelische Staatsbürgerschaft beantragt. Bei derlei Fragen weiß ich sofort, dass diese von Leuten stammen, die gar keinen Anspruch auf die israelische Staatsbürgerschaft haben, denn Leute, die sehr wohl einen Anspruch haben, stellen keine solchen Fragen. 
Wer einen Anspruch auf die israelische Staatsbürgerschaft hat, der weiß genau, wohin er sich wenden muss. Und mit welchen Dokumenten. Außerdem bekommt jeder jüdische Neueinwanderer bei seiner Aliyah (offiziellen Einwanderung) die Staatsbürgerschaft. Beantragt muss da gar nichts werden. 
Man kommt nicht einfach nach Israel bzw. will eben mal so hierherziehen, um die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Israel ist ein jüdischer Staat und Juden wandern nach Israel ein. Leider kommen immer wieder irgendwelche missionarischen Christen, die versuchen, sich einzuschleichen. Richtig in die Gesellschaft integriert sind sie letztendlich doch nicht. 
Wenn es mir in Deutschland nicht passt, wandere ich doch nicht gerade nach Israel aus, wo die Leute ein komplett anderes Leben führen und wo das Leben noch dazu wahnsinnig teuer ist. 
Und somit komme ich auch gleich zum Thema ALLTAG: 
Heute Morgen war ich bei meiner Krankenkasse zwecks dreier Kostenbewilligungen für weitere Krankenhaustermine. Als ich die Angestellten – Tussi so rumwurschteln sah, war mir klar, dass wieder etwas in die Hose geht. Und das ging es ganz gewaltig! 
Nur zwei der drei Genehmigungsanträge hat sie in den Computer eingetippt. Ein Antrag wurde bereits genehmigt, doch mit dem falschen Datum. Also muss ich nächste Woche nochmals hin. 
Nichts gegen meine Krankenkasse, aber manchmal ist alles eben ein Chaos. Wobei es immer auf die jeweilige Angestellte ankommt. 
Naja, man hat sich nach über 20 Jahren im Land schon dran gewöhnt und das Chaos hat den Vorteil, dass ich dann auch gleich um die Ecke auf dem Markt einkaufen kann. 🙂