Leben in Jerusalem

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Egged – Streik

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Falls sich jemand wundert, warum in Jerusalem heute keine Busse fahren: Die Egged – Busfahrer sind mal wieder am streiken.

Der Friedhof der Bushaltestellen

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Gesehen in Jerusalem, Jaffa Road. Dort, wo einst der provisorische Busbahnhof war als der neue sich im Bau befand.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

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Photo: Miriam Woelke

Im Hintergrund sehen wir Luxus – Neubauten
Einst befand sich an der Stelle das israelische Außenministerium. Damals waren die Büros in Trailern untergebracht. Das waren noch Zeiten. 🙂 Bis in die 90iger Jahre hinein und seither befindet sich das neue Hochglanz – Außenministerium auf dem Regierungshügel. Gegenüber vom Obersten Gerichtshof.
Die Trailer wurden abgerissen und derweil entsteht auf dem Gelände ein neuer Luxusbauten – Stadtteil.

Tödlicher Busunfall auf der Autobahn Jerusalem – Tel Aviv

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Sechs Menschen starben am gestrigen frühen Abend bei einem Busunfall auf der Autobahn von Jerusalem nach Tel Aviv. Der Busfahrer der Linie 402 (Jerusalem – Bnei Brak) übersah offenbar einen am Rand geparkten LKW, den er mit voller Wucht rammte. Dabei wurde die rechte Seite des Buses komplett aufgeschlitzt. Die Linie 402 wird fast ausschließlich von Haredim (Ultra – orthodoxen Juden) genutzt.
http://www.timesofisrael.com/bus-driver-in-crash-that-kills-6-had-collided-with-truck-on-same-road-in-2013/
Ein Augenzeuge aus dem Bus sagte nach dem Unfall, dass der Busfahrer viel zu schnell dahinraste und es nur eine Frage der Zeit war, bis etwas passiert.
Nicht nur dieser eine Fahrer raste die Autobahn entlang. Immer wieder sitze ich auf derselben Strecke in einem Egged Bus, wenn ein Busfahrer genauso losrast. Mit voller Geschwindigkeit die Berge Judaeas hinunter, dass einem Angst und Bange werden kann. Gerade mal eben so an steilen Abhängen vorbei.
Aus eigener Busunfallerfahrung weiß ich, wie Egged reagieren wird: Nämlich gar nicht. Alle Verletzten sowie die Angehörigen der Toten müssen sich einen Anwalt nehmen, der dann mit der Egged Versicherungsgesellschaft um Schadenersatz kämpfen muss. Je nach Schadenersatzhöhe kann dies Jahre dauern. Egged selbst spricht weder mit einem Verletzten noch mit einem Hinterbliebenen. Die Busgesellschaft meldet sich bei keinem Opfer persönlich, sondern jeglicher Kontakt verläuft allein zwischen dem Anwalt und der Egged Versicherungsgesellschaft ab.

Neuerungen bei den Jerusalemer Stadtbussen

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Im Ausland mag dies total unerheblich erscheinen, denn dort wird bereits seit Jahrzehnten an sämtlichen Türen der Stadtbusse eingestiegen. In Israel hingegen bedeutet die eine grundlegenede Neuerung, denn bislang musste jeder Fahrgast beim Busfahrer einsteigen und entweder seine Karte zeigen oder eine Fahrkarte erstehen.
Jetzt werden die Jerusalemer Stadtbusse auf neu getrimmt und man kann an allen Türen einsteigen, solange man denn Inhaber der RAV KAV Karte ist. Wer seinen Fahrschein erst kaufen muss, der steigt weiterhin beim Fahrer ein. Straßenbahnkunden kaufen ihre Fahrscheine eh an den Automaten der jeweiligen Haltestelle.
Noch eine kleine Anmerkung: Das Umsteigen von Bus auf Straßenbahn und umgekehrt ist mit demselben Fahrschein möglich. Allerdings nur in eine Richtung. Genauso kann man mit dem Fahrschein innerhalb einer bestimmten Zeit in eine Richtung in eine andere Buslinie umsteigen.

Reform der öffentlichen Verkehrsbetriebe in Israel

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Dieser Tage findet eine massive Reform der öffentlichen Verkehrsbetriebe statt:

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/205714

Ehrlich gesagt, benutze ich innerhalb von Jerusalem kaum Busse oder die Straßenbahn. Entweder fahre ich mit dem Mountain Bike oder ich gehe zu Fuß. Seitdem ich mir das App zum Schrittezählen heruntergeladen habe, achte ich fanatisch darauf, jeden Tag meine 10,000 Schritte (oder noch viel mehr) gebacken zu kriegen. 🙂

Außerhalb von Jerusalem nehme ich dann natürlich den Bus, obwohl ich innerhalb von Tel Aviv wieder viel laufe. 🙂

Für alle, die es interessiert: Hier die Änderungen bei Egged und Citypass:

The Citypass Tram Information

Egged on the Transportation Reform

Vor Gericht

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Heute Mittag musste ich zum Verkehrsgericht, um eine Zeugenaussage machen. Vor dreieinhalb Jahren gab es einen größeren EGGED Busunfall vor dem Zentralen Busbahnhof in Jerusalem. Drei Stadtbusse krachten ineinander, da ein Busfahrer seinen Bus verlassen und die Bremse nicht angezogen hatte. Der Bus rollte rückwärts die Jaffa Road hinunter und rammte mich in einen hinter mir stehenden Bus. Eine amerikanische Touristin wurde dabei zwischen zwei Bussen in der Luft eingeklemmt und leidet bis heute an den Folgen. Zwar war ich nur eine Nacht in der Notaufnahme im Krankenhaus, doch es dauerte eine ganze Weile bis ich wieder auf den Beinen stand. Ich hatte Schnittwunden und Prellungen am Rücken. Erst nach ein paar Tagen konnte ich wieder laufen.
Besagter Busfahrer wurde eingesperrt, denn es befanden sich Fahrgäste im Bus und die versuchten wie wild, den Bus zu stoppen. Ein weiterer Busfahrer wird ebenso angeklagt, denn er hielt mitten auf der Straße, um Leute ein-und aussteigen zu lassen. Aufgrunddessen wurde ich vom rückwärts rollenden Bus gerammt.
Die beiden Busfahrer, zwei Palästinenser, waren heute nicht anwesend. Dafür circa zehn Zeugen, ein palästinensischer Richter und ein jüdischer Ankläger, der sich jedoch mit der Gegenseite darauf einigte, unsere Zeugenaussagen aus dem Polizeiprotokoll als ausreichend zu befinden. In den Zeugenstand mussten wir daher nicht mehr, bekommen aber unsere Auslagen mit 180 Schekel pro Person ersetzt.
Unser Verfahren begann erst später und so sahen wir erst eine Gerichtsverhandlung mit an, in der es um eine betrunkene Autofahrerin ging, die im Suff mehrere Fahrzeuge gerammt hatte. Ganz interessant und so richtig schön israelisch chaotisch. Mit palästinensischen Zeugen und einem palästinensischen Verteidiger, demselben palästinensischen Richter und dem jüdischen Ankläger.
Beim Security Check am Eingang wurde mir mein Tränengas weggenommen und als ich das Gebäude verließ, erhielt ich es zurück. Was mir unbekannt war: Dass selbst beim Verkehrsgericht Beschuldigte in Handschellen und mit Fußketten vorgeführt werden. Was die angestellt hatten, wusste ich jedoch nicht. Beide Fesselarten kenne ich sonst nur von der Polizeiwache in der Nachbarschaft, wenn wir wieder einmal Anzeige gegen randalierende Palästinenser erstatten gehen.

Zeugenaussage vor Gericht

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Heute Nachmittag erhielt ich einen Anruf von der Jerusalemer Verkehrspolizei und man ließ mich wissen, dass ich gegen Ende Dezember vor Gericht zu erscheinen habe, um eine Zeugenaussage zu machen. Es geht um meinen Busunfall im Juli 2012. Offenbar wird der Fahrer jenes Egged Busses, welcher damals mehr als fahrlässig gehandelt hat, angeklagt.
Na, das wird doch mal eine Erfahrung, denn vor Gericht habe ich bislang noch nie gestanden.
Hier alles zu damaligen Busunfall:
http://lebeninjerusalem.blogspot.co.il/2012/07/jerusalem-der-egged-bus-der-ruckwarts.html
Vergessen habe ich den Unfall bestimmt nicht, doch was mich bis heute furchtbar stört: Wie konnte ich nur so doof sein und nicht weglaufen? Aber woher soll man das wissen und schließlich hat niemand seine Augen überall.