Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Fahren in Jerusalem die Busse an Purim“

B“H
Diese Woche ist vollgepackt mit Arbeit, denn es folgt ein jüdischer Feiertag mit dem Namen PURIM. Auf meinem Hamantaschen – Blog habe ich in den letzten Jahren viel über PURIM berichtet und will dies dieser Tage auch noch tun. Vermutlich sogar noch nach Purim, obwohl dann genau in einem Monat bereits Pessach (Passover) ist.
An fast allen Orten der Welt beginnt Purim morgen Abend und wird bis Donnerstagabend gefeiert. Jerusalem ist eine der wenigen Ausnahmen und wir beginnen unser traditionelles SCHUSCHAN PURIM am Donnerstagabend und feiern bis zum Schabbatbeginn am frühen Freitagabend (circa 17.00 Uhr).
In Tel Aviv hingegen wird Purim morgen Abend sowie am Donnerstag gefeiert und wer jetzt wissen will, ob die Busse fahren:
Ja, tun sie!
An Purim fahren die Busse, viele Geschäfte sind offen und die Gastronomie sowieso.
Die Busse fahren ganz normal weiter. Auch am Schuschan Purim in Jerusalem.
Was Purim nicht ist: Eine Art jüdischer Karneval.
Obwohl sich verkleidet und nicht wenig gesoffen wird, so hat Purim einen sehr ernsthaften Hintergrund, welcher heutzutage immer noch durch den Antisemitismus ausgedrückt wird. Bei Purim geht es um grundlosen Judenhass, die geplante Judenvernichtung sowie den Sieg der Juden und ihr Überleben. Es betrifft nicht nur Nazis, Rechtsradikale oder radikale antisemitische Moslems, sondern genauso Gutmenschen, die toten Juden gedenken, gleichzeitig aber Israel hassen und boykottieren. Links ist damit genauso gemeint wie rechts.

Neuigkeiten nebenbei

B“H
Was mich immer wieder überrascht ist die Tatsache, dass meine deutschen Blogs mehrheitlich in den USA gelesen werden und nicht etwa im deutschsprachigen Raum. Warum das so ist – dafür habe ich keinerlei Erklärung.
Am vergangenen Mittwoch war ich beim Urologen im Krankenhaus. Dort stellte sich dann heraus, dass der angekündigte Nierentest nun doch bei meiner Krankenkasse stattfindet. So tippte der Arzt mir nur einen Bericht und meinte, ich solle mit dem Ergebnis Ende Februar bei ihm vorbeischauen. Ohne Termin und gleich nach dem geplanten CT Scan. Dann könne er sich die Nieren gleich auf dem CT anschauen und er kann mir so ungefähr sagen, ob noch etwas anderes zu sehen ist, denn Anfang März muss ich erneut zur Onkologin. Die allerdings sagt mir dann das endgültige Resultat, denn die Scan Photos werden immer von einem Spezialisten begutachtet.
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Im Krankenhaus – Photo: Miriam Woelke

Im Februar dann habe ich so einige Krankenhaus – und Krankenkassentermine. Nieren – und Bluttest, Termin bei der Ärztin, die mich operierte und halt den CT Scan. Ich muss sagen, dass ich soweit mit dem Ärzteteam hochzufrieden bin. Israel hat sehr gute Ärzte und wenn bei mir irgendwas ist, kann ich sofort ins Krankenhaus kommen und schwupps habe ich einen Termin. Auch zwischendurch wie vor drei Wochen zum Ultraschall. Im Ausland muss man monatelang warten, in Jerusalem geht alles ruckzuck.
Das Wetter wird diese Woche wärmer (zwischen 13 – 17 Grad Celsius) und sonnig. Damit meine ich Jerusalem, denn an der Küste ist es etwas wärmer. Dennoch ist der Winter noch lange nicht vorbei!
Wer seine Rav Kav für die Jerusalemer Stadtbusse in cash aufladen will, ohne dumm am Automaten zu stehen: Im Bell Center Ecke King George / Strauss / Jaffa Road kann man das tun. Dort hat Egged ein Büro. Gleich neben der Post im ansonsten leeren Bell Center (mit dem Glockenspiel außen).
Ein kleiner Tipp für Falafel – liebende Touristen:
Verzichtet auf die teure Falafel von MOSHIKO in der Ben Yehudah Street. Dort war neulich erst das Gesundheitsministerium und beschlagnahmte Fleisch für den Schwarma (Döner) und sonstiges. Die Lokalzeitung YEDIOT YERUSHALAYIM veröffentlicht Ekelbilder aus der Moshiko – Küche. Kauft Eure Falafel und Schwarma lieber woanders. Moshiko ist eh nur reine Abzocke.
Aktuell sind Pisgat Ze’ev und Nachlaot die gefragteste Stadtteile in Jerusalem. Ich kenne Pisgat Ze’ev noch von vor mehr als zwanzig Jahren und wenn man sich den Stadtteil mit seinen fast 46,000 Einwohnern heute anschaut, hat sich extrem viel verändert. Schon allein die Autofahrt vom French Hill hinaus zum Pisga ist untertunnelt. Vor mehr als zwanzig Jahren noch führte die Verbindungsstraße an einer kleinen palästinensischen Wohngegend vorbei. Irgendwann ging das nicht mehr, denn die Palästinenser schossen scharf oder warfen Steine auf Autofahrer. Also wurde ein Tunnel gebaut. Heute ist Pisgat Ze’ev fast wie eine eigene kleine Stadt mit Shopping Malls und allen möglichen Aktivitäten. Der Nachteil ist, dass in die Stadt gependelt werden muss und man lange im Stau steht.
Nachlaot hingegen liegt am Machane Yehudah Markt in der Stadtmitte. Als ich dort wohnte, hatten meine beiden Mitbewohner und ich Probleme, Nachfolger zu finden. Niemand wollte in Nachlaot leben. Dann schon lieber in der German Colony, am French Hill oder in Katamon. Nur nicht in den Dreck von Nachlaot.
Seither hat sich viel verändert und durch die amerikanischen Neueinwanderer wurde leider vieles zu sehr Schickimicki. Vor allem die Beersheva Street mit den edlen Umbauten und der Carlebach Synagoge Kol Rina. Letztere befindet sich spartanisch in einem Bunker.
Besonders Studenten zieht es nach Nachlaot. Die aber können sich dort fast immer nur WGs leisten. Manche Häuser sind immer noch verrottet, werden jedoch trotzdem teuer vermietet. Es ist halt IN, in Nachlaot zu wohnen. Und super zentral noch dazu.

Zum heutigen Egged Streik in Jerusalem

B“H

 

Wird heute tatsächlich in Jerusalem und draußen in Gush Etzion gestreikt? Ich fahre nicht oft mit dem Bus, worüber ich recht froh bin, weil ich auf niemanden angewiesen bin.
https://www.timesofisrael.com/egged-bus-drivers-to-strike-over-safety-concerns-after-west-bank-shooting/

Bürgermeisterwahlen Jerusalem, Vorsicht bei israelischen Arbeitsverträgen & Rav Kav Buskarte für Touristen

Vielleicht kennt noch jemand zusätzliche Details was die RAV KAV Buskarte angeht! 

 

 

Dienstagabend beginnt der Yom Kippur: „Was ist in Israel zu beachten?“

B“H
Da wäre der Fahrplan der EGGED – Busgesellschaft:
The Egged bus schedule will be changed on Yom Kippur eve, September 18 (Tuesday). Egged buses will stop running on Tuesday between 1:30 p.m. and 3 p.m.
• Buses will resume operation on Wednesday September 19 in the evening, from 8:30 p.m.
Landesweit stellen alle Egged Busse am Dienstagnachmittag zwischen 13.30 – 15.00 Uhr den gesamten Busverkehr ein. Bis Mittwochabend um 20.30 Uhr. 
Es fahren private Taxen, doch die werden Euch garantiert abzocken.
Das beste ist, Ihr sucht Euch für den Yom Kippur eine Unterkunft und reist nicht herum.
Der Yom Kippur wird überwiegend in den Synagogen verbracht, wovon die meisten keine Besucher zulassen, denn schon vor einem Monat wurden Tickets verkauft. Das ist so üblich an den hohen Feiertagen. Preise zwischen 600 – 700 Schekel (170 Euro) pro Sitzplatz sind keine Seltenheit. Die Tickets werden an den Eingängen kontrolliert. Die meisten chassidischen Gruppen lassen, aufgrund des starken Andrangs, nur ihre eigenen Mitglieder zu.
Der gesamte G – ttesdienst ist in hebräischer Sprache und Touristen würden sich extrem langweilen und rein und rausgehen, was den gesamten G – ttesdienst extrem stört. Das sieht man schon allein am Schabbat in der Großen Synagoge von Jerusalem. Rein, raus, rein, raus. Und dann noch mit Smartphone und dickem Kreuz am Hals bewaffnet.
Erst am abendlichen Ne’ilah – Gebet am Mittwochabend wird es an der Klagemauer (Kotel) richtig voll. Danach werden ein paar Getränke und Kekse ausgegeben, die für Juden gedacht sind, die 25 Stunden gefastet haben. Christliche Reisegruppen sollten sich davon fernhalten und nicht zugreifen und alles in die eigenen Taschen stecken, wie es in den letzten paar Jahren immer wieder der Fall war. 
Dass diverse fundamentalistische Christen am Sukkot kostenloses Essen bei Juden suchen, ist nicht neu und findet seit Jahren statt. Viel Auswahl haben sie nicht mehr, denn jüdische Haushalte machten dicht. Dass aber nach dem Ende vom Yom Kippur den Juden in der Altstadt der kleine Snack direkt nach dem Fasten fast vom Teller gezogen wird, ist relativ neu. Das findet erst seit circa 3 – 4 Jahren statt. 
Wenn ich Urlaub machen will und kein Geld habe, dann bleibe ich mit meinem Hintern daheim und reise nicht in ein anderes Land auf Freeloading – Tour. Dass man auch ja alles umsonst bekommt. Sei es Unterkunft oder Essen. Damit sind deutsche fundamentale Christen (Freikirchler) angesprochen genauso wie amerikanische, schweizer, etc. Evangelikale oder Christian Friends of Israel, Hebrew Roots und wie sie alle heißen.
Ansonsten ist der Yom Kippur ein relativ ruhiger Tag, an dem viel gebetet wird. Viele Juden (mich eingeschlossen) setzen sich hin und lernen. Oder man geht zu Vorträgen, die nachmittags zwischen oder vor dem Mincha und Ne’ilah – Gebet stattfinden. 
Wer in Jerusalem tourt und etwas essen will: Das muslimische, armenische sowie christliche Altstadtviertel bietet Restaurants, Cafes, etc. am Yom Kippur. Dort ist alles ganz normal offen, denn der Yom Kippur betrifft nur Juden. 
Heute in einer Woche beginnt schon der nächste Feiertag: Sukkot, das Laubhüttenfest mit einer tollen Atmosphäre in Jerusalem. Ich muss an den acht Feiertagen mindestens zwei davon arbeiten, habe aber den Rest frei. In der Altstadt will ich ein paar Videos vom Trubel drehen und Euch ein wenig vom Leben dort sowie in weiteren Stadtteilen berichten. 
Sukkot in Jerusalem – Photo: Miriam Woelke

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Mein Tipp: Kauft kein Essen im jüdischen Altstadviertel, sondern esst vorher in der Neustadt und bringt Euch eine Wasserflasche mit. So spart Ihr eine Menge Geld. Und lasst Euch im arabischen Nazar nichts andrehen. 🙂

Egged Jerusalem: „Vor der Busfahrt nicht vergessen, die Rav Kav aufzuladen!“

B“H
Ab Morgen (Donnerstag, 8. März 2018) verkaufen Jerusalemer Egged – Busfahrer keine Fahrscheine mehr. Ich sehe das Chaos kommen, denn Egged machte die ganze Umstellung erst kurzfristig publik.
Mittlerweile stehen grüne Automaten an zahlreichen Bushaltestellen, doch um diese zu benutzen, muss man erst einmal die grüne Chipkarte RAV KAV haben. Es heißt, dass diese beim Busfahrer ausgegeben werden. Obwohl, so sicher ist das auch wieder nicht.
Mehrere Orte bieten die RAV KAV an und man muss sich halt umschauen. Momentan sind die Ausgabestellen am Jerusalemer Busbahnhof sowie in der Malcha Shopping Mall total überlaufen.
Bei den Automaten läuft selbst der Verkauf von Einzelfahrscheinen nur über Rav Kav. Warum kann man eigentlich nicht auf normale Fahrscheinautomaten zurückgreifen: Geld rein, Fahrkarte raus. Nein, alles geht nur mit der RAV KAV. Auch bei den Egged Bussen in Haifa und Tel Aviv.
Wie es genau in Tel Aviv ausschaut, kann ich noch nicht sagen. Die meisten Stadtbusse gehören zum Busunternehmen DAN und ob dort auch die Egged RAV KAV gilt, ist die Frage. Ich weiß nur, dass wer in Jerusalemer in das Superbus – Unternehmen umsteigen will, eine spezielle Aufladesumme auf der RAV KAV haben sollte.
Chaos pur, denn kaum jemand kennt sich aus. Zwar gibt es aktuell eine Info Site in englischer Sprache, doch die Action muss erst einmal laufen und sich einpendeln. Sicher ist, dass wer eine Einzelfahrt auf die RAV KAV lädt, vom Bus in die Jerusalemer Straßenbahn umsteigen kann, ohne nochmal extra zu zahlen. So war das auch bisher der Fall.
http://trans-reform.org.il/docs/english.pdf
Was aber machen nun Touristen, wenn die ankommen und überhaupt keine RAV KAV zur Hand haben?
Heute fragte mich schon jemand auf Google +, ob Egged Ausgabestellen am Flughafen hat.
Kann sein. Bislang hat noch niemand Infos für Touristen ausgegeben.
Am Ben Gurion Flughafen solltet Ihr Euch jedenfalls schauen, ob Ihr irgendwo eine RAV KAV auftreibt. Ob in einem der Läden oder ob Egged selbst ein Büro hat.
In Jerusalem könnt Ihr in diversen kleinen Läden mit RAV KAV Schild nachfragen. Oder in den Filialen der 5 – Schekel – Kaffeehauskette COFIX.
Bei COFIX ist es ebenso möglich, die RAV KAV aufzuladen. Genauso wie in Makolets (kleine Tante – Emma – Läden).

Jerusalemer Egged Busfahrer stellen in wenigen Tagen den Fahrkartenverkauf ein

B“H
Soweit habe ich noch keine Pressemitteilung in englischer Sprache gefunden, doch es gibt sie in hebräischer Sprache:
http://mynetjerusalem.co.il/article/262074/27
Ab dem 8. März 2018 verkaufen die Jerusalemer Egged Busfahrer keine Fahrkarten mehr im Bus. Ferner nehmen sie keinerlei Geld mehr entgegen, um die Rav Kav (aufladbare Chipkarten) aufzuladen. All das muss der Fahrgast vor Fahrtantritt machen.
Egged verkündete, dass an Bushaltestellen überall in der Stadt neue Fahrkartenautomaten installiert werden. Dort kann sich jeder Einzelfahrscheine oder was auch immer ziehen. Des Weiteren kann die Rav Kav aufgeladen werden.
Ich schätze mal, dass dies vor allem viel frequentierte Bushaltestellen betrifft, doch was ist mit den kleineren, wie die eine in meinem Stadtteil? Gut, dass ich eher selten mit dem Bus fahre und zur Arbeite laufe oder mit dem Fahrrad fahre.
Eine Menge Kritik prasselte auf Egged ein, denn vor allem ältere Leute sehen sich mit der neuen Automatentechnik überfordert. Insbesondere ältere Russen, die meistens nur sehr schlechtes oder gar kein Hebräisch verstehen.
Hier argumentiert Egged, dass der technologische Fortschritt auf der ganzen Welt seinen Lauf nimmt und letztendlich alle davon profitieren und sich daran gewöhnen.
Die Frage ist, ob die neuen Fahrkartenautomaten Geldscheine annehmen oder nur Münzen. Und ob sie Wechselgeld rausgeben.