Leben in Jerusalem

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Ein weiterer Feiertag, Brandstiftung und Jerusalemer Termine

B“H
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Links im Bild die Jerusalemer Altstadtmauer – Photo: Miriam Woelke

 

Bei der Sommerhitze von täglich 30 Grad Celsius oder mehr bestimmen jedes Jahr Waldbrände das Bild um Jerusalem. Immer wieder rückt die Feuerwehr aus, denn bei der Trockenheit bis November brennt alles wie Zunder. Und, wie bekannt, handelt es sich größtenteils um Palästinenser, die absichtlich nahe jüdischen Ortschaften zündeln. Bei mir im Stadtteil im nahegelegenen Peace Forest ist das nicht anders und palästinensische Kinder und Jugendliche stellen sich öffentlich hin, legen Feuer und rennen auf und davon.
Mehr Infos zur Brandstiftung:
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/264202
Was in dieser Woche so richtig nervt: Die für morgen geplante Gay Parade, welche alles lahmlegen wird. Ich bin absolut gegen solch ein Event in Jerusalem und in diesem Jahr findet es ausgerechnet vor dem am Samstagabend beginnenden Schavuot (Wochenfest) statt. An Schavuot erhielten die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora und in der Thora gilt Homosexualität unter Männern als verboten. Und kurz vor diesem hohen jüdischen Feiertag wollen irgendwelche Gays im Bikini durch die Keren Hayesod bis hinunter in den Bell Park hoppeln.
Im Gegensatz zu Tel Aviv ist die Route der Jerusalemer Gay Parade extrem kurz, denn es ist ein wahnsinniges Sicherheitsaufgebot notwendig. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt dieses Event grundsätzlich ab. Juden, Christen und Moslems gleichermaßen. In dem Punkt sind sich alle einig und man kämpft gemeinsam gegen die Gay Parade. Noch dazu ist morgen Donnerstag und die Leute wollen für Schabbat und den Feiertag am Sonntag einkaufen. Und ausgerechnet dann sind Teile der Innenstadt komplett gesperrt und es ist kein Durchkommen.
Am 22. Juni beginnt die „Woche des hebräischen Buches – Shavua HaSefer Ha’ Ivri“ und um den 26. Juni herum startet das Jerusalemer Light Festival. Inwieweit ich an den Events teilnehmen kann, wird sich zeigen, da ich ja auf Chemotherapie sein werde. Okay, ungelesene Bücher habe ich mehr als genug daheim, doch wenigstens zum Light Festival würde ich schon gerne gehen. Schaun wir mal …
Morgen treffe ich mich mit meiner Vermieterin, denn der Mietvertrag wird einmal wieder auf ein weiteres Jahr verlängert. Eine völlig normale Prozedur in Israel, dass Mietverträge auf ein, zwei oder drei Jahre begrenzt sind und dann entweder verlängert werden oder der Mieter zieht aus. Unbefristete Mietverhältnisse sind mir noch nie untergekommen und normalerweise wird jedes Jahr neu verlängert.

Sommerzeit 2019 in Israel

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In Israel werden heute Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Eine Stunde vor und ab morgen beginnt der Schabbat eine Stunde später. Bedeutet, dass die Geschäfte vor Schabbat – Beginn etwas länger offen bleiben.

Leserfrage: „Wie sieht ein Jude aus?“

B“H
Tja, wie schaut ein Jude aus?
Keine Ahnung. Wie ein normaler Mensch halt.
Was soll ich jetzt dazu kommentieren?
Manche Leute scheinen echt zu glauben, ein Jude sei von weitem zu erkennen. Bei manchen mag das der Fall sein wie bei Chassidim, zum Beispiel.
Ich laufe ja auch nicht durch Deutschland und frage, wie ein Katholik oder ein Protestant ausschaut. Ehrlich gesagt, ist mir das egal und die Frage an sich habe ich mir noch nie gestellt. Mir ist das auch egal, wie jemand ausschaut.
Was sich mir bei derlei Leserfragen immer wieder neu zeigt: Wie groß die Unwissenheit über Juden / Judentum und auch Israel doch eigentlich ist.

Diese neue Woche

B“H
Der Schabbat ist vorbei und die neue Woche hat begonnen.
Ein überaus sonniger und warmer Schabbat war es, den ich fast nur auf dem Balkon verbrachte. Immerhin fast 15 Grad Celsius, was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass der Winter etwa vorbei ist. Ganz im Gegenteil, denn er kommt schon Morgen wieder zurück. Die Temperaturen sinken drastisch und für Mittwoch sind Graupelschauer angesagt. Das Thermometer sinkt zum Donnerstag auf gerade mal 4 Grad Celsius. Zumindest in Jerusalem.
Am Mittwoch muss ich wieder einmal ins Krankenhaus, denn es steht beim Urologen eine Ultraschalluntersuchung der Nieren an sowie ein allgemeiner Nierentest. Hoffentlich bleibt das in diesem Monat meine einzige Behandlung. 
Im Februar hingegen stehen zwei Krankenhaustermine an: Bei der Ärztin, die mich operierte zur Nachuntersuchung. Dann ein Bluttest bei meiner Krankenkasse, dessen Ergebnis ich Ende Februar bei meinem CT Scan vorlegen muss. Mein CT wird immer mit Jod ausgeführt und da ist ein Bluttest erforderlich, denn man will sehen, ob die Nieren das Jod aushalten.
Ende des Monats werde ich einen Teil meines Buchmanuskriptes an den deutschen Verlag zum Editieren und zur Korrektur senden. Das Buch wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres unter dem Titel „111 Gründe, Israel zu lieben“ erscheinen. Über Länder wie Irland, Poland, etc. gibt es bereits eine ganze Buchserie und es lohnt sich, darin zu blättern. Die Bücher sollten in jeder Buchhandlung oder halt auf Amazon zu finden sein.
Den nächsten anstehenden jüdischen Feiertag erkennt man in Israel immer am Angebot bzw. an der Dekoration im Supermarkt. Zwar steht der biblische Feiertag Tu be’Shevat (15. Tag im Monat Shevat) erst am 20. / 21. Januar an. Die Supermärkte aber haben schon jetzt ihr Angebot ausgebreitet. Mit keiner so passenden Deko wie hier im Jerusalemer SuperDeal.

 

Photo: Miriam Woelke

Getrocknete Früchte in allen Formen zum Neujahrstag der Bäume. Ich mag das Zeug absolut nicht, denn es ist viel zu süss. 🙂 Aber man kann ja auch richtiges frisches Obst essen. 

Leserfrage: „Zur Bituach Leumi“

B“H
Jemand fragte nach der BITUACH MENAHALIM und dazu gibt es hier ausführliche Infos:
http://www.elephant.org.il/employee-benefits/
Die Bituach Leumi Beiträge richten sich nach der Höhe des Monatsgehaltes und werden monatlich automatisch vom Gehalt abgezogen. Die Gehaltsabrechnung weist den Beitrag an die Bituach aus.
Wer nicht arbeitet und keine staatliche Arbeitslosenunterstützung bekommt, ist verpflichtet, der Bituach Leumi einen monatlichen Betrag von circa 170 Schekel zu zahlen. Normalerweise wird der Betrag vierteljährlich vom Konto abgebucht. Also insgesamt 510 Schekel. Dazu muss eine Einzugsermächtigung vorliegen oder halt die Kreditkartennummer.
Wer direkt zur Bituach Leumi in Jerusalem geht, kann keine Bareinzahlungen tätigen, sondern es kann nur mit Kreditkarte gezahlt werden!!!
Wer die Zahlungen an die Bituach Leumi versäumt, kann zu Geldstrafen verurteilt werden.
Jeder sollte sich individuell bei der Bituach erkundigen!
https://www.btl.gov.il/English%20homepage/Pages/default.aspx

Jugendliche und Glücksspiel in Israel

B“H
Generell sind Casinos in Israel verboten, aber das illegale Glücksspiel blüht dennoch. Vor allem bei jungen Leuten in Kleinstädten wie Sderot, Kiryat Gat oder anderswo. 

 

 

Der aktuelle TV Bericht zeigt, wie sich Jugendliche des Abends in einem Park zum illegalen Kartenspiel treffen und wie sich selbst 12 – Jährige Geld beim SCHUK HA’AFOR (Kredithaie) leihen. Am Ende kommen die subversiven Geldeintreiber zu den Eltern nach Hause und verlangen die Rückzahlung. Viele Eltern kriegen die Krise und wissen selber nicht, woher sie das Geld nehmen sollen. Die Polizei ist oft machtlos und die Jugendlichen verabreden sich auf Whatsapp zum illegalen Glücksspiel.
Was in Israel erlaubt ist, ist die Lottozentrale MIFAL HA’PEIS. Die orang – farbenen Buden sieht man überall in den Straßen und hier kauft die Kundschaft Lotto – oder Toto Tickets. Auch Jugendliche, denn die staatliche Mifal Ha’Peis macht es besonders Leuten ohne Geld schmackhaft. Man trifft sich dann in kleinen Lottoannahmestellen, schaut, ob man gewonnen hat und trinkt nebenher noch Bier.
Ich konsumiere weder Online Spiele noch mache ich beim Lotto mit. Was ich mindestens einmal pro Woche auf mein Handy bekomme, ist eine SMS vom Schuk Ha’Afor, die da irgendwelche „leichten Kredite“ anbieten. Woher die meine Nummer haben, weiß ich nicht und ich lösche den Mist auch gleich wieder. Kredite brauche ich keine und schon gar nicht von Kredithaien. Dennoch leihen sich immer wieder Israelis dort Geld und wundern sich, wenn sie hinterher von den Haien bedroht werden. Das Fatale ist, dass immer mehr junge Leute in die Schuldenfalle tappen, denn bunte Werbebilder zeigen den Luxus und da will jeder gerne mit dabei sein.

Leserfrage zur Grundsteuer in Israel

B“H
Zu dem Thema habe ich bereits hier ausführlich geschrieben:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2017/02/07/arnona-horaat-kewa-und-die-palaestinensische-gesellschaft/
Allgemein muss man sagen, dass die Grundsteuer (Arnona) von Kommune zu Kommune anders berechnet wird. Des Weiteren kommt es auf den jeweiligen Stadtteil an, denn auch jeder Stadtteil wird anders berechnet. Und dann kommt es auch noch auf die jeweilige Quadratmeterzahl der Wohnung an. Je größer die Wohnung, desto höher die Arnona.
Momentan schicken die Kommunen die Arnona – Rechnungen für 2019 raus. Die Rechnung wird jedesmal für das gesamte Jahr ausgestellt und beträgt daher mehrere Tausend Schekel.
Wer nicht alles auf einmal zahlen kann, muss monatliche Ratenzahlung vereinbaren, was per Banklastschrift geschieht. Dazu muss man zu seiner Bank und eine Erlaubnis beantragen. Einfach so von sich aus Lastschrifteinzug machen, geht in Israel nicht. Zuerst muss man immer zu seiner Bank und sich eine offizielle Bewilligung holen. Und danach mit dem Papierkram zur Stadtverwaltung. In Jerusalem reicht es, wenn man die Bankbewilligung (Hora’at Kewa) faxt!
Touristen, die in Israel leben, müssen bei der Stadtverwaltung zwecks Arnona – Zahlungen eine gültige Aufenthaltsgenehmigung vorlegen.