Leben in Jerusalem

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Israel: „Achterbahn der Temperaturen“

B“H
So richtig hat der Sommer immer noch nicht begonnen, sondern so kurz vor Sommereinbruch, erleben wir in Israel die Achterbahn der Temperaturen. Gestern noch 30 Grad und schwül. Heute nur noch 22 Grad Celsius und am Schabbat sowie am Beginn der nächsten Woche erwartet uns nochmals ein Wintereinbruch mit Regen und 16 Grad.
Die Lockerungen der Ausgangssperre bestehen nach wie vor und aktuell verzeichnet Israel 191 Tote und 14,592 Infizierte. Nebenbei wird eine neue Regierung erwähnt, doch daran ist niemand so richtig interessiert. Die Leute wollen wissen, wie es weitergeht und wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen.
Meiner Meinung nach wird es eh nach der Corona – Krise Neuwahlen geben, bei denen Bibi gewinnen wird. Gantz & Co. haben sich NULL um die Corona – Krise gekümmert, sondern immer nur Ministerposten gefordert. Kein einziges Mal fiel das Wort CORONA, sondern einzig und allein Netanyahu & Co. kümmern sich. Wobei ich weiterhin der Meinung bin, dass Gesundheitsminister Litzman sofort ausgetauscht gehört. Von einem Mediziner, der sich auskennt und unabhängig entscheidet. Aber von sowas kann man nur träumen.
Gestern fuhr mich eine Bekannte mit dem PKW zur Chemotherapie ins Krankenhaus. Deswegen kann ich zur aktuellen Lage der öffentlichen Verkehrsmittel nichts sagen. Nur soviel, dass sie fahren. Wenn auch weniger.
Und an all die Leute, die behaupten, in Israel gibt es keine Chemotherapien und orthodoxe Juden würden Chemotherapie ablehnen: Ich weiß nicht, woher diese Leute derlei idiotsche falsche Behauptungen nehmen. Israel ist führend auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung und es werden jegliche Chemotherapien angewandt. Und bei uns ist die Onkologie voller Araber und ultra – orthodoxer Juden jeden Alters.
Alles weitere zu meinem Sarkoma – Krebs hier:
https://www.facebook.com/Das-Leben-mit-Sarkoma-101735144655154/

 

Israel: „Lockerung der Corona – Restriktionen“

B“H
Gestern Abend gab Netanyahu in einer weiteren TV Rede eine leichte Lockerungen der Corona – Restriktionen bekannt. Allerdings nur solange, wie es keine hohe Anzahl weiterer Toter und Infizierter gibt. Trete, dieser Fall ein, so werden die Restriktionen sofort wieder verschärft. 

 

Mit Maske und Handschuhen sollte jeder draußen herumlaufen, wobei viele Leute das nicht tun. Auch alte Leute nicht.
Es sollen mehr öffentliche Verkehrsmittel fahren und wer will, kann arbeiten. Allerdings nur auf 2m Abstand und mit Mundschutz und Handschuhen. Weiter darf wieder mehr Sport getrieben werden, eine bestimmte Anzahl von Leuten kann sich versammeln und mehr Geschäfte werden öffnen.
Dass wieder mehr funktioniert merkte ich heute als mich meine Krankenkasse anrief und mir mitteilte, dass meine Krebsmedikamente weiterhin für mich kostenlos zur Verfügung stehen. Jedenfalls jene Medikamente, welche auf der Liste des Gesundheitsministeriums aufgeführt sind. Für die, die es nicht sind, müsste ich den vollen Preis bezahlen.
Normalerweise muss jeder Krankenkassenpatient in Israel seine Medikamente selbst bezahlen. Je nach Level der Versicherung gibt es einen Rabatt, doch gezahlt werden muss. Chronisch Kranke wie Krebs – Parkinson – Herzpatienten können bei ihrer Krankenkasse einen Antrag auf kostenlose Medikamente stellen. Jedoch nur Medikamente, welche die Krankheit betreffen.
All diese Medikamente, die in einer Liste des Gesundheitsministeriums aufgelistet sind, kann es umsonst geben, wenn es die Krankenkasse genehmigt. Diese Genehmigung ist aber nicht der einzige Bürokratieschritt dorthin. Sprecht immer mit Eurem Hausarzt von der Krankenkasse, denn der muss auch weiterhin die weiteren Bürokratie – Schritte ausführen. Das ist alles nervig und zeitaufwendig, aber es lässt sich nicht umgehen. Das Gesundheitssystem in Israel ist nun mal anders und kostet Geld. 🙂
Seht nur zu, die notwendige Deckung zu haben. Sprich, einen hohen Level bei der Krankenkasse, auch wenn das monatlich mehr kostet. Sonst steht Ihr hinterher mit Schulden da. Krankenkassen und Krankenhäuser geben Euch in diesem Land nichts umsonst und selbst in der Corona – Krise bekam ich den Anruf. Zwar mit positivem Inhalt, aber man kümmert sich selbst in solchen Zeiten um das Thema.
Weiterhin geschlossen bleiben Shopping Malls und Ausländer werden nicht vor September ins Land gelassen. Die meisten Hostels sind eh geschlossen und Hotels werden für Quarantäne – Leute und Corona – Patienten verwendet. Der Flughafen ist weitestgehend dicht und nur Israelis dürfen einreisen, müssen jedoch direkt vom Flughafen in ein Quarantäne – Hotel.
In Israel gibt es keinen Datenschutz, sondern es bekommt jeder Corona – Patient sowie die Leute in Quarantäne eine bestimmte Tracking App von Polizei / Schabak (innerer Geheimdienst), was weiß ich. Auch ist der Schabbak berechtigt, Telefone abzuhören und und und. Aktuell wurden dem Schabak noch weitere Genehmigungen zu Personenkontrollen erteilt, was Israelis nicht unbedingt stört. Mich auch nicht, denn ich habe nichts zu verbergen. Das ist auch in Israel kein vieldiskutiertes Thema. Die Leute wollen sich einfach nur wieder frei bewegen und das ist ihnen wichtiger.
Aktuell verzeichnet Israel 171 Tote. Das jüngste Todesopfer ist 29 Jahre alt. 13,362 Infizierte wurden bis jetzt festgestellt.  

Netanyahus Pessach – Grüße an die jüdische Welt

Netanyahu heute Abend im israelischen TV and die Nation

Was mich stets etwas nervt: Netanyahu zählt immer wieder die Toten aller möglichen Länder auf und vergleicht sie mit Israel. Man kann nicht ständig Zahen von Toten aufzählen und damit alle möglichen Leute verunsichern. Besonders ältere Menschen drehen jetzt schon am Rad und auch in israelischen Altenheimen sind Bewohner vom Personal angesteckt worden. An erster Stelle im Altenheim Nofim im Jerusalem, wo offenbar eine Sozialarbeiterin den Virus weitergab.
Netanyahu sagt, dass Israel unser Zuhause ist und wir Israelis stolz sein können. ALLEN finanziell betroffenen Israelis durch die Krise wird geholfen. Auch jenen Palästinensern, die in Israel leben und einen israelischen blauen Personalausweis haben, denn sie sind genau so Israelis, wie alle anderen.
Die gebeutelte Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv wird nicht komplett geschlossen. Ein – und Ausgänge aber werden kontrolliert und eingeschränkt. In Bnei Brak wo, noch munter Purim gefeiert wurde und die Richtlinien des Gesundheitsministeriums lange abgelehnt wurden. Mittlerweile hat sich auch bei den dortigen ultra – orthodoxen Bewohnern das Blatt gewandelt.
Ebenfalls kündigt die Richtlinie an, das anstehende Pessach in sehr kleinem familiären Rahmen (Eltern und Kinder) zu feiern. Ohne Großeltern und Tanten und Onkels. Die Armee teilt unterdessen an die bedürftige Bevölkerung Lebensmittelpakete aus. Man kann sich dafür Online bewerben und ein Paket wird kostenlos bis vor die Haustür gebracht. 
Ein paar aufmunternde Worte danach vom Sprecher des Gesundheitsministeriums, Moshe Bar Siman Tov. Dass die Regelungen eingehalten werden, um die Anzahl von Toten anderer Länder in Israel zu vermeiden.
Auch die Araber sollen im kommenden Ramadan auf Familienfeiern verzichten. Ob das jedoch realistisch ist, wird sich noch zeigen, denn bei mir im Stadtteil machten einige Araber gestern Nacht Halligalli. Mit Musik und allem wurde auch ohne Ramadan draußen nach Mitternacht herumgefeiert.
Aktuelle Coronaviruszahlen am heutigen Abend in Israel: 26 Tote und 6092 Infizierte. 

Benjamin Netanyahu live heute Abend

Hoffentlich gibt es nicht noch mehr Regulierungen!!!

Coronavirus: „Netanyahu veröffentlicht auf Facebook neue Regeln / 17. März 2020“

B“H
Das Haus nur noch verlassen, wenn es notwendig ist. Keine Spaziergänge in Parks. Zahnarzttermine absagen, wobei mein Zahnarzt meinen Termin bereits vor zwei Tagen bis auf Weiteres absagte.
Arbeiten von daheim aus. Wenn möglich.
Am Arbeitsplatz Abstand zu Kollegen halten.
Heute früh war ich in der beliebten Emek Refa’im Street im Stadtteil German Colony und filmte dort ein wenig. Das Video stelle ich auf meinen Youtube Kanal!
Ich muss sagen, dass ich total überrascht war, wie viele Leute trotz allem unterwegs waren. Die Busse sind leergefegt und man will die öffentlichen Transportmittel einschränken. Generell aber fahren Busse und Straßenbahn auch weiterhin.
Man wolle aber eine komplette Ausgangssperre unbedingt vermeiden.
Meine Vermieterin berichtete mir vorhin, dass im Shaare Zedek Medical Center jetzt auch Corona – Patienten im zweiten Stock versorgt werden. Im zweiten Stock befinden sich Notaufnahme, CT, Röntgen, Angiogram, Urologie sowie die OP – Räume. Ich denke mir, dass die Corona – Leute in einem abgetrennten Neubau neben der Urologie untergebracht sind. Dort gibt es auch keine Fenster und alles ist neu. Selbst die Urologie zog in diesen Neubau um.
Ferner werden ins Krankenhaus nur noch Leute mit Terminen eingelassen und keine Besucher mehr. Am Sonntag muss ich all meine Dokumente mitnehmen, damit ich zum CT eingelassen werde. Ebenso am kommenden Mittwoch zur Chemotherapie.
Mittlerweile ist es soweit, dass Corona – Patienten in leerstehenden Hotels einquartiert werden.
Auch für die verbliebenen vier Straßenkatzen unserer Family habe ich Friskies nachbestellt. Die Lieferung kam ziemlich schnell an. Der Zoohändler sagte mir am Telefon, dass die Leute Tierfutter kaufen wie bekloppt. Jeder habe Angst vor einer Ausgangssperre und was passiert dann mit den Haustieren?
Die Telefone laufen heiß mit Bestellungen und in der Zoohandlung Jungle Club in der Emek Refa’im laufen so viele Bestellungen auf, dass die Kundschaft bis zu fünf Tage auf die Lieferung warten muss. Ich hingegen hatte Glück, da ich woanders bestellte.

Noch kein Notstand in Israel

Kein Notstand, sondern nur ein weiterer Aufruf, sich die Hände zu waschen und mindestens 2 m Abstand zu anderen Personen zu halten.
Öffentliche Einrichtungen wie Banken, Bituach Leumi, etc. arbeiten weiter. Garantiert aber mit Verzögerungen, denn all die Leute, die jetzt kein Einkommen haben, werden auch bearbeitet werden müssen.
Bars, Malls, Fitness Centers, etc. werden geschlossen. Auch Bordelle. 🙂
Die Wirtschaft arbeitet weiter und es wird weder eine Lebensmittelknappheit noch eine Medikamentenknappheit geben. Es seien genügend Vorräte vorhanden und niemand braucht, wie heute geschehen, die Supermärkte zu stürmen.
Sauberkeit, Händewaschen und 2 m Abstand zu anderen Personen sei wichtig. Kein Händeschütteln oder antouchen. 
Alles läuft wie gewohnt weiter, doch wenn sich die Lage verschlimmert, werden andere Maßnahmen ergriffen.
Wer infiziert ist, wird auch in Zukunft beobachtet werden. Wie der Krankheitsverlauf bzw. die Gesundung verläuft. Hierzu wird die Privatspähre aufgehoben.
Ganz sicher werden irgendwann die Steuern erhöht werden, denn das Staatssäckel wird schwer gebeutelt. Am Ende also zahlen wir alle drauf.
Wie schnell man in Israel auf die Liste gewisser chronisch Kranker kommt, weiß ich aus eigener Erfahrung. Als Krebskranker erscheine ich ohne mein Zutun auf Listen bei Ämtern. Das erleichtert natürlich einiges, aber andererseits weiß auch jeder sofort Bescheid. So wird das wohl mit Corona – Patienten auch werden.