Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Werden Juden in Israel benachteiligt?“

B“H
Jemand stellte diese Frage, wobei ich die Frage an sich nicht ganz verstehe.
Man höre und staune, aber es gibt Juden, die in Israel benachteiligt werden: Nämlich Ultra – Orthodoxe Juden (Haredim) bei der Arbeitssuche.
Jetzt könnte man meinen, dass die Haredim ja eh alle ohne besondere Schulbildung seien. Diese Behauptung stimmt schon lange nicht mehr, denn in vielen Teilen des Landes (und vor allem in Jerusalem) gibt es hauseigene Unis der Haredim. Unter dem Namen „AKADEMIE“ finden sich technische, wissenschaftliche, medizinische genauso wie wirtschaftliche Studien. Im israelischen IT – Bereich arbeiten heute auch eine Menge Haredim. Frauen wie Männer. So manches Startup ist in haredischer Hand.
Zahlreiche qualifizierte Haredim machten bei der Jobsuche negative Erfahrungen, denn aufgrund ihres frommen Lebensstiles wollte man sie nicht einstellen. Dabei hätten sie sich auf der Arbeit angepasst.
Ich selber habe in der Vergangenheit und tue dies auch aktuell, mit Haredim zusammengearbeitet. Bei mir auf der Arbeit findet man Haredim genauso wie ein paar säkulare Juden. Vielleicht nicht so ganz säkular, sondern eher noch traditionell, denn es wird koscher gegessen.
Eine weitere Benachteiligung: Israelische Juden werden nicht in palästinensischen Linienbussen mitgenommen. Palästinenser hingegen steigen in jeden israelischen Linienbus ein. Da gibt es keine Einschränkungen. Umgekehrt aber schon.
Dasselbe gilt bei palästinensischen Wohngebieten: Wenn ich den Stadtteil, in dem ich lebe als Beispiel nehmen darf – Palästinenser durchqueren ungehindert unsere Straßen, doch sobald ein Jude ihren Stadtteil betritt, kommt der Lynchmob angerannt.
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Der letzte Tag von Sukkot

B“H

 

In weniger als einer Stunde beginnt der letzte Tag von Sukkot. Zumindest in Israel, denn Diaspora – Juden feiern noch bis zum Freitagabend.
Heute war erneut nur ein „halber“ Tag und mittlerweile herrscht in meinem Stadtteil Ruhe. Es ist Feiertagsstimmung und die Tische werden festlich gedeckt. In der Sukkah muss man nicht mehr unbedingt sitzen, doch die meisten Leute tun dies jetzt zum festlichen Abendessen. Das Wetter spielt bei 20 Grad Celsius am frühen Abend auch noch mit.
Morgen Abend gegen 19.00 Uhr geht Sukkot in Israel zuende und am Freitag ist wieder normaler Alltag. Solange jedenfalls, bis abends der Schabbat beginnt. Ab Sonntag geht das Leben wieder seinen geregelten Gang und die Feiertag sind erst einmal vorüber.

 

Die Sukkah auf Räder
Dieser Chabadnik (Mitglied der chassidischen Gruppe Chabad – Lubawitsch) ist in Tel Aviv bekannt wie ein bunter Hund. Tagtäglich sieht man ihn auf seinen Rollerblades (in Deutschland sagt man fälschlicherweise INLINER) durch die Stadt rasen. Einmal sagte er, dass er so gegen seine Ehescheidung demonstriere. Mittlerweile aber gehört er zum Stadtbild. Jetzt sogar mit Sukkah. 🙂

Feiertage in Israel: „Sukkot (Laubhüttenfest)“

B“H
Heute Abend gegen 17.30 Uhr beginnt für die jüdische Welt das 8 – tägige Sukkot (Laubhüttenfest). Am morgigen Donnerstag ist alles zu und der erste Feiertag. Heute und am Freitag sind lediglich „halbe“ Tage. Die Geschäfte schließen innerhalb der nächsten Stunde und die Busse stellen den Verkehr ein.
Wer sich für den traditionellen Segen der Cohanim (Birkat HaCohanim) an den Sukkot – Zwischenfeiertagen interessiert: Dieser findet am Sonntag gegen 8.00 Uhr früh statt. Während des Morgengebetes Schacharit an der Klagemauer (Kotel).
Ich habe mich in den letzten paar Tagen wieder etwas rar gemacht. Am Sonntag wurde mein Dusche repariert und alles funktioniert jetzt bestens. Außerdem bekam ich zwei neue Wasserhähne. Im Bad sowie in der Küche. Es gab einen riesen Dreck und ehe ich den ganzen Staub wegbekomme, muss ich noch ein paar Mal wischen. 🙂
Dann ging es jetzt vor den ganzen Feiertagen bei mir auf der Arbeit hoch her. Dafür habe ich in der kommenden Woche ein paar Tage frei. Dann will ich auch wieder mehr für die Blogs schreiben und in der Altstadt die Sukkot – Feierlichkeiten filmen. 

 

Photo: Miriam Woelke

 

Gestern Abend war ich mit Freunden am Alten Busbahnhof essen. 49 Schekel (circa 10 Euro) für die billigste Pizza mit Käse, Zwiebeln und Pilzen. Das Wetter ist, nach wie vor, warm bei 25 Grad Celsius am Tag. Man merkt aber, dass die Temperaturen langsam umschwenken und es kühler wird.
Sukkot nimmt in Jerusalem einen wichtigen Raum ein und überall stehen die Laubhütten (siehe obiges Bild). Zwar wird an den Zwischenfeiertagen gearbeitet, doch alle Regierungseinrichtungen, Stadtverwaltungen und sonstige öffentlichen Einrichtungen bleiben bis zum 15. Oktober geschlossen. Banken und Postämter sind nur bis Mittag geöffnet. 

 

Photo: Miriam Woelke

 

Auf meinem Hamantaschen – Blog werde ich mehr von der jüdischen Sukkot – Perspektive berichten!
Was mich nebenbei ziemlich beschäftigt ist das Thema AUSWANDERN. Auf Youtube gibt es mittlerweile eine Menge Videos zu dem Thema. Gemacht von Deutschen, die aufgrund der Migrantenkrise daran denken, Deutschland den Rücken zu kehren.
Vielfach wird nicht an die Komplikationen gedacht, die eine Auswanderung mit sich bringt. Wobei ich eh den Eindruck habe, dass man am Ende doch lieber innerhalb Europas (Schweiz, Osteuropa) bleiben will, da es dort mit dem deutschen Paß keine Visaprobleme gibt. Nach Kanada, in die USA, nach Australien oder Südamerika kann man dagegen nicht so einfach auswandern. Die Botschaften dieser Länder führen strenge Auswahlverfahren durch und in Südamerika ist die spanische Sprache ein absolutes Muss. Meines Wissens nach kommt dort schlecht mit Englisch durch.
Damit aber erst einmal Chag Sameach – Happy Sukkot!!!

Auch Israelis wollen eine AfD

B“H
Unsere weitgehend links ausgerichtete Presse schreibt von der AfD und Nazis, dagegen lauten die Leserkommentare ganz anders:
„Die AfD wolle gegen Ausländerkriminalität vorgehen – das wird aber auch mal Zeit.“
https://news.walla.co.il/item/3099525
Nicht wenige Israelis fordern eine israelische AfD, damit Netanyahu endlich einmal seine Abrechnung kriegt. Auch in Israel hat man die Schnauze von einem Netanyahu voll, der da ständig einknickt und nach links abdriftet wie die deutsche CDU.
In Deutschland wird Netanyahu als Hardliner gesehen, in Israel betrachten wir ihn als das genaue Gegenteil. Ein Angsthase ohne Rückgrat und alles nur große Klappe. Am Ende gibt er nach und jammert. Und sozial kriegt er nie etwas auf die Reihe, wobei er allerdings das Land wirtschaftlich stabil hält. Dank seiner guten Kontakte zu heimischen Wirtschaftsbossen.
Realistisch betrachtet, kann man weder dem Likud noch alle den Linksparteien trauen, denn alle sind korrupt und wirtschaften nur in die eigene Tasche. Eine AfD solle her, um auch hierzulande einen Umbruch zu bewirken und die ollen satten Politiker in der Knesset das Fürchten zu lernen. Außerdem sollen die mehr als 70,000 illegalen Afrikaner endlich aus dem Land geschmissen werden. Vergewaltigungen, Handy – und Fahrradklau, Prostitution und Drogen: Tel Aviv – Süd erstickt in einer afrikanischen Gewaltspirale. Des Nachts prügeln sich afrikanische Clans um die Vorherrschaft am alten Busbahnhof sowie im Lewinsky Park. Dabei verkünden die Illegalen offen antisemitische Parolen oder behaupten, Israel sei Afrika und Juden sollen sich nach Europa verpissen. So der Original – Slang!
Die israelische Regierung unternimmt nichts, obwohl Netanyahu erst neulich vor Ort war und sich mit den letzten verbliebenen israelischen Bewohner in der Gegend um den alten Tel Aviver Busbahnhof unterhielt. Hierzu werde ich noch ein aktuelles Video in den Blog stellen, den das israelische TV sendete.
In Israel wird die AfD nicht ausschließlich als Nazipartei betrachtet, sondern als eine logische Konsequenz auf Merkels verheerende Migrantenpolitik. Man wundert sich, dass die Deutschen sich nicht noch viel mehr wehren und auf die Straße gehen. Hunderttausende oder Millionen gegen Merkel.
Und wer bestimmt eigentlich, dass die AfD nazimäßig sei? Die Linken, die da tagtäglich gegen Israel brüllen, Boykotte ausrufen und antisemitische Parolen von sich geben.
Ich will hier keineswegs die AfD als Unschuldslamm darstellen, doch alle anderen Parteien wie CDU, SPD, Linke oder Grüne stellen sich offen gegen Israel. Da wird eine Siedlungspolitik angeklagt und es werden palästinensische Terroristen in Schutz genommen. Wer sich in der Geschichte unseres Landes auskennt, der weiß sehr genau, dass Siedlungen nichts mit dem Friedensprozess zu tun haben. Der arabische Terror agierte bereits als es noch keine israelischen Siedlungen gab (1919, 1929, etc.) Man denke nur an die Judenpogrome in Jerusalem, Zfat, Tiberias, Yaffo oder Hebron. Araber, damals noch keine Palästinenser, ermordeten wahllos alle Juden, die ihnen in die Quere kamen. Ob Kleinkind oder Renter war egal.
Frau Merkel samt allen anderen Parteien haben bei ihrer anti – israelischen Politik keinerlei Grund, die AfD als Nazipartei zu betiteln. Und erst recht nicht, solange der Iran immer noch ein wichtiger Partner der deutschen Wirtschaft ist.

Israel: Die Touristen sind wieder zurück

B“H
Nach dem letzten Gazakrieg im Sommer 2014 erlebte die israelische Tourismusbranche einen drastischen Rückgang. Kaum jemand wollte noch nach Israel reisen, denn die allgemeine Meinung war (und ist), dass das Land viel zu gefährlich sei.
Wenn ich mir spätestens seit Herbst 2015 Europa anschaue, so denke ich genauso über Deutschland & Co. Nach Deutschland würden mich keine zehn Pferde mehr kriegen. Was man so auf Youtube sieht, sind Städte voller Moslems. Die Polizei ist kaum aktiv und Frau Merkel beschönigt die Massenkriminalität. Da bin ich in Israel wesentlich sicherer dran, denn der arabische Terrorismus bekämpft. Auf Armlängen verlässt sich kein Israeli.
Wer also als Tourist nach Israel reisen will, wird ein sicheres Land vorfinden. Klar, gibt es Gegenden, die man nach Einbruch der Dunkelheit meiden sollte. Darunter das muslimische Altstadtviertel von Jerusalem, die Gegend um den Busbahnhof von Tel Aviv oder die Jerusalemer Promenade (Tayelet). Ansonsten kann man sich frei bewegen. Und das zu jeder Zeit. Israel ist sicherer als das heutige Deutschland, dafür aber viel teurer. 🙂
http://www.globes.co.il/en/article-tourist-entries-to-israel-up-20-in-august-1001204807

Proletarierleben, Hamburg und israelische Mentalität

B“H
Mich mal wieder an den Strand zu legen, dazu fehlt mir ganz einfach die Zeit. Dafür stehe ich mitten im israelischen Alltag. Arbeiten, Feierabend, Duschen und dann auf dem Balkon relaxen. Nach viel Blogposts schreiben ist mir da häufig nicht mehr, obwohl ich recht viele Themen vorbereite. Aber irgendwann am Abend fallen einem ungewollt die Augen zu, wie das im proletarischen Leben eben so ist. 🙂
Dass mit den linken Krawallen bekam ich nur am Rande mit. Ich war noch nie in Hamburg und deswegen interessiert mich die Stadt auch nicht besonders. Als ich aufwuchs, gab es in den Achtziger Jahren bereits Krawalle in der Hafenstraße. Hausbesetzer oder so.
Da ich Donald Trump auf Youtube abonniert habe, wurde mein Subscriber Account mit einer Menge Videos von der Randale in Hamburg geflutet. Die Videos gingen um die Welt und viele davon waren sogar live. Aber warum soll ich ein paar idiotischen und noch dazu stramm antisemitischen Linken bei ihrer Randale zuschauen? Die Welt jedenfalls lachte einmal wieder über Deutschland. Bei jeder Pegida Veranstaltung greift die Exekutive sofort durch, aber die Linken können offenbar schalten und walten, wie sie wollen.
Immer wieder werde ich nach der Mentalität in Israel gefragt, doch diese ist alles andere als leicht und schnell zu definieren. Jeder Israeli hat einen anderen Background und die Herkunft der Eltern oder Großeltern wirkt sich fast immer auf das Leben des Einzelnen aus. Das soziale Umfeld spielt eine Rolle genauso wie der jeweilige Wohnort.
Eines aber kann ich mit Gewissheit sagen: Die deutsche und die israelische Mentalität lassen sich nicht miteinander vergleichen. Nicht wenige jüdische Neueinwanderer aus der westlichen Welt kommen in Israel überhaupt nicht zurecht. Wie jetzt genau Deutsche damit zurande kommen, kann ich generell nicht sagen. Allein von mir kann ich berichten und ich muss sagen, dass ich mich nach etwas mehr als Zwanzig Jahren in Israel sozusagen an fast alles gewöhnt habe. Es ist wichtig, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und sich nicht alles zu Herzen zu nehmen. In Deutschland war das leider stets der Fall und es wird gerne und ausgiebig jedes Wort ausdiskutiert. In Israel hingegen wird nicht lange gelabert, sondern die Menschen sind schnell dabei, einfach den Telefonhörer aufzulegen. Wenn einem das passiert, dann bloß nicht ausrasten oder depressiv dasitzen. Das Leben geht weiter und oft sollte man alles nicht so verdammt ernst nehmen.
Um auf die Frage zurückzukommen: Was genau wollt Ihr denn zur israelischen Mentalität wissen? Freundschaftsmäßig, Arbeitskollegen oder allgemeiner Natur?

Nutella & Schlümpfe auf Hebräisch

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Photo: Miriam Woelke

Schlümpfe (Englisch: Smurfs) heißen auf Hebräisch DARDASIM. Und aktuell gibt es bei Nutella offenbar eine Schlumpf – Ausgabe wie das Photo zeigt.
https://www.youtube.com/watch?v=t64Ifu5goEg
Die Preise auf dem Bild beziehen sich nicht auf das Nutella – Regal beim israelischen Discounter Rami Levi, sondern auf das gefrorene Gemüse in der Tiefkültruhe darunter.
Nutella gibt es auch in Israel, wenn es denn auch nicht ganz so viele Fans findet wie in Deutschland. Ich jedenfalls esse es nicht, sondern fotographierte nur, da ich immer wieder auf Nutella in Israel angesprochen werde.