Leben in Jerusalem

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Proletarierleben, Hamburg und israelische Mentalität

B“H
Mich mal wieder an den Strand zu legen, dazu fehlt mir ganz einfach die Zeit. Dafür stehe ich mitten im israelischen Alltag. Arbeiten, Feierabend, Duschen und dann auf dem Balkon relaxen. Nach viel Blogposts schreiben ist mir da häufig nicht mehr, obwohl ich recht viele Themen vorbereite. Aber irgendwann am Abend fallen einem ungewollt die Augen zu, wie das im proletarischen Leben eben so ist. 🙂
Dass mit den linken Krawallen bekam ich nur am Rande mit. Ich war noch nie in Hamburg und deswegen interessiert mich die Stadt auch nicht besonders. Als ich aufwuchs, gab es in den Achtziger Jahren bereits Krawalle in der Hafenstraße. Hausbesetzer oder so.
Da ich Donald Trump auf Youtube abonniert habe, wurde mein Subscriber Account mit einer Menge Videos von der Randale in Hamburg geflutet. Die Videos gingen um die Welt und viele davon waren sogar live. Aber warum soll ich ein paar idiotischen und noch dazu stramm antisemitischen Linken bei ihrer Randale zuschauen? Die Welt jedenfalls lachte einmal wieder über Deutschland. Bei jeder Pegida Veranstaltung greift die Exekutive sofort durch, aber die Linken können offenbar schalten und walten, wie sie wollen.
Immer wieder werde ich nach der Mentalität in Israel gefragt, doch diese ist alles andere als leicht und schnell zu definieren. Jeder Israeli hat einen anderen Background und die Herkunft der Eltern oder Großeltern wirkt sich fast immer auf das Leben des Einzelnen aus. Das soziale Umfeld spielt eine Rolle genauso wie der jeweilige Wohnort.
Eines aber kann ich mit Gewissheit sagen: Die deutsche und die israelische Mentalität lassen sich nicht miteinander vergleichen. Nicht wenige jüdische Neueinwanderer aus der westlichen Welt kommen in Israel überhaupt nicht zurecht. Wie jetzt genau Deutsche damit zurande kommen, kann ich generell nicht sagen. Allein von mir kann ich berichten und ich muss sagen, dass ich mich nach etwas mehr als Zwanzig Jahren in Israel sozusagen an fast alles gewöhnt habe. Es ist wichtig, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und sich nicht alles zu Herzen zu nehmen. In Deutschland war das leider stets der Fall und es wird gerne und ausgiebig jedes Wort ausdiskutiert. In Israel hingegen wird nicht lange gelabert, sondern die Menschen sind schnell dabei, einfach den Telefonhörer aufzulegen. Wenn einem das passiert, dann bloß nicht ausrasten oder depressiv dasitzen. Das Leben geht weiter und oft sollte man alles nicht so verdammt ernst nehmen.
Um auf die Frage zurückzukommen: Was genau wollt Ihr denn zur israelischen Mentalität wissen? Freundschaftsmäßig, Arbeitskollegen oder allgemeiner Natur?

Nutella & Schlümpfe auf Hebräisch

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Photo: Miriam Woelke

Schlümpfe (Englisch: Smurfs) heißen auf Hebräisch DARDASIM. Und aktuell gibt es bei Nutella offenbar eine Schlumpf – Ausgabe wie das Photo zeigt.
https://www.youtube.com/watch?v=t64Ifu5goEg
Die Preise auf dem Bild beziehen sich nicht auf das Nutella – Regal beim israelischen Discounter Rami Levi, sondern auf das gefrorene Gemüse in der Tiefkültruhe darunter.
Nutella gibt es auch in Israel, wenn es denn auch nicht ganz so viele Fans findet wie in Deutschland. Ich jedenfalls esse es nicht, sondern fotographierte nur, da ich immer wieder auf Nutella in Israel angesprochen werde.

Zum Leben in Israel

B“H
Hunderte, wenn nicht gar Tausende Male, wurde auf diesem Blog nach der Antwort auf die Frage gesucht, von was denn Ultra – orthodoxe Juden eigentlich leben. Immer noch scheint im deutschsprachigen Raum die weitverbreitete Meinung umzugehen, dass Ultra – orthodoxe Juden nichts tun und nur Geld vom Staat kassieren. Aber dem ich beileibe nicht so.
Stattdessen sollte die Frage besser lauten:
Von was leben die Israelis?
Immer und immer wieder googeln die Leute nach dem Preisniveau in Israel und stoßen dabei auf diesen Blog. Und immer wieder neu antworte ich selbst in Emails, dass das Preisniveau hierzulande sehr hoch liegt.
Wenn Ihr auf Wikipedia oder sonstwo schaut, werden Euch geradezu utopische Monatseinkommen vorgegeben. Einkommen, die mit der Realität des Arbeitslebens nichts zu tun haben. Jemand an der Kasse im Supermarkt oder eine Verkäuferin in einer Boutique, zum Beispiel, verdienen 25 Schekel die Stunde. Der gesetzliche Mindeststundenlohn. In Euro wären das keine 7 Euro die Stunde. Somit kann man sich ausrechnen, wie eine Verkäuferin, die vielleicht noch alleinerziehend ist, herumkrebst. Wobei eine Menge Supermärkte auch männliche Kassierer haben und nicht nur Frauen.
Wer in Israel gut verdienen will, der arbeite für eine der großen Hightech – Firmen. Aber nicht in deren Call Center. 🙂 Wobei die Hightech – Branche heuert und feuert. Feuern besonders dann, wenn man das 35. Lebensjahr überschritten hat.
Ein anderer Berufszweig, der recht gut verdient, ist das Handwerk. Egal, welcher Art. In Israel werden gute Handwerker auch gut bezahlt.
Die eigentliche Frage bezüglich Israel sollte dennoch lauten: Wie meistern Israelis ihr Leben? Und damit meine ich nicht den arabischen Terror, sondern den stinknormalen Alltag.
Die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch. Zwar gibt es Lebensmitteldiscounter, doch die sind, im Vergleich zu Deutschland, immer noch überteuert. Hinzu kommen die hohen Mieten und wer ein Fahrzeug besitzt, der zahlt erst richtig drauf. Versicherungen und Sprit – das geht ins Geld.
Ich würde allen, die immer wieder mal anfragen, weil sie mit dem Gedanken spielen, nach Israel zu ziehen, raten, sich hierzulande erst einmal umzuschauen. Ob Arbeit da ist und, wenn es sich um Nichtjuden handelt, ob es überhaupt eine Arbeitserlaubnis oder Visaverlängerungen gibt. Zuerst sollte sich derjenige beim israelischen Innenministerium nach der Gesetzeslage erkundigen, ehe er seine Koffer packt. In der Regel sind die Aufenthalte von Nichtjuden im Land zeitlich befristet, es sei denn, jemand hat einen Arbeitgeber, der nachweisen kann, keinen Israeli für die Stelle zu finden. Das aber geschieht eher selten und Touristen werden nicht gerne eingestellt.
Auch zahlt der Staat Israel an Leute, die keine Staatsbürger sind, keinerlei Sozialhilfe oder unterstützt sie sonst in irgendeiner Form. Wer noch dazu ohne gültiges Visum erwischt wird, wird abgeschoben. Diesbezüglich sollte man sich vielleicht im Voraus bei der deutschen Botschaft in Tel Aviv erkundigen, bevor sich jemand in Israel eine Wohnung sucht und dann nach ein paar Monaten kein neues Visum mehr ausgestellt bekommt.
Wie Israelis finanziell überleben? Man ist flexibel und innovativ. Vor allem aber zählt Bildung. In Deutschland wollen immer mehr junge Leute alles aufgeben, um sich einem Pseudo – Online – Business zu widmen. Siehe die DNX (Digitale Nomaden – Konferenz) in Berlin vor einer Woche. Tausende Deutsche zieht es offenbar ins digitale Nomadentum und dafür werden Studium, Job oder Ausbildung einfach geschmissen. Aus Israel kenne ich das anders, denn man legt hohen Wert auf Bildung und auch Aus – und Weiterbildung.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor im Alltagsleben ist die Mentalität der Leute. Vor allem unter Arbeitskollegen. Deshalb ist mein Rat an all jene Leute, die nach dem Leben in Israel fragen, da sie mit dem Gedanken spielen, hierherzuziehen stets, sich im Vorfeld zu erkundigen. Und das auch vor Ort und bei Behörden. Mir schrieben schon Leute, die ein oder zwei Jahre in Israel lebten, aber nie eine Arbeitserlaubnis erhielten und finanziell am Abgrund sind, denn sie haben als Touristen keinerlei Rechte.
Israelis haben es da einfacher, denn man pumpt sich eventuell Geld von der Bank oder den Eltern. Man kennt die Tricks durchs Leben zu kommen wohingegen es jüdische Neueinwanderer wesentlich schwerer haben.

So besteigt man in Israel einen Bus :-)

B“H

So steigt man in Israel in einen Bus:

Nee, kleiner Scherz! 🙂
Gestern und heute ist der Feiertag LAG ba’OMER (ein mystisch – kabbalistischer Tag, an dem Hunderttausende Juden ins nordisraelische Meron zum Grabe des Rabbi Schimon bar’Yochai fahren). Und da es, wie in jedem Jahr, mal wieder nicht genügend Busse gab, musste man sich eben auf andere Art helfen.
Improvisation ist halt alles in Israel. In Deutschland undenkbar, denn da geht alles streng nach Vorschrift.

Zum Steinmeier – Besuch in Israel: Nichts Neues

B“H
Bundespräsident Steinmeier ist in Israel, doch die hiesigen Medien berichten nur spärlich über den Besuch. Nach Sigmar Gabriels Auftreten wurde man erst so richtig aufmerksam, wie die Bundesregierung sowie zahlreiche deutsche Institutionen (z.B. Pax Christi, die Konrad – Adenauer – Stiftung) den palästinensischen Terror finanziell unterstützen. Ebenso wird Israels radikale Linke, die da bereits genug Geld von Israelhasser George Soros erhält, um Israel Schaden zuzufügen, bereitwillig gesponsort.
Steinmeier kam gestern Abend und machte heute mit Präsident Ruven Rivlin auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt auf Schadensbegrenzung. Ein paar Bierchen und dann ab zu Netanyahu, der Steinmeier nicht so billig davonkommen liess.
Ob der Bundespräsident jetzt noch im Lande weilt, weiß ich nicht und es interessiert mich auch nicht. Normalerweise verlaufen derlei Besuche stets mit ein paar Politkertreffen in Israel und dann geht es weiter nach Ramallah, wo Abu Mazen wieder jammert und weitere EU – Gelder will. Israel sei der Feind und alle Palästinenser Widerstandskämpfer. Bei deutschen Politiker stößt Holocaust – Leugner Abu Mazen damit auf Verständnis, denn, wie gesagt, die Bundesregierung fördert finanziell anti – israelische Organisationen. Selbst Terrorgruppierungen.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/229207
Aus den israelischen TV – Nachrichten. Netanyahu redet auf Englisch ein paar ernste Worte mit Steinmeier.
Die israelische Öffentlichkeit hat unterdessen andere Dinge zu tun und Netanyahu bereitet sich da lieber auf den Besuch von Donald Trump in wenigen Wochen vor.
Der Sommer ist da und ab Morgen ziehen die Temperaturen so richtig an. 29 – 34 Grad Celsius bis zum Wochenende. Ich selbst muss eine Menge Arbeiten und kam in den letzten Tagen kaum zum Bloggen. Kommt man von der Arbeit heim, muss noch eingekauft werden und gestern Abend und heute nach Feierabend habe ich meine Bude geputzt. Mit der Vermieterin will ich mich dieser Tage auch noch treffen, denn es ist mal wieder an der Zeit, den Mietvertrag auf ein weiteres Jahr zu verlängern.
In Israel werden Mietverträge üblicherweise nur auf ein Jahr ausgestellt und danach wird alljährlich verlängert oder man zieht um. Fünf Jahre wohne ich mittlerweile in dieser Wohnung und obwohl das Haus aus den 80iger Jahren stammt und mal überholt werden müsste (orange Kacheln im Bad und so 🙂 ), so billig wie hier kriege ich keine andere Zwei – Zimmer – Wohnung mehr. Jedenfalls nicht in der Stadt.

Leserfrage: 30. Mai alles zu in Israel?

B“H
Ist am 30. Mai in Israel alles zu?
Ja und Nein!
Am Abend des 30. Mai (Dienstag) beginnt in diesem Jahr der eintägige jüdische Feiertag SCHAVUOT (das Wochenfest). Der Tag, an dem die Juden am Berg Sinai von G – tt die Thora erhielten. Bei Schavuot handelt es sich neben Pessach und Sukkot um einen hohen jüdischen Feiertag. In Israel wird er einen Tag lang gefeiert und in der Diaspora zwei Tage lang.
Wie gesagt, am Abend des 30. Mai beginnt diesmal Schavuot. Demnach ist dieser Tag ein „halber“ Tag. Ähnlich wie der Freitag vor dem Schabbatbeginn. Die Busse stellen am späten Nachmittag den Verkehr ein und die meisten Geschäfte schließen.
Am darauffolgenden Tag, dem 31. Mai (Mittwoch), ist Feiertag und arbeitsfrei. Erst ab circa 20.30 Uhr abends fahren wieder die Busse und Schavuot endet.

Yom HaZikaron – Nationaler Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer

B“H
So allmählich schliessen die Geschäfte, Restaurants, Cafes, Shopping Malls und Kinos. Um 20.00 Uhr heute Abend beginnt der nationale Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer. Der YOM HA’ZIKARON.
Das israelische TV überträgt live die Trauerfeier mit dem Präsidenten, dem Oberbefehlshaber sowie vielen trauernden Hinterbliebenen von der Kotel (Klagemauer).
Als ich eben von der Arbeit heimkam, waren schon nicht mehr viele Leute auf der Straße. Alles macht sich auf nach Hause, denn um 20.00 Uhr ertönt ein landesweiter Sirenenton, welcher den Trauertag einleitet. Fast jeder Stadtteil veranstaltet seine eigene Trauerfeier, zu der sich Tausende Bewohner versammeln. Eigentlich wollte ich zur Kotel gehen, doch ich bin zu platt und außerdem ist es dort so voll, dass man kaum etwas sieht. Da schaue ich mir die Zeremonie im TV an. Morgen früh um 11.00 Uhr ertönt erneut ein landesweiter Sirenenton, doch Shops, Cafes, etc. sind dann schon wieder geöffnet.
Der Yom Hazikaron an sich ist ein extrem emotionaler Tag und ich wage sogar zu behaupten, dass er noch emotionaler ist als der Yom Hashoah in der vergangenen Woche. Ganz einfach, weil fast jeder Israeli einen persönlichen Bezug zum Yom Hazikaron hat. Sei es, dass man einen gefallenen Soldaten in der Familie hat oder jemanden kennt. Einen Arbeitskollegen, Freund oder Nachbar. Jeder ist davon betroffen.
Mittlerweile kehrt Ruhe ein und sogar der Straßenverkehr wird weniger. Viele junge Palästinenser lachen oder gröhlen an diesem nationalen Trauertag um sich. Kein Wunder also, dass die Sicherheitsvorkehrungen enorm sind. Vor allem für diejenigen, die sich zur Klagemauer aufmachen.
Hier noch ein paar aktuelle Statistiken zum Staat Israel im Jahre 2017:
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/228847
Morgen Abend beginnt der Yom Ha’azma’ut, der israelische Unabhängigkeitstag. Am Dienstag haben die meisten einen Tag frei, denn es ist Feiertag. So auch ich und da wir deswegen einen Arbeitstag verlieren, wird bei uns in der Firma vorgearbeitet wie blöd. Deshalb kam ich in den letzten Tagen auch kaum oder gar nicht mehr zum Bloggen. Aber am Dienstag ist immerhin frei.