Leben in Jerusalem

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Warum Israel keine muslimischen Migranten aufnimmt und ein bisschen was zur israelischen Gesellschaft

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Gestern ging in den hiesigen sowohl als auch in den deutschen Medien die Nachricht um, dass Israel mehrere Hundert syrische Flüchtlinge an der Nordgrenze abweise. Die Nachricht ist korrekt und die israelische Mehrheit hofft, dass auch weiterhin abgewiesen wird. Humanitäre Hilfe an Syrer ja, aber keinen Daueraufenthalt wie in Deutschland.
Jetzt schreien wieder einige Linke auf: Ja, aber …“
Nix ja aber, denn man darf die Angelegenheit nicht mit deutschen Augen sehen, sondern mit israelischen. Israel kann sich keine Massen von Moslems leisten, die ins Land kommen, Geld wollen und sofort auf der Seite der Palästinenser stehen und eine Bedrohung für Juden darstellen.
Noch nicht einmal für jüdische Neueinwanderer gibt es derartige finanzielle Hilfen wie Deutschland seinen Migranten zahlt. Davon kann ein Jeder hierzulande nur träumen. In Israel muss man arbeiten, denn die sozialen Hilfen vom Staat sind minimal. Und die erhalten auch nur Staatsbürger. Einschließlich aller Palästinenser mit israelischem Personalausweis.
Ausländer erhalten in Israel keine staatlichen Hilfen. Was sich das kleine Land auch gar nicht leisten kann, denn jetzt schon steht es nicht gut um die Sozialkassen.
Umsonst gibt es nichts und selbst die mehr als 50,000 illegalen Afrikaner arbeiten illegal oder sie werden von NGO Organisationen aus dem Ausland sowie von Israelhasser George Soros unterstützt. Mit viel Stütze und Tausende Euros ist nichts. Man muss arbeiten gehen und in die Sozialkassen einzahlen.
Und warum sollte sich das kleine Israel Massen von israelhassenden Syrern ins Land holen, von denen niemand genau weiß, wer die eigentlich sind. Tel Aviv hat mehr als genug mit antisemitischen illegalen Afrikanern zu tun, die am Lewinsky Park herumbrüllen, dass die Juden ins Gas nach Auschwitz gehören.
Zwei Drittel der Bevölkerung wollen diese antisemitischen und kriminellen Afrikaner aus dem Land haben. Niemand sagt etwas, wenn verletzte Syrer in israelischen Krankenhäusern kostenlos behandelt werden. Aber danach geht es wieder zurück in die Heimat, was die syrischen Patienten eh vorhaben. Sie wollen nach der Behandlung wieder zu ihrer Familie nach Syrien.
Wo sind sie arabischen Länder? Wieso gehen die Syrer nicht nach Jordanien oder in den Libanon? Platz wäre dort mehr als in Israel und Sprache sowie Kultur und Religion passen auch.
Israel hat mehr als genug Probleme mit der Gefahr aus dem Libanon und momentan probt die israelische Armee einen Angriff auf die Hamas in Gaza. Früher oder später erfolgt ein neuer militärischer Einsatz, um die Hamas endlich loszuwerden. Israel hat nicht vor, den Gazastreifen zu annektieren, sondern man will endlich einmal Ruhe haben und keine ständigen Provokationen.
Wie gesagt, in Deutschland betrachtet man alles mit deutschen Augen, doch im Nahen Osten tickt die Realität anders. Es mag doof klingen, aber man muss nun einmal viele Jahre in Israel leben, um den Unterschied zu realisieren. Ein Israeltourist bekommt von den hiesigen Problemen und der Gesellschaft so gut wie nichts mit.
Wie auch?
Er ist nur befristet im Land und selbst wenn der Tourist etwas länger in Israel sein sollte: Es existiert ein gewaltiger Unterschied zwischen der Touristensicht und der eines israelischen Staatsbürgers. Zwischen der Sichtweise eines Juden und der eines Nichtjuden. Zwischen jemandem, der in Jerusalem, in Tel Aviv oder anderswo im Land lebt.
Deutschland verhält sich mehr als naiv all die Migranten aufzunehmen und diese Naivität wird sich rächen. Deutsche Gutmenschen sollen soviele muslimische Migranten aufnehmen, wie sie Lust haben, aber sie haben Israel nicht vorzuschreiben, dass sich das kleine Land gleich mit in die Zerstörung begibt. Wer für die Migranten schreit, kann sie daheim bei sich aufnehmen.
Die deutsche Mentalität ist in Israel egal und sie interessiert niemanden. Schon allein aus dem Grund, weil man mit der Denkweise hierzulande nicht weit kommt. Es gelten andere Prioritäten, Mentalitäten und es gibt andere Probleme. Und damit meine ich nicht nur die Sicherheit, sondern soziale, politische und gesellschaftliche Probleme generell. Israel als sehr kleines Land ist gezwungen zu jonglieren – zwischen der Terrorbedrohung, einem Angriff der Hizbollah, dem Iran oder der Hamas. Hinzu kommen alle erdenklichen sozialen Probleme und die bescheidenen Mittel des Landes.
Wenn Israelis eines können, dann ist das Eigeninitiative entwickeln. Entweder man bewerkstelligt etwas oder nicht. Hilfe von außen kann nicht immer erwartet werden. Flexibel sein und Alternativen entwickeln, wenn etwas nicht klappt. Dasitzen und auf den Staat warten ist Zeitverschwendung. Deswegen sind Israelis es gewohnt, immer in Bewegung zu sein. Hier ein Deal und da wieder was arrangieren und tun und machen.
Für jeden jüdischen Neueinwanderer ist das ein Kulturschock, doch ehe man sich versieht, ist man auch schon drin im Hamsterrad des Nahen Osten. 🙂

 

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Ist es richtig, dass Israel keine syrischen Flüchtlinge aufnimmt?

B“H
In Deutschland scheint die Meinung, Israel nehme keine syrischen Flüchtlinge auf, relativ weit verbreitet zu sein.
Tatsache ist, dass zahlreiche verletzte Syrer, darunter viele Kinder, in israelischen Krankenhäusern behandelt werden. Nicht nur Kinder, sondern jeder verletzte Syrer, der es nach Israel schafft.
Im Gegensatz zu Deutschland kommen richtige Flüchtlinge wie Frauen und Kinder nach Israel und nicht nur ausnahmslos junge gesunde Männer. Nach der ärztlichen Versorgung in Israel kehren die Syrer wieder heim.
Israels Linke wollte Tausende Syrer aufnehmen, doch die israelische Regierung lehnte das ab. Aber nehmen wir einmal an, in Israel hätte man einer breiten Flüchtlingsaufnahme zugestimmt – wären die Syrer dann geblieben?
In der Realität schaute es so aus, dass all die vorbeiziehenden syrischen jungen gesunden Männer Israel passierten, aber eh nicht vorhatten zu bleiben. Man wollte nach Deutschland, denn dort, so hatten die Syrer gehört, bekommen sie Haus, Cash und alles, was sie wollen. In Israel müssten sie sich einen Job suchen und das wollte keiner. Da schon ins bequeme Europa und vor allem nach Deutschland zu Mama Merkel.
Und so blieben nur die Verletzten und wahren Traumatisierten in Israel, um die sich unsere Krankenhäuser kümmern.
Details:
https://www.timesofisrael.com/israeli-communities-collect-toys-candy-clothes-for-syrian-refugees/
https://en.globes.co.il/en/article-israel-becomes-health-center-for-syrian-children-1001229351

Leserfrage: Muss man einen Israeli heiraten, um den israelischen Pass zu erhalten?

B“H
Heute ist der Tag der Leserfragen 🙂
Bekommt man, wenn man einen Israeli / eine Israelin ehelicht, automatisch den israelischen Pass?
Dem ist ganz und gar nicht so und mehrere Deutsche haben mir bereits nicht gerade Positives berichtet. Wer als Nichtjude einen Israeli heiratet, wird in Israel gerade mal geduldet.
Früher, vor 20 – 30 Jahren, war alles einfacher, doch heutzutage werden die Gesetze jeden Tag strenger. Wer kein Jude ist und einen Israeli heiratet, hat wenig Rechte und schon gar kein automatisches Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft. Wie ich bereits sagte, man ist geduldet und bekommt Touristenvisa oder halt irgendwas Befristetes.
Scheitert die Ehe, kann man schnell aus dem Land fliegen. Sind gemeinsame Kinder da, ist auch das keine Garantie.
Jemand auf Twitter berichtet regelmäßig über seine Lage. Geschieden von einer Israelin und ein gemeinsames Kind. Die Aufenthaltsgenehmigung ist jedesmal ein Drahtseilakt.
Auch um eine Arbeitserlaubnis muss man nicht selten Klinkenputzen und lange Zeit warten. Israel ist sehr kompliziert und wer einmal in dieser Situation ist oder war, findet sie nicht lustig. Der Gang zum Innenministerium (Misrad HaPnim) gleicht dann einem Horrortrip und nicht selten wird man angeschrien und gefragt, was man denn hier im Land will.
Das geht nicht nur nichtjüdischen Deutschen so, sondern auch anderen Westeuropäern oder Amerikanern.
Es gibt immer wieder Leute, die mir nicht glauben und das alles als masslos übertrieben betrachten. Diesen Lesern kann ich nur sagen: „Macht Eure eigenen Erfahrungen und dann sehen wir weiter!“

Bundeswehr least unbemannte Kampfdrohnen von Israel

B“H
Der Artikel auf HEISE ist nicht so deutlich geschrieben, wie er eigentlich sein sollte:
Die marode Bundeswehr soll nun aufgerüstet werden und Frau Merkel lässt eine Milliarde Euro springen, um von Israel Kampfdrohnen zu leasen.
http://en.globes.co.il/en/article-germany-to-approve-1b-deal-tomorrow-to-lease-israeli-uavs-1001241078
Deutschland gerät im globalen Technologie – Wettbewerb immer mehr in den Hintergrund, denn das Bildungsniveau im Land lässt zu wünschen übrig. Schulische Anforderungen werden heruntergeschraubt und in wenigen Jahren wird „Made in Germany“ untergegangen sein. Die Asiaten liegen heute schon weit vor Deutschland.
Israel ist auf dem Gebiet der Landesverteidigung erprobt, denn Rüstungskonzerne wie Rafael oder Elbit sind gezwungen, immer neue Arten von Waffen zu entwickeln. Siehe den Iron Dome, Drohnen und aktuell wird man dort wohl eine Lösung für die Feuerdrachen aus Gaza finden müssen. Mittlerweile schickt die Hamas explosive Luftballons nach Israel.

 

Seltsame Vorstellungen von Israel

B“H
Es ist schier unglaublich, was so manche Leute aus deutschsprachigen Länder für Vorstellungen von Israel haben.

 

„Das israelische Regime bringe jeden Tag Menschen um“
Irgendwas muss ich da verpasst haben, denn ich sehe nicht, dass hier Leute umgebracht werden. Wer soll das tun? Netanyahu etwa? In Deutschland weiß man doch gar nichts über ihn. Was bekommt Ihr denn da schon mit von israelischen Politikerleben? So gut wie gar nichts.
Jedenfalls habe ich heute auf dem Nachhauseweg von der Arbeit keinerlei Tote herumliegen sehen und die Palästinenser weiter unten im Stadtteil kommen von der Schule oder der Arbeit. Und Frauen fahren Hijab – tragend PKWs. Abends am Ramadan standen bei uns teure Autos vor der Tür. Schick und geradezu Luxuskarossen von den Arabern, die ihre Verwandtschaft besuchten. AMG und alles, was mich sich so vorstellen kann. Tot waren die Fahrer allerdings auch nicht.

 

„Israel sei eine Diktatur und ohne Demokratie“
Mittlerweile ist Israel wesentlich demokratischer als Deutschland und wir dürfen unbekümmert alles sagen, ohne als Nazi oder Rassist abgestempelt zu werden. Okay, radikale Linke gibt es auch, aber grundsätzlich sagt jeder seine Meinung. Mohrenkopf oder Negerkuss ist erlaubt, doch in Israel heißen die Dinger seit Ewigkeiten Cremebo. In der Sprache sind wir nicht eingeschränkt und jeder sagt das, wozu er Lust hat. Ob ganz normal im Leben oder im Internet.

 

„Die Araber haben keine Rechte“
Jene Araber, die in Israel leben und einen blauen israelischen Personalausweis in der Hand halten, haben alle Rechte und Pflichten, wie jeder andere Bürger auch. Vom Kindergeld bis hin zur Rente oder dem Arbeitslosengeld. Araber schließen israelische Versicherungen ab, kaufen auf Pump, erhalten Bankkredite und arbeiten in sämtlichen Bereichen. Von der Müllabfuhr bis hin zum Richter, Arzt oder Knessetabgeordneten. Ebenso wählen Araber bei den Knesset – sowie bei lokalen Bürgermeisterwahlen.

 

„Orthodoxe Juden arbeiten nicht und sie sind alle faul“
Zuerst einmal sollte jeder, der das behauptet, den Unterschied zwischen ORTHODOX und ULTRA – ORTHODOX kennen. Ich bin ein orthodoxer Jude, obwohl man es mir nicht ansieht und ich arbeite, zahle Steuern und kommunale Abgaben. Orthodoxe Juden tun dies und ich sehe Ultra – Orthodoxe Polizisten, Soldaten, Beamte, Ärzte, Anwälte, und und und.
Klar gibt es diverse Ultra – Orthodoxe Juden, die nicht arbeiten, doch diese werden nicht vom Staat finanziert, sondern man finanziert sich untereinander selber. Die meisten orthodoxen und Ultra – Orthodoxen Juden arbeiten. Selbst wenn es nur innerhalb ihrer Gemeinde ist, doch Geld verdienen sie.
Der Alltag in Israel unterscheidet sich nicht wesentlich von dem in Deutschland. Die Leute gehen zur Arbeit, wenn sie denn einen Job haben. Oder sie gehen zum Arbeitsamt, auf dem man sich als Arbeitsloser einmal pro Woche melden muss. Jugendliche gehen zur Schule und Rentner haben ihre Erledigungen bzw. ihren Alltag.
Der aktuelle Unterschied zu Europa besteht darin, dass unsere Polizei und Armee bei Gefahr einschreitet. Und, wie gesagt, wir sagen, was uns in den Kram passt. Jeder hat seine Meinung und sagt, was er denkt. Wer es nicht hören will, kann ja weghören.
Und der Negerkuss bleibt nun einmal der Negerkuss bzw. Cremebo. 🙂

Leserfrage: „Israel und Arbeitserlaubnis“

B“H
Hier ein paar Links zu dem Thema und ich an Eurer Stelle würde mich eingehend bei der israelischen sowie der deutschen Botschaft erkundigen: 

 

 

https://tel-aviv.diplo.de/il-de/service/-/1444828
http://embassies.gov.il/berlin/ConsularServices/visainformation/Pages/Visainformation.aspx
http://embassies.gov.il/berlin/departments/offentlichkeitsarbeit/AufenthalteinIsrael/Pages/Arbeiten-und-Praktika.aspx
https://tel-aviv.diplo.de/il-de
Normalerweise erhält nur derjenige eine Arbeitserlaubnis, der schon eine Arbeit vorweisen kann und die kein Israeli besetzt. Die Erlaubnis gilt nur für den einen Arbeitgeber und bei einem Wechsel muss ein neue Arbeitserlaubnis beantragt werden.
Generell ist das alles nicht so einfach, denn Israel ist auf jüdische Neueinwanderer fokussiert und will keine Gastarbeiter ins Land holen. Und wenn ja, dann nur befristet und ohne viele Rechte. 

Hitze

B“H
Seit Tagen haben wir eine neue Hitzewelle und die bleibt auch vorerst. Man schmilzt dahin bei 33 Grad in Jerusalem. Am Toten Meer und in Eilat sind es bestimmt 40 Grad.
In der letzten Nacht kühlte es sich kein bisschen ab und es war windstill bei 30 Grad. Nach Feierabend hole ich mir im Sommer ziemlich oft eine halbe oder viertel Wassermelone. Das kühlt schön durch und ist besser als Eiscreme.
Heute Morgen fand ich in unserem Garten eines der kleinen Kätzchen tot auf dem Boden liegen. Offenbar von einem Auto angefahren, denn es zog sich eine Blutspur. Die anderen Katzen der Sippe sassen trauernd daneben.
Da soll nochmal einer sagen, Tiere trauern nicht. Vielleicht nicht so intensiv wie wir Menschen, doch Katzen und andere Tiere auch haben sehr wohl Gefühle.