Leben in Jerusalem

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Yom Hashoah: „Morgen Abend & Montag gedenkt Israel der Opfer des Holocaust“

B“H
Morgen (Sonntag) Abend beginnt in Israel der alljährliche nationale Holocaust – Gedenktag YOM HA’SHOAH. Das offizielle Gedenken beginnt morgen Abend um 20.00 Uhr mit einer Veranstaltung im Jerusalemer Holocaust Museum Yad Vashem. Wer sich dafür interessiert: Das Yad Vashem überträgt die Veranstaltung LIVE im Internet:
http://www.yadvashem.org/
Wenn ich 20.00 Uhr sage, so meine ich damit Israel. Kann sein, dass Ihr in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich oder in Luxemburg zeitlich eine Stunde zurückliegt und dementsprechend schon um 19.00 Uhr auf die Website klicken könnt.
Ab morgen Abend 18.00 Uhr haben in Israel ALLE Geschäfte, Kinos, Cafes, etc. geschlossen!!! Allein in palästinensischen Gebieten sind die Shops offen. Busse und Straßenbahn sind davon nicht betroffen und laufen wie gehabt weiter. 
Aufgrund des nationalen Gedenkens finden morgen ab 18.00 Uhr öffentlich keinerlei Vergnügungen mehr statt. Ab Montag früh sind die Shops, Restaurants und Cafes wieder ganz normal geöffnet. Um 10.00 Uhr ertönt am Montagmorgen ein landesweiter Sirenenton. 
Montag laufen weitere unterschiedliche Gedenkveranstaltungen im Yad Vashem und ich rate keinem, gerade dann dorthin zu fahren, um sich das Museum anzuschauen. Erstens wird es überlaufen sein und zweitens trudeln immer mal wieder Politiker ein und dann wird alles abgesperrt und das Publikum muss ewig warten.

Mordechai Kedar (Bar Ilan University) zur palästinensischen Gewalt

Als der Iran und Israel noch Freunde waren

B“H
Neulich erst verkündete Sigmar Gabriel, dass israelische Siedlungen einen neuen Krieg im Nahen Osten auslösen könnten. Wer sich mit den Fakten der Historie des Nahen Ostens auseinandersetzt weiß, dass diese Behauptung absoluter Schwachsinn ist. Siedlungen gab es schon immer und bis vor wenigen Jahren standen sie nicht auf der Agenda der Palästinenser. Zudem gab es schon immer Pogrome gegen Juden seitens der Araber. Schauen wir nur auf die arabischen Massaker von Juden im Jahre 1929 (Jerusalem, Zfat oder Hebron). Zehn Jahre zuvor gab es bereits Pogrome und in der 30iger Jahren noch einmal. Von Siedlungen war damals keine Rede, denn das Thema kam erst vor ein paar Jahren auf.
Wenn jemand hilfreiche Lektüre zum Thema „Israel und die arabischen Staaten“ sucht, kommt er am israelischen Journalisten Ronen Bergman kaum vorbei. In hebräischer Sprache gibt es tonnenweise Bücher zum Nahostkonflikt, der Politik, den Geheimdiensten, der Armee, den Kriegen oder dem Gefangenenaustausch. Leider wurden bislang nur wenige Bücher ins Englische übersetzt. Bei Ronen Bergman ist das anders, obwohl ich gerade eines seiner Werke aus dem Jahre 2007 in hebräischer Sprache lese und herausfand, dass es nicht in andere Sprachen übersetzt wurde.
In den ersten Kapiteln des Buches beschreibt Bergman die Freundschaft zwischen dem Iran und Israel zu Zeiten des Schah Reza Pahlevi. Der Schah kaufte massenhaft Waffen aus den US und aus Israel. Die hiesige Wirtschaft blühte und selbst die Fluglinie ELAL hatte in Teheran eine Niederlassung. Alles war Jubel, Trubel, Heiterkeit und es herrsche engste Zusammenarbeit. All das änderte sich im Januar 1979 als Ayatollah Khomeini mit der Air France aus seinem französischen Exil einflog und die Macht übernahm. Die Ölpipeline aus dem Iran direkt nach Israel hörte auf zu sprudeln und Tausende iranische Juden verliessen umgehend den Iran, denn sie erhielten Morddrohungen. Der israelische Geheimdienst sowie weitere kleinere Gruppierungen waren damit beschäftigt, iranische Juden zu überreden, nach Israel auszureisen. Allein dieses Unterfangen war gar nicht einmal so einfach, denn vielen Juden ging es im Iran super. Sie waren wohlhabende Geschäftsleute und man wollte nicht so einfach ins Ungewisse abhauen. Eher wurde der Ayatollah als kurzweilige Modeerscheinung gesehen und der Schah werde schon bald heimkehren und dem Ayatollah in die Kutte treten.
Selbst der damals wohlhabenste Jude im Iran weigerte sich, das Land zu verlassen, denn er habe ja immerhin einflussreiche muslimische Freunde. Kurz darauf wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Es herrschte ein heilloses Durcheinander im Iran und es gab keinerlei Ansprechpartner mehr. Ehe Khomeini die volle Macht an sich riss, blühte die Korruption. Selbst nach der Machtübernahme bestachen israelische Offiziere stationiert im Iran hohe Beamte Khomeinis, damit weiterhin Juden den Iran verlassen konnten. Bis heute geht dies nur über Drittländer wie Griechenland oder die Türkei, denn es existieren keinerlei Direktflüge zwischen Tel Aviv und Teheran.
Heute leben immer noch mehrere Tausend Juden im Iran, doch ausreisen wollen sie immer noch nicht. Man gibt sich bescheiden, unterwirft sich der Scharia (Frauen laufen verschleiert herum) und falle halt nicht auf. So werde man vom Regime in Ruhe gelassen. Iranische Juden leben mit der Angst, wollen aber dennoch bleiben. Sie wissen nicht, was sie in Israel erwartet und in die Sozialhilfe wollen sie nicht. Da doch lieber dort bleiben, wo man sein Auskommen hat. Selbst wenn es der Iran ist.
Die Situation von 1978 / 1979 der studentischen Massenproteste gegen den Schah erinnert an das Deutschland von heute. Schon damals stellte sich die iranische Linke auf die Seite Khomeinis, denn man hatte denselben Feind. Die Linken dachten, den Fanatiker Khomeini in den Griff zu bekommen, sobald der Schah erst einmal abgedankt hatte. Doch das schlug gewaltig fehl und am Ende brachte Khomeini die Linken um die Ecke. Rübe ab und keinen scherte das.
Dieselbe linke Ideologie meint in Deutschland, die Massen von Migranten in den Griff zu bekommen und zu integrieren. Am Ende wird die Linke erneut unterliegen und das geht schneller als man denkt.

Leserfrage: „Wie feiert man Ostern in Israel?“

B“H
Die Antwort auf diese Frage lautet: Gar nicht. In Israel wird kein Ostern gefeiert. Lediglich die hier ansässigen Christen sowie christliche Touristen feiern. Im Judentum existiert kein Ostern und Juden feiern in zwei Wochen ihr siebentägiges Pessach (Passover). Den Auszug aus Ägypten.
Wenn christliche Touristen zu Ostern nach Israel reisen, werden sie, außer vielleicht im christlichen Altsstadtviertel (in dem vorwiegend arabische Christen leben) keinerlei Ostern vorfinden. Vielleicht noch ein paar Feiern in Bethlehem oder bei einigen christlichen Arabern in Nazareth, aber das war es auch.
Zu Ostern sollten sich christliche Touristen darauf einstellen, in der Jerusalemer Altstadt sowie von den lokalen arabischen Altstadthostels gnadenlos abgezockt zu werden. Die Preise sind hoch und die Palästinenser im Altstadtmarkt (Schuk) legen erst so richtig mit den Preisen los. Die Touris sind da und da soll Big Business gemacht werden.
Ansonsten kriegen wir Jerusalemer von Ostern nichts mit, denn wir feiern Pessach. Der Frühling ist da mit seinen ständig schwankenden Temperaturen von 13 – 24 Grad Celsius. Pessach – Zeit ist auch Ausflugszeit und viele Israelis müssen zudem arbeiten.

Reiseblogger – Konferenz in Jerusalem

B“H
Wer sich noch anmelden will, muss dies schnell tun und umsonst ist es auch nicht. 🙂 In Jerusalem findet vom 20. – 22. März eine internationale Reiseblogger – Konferenz statt. Austragungsort ist das Binyane’i HaUma (International Convention Center gegenüber vom Zentralen Busbahnhof).
Die bekannte deutsche Reisebloggerszene wird offenbar nicht dabei sein, denn Conny Biesalski & Co. findet man eher auf Bali, in Thailand oder in Kalifornien beim Yoga oder es wird anderen Leute ein teures unnützes Blogcamp aufgeschwatzt. Dort geht es um Lifestyle, aber nicht um ernsthafte Themen oder gar richtiges Reisebloggen. Dann schon eher um vegane Küche oder, wie gesagt, Yoga.
Hauptsponsor der Konferenz ist das israelische Touristenministerium. Israel lebt vom Tourismus und seit dem letzten Gazakrieg vor zwei Jahren geht es mit dem Business abwärts. Gerne schieben die Verantwortlichen alles auf den arabischen Terror und die hohen Preise im Land werden lieber verschwiegen. Israel ist ein teures Land und Hotels sind nicht billig. Dazu der fehlende Service. Kein Wunder also, dass selbst Israelis lieber Urlaub in Bulgarien machen als im superteuren Eilat.
http://tbexcon.com/blog/announcing-tbex-international-2017-in-jerusalem-israel/#comment-3825
http://tbexcon.com/blog/category/blog/
Internationale Reiseblogger sollen nun positiv über Israel berichten und die Werbetrommel rühren.

Zum heutigen SCHUSCHAN PURIM in Jerusalem

B“H
In Jerusalem wird heute ganz groß SCHUSCHAN PURIM gefeiert und wer dazu mehr Hintergrundinformation sucht, der lese hier:
https://hamantaschen.wordpress.com/2017/03/13/purim-insights-2/
In anderen Teilen Israels sowie in der Diaspora ist Purim bereits gestern Abend zuende gegangen, doch in Jerusalem geht es heute erst richtig losgelegt. Soweit dies eben möglich ist, denn das Wetter ist miserabel. Dauerregen und es weht ein kalter Wind. Mit draußen feiern und so ist daher nicht viel. In der Innenstadt feiern säkulare Juden, die sich total besaufen. So richtige Feiern, einschließlcih dem Suff, gibt es dagegen nur in Ultra – orthodoxen Stadtteilen.
Wer sich als Tourist fragt, ob denn am heutigen Feiertag in Jerusalem die Busse fahren: Ja, tun sie. Alles verläuft ganz normal, doch Banken und Post haben garantiert nur bis mittags geöffnet. Einige Supermärkte schließen auch gegen Mittag. Die Leute wollen heim und ein traditionelles Purim – Mahl abhalten.
Touristen mag das ganze Spektakel heute wie der Kölner Karneval erscheinen, doch Purim hat einen ernsthaften Hintergrund, wie zu lesen ist, wenn man auf den obigen Link klickt. Ich habe heute einen Tag frei und plane gar keine riesige Feier. In einem Monat ist Pessach (Passover) und da will ich schon einmal ein wenig vorputzen. Gleich nach Purim beginnen jene Israelis, die Pessach halten, mit dem ewigen Pessach – Putz zum Feiertag. Jegliches Chametz (an Pessach verbotene Getreideprodukte) wird aus dem Haus geputzt. Kühlschränke bis auf die kleinste Schraube gewienert, dazu Küchenschränke und alles Sonstige im Haus. Das dauert und da beginnt man lieber rechtzeitig. 🙂
Sofort nach Purim stellen die Supermärkte ihr Feiertagssortiment von Hamantaschen auf Pessach um. Dann gibt es Mazzot zuhauf und vor allem Putzmittel. Letztere werden erst einmal der Renner, denn es wird gewienert und geschrubbt. Sogar die Klagemauer vor Pessach, denn all die kleinen Zettel werden rausgezogen und religiös entsorgt.
Einige Leser fragen immer wieder nach, ob Israel an Ostern sicher sei. Hier meine Gegenfrage: Ist Deutschland an Ostern sicher? Wohl kaum! Da fühle ich mich in Israel wesentlich besser aufgehoben als bei der deutschen Gurkenpolizei, die keinen Schimmer hat. 🙂

Street Food in Israel

B“H

Wer wissen will, was Israelis so essen:
Schnitzel, Pasta, Salate, sehr viel Olivenöl, Fleisch und Reis. Pizza, Sushi, Lasagne, Fisch, Hamburger, Würstchen oder Fleischklopse (Kzizot). Und Street Food ist äußerst beliebt. Besonders in der Mittagspause auf der Arbeit.