Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Wie feiert man Ostern in Israel?“

B“H
Die Antwort auf diese Frage lautet: Gar nicht. In Israel wird kein Ostern gefeiert. Lediglich die hier ansässigen Christen sowie christliche Touristen feiern. Im Judentum existiert kein Ostern und Juden feiern in zwei Wochen ihr siebentägiges Pessach (Passover). Den Auszug aus Ägypten.
Wenn christliche Touristen zu Ostern nach Israel reisen, werden sie, außer vielleicht im christlichen Altsstadtviertel (in dem vorwiegend arabische Christen leben) keinerlei Ostern vorfinden. Vielleicht noch ein paar Feiern in Bethlehem oder bei einigen christlichen Arabern in Nazareth, aber das war es auch.
Zu Ostern sollten sich christliche Touristen darauf einstellen, in der Jerusalemer Altstadt sowie von den lokalen arabischen Altstadthostels gnadenlos abgezockt zu werden. Die Preise sind hoch und die Palästinenser im Altstadtmarkt (Schuk) legen erst so richtig mit den Preisen los. Die Touris sind da und da soll Big Business gemacht werden.
Ansonsten kriegen wir Jerusalemer von Ostern nichts mit, denn wir feiern Pessach. Der Frühling ist da mit seinen ständig schwankenden Temperaturen von 13 – 24 Grad Celsius. Pessach – Zeit ist auch Ausflugszeit und viele Israelis müssen zudem arbeiten.

Reiseblogger – Konferenz in Jerusalem

B“H
Wer sich noch anmelden will, muss dies schnell tun und umsonst ist es auch nicht. 🙂 In Jerusalem findet vom 20. – 22. März eine internationale Reiseblogger – Konferenz statt. Austragungsort ist das Binyane’i HaUma (International Convention Center gegenüber vom Zentralen Busbahnhof).
Die bekannte deutsche Reisebloggerszene wird offenbar nicht dabei sein, denn Conny Biesalski & Co. findet man eher auf Bali, in Thailand oder in Kalifornien beim Yoga oder es wird anderen Leute ein teures unnützes Blogcamp aufgeschwatzt. Dort geht es um Lifestyle, aber nicht um ernsthafte Themen oder gar richtiges Reisebloggen. Dann schon eher um vegane Küche oder, wie gesagt, Yoga.
Hauptsponsor der Konferenz ist das israelische Touristenministerium. Israel lebt vom Tourismus und seit dem letzten Gazakrieg vor zwei Jahren geht es mit dem Business abwärts. Gerne schieben die Verantwortlichen alles auf den arabischen Terror und die hohen Preise im Land werden lieber verschwiegen. Israel ist ein teures Land und Hotels sind nicht billig. Dazu der fehlende Service. Kein Wunder also, dass selbst Israelis lieber Urlaub in Bulgarien machen als im superteuren Eilat.
http://tbexcon.com/blog/announcing-tbex-international-2017-in-jerusalem-israel/#comment-3825
http://tbexcon.com/blog/category/blog/
Internationale Reiseblogger sollen nun positiv über Israel berichten und die Werbetrommel rühren.

Zum heutigen SCHUSCHAN PURIM in Jerusalem

B“H
In Jerusalem wird heute ganz groß SCHUSCHAN PURIM gefeiert und wer dazu mehr Hintergrundinformation sucht, der lese hier:
https://hamantaschen.wordpress.com/2017/03/13/purim-insights-2/
In anderen Teilen Israels sowie in der Diaspora ist Purim bereits gestern Abend zuende gegangen, doch in Jerusalem geht es heute erst richtig losgelegt. Soweit dies eben möglich ist, denn das Wetter ist miserabel. Dauerregen und es weht ein kalter Wind. Mit draußen feiern und so ist daher nicht viel. In der Innenstadt feiern säkulare Juden, die sich total besaufen. So richtige Feiern, einschließlcih dem Suff, gibt es dagegen nur in Ultra – orthodoxen Stadtteilen.
Wer sich als Tourist fragt, ob denn am heutigen Feiertag in Jerusalem die Busse fahren: Ja, tun sie. Alles verläuft ganz normal, doch Banken und Post haben garantiert nur bis mittags geöffnet. Einige Supermärkte schließen auch gegen Mittag. Die Leute wollen heim und ein traditionelles Purim – Mahl abhalten.
Touristen mag das ganze Spektakel heute wie der Kölner Karneval erscheinen, doch Purim hat einen ernsthaften Hintergrund, wie zu lesen ist, wenn man auf den obigen Link klickt. Ich habe heute einen Tag frei und plane gar keine riesige Feier. In einem Monat ist Pessach (Passover) und da will ich schon einmal ein wenig vorputzen. Gleich nach Purim beginnen jene Israelis, die Pessach halten, mit dem ewigen Pessach – Putz zum Feiertag. Jegliches Chametz (an Pessach verbotene Getreideprodukte) wird aus dem Haus geputzt. Kühlschränke bis auf die kleinste Schraube gewienert, dazu Küchenschränke und alles Sonstige im Haus. Das dauert und da beginnt man lieber rechtzeitig. 🙂
Sofort nach Purim stellen die Supermärkte ihr Feiertagssortiment von Hamantaschen auf Pessach um. Dann gibt es Mazzot zuhauf und vor allem Putzmittel. Letztere werden erst einmal der Renner, denn es wird gewienert und geschrubbt. Sogar die Klagemauer vor Pessach, denn all die kleinen Zettel werden rausgezogen und religiös entsorgt.
Einige Leser fragen immer wieder nach, ob Israel an Ostern sicher sei. Hier meine Gegenfrage: Ist Deutschland an Ostern sicher? Wohl kaum! Da fühle ich mich in Israel wesentlich besser aufgehoben als bei der deutschen Gurkenpolizei, die keinen Schimmer hat. 🙂

Street Food in Israel

B“H

Wer wissen will, was Israelis so essen:
Schnitzel, Pasta, Salate, sehr viel Olivenöl, Fleisch und Reis. Pizza, Sushi, Lasagne, Fisch, Hamburger, Würstchen oder Fleischklopse (Kzizot). Und Street Food ist äußerst beliebt. Besonders in der Mittagspause auf der Arbeit. 

Der Frühling ist da! Vorläufig …

B“H
Mit jedem Tag dieser Woche steigen die Temperaturen ins Frühlingshafte. Am Freitag erwarten uns zum ersten Mal seit Monaten wieder 25 Grad Celsius. Das letzte Mal gabs das wohl im November, soweit ich mich erinnere. Aber … wir haben ja erst März und dieser Monat kann noch einmal recht kalt werden. Doch egal. Ich glaube kaum, dass die Temperaturen nochmals auf 6 Grad am Tag sinkt. 
In genau einer Woche feiert die jüdische Welt PURIM und am Montag kommender Woche wird in Jerusalem mächtig was los sein. Vorwiegend in den Ultra – orthodoxen Stadtbezirken. Ich werde eine Runde drehen und Photos bzw. Videos machen. Mein einziges Problem ist, dass ich am Schuschan Purim vermutlich bis Mittag arbeiten muss. Damit habe ich noch Glück, denn andere Firmen arbeiten durchweg bis abends. Nicht jeder hat an Purim frei. Vor allem nicht die Leute, die in der Gastronomie schuften. Dort bin ich zwar nicht tätig, doch auch im Büro wird gearbeitet. Als Ausgleich kriegen wir hoffentlich ein dickes Mischloach Manot (Purimgeschenk) wie im vergangenen Jahr. 🙂
Warum ich in letzter Zeit weniger auf den Blogs schreibe? Weil, wenn ich abends von der Arbeit komme, ich häufig keine Lust mehr habe, irgendwas zu machen. Dann geht es ganz proletarisch auf die Couch. Heute dagegen treffe ich mich mit einem pensionierten Bürgermeister aus Deutschland. Nicht das erste Mal, denn wir trafen uns bereits schon einmal vor anderthalb Jahren. Seit dem Zeitpunkt habe ich keinen einzigen Deutschen mehr getroffen. 🙂
Prinzipiell spielt sich in Israel genau dasselbe Arbeitsleben ab, wie überall auf der Welt. Man steht morgens auf, rennt zum Bus oder seinem PKW und macht sich auf zur Arbeit. Die Kinder gehen zur Schule und wer aus einer besser gestellten Family kommt, stopft sich zum Frühstück mit Cornflakes aller Art voll. Schlimmstenfalls läuft bei Kindern und Jugendlichen nebenher der Fernseher mit Junk Programmen.
Hierzulande arbeiten die Menschen sehr lange. Oft zehn Stunden pro Tag und das teilweise zu einem miesen Gehalt. Abends geht es heim, wobei so manch einer bereits im Bus einpennt. Dann kommt man nach Hause Essen machen, Kinder versorgen und und und. Nicht jeder liegt unentwegt am Strand oder geniesst so super sein Leben. Geld verdienen ist hart und alle Rechnungen zahlen ist noch härter.
Jetzt zu Purim wird wieder richtig konsumiert. Die Kiddies wollen Geschenke und am Feiertag soll auch richtig gegessen werden. Mit Wein und Fleisch, wenn möglich. Das ist teuer und leider ist Purim bei vielen Leuten zu einem reinen Konsumfest ausgeartet. Insbesondere in der säkularen Gesellschaft.
Genau einen Monat später beginnt der siebentägige hohe Pessach (Passover) Feiertag. Und dann geht es erst richtig los. Pessach – Putz, massig einkaufen und all der Stress drumherum. 

Dürfen Touristen Drohnen nach Israel bringen bzw. mit der Drohne filmen?

B“H
Jeder kann sich sicherlich vorstellen, dass das Drohnenfliegen und Filmen in Israel nicht immer legal zugeht. Nicht einmal auf Google Earth ist ganz Israel zu sehen, denn es geht um die Sicherheit des Landes. 
In diesem Forum wird die Frage diskutiert, ob und wie man in Israel eine Drohne zum Filmen einsetzen kann:

http://www.phantompilots.com/threads/flying-your-drone-in-israel.50305/

General restrictions (there may well be more that I don’t know about):
1.
No flying at heights exceeding 50m above ground, unless specifically authorised by the Aerial Trafficking Unit governing that airspace, unless the published regulations prohibit the designated area completely.
Where current daylight visibility is less than 3Km
At distances less than 250m from a residential area, a school, a cinema, or any crowd.
Less than 2km from an airport, air-traffic tower or any runways
Less than 500m from active drone training grounds unless granted permission by airport administrator, or otherwise published in the regulations.
(Taken from a post that can be found at http://www.quora.com/Where-can-I-legally-fly-a-drone-in-Tel-Aviv-Israel)
Ferner wird berichtet, dass zahlreichen Touristen die Drohne bei der Einreise abgenommen wurde.

Fragen und Missverständnisse zum Thema ISRAEL

B“H
Irgendwie kann man erklären und definieren, wie und was man will – die Welt außerhalb Israels macht dennoch immer wieder dieselben Fehler. Orthodoxe Juden gelten, nach wie vor, als diejenigen, die da mit schwarzem Hut und Kaftan herumlaufen. Nur das, so meinen Nichtjuden im Ausland, seien dann die komischen zurückgebliebenen Orthodoxen. Dass das Orthodoxe Judentum aus unzähligen verschiedenen Gruppierungen besteht und dass ein Jude selbst dann Orthodox sein kann, wenn er Jeans trägt, stößt auf taube Ohren. Vielleicht will man den Orthodoxen Juden im Ausland auch als rein fundamentalistisch und weltfremd sehen oder die Leute sind einfach zu dämlich etwas zu kapieren bzw. sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Auch gelten die Orthodoxen als faul und arbeitsscheu. Eine völlig falsche Darstellung und selbst die Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) sind nicht gerade selten in unserem Land als Investoren oder Besitzer riesiger Konzerne involviert. Man nehme nur das bekannte Beispiel der landesweit größten Optikerkette Halperin, deren Besitzer Haredim sind. 
Ein anderes Thema:
Wie kommunizieren Juden und Palästinenser in Israel? Ganz einfach: Auf Hebräisch. Palästinenser mit israelischem Personalausweis (den Ausweis hat JEDER Israeli) müssen, wie wir alle, zur Bank, zu Ämtern, zur Arbeit, etc. und da redet man nun einmal Hebräisch. 
Es gibt Palästinenser, die sprechen absolut perfektes Hebräisch und solche, die gerade mal so zurecht kommen. Bei Leuten aus der palästinensischen Autonomie hapert es häufig am Hebräischen, doch man kann irgendwie kommunizieren. Meistens ist der arabische Akzent herauszuhören, sobald Palästinenser Hebräisch reden. Dann gibt es wiederum solche, die gar reines Hebräisch ohne jeglichen Akzent reden.
In Israel gibt es eine extrem hohe Anzahl sephardischer Juden, die aus Marokko, Tunesien, Algerien, Kurdistan, dem Irak, dem Iran, aus Ägypten, dem Jemen, aus Syrien oder dem Libanon eingewandert sind. All diese Leute, zumindest die ältere Generation, spricht teilweise Arabisch und verständigt sich auf diese Weise mit den Palästinensern. Darunter zahlreiche israelische Geschäftsinhaber auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt. Dort redet man nicht selten mit den palästinensischen Arbeitern Arabisch. Auch das Essen der sephardischen Juden und den Palästinensern unterscheidet sich kaum. Übrigens liebe ich dieses Essen und koche auch daheim so.
Palästinenser kaufen ganz normal in israelischen Geschäften ein, wo sie, nicht gerade selten, auch arbeiten. Die Ultra – Orthodoxe Supermarktkette OSHER AD ist voller palästinensischer Kunden. Frauen mit Hijab und wer weiß was alles, sieht man dort. Genauso wie übrigens auch ein paar Nonnen. 🙂
Bei Egged arbeiten Unmengen an palästinensischen Busfahrern, es gibt palästinensische Richter an israelischen Gerichten genauso wie palästinensische Anwälte. Touristen können häufig noch nicht einmal unterscheiden wer nun wer ist. Jude oder Araber.