Leben in Jerusalem

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Was ist mit Diaspora – Juden in Israel an Chol HaMo’ed (Pessach & Sukkot)?

Rationales zum Auswandern, Arbeiten und Leben in Israel

Ich bin nicht der Typ, der Euch irgendwelches gemütliches Trallala über Israel erzählt, sondern etwas aus dem gelebten Alltag.

Aktuelle Israel – Bevölkerungsstatistiken

B“H
Jedes Jahr, kurz vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashana, werden aktuelle israelische Statistiken bekanntgegeben.
Wie viele Juden, arabische Christen und Moslems leben in Israel? Wie viele Juden leben in der Diaspora etc.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/269475

Falsche Vorstellungen von Israel – Touristen

Manche Aussagen mögen abstrus klingen, aber es gibt bekanntlich nichts,was es nicht gibt! 🙂

 

Leserfrage: „Wie geht Israel mit arabischen Gefährdern um?“

B“H
Auf die Frage gibt es keine detaillierte Antwort, denn der innere Geheimdienst Schin Beth (Schabak) hält sich diesbezüglich mehr als bedeckt, da Menschenleben sowie die innere Sicherheit gewaltig auf dem Spiel stehen.
Sagen wir mal vorsichtig so: Es existieren in Israel Geheimdiensteinrichtungen, die keiner kennt. Niemand kennt die Verfahrensweisen und wie ein potenzieller Gefährder ausgemacht und beobachtet wird. Der Schabak wirbt, u.a., Araber an, um andere Araber auszuspionieren und das allein ist ein hochbrisantes Thema und wird an keine große Glocke gehängt. Man muss aber durchaus sagen, dass der Geheimdienst funktioniert und bereits zahlreiche Anschläge verhindern konnte. Allein aufgrund von zugespielten Informationen. Woher diese auch immer stammen, erfährt niemand.
Es gibt arabische Informanten genauso wie der Schabak Informanten in der nationalreligiösen Szene (u.a. der Hilltop Youth) hat.
Generell kann man sagen, dass Israel mit arabischen Gefährdern anders umgeht als Frau Merkel in Deutschland. Hierzulande wird diesbezüglich nichts dem Zufall überlassen und sofort durchgegriffen. Es steht die Sicherheit des Landes auf dem Spiel und diese Sicherheit spielt in Israel eine extrem wichtige Rolle. In Deutschland konzentriert man sich da lieber auf Greta, CO2 und irgendwelche Nachhaltigkeit. Israel hingegen kämpft ums Überleben und weder Gretchen noch CO2 spielen eine Rolle. Die Hizbollah steht im Libanon vor der Tür und die Hamas schickt Raketen aus Gaza. Da labert hier niemand von Nachhaltigkeit. 🙂

 

Wie meldet man sich in Israel am Telefon?

B“H
Wie meldet man sich eigentlich in Israel am Telefon? Egal, ob Festnetz oder Smartphone.
Israelis sagen, wenn sie angerufen werden, HALLO. Es ist mehr als unüblich sich, wie in Deutschland, mit dem Nachnamen zu melden. Stattdessen heißt es lediglich HALLO. Wer will, kann ja nochmals nachfragen, mit wem er genau redet. Meistens jedoch beginnt der Anrufer sofort loszulabern. Ist jemand falsch verbunden, so kommt das innerhalb von Sekunden heraus. Alles kein Problem.
Wer sich dagegen mit dem Namen meldet, sind Firmen, Callcenter oder Ministerien. Offizielle Einrichtungen und sowas in der Art. Privatpersonen melden sich, wie gesagt, einfach nur mit HALLO.

Leserfrage: „Wie leben die Leute in Israel?“

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Tel Aviv – Photo: Miriam Woelke

B“H
Ich kann mir nicht erklären, was genau man sich im Ausland unter dem Alltag in Israel vorstellt. Israelis gehen ganz normal morgens zur Arbeit, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das ist nicht anders als, u.a., in Deutschland. Aufstehen, im Stau stehen oder sich über verspätete Bahnen und Busse aufregen. Oder, wenn in Jerusalem die Straßenbahn mal wieder einen technischen Defekt hat. Sich über Boss oder Arbeitskollegen aufregen, ablästern und auch Mobbing ist ein Thema.
Kinder und Jugendliche gehen in die Schule und ab 18 Jahren zur Armee. Darauf ist man stolz und bereitet sich eifrig vor, denn es sollte schon eine Eliteeinheit sein, was dann auch später berufliches Fortkommen garantiert. Oder zumindest fast garantiert, wenn man denn nicht unangenehm auffällt.
Der Alltag in Israel ist nicht viel anders als der in Deutschland, aber die hiesige Mentalität, die Prioritäten sowie die Denkweise ist eine komplett andere. Palästinenser, die in Israel leben und gleichzeitig auch Staatsbürger sind, verstehen das israelische Mindset besser als jeder Ausländer. Allein schon, weil man von klein auf mit Israelis arbeitet.
Gegenüber Israel scheint Deutschland geradezu rassistisch zu sein, denn gerade in Deutschland wird darauf gepocht, sich dem Land und den Gepflogenheiten anzupassen. In Israel hingegen regt sich niemand auf, wenn eine Muslima in Hijab zur Arbeit erscheint. Wenn sie so in der Bank arbeitet, in einem Supermarkt oder, wie ich neulich selber erfuhr, als Krankenschwester im Krankenhaus. Meinen letzten IV bei der Chemotherapie verpasste mir eine junge Palästinenserin mit Hijab und im Hintergrund dudelte dezent arabische Musik. Jeder kann seinen Glauben ausleben wie er will und niemand will die Palästinenser anpassen. Nur friedlich sollte man halt miteinander umgehen.
Bereits in den 90iger Jahren habe ich in Tel Aviv Touristen, darunter auch junge Deutsche, erlebt, die das Leben in Israel idealisierten und einfach bleiben wollten. Gesehen wurden sie irgendwann nicht mehr, denn man bleibt eben nicht so einfach mal hier. Die Gesetzeslage ist knallhart und spätestens seit Ende der 90iger Jahre, wo Spots gegen illegale Ausländer im Radio auf – und abliefen, verliess man lieber das Land. Eine illegale Finnin meinte zu mir, dass sie in Finnland ein normales Leben leben kann und nicht, wie in Israel, eingeschränkt ist. Seitdem war sie auch nie wieder hier, soweit mir bekannt.
Es gibt Ausländer, die kriegen das Leben in Israel über und packen irgendwann ihre Klamotten, weil sie in ihrem Heimatland zwar neu starten müssen, doch immerhin die Sprache sprechen und halt ein Staatsbürger sind und nicht dauernd der Dumme.
Auch die Palästinenser haben ihren ganz normalen Alltag und zumeist wird für israelische Unternehmen / Institutionen gearbeitet. Jeder im Land hat seinen Alltag und vorrangig muss das Geld für den Lebensunterhalt zusammenkommen. Israel ist, in jeder Hinsicht, ein teures Land, wo selbst Schulen Geld kosten. Nichts ist umsonst und Sozialleistungen halten sich extrem in Grenzen. Manchmal frage ich mich, wie die Leute davon überhaupt leben können.
Israel unterscheidet sich von Deutschland in der Hinsicht, dass Israelis mehr Eigeninitiative ergreifen müssen, denn der Staat ist viel weniger sozial. Man muss kämpfen und sich einsetzen und nicht einfach nur sitzen und warten, dass jemand kommt und hilft. Es wird niemand kommen und Israelis einschließlich Palästinenser sind auf das Leben hier gedrillt. Man weiß, was Sache ist und einem Neuankömmling ohne Ahnung und ausreichende Sprachkenntnisse fallen die herrschende Mentalität und Denkweisen schwer. Auch aus Deutschland stammende junge Juden, die in Israel an Programmen teilnehmen, hauen nicht selten schnell wieder ab.

Die Wertevorstellungen liegen in Israel etwas anders und es ist ein Land der Widersprüche. Nichts erscheint logisch, wenn ein Deutscher kommt und für alles eine logische Erklärung sucht, die er niemals finden wird. Allein das Innenministerium ist den Visum – Verlängerern ein Alptraum, dabei gibt es viel schlimmere Behörden, mit denen der Tourist aber keinen Kontakt hat.

Okay, als Tourist klingt alles super. Tel Aviv ist ja so tolerant und wer Feierabend hat, der geht sicher an den Strand. Alles super und easy und zur Not kann man ja kellnern. Vom Kellnern allein aber kann kaum jemand leben und die Arbeitsrechte sind tief unten im Keller.
Zwar ist Jerusalem in diesem Sommer voller Touristen, doch die bleiben nur ein paar Nächte und hauen dann nach Tel Aviv ab, wo Strand und Bars winken. Wenigstens fangen sie in der Straßenbahn nicht an, von CO2 oder dem Genderwahn zu labern. Sowas interessiert niemanden, denn unser Land hat andere Probleme. Unter anderem geht es ums Überleben.