Leben in Jerusalem

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Leserfragen: Preise in Israel, Alltag & Internet in Jerusalem

B“H
Momentan sucht die Mehrheit der Leserschaft auf diesem Blog nach Infos über Preise in Israel, den gelebten Alltag im Land oder ob es in Jerusalem Internet gibt.
Ja, es gibt kostenloses Internet in Jerusalem und das meistens in der Innenstadt um die Jaffa Road / Zion Square herum. In vielen Malls wie Canyion Hadar im Stadtteil Talpiyot oder dem Yes Planet Kino Complex kann sich jeder Besucher kostenlos ins WIFI einloggen. Gewöhnlich ist das Internet in Israel extrem schnell und effizient.
In Tel Aviv existiert ebenso kostenloses WIFI und das fast in der gesamten Innenstadt. Oder geht einfach ins Dizengoff Center, wo Ihr mit dem Computer sitzen könnt, solange Ihr wollt. Man muss also nicht immer in ein Cafe und teuren Kaffee bestellen. 
Weniger kostenloses WIFI werdet Ihr im Norden des Landes vorfinden. In Tiberias, zum Beispiel, sollte man schon zu Cafe Aroma gehen. Der Kaffee ist gut und günstig und Ihr könnt dort stundenlang samt WIFI hocken. Draußen sitzen ist eben weniger angesagt, denn das Winterwetter schlägt morgen zu. Und dann wird es kühl, windig und vor allem nass.
Die Preise in Israel, und das habe ich schon Tausendmal berichtet, sind gepfeffert. Nichts mit billigem Urlaub a la Thailand und so. Selbst Obst und Gemüse ist teuer geworden, denn aufgrund des fehlenden Novemberregens sind die Bauern schon am jammern, dass die Ernte mies wird. Selbst Gurken und Tomaten sind seit Monaten extrem teuer.
Wurst, Fleisch, Käse – egal, welche Lebensmittel – in Israel ist das Leben nun einmal sehr teuer. Von den Mieten will ich erst gar nicht anfangen. Der Fall des Euros in Israel begann vor drei Jahren. Seitdem geht es nur noch abwärts und für einen Euro bekommt Ihr beim Umtausch ca. 4,15 Schekel. Zurzeit nur 4 Schekel und manchmal bis zu 4,25. Vor drei Jahren gab es für einen Euro noch 5, 10 Schekel. Wer also eine Israelreise plant, sollte genügend Geld dabei haben, denn um am Strand zu pennen, ist es jetzt im Winter zu kalt.
Der Alltag in Israel: Die Mehrheit ist damit beschäftigt zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Die hohen Mieten, Hypotheken und alle Arten von Rechnungen müssen erst einmal bezahlt werden. Die Freizeit ist oft knapp bemessen, denn die Leute arbeiten teilweise bis 18.00 – 19.00 Uhr. Dann kommt man heim, ißt was und das wars dann auch fast. Duschen, Bett und morgens wieder raus.
Klar, spielt der Terror eine Rolle, doch, wie gesagt, die Leute sorgen sich vorwiegend um ihr Einkommen und das alle Rechnungen bezahlt werden. Wer Kinder hat, ist noch schlimmer dran, denn Kinder kosten noch mehr Geld.
Gestern Abend war ich mit Freunden in der Jerusalemer Innenstadt zugange und eigentlich wollten wir etwas unternehmen. Zuerst waren wir in der Billigkette COFIX, wo wir Sachlab schlürften. Dann suchten und suchten wir die Action in der Innenstadt, wo jedoch tote Hose war. Ganz wenig Touristen und Israelis kommen von der Arbeit und gehen heim. Wer hat schon das Geld dafür, ständig auswärts zu essen? Ich kaufe alles beim Discounter und bereite Kaffee und alle Mahlzeiten daheim zu.
Am Zion Square war gar nichts los genauso wenig wie in der Jaffa Road. Am Ende landeten wir bei Mac Donald’s in der Ben Yehudah Fußgängerzone. Was man dort findet ist überwiegend Touristenramsch sowie ein paar kleinere Restaurants.
Der Mac in der Ben Yehudah ist klein und hinter dem Verkauftresen stand eine Araberin mit Hijab. Nebendran ein männliche Araber, der seine Kolleging drangsalierte. Viel war dort auch nicht los, denn der Mac Donald’s verdient in Jerusalem nichts. Fast Food ist sauteuer und auf dem Teller liegt kaum was Essbares.
Der Mac in der Ben Yehudah ist koscher (Mehadrin) und wir beschränkten uns auf eine kleine Pommes. Danach ging es wieder heim. Wer Action sucht, der gehe in die Shlom Zion HaMalka Street (nahe der Mamilla Mall und Jaffa Road). Dort finden sich jede Menge Pubs und Discos. Das, was seit Monaten total angesagt ist: Live Music und Bars inmitten des Machane Yehudah Marktes. Dort treffen sich allabendlich Tausende, dagegen ist in der ehemals populären Emek Refaim Street in der German Colony nichts mehr los. Entweder gehen die Leute abends zum Alten Bahnhof oder in den Machane Yehudah Markt.

Wohin in Jerusalem?

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Photo: Miriam Woelke
Neues Cafe im Machane Yehudah Markt
B“H
Vor Zwanzig Jahren ging man des Abends zum Russian Compound, denn dort befanden sich sämtliche Bars und kleine Restaurants. Irgendwann wurden dort all die schönen alten Gebäude abgerissen und die Bars hatten längst aufgegeben. Neue Bars und Restaurants waren in der Heleni HaMalka Street am Innenministerium entstanden. Nicht weit vom Russian Compound sowie der Jaffa Road entfernt. Bis heute hält sich die Heleni HaMalka und wer in einem der heruntergekommenen Altstadt – Hostels eincheckt, der geht abends meistens zur Mamilla Mall oder in die Heleni HaMalka Street, wo sich Bars, Cafes und Restaurants aneinanderreihen.
Darüber hinaus gelten der Alte Bahnhof sowie die nahegelegene Emek Refa’im Street als abendliche Ausgehziele. Ich kenne die Emek Refa’im noch aus ihren glohrreichen Zeiten, in denen man kaum mehr einen Sitzplatz in einem der Cafes fand. Heute ist das anders, denn in der einst so beliebten Straße ist es ruhig geworden. Erstens, weil der Alte Busbahnhof viel Kundschaft anzog und zweitens, weil die Preise geradezu unverschämt wurden.
Wo also geht man heute abends hin und wo steigt die Action?
Kaum zu glauben, doch der Machane Yehudah Markt hat sich zu einer riesigen Bar mit Live – Konzerten gemausert. Abends nach Geschäftsschluss werden Obst und Gemüse weggeräumt und stattdessen Barhocker hineingerollt. Von Sonntag bis Donnerstag finden allabendlich mehrere Live – Konzerte statt und das Publikum quetscht sich durch die schmalen Markthallengänge. Nebendran an der Agrippas gibt es billige Pizza und die 5 – Schekel – Billigkette COFIX ist auch nicht weit entfernt.
Wer in Jerusalem weilt, der sollte abends unbedingt zum Machane Yehudah Markt fahren und sich die Action anschauen.

Wo man in Jerusalem nicht essen sollte

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B“H
Zwei Jerusalemer Lokalitäten, die man meiden sollte. Eine davon ging gerade Pleite und existiert nicht mehr.
Am vergangenen Mittwoch war ich in der Natural Choice Bakery am Machane Yehudah Markt und kaufte mir ein kleines Schoko – Bagel. Ich kenne die Bäckerei sehr gut aus eigener Erfahrung und bis vor ein paar Jahren wurde, mehr oder weniger, auf Sauberkeit geachtet. Seit mindestens vier Jahren aber geht es dort den Bach hinunter und als ich einmal mit dem Manager sprach, sagte mir dieser, man wolle verkaufen und nicht in Sauberkeit investiere.
Ein paar Mal im Jahr kommt das Gesundheitsamt zur Kontrolle. Mit Ankündigung, denn sonst würde die Natural Choice unverzüglich geschlossen werden. Sogar das Damenklo im Markt ist sauberer als das der Natural Choice.
Vor drei Wochen aß ich kurz etwas in der Bäckerei, wobei die Sitzgelegenheiten total verdreckt waren und man aufpassen musste, sich nur nirgends anzulehnen. Am Mittwoch verhielt es sich genauso, wobei ich nicht sagen kann, ob zwischenzeitlich überhaupt geputzt worden war. Das Personal schert sich einen Dreck um den Dreck, denn der Besitzer ist dafür bekannt, schlecht zu zahlen. Zudem laufen der Natural Choice immer mehr Kunden weg, denn die Bäckerei Teller nicht weit entfernt bietet eine super Backqualität und ist sauber. Außerdem verkauft Teller all seine Waren (außer Kuchen) allabendlich um 18.00 Uhr 50 % reduziert. Die Leute stehen Schlange und grapschen alles, was da ist. Bei der Natural Choice hingegen werden alte Kekse und Kuchen ewig verkauft. Brote und Bagel werden extra verpackt und nach einem Tag reduziert angeboten.
Nach dem Schoko – Bagel am Mittwoch ging es mir total mies und daheim hätte ich fast gekotzt. Aber so richtig. Am darauffolgenden Tag schaffte ich es zwar zur Arbeit, aber bis zum Freitag ging es mir noch so richtig mies. Irgendein Bakterienbefall oder was weiß ich.
Kaufen werde ich in der Natural Choice nichts mehr. Noch dazu wo ich weiß, dass die Bagels mehr oder weniger knapp über dem Fußboden auf einem Blech lagen. Viele Leute kaufen dort immer noch ein, denn dienstags gibt es glutenfreie Brote und ansonsten Dinkelbrote sowie Dinkelkekse. Ob sich das allerdings bei dem Dreck im Laden lohnt? Dreckige Fenster, dreckige Auslagen, Schimmel an der Wand neben den frischen Broten … Okay, das muss jeder für sich entscheiden.
Gegenüber der Natural Choice, in der Agrippas Street / Ecke Machane Yehudah Markt gab es bis vor kurzem das bekannte Restaurant Topolino. Ein älteres Paar (nicht Ehepaar) hatte es vor circa acht Jahren eröffnet. Italienische Speisen mit hausgemachten Nudeln aller Art. Mal etwas Anderes in der Gegend. Eine Neuheit, aber eine verhältnismäßig teure obendrein. Egal, das Topolino hatte von Anfang an Erfolg und war stets ausgebucht. Die Besitzerin fiel dadurch auf, dass sie durch den Markt zum Einkaufen gurkte und von jedem Händler, auch von der Natural Choice, den roten Teppich ausgelegt haben wollte. Zudem vergraulte sie junge Leute aus dem Topolino, denn sie wollte Kundschaft mit Geld und niemanden, der eine billige Pizza bestellte und dann den ganzen Abend nur herumhockte. Ebenfalls zuwider waren ihr religiöse Juden und ich selbst wurde einmal Zeuge, wie sie ein haredisches (Ultra – orthodoxes) Ehepaar gleich an der Eingangstüre abwimmelte. Sie sollen doch woanders essen und nicht im Topolino. Auch wurden Ehepaare mit Kindern nicht gern gesehen. Wer dagegen erwünscht war: Ältere Leute mit dickem Geldbeutel.
Ich war nur ein einziges Mal im Topolino und das auch nur, weil mich jemand zum Geburtstag eingeladen hatte. Die Besitzerin bediente uns unfreundlich und kam sofort mit dem Spruch daher „Mindestbestellung 50 Schekel“ und „Wir sollen uns beeilen, da der Tisch reserviert sei“. Das Essen selbst war nicht schlecht, doch die Preise extrem hoch und die Portionen sehr klein.
Als die beiden Besitzer vor wenigen Jahren verkündeten, sie wollen keine Rabbiner mehr vom Oberrabbinat und von nun an ohne Hechscher (Koscherzertifikat) auskommen, ging es mit dem Topolino bergab. Selbst mit Hechscher hatte man an einem Pessach in der Küche gearbeitet und vermutlich Nudeln angefertigt. Und genau das ist an Pessach verboten und somit war das Essen nicht koscher. Selbst dann nicht, wenn es erst nach Pessach serviert wurde.
Die Besitzer meinten, ihr Laden sei koscher und sie wissen, was sie tun. Im Internet las ich, dass offenbar milchige und fleischige Speisen zusammenserviert worden waren. Soviel zum selbsternannten koscheren Restaurant.
Jetzt schloß das Topolino ganz, denn die Kundschaft blieb aus. Offiziell heißt es, die Leute kamen nicht mehr wegen der angespannten Sicherheitslage in Jerusalem. Das aber glaube ich nicht, denn alle anderen Restaurants im Markt funktionieren und sind stets voll. Das Topolino machte den Fehler, keine koschere Küche mehr anzubieten. Dazu wurde die neue Konkurrenz wie Basta Pasta gleich nebenan im Markt total unterschätzt. Auch bei Basta Pasta macht man die Nudeln selbst, doch die Preise liegen niedrig und die Kundschaft ist jung und wird nicht dumm angemacht. Jeder ist willkommen und es gibt ein Hechscher.
Neben der Basta Pasta finden wir Fish & Chips und unzählige neue Restaurants und Bars. Nicht weit vom Topolino eröffnete jetzt die 5 – Schekel – Kaffeehauskette Cofix. Die Konkurrenz ist also riesig und das Topolino konnte sich mit den gepfefferten Preise und der unfreundlichen Besitzerin nicht mehr halten. Wer will auch schon ins Restaurant gehen und doof angemacht werden?
Das Topolino – Paar will nun ein neues Topolino in Tel Aviv eröffnen. Hoffentlich landen sie nicht auf einem riesigen Schuldenberg, denn Tel Aviv ist voller guter Restaurants und dort wartet man nicht auf ein Topolino, wo die Kundschaft dumm angemacht wird.

Bild des Tages

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Photo: Miriam Woelke

 

Israelische Soldaten am Machane Yehudah Markt / Jerusalem. Alles wird bewacht, denn jederzeit könnte ein palästinensischer Terrorist Jagd auf Juden machen.

Video zum gestrigen palästinensischen Terroranschlag am Machane Yehudah Markt

B“H

Die beiden Attentäterinnen waren erst 14 und 16 Jahre alt und gingen mit Scheren auf Passanten los. Tatort: Jaffa Road am Jerusalemer Machane Yehudah Markt.

In ihrem Wahn bemerkten die Attentäterinnen nicht, dass sie versehentlich auf einen 70-jährigen Palästinenser aus Bethlehem einstachen.

 

 

Jerusalem: Obst und Gemüse bleiben unverschämt teuer

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Ich kann mich noch an Mitte / Ende der 90iger Jahre erinnern als auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt (siehe Photo oben) ein Kilo Weintrauben 1-1,50 Schekel kostete. Das Kilo Tomaten oder Gurken gab es zum gleichen Preis und alles andere Obst und Gemüse kostete „Gruschim“, wie wir hier sagen. Ein paar Groschen halt.
Klar, bleiben die Preise nicht gleich und alles ändert sich im Laufe der Zeit. Seit Monaten aber kann man sich kaum mehr ein Kilo Tomaten leisten. Mehr als 10 Schekel das Kilo und gibt es mal Sonderangebote, dann ist die Ware halb verdorben und matschig. Bananen sind auch sauteuer und das, obwohl alles Obst und Gemüse in Israel wächst oder vieles aus Gaza importiert wird.
Die Bauern argumentieren, dass entweder der Sommer zu heiß oder der Winter zu kalt ist. Das Wetter sei schuld an den Preise oder fehlendes Erntepersonal. Ist das Wetter jedoch perfekt, gehen die Preise nicht runter, sondern bleiben auf dem Höchststand. Auf dem Machane Yehudah Markt ist es kaum mehr möglich, erschwingliches Obst und Gemüse einzukaufen. Deswegen weichen die Jerusalemer seit Monaten auf die Discounter Rami Levi und Osher Ad aus. Dort sind die Preise noch bezahlbar. Allerdings muss man aufpassen, nichts Verrottetes zu erwischen, denn es kommt vor, dass die Qualität miserabel ist.
Und so gibt es eben weniger Gemüse und Obst. Immerhin bleibt der Kartoffelpreis einigermaßen stabil.

Moadim le’Simcha-Happy Sukkot Zwischenfeiertage

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Photo: Miriam Woelke
Wenige Stunden vor Beginn des jüdischen Laubhüttenfestes Sukkot: Kein Durchkommen mehr auf dem total überfüllten Machane Yehudah Markt in Jerusalem. Die Preise stiegen wegen der Feiertage deftig an.

 

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Photo: Miriam Woelke
Man sieht sie während des neun Tage andauernden Sukkot fast an jeder Ecke in Jerusalem: Die Sukkah (Laubhütte). In ihr wird gegessen, getrunken, gefeiert und auch geschlafen. Die Sukkah erinnert die Juden an ihren Auszug aus Ägypten und wie man 40 Jahre lang in der Wüste Sinai lebte. Darüber hinaus geniesst die Sukkah die besondere Anwesenheit G-ttes (Schechinah).

 

Dieser Tage kann man gerade in Jerusalem extrem viel unternehmen, denn es finden überall spezielle Sukkot-Veranstaltungen statt. Angefangen vom morgigen Nachbarschaftsevent des Stadtteiles Baka. In der Derech Beit Lechem Street wird morgen Sukkot gefeiert.
Im jüdischen Altstadtviertel finden die meisten Events statt, aber der Besucher sollte vorher irgendwo in der Neustadt essen und sich nicht die Preise in der Altstadt antun. Zahlreiche Angebote sind umsonst. So die in hebräischer Sprache stattfindenden Touren durch die muslimische Altstadt mit den Studenten der Yeshiva Ateret Cohanim. Treffpunkt: Alle 15 Minuten vor dem Tunnel, der von der Klagemauer in das muslimische Viertel führt. Die Tour führt zu von Juden bewohnten Häusern im muslimischen Altstadtteil. Darüber hinaus erfährt der Teilnehmer, dass Teile des heutigen muslimischen Viertels bis 1948 ursprünglich jüdisch waren. Wie die Gegend gleich hinter dem Tunnel, der von der Klagemauer direkt ins muslimische Viertel führt.
Mehr dazu hier:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2014/11/03/bilder-aus-dem-muslimischen-altstadtviertel-in-jerusalem-teil-4/