Leben in Jerusalem

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Der Machane Yehudah Markt ist offen!!!

B“H

Heute war ich auf dem Machane Yehudah Markt und obwohl gestern vor dem dritten Lockdown angekündigt worden war, dass alles geschlossen sein werde, fand ich den Markt heute offen. Gemüse, Obst, Backwaren, Fleisch und andere Lebensmittel können eingekauft werden. Cafe und Snackbars hingegen sind geschlossen.

Auf dem Machane Yehudah Markt in Jerusalem

Heute ist Sonntag und viele Verkaufsstände sind sonntags geschlossen. Einfach so, weil man offenbar ein verlängertes Wochenende nach dem stressigen Freitag will. Übrigens haben auch einige Bankfilialen sonntags zu.

Hier in diesem Video habe ich in einem Teil des Marktes vorwiegend auf Fressalien gefilmt. Generell aber werden meine zukünftigen Videos das reale Leben zeigen und seltener Touristenattraktionen. Wenn Corona irgendwann zuende geht, will ich genau so andere Orte filmen. Darunter auch jüdische Siedlungen.

Die Gegend um den Machane Yehudah Markt / Jerusalem

Heute zeige ich Euch einmal die richtige Jerusalemer Atmosphäre. Orte, an denen Jerusalem noch am jerusalemsten ist. Leider ist viel dieser Atmosphäre durch den Bau von immer mehr Luxusapartments verlorengegangen. Insgeheim vermisse ich die Zeit der 90er Jahre, in denen vieles anders war.

Jerusalem: „Coronavirus, Preise und neuer Mietvertrag“

B“H
In dieser Woche will ich noch ein paar Podcasts auf Youtube einstellen und mehrere Leserfragen beantworten, die vielleicht auch Leute, die nur bei Youtube unterwegs sind, interessieren.
Die hohen jüdischen Feiertage sind erst einmal vorbei und der nächste richtige Feiertag folgt er im Spätsommer bzw. Herbst. Eine aktuelle Nachricht: Nachdem sich der Coronavirus in Jerusalem weiter ausbreitet, insbesondere unter Schülern, ist wieder Vorsicht geboten. Mehrheitlich laufen die Jerusalemer, nach wie vor, mit Masken herum.
Eigentlich war geplant, Ausländer im Juni wieder nach Israel fliegen zu lassen, aber da der Virus immer noch unterwegs ist, wurde alles auf Juli verschoben. Gestern kam ich am Jerusalemer Avraham Hostel vorbei und sah, dass es vorerst noch geschlossen ist. Genau so wie die Hotels der Stadt. Corona beherrscht also, nach wie vor, die Schlagzeilen und niemand weiß, wann alles wieder völlig normal wird.
Auch war ich gestern im Jerusalemer Shaare Zedek Medical Center, wo ich um 15.00 Uhr einen CT Scan Termin hatte. Am Haupteingang herrscht weiterhin besondere Vorsicht und es wird gefragt, wohin genau man im Krankenhaus wolle. Klar, kann sich jemand was ausdenken und trotzdem reinkommen, aber immerhin wird gefragt.
Wer mehr über den gestrigen CT Scan erfahren will und überhaupt, der lese hier:
https://www.facebook.com/Das-Leben-mit-Sarkoma-101735144655154/
Mein nächster Krankenhaustermin ist am Donnerstag in der Onkologie zwecks weiterer Chemotherapie und das CT Ergebnis kann bis zu einer Woche dauern. Normalerweise erhalte ich immer einen SMS, wenn das Ergebnis beim Onkologen liegt.
Der Machane Yehudah Markt ist offen, aber teuer geworden. Teurer als vorher. Ein halbes Kilo Kirschen gibt es aktuell für 14 Schekel (circa 3,50 Euro) und das war mir zuviel, denn oft kann man die Hälfte der Kirschen wegwerfen, da einem der Verkäufer teilweise verfaulte Ware andreht. Genau so wie bei Erdbeeren. Die Guten liegen vorne obendrauf und er nimmt mit der Schaufel die miese Ware von unten.
Das Kilo Pfirsiche variiert und ich kaufte gestern ein Kilo für 5,50 Schekel (circa 1,50 Euro). Andere Stände verlangen das Doppelte. Wenn Ihr dort einkaufen geht: Die offene breite Hauptstraße ist billiger als die Stände in den Gängen unter dem Dach.
Und in diesem neuen Monat ist es einmal wieder soweit: Ich muss meinen Mietvertrag auf ein weiteres Jahr verlängern. Meine Vermieterin brachte mir schon den neuen Vertrag zur Unterschrift. Die Miete wurde nicht erhöht, aber was in Israel so üblich ist: Ein Mietvertrag wird nach 1 – 3 Jahren immer wieder neu verlängert und der Mieter gibt dem Vermieter zwölf ausgefüllte und unterschriebene Schecks. Vieles läuft hierzulande noch per Scheck und so auch die Miete.
Wenn ich der Vermieterin den Vertrag unterschrieben zurückbringe, dann zusammen mit zwölf Schecks jeweils datiert auf den Ersten des Monats. So kann sie immer am Ersten den Scheck einlösen. Auf diese Weise zahlen die meisten Israelis ihre Miete. Wer keine Schecks von der Bank bekommt, gilt als verdächtig und die Vermieter lehnen ihn ab. Manche Vermieter jedoch verlangen keine Schecks und der Mieter zahlt auf andere Art und Weise. Generell sind Schecks aber das A und O, denn so sieht der Vermieter, ob die Bank den Mieter als solvent betrachtet und ihm Schecks ausstellt. Wobei ein Scheck auch platzen kann. 🙂
Mein neuer Mietvertrag läuft wieder auf ein Jahr und auch das ist mehr als üblich.

Krankenkasse, Masken & Machane Yehudah Markt

B“H
Was ich auf Youtube in Bezug auf Deutschland so sehe ist, dass nicht gerade viele Leute eine Maske tragen. Anders hingegen in Jerusalem, wo fast jeder eine Maske trägt. Vor allem in den öffentlichen Verkehrsmittel und die Straßenbahn gibt immer wieder in ihren Lautsprecheransagen bekannt, dass kein Fahrgast ohne Maske einsteigen sollte.
Heute Morgen war ich bei meiner Krankenkasse, wo die Regulierungen des Gesundheitsministeriums streng eingehalten werden. Niemand wird ohne Maske ins Gebäude gelassen. Auch nicht im Shaare Zedek Medical Center, wo ich gestern zur Chemotherapie war. Ferner fragen Krankenkasse und Krankenhaus, wo genau man hinwill. Zu welchem Arzt bzw. in welche Abteilung. Häufig werden auch Dokumente verlangt.
Vor dem Krankenkassengebäude muss erst ein Formular ausgefüllt werden. Ob man irgendwie mit Covid 19 in Berührung kommt. Mit Infizierten oder ob man kürzlich im Ausland war. Danach wird erkundet, was das Anliegen ist und wo genau man hin will. Ich hatte mehrere Sachen zu tun, was aber recht leicht war.
Zuerst zum Hausarzt zwecks weitere chemo – begleitender Medikamentenrezepte. In der Verwaltung bekam ich zwei Kostenübernahmeformulare. Ein weiteres Jahr Onkologie sowie den CT Scan Ende des Monats. Unten in der hauseigenen Apotheke musste ich warten, denn es wird nur eine kleine Anzahl von Leuten eingelassen.
Da ich schon mal in der Stadt war, ging ich kurz zum Machane Yehudah Markt, wo an den Eingängen Fiebergemessen wird. Oder so ähnlich jedenfalls. 🙂
Der Sommer ist endlich da und bis auf Weiteres haben wir über 30 Grad Celsius. Nächste Woche in Jerusalem fast täglich 36 Grad.
Gestern nach der Chemotherapie war ich im Markt Kaffee kaufen. So richtig frisch gemahlene Bohnen in einem recht neuen Shop. Zwar sind dort die Preise mit 15 Schekel (fast 4 Euro) pro 100g angegeben, aber 100g werden gar nicht verkauft. Nur halbe Kilos und Kaffee per Kilo. Das aber war mir zu teuer und ich handelte den Typen auf 250g herunter.
Und so kaufte ich zwei Sorten: Afrikanischen Kaffee und äthiopischen. Der afrikanische Kaffee ist nicht schlecht, doch der äthiopische ist echt gut. Allerdings werde ich bei Lavazza – Filterkaffee bleiben oder halt israelischen Turkish Coffee filtern, was auch sehr gut schmeckt. Ohne Filterkaffee aber geht es bei mir nicht. Im Machane Yehudah werde ich vielleicht ab und zu den äthiopischen Kaffee kaufen, aber wenn, dann jeweils nur 250g.
Der Shop befindet sich im unteren Teil in der überdachten Hauptstraße des Marktes. Von der Agrippas kommend auf der linken Seite.
Ansonsten ist im Machane Yehudah Markt wieder fast alles offen. Nur nicht die Snack Bars. 

Etwas zum komplizierten Sozialwesen in Israel

B“H
Auf meinem Facebook Sarkoma – Blog hatte ich es gestern schon geschrieben: Die gestrige Chemotherapie fiel aus, weil ich einen zu hohen Mangel an weißen Blutkörperchen hatte.
Verpassen tue ich dadurch nichts, denn bereits vor Pessach waren meine Chemo – Termine ziemlich durcheinander geraten und somit hätte ich diese Woche eh chemo – frei gehabt. In der nächsten Woche also geht es mit der Chemotherapie weiter und bis dahin habe ich ein paar Tage Ruhe.
Nach dem Krankenhaus war ich mit meiner Begleitung auf dem Machane Yehudah Markt, wo die Vorbereitungen für heute in vollem Gange waren. Der Markt ist seit heute wieder geöffnet, doch es sollte nicht zu sehr auf frische Ware vertraut werden. Kopfsalat etc. war gestern ziemlich verrottet und welk. Offenbar holte man die alten eingefrorenen Waren hervor, um sie noch zu verramschen. Viel zum Kaufen gab es gestern jedenfalls noch nicht und wir gingen hinterher in einem Supermarkt einkaufen.
Shopping Malls sollen auch wieder öffnen, doch ich sah den Yes Planet Komplex bei uns im Stadtteil heute noch geschlossen. Ich hoffe auf weitere Erleichterungen in der kommenden Woche, denn ich muss ins Krankenhaus zur Chemotherapie sowie zur Krankenkasse. Dafür brauche ich kaum kochen, denn seit dieser Woche bekomme ich Mahlzeiten geliefert. Als Krebspatient auf Chemo hat man offenbar ein Recht darauf. Und so gibt es eine Packung Essen auf Rädern mit Hühnchen, Gemüse, Reis und Früchten. Mir reicht das völlig aus, denn ich esse eh nicht viel. Zwar brauche ich den Service gar nicht, doch so spare ich mir die Kocherei.
Zwar ist Israel alles andere als ein Sozialstaat, doch es gibt diverse staatliche Hilfen für Pflegebedürftige und sogar für Krebspatienten wie mich, die zwar alles andere gebrechlich sind, aber auf Chemotherapie. Trotzdem ist in diesem Land alles stets eine Endlos – Bürokratie und immer werden Formulare / Bestätigungen und Krankenhausdokumente verlangt. In Deutschland stelle ich mir das einfacher vor, aber in Israel muss sich jeder auf einen wahnsinnigen Papierkrieg vorbereiten, an dessen Ende regelmäßige Nachweise stehen. Umsonst gibt es nichts und neulich erst erhielt ich einen 15 – seitigen Brief von der Nationalversicherung Bituach Leumi mit einer Auflistung aller meiner eingezahlten Sozialbeiträge aus mehr als zwanzig Jahren und welche Rechte daraus entstehen.
Wer nichts einzahlt, bekommt eine Hungerrente von knapp 400 Euro. Davon kann keiner leben, aber man muss es halt irgendwie. Israelis sichern sich normalerweise jahrzehnte vorher ab, doch so richtig abgesichert ist man auch mit einer privaten Rentenversicherung nicht, denn der Agent bekommt bis zu 38 % (Beispiel: Migdal). Um eine gute Rente zu haben sollte jeder in seinen privaten Sparstrumpf sparen. Da bleiben einem zumindest 100 %. Bei Versicherungen sowie der Bituach Leumi lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen. Mühsam, aber extrem informativ!

Alltag in Jerusalem während der Coronavirus – Krise

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Der verlassene Machane Yehudah Markt gestern – Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Jemand fragte mich nach dem Alltag in Jerusalem und wie wir so leben während der Corona – Krise. Wo gehe ich einkaufen?
Zuerst einmal: Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren zu 25 % und die Straßenbahn in Jerusalem fährt weiterhin. Fahrgäste müssen Abstand nehmen und so viele Fahrgäste gibt es eh nicht. Einige Leute fahren zur Arbeit wie Krankenhauspersonal oder Leute, die im Supermarkt arbeiten.
Der Machane Yehudah Markt war gestern offen. Besser gesagt nur einige Geschäfte wie die kleinen Lebensmittelläden und ein paar Stände, wo Fleisch verkauft wurde. Alles andere ist geschlossen und ich gehe davon aus, dass alles jetzt vor Pessach einigermaßen funktioniert und wir an den sieben anstehenden Pessach – Feiertagen (Beginn nächsten Mittwochabend) Israel sicher unter einer kompletten Ausgangssperre stehen. Man will ganz einfach verhindern, dass sich an den Feiertagen Leute versammeln und den Virus noch mehr verbreiten.
Ich habe mich bei meiner gestrigen Chemotherapie mit einer Krankenschwester unterhalten, die mir den IV (Intravenös) gab. Meine Onkologie – Abteilung des Shaare Zedek Medical Center hält außerdem heute ein Webinar ab, wo Onkologie – Patienten auf Chemotherapie Fragen stellen können. Die größte Patientensorge ist, dass sich nur noch um Corona – Leute gekümmert wird und alle anderen Kranken rausfliegen. Dem widersprach die Krankenschwester gestern, wobei sie einräumte, dass einige andere Patienten sicher drunter leiden müssen. Nicht jedoch Krebspatienten auf Chemotherapie und alles laufe, wie gewohnt, weiter. Man habe schon während Kriegszeiten einwandfrei funktioniert.
Bis Anfang Juni erhielt ich weitere Chemotherapie – Termine, wobei ich aber jetzt erst einmal drei Wochen Pause habe. Wegen Pessach und weil die Onkologie momentan nur eine bestimmte Anzahl an Chemo – Patienten zulässt, da man den notwendigen Abstand untereinander gewährleisten will.
Dennoch kündigt Krankenhausdirektor Ofer Merin drastische Einschnitte in 2 – 3 Wochen an. Für Corona – Patienten:
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/278182
Aktuell gibt es 35 Tote in Israel. Die absolute Mehrheit sind ältere Leute mit gravierenden medizinischen Problemen im Vorfeld. 6857 Leute sind infiziert. Mehr als die Hälfte davon ultra – orthodoxe Juden, die noch bis vor kurzem auf die Richtlinien des Gesundheitsministeriums pfiffen. Aber auch Chabad – Lubawitsch muss sich gewaltig Kritik gefallen lassen. Israel will unbedingt ein zweites Boro Park verhindern.
Wer aktuell pfeift, sind die Araber und die illegalen Afrikaner in Tel Aviv – Süd.
Als ich mit meiner Begleitung von der gestrigen Chemotherapie kam, stoppten wir am Machane Yehudah Markt und erledigten ein paar Einkäufe. Daheim wartete auf mich ein großer Früchte – und Obstkarton von Freunden. Heute kommen sie nochmals und an Essen fehlt es mir definitiv nicht. Sie kaufen für mich ein, weil sie über einen PKW verfügen und ich gebe ihnen das Geld für die Einkäufe.
Auch handgemachte Mazzot habe ich von Chabad recht teuer (muss ich sagen) erstanden. Dazu soll aber noch ein kostenloses Seder – Paket mit Pessach – Lebensmitteln folgen. In einem kleinen Supermarkt auf dem Markt kaufte ich gestern einen Packen Mazza Schmura. Die Teuren, die da aber nur 10 Schekel (2,50 Euro) kosteten. Immerhin plane ich an Pessach Mazze – Brei mit Mazze – Bröseln, zwei Eiern und das alles zusammen anbraten.
Karotten habe ich für Pessach, aber noch nicht genug. Freunde und ein Nachbar wollen mir noch kiloweise Kartoffeln, Zwiebel und weitere Karotten für die Feiertage anschleppen. Mir fehlt es an nichts und wenn, dann gibt es zur Seder halt Bratkartoffeln mit Zwiebeln. Ich bin nicht wählerisch und das ist eh eines meiner Lieblingsessen. 🙂 Mazzot sind genug vorhanden. Und Traubensaft zum Trinken auch.
Nur wenige Leute waren gestern auf dem Markt unterwegs und ich nehme an, dass es bislang noch keine komplette Ausgangssperre gibt, weil die Leute Lebensmittel für Pessach einkaufen. Polizei und Armee kontrollieren überall und mittlerweile sollte jeder eine Maske tragen. Handschuhe sowieso.
Masken gibt es, u.a., günstig bei Superpharm. Israel leidet unter keiner Klopapier – Krise und alles ist vorhanden außer Eier. Letztere sind echt schwer oder gar nicht zu finden. Dafür gibt es massenhaft Klopapier und Wischtücher. 🙂
Vorwiegend sind die Leute daheim und die Straßen sind leer. Einzig und allein die Araber sind massenhaft unterwegs. Ohne Masken und Handschuhe. Jedenfalls soweit ich das hier in meiner Umgebung sehe.
Jeder wurschtelt halt so vor sich hin. Mehr als 1 Mio Israelis sind derweil arbeitslos und es wird lange dauern, bis sich das Land erholt.
Zurück zu mir: Ich bin fast nur zuhause und langweile mich ganz und gar nicht. Ein paar sportliche Übungen, lesen oder halt Internet. Das bin ich eh gewohnt, seit ich auf Chemotherapie bin, denn viel unternehmen geht nicht. All die Nebenwirkungen lähmen und ich verliess nur zu Arzt – und Krankenhausterminen bzw. zum Einkaufen mal das Haus. Und Freunde bringen mir seit Monaten Lebensmittel mit. Alles also nichts Neues.