Leben in Jerusalem

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Ein Scheich kaufte 50 % vom Fussballclub Beitar Yerushalayim

Israel: „Knesset – Wahlumfragen, Wetter und andere News“

B“H
Laut aktuellen Wahlumfragen liegen Netanyahu und Gantz & Co. erneut bei einem Unentschieden. Nicht wenige Israelis erwarten im Vorfeld bereits eine vierte Wahl und alles hängt wieder an den kleinen Parteien und Koalitionsverhandlungen. Der Likud wird vermutlich mit Yemina, Bayit Yehudi, Shass und Yahadut HaTorah koalieren. Blau – Weiß (Kachol – Lavan) mit der Arbeiterpartei, den Linksextremisten von Meretz sowie mit den arabischen Parteien, welche Kachol Lavan in der Knesset aktiv unterstützen wollen. Das ist kein Geheimnis und Benny Gantz schreit es seit einem Jahr lauthals hinaus. Wer Kachol – Lavan wählt, bekommt die Araber und darf sich hinterher nicht beschweren. Man hat es ja so gewollt und niemand kann sagen, er habe nichts gewusst.
Gegen Gantz wird ermittelt, gegen Netanyahu wird ermittelt und kein Politiker ist frei von Korruption. Das war schon unter Ben Gurion so und hat sich leider nicht geändert.
In den deutschen Medien herrschen recht seltsame Meinungen zum israelischen Wahlkampf, die so mit der Realität nichts zu tun haben. Man schreibt es sich so, wie man es sich gerne wünscht, was mich immer an die Al Jazeera – Berichterstattung während des Irak – Krieges erinnert. Saddam Hussein war stets am Siegen, bis dann die Amerikaner alles unter sich hatten. Erst dann wachten die Al Jazeera – Zuschauer auf.
Kann sein, dass ein deutscher Journalist mal wieder in einem Cafe mit einer israelischen Kellnerin gesprochen hat. Das wird immer gerne getan und die Meinung der Kellnerin wird zur Meinung von ganz Israel transformiert.
In Israel aber ist nichts so wie es ist oder scheint. Unter anderem wird die sephardisch – haredische SHASS Partei bei dieser Wahl offenbar wieder zum Sieger der Protestwähler. Araber, die ihren Parteien nicht trauen, wollen Shass wählen. Juden, die die Schnauze voll haben, wollen Shass wählen. Andere Parteien wie Yahadut HaTorah und Yemina haben das Potenzial der Protestwähler erkannt und buhlen auf Facebook um deren Gunst. Zu Kachol – Lavan wollen die Protestwähler aufgrund der Nähe zu arabischen Parteien nicht wechseln. Dann schon lieber Shass oder eine rechte Partei, denn, wenn ich die Kommentare so lese, wollen die Leute ein jüdisches Israel. Und dies sind keine religiösen Juden, die das sagen.
Immerhin wird bei der Wahl am Montag das Wetter mitspielen, denn ab heute hört der Regen erst einmal auf. Gestern noch goß es in Jerusalem aus allen Eimern. Ab heute bleibt es trocken und die Temperaturen werden anziehen. Bis auf 17 Grad am Freitag. Der Schabbat wird kühler und eventuell wieder nass, aber dann scheint langsam der Frühling einzukehren. Zahlreiche Bäume stehen jetzt schon in voller Blüte und die Vögeln zwitschern lautstark herum.
Die koreanische Reisegruppen, von deren einige Mitgliedern mit dem Coronavirus infiziert waren, hat das Land verlassen. Sie wurden kurzerhand rausgeschmissen. Kein Hotel am Flughafen wollte sie aufnehmen und so mussten die Koreaner in der Quarantäne auf dem Fußboden pennen. In Israel wird nicht lange gefackelt und was heute Morgen so manchen Bewohner von Tiberias überraschte: Das lokale Club Hotel am See Genezareth (Kinneret) entsorgte alle Kühlschränke aus den Zimmern der koreanischen Touristen kurzerhand in den Müll. Ein paar junge Leute sahen die entsorgten Kühlschränke und nahmen sie glatt mit nach Hause. Jetzt vor Pessach (Passover) wird eh alles geschrubbt und da kommt ein neuer Kühlschrank gerade recht. Der wird desinfiziert und weiterverwendet.
https://www.kikar.co.il/349050.html
Am Montag also ist Wahl und am Tag zuvor habe ich meine 19. Chemotherapie. Zur Wahl aber werde ich es schon schaffen. Viele Umstände macht das nicht. 🙂
Eine Woche später feiert die jüdische Welt Purim und dazu kommen noch Podcasts. Genau so wie zu Pessach (Passover). Soviel vorweg: Kein Purim ist so wie das in Jerusalem. Vielleicht noch Bnei Brak, aber die beste Stimmung herrscht natürlich in Jerusalem und ich hoffe sehr, dass ich in der Lage sein werde, auszugehen und ggf. ein wenig zu filmen.
In Tel Aviv findet an diesem Freitag der alljährliche Marathon statt und wenn Ihr in der Stadt seid und früh aufsteht, seht Ihr die Teilnehmer laufen. In der Ben Yehudah, Ibn Gavirol, Allenby, Herbert Samuel (am Strand), am Rathaus, etc. Jerusalem begeht seinen Marathon am 20. März.
Zum heutigen Egged – Streik: Hier die Buslinien, die erst gegen Abend wieder fahren —– 140, 149,146,147, 140, 141, 142, 143, 146, 147, 149, 468, 49, 461, 462, 463, 464, 465, 469, 466, 467, 468, 949, 946, 941.

Jerusalem Marathon am Freitag, dem 20. März 2020

Jeder kann mitmachen, muss sich jedoch im Voraus anmelden!

Der gestrige Jerusalem Marathon 2019 – Derech Hebron Street

 

Der gestrige alljährlich stattfindende Jerusalemer Marathon verlief trocken. Einen Tag zuvor sowie heute schüttete es dagegen aus allen Eimern. 🙂

WM, Sommer, Ferienzeit & das Jerusalemer Light Festival 2018

B“H
Gerade wollte ich zwei Videos des israelischen TV – Senders KAN in den Blog stellen, aber nichts wars. Der Sender erlaubt es nicht, wenn man dessen Youtube Clips verwendet.
Ein israelischer Sportjournalist rastete beim 1:0 des Iran gegen Marokko aus und feierte den Iran. Gemeint war, dass Israel nichts gegen das iranische Volk habe, sondern gegen dessen diktatorische Regierung.
Beim Spiel Deutschland : Mexiko rastete derselbe Journalist bei der Live – Übertragung erneut aus. Diesmal bei 1:0 der Mexikaner und er feierte Mexiko. Die Emotionen bei Live – Sendungen schwappen hierzulande wesentlich höher als zu deutschen Zeiten des Heribert Fassbender. 🙂
Wer nicht gerade daheim vor dem Fernseher die Spiele anschaut, der geht in einen Pub. Ob es richtig große Live – Schaltungen bzw. Screens gibt, weiß ich nicht. Vielleicht in Tel Aviv am Strand, doch dort muss man sich bestimmt in den Strandlokalen ein teures Bier oder eine Cola kaufen.
Selber verfolge ich das WM – Spektakel fast gar nicht und ich hocke mich auch nicht stundenlang irgendwohin, um ein Spiel zu verfolgen.
Der Sommer ist da und demnächst beginnen in Israel landesweit die Schulferien. Der erste Tag des neuen Schuljahres ist traditionell stets am 1. September. Bei jüdisch – religiösen Schulen verschieben sich Ferienbeginn sowie der Schulanfang, denn jede Ausrichtung hat da so ihre eigenen Strukturen.
Eine Menge Israelis zieht es ins Ausland, andere bleiben daheim oder unternehmen halt im eigenen Land Kurztrips. Die Sommerferien der Kinder sind sehr lang und israelische Arbeitnehmer haben nur einen Mindestsatz von 11 Tagen Urlaub pro Jahr. Allzu viel ist da nicht drin und, wie in jedem Jahr, macht man sich Sorgen, was der Nachwuchs wohl daheim anstellt, wenn die Eltern auf Arbeit sind.
Für Kinder und Jugendlich gibt es die allseits beliebten Kaytanot – Sommer Camps. Entweder kosten diese viele Geld, weniger Geld und die chassidische Gruppe Chabad, die sephardisch – religiöse SHASS – Partei sowie andere Einrichtungen bieten Kaytanot sogar kostenlos an. Gerade bei finanziell weniger betuchte Eltern kommt das gut an und bei den Kindern erst recht, denn sie sind auch im Kaytana und müssen sich nicht so vorkommen als wäre das alles nur für besser Betuchte.
Kaytanot gibt es massenhaft und jedes Kaytana hat ein anderes Thema. Man muss sich halt das Passende heraussuchen. Einige legen Wert auf Kunst, Malen und Basteln. Andere machen viel Sport oder Abenteur – Action. Je nachdem.
Städte und Gemeinden bieten jetzt in den Sommermonaten viele kostenlose Action wie in Jerusalem das Street Soccer Festival am Rathaus. Ich glaube, Basketball gibt es auch. 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Letzte Woche am Jerusalemer Rathaus

 

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Photo: Miriam Woelke

 

In der kommenden Woche, am 27. Juni, beginnt das Jerusalemer Light Festival. Bis zum 5. Juli gibt es in der Altstadt sowie in der Jaffa Road alle möglichen Lichtinstallationen zu bewundern. Jeden Abend, Sonntag bis Donnerstag, von 20.00 – 23.00 Uhr. Am Freitag, dem 29. Juni, bleibt das Event geschlossen und am Samstag, dem 30. Juni, beginnt das Festival nach dem Schabbatausklang um 21.00 Uhr.
http://www.lightinjerusalem.org.il/index.php?langpage=eng
Das Light Festival ist KOSTENLOS!!! 
Ferner gibt es Zugänge für Rollstuhlfahrer. Allerdings solltet Ihr Euch da auf Menschenmassen gefasst machen, denn das Festival ist ein absoluter Publikumsmagnet und Tausende Menschen werden allabendlich durch die Altstadt schlendern. Durch alle vier Viertel. Inklusive dem muslimischen Teil.
Was wird es zu sehen geben? 
Das hier:
http://www.lightinjerusalem.org.il/index.php?dir=site&page=arts&op=category&cs=19&langpage=eng

Giro d’Italia in Jerusalem & Vielleicht kommt Donald Trump

B“H
Bereits am letzten Donnerstagnachmittag standen rund um die Strecke des Giro d’Italia unzählige Klohäusle und die Anwohner waren alles andere als entzückt. In guten Gegenden standen plötzlich Scheisshäuser und überhaupt …
Bürgermeister Nir Barkat brachte Teile des Giro d’Italia nach Jerusalem und die Giro – Fangemeinde jubelte. Man kenne sowas ja sonst nur aus Europa und es sei doch toll, dass das jetzt mal in Jerusalem zu bestaunen sei.

 

 

Alles schön und gut, doch die Straßen wurden diesmal mit Extrembarrieren versehen. Heißt, man konnte als Fußgänger nichts überqueren. Beim Jerusalemer Marathon und beim an diesem Freitag stattfindenden Biker Event „Sovev Yerushalayim“ kann jeder die Straßen überqueren. Am letzten Freitag beim Giro aber hatten viele Jerusalemer extreme Schwierigkeiten, zur Arbeit zu gelangen. Im Video berichtet eine Frau, dass sie in einem Hotel arbeite und kaum zur Arbeit kam, weil sie nicht über die Straße durfte.
Es nervt, wenn immer wieder im Frühjahr und Sommer alle möglichen Straßen aufgrund von Festival gesperrt werden. Dann fahren die Busse Umwege und keiner weiß, wo man abfährt, ankommt und wo es langgeht.
Am vergangenen Freitag war es der Giro d’Italia, an diesem Freitag sind von 5.00 Uhr bis 8.30 Uhr früh viele Straßen erneut gesperrt, doch diesmal mache ich beim Sovev Yerushalayim sogar mit. Um die Altstadt, am Jaffator, Derech Hebron, am King David Hotel, Emek Refa’im, Derech Beit Lechem, alles wird gesperrt. Bis 8.30 Uhr morgens ist okay, denn die Leute wollen freitags für den Schabbat einkaufen oder ungehindert am Arbeitspaltz erscheinen.
Heute in einer Woche ist Yom Yerushalayim (der Jahrestag, an dem unsere Armee im Sechs – Tage – Krieg die Altstadt und den Tempelberg zurückeroberte). Nachmittags finden Straßensperren am Sacher Park, Bezalel Street, King George sowie der Weg zur Altstadt am Amerikanischen Konsulat vorbei, statt. Die Busse meiden dann die Keren Hayesod sowie die King George. Und das bis zum Abend aufgrund der Flaggenparade.
Einen Tag später, am 14. Mai 2018, wird im Nachbarstadtteil Armon HaNatziv die US – Botschaft feierlich eingeweiht und eventuell will Donald Trump kommen. Festgelegt hat er sich noch nicht, doch wir gehen davon aus, dass er erscheint. Und was dann los sein wird, kann sich jeder vorstellen. Hochsicherheitstrakt und das gleich wieder bei uns vor der Haustür wie schon bei seinem Besuch vor einem Jahr. Wobei ich noch hoffe, dass, falls er kommt, sein Hubschrauber neben der Botschaft landet und nicht wieder auf dem Parkplatz vom Supermarkt nur zehn Minuten von mir entfernt.
Die US – Boschaft zieht in das riesige Areal des amerikanischen Konsulat in Armon HaNatziv. Ein riesiger Komplex, der schnell zur Botschaft umgemodelt wurde. Wozu neu bauen, wenn schon alles vorhanden ist?
Die Palästinenser haben Randale angedroht und wenn es losgeht, dann in Armon HaNatziv und bei uns nebendran in Abu Tur. Der untere Teil von Abu Tur ist arabisch und gegenüber Armon HaNatziv sowie der neuen Botschaft befindet sich das Terroristenkaff Jabal – al – Mukaber. Wobei zu erwähnen sei, dass sehr viele Palästinenser beim amerikanischen Konsulat in Armon HaNatziv angestellt sind. Und dann wohl auch bei der Botschaft.
Also randalieren die Palis dann gegen ihre Arbeitsplätze?

 

Mai 2018 in Jerusalem

B“H
Dieser Tage hängt eine wahre Hitzeglocke von 30 – 33 Grad Celsius über der Stadt. Komischerweise sollen am Dienstag die Temperaturen erneut drastisch sinken. Offenbar ist der Sommer wohl doch noch nicht da, denn die Temperaturen sind ein ständiges Auf und Ab.
Am Freitag, dem 11. Mai, findet letztendlich das Fahrrad – Event SOVEV YERUSHALAYIM statt, nachdem es am 27. April aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse abgesagt wurde.
Am Sonntag, dem 13. Mai feiert Jerusalem ganz groß den YOM YERUSHALAYIM (Jerusalem – Tag). Im Juni 1967 gewann Israel den Sechs – Tage – Krieg und die Armee befreite die Kotel (Klagemauer) samt Altstadt sowie andere Stadtteile von der jahrzehntelangen jordanischen Besatzungsmacht.
Am Nachmittag des Yom Yerushalayim findet eine Flaggenparade vom Sacher Park bis zur Klagemauer statt. Mehr als 90% der Teilnehmer sind nationalreligiöse Juden, was in den deutschen Medien wieder als religiöser Fanatismus ausgelegt werden wird.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Eine Woche später, am Abend des 19. Mai sowie am darauffolgenden Tag, feiert die jüdische Welt den hohen Feiertag SCHAVUOT. Die Juden erhielten am Berg Sinai von G – tt die Thora.
Traditionell wird die Nacht an Schavuot durchgelernt und gerade in Jerusalem finden sich Hunderte Lernprogramme. Mehrheitlich auf Hebräisch, aber auch auf Englisch, Spanisch und Französisch.
Morgens gegen 4.00 Uhr zieht es Hunderttausende Juden zur Klagemauer, wo das Morgengebet Schacharit gebetet wird. Nicht alle gemeinsam, sondern jeder mit seiner kleinen Minyan (mindestens 10 jüdische Männer). Ferner werden an Schavuot traditionell Milchspeisen gegessen: Lasagne, Aufläufe, Joghurt oder Käse.
Der 20. Mai 2018 ist in Israel ein offizieller Feiertag, da Schavuot ist. Bedeutet, dass von Freitagnachmittag bis Sonntagabend alles geschlossen bleibt und keine Busse fahren.
Ich werde im Mai wieder meinen Mietvertrag verlängern, denn in Israel werden Mietverträge gewöhnlich für ein Jahr abgeschlossen. Danach wird entweder verlängert oder umgezogen. Mit meinen sechs Jahren in dieser Wohnung bin ich, für israelische Verhältnisse, schon ziemlich lange in einer Wohnung.
Die Mieten gehen normalerweise hier nicht einfach vom Konto ab, sondern man händigt bei Vertragsabschluss dem Vermieter zwölf ausgefüllte und unterschriebene Schecks aus. Der Vermieter löst dann jeden Monat einen Scheck ein.