Leben in Jerusalem

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Pomelit

Photo: Miriam Woelke

 

POMELIT, eine Frucht, die eine Mischung aus Pomelo und Grapefruit (Eschkolit) ist. Nicht zu sauer und nicht zu bitter. Ich kann sie nur weiterempfehlen und esse sie selbst mehrmals in der Woche.
Manchmal ist es nicht leicht, sie zu finden. Ein Obst – und Gemüseladen in der Derech Beit Lechem Street (Stadtteil Baka) verkauft sie für 7,50 Schekel (1,80 Euro) das Kilo und der Moshava Store in der Emek Refa’im (Stadtteil German Colony) verlangt 7,90 Schekel pro Kilo.

 

Photo: Miriam Woelke

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Hamantaschen (Ozne’i Haman) zum anstehenden jüdischen PURIM – Feiertag

B“H
Morgen (Mittwoch) Abend beginnt in Orten außerhalb von Jerusalem der jüdische PURIM Feiertag. In Jerusalem feiern wir erst ab Donnerstagabend, wenn in allen anderen Orten Purim bereits wieder vorbei ist.
Zwar plane ich noch mehr zu Purim zu schreiben, doch vorab schon eine Menge Infos in meinen älteren Artikeln:
https://hamantaschen.wordpress.com/category/purim/
Und hier noch mehr auf meinem alten Hamantaschen – Blog bei Blogspot:
http://hamantaschen.blogspot.co.il/search/label/Purim
Die traditionelle Speise an PURIM sind die HAMANTASCHEN. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um keine Speise im herkömmlichen Sinne, sondern um Gebäck.
Und, auweia, die Hamantaschen sind in Deutschland nicht mehr political correct, sondern „rassistisch“. Die Grünen würden auf die Abschaffung der Hamantaschen pochen und Frau Merkel würde alles abnicken.
Okay, worum handelt es sich genau bei diesem „rassistischen“ Gebäck? Der Name HAMANTASCHEN klingt ja, dem ersten Anschein nach, gar nicht rassistisch. Gebürtige Israelis nennen die Hamantaschen vorwiegend OZNE’I HAMAN, was übersetzt DIE OHREN DES HAMAN heißt.
Oh weh, da wird ein Gebäck nach abgeschnittenen Ohren oder so benannt! Und dann auch noch die Ohren des Perser Haman.
Haman war es, der vor Beginn der Zeitrechnung die Juden in der babylonischen Diaspora ausrotten wollte. Um den genauen Zeitpunkt der Ausrottung zu bestimmen, zog Haman das Los (Purim).
Haman und dessen Vorfahre Amalek stehen für die Erzfeinde des Judentums. Sie sind es, die Juden ausrotten wollen, nur weil es sich um Juden handelt. Einen richtigen Grund brauchen Antisemiten bis heute nicht. Juden müssen halt gehasst, verfolgt und ermordet werden, weil sie Juden sind. Und deswegen handelt es sich nicht nur um Amalek und Haman direkt, sondern die Beiden stehen für ein ganzes Konzept: Nämlich den Antisemiten überhaupt. Ob nun aus Persien, Babylon, Europa, den USA oder sonstwo her.
Weder Amalek noch Haman noch sonstige Antisemiten hatten jemals Erfolg und sie werden auch in Zukunft keinen Erfolg haben. Ob nun stramme Antisemiten oder christliche Missionare, welche da das Judentum genauso vernichten wollen.
Über den Erfolg des jüdischen Überlebens geht es an Purim. Und dann werden symbolisch auch noch die Ohren des bösen Haman verspachtelt. 🙂
Ganz unterschiedliche Hamantaschen zeigt Euch Lihi auf ihrem Youtube Kanal. Frisch aus dem Backofen und sogar mit Fleischfüllung. Normalerweise finden wir die Hamantaschen gefüllt mit Eierlikör, Mohn, Dattelcreme, Schokolade, Vanille,etc.
Die drei Rezept – Videos sind zwar in hebräischer Sprache, doch was genau Lihi meint und welche Zutaten, das zeigt sie Euch. Hier aber doch noch zwei Vokabeln:
PEREG = MOHN
BASSAR = FLEISCH

 


 

 

Selber bin ich kein großer Freund von den Hamantaschen und in diesem Jahr habe ich noch keinen einzigen gegessen. In Israel werden sie seit Wochen in Bäckereien und abgepackt in Supermärkten verkauft.

Leserfrage: „Jerusalem – Frühstück Tomate?“

B“H
Jemand scheint sich extrem für unser Frühstück zu interessieren, denn gestern hatten wir schon die Frage nach den Borekas:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2018/02/25/leserfrage-israelisches-fruehstueck-blaetterteig-aehnlich/
Es gibt in Jerusalem kein spezielles Frühstück, was sich von dem in Tel Aviv, Beersheva oder Haifa unterscheidet. Kinder und Jugendliche ziehen sich morgens zum Frühstück Cornflakes und solch einen Mist rein. Wobei es in israelischen Supermärkten ganze Regale mit unterschiedlichen Cornflakes – Geschmackssorten gibt.
Dann gibt es den Toast mit Käse. Zwei Scheiben Toast, in der Mitte Käse und das alles wird im Waffeleisen getoastet.
Touristen wird häufig für viel Geld ein israelischer Salat angeboten. Der typische Salat besteht aber nur aus Gurken und Tomaten. Wer Glück hat, findet noch ein paar Zwiebelstücke und sogar eine Olive. Als typisches Frühstück betrachte ich das nicht.
Fast jeder Israeli trinkt morgens erst einmal seinen Kaffee. Essen tut er vielleicht einen Joghurt oder ein Sandwich mit Käse und einem Salatblatt. Wer zu all dem zu faul ist und schnell zur Arbeit muss, der kauft unterwegs ein Croissant, Bagel oder vielleicht sogar ein paar Borekas. Das stinknormale Rührei ist ebenfalls beliebt. Oder Haferflocken mit getrockneten Früchten drin.
Ein richtig typisches israelisches Frühstück ist mir noch nicht untergekommen. Und die Tomate in Jerusalem? Naja, wer will …
Oder meinte jemand Shakshuka?

 

Nicht unbedingt ein Frühstück!

 

Oder vielleicht die Fukatscha, die da schon eher etwas in der Art ist:

 

 

Vokabeln:
Kemach Lavan – Weißes Mehl
Auch anderes Mehl kann verwendet werden!
Melach – Salz
Sukar – Zucker
Schmarim – Hefe
Schemen – Öl
Schemen Sait – Olivenöl
Maijm – Wasser
Lefi haZorech – Ganz nach Belieben. Wie es halt jeder so braucht.
Bazeck – Teig
Chatzilim – Auberginen
Pilpelim – Paprikaschoten
Kischu’im – Zucchini
Agvaniot – Tomaten
Batzal – Zwiebel
Gvina – Käse

 

Leserfrage: „Wie viel Schekel kostet Wasser?“

B“H
Die Leserfrage lege ich einmal so aus, dass derjenige wissen will, wie viel eine Flasche Wasser kostet.
In Israel gibt es unterschiedliche Wasser – Versionen, doch lange nicht soviele Marken wie in Deutschland.
Es gibt Soda in Flaschen zu kaufen. Die billigste Marke heißt TEMPO und die Firma gehört der chassidischen Gruppe Gur. Das aber nur nebenbei. 🙂
Eine Flasche TEMPO (0,75 l) kostet zwischen 3 – 4 Schekel. Sagen wir 1 Euro oder manchmal etwas weniger.
Mehrheitlich konsumieren Israelis ganz normales stilles Wasser. Wasser ohne Kohlensäure. Beliebt sind Marken wie EIN GEDI, NETIVOT oder ME’I EDEN. Klar, gibt es auch andere Marken, aber das sind so die bekanntesten.
Das Wasser wird auch in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten wie Pfirsich, Minze oder Beere. Das kostet dann aber mehr! 🙂
EIN GEDI Flaschen lohnen sich, da sie 1,5 Liter beinhalten. Mehr als 5 Schekel (1,5 Euro) solltet ihr für die Flasche nicht zahlen. Wer die Gelegenheit hat, kann einen Sechserpack EIN GEDI überall für 12 Schekel (circa 2,5 Euro) erstehen. Beim Rami Levi oder Oscher Ad Discounter gibt es den Sechserpack oft schon für 8 Schekel.
Touristen werden immer wieder gerne abgezockt, wenn sie denn an kleinen Ständen oder in Tante – Emma – Läden Wasser kaufen. Nicht selten werden da 10 – 15 Schekel für eine EIN GEDI Flasche verlangt. Absoluter Wucher!
Vielerorts, in Parks oder öffentlichen Gebäuden wie Museen, findet ihr kostenlose Trinkwasseranlagen. Das Wasser aus der Leitung ist trinkbar, doch ich tue es nicht. Zuviel Chlor und Fluoride, die das Trinkwasser sauber halten sollen.
So mancher Tourist kauft sich eine Wasserflasche und füllt diese dann bei bestimmten Gelegenheiten wieder auf. Auch mit Wasser aus dem Wasserhahn. So jedenfalls spart man Geld und im heißen Sommer braucht jeder ständig Wasser. Cola ist zu süss und bei der Hitze nicht unbedingt zu empfehlen.

Leserfrage: „Israelisches Frühstück – Blätterteig – ähnlich“

B“H
Hiermit sind bestimmt BOREKAS gemeint:
https://www.joyofkosher.com/recipes/collection/recipe-terms-borekas/
Manche Leute essen sie zum Frühstück, doch würde ich Borekas nichts als typisches Frühstück einstufen. Normalerweise kann man sie zwischendurch oder Mittags essen. Morgens wären sie mir viel zu schwer im Magen und, vor allem, zu fettig. Meistens sind die Borekas an den Ständen mit billiger Margarine gebacken.
Borekas gibt es mit verschiedenen Füllungen wie Kartoffelbrei, weißem Käse (billiges Gepansche) oder mit Pilzen. Das sind so die gängigsten Arten. Die Preise variieren je nachdem, wo man sie kauft. Am Jerusalemer Machane Yehudah Market sind sie überall vertreten und der Kunde nimmt eine Tüte und füllt sie mit Borekas, die dann an der Kasse gewogen wird. Ihr könnt auch nur zwei oder drei kaufen. Je nach Bedarf halt.

CHATZOT – Das traditionellste Jerusalemer Essen – Preisgünstig und macht satt

B“H
Wo findet Ihr das traditionellste Essen in Jerusalem? Sicher nicht am Falafel – Schwarma (Döner) – oder Suschi – Stand. Das beste Essen der Stadt findet Ihr im Restaurant CHAZOT (Mitternacht).
Das CHATZOT ist eines der wenigen verbliebenen alteingesessenen Jerusalemer Institutionen. Ab 11.00 Uhr früh bis spät in die Nacht geöffnet. Koscher und am Schabbat geschlossen!
Wer so richtiges Jerusalemer Essen sucht, sollte kein Vegetarier sein, denn in Israel wird generell Fleisch gegessen. Viel Huhn und Beef. Klar gibt es auch Vegetarisches und veganer Essen, doch insbesondere in Jerusalem sowie in der sephardisch – orientalischen Küche ist Fleisch angesagt.
Wer im Chatzot was Vegetarisches sucht: Okay, es gibt Reis, Bohnen und Salate. Ansonsten bietet das Chatzot eine richtig gute Grill – Fleisch – Küche vom traditionellen Grill.
Photos:
https://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g293983-d3589368-Reviews-Hatzot-Jerusalem_Jerusalem_District.html
Im Gegensatz zu anderen Restaurant ist das Chatzot relativ günstig und die Teller sich reichlich gefüllt. Nur keine Scheu, denn Ihr könnt Euch die Reste auch einpacken lassen. In Israel lassen sich viele Leute ihre Reste einpacken. Das ist keine Schande, sondern ganz normal.
Das Chatzot ist nicht sonderlich groß und Ihr solltet rechtzeitig kommen, sonst ist alles gerammelt voll. Besonders am Abend. Soviele Touristen gibt es dort nicht und die Hauptkundschaft besteht aus Israelis. Im ganzen Land hat das Restaurant einen guten Ruf bei israelischen Reisegruppen.
Die Küche ist traditionell Middle East sephardisch. Mehr Jerusalem geht nicht!
Saubere Toiletten sind vorhanden und die Bedienung ist nett und spricht auch Englisch. Manchmal mehr und manchmal weniger. 🙂 Speisekarten in englisch Sprache sind vorhanden und vor dem eigentlichen Menu kriegt Ihr eine Menge orientalischer Dips auf den Tisch gestellt. Dazu frische Pitah – Brote (Pitot). Alles im Preis inbegriffen.
Wasser aus der Leitung könnt Ihr Euch umsonst kommen lassen. Auch das ist hierzulande völlig normal. Nur einen Milchkaffee kriegt Ihr hinterher nicht, denn das Restaurant ist fleischig koscher. Bedeutet, Milchspeisen gibt es keine. Wenn, dann erhaltet Ihr einen Kaffee mit neutraler Soya – Milch.
Die Speisekarte:
http://www.hatzot.co.il/wp-content/uploads/2015/09/ta-english.pdf
Sobald Ihr wieder rauskommt, seid Ihr bis oben hin vollgefressen. So gut ist das Essen!
Apropos: Für Rollstuhlfahrer ist das Chatzot geeignet.
Adresse:
CHATZOT
AGRIPPAS STREET 121 (ein paar Meter vom Machane Yehudah Markt entfernt)
JERUSALEM

Beim israelischen COFIX kostet jetzt alles wieder 5 Schekel

B“H
Die israelische 5 Schekel (circa 1,20 Euro) Kaffeehauskette COFIX hob im Februar dieses Jahres die Produktpreise von 5 auf 6 Schekel an. Konkurrent COFIZZ zog kurz darauf nach.
Jetzt aber setzte COFIX den Preis für alle Ladenprodukte wieder auf 5 Schekel herunter. Egal, ob Sandwiches, Kaffee, ein Stückchen Kuchen, Salate, Toast, etc.
Doch es gibt einen Unterschied: Ab sofort kann der Kunde bei COFIX auch XL Größen kaufen. Wie einen großen Pappbecher Kaffee oder ein Riesensandwich. Das kostet dann allerdings 8 Schekel (circa 2 Euro). Alles ist aber immer noch wesentlich billiger als bei den regulären Kaffeehausketten.
Gleichzeitig plant COFIX eine weitere bessere Produktpalette und da kann man dann auch schon einmal 12 – 15 Schekel zahlen. Aber, wie gesagt, das alles ist wesentlich günstiger als reguläre Anbieter wie Cafe Aroma, etc. Bei Aroma allein zahlt man, je nach Filiale, 13 Schekel für einen großen Milchkaffee. To Go kostet 12 Schekel. Und damit liegt Aroma noch günstig, denn Cafe Hillel (was fast bankrott ist) oder Cafe Ne’eman verlangen sogar 14 – 16 Schekel für eine Tasse Kaffee.
https://www.globes.co.il/en/article-cofix-reverts-to-nis-5-per-item-formula-1001216012
Die Billigketten COFIX sowohl als auch Konkurrent COFIZZ entstanden vor 4 Jahren und ziehen die Kundschaft nur so an. Klar, kann man bei den Niedrigpreisen keine kulinarischen Sensationen erwarten, doch die Qualität ist okay und der Kaffee schmeckt. Die beiden Billigketten gibt es an vielen Orten im Land und wer als Tourist ein enges Budget hat, der gehe zu COFIX oder COFIZZ.
Gebäck, heiße Suppen oder sogar Suschi gibt es auch. Wenn auch nur vorwiegend bei COFIX. Ebenfalls bietet COFIX von Mittwoch bis Freitag ganze Kuchen zum Schabbat.
Viele Geschäftsleute imitieren mittlerweile die beiden größten Billigketten und bieten auch ihre Produkte für 5 Schekel an.
COFIX sowohl als auch COFIZZ sind koscher und haben ein Mehadrin Koscherzertifikat (Hechscher) vom Oberrabbinat.