Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Ist die Ritter Sport Schokolade koscher?“

B“H
Auch in Israel wird Ritter Sport verkauft, aber ob sich ein Koscherzertifikat auf der Verpackung befindet, kann ich nicht sagen. Wenn ich dran denke, schaue ich beim nächsten Mal im Supermarkt nach.
Wenn die Ritter Sport ein Koscherzertifikat besitzen sollte, so ist aber davon auszugehen, dass es sich bei den Zutaten um keine Chalav Israel handelt, sondern Milch, die aus dem Ausland stammt. Wer nur Chalav Israel konsumiert, der sollte wohl lieber auf die Ritter Sport verzichten.

Lecker: Ungarischer Schornstein – Kuchen

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Photo: Miriam Woelke

 

Schornstein – Kuchen habe ich jetzt einfach mal aus dem Englischen übersetzt bzw. übernommen.

Das Photo zeigt nur ein kleines Stück eines langen Kuchens, der innen hohl ist. Eine absolute Delikatesse. Wenn auch extrem kalorienreich …

Israelische Küche – Eindrücke

B“H
Ein Beruf, der tatsächlich niemals wegrationalisiert werden wird, ist der Koch. Israelis lieben das Essen und wer fragt, was man denn in Israel so ißt, schaue sich das Video an oder werfe einen Blick in die Wikipedia.
In dem Video geht es um Israelis, die sich mit eigenem Imbissstand selbstständig machten. Zwar ist der Bericht in hebräischer Sprache, doch wer Lust hat, kann sich die Essensvariationen anschauen. Von der Pizza bis hin zu Bulette. Israelis lieben Reis, Nudeln und vor allem allem allem SCHNITZEL. Jedes Kind will Schnitzel. Aus Fleisch und nicht irgendeinen veganen oder vegetarischen Klotz aus dem Chemiebaukasten. Dazu frische Salate oder Waffel.
Auf Hamantaschen berichtete ich heute bereits von der Cholent, einem traditionellen Schabbatessen:
https://hamantaschen.wordpress.com/2017/01/29/cholent-tschund-chamim/

 

 

Quark in Israel?

B“H
Egal, ob Israeli oder Anglo – Freunden von mir klarzumachen, was Quark (Speisequark) ist, kann ganz schön kompliziert sein. Jemand aus meinem Bekanntenkreis, der schon einmal in Deutschland gelebt hat, meinte, dass Quark eine total deutsche Erfindung sei.
Wer also in israelischen Supermärkten Quark sucht, wird kaum fündig werden, es sei denn, er begnügt sich mit dem hierzulande weit verbreiteten „weißen (Streich)Käse – Gvinah Levanah“. Ob das dann genauso schmeckt wie Quark, kann ich nach fast 17 Jahren Abstinenz aus Deutschland nicht mehr sagen.
Was sich in Israel riesiger Beliebtheit erfreut, ist Hüttenkäse (Cottage). Wer sich etwas zu Essen machen will, kann ja auf Gvinah Levanah oder Cottage umsteigen. 🙂

Backrezept: „Sufganiot zu Chanukkah“

B“H
Am Abend des 24. Dezember (gleich nach Schabbatausklang) zündet die jüdische Welt die erste von acht Chanukkah – Kerzen. Überall in Jerusalem genauso wie andernorts stellte die chassidische Gruppe Chabad – Lubawitsch bereits öffentliche Chanukkiyot (Chanukkah – Leuchter) auf und allabendlich finden am Zion Square öffentliche Feiern zum Zünden der jeweiligen Kerze statt. Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie das alles abläuft, kann auf das folgende Video klicken:
Die acht Chanukkah – Tage sind keine Feiertage, an denen alles geschlossen ist oder keine Busse fahren. An Chanukkah geht sehr wohl der Alltag weiter, doch die Mehrheit der Israelis zelebriert allabendlich das Anzünden der Kerzen. Bei Chanukkah handelt es sich nur um einen netten gemütlichen Feiertag, sondern es erinnert uns an der Sieg der Makkabäer über die griechische Besatzungsmacht, welche da das Judentum abschaffen wollte. Gesetzlich hatte man zur damaligen bereits die Beschneidung, den Schabbat sowie den Beginn eines jeden Monat gemäss des jüdischen Kalenders (Rosh Chodesh) abgeschafft.
Chanukkah war nicht nur der Sieg der Makkabäer vor mehr als 2000 Jahren. Vielmehr hat die Bedeutung des Festes bis in unsere heutige Zeit hinein Bestand. Immer noch gibt es Antisemitismus. Nichtjuden und sogar Juden machen sich über die jüdische Religion lustig oder wollen sie gar ganz abschaffen.
In Israel und meistens bei säkularen Juden blieb selbst Chanukkah nicht vom Kommerz verschont. Es werden fleissig Kerzen gezündet, doch wollen Kinder teure Geschenke. Und das an jedem Abend von Chanukkah. Spielzeugläden machen momentan den Umsatz des Jahres. In relig. Familien hingegen halten sich die Geschenke aufgrund des kaum vorhandenen Geldes eher in Grenzen. Was jedoch immer reissenden Absatz findet ist der Kreisel (Sevivon). Während die Kerzen brennen, wird mit dem Sevivon gespielt und das nicht nur von Kindern. Allerdings hat der Sevivion mystische Bedeutungen und enthält diverse Buchstaben, auf die er nach dem Drehen kippt.
Chanukkah steht nicht nur für den Sieg der Makkabäer, die da das Judentum verteidigten als die Griechen des Tempel entweihten. Das eigentliche Chanukkah–Wunder ist das Wunder mit dem Öl. Ein Wunder direkt von G–tt. Deswegen werden an Chanukkah Kerzen gezündet. Vorwiegend mit Öl, aber ob ich in diesem Jahr wie im vergangenen Jahr wieder mit Öl zünde oder doch mit regulären Kerzen, weiß ich noch nicht. 🙂
Was man an Chanukkah ißt ? Natürlich die traditionellen Sufganiot (Krapfen) mit allen möglichen Füllungen und Lattkes (Kartoffelpuffer).
Was ich an diesen, auch in Israel, kalten Wintertagen esse: Heiße Suppen. Ich bin kein Sufganiot – Freund und all das ist mir viel zu süß. Da ist es zuhause mit einer heißsen Suppe und den Chanukkah – Kerzen heimeliger.
Und wer die Sufaniot selber machen will:
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Photo: Miriam Woelke
Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt
Ein Rezept aus der Jerusalemer Bäckerei, in der ich bis vor 5 Jahren zu arbeiten pflegte:
1 kg Mehl (Vollkornmehl)
Eine dreiviertel Tasse Zucker
1 Teelöffel Salz
2 Eier
2 Eßlöffel Cognak
Eine halbe Tasse Olivenöl
60 g Hefe
Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel-Apfel-Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.
Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.
Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!

Chanukkah Sameach – Happy Chanukkah !!!

Ein paar kurze News aus Israel

B“H
In zwei Wochen beginnt das jüdische Chanukkah, welches acht Tage lang dauert. Der israelische Gesundheitsminister Yaakov Litzmann rief die Bevölkerung dazu auf, keine Sufganiot (Krapfen) zu essen, denn die enthalten zuviel Zucker. Israel steht weltweit mit an der Zuckerkonsumspitze, was auch ich bestätigen kann. Kinder und Jugendliche stehen morgens auf und essen erst einmal Cornflakes mit Schokolade zum Frühstück. Und dann all der Junk, der im Einkaufswagen landet. Kartoffelchips und sämtliches süßes Zeug.
Nicht nur die traditionellen Chanukkah – Sufganiot triefen vor Fett und Zucker. Irgendwie haben die hiesigen Bäcker die Angewohnheit, über Kuchen oder selbst kleineres Gebäck nochmal heißen Zuckersirup zu kippen. Heißen Zucker mit Fett und Wasser, damit alles schön glänzt.
Zumindest ein oder zwei Sufaniot werde ich mir an Chanukkah aber dennoch gönnen:
http://www.timesofisrael.com/visions-of-sugar-encrusted-doughnuts-dance-in-this-pastry-chefs-head/
Ein Leser fragte nach der Katzenfamilie in unserem Garten. Nun, dazu gibt es zwei traurige Mitteilungen: Der kleine Kater Tommy, den ich vor circa zwei Monaten aufnahm, ist seit drei Wochen verschwunden. Er war draußen und entweder wurde er überfahren oder von einer Familie im Nachbarhaus gefoltert. Besagte amerikanische Familie lebt hier mit mehreren Kindern und es handelt sich um christliche Touristen, die für die UNO arbeiten. Die Kinder sind schon mehrmals unangenehm aufgefallen und foltern gerne Straßenkatzen. Wenn ich sie inflagranti erwische, gibt es eine Anzeige. Tierquälerei wird in Israel streng geahndet.
Tommy ist also weg und ein weiterer Kater der Katzenfamilie lag tot vor dem Haus. Vermutlich angefahren, ich weiß es nicht. Aktuell leben nur noch zwei weibliche Katzen im Garten und jetzt zum aufkommenden Unwetter und der Kälte in den nächsten Tagen, stellte ich ihnen ein kleines Haus auf. Meine Katze Jerry ist, nach wie vor, aktiv.
Ebenso wollte der Leser wissen, was die Hamas so treibt, denn in Deutschland höre man nichts in den Medien.
Nun, die Hamas wäre nicht die Hamas, wenn sie nichts gegen Israel unternehme. Nahe der Grenze zu Israel werden im Gazastreifen weiter Tunnel gebaut, um Israel irgendwann wieder anzugreifen. Mehrmals krachten die Tunnel zusammen und einige Hamasniks kamen dabei ums Leben. Pech gehabt! Die libanesische Hizbollah verkündet regelmäßig das Ende Israels und auch der Iran ließ dieser Tage dieselbe Mitteilung raus. Nichts Neues also.
Wie bereits in einem vorherigen Artikel erwähnt: Der Winter zieht dieser Tage in Israel ein. Schon heute ist der Himmel grau verhangen und ein Sturm zieht auf. Später soll es richtig schütten. Morgen dann nur Regen und ein heftiger Sturm. Bis mindestens Sonntag bleibt es eiskalt bei Temperaturen zwischen 4 – 10 Grad Celsius.
Warum das Wetter in Israel immer ein Thema ist?
Zum einen, weil wir dringend Regen für den See Genezareth (Kinneret) benötigen. Zum anderen, weil die wenigsten Leute eine richtige Heizung haben und mit der Kälte die Stromrechnung steigt. Und bei Sturm fliegen umkippende Bäume auf Stromleitungen und dann gibt es gar keinen Strom mehr. Seit Jahren schon will man solchen Schäden vorbeugen, aber nichts passiert. Genauso verhält es sich mit öffentlichen Bunkern, um die sich keiner kümmert. Käme ein richtiger Krieg, die israelische Zivilbevölkerung bliebe sich selbst überlassen.

Israelische Küche: S’CHUG

B“H
Wer nach Israel kommt, der muss unbedingt den S’CHUG der jemenitischen Juden probieren. Wenn es geht, den Grünen und nicht unbedingt den Roten, denn Letzterer ist so scharf, dass es einem sonst was zuzieht. Beim roten S’chug droht echt Erstickungsgefahr.
Bei mir im Kühlschrank steht immer S’chug. Kein Selbstgemachter, sondern Gekaufter aus der Fabrik. In Supermärkten findet Ihr eine Riesenauswahl an verschiedenen Sorten und der S’chug kann für Salate, in einer Pitah mit Falafel oder Schwarma oder einfach nur auf einem Sandwich gegessen werden. Allerdings immer nur ein klein wenig, sonst speit Ihr echt Feuer. Aber scharf essen ist ja bekanntlich gesund. 🙂

 

 

Der S’chug jedenfalls soll sich positiv auf die Blutgefässe, den Blutdruck und das Herz auswirken. Bleibt also nur noch ein passendes Rezept:
https://www.fromthegrapevine.com/israeli-kitchen/recipes/how-make-schug-mediterranean-hot-sauce