Leben in Jerusalem

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Essen an Pessach (Passover)

Bekanntes aus Deutschland / Schweiz im israelischen Supermarkt

B“H

Copyright: Miriam Woelke

Drei Fertigsuppen für zehn Schekel (umgerechnet 2,50 Euro).

Copyright: Miriam Woelke

Copyright: Miriam Woelke

Die rot – weißen Aufkleber auf der Verpackung bedeuten viel Zucker und Fett. Genau wie bei der Kinderschokolade.

Zum Essen in Israel

Krankenkasse, Masken & Machane Yehudah Markt

B“H
Was ich auf Youtube in Bezug auf Deutschland so sehe ist, dass nicht gerade viele Leute eine Maske tragen. Anders hingegen in Jerusalem, wo fast jeder eine Maske trägt. Vor allem in den öffentlichen Verkehrsmittel und die Straßenbahn gibt immer wieder in ihren Lautsprecheransagen bekannt, dass kein Fahrgast ohne Maske einsteigen sollte.
Heute Morgen war ich bei meiner Krankenkasse, wo die Regulierungen des Gesundheitsministeriums streng eingehalten werden. Niemand wird ohne Maske ins Gebäude gelassen. Auch nicht im Shaare Zedek Medical Center, wo ich gestern zur Chemotherapie war. Ferner fragen Krankenkasse und Krankenhaus, wo genau man hinwill. Zu welchem Arzt bzw. in welche Abteilung. Häufig werden auch Dokumente verlangt.
Vor dem Krankenkassengebäude muss erst ein Formular ausgefüllt werden. Ob man irgendwie mit Covid 19 in Berührung kommt. Mit Infizierten oder ob man kürzlich im Ausland war. Danach wird erkundet, was das Anliegen ist und wo genau man hin will. Ich hatte mehrere Sachen zu tun, was aber recht leicht war.
Zuerst zum Hausarzt zwecks weitere chemo – begleitender Medikamentenrezepte. In der Verwaltung bekam ich zwei Kostenübernahmeformulare. Ein weiteres Jahr Onkologie sowie den CT Scan Ende des Monats. Unten in der hauseigenen Apotheke musste ich warten, denn es wird nur eine kleine Anzahl von Leuten eingelassen.
Da ich schon mal in der Stadt war, ging ich kurz zum Machane Yehudah Markt, wo an den Eingängen Fiebergemessen wird. Oder so ähnlich jedenfalls. 🙂
Der Sommer ist endlich da und bis auf Weiteres haben wir über 30 Grad Celsius. Nächste Woche in Jerusalem fast täglich 36 Grad.
Gestern nach der Chemotherapie war ich im Markt Kaffee kaufen. So richtig frisch gemahlene Bohnen in einem recht neuen Shop. Zwar sind dort die Preise mit 15 Schekel (fast 4 Euro) pro 100g angegeben, aber 100g werden gar nicht verkauft. Nur halbe Kilos und Kaffee per Kilo. Das aber war mir zu teuer und ich handelte den Typen auf 250g herunter.
Und so kaufte ich zwei Sorten: Afrikanischen Kaffee und äthiopischen. Der afrikanische Kaffee ist nicht schlecht, doch der äthiopische ist echt gut. Allerdings werde ich bei Lavazza – Filterkaffee bleiben oder halt israelischen Turkish Coffee filtern, was auch sehr gut schmeckt. Ohne Filterkaffee aber geht es bei mir nicht. Im Machane Yehudah werde ich vielleicht ab und zu den äthiopischen Kaffee kaufen, aber wenn, dann jeweils nur 250g.
Der Shop befindet sich im unteren Teil in der überdachten Hauptstraße des Marktes. Von der Agrippas kommend auf der linken Seite.
Ansonsten ist im Machane Yehudah Markt wieder fast alles offen. Nur nicht die Snack Bars. 

Eine Tasse Kaffee in Israel

B“H
Wer in Israel guten Bohnenkaffee sucht, der gehe zur AROMA Kette, die es fast in jedem Ort gibt. Dort kostet die Tasse Milchkaffee normalerweise zwischen 13 – 14 Schekel (ca. 3 – 4 Euro), was in Israel als günstig gilt. Coffee – to – go ist noch etwas günstiger und man kann sich ja draußen irgendwo auf eine Bank setzen.
Wenn ich Kaffeetrinken gehe, dann nur zu AROMA und manchmal zu den Billigketten Cofizz oder Cofix. Hauptsächlich jedoch AROMA und auch im Krankenhaus des Shaare Zedek Medical Center, wo ich regelmäßig in die Onkologie zur Behandlung gehe, befindet sich eine AROMA Niederlassung.
Normalerweise koche ich mir täglich Kaffee daheim zum Frühstück. Ganz altmodisch, denn ich mache das mit aufgesetztem Filter und so. Ohne Maschine, aber trotzdem ist der Kaffee sehr gut. Und gestern habe ich sogar einmal richtig investiert, denn ich kaufte mir so richtig teuren Filterkaffee aus dem Ausland: Lavazza & Melitta. Beide Sorten sind übrigens sehr gut und ich sage das nicht nur so. Werbung mache ich keine und die Firmen zahlen mir keinen einzigen Cent. 🙂 
Israelis trinken vorzugsweise löslichen Nescafe, den ich nicht herunterkriege. Wer richtigen Kaffee liebt, der will Filterkaffee. Richtiger Kaffee ist in Israel nicht gerade billig. Die gestrigen Preise bewegten sich für 250g zwischen 21 und 28 Schekel (5,50 – 7 Euro). Morgen nach dem Krankenhaus will ich zum Machane Yehudah Markt, denn dort gibt es in der überdachten Hauptstraße einen Laden mit frischen Kaffeebohnen. Dort kostet das Kilo um die 80 Schekel (20 Euro) und mehr, aber ich werde mal ein paar Sorten a 100g probieren.

Unterschiede bei Juden an den Pessach – Feiertagen

Coronavirus Update Jerusalem / 12. April 2020

B“H
Das Wetter ist, nach den letzten zwei verregneten Tagen, wieder sonnig und wärmer. Zumindest bis Freitag, wenn der Winter abermals zurückkehrt.
Die Ausgangssperre in Jerusalem gilt nach wie vor, denn unsere Stadt hat den höchsten Anteil an Corona – Infizierten. Stadtteile wie Ramot, Rehavia, Nachlaot, das City Center, Ge’ulah sowie zahlreiche weitere Stadtteile werden wesentlich strenger kontrolliert und noch nicht einmal Taxen dürfen passieren.  Aktuell starben in Israel bisher 103 Menschen am Coronavirus und 11,145 sind infiziert.
Mittags kamen heute Freunde vorbei, die für mich einkauften und ebenso rief jemand von der Krankenhaus – Onkologie an, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Mittwoch in einer Woche steht meine nächste Chemotherapie – Behandlung an.
Ich bin froh, einen Balkon zu haben, denn bei dem schönen Wetter heute nicht rauszugehen und die blühende Natur zu geniessen, wäre eine Qual. Auf dem Balkon lässt es sich wenigstens aushalten.
Ansonsten leide ich unter mehreren Nebenwirkungen der Onkologie – Behandlung, aber ich habe Medikamente dagegen.
Zum Thema PESSACH will ich noch ein paar Podcasts machen. Insbesondere zum Essen. Was in der Diaspora schnell übersehen wird: Sephardische und aschkenazische Juden haben unterschiedliche Pessach – Essenvorschriften / Gewohnheiten und wenn in der Diaspora berichtet wird, dann immer nur gemäß aschkenazischen Vorschriften. Auf dieses Thema will ich ein wenig eingehen, denn es kommt stets viel zu kurz.
Was man so ißt? Gerade eben koche ich mir eine frische Gemüsesuppe mit Kartoffeln, Knoblauch, Brokkoli, Sellerie, Zwiebel und einer Karotte. Wenn alles so richtig brodelt, tue ich noch Mazze – Knödel hinzu. Die gibt es in jedem israelischen Supermarkt, doch selbermachen ist möglich. Entweder mit Mazze – Mehl oder einfach nur zwei oder drei Pessach – Mazzot zerkleinern, sodass alles bröselig wird. Zwei Eier hinzugeben und dann einfach nur kleine Bällchen formen und aufkochen.
Mazze – Mehl kann ebenfalls selber hergestellt werden, indem man Mazzot zerkleinert. In eine Tüte tun und draufrumhauen. So in der Art. 🙂
Wer denkt, aschkenazische Juden haben an Pessach nichts zu essen, irrt. Allerdings sollte man schon seine eigene Küche haben, um zu kochen. Eier, Kartoffeln, Fisch, Fleisch, Karotten, Zwiebeln, Brokkoli, Gurken, Tomaten, Sellerie, Lauch, Knoblauch, grüner Salat, selbst Backmischungen koscher für Pessach. Meistens bestehend aus Kartoffelmehl. Joghurt, Schokolade, Milch, Kekse (extra koscher für Pessach aus Kartoffelmehl). Man keine eine ganze Menge zaubern. Persönlich liebe ich Pfannkuchensuppe mit Pfannkuchen aus Mazze – Mehl. 🙂