Leben in Jerusalem

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Ein paar kurze News aus Israel

B“H
In zwei Wochen beginnt das jüdische Chanukkah, welches acht Tage lang dauert. Der israelische Gesundheitsminister Yaakov Litzmann rief die Bevölkerung dazu auf, keine Sufganiot (Krapfen) zu essen, denn die enthalten zuviel Zucker. Israel steht weltweit mit an der Zuckerkonsumspitze, was auch ich bestätigen kann. Kinder und Jugendliche stehen morgens auf und essen erst einmal Cornflakes mit Schokolade zum Frühstück. Und dann all der Junk, der im Einkaufswagen landet. Kartoffelchips und sämtliches süßes Zeug.
Nicht nur die traditionellen Chanukkah – Sufganiot triefen vor Fett und Zucker. Irgendwie haben die hiesigen Bäcker die Angewohnheit, über Kuchen oder selbst kleineres Gebäck nochmal heißen Zuckersirup zu kippen. Heißen Zucker mit Fett und Wasser, damit alles schön glänzt.
Zumindest ein oder zwei Sufaniot werde ich mir an Chanukkah aber dennoch gönnen:
http://www.timesofisrael.com/visions-of-sugar-encrusted-doughnuts-dance-in-this-pastry-chefs-head/
Ein Leser fragte nach der Katzenfamilie in unserem Garten. Nun, dazu gibt es zwei traurige Mitteilungen: Der kleine Kater Tommy, den ich vor circa zwei Monaten aufnahm, ist seit drei Wochen verschwunden. Er war draußen und entweder wurde er überfahren oder von einer Familie im Nachbarhaus gefoltert. Besagte amerikanische Familie lebt hier mit mehreren Kindern und es handelt sich um christliche Touristen, die für die UNO arbeiten. Die Kinder sind schon mehrmals unangenehm aufgefallen und foltern gerne Straßenkatzen. Wenn ich sie inflagranti erwische, gibt es eine Anzeige. Tierquälerei wird in Israel streng geahndet.
Tommy ist also weg und ein weiterer Kater der Katzenfamilie lag tot vor dem Haus. Vermutlich angefahren, ich weiß es nicht. Aktuell leben nur noch zwei weibliche Katzen im Garten und jetzt zum aufkommenden Unwetter und der Kälte in den nächsten Tagen, stellte ich ihnen ein kleines Haus auf. Meine Katze Jerry ist, nach wie vor, aktiv.
Ebenso wollte der Leser wissen, was die Hamas so treibt, denn in Deutschland höre man nichts in den Medien.
Nun, die Hamas wäre nicht die Hamas, wenn sie nichts gegen Israel unternehme. Nahe der Grenze zu Israel werden im Gazastreifen weiter Tunnel gebaut, um Israel irgendwann wieder anzugreifen. Mehrmals krachten die Tunnel zusammen und einige Hamasniks kamen dabei ums Leben. Pech gehabt! Die libanesische Hizbollah verkündet regelmäßig das Ende Israels und auch der Iran ließ dieser Tage dieselbe Mitteilung raus. Nichts Neues also.
Wie bereits in einem vorherigen Artikel erwähnt: Der Winter zieht dieser Tage in Israel ein. Schon heute ist der Himmel grau verhangen und ein Sturm zieht auf. Später soll es richtig schütten. Morgen dann nur Regen und ein heftiger Sturm. Bis mindestens Sonntag bleibt es eiskalt bei Temperaturen zwischen 4 – 10 Grad Celsius.
Warum das Wetter in Israel immer ein Thema ist?
Zum einen, weil wir dringend Regen für den See Genezareth (Kinneret) benötigen. Zum anderen, weil die wenigsten Leute eine richtige Heizung haben und mit der Kälte die Stromrechnung steigt. Und bei Sturm fliegen umkippende Bäume auf Stromleitungen und dann gibt es gar keinen Strom mehr. Seit Jahren schon will man solchen Schäden vorbeugen, aber nichts passiert. Genauso verhält es sich mit öffentlichen Bunkern, um die sich keiner kümmert. Käme ein richtiger Krieg, die israelische Zivilbevölkerung bliebe sich selbst überlassen.

Der Besucher

B“H
Bis Mittag musste ich heute in meinem Hauptjob im Office arbeiten und bin vorhin erst heimgekommen. An den Zwischenfeiertagen von Sukkot arbeiten wir dort nur halbtags. Was ich heute noch unternehme und ob überhaupt, kann ich noch nicht sagen. Gegen Abend wollen Freunde vorbeikommen und wir werden vermutlich auf meinem Balkon landen.
Gestern Abend brachte mir eine Freundin ein halb verhungertes Kätzchen vorbei. Sie hatte es bei sich vor dem Haus gefunden, konnte es jedoch nicht behalten. Und so schleppte sie den kleinen Kater zu mir, um ihn aufzupäppeln. Da ich bereits eine Katze habe, will ich ihn nur solange im Haus behalten, bis er wieder lebensfähig ist. Nach all dem Fleisch, was ich ihm gab, schaut er heute bereits wesentlich besser aus. Gleichzeitig aber muss ich aufpassen, dass meine Katze nicht eifersüchtig wird. Und allein das ist gar nicht mal so einfach.

 

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Das ist Tom —– Photo: Miriam Woelke

 

Da meine Katze Jerry heißt, haben wir den kleinen Kater Tom „getauft“. Sobald er wieder bei Kräften ist, lasse ich ihn draußen im Garten herumlaufen. Dennoch sehe ich schon jetzt, dass er wie ein kleiner Hund ist, denn Tom läuft mir nur hinterher und sucht Liebe. Auf dem Heimweg von der Arbeit war ich schnell in der Tierhandlung und habe ihm ein kleines Spielzeug gekauft. Besagte Freundin will ihm heute sogar noch ein extra Bett kaufen. Na, dann …

Unsere Katzen

B“H
Immer wieder fragen mich Leser, was denn eigentlich aus der Straßenkatzenfamilie geworden ist, die vor zwei Jahren bei uns im Vorgarten lebte. Ein Familienmitglied nahm ich bei mir auf, da die Mutter überfahren worden war. Das Kätzchen war zu dem Zeitpunkt drei Monate alt und sein ihr Alter viel zu klein. Also gab ich Jerry ein Zuhause, schleppte sie zum Tierzarzt und ließ sie sterilisieren und impfen.
Aus dem kleinen hilfsbedürftigen Kätzchen ist heute, nach mehr als eineinhalb Jahren, eine riesige verzogene Queen geworden.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Leider gelang es mir niemals, Jerry in eine Hauskatze zu transformieren. Mittlerweile ist sie fast nur draußen und ich diene als eine Art „Drive In“ fürs Essen. Ich weiß, dass sie jederzeit unter einem Auto landen kann oder sonst irgendwie zu Schaden kommen kann, aber was soll ich machen? Ich will sie nicht einsperren. Und als Katzenhalter ist man eh kein Freund, sondern lediglich Personal. 🙂
Und was wurde aus all den anderen Mitgliedern der Family?
Ein Nachbar legte im letzten November Gift aus und viele Katzen starben einen grausamen Tod. Uns ist bekannt, wer es war, doch beweisen können wir gar nichts. Der Amerikaner ist in der Nachbarschaft eh nicht besonders beliebt und niemand will etwas mit ihm und seiner Family zu tun haben. In Israel wird Tierschutz sehr ernst genommen und man kann sehr wohl Tierquälereien anzeigen.
Mehrere Katzen wurden überfahren und dann tauchte eine amerikanische Familie auf, die ins Nebenhaus zog. Leute, die für die UNO arbeiten und palästinenserfreundlich sind. Deren Kinder fingen an, Katzen zu quälen und mindestens drei Katzen verschwanden spurlos. Ich weiß nur, dass diese Kinder wieder am Werk waren, da Leute diese beobachteten und wegscheuchten. Offenbar nahmen sie eine der Katzen mit und sperrten sie daheim in einen Käfig. Ob das Tier noch lebt, kann ich nicht sagen.
Da soll nochmal jemand sagen, der Mensch sei keine Bestie.
Die Katzenfamilie ist bis auf drei Mitglieder geschrumpft und dazu kommt Jerry. Mit den Katzen im Garten haben wir bei der Hitze weder Mäuse, Ratten, Kakerlaken, Schlangen oder Eidechsen. Das ist der Vorteil, wenn man Katzen hat.
Ob ich mir nochmals ein Haustier anschaffen würde? Vielleicht sollte ich es mit einem Dobermann versuchen, der allen Tierquälern an die Gurgel geht! 🙂

Aktuelles von den Katzen

B“H
Jemand fragte mich nach den Straßenkatzen in unserem Vorgarten und ob die und meine eigene Katze noch existieren?
Ja, tun sie, wenn auch nicht mehr in voller Anzahl. Meine Katze Jerry rumpelt nach wie vor herum und ist ziemlich riesig geworden. Mit den Straßenkatzen im Vorgarten ist sie verwandt, wenn auch aus einem späteren Wurf. Vor etwas mehr als einem Jahr nahm ich Jerry auf, denn ihre Mutter war überfahren worden und der Rest der Sippe nahm sie nicht an. Ständig wurde sie von den anderen verprügelt und so verbrachte Jerry ihren Tag zusammengekauert unter einem Auto. Damals war sie knapp drei Monate alt und zu klein für ihr Alter.
Ich nahm sie auf und sofort fühlte sie sich wie zuhause. Aus dem kleinen scheuen Kätzchen ist mittlerweile der Boss im Haus geworden. Sie hat das Sagen und ich bin nur geduldelt.
Eine richtige Hauskatze wurde aus ihr nicht, denn sie liebt es, draußen zu sein und durch die Vorgärten zu cruisen. Einen Großteil des Tages und vor allem die Nacht verbringt sie jedoch im Haus.
Viele Mitglieder der Katzenfamilie sind längst tot. Entweder auf der Straße überfahren oder, wie letzten November, vergiftet. Wir wissen nicht, wer vergiftetes Essen ausgelegte, doch jemand muss es getan haben. Mindestens sechs Katzen sind auf diese Weise qualvoll verendet. Ein Tod, der mehrere Tage dauerte. Hätten wir damals herausgefunden, wer der Übeltäter war, dann hätte es eine Anzeige gehagelt. Zumindest war es jemand, der offenbar Probleme mit seinem eigenen Leben hat und vor nichts zurückschreckt.
Zwei Katzen der Familie haben gerade Junge. Nicht in unserem Garten, sondern irgendwo in der Nähe. Das Leben der Straßenkatzen ist hart und in einem Jahr, wenn sie denn noch leben, haben die heutigen Neugeborenen bereits eigene Kinder.

Jerusalem: Mega – Schneesturm – Vorhersage

B“H
Der heutige verregnete Schabbat ging gerade zu Ende und nun sollen wir uns auf einen aufziehenden Mega – Schneesturm vorbereiten. Bereits jetzt weht es draußen ziemlich kräftig und ich stellte schon mal die Balkonpflanzen unter den Balkontisch. Damit nicht alles davonfliegt, denn ich wohne am Stadtrand und hier weht der Wind wie durch die offene Prärie.
Morgen wird er also da sein, der „Mega – Sturm“ dieses Winters. Dazu Regenmassen, Graupel und Schnee. Dienstagmorgen sollen in Jerusalem bis zu 5 cm Schnee fallen. Wenn dem so ist, gibt es weder Schule noch Arbeit oder Busse. Alles bleibt geschlossen und der Pikud Ha’Oref (Zivilschutz) forderte die Bevölkerung auf, sich mit Lebensmitteln einzudecken. Die Temperaturen fallen bis auf Null Grad ab. In Deutschland mag das gar nichts sein, in Israel aber sind Null Grad eine kleine Katastrophe, bei unseren miserablen Heizungen. Gar nicht auszudenken, wenn wegen dem Sturm auch noch der Strom ausfällt.
Für unsere Straßenkatzenfamilie habe ich ein kleines Haus gebaut und mit Decken und Pappe ausgelegt. Es sind eh nur noch zwei Katzen und ein kleiner Kater da, denn der Rest ist männlich und läufig oder umgekommen. Von Autos angefahren und im November 2015 vergiftete jemand in der Straße Katzenfutter und sechs Katzen gingen dabei auf ziemlich elendige Weise drauf.
Hier seht Ihr die Wettervorhersage für Jerusalem:
http://www.02ws.co.il/station.php?lang=0
Das ganze gibt es auch als App!

Israel ist voller Straßenkatzen

B“H
Unser ganzes Land ist vollgepackt mit Straßenkatzenkolonien und neulich erst machte ein Politiker den idiotischen Vorschlag, wir sollen die Straßenkatzen doch in ein anderes Land deportieren.
Ich selber füttere zusammen mit anderen Nachbarn eine Katzenfamilie, die seit circa eineinhalb Jahren in unserem Vorgarten lebt. Innerhalb der letzten Woche fanden wir mehrere Katzen in desolatem Zustand. Sprich halbtot oder gar tot. Wir nehmen an, dass irgendjemand aus dem Nachbarhaus die Katzen vergiftet. Beweise haben wir keine, jedoch verdächtigen wir zwei Bewohner des Hauses, da sich alle vergifteten Katzen dort aufhielten.
Erst am vergangenen Freitag zog ich eine weitere tote Katzen aus dem Gebüsch und wir alle sind ziemlich geschockt, da die Katzen leiden, aber im Prinzip nichts mehr zu machen ist. Darüber hinaus handelt es sich um eine total nette Katzenfamilie und keine einzige Katze ist gemein oder brutal.
Selber habe ich eine Katze bei mir aufgenommen. Aus eben jener Familie von der Straße und jetzt habe ich Angst, dass sie von absichtlich ausgelegtem vergiftetem Fleisch naschen könnte. Allgemein frißt sie, wenn sie draußen ist, nichts außer Fliegen, kleine Echsen oder Schmetterlinge, aber wer weiß, wo sie so abhängt.
Ein Leser fragte, welche Katzenarten es denn in Israel gibt. Dazu kann ich nur sagen: „Alle gängigen Arten“. Generell lieben Israelis Haustiere und Hunde und Katzen sind weit verbreitet.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Das ist nicht „unsere“ Katzenfamilie, sondern ich nahm das Photo in einer anderen Gegend auf.

Aufheiterungen

B“H
Es mag sich trivial anhören, doch jeder Haustierbesitzer wird mich bestens verstehen: Nachdem meine Katze Jerry einige Tage ziemlich krank war und ich das Schlimmste befürchtete, erholte sie sich gestern Abend wieder. Das Fieber war weg, sie atmete normal und begann zu essen, sich zu putzen und ihre Klauen am Scratch Post zu schärfen. G – tt sei Dank, muss ich sagen, denn der Tierarzt und ich wollten Jerry heute gemeinsam einfangen, weil sie sich, wie die meisten Katzen, beharrlich weigert, in den Tragekoffer zu steigen. Eine Katze in den Tragekoffer zu locken gleicht einer olympischen Disziplin. Leute, die keine Katzen haben, können sich das Problem nicht vorstellen, aber wer eine Katze hat, geht in puncto Tragekoffer durch die Hölle.
Etwas später rufe ich den Tierarzt an und sage den „Einfangtermin“ ab. Ich bin total happy, denn allein der Gedanke ans Einfangen ist schon stressig genug.
Des Weiteren hellt sich das Wetter allmählich auf. Bis Mittag bestehen noch gute Chancen auf mehr Regen, aber danach wird es trocken bleiben. Am gestrigen Sonntag war das Thema Nummer 1 in Israel der erneute Wintereinbruch. Regen und Hagel noch und nöcher und vor allem in Tel Aviv waren viele Straßen überschwemmt. Wenn es in der Küstenstadt regnet, dann kommt in einer halben Stunde soviel Regen herunter wie in Jerusalem an einem Tag. Gullis sind dünn gesät und so staut sich das viele Wasser in den Straßen.