Leben in Jerusalem

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Beim Jerusalemer Light Festival 2018

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Einmal pro Jahr findet es statt: Das Jerusalemer Light Festival. Austragungsort ist stets die Altstadt und der Eintritt ist frei. Wer sich das aktuelle Light Festival noch anschauen will, kann das heute und morgen (Donnerstag) Abend noch tun. Morgen Abend endet das Light Festival 2018.
Mit einer Freundin machte ich mich gestern Abend auf den Weg zum Event in der Altstadt. Von meinem Stadtteil aus kann ich bequem in die Altstadt laufen und nach 20 Minuten waren wir am Jaffator.
Das Jaffa Tor (Jaffa Gate oder Sha’ar Yaffo) ist eines von mehreren Toren, das in die Altstadt führt. Es ist, neben dem Damaskustor, das bekannteste und zugleich der sicherste Zugang in die Altstadt. Gleich am Jaffator steht der antike stattliche Bau des Tower of King David, welcher da gar nichts zu tun hat mit König David. Vielmehr diente das Bauwerk dem Herodes als Palast.
Touristen sollten das Areal des Towers unbedingt besuchen, obwohl der Eintritt um die 10 Euro beträgt. Drinnen wartet ein faszinierender Blick über die Alt – und Neustadt sowie ein riesiger Innenhof, viel antike Geschichte aus unterschiedlichen Zeitperioden und mehrere Gebäude und Ausstellungsstücke.
Normalerweise befindet sich vor dem Jaffator immer eine eindrucksvolle Lichtinstallation, aber zu diesem Light Festival gibt es lediglich eine Lasershow, die sich auf der Altstadtmauer abspielt. Nichts Beeindruckendes und eher enttäuschend, wie ich fand.
Das Jerusalemer Light Festival ist seit Jahren ein Publikumsrenner und Leute aus dem ganzen Land kommen angerauscht. Dazu die unzähligen ausländischen Touristen, die in der Stadt weilen. Wer die Altstadt kennt weiß, dass es ziemlich häufig nur schmale Gassen gibt und beim Light Festival quetschen sich die Massen da nur so durch. Oft sieht man nicht viel und dann halten Tausende Leute auch noch ihre Smartphones zum Filmen in die Luft.
Wir hatten Glück und waren pünktlich zu Beginn um 20.00 Uhr da. Obwohl eine Menge Leute da waren – es war noch nicht so überlaufen wie eine Stunde später. Die Lasershow vor dem Jaffator sahen wir nicht zuende an und machten uns stattdessen auf den Weg durchs Tor. Dort gab es eine bessere Light Show auf der Mauer des Tower of King David.

 

 

Im Armenischen Viertel war diesmal gar nichts und so strömten alle ins jüdische Altstadtviertel. In der dortigen Chabad Street, gleich oberhalb des Cardo, findet sich eine COFIX Filiale, wo alle Produkte für nur wenige Schekel verkauft werden. Es war noch relativ leer und so gab es erst einmal Eiskaffee.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Eine weitere Enttäuschung war, dass das Cardo geschlossen war und es dort keine Lichtinstallationen wie sonst gab. Beim Cardo handelt es sich um eine antike Marktstraße, welche vor 2000 Jahren von der römischen Besatzungsmacht gebaut wurde. Bis heute kann man dort die originalen Steine und diverse Säulen sehen.
Auf dem Hauptplatz des jüdischen Viertels gab es an der Hurva Synagoge eine Lichtinstallation und das wars.

 

 

Was in diesem Jahr ausblieb: Die einzelnen Routen, die man ablaufen kann, waren kaum gekennzeichnet und so verliefen sich viele Besucher. Man wusste nicht mehr wie weiter und stand verlassen im armenischen oder muslimischen Viertel. Aber —– es gab Toiletten und sogar Klopapier!!!
Mit der Freundin lief ich mehrere Kilometer und wir irrten herum, aber keine Lichtinstallationen weit und breit. Im muslimischen Viertel gab es Konzerte von Leuten, die sich da irgendwie hingestellt hatten und musizierten. Wege waren nicht gekennzeichnet und irgendwie landeten wir im christlichen Viertel an dem Brunnen am Hauptplatz. Dort gab es etwas zu sehen, wenn auch nicht viel.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Dann noch ein paar kleinere Shows und auf Tausend Umwegen zusammen mit verlorenen gegangenen Israelis standen wir wieder am Jaffator. Die meisten Lichtinstallationen finden sich diesmal außerhalb der Stadtmauer, doch das, was wir bis dahin gesehen hatten, war enttäuschend und machte keine Lust auf mehr. Außerdem musste meine Begleitung rechtzeitig ihren letzten Bus erwischen und so gingen wir langsam wieder Richtung Zuhause.
Am Jaffator waren zu der Zeit, gegen 22.00 Uhr, die wahren Massen eingetroffen und es gab kaum mehr ein Durchkommen. Vor den Treppen am Zionsberg sahen wir zwei Light Shows, doch da war kein Durchkommen mehr, ohne von den Massen zerquetscht zu werden.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Wir hatten uns mehr versprochen, aber richtig enttäuscht waren auch wieder nicht, denn der lange Spaziergang bei angenehmen Temperaturen hatte Spass gemacht. Endlich sahen wir mal wieder das muslimische Viertel und kauften dort frischgepressten Fruchtsaft für wenig Geld. Viele Araber hatten ihre Shops offen oder schauten in den Cafes Fussball WM.
Warum die meisten Light Shows außerhalb der Altstadtmauer stattfanden?
Eine Lokalzeitung berichtete vor einiger Zeit, dass sich die Bewohner des jüdischen Altstadtviertels massiv über die ständige Lärmbelästigung beschwert hatten. Aber, hey, wer in einem populären Stadtteil wohnt, muss oft einiges ertragen. Als ich fast direkt am Zionsplatz (Zion Square) wohnte, hatten wir des Nachts Junkies vor dem Haus, dröhnende Musik aus den Pubs und dann auch noch arabische Terroranschläge. Als die Nachbarn die Polizei riefen, wurde ihnen mitgeteil, dass die Bewohner der Innenstadt das halt so hinnehmen müssen. Zumindest bis Mitternacht.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

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Jerusalem: „Das Wetter am ersten Pessach – Abend“

B“H
An diesem Freitagabend ist bekanntlich der erste Pessach (Passover) – Abend und die jüdische Welt beginnt ihr siebentägiges Pessach – Fest. In der Diaspora wird Pessach acht Tage lang gefeiert und, wie es die Umstände diesmal wollen, haben auch wir in Israel acht Tage.
Pessach beginnt an diesem Freitagabend, der sogleich auch Schabbat ist. Pessach endet in Israel am nächsten Freitagabend, dem 6. April 2018. Doch an dem Abend ist wieder Schabbat und demzufolge sind die Bäckereien geschlossen und können kein frisches Brot backen. Und Nudeln oder sonstige Getreidespeisen können wir vorher noch nicht zubereiten, da ab Donnerstagabend der letzte Pessach – Feiertag ist. Ein richtiger Feiertag und kein Zwischenfeiertag.
Also müssen wir in Israel ebenfalls bis zum Samstagabend, dem 7. April warten, um wieder Getreide essen zu können. Weil der erste Pessach – Abend diesmal auf einen Schabbat fällt, ist halt alles ein wenig komplizierter.
Die Wettervorhersage für diesen Freitag in Jerusalem: Kühl bei 15 Grad Celsius und nachts nur 9 Grad Celsius.
Am Sonntag, dem 1. April wollte ich eigentlich in die Altstadt gehen und mir im jüdischen Viertel die Pessach – Action ansehen. Dann aber fiel mir ein, dass ja die Christen Ostern feiern und dass mittags am Jaffator alles total gesperrt sein wird. Die Armenier haben ihren traditionellen großen Umzug mit Spielmannszug, Trommeln und Dudelsäcken.
Wenn ich in die Altstadt gehe, benutze ich normalerweise nicht das Jaffator, sondern gehe die Stufen hinter der Cinematheque hinauf. Richtung Zionsberg. Trotzdem wird die Altstadt rappelvoll sein und vielleicht gehe ich erst am Montag.
Montagmorgen ist der traditionelle „Birkat HaCohanim – Segen der Cohanim (Tempelpriester)“ an der Klagemauer (Kotel). Morgens gegen 8.30 Uhr. Auch dann ist es ebenso gerammelt voll, aber das Jaffator ist nicht gesperrt und die Massen können einfacher abziehen und es herrscht weniger Stau.
Jetzt in den letzten Tagen vor Pessach wird noch mächtig geputzt, denn es darf kein Getreidekorn übrigbleiben. Heute habe ich es, wider Erwarten, zum Friseur geschafft. Ein Wunder und der Friseur, ein Ein – Mann – Betrieb, war allein in seiner Klitsche. Morgen hat er zu, meinte er und ab Dienstag ginge gar nichts mehr. Alles ausgebucht vor den Feiertagen.
Dienstag nach der Arbeit will ich einkaufen. Fisch (viele Leute essen Lachs), Fleisch und alles so drumherum. Beim Rami Levi Discounter gibt es tiefgefrorene dicke fette Lammkeulen für 60 Schekel / 14,20 Euro das Kilo. Die Dinger sind aber riesig und das kriege ich nie in den Ofen. Es sei denn, ich schneide das Monster mit einer Kettensäge klein.
Was man bei der Seder so ißt?
Ich habe ein Keksrezept von einer Arbeitskollegin, was ich noch in den Blog stellen will. Schoko – Kekse mit Pekan – Nüssen und Orangesaft.
Man ißt Mazzot und, wie gesagt, Fisch. Lachs geht dieser Tage weg wie warme Semmeln. Salate, Gemüse, Suppen, Fleisch. Rindfleisch, Huhn, Lamm. Je nach Geldbeutel. Dazu wird Rotwein getrunken oder, wer nicht besoffen unter dem Tisch pennen will, trinkt Traubensaft. Bei den Mazzot muss man vorsichtig sein, denn die strotzen nur so vor Kalorien.
Viele Touristen denken vielleicht, dass Juden offenbar an Pessach hungern. Kein Getreide / Getreideprodukte und aschkenazische Juden essen zudem auch keine Kitniyot (Hülsenfrüchte). Da bleibt ja nichts mehr übrig.
Oh doch! Leider zuviel. 🙂
Wurst, Fleisch, Käse, Gemüse, was nicht Kitniyot ist. Eine Menge Kartoffel, Karotten, Brokkoli, Kohl, Zwiebeln, Zucchini und auch Eier. So richtige Hausfrauen backen ihre Pessach – Kuchen mit Mazze – Mehl. Früchte kann man essen und auf den Apfelkuchen muss auch niemand verzichten.
Oberflächlich betrachtet könnte man meine, an Pessach sei den Juden alles verboten. Stimmt aber nicht und nicht wenige Leute nehmen über die Feiertage heftigst zu.

 

Zwei palästinensische Terroristen töteten drei Israelis und jetzt kommen die Ostertouristen

B“H
Innerhalb der letzten Tage wurden drei Israelis von zwei palästinensischen Terroristen umgebracht. Davon zwei israelische Soldaten, die von einem arabischen Terroristen gerammt wurden sowie ein israelischer Security Angestellter, welcher in der Hagai Street in der Jerusalemer Altstadt von einem Palästinenser mit einem Messer erstochen wurde.
Auf Twitter findet sich aktuell diese Nachricht:
BREAKING – JERUSALEM: 8 shopkeepers on Hagai Street in the Old City of Jerusalem were arrested for failing to act during the stabbing attack on Sunday, in which a Muslim terrorist murdered Adiel Coleman.
Mehr zum Jerusalemer Messerattentat:
https://www.timesofisrael.com/jerusalem-terror-victim-wrestled-with-stabber-say-eyewitnesses/
Und mehr zur Ermordung der beiden israelischen Soldaten Ziv Daos und Netanel Kahalani am letzten Freitag:
https://www.timesofisrael.com/idf-names-ziv-daos-netanel-kahalani-as-soldiers-killed-in-fridays-car-ramming/
Da dieser Tage Tausende christlicher Touristen nach Israel reisen, um in Jerusalem Ostern zu feiern: Viele von Euch werden wohl eine Unterkunft in der Altstadt gebucht haben. Es ist relativ sicher, doch solltet Ihr nach Einbruch der Dunkelheit die muslimische Altstadt meiden und dort lieber nicht mehr durch die engen Gassen gehen. Vor allem keine Frauen, die alleine sind. Frauen sollten überhaupt im muslimischen Altstadtteil bei Dunkelheit nie allein auf der Straße sein. Da sind die hiesigen Moslems nicht besser als bei Euch in Deutschland die Migranten.
Besser wäre es, wenn Ihr im Westteil der Stadt eine Unterkunft gebucht habt. Beispiel: Ein Hotel, ein Hotel der Kette „Little House“, das deutsche Beit Ben Yehudah in der Ein Gedi Street nahe der Derech Hebron Street oder das Avraham Hostel.
Im Westteil der Stadt könnt Ihr abends oder nachts ganz normal unterwegs sein (auch Frauen!), im muslimischen oder sogar im christlichen Altstadtviertel nicht, denn dort ist alles arabisch. Selbst im christlichen Viertel wohnen größtenteils christliche Araber.
Wenn die Palästinenser nun in der Altstadt wieder mit Messern herumfuchteln, werden die Ostertouristen ausbleiben. Dann geht erneut das Gejammere los, dass kein Business ist, weil die Touristen die Altstadt meiden. Übrigens ist es im jüdischen sowohl als auch im armenischen Viertel absolut sicher, nur bei den Arabern halt nicht.
Jüdische Pessach – Touristen nächtigen im jüdischen Altstadtviertel oder in Hotels im Westteil der Stadt. Wenn ich an den Zwischenfeiertagen in zwei Wochen in die Altstadt gehe, so meide ich die Altstadttore. Selbst das Jaffator, wo alles voller Araber ist, aber auch massig Polizei und Armee.
Ich selbst laufe lieber der Berg hinter der Cinematheque in die Altstadt hinauf. Auf den Zionsberg mit viel Gekraksel und Treppen. Man kommt, wie gesagt, auf dem Zionsberg an, geht durch das armenische Viertel und ist innerhalb von Minuten im jüdischen Viertel. Erst durch all die Araber zu laufen und so, erspare ich mir dann.

Die anstehenden Feiertage in Jerusalem

B“H
Obwohl Christen meinen, das jüdische Pessach (Passover) habe etwas mit Ostern zu tun, ist diese Annahme in Wahrheit falsch. Pessach hat absolut nichts mit dem Christentum zu tun, denn Juden feiern ihren Auszug aus Ägypten und die damit wiedergewonnene Freiheit.
Dass laut christlicher Ideologie Karfreitag und all die Ereignisse am jüdischen Pessach stattfanden, betrifft Christen und nicht die Juden. Deswegen spielt Ostern in Israel keine Rolle und wer als christlicher Tourist zu der Zeit nach Israel reist, sollte in das christliche Altstadtviertel von Jerusalem gehen oder nach Nazareth oder Bethlehem fahren. Ansonsten findet er kein Ostern, sondern das jüdische Pessach.
Wobei ich die anreisenden christlichen Touristen noch daran erinnern will, dass israelische Supermärkte an den Pessach – Feiertagen keinerlei Bier verkaufen. 🙂 Bier wird aus Getreide hergestellt und ist demnach Chametz. Getreide sowie Getriedeprodukte sind, gemäss der Thora, an Pessach verboten.
Wo Ihr Bier kaufen könnt, ist bei der Tiv Ta’am Supermarktkette in Tel Aviv. Tiv Ta’am ist nicht koscher und verkauft auch Schweinefleisch und, wie jetzt an Pessach, normales Brot.
In der Jerusalemer Altstadt, bei den Armenier sowie im christlichen Viertel bekommt Ihr ebenfalls Bier. Ob das im muslimischen Viertel verkauft wird, kann ich nicht sagen. Keine Ahnung, ob es dort überhaupt Alkohol gibt.
Dasselbe gilt auch für reguläres Brot an Pessach: Nur in den nichtjüdischen Altstadtvierteln von Jerusalem oder in unkoscheren Shops. Ansonsten werden während der Pessach – Feiertage nur Mazzot gegessen. 

 

 

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 Photo: Miriam Woelke – Handgemachte Mazzot.
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Photos: Miriam Woelke
Maschinell gebackene Mazzah.

 

 

Mazzot kann man überall kaufen und es gibt unheimlich viele verschiedene Sorten und Preislagen. Manche Mazzot sind sogar mit Schokolade überzogen und nicht mal besonders teuer.
Ich finde absolut nicht dabei, sieben Tage lang Mazzot zu essen und kein Brot. Man kann Mazzot genauso mit Käse oder Wurst belegen oder halt Mazze – Brei machen.
Genauso wenig werden Ihr in den Supermärkten anderweitige Getreideprodukte wie Nudeln finden. Kuchen und Kekse dagegen schon, denn diese werden an Pessach aus Kartoffelmehl gebacken. Deutsche Produkte wie Nutella oder Ritter Sport verschwinden an Pessach aus den Regalen, denn sie sind nicht koscher für Pessach. Selbst wenn diese Produkte keinerlei Chametz (Getreideinhalte) enthalten sollten, so sind sie nicht nach den Pessach – Regeln hergestellt. In Israel werden schon vor Pessach die Maschinen auf „Koscher für Pessach“ umgestellt und dazu gibt es Regeln, deren Einhaltung von professionellen Leuten der Oberrabbinates kontrolliert werden.
Manche Juden mögen zwar sehr säkular sein, an Pessach aber essen sie Mazzot und kein Getreide. Pessach ist in Israel sowie im Judentum extrem wichtig und nicht nur religiöse Juden wollen ausschließlich „Kosher for Passover“ essen.
Wer Ostern sucht, der muss, wie gesagt, in das christliche oder armenische Altstadtviertel gehen. Die Jerusalemer Hostels sind bestimmt jetzt schon ausgebucht und in der Nacht von Karfreitag auf Karsamstag findet wohl in der Grabeskirche ein Gebet oder sowas statt. Tausende gehen dorthin und zünden eine Kerze an.
Genaues kann ich nicht sagen, denn ich kenne mich da nicht besonders aus. Passt auf, dass Euch die arabischen Altstadthostels nicht gnadenlos abzocken und Euch allen möglichen Mist andrehen wollen. Dafür kassieren sie Prozente von arabischen Händlern.
In den engen Gassen des muslimischen und christlichen Viertels werden die Bazar – Händler sich auf die Touristen stürzen und versuchen, soviele wie möglich in ihre kleinen Shops zu locken. Dann kann man sich setzen und bekommt vielleicht ein Tässchen Tee und dann beginnt der Händler zu jammern. Ihm ginge es so schlecht, seine Familie hungere und die bösen Israelis seien an allem schuld. Nicht wenige Touristen fühlen sich dann verpflichtet, irgendeinen Ramsch zu kaufen, den sie nicht brauchen. Made in China oder Taiwan, aber der Händler wird sagen, dass sei alles Handarbeit von seiner hungernden Familie.
Wer dem entkommen will: Lasst Euch nicht anquatschen, antwortet nicht und geht einfach weiter. Ansonsten schleppt Ihr allen möglichen erstandenen Kram mit Euch herum und das Portemonnaie ist leer.
Im armenischen und jüdischen Viertel schleppt Euch niemand aber, aber die dortigen Preise sind deftig. Selbst für den, der nur etwas essen will. Deswegen: Geht nicht hungrig in die Altstadt und esst vorher in der Neustadt.
Wenn Ihr die Jaffa Road bis hinunter in die Altstadt geht, findet Ihr dort mehrere Filialen der 5 – Schekel – Ketten COFIX und COFIZZ. Dort kostet alles 5 Schekel (1,5 Euro) und Ihr könnt Euch mit Essen eindecken. Billig und für Touristen ohne viel Geld perfekt.
Im jüdischen Viertel findet Ihr COFIX am Cardo und COFIZZ weiter unten auf dem Weg zur Klagemauer. Geht jedoch davon aus, dass diese beiden Filialen total überlaufen sein werden. Und da Pessach ist, weiß ich nicht, ob die überhaupt aufhaben. Es kann sein, dass nicht alle Cofix und Cofizz Filialen offen sind. Wenn ich in der Altstadt bin, werde ich nachschauen und berichten.
Jetzt noch die Frage: Wann genau ist Pessach?
Pessach beginnt am Freitagabend, dem 30. März 2018. Von Sonntag, dem 1. April – Donnerstag, dem 5. April, sind die Zwischenfeiertage (Chol HaMo’ed) von Pessach. Bedeutet, dass Busse fahren und alles ganz normal geöffnet ist. Regierungseinrichtungen und Verwaltungen werden bis nach Pessach geschlossen sein. Post und Banken haben jeweils nur bis mittags geöffnet.
Am Donnerstagabend, dem 5. April, beginnt der siebte Tag von Pessach und demnach ist dieser Tag nur ein halber Tag. Wie ein Freitag vor dem Schabbat.
Der folgende Tag, Freitag, der 6. April, ist ein offizieller Feiertag und alles bleibt geschlossen. Von Donnerstagnachmittag bis Samstagabend fahren weder Busse noch sind alle Geschäfte offen. Plant den siebten Tag von Pessach schon einmal ein, denn es ist ein langes Wochenende ohne Busse. Von Donnerstag, circa 17.00 – Samstagabend ohne Busse. Feiertag und nichts geht, außer in den nichtjüdischen Altstadtvierteln. Dort könnt Ihr einkaufen.

Palästinenser wollten in der Jerusalemer Altstadt zwei Juden lynchen

B“H
Auch diese Nachricht wird es vermutlich nicht in die deutsche Medienlandschaft schaffen:
Gestern Abend wurden in der Jerusalemer Altstadt fast zwei Juden von einem palästinensischen Mob gelyncht. Grund: Es handelte sich um Juden! Das allein reicht den Palästinensern aus, um Juden zu attackieren.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/236808

 

Heute Morgen in der Jerusalemer Altstadt: „Die Massen eilen zur Kotel (Klagemauer)“

B“H
Das Video beginnt auf einer Straße im armenischen Altstadtviertel von Jerusalem. Auf der linken Seite sieht man die armenischen Souvenirshops und rechts die Altstadtmauer erbaut von den Ottomanen im 16. Jahrhundert. Wer den Blick geradeaus richtet, kann im Hintergrund den Ölberg erkennen.
Ich ging die Straße entlang, die nach einer Linkskurve ins jüdische Altstadtviertel führt.

 

Chol HaMo’ed Sukkot – Zwischenfeiertage von Sukkot in der Jerusalemer Altstadt

B“H
Ich bin total sauer, denn das beste Video, was ich heute früh an der Klagemauer (Kotel) filmte, habe ich aus Versehen gelöscht. Jetzt bleiben mir noch zwei Videos zum Upload, was im Endeffekt aber besser ist als gar nichts.
Die Jerusalemer Altstadt ist dieser Tage gerammelt voll. Tausende drängen sich durch die Gassen im jüdischen Viertel. Polizei und Armee teilten die Zugänge zur Klagemauer weiträumig in Eingang und Ausgang ab. Einige Straßen sind für jene Leute, welche zur Klagemauer wollen. Andere Straßen sind nur für diejenigen, die von der Klagemauer kommen.
Ich machte nur einen kurzen Rundgang, denn es waren mir einfach zuviele Menschen auf den Beinen. Die aufgestellten Sukkot (Laubhütten) waren mit religiösen Familien überlaufen, die da ihr Essen von daheim mitgebracht hatten. In den Restaurants und Burger Bars der Altstadt ist es viel zu teuer. Noch dazu, wenn man Kinder dabei hat. Da bringt man sich sein Essen von zuhause mit und hockt sich irgendwo hin.
An den Sukkot – Feiertagen in der Altstadt zu sein, bedeutet Stress pur. Heute Abend gehe ich noch mit Freunden zum Kaffee. Gleich in meiner direkten Nachbarschaft und hoffentlich ist es dort nicht zu voll.
Viele Israelis müssen an Sukkot arbeiten und ich auch noch im Verlauf der Woche. Heute und morgen aber habe ich frei und Mittwochabend sowie Donnerstag ist schon wieder Feiertag.
Klar, ist es schön, am Feiertag in der Altstadt bzw. an der Klagemauer zu sein. Den Rest von Sukkot werde ich eher in der Natur im Freien verbringen. Und dort werden wir heute Abend beim Kaffee auch sitzen.
Der Herbst zieht allmählich ein. Heute ist es noch sonnig und warm bei 28 Grad Celsius. Allerdings zogen schon Wolken auf und es weht mittlerweile ein frischer Wind. Morgen und Dienstag haben wir in Jerusalem nur 21 Grad Celsius und morgen soll, laut Wettervorhersage, der erste Regen in Jerusalem eintreffen. Der erste Regen seit April! 🙂

 

Sukkot 5778 / 2017 in the Jewish Quarter / Cardo