Leben in Jerusalem

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Aktuell: „Palästinensische Messerattacken in der Jerusalemer Altstadt“

B“H
Heute kam es erneut zu einer Messerattacke. Und das ausgerechnet in der Chagai Street. Die beliebte Straße, die von der Klagemauer (Kotel) zum Ostjerusalemer Damaskustor führt. In der Chagai Street spielt sich das eigentliche Leben des muslimischen Altstadtviertels ab. Übrigens waren Teile der Chagai bis 1948 in jüdischem Besitz und mehrere chassidische Gruppen hatten dort ihre Einrichtungen. Ganz legal und ohne, dass sich ein Araber aufregte.
Des Weiteren wird die Chagai Street von sämtlichen Jerusalem – Touristen besucht, denn man liebt es, durch den Bazar zu schlendern und die orientalische Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Insofern der Tourist nicht ständig von einem arabischen Händler in den Shop gezogen, belabert und abgezockt wird. Ebenso in der Chagai Street finden wir das Hebron Hostel. Ein von Palästinensern geführtes Hostel (das ehemalige Tabasco und Al Arab Hostel).
Gestern wurde eine Touristin attackiert und verletzt. Nicht in der Chagai, sondern irgendwo nahe am Löwentor (muslimische Altstadt).
Kurz vor Ostern in der Altstadt herumrennen und Leute abstechen wollen … Welcher Tourist soll denn da noch die muslimische Altstadt besuchen? Die Palästinenser versauen sich wieder einmal wieder selber ihr Geschäft. Aber sich hinterher aufregen, dass keine Besucher kommen und ihre Ramschsouvenirs kaufen. Kein Geld in der Kasse und am Ende wieder Israel die Schuld geben.

Das Jerusalemer Damaskustor (Sha’ar Shechem) wurde zur Terroristendrehscheibe Nummer Einschließen

B“H
Fast jeder Israeltourist kennt das Damaskustor in Jerusalem. Eines von zahlreichen Toren, die in die Altstadt führen. Einst bauten hier die Römer ein Eingangstor in die lange Marktstraße, welche damals am heutigen Damaskustor begann und bis hinein ins heutige jüdische Altstadtviertel führt. Im Cardo des jüdischen Viertels sehen wir die römischen Pflastersteine der antiken Marktstraße. Das von den Römern erbaute Originaltor befindet sich unterhalb des jetzigen Damaskustores auf der linken Seite.
Wer heutzutage durch das Damaskustor geht, gelangt ins muslimische Altstadtviertel. Ein Wirrwarr aus orientalischen Gerüchen, Menschenmassen und arabischen Shop Inhabern, die einen Fremdling überreden wollen, doch in ihren Shop zu kommen. Gleichzeitig aber ist die Gegend um das Damaskustor seit Jahren ein Ort des arabischen Terrors. In nahegelegenen Hostels wie dem Faisal, dem Hebron oder dem Palm nächtigen palästinenserfreundliche Touristen. Viele von ihnen kommen ins Land, um in Ramallah oder Ostjerusalem zu volontieren. Kurz gesagt, sie unterstützen den Terror gegen Israel und die Palästinenser sehen in diesen Touristen kostenloses Kanonenfutter. Von den besagten Hostels werden die Touristen abgeholt und nach Ramallah oder an sonstige Bestimmungsorte gefahren.
Aber auch die Hamas ist in der Gegend äußerst aktiv und immer wieder kommt es zu Übergriffen auf israelische Soldaten und Jerusalemer Bürger, die den Weg durch das Damaskustor als Abkürzung zur Klagemauer sehen.
Seit ein paar Monaten jedoch ist es für Juden absolut unmöglich, am Damaskustor herumzulaufen. Obwohl der Bereich von der israelischen Grenzpolizei Magav streng bewacht wird, kommt es tagtäglich zu palästinensischen Terroranschlägen. Und da keine jüdischen Zivilisten mehr kommen, geht man halt auf Soldaten los. Entweder mit dem Messer, mit einem Maschinengewehr oder allem, was einen Menschen halt so töten kann.
Für die arabischen Geschäftsleute wirkt sich das verheerend aus, denn sie verdienen weniger bis gar nichts. Kein Besucher wagt sich mehr in die Gegend und selbst Palästinenser bleiben fern. Oft kracht es gleich mehrere Male am Tag und es wird geschossen oder auf Soldaten eingestochen.
Die eine Palästinenserin sagt im Interview des israelischen Fernsehens, dass sie vom Gebet auf dem Tempelberg komme und jetzt schnell nach Hause fahre, um zu sehen, dass ihre Kinder brav im Bett liegen und nicht auch noch Terrorist spielen wollen.
Dabei ist das Damaskustor eine absolute Touristenattraktion, doch bis auf Weiteres sollte man die Gegend weitläufig meiden, um nicht in die Kampfzone zu geraten.

 

 

Die Tourismuskrise an Weihnachten

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Photo: Miriam Woelke


Jerusalem / Agrippas Street

 

B“H
Das israelische Fernsehen brachte aktuell einen kurzen Bericht zur Tourismuskrise im Land. Wenigstens an Weihnachten hatte man in der Jerusalemer Altstadt mit dem üblichen Touristenandrang gerechnet, doch der blieb aus. Aufgrund der Sicherheitslage im Land, sprich, der massenhaften palästinensischen Messerattacken, hagelte es Absagen. Hotels und Hostels befinden sich eh in der Krise und wer die Tourismusindustrie rettet sind reisende Israelis. Die allerdings quartieren sich in jüdischen Unterkünften ein und ganz bestimmt nicht in arabischen wie am Jaffa-oder Damaskustor. Einmal davon abgesehen, dass arabische Hostels gar keine Israelis akzeptieren und nicht einchecken lassen! Umgekehrt sollte das einmal ein einziges israelisches Hotel wagen. Dann käme sofort die weltweite Rassismuskeule.
Welcher Tourist will sich beim Gang durch die Jerusalemer Altstadt ständig bedroht wissen? Und dann auch noch bei all den saftigen Abzockepreisen der Altstadthostels? Zimmer ohne Fenster, ohne Heizung und Warmwasser, dafür aber mit dreckigen Wolldecken. Und das alles, damit man an den christlichen Feiertagen in der Altstadt ist?
Der Fernsehbericht zeigte leere Gassen im christlichen Altstadtviertel. Dort, wo sich sonst an christlichen Feiertagen Tausende Touristen gegenseitig auf die Füße latschen und Gedrängel herrscht, ist jetzt gähnende Leere. Weder die palästinensischen Hostelbesitzer noch die ebenso palästinensischen Souvenirhändler im arabischen und christlichen Viertel machen irgendein Business. Viele Shops sind, mangels Kundschaft, geschlossen.
Damit haben sich die Palästinenser selber lahmgelegt. Erst tagtägliche Messerattacken und sonstigen Terrorismus veranstalten und dann erwarten, dass Tausende Touristen anrollen und Halligalli machen. Wer unbedingt den Terrorismus unterstützen will, der muss auch am Ende die Konsequenzen, sprich leere Kassen, tragen.
Aber nicht alle Touristen bleiben ausgerechnet wegen dem arabischen Terror fern. Die israelische Hotelindustrie verlangt deftige Preise und das Land ist vielen Leuten ganz einfach zu teuer. Teuere Unterkünfte und dazu die sauteuren Lebensmittelpreise. Da fliegt man dann doch lieber Pauschal nach Spanien.
Hinzu kommt, dass ab Mittwoch der Winter erneut einzieht. Heute und Morgen herrschen noch relativ warme Temperaturen (15-18 Grad Celsius in Jerusalem). Ab Mittwoch jedoch kühlt es sich ab und der Regen kommt. An diesem Schabbat soll es dauerregnen bei nur 7 Grad Celsius Tagestemperatur.

Leserfragen aller Art: „Jerusalemer Altstadt, Auswandern nach Israel, Einkaufen, Sylvester in Israel“

B“H
Mehrere Leserfragen haben mich gleichzeitig erreicht, wobei eine eventuelle Auswanderung nach Israel an erster Stelle steht. Dazu kann ich Euch nur sagen, dass ich bereits viele viele Male zu dem Thema berichtet habe.
Generell ist eine Einwanderung nach Israel nicht möglich, wenn die betreffende Person kein Jude sein sollte. Juden, die in der Diaspora leben, können sich an ihre jeweilige Niederlassung der Jewish Agency wenden, welche dann die Auswanderung organisisert bzw. zuerst genehmigt und einen Termin festlegt. In Israel angekommen, beginnt das Chaos mit den Behörden, welchem jeder Neueinwanderer entgegensieht. Vom Innenministerium bis hin zur Kontoeröffnung.
Nichtjuden haben es deutlich schwerer und reisen mit einem Touristenvisum ein, welches nach drei Monaten abläuft. Man kann beim Innenministerium verlängern, aber das kostet Zeit und Nerven. Irgendwann wird einem gesagt, dass man das Land zu verlassen habe. Deswegen vermieten Wohnungsinhaber weniger gern an Touristen, denn es kann sein, dass der Tourist unverzüglich das Land verlassen muss. Mit Jobs für Touristen schaut es ebenso schlecht aus, denn es muss erst eine Arbeitserlaubnis beantragt werden und das dauert. Nichtjuden, die einen Israeli heiraten, stehen bei Behördengängen fast immer ganz unten auf der Skala und sind nicht gerade selten in der Gesellschaft etwas unbeliebt. Das mag drauf ankommen, wo man sich niederläßt, aber ein bitterer Beigeschmack bleibt immer.
Zur Jerusalemer Altstadt:
Seit mehr als einem Monat war ich nicht mehr dort und viele Israelis meiden bis heute die Altstadt. Grund: Die ständigen Messerattacken von Palästinensern. Wenn ich denn gehe, nehme ich eine Abkürzung gegenüber vom Sultans Pool. So vermeide ich den Gang durch eines der Altstadttore. Derzeit würde ich noch nicht einmal durch das Jaffator laufen, obwohl gerade dieser beliebte Zugang in die Altstadt extrem gut gesichert ist.
Die Supermärkte im jüdischen Teil der Altstadt sind alle teuer. Wer etwas zum Trinken kaufen will, sollte lieber einen Liter Milch kaufen anstatt dem viel zu teuren Mineralwasser. Im christlichen und arabischen Altstadtteil ist es sicher günstiger, doch besteht dort die Gefahr, gnadenlos angemacht und abgezockt zu werden.
Zur Frage „Wie leben Ultra-orthodoxe Juden?“
Dazu habe ich vor ein paar Monaten ein ebook veröffentlicht:
http://www.amazon.de/Jerusalem-Backyard-Ultra-orthodoxen-Leben-ebook/dp/B0147NLZIQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1447658053&sr=8-1&keywords=miriam+woelke
Jemand sagte mir, das ebook sei für jemanden ohne jegliche Vorkenntnisse zu kompliziert, aber wo soll ich sonst beginnen. Die Thematik ist nicht leicht zu beschreiben und aufmalen will ich es ja auch nicht. Für den Preis von 2,99 Euro, denke ich mal, ist es okay.
Zum Thema „Sylvester in Israel“:
Wer Sylvester oder Weihnachten in Israel verbringt, sollte nichts Besonderes erwarten. Von Weihnachten kriegt man so gut wie gar nichts mit, denn das Judentum kennt kein Weihnachten. Sicher sieht man in Touristengegenden und dort, wo sich eine Menge philippinische Gastarbeiter und nichtjüdische Russen aufhalten, hier und da einen Weihnachtsbaum. Im Großen und Ganzen jedoch spielt Weihnachten in Israel keine Rolle und die Tage sind stinknormale Arbeitstage.
Sylvester wird von vielen Leuten gefeiert, aber nicht mit Feuerwerk. Mittlerweile erinnern mich Feuerwerkskörper eh nur noch an randalierende Palästinenser, denn in meinem Stadtteil erleben wir mehr als genug Explosionen selbstgebastelter Knaller.
Nichtsdestotrotz, Sylvesterparties gibt es und ich glaube, dass am Tel Aviver Strand sogar ein Feuerwerk steigt. Sylvestermäßig ist in Tel Aviv eh mehr Action als Jerusalem. Denkt aber daran, ein Hostelzimmer rechtzeitig zu buchen, da in der Sylvesternacht schnell alles ausgebucht ist und um am Strand zu nächtigen, ist es zu kalt.
Und, last but not least, das Wetter:
Der israelische Winter ist da und das bedeutet Regen, Temperaturen zwischen 10-16 Grad Celsius und in Jerusalem kann es bedeutend kühler werden. Hostels verfügen im Allgemeinen nicht über eine Zentralheizung. Die meisten Privatwohnungen übrigens ebenso wenig. 🙂
Was die Hostels anbieten, sind elekrische Heater, für die teilweise mehr Geld verlangt wird. Deswegen checkt in das Jerusalemer Avraham Hostel, denn dort gibt es die Heizung inklusive. Abgezockt werdet Ihr dagegen in den arabischen Altstadthostels, wo Ihr auch noch dreckige Decken kriegt.

Moadim le’Simcha-Happy Sukkot Zwischenfeiertage

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Photo: Miriam Woelke
Wenige Stunden vor Beginn des jüdischen Laubhüttenfestes Sukkot: Kein Durchkommen mehr auf dem total überfüllten Machane Yehudah Markt in Jerusalem. Die Preise stiegen wegen der Feiertage deftig an.

 

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Photo: Miriam Woelke
Man sieht sie während des neun Tage andauernden Sukkot fast an jeder Ecke in Jerusalem: Die Sukkah (Laubhütte). In ihr wird gegessen, getrunken, gefeiert und auch geschlafen. Die Sukkah erinnert die Juden an ihren Auszug aus Ägypten und wie man 40 Jahre lang in der Wüste Sinai lebte. Darüber hinaus geniesst die Sukkah die besondere Anwesenheit G-ttes (Schechinah).

 

Dieser Tage kann man gerade in Jerusalem extrem viel unternehmen, denn es finden überall spezielle Sukkot-Veranstaltungen statt. Angefangen vom morgigen Nachbarschaftsevent des Stadtteiles Baka. In der Derech Beit Lechem Street wird morgen Sukkot gefeiert.
Im jüdischen Altstadtviertel finden die meisten Events statt, aber der Besucher sollte vorher irgendwo in der Neustadt essen und sich nicht die Preise in der Altstadt antun. Zahlreiche Angebote sind umsonst. So die in hebräischer Sprache stattfindenden Touren durch die muslimische Altstadt mit den Studenten der Yeshiva Ateret Cohanim. Treffpunkt: Alle 15 Minuten vor dem Tunnel, der von der Klagemauer in das muslimische Viertel führt. Die Tour führt zu von Juden bewohnten Häusern im muslimischen Altstadtteil. Darüber hinaus erfährt der Teilnehmer, dass Teile des heutigen muslimischen Viertels bis 1948 ursprünglich jüdisch waren. Wie die Gegend gleich hinter dem Tunnel, der von der Klagemauer direkt ins muslimische Viertel führt.
Mehr dazu hier:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2014/11/03/bilder-aus-dem-muslimischen-altstadtviertel-in-jerusalem-teil-4/

Photos: „Walk around the Old City Walls am Abend des Tisha be’Av 2015“

B“H
Der traditionelle Tisha be’Av „Walk around the Old City Walls“ am Samstagabend. Zum Tisha be’Av und dessen Bedeutung im Judentum erfahrt Ihr alles HIER !
Zuerst wurde im Independence Park (gegenüber dem amerikanischen Konsulat) die Megillath Eicha (Book of Lamentations) zum Tisha be’Av gelesen. Hierbei geht es um die Zerstörung des Zweiten Tempels.

 

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Photo: Miriam Woelke

Dass Eicha vor dem amerikanischen Konsulat lesen wurde, hat nichts zu bedeuten. Der Independence Park wird in jedem Jahr von der Stadtverwaltung als Beginn des Walk around the Old City Wall vorgegeben und der Park liegt nun einmal genau gegenüber vom amerikanischen Konsulat in Jerusalem.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke
Organisatorin Nadja Matar wird vom nationalreligiösen Radiosender Arutz 7 interviewt. Das Interview gibt es HIER auf Englisch !

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke
 Das Damaskustor in Ostjerusalem

 

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Photo: Miriam Woelke
Palästinenser sah man kaum zu so später Stunde (nach 23.00 Uhr).

 

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Photo: Miriam Woelke

Tisha be’Av 2015 in Jerusalem

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Copyright: Women in Green
B“H
Gleich nach dem Schabbatende an diesem Schabbat beginnt der 25 – Stunden lange Fastentag Tisha be’Av (der 9. Tag im jüdischen Monat Av). Die jüdische Welt trauert um die zwei zerstörten Jerusalemer Tempel. Trotz aller Trauer blicken wir mit voller Optimismus in die Zukunft, die da Meschiach sowie einen Dritten Tempel verheisst. Ein Dritter Temple, in welchem die Cohanim (Tempelpriester und Nachfahren Aharons) und die Levi’im (Leviten) ihren Dienst wieder aufnehmen.
Das nationalreligiöse Movement macht sich zusammen mit den Women in Green unter der Leitung von Nadja Matar jedes Jahr zum traditionellen Walk around the Old City Walls auf. Dieser Marsch findet an jedem Abend von Tisha be’Av (nach dem Lesen der Megillath EICHA) statt.
Vor mehreren Jahren traf man sich zu EICHA noch auf dem Rathausplatz, doch seit einiger Zeit wird EICHA im Unabhängigkeitspark vor dem amerikanischen Konsulat in der Agron Street gelesen. Anschliessend geht es, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot, zum Rathaus, hinunter zum Damaskustor, am Löwentor vorbei bis hinauf zur Klagemauer (Kotel). Wer diese Lokalitäten kennt, der weiss, dass Damaskus – sowohl als auch Löwentor in Ostjerusalem liegen und dass der Marsch mitten durch die Palästinenser zieht.
Das Damaskustor, welches in der hebräischen Sprache SCHA’AR SCHECHEM (Schechem Tor oder Nablus Tor) heisst, existiert schon seit weit mehr als 2000 Jahre. Einst war es eines der Haupttore in die Stadt Jerusalem und besonders unter der römischen Besatzungsmacht war das Tor ein Symbol von Glanz und Status. Damals führte eine von den Römern gebaute Straße, das CARDO, vom Damaskustor bis ins heutige jüdische Viertel, wo wir heute noch die Ruinen sehen. Das Cardo diente zu der Zeit als Marktplatz und wer sich heute im jüdischen Viertel in das unterirdische Cardo begibt, der kann an einer der Wände eine hevorragende Wandmalerei betrachten, die dem Besucher zeigt, wie es vor 2000 Jahren auf diesem Marktplatz ausschaute. Außerdem sind immer noch riesige Pflastersteine aus der Zeit der Römer erhalten.
Tut Euch einen Gefallen und redet nicht mit den Palästinensern über das Cardo oder die Römer, denn geht die Meinung um, dass es niemals Römer oder Juden in Palästina gab, sondern immer nur Palästinenser. Mohammad war da und niemals standen irgendwelche jüdischen Tempel in Jerusalem. Alles war und ist seit jeher muslimisch. Spart Euch also irgendwelche Fragen diesbezüglich, denn die Palis haben Null Ahnung !
Israels Linke genauso wie internationale Medien lästern jedes Jahr über den Walk around the Old City Walls. Nadja Matar und alle anderen Teilnehmer seien total rechts, wirre Fundamentalisten und überhaupt. Nadja Matar ist in Israel sehr bekannt, denn sie setzt sich gegen Siedlungsräumungen und was weiss ich was ein. Immer ist sie präsent, wurde mehrmals verhaftet und ist bekannt wie ein bunter Hund. Sie gilt als die Ikone des Siedlerzionismus.
Obwohl ich kein Teil des nationalreligiösen Movements bin, nehme ich an jedem Tisha be’Av an dem Marsch teil. Es ist das einzige Mal im Jahr, dass ich ungehindert und sicher am Damaskustor vorbeigehen kann. Einem Tor, welches schon existierte als es noch gar keinen Islam gab. Wir gehen durch Jerusalem, welches den Juden gehört und mit dem der Islam nichts zu tun hat. Weder war Mohammad jemals hier in der Stadt noch ist Jerusalem im Koran erwähnt.
Der Marsch findet deswegen statt, weil Juden zeigen wollen, dass sie präsent sind und sich nicht von Muslims aus der Stadt drängen lassen. Und warum sollen Juden nicht durch alle Teile Jerusalem gehen dürfen ? Auf dem Marsch wird weder herumgebrüllt noch werden Fahnen mit Parolen herumgetragen. Alle Teilnehmer gehen leise durch die Straßen. Darunter viele Familien mit Kindern, die da den Ausflug geniessen. Endlich einmal können wir ungehindert die alten Felsen betrachten, auf denen Jerusalem erbaut wurde. Endlich sehen wir die alten Zugänge zum Zweiten Tempel, welche sich nahe am Damaskustor befinden.
Im Grunde genommen gleicht alles eher einem Abendspaziergang als einem Marsch. Das Wort MARSCH finde ich eh ziemlich fehl am Platze. Zur selben Zeit sind nur wenige Palästinenser auf der Straße, denn die folgen der Angewohnheit, Läden und Restaurant relativ früh zu schliessen. Nicht wegen der jüdischen Veranstaltung, sondern man schliesst jeden Tag recht früh. In diesem Jahr wird der Marsch am Damaskustor weit nach 22.30 Uhr stattfinden und zu der Zeit ist am Damaskustor sowie schon immer tote Hose. Aus den gegenüberliegenden Hostels wie dem Faisal und dem Palm Hostel photographieren uns regelmäßig die dort abgestiegenen pro – palästinensischen ausländischen Journalisten. Wobei das Faisal Hostel noch dazu als Hochburg der Hamas gilt.
Am Löwentor, mitten in der Pampa sozusagen, gibt es ein paar Politikerreden und dann geht es weiter zur Klagemauer. Viele hören sich die Reden entweder gar nicht oder nur teilweise an, denn es wird um die Tempel getrauert. Der Marsch an sich spielt sich stets mit einem politischen Hintergrund ab und das passt irgendwie nicht zum Tisha be’Av. Aber egal, denn ich sehe die Veranstaltung als eine Gelegenheit, die mich in Teile Jerusalems bringt, die mir das gesamte Jahr über mehr oder weniger verschlossen bleiben. Zwar darf sich jeder frei bewegen, doch Ostjerusalem ist nicht das, was man sicheres Territorium nennt und schnell kann man eben mal so abgemurkst werden.
Palästinenser dürfen sich in der Stadt frei bewegen und man findet sich tagtäglich im Westteil der Stadt. Kommt ein Jude nach Ostjerusalem, schaut die Sache wesentlich anders aus, denn für ihn besteht Lebensgefahr.

 

 

 

Ich habe einmal ein paar interessante Artikellinks aus meiner Blogvergangenheit zusammengestellt, die sich mit dem Tisha be’Av (9. Av) beschäftigen:
Wird die Megillath EICHA auch nach Eintreffen des Meschiach gelesen ?
Rauchen an Tisha be’Av ?
Neue Kleidung vor Tisha be’Av ?
Tisha be’Av Photos aus Jerusalem
Der Erste Tempel und die Bundeslade
Unterschiede zwischen dem Ersten und dem Zweiten Tempel
Der Erste Tempel und seine Dauer
Die Zeit des Meschiach laut dem Rambam (Maimonides)
Altstadtphotos vom Tisha be’Av

 

 

Walk around the Old City Walls 2013 – Palästinenser schreien Allah Akbar vor dem Damaskustor