Leben in Jerusalem

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Zerstört die geplante Seilbahn die Jerusalemer Altstadt?

B“H
Die Lokalzeitung YEDIOT YERUSHALAYIM vom vergangenen Freitag brachte einen langen Artikel zur geplanten Jerusalemer Seilbahn. Diese soll vom Kulturzentrum Alter Bahnhof (HaTachana) bis zum Dung Gate an der Klagemauer (Kotel) schweben. 

 

Photo: Miriam Woelke

 

Nicht nur, dass wir Bewohner von Abu Tur nicht gefragt werden – nein, die Seilbahn erhält eine Haltestation in unserem Stadtteil. Die Bewohner befürchten, dass dann tausende Touristen durch unsere Straßen ziehen und unseren alten beschaulichen Stadtteil mit Kameras durchkämmen. Ich selber sah schon Touristen, die plötzlich in unserem Garten standen und Pflanzen filmten. Ganz zu schweigen von einer chinesischen Reisegruppe, die vorm Haus stand und offenbar einziehen wollte. Man suchte sein Airbnb am falschen Ort. Stattdessen stand man einzugsbereit mit Koffern im Erdgeschoss.
Ich nehme einmal an, dass wir Bewohner die Seilbahn kaum nutzen. Erstens wohnen wir nicht weit von der Altstadt entfernt und man kann bequem laufen. Zweitens wird die Seilbahn zuviel Geld kosten und drittens wird sie von Touristen bevölkert werden. Sogar die Araber regen sich auf, denn gleich neben deren Stadtteil Silwan, an der Klagemauer, soll eine Endhaltestelle entstehen.
Die Seilbahn wird den Ausblick ins Gehinnom – Tal komplett zerstören, denn wer will bei dem einst biblischen Anblick schon Kabel und eine Seilbahn haben? Alte historische Aussichtspunkte werden mit Kabeln zugeknallt. Aus dem einzigen Grund Touristen anzulocken. Die Seilbahn soll dem Tourismus dienen, aber nicht der Stadt Jerusalem.
Bislang blieben wir vom Massentourismus a la Berlin, Prag, Paris, Barcelona oder Venedig verschont. Dennoch schielt der Stadtrat seit Jahren neidisch auf die Orte des europäischen Massentourismus, denn Jerusalem möchte auch einen finanziellen Anteil vom Kuchen abhaben. Dabei besteht mit der Straßenbahn bereits ein bequemer Zugang zur Altstadt: Nämlich an der Haltestelle am Rathaus bzw. am Damaskustor.

Ist ein Israelbesuch an Ostern ratsam?

 Ist ein Israelbesuch an Ostern ratsam?

 

Mit dieser Frage wird der Blog seit Tagen überschüttet.
Dazu kann ich nur sagen, dass Israel nicht so ist, wie in Tagesschau & Co. dargestellt.
Was glaubt Ihr denn? Dass, sobald jemand aus dem Flugzeug steigt, eine Bombe hochgeht.
Israel ist ein ganz normales Land, in dem sich jeder Tourist frei bewegen und sicher fühlen kann. Wobei ich empfehle, arabische Gegenden und Stadtteile nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden. Dazu gehören auch das muslimische und christliche Altstadtviertel in Jerusalem. Es ist nicht gerade sicher, in den dunklen Gassen verlorenzugehen. Selbst im christlichen Viertel finden sich fast nur Araber. Im jüdischen oder armenischen Viertel hingegen könnt Ihr die ganze Nacht verbringen. Wenn es sein muss, auf einer Bank. Da wird Euch niemand etwas tun.
Der Normalo – Tourist begegnet in Israel keinem Terror und die Touristen fühlen sich teilweise sicherer als das in Deutschland der Fall ist. Hier lungern keine muslimischen Männergruppen in den Innenstädten herum. 

 

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Das King David Hotel sowie ein Park nahe dem Jaffator – Photo: Miriam Woelke

 

Wer nach Israel reist, egal, ob zu Ostern oder zu einer anderen Zeit, wird ein ganz normales Land vorfinden und sich wundern, wie es hier zugeht. So hätte man sich das nach der Tagesschau alles nicht vorgestellt.
Polizei und Grenzpolizei sind immer zur Stelle und es gibt sehr viel Security im Land. Vor Shopping Malls, Supermärkten, öffentlichen Gebäuden und auch bei Banken. Vielleicht gibt es deswegen in Israel relativ wenige Banküberfälle, denn vor jeder Filiale steht ein Security Guard mit Pistole oder Maschinengewehr. 🙂
Wer zum ersten Mal in Israel ist, wird sich wundern, dass recht viele Leute mit einer Waffe herumlaufen. Oder Soldaten mit Maschinengewehren. Eben mal so lässig über die Schulter gehangen.
Das ist völlig normal, aber wer das aus Deutschland nicht kennt, kriegt da vielleicht fast die Krise. 🙂
Worauf Ihr an Ostern aufpassen solltet: Dass Euch die arabischen Händler im muslimischen und christlichen Altstadtviertel von Jerusalem nicht gnadenlos abzocken. Von wegen „Komm in meinen Shop“ und „Meine Familie hat nichts zu essen, weil die bösen Zionisten uns hungern lassen“.
Lasst Euch nicht auf das Geschwafel ein, sonst wird Euch am Ende überteuerter Souvenir – Kram „Made in China“ angedreht. Versucht gelassen zu bleiben und Euch nicht volllabern zu lassen, denn sonst ist das Portemonnaie schneller leer als Ihr A sagen könnt. Die Araber denken, dass Deutsche und Amerikaner reich sind und man die alle richtig abzocken kann.
Also, legt Euer deutsches Denken ab und sagt NEIN. Und das mit Nachdruck.
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Vorsicht in den Gassen des muslimischen Altstadtviertels bei Dunkelheit – Photo: Miriam Woelke

Genauso verhält es sich mit den arabischen Altstadthostels, die da die Preise an Ostern ins Überirdische setzen. Sucht Euch ein Hotel oder ein Hostel in der Neustadt, denn da werden feste Preise vorgegeben. Arabische Altstadthostel hingegen geben Euch teilweise verdreckte Zimmer und, wie im Jaffa Gate Hostel, Räume ohne Fenster mit Schimmel an der Wand.
In der Neustadt gibt es recht viele neue Hostel, die schon fast wie Hotels aussehen. Das Avraham Hostel, das The Post oder das Jerusalem Hostel, zum Beispiel. Vermutlich sind viele Unterkünfte über Ostern eh schon ausgebucht.
Ein kleiner Geheimtipp (der jetzt keiner mehr ist 🙂 Das Little House in Baka Hotel. Es gibt mehrere dieser Little House Hotels. Also einfach mal googeln.
In Israel selber wird kein Ostern gefeiert, denn das hat mit Judentum nichts zu tun. Stattdessen feiern wir Juden um diese Zeit Pessach (Passover), was eine ganz andere Bedeutung hat. Ostern gibt es vorweglich nur in der Jerusalemer Altstadt. Im christlichen sowie armenischen Viertel. 
Wer Fragen hat, kann diese gerne stellen: Hier auf dem Blog oder an meine Email
miriamwoelke@gmail.com
Die Antwort, ob ein Israeltrip zu Oster ratsam lautet: Definitiv ja!

Jerusalem: „Silwan, das Sephardi Center und der Ölberg“

Jerusalem: „Ausgrabungen der Altstadtmauer aus der Ersten Tempelperiode und das Cardo“

Es gibt noch mehr Ausgrabungen aus der Ersten Tempelperiode zu sehen: Im Cardo.
Jerusalem wurde mehrere Male zerstört und jedesmal wurde die Stadt auf den Ruinen neu aufgebaut. Das ist der Grund, warum wir heute in der Altstadt nicht auf den antiken Straßen der Stadt laufen. Die Ausnahmen sind das von den Römern errichte Cardo sowie die Gegend um den Tempelberg. Das einstige Jerusalem liegt 30m unter der Erde und kann bei den Tunnel Tours an der Klagemauer (Kotel) besichtigt werden.

 

An der Klagemauer (Kotel) an Sukkot 2018

 

Der heutige Blick auf die Klagemauer (Kotel) und ein wenig drumherum

Das Jaffa Tor in Jerusalem & Eine historische Legende

Sukkot – Videos aus Jerusalem

B“H
Im Verlauf des Tages werde ich eine Menge Videos in die Blogs stellen und momentan bin ich gerade am Uploaden auf Youtube. Ich war in der Altstadt und habe ein paar Clips gefilmt, die nicht unbedingt das typische Touristenbild wiedergeben. Klar, musste die Klagemauer (Kotel) mit dabei sein, doch ich zeige auch ein paar andere interessante Dinge und gebe Erklärungen.
All diese Videos sind in englischer Sprache! Sorry, aber auch eine Menge Juden aus den USA schauen meine Videos und ich wollte nicht alles doppelt in zwei Sprachen filmen. 🙂