Leben in Jerusalem

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Jerusalem: „Silwan, das Sephardi Center und der Ölberg“

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Jerusalem: „Ausgrabungen der Altstadtmauer aus der Ersten Tempelperiode und das Cardo“

Es gibt noch mehr Ausgrabungen aus der Ersten Tempelperiode zu sehen: Im Cardo.
Jerusalem wurde mehrere Male zerstört und jedesmal wurde die Stadt auf den Ruinen neu aufgebaut. Das ist der Grund, warum wir heute in der Altstadt nicht auf den antiken Straßen der Stadt laufen. Die Ausnahmen sind das von den Römern errichte Cardo sowie die Gegend um den Tempelberg. Das einstige Jerusalem liegt 30m unter der Erde und kann bei den Tunnel Tours an der Klagemauer (Kotel) besichtigt werden.

 

An der Klagemauer (Kotel) an Sukkot 2018

 

Der heutige Blick auf die Klagemauer (Kotel) und ein wenig drumherum

Das Jaffa Tor in Jerusalem & Eine historische Legende

Sukkot – Videos aus Jerusalem

B“H
Im Verlauf des Tages werde ich eine Menge Videos in die Blogs stellen und momentan bin ich gerade am Uploaden auf Youtube. Ich war in der Altstadt und habe ein paar Clips gefilmt, die nicht unbedingt das typische Touristenbild wiedergeben. Klar, musste die Klagemauer (Kotel) mit dabei sein, doch ich zeige auch ein paar andere interessante Dinge und gebe Erklärungen.
All diese Videos sind in englischer Sprache! Sorry, aber auch eine Menge Juden aus den USA schauen meine Videos und ich wollte nicht alles doppelt in zwei Sprachen filmen. 🙂

Dienstagabend beginnt der Yom Kippur: „Was ist in Israel zu beachten?“

B“H
Da wäre der Fahrplan der EGGED – Busgesellschaft:
The Egged bus schedule will be changed on Yom Kippur eve, September 18 (Tuesday). Egged buses will stop running on Tuesday between 1:30 p.m. and 3 p.m.
• Buses will resume operation on Wednesday September 19 in the evening, from 8:30 p.m.
Landesweit stellen alle Egged Busse am Dienstagnachmittag zwischen 13.30 – 15.00 Uhr den gesamten Busverkehr ein. Bis Mittwochabend um 20.30 Uhr. 
Es fahren private Taxen, doch die werden Euch garantiert abzocken.
Das beste ist, Ihr sucht Euch für den Yom Kippur eine Unterkunft und reist nicht herum.
Der Yom Kippur wird überwiegend in den Synagogen verbracht, wovon die meisten keine Besucher zulassen, denn schon vor einem Monat wurden Tickets verkauft. Das ist so üblich an den hohen Feiertagen. Preise zwischen 600 – 700 Schekel (170 Euro) pro Sitzplatz sind keine Seltenheit. Die Tickets werden an den Eingängen kontrolliert. Die meisten chassidischen Gruppen lassen, aufgrund des starken Andrangs, nur ihre eigenen Mitglieder zu.
Der gesamte G – ttesdienst ist in hebräischer Sprache und Touristen würden sich extrem langweilen und rein und rausgehen, was den gesamten G – ttesdienst extrem stört. Das sieht man schon allein am Schabbat in der Großen Synagoge von Jerusalem. Rein, raus, rein, raus. Und dann noch mit Smartphone und dickem Kreuz am Hals bewaffnet.
Erst am abendlichen Ne’ilah – Gebet am Mittwochabend wird es an der Klagemauer (Kotel) richtig voll. Danach werden ein paar Getränke und Kekse ausgegeben, die für Juden gedacht sind, die 25 Stunden gefastet haben. Christliche Reisegruppen sollten sich davon fernhalten und nicht zugreifen und alles in die eigenen Taschen stecken, wie es in den letzten paar Jahren immer wieder der Fall war. 
Dass diverse fundamentalistische Christen am Sukkot kostenloses Essen bei Juden suchen, ist nicht neu und findet seit Jahren statt. Viel Auswahl haben sie nicht mehr, denn jüdische Haushalte machten dicht. Dass aber nach dem Ende vom Yom Kippur den Juden in der Altstadt der kleine Snack direkt nach dem Fasten fast vom Teller gezogen wird, ist relativ neu. Das findet erst seit circa 3 – 4 Jahren statt. 
Wenn ich Urlaub machen will und kein Geld habe, dann bleibe ich mit meinem Hintern daheim und reise nicht in ein anderes Land auf Freeloading – Tour. Dass man auch ja alles umsonst bekommt. Sei es Unterkunft oder Essen. Damit sind deutsche fundamentale Christen (Freikirchler) angesprochen genauso wie amerikanische, schweizer, etc. Evangelikale oder Christian Friends of Israel, Hebrew Roots und wie sie alle heißen.
Ansonsten ist der Yom Kippur ein relativ ruhiger Tag, an dem viel gebetet wird. Viele Juden (mich eingeschlossen) setzen sich hin und lernen. Oder man geht zu Vorträgen, die nachmittags zwischen oder vor dem Mincha und Ne’ilah – Gebet stattfinden. 
Wer in Jerusalem tourt und etwas essen will: Das muslimische, armenische sowie christliche Altstadtviertel bietet Restaurants, Cafes, etc. am Yom Kippur. Dort ist alles ganz normal offen, denn der Yom Kippur betrifft nur Juden. 
Heute in einer Woche beginnt schon der nächste Feiertag: Sukkot, das Laubhüttenfest mit einer tollen Atmosphäre in Jerusalem. Ich muss an den acht Feiertagen mindestens zwei davon arbeiten, habe aber den Rest frei. In der Altstadt will ich ein paar Videos vom Trubel drehen und Euch ein wenig vom Leben dort sowie in weiteren Stadtteilen berichten. 
Sukkot in Jerusalem – Photo: Miriam Woelke

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Mein Tipp: Kauft kein Essen im jüdischen Altstadviertel, sondern esst vorher in der Neustadt und bringt Euch eine Wasserflasche mit. So spart Ihr eine Menge Geld. Und lasst Euch im arabischen Nazar nichts andrehen. 🙂

Beim Jerusalemer Light Festival 2018

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Einmal pro Jahr findet es statt: Das Jerusalemer Light Festival. Austragungsort ist stets die Altstadt und der Eintritt ist frei. Wer sich das aktuelle Light Festival noch anschauen will, kann das heute und morgen (Donnerstag) Abend noch tun. Morgen Abend endet das Light Festival 2018.
Mit einer Freundin machte ich mich gestern Abend auf den Weg zum Event in der Altstadt. Von meinem Stadtteil aus kann ich bequem in die Altstadt laufen und nach 20 Minuten waren wir am Jaffator.
Das Jaffa Tor (Jaffa Gate oder Sha’ar Yaffo) ist eines von mehreren Toren, das in die Altstadt führt. Es ist, neben dem Damaskustor, das bekannteste und zugleich der sicherste Zugang in die Altstadt. Gleich am Jaffator steht der antike stattliche Bau des Tower of King David, welcher da gar nichts zu tun hat mit König David. Vielmehr diente das Bauwerk dem Herodes als Palast.
Touristen sollten das Areal des Towers unbedingt besuchen, obwohl der Eintritt um die 10 Euro beträgt. Drinnen wartet ein faszinierender Blick über die Alt – und Neustadt sowie ein riesiger Innenhof, viel antike Geschichte aus unterschiedlichen Zeitperioden und mehrere Gebäude und Ausstellungsstücke.
Normalerweise befindet sich vor dem Jaffator immer eine eindrucksvolle Lichtinstallation, aber zu diesem Light Festival gibt es lediglich eine Lasershow, die sich auf der Altstadtmauer abspielt. Nichts Beeindruckendes und eher enttäuschend, wie ich fand.
Das Jerusalemer Light Festival ist seit Jahren ein Publikumsrenner und Leute aus dem ganzen Land kommen angerauscht. Dazu die unzähligen ausländischen Touristen, die in der Stadt weilen. Wer die Altstadt kennt weiß, dass es ziemlich häufig nur schmale Gassen gibt und beim Light Festival quetschen sich die Massen da nur so durch. Oft sieht man nicht viel und dann halten Tausende Leute auch noch ihre Smartphones zum Filmen in die Luft.
Wir hatten Glück und waren pünktlich zu Beginn um 20.00 Uhr da. Obwohl eine Menge Leute da waren – es war noch nicht so überlaufen wie eine Stunde später. Die Lasershow vor dem Jaffator sahen wir nicht zuende an und machten uns stattdessen auf den Weg durchs Tor. Dort gab es eine bessere Light Show auf der Mauer des Tower of King David.

 

 

Im Armenischen Viertel war diesmal gar nichts und so strömten alle ins jüdische Altstadtviertel. In der dortigen Chabad Street, gleich oberhalb des Cardo, findet sich eine COFIX Filiale, wo alle Produkte für nur wenige Schekel verkauft werden. Es war noch relativ leer und so gab es erst einmal Eiskaffee.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Eine weitere Enttäuschung war, dass das Cardo geschlossen war und es dort keine Lichtinstallationen wie sonst gab. Beim Cardo handelt es sich um eine antike Marktstraße, welche vor 2000 Jahren von der römischen Besatzungsmacht gebaut wurde. Bis heute kann man dort die originalen Steine und diverse Säulen sehen.
Auf dem Hauptplatz des jüdischen Viertels gab es an der Hurva Synagoge eine Lichtinstallation und das wars.

 

 

Was in diesem Jahr ausblieb: Die einzelnen Routen, die man ablaufen kann, waren kaum gekennzeichnet und so verliefen sich viele Besucher. Man wusste nicht mehr wie weiter und stand verlassen im armenischen oder muslimischen Viertel. Aber —– es gab Toiletten und sogar Klopapier!!!
Mit der Freundin lief ich mehrere Kilometer und wir irrten herum, aber keine Lichtinstallationen weit und breit. Im muslimischen Viertel gab es Konzerte von Leuten, die sich da irgendwie hingestellt hatten und musizierten. Wege waren nicht gekennzeichnet und irgendwie landeten wir im christlichen Viertel an dem Brunnen am Hauptplatz. Dort gab es etwas zu sehen, wenn auch nicht viel.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Dann noch ein paar kleinere Shows und auf Tausend Umwegen zusammen mit verlorenen gegangenen Israelis standen wir wieder am Jaffator. Die meisten Lichtinstallationen finden sich diesmal außerhalb der Stadtmauer, doch das, was wir bis dahin gesehen hatten, war enttäuschend und machte keine Lust auf mehr. Außerdem musste meine Begleitung rechtzeitig ihren letzten Bus erwischen und so gingen wir langsam wieder Richtung Zuhause.
Am Jaffator waren zu der Zeit, gegen 22.00 Uhr, die wahren Massen eingetroffen und es gab kaum mehr ein Durchkommen. Vor den Treppen am Zionsberg sahen wir zwei Light Shows, doch da war kein Durchkommen mehr, ohne von den Massen zerquetscht zu werden.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Wir hatten uns mehr versprochen, aber richtig enttäuscht waren auch wieder nicht, denn der lange Spaziergang bei angenehmen Temperaturen hatte Spass gemacht. Endlich sahen wir mal wieder das muslimische Viertel und kauften dort frischgepressten Fruchtsaft für wenig Geld. Viele Araber hatten ihre Shops offen oder schauten in den Cafes Fussball WM.
Warum die meisten Light Shows außerhalb der Altstadtmauer stattfanden?
Eine Lokalzeitung berichtete vor einiger Zeit, dass sich die Bewohner des jüdischen Altstadtviertels massiv über die ständige Lärmbelästigung beschwert hatten. Aber, hey, wer in einem populären Stadtteil wohnt, muss oft einiges ertragen. Als ich fast direkt am Zionsplatz (Zion Square) wohnte, hatten wir des Nachts Junkies vor dem Haus, dröhnende Musik aus den Pubs und dann auch noch arabische Terroranschläge. Als die Nachbarn die Polizei riefen, wurde ihnen mitgeteil, dass die Bewohner der Innenstadt das halt so hinnehmen müssen. Zumindest bis Mitternacht.

 

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Photo: Miriam Woelke