Leben in Jerusalem

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Zur „Woche des hebräischen Buches 2019“ in Jerusalem

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Die „Hebrew Book Week“ in Jerusalem – Photo: Miriam Woelke

B“H
Bis Ende der Woche findet in ganz Israel noch die „Hebrew Book Week – Shavua HaSefer Ha’Ivri“ statt. Im Jerusalemer Shaare Zedek Medical Center hat sogar die Niederlassung der israelischen Buchhandelskette „Zomet HaSefarim“ einen Stand mit Angeboten. Am Haupteingang des Krankenhauses (4. Stock) findet sich eine kleine Shopping Mall mit „Zomet HaSefraim“, dem „Aroma“ Cafe, einer Drogerie oder einer Bäckerei. Nur vorsicht, denn es ist alles wesentlich teurer als in der Stadt!
In Jerusalem findet die „Book Week“ noch bis Ende dieser Woche am Alten Bahnhof (HaTachana) statt. Der Eintritt ist kostenlos und es handelt sich eh um eine Outdoor – Ausstellung. Die Bücher sind fast ausschließlich in hebräischer Sprache, aber wer sucht, findet bestimmt auch ein paar englische Ausgaben.
In Tel Aviv ist der Rabin Square, der Platz vor dem Rathaus, der Austragungsort und jeweils um 18.00 Uhr beginnen die lokalen Events. Einschließlich Jerusalem.
Man muss ja nichts kaufen, sondern kann stattdessen sie Atmosphäre geniessen und in Jerusalem am Alten Bahnhof spazieren gehen. Nebenan ist der Park HaMessilah. Die grüne Trasse der einstigen Gleisanlagen und heute eine weit ausgelegter Wanderpfad. Das lohnt sich allemal und ist alles kostenlos!

 

4. Tag nach der ersten Chemotherapie – Behandlung

B“H
Mir geht es nach wie vor sehr gut und ich lebe einen fast ganz normalen Alltag. Ab heute nehme ich weniger Medikamente, denn die werden gegen Ende der Woche etwas reduziert. Ich komme gut zurecht und habe mich noch kein einziges Mal übergeben.
Kotzeritis und ständige Müdigkeit sind spezielle Nebenwirkungen einer Chemotherapie, aber dank der Pramin – Pillen kam es noch nicht dazu. Das stärkere Zofran – Mittel habe ich noch gar nicht anfangen müssen, aber warten wir ab, wie es nach der zweiten Behandlung am Sonntag geht.
Die Haare sind noch vollständig auf dem Kopf und wer mich sieht, würde gar nicht bemerken, dass ich auf Chemotherapie bin. Morgens geht es mir etwas mies, aber nach dem Frühstück und einer Tasse Tee gibt sich das.
Sonntagmorgen geht es wieder los. Dann muss ich zur Onkologie ins Krankenhaus und gleich zu Beginn zum Bluttest und auf die Waage. Das ist so die übliche Prozedur. IV in den Arm und diesmal werde ich zur Beinmassage gehen. Das wird dort kostenlos morgens angeboten. Mit verschiedenen Ölen und so für alle Chemo – Patienten.
Das Shaare Zedek Medical Center bietet einige alternative Sachen neben der Chemotherapie an und bei meiner ersten Behandlung kam auch gleich jemand vorbei, um mich darüber aufzuklären. Physiotherapie ist ebenfalls jedesmal dabei. Ebenso eine Unterhaltung mit der Sozialarbeiterin. Nebenher werden wir mit Essen vollgestopft, denn das ist bei der Chemotherapie besonders wichtig. Eine Semmel mit verschiedenen Käsesorten oder Marmelade. Thunfisch – Semmeln, Salat, Joghurt und zum Mittag gab es letztens Schnitzel mit Salat und Petitim (kleine israelische nudelartige Kügelchen).
Das mit den Ölen, die sogenannte „Reflexologia“ will ich am kommenden Sonntag unbedingt einmal ausprobieren. 🙂
 

Kostenloses Wasser in israelischen Restaurants

Niemand braucht sich zu schämen, kostenloses Leitungswasser in israelischen Restaurants zu bestellen. Viele Leute machen das. Egal, ob Einheimische oder Touristen. Nur keine falsche Scham! 

 

Mein Hausarzt ist Araber, mein Onkologe ist Haredi (ultra – orthodoxer Jude)

B“H
In Deutschland klingt das vermutlich wie ein absoluter Widerspruch, aber der Alltag in Israel ist nun einmal voller Widersprüche und nichts ist immer so logisch, um deutschen Ansprüchen zu genügen.
Mein Hausarzt ist Araber und er arbeitet bei meiner Krankenkasse. Wir kommen super miteinander aus und fast alle seine Patienten sind Juden. Genauso wie viele weitere Ärzte im Land Araber sind. Wer einmal in ein israelisches Krankenhaus schaut, der sieht arabische und jüdische Ärzte, die gemeinsam jüdische und arabische Patienten behandeln.
Mein Onkologe im Krankenhaus ist Haredi. Sprich ein ultra – orthodoxer Jude. Auch er behandelt Juden und Araber zugleich. Daran ist nichts Ungewöhnliches und, wie gesagt, Israel ist nun einmal voller Widersprüche. Zumindest für Ausländer, doch hierzulande ist das alles ganz normal.

Leserfrage: „Wieso laufen orthodoxe Juden so schnell?“

B“H
Es gibt doch immer wieder interessante Leserfragen. 🙂
Ich denke mal, dass mit der Frage eher ultra – orthodoxe Jude gemeint sind. Orthodoxe Juden erkennt man nicht immer am Outfit, sondern sie tragen, genauso wie ich, auch Jeans und T – Shirt.
Wenn jemand zuvor noch niemals mit ultra – orthodoxen Juden in Berührung kam, könnte man fast meinen, sie laufen schneller als andere Passanten. Das stimmt manchmal, weil sie es vielleicht eilig haben oder noch schnell etwas erledigen müssen. Oder sie hasten zum Gebet oder es ist halt so jedermanns Art, weil er seine Zeit nicht verschwenden will und Wichtigeres zu zu tun.
Nicht alle ultra – orthodoxen Juden laufen schnell, sondern es gibt halt immer solche und solche. Verallgemeinern sollte man das nicht.  

Leserfrage: „Gibt es in Tel Aviv kirchliche Unterkünfte?“

B“H
Mit Sicherheit kann ich das nicht sagen, aber wieso muss es denn unbegibt kirchlich sein? Es sind genug andere Hostels unterschiedlicher Preisklassen vorhanden.
Kirchliches gibt es, meines Wissens nach, nur in der Jerusalemer Altstadt wie das Austrian Hostel oder Christ Church Guest House am Jaffator. Beide Einrichtungen sind jedoch eher kostspielig. Zumindest gegenüber anderen Hostels.

Was ist eigentlich eine Chemotherapie?

B“H
Der Laie hört viele Informationen zum Thema „Chemotherapie“, doch Details kennt er eher nicht. Heutzutage vermitteln Medien sowie diverse Scharlatane, die sich Naturheiler etc. nennen, nur allzu gerne falsche Fakten und verunsichern dadurch den frisch – diagnostizierten Krebspatienten genauso wie Leute ohne Krebserkrankungen. 

 

 

 

Klar, ist die richtige Ernährung während einer Chemotherapie wichtig, doch auch ich esse mal Junk Food wie Kartoffelchips, Schokolade oder Eis. Alles, wie gesagt, in Maßen. Auch Fisch, Eier, Hühnchen und sowas, den Proteine sich ebenso wichtig. Eine ausgewogene Ernährung reicht vollkommen.
Aber es ist nicht weniger wichtig, medizinische Behandlungen einzugehen. Die mögen nicht immer so furchtbar angenehm sein, dennoch sind sie extrem wichtig. Als die Krankenschwestern gestern mit den Beuteln voller Chemotherapie – Flüssigkeiten kam, meinte ich witzelnd zu ihr, dass jetzt dann wohl das Gift komme.
Darauf sagte sie ganz Ernst:
„Dieses Gift kann Dein Leben retten!“
Recht hat sie und es ist genauso wichtig, daheim die Medikamente einzunehmen, um Nebenwirkungen wie ständiges Erbrechen und Müdigkeit zu verhindern.
Gestern hatte ich, wie bereits im vorherigen Blogpost beschrieben, meinen ersten Chemo – Tag und bislang zeigen sich kaum Nebenwirkungen. Die geschwollenen Finger von gestern Abend sind wieder verschwunden. Bislang geht es mir ganz normal gut und in der kommenden Woche werde ich, wie gesagt, meine Haare verlieren. Die aber wachsen nach.
Wer sich mit Chemotherapien auskennt bzw. selber welche durchlief: Ich erhalte Gemzar / Docetaxel gegen Sarkoma. Ich glaube, das Zeugs wird auch bei Brustkrebs eingesetzt.
Mit Gemzar allein behält der Patient seine Haare, denn nicht jede Chemotherapie führt automatisch zum Haarverlust. Docetaxel aber ist das richtige Gift und dies verursacht zwangsläufig den Haarausfall, denn bei der Chemo werden nicht nur kranken Zellen angegriffen, sondern auch gesunde.
Generell aber bin ich froh, dass etwas getan wird, den Krebs aktiv zu bekämpfen und ich sehe das alles positiv. Ich würde mir auch nie irgendwelches besserwisserisches Gelaber von Leuten anhören, die keinen Krebs haben. Leider aber haben selbsternannte Esoterik – Heiler und all der Kram Hochkonjunktur und nicht wenige Krebspatienten, welche die Krankenhausbehandlungen deshalb aufgaben, starben unnötigerweise. Aber derartigen Heiler geht es allein ums Geld und nichts ums eigene Gewissen.

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