Leben in Jerusalem

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Frustierendes israelisches Gesundheitssystem

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Gestern auf der Besucherterrasse des Shaare Zedek Medical Center / Jerusalem – Copyright: Miriam Woelke

B“H
Die Amerikaner sind mit ihrem Gesundheitssystem noch viel schlimmer dran. In Israel erhält man als beitragszahlender Staatsbürger ein relativ gutes Gesundheitssystem, doch es gibt massive Tücken. Darunter fehlende Fachärzte und komplett überlastete Notaufnahmen.
Als ich gestern allein in der Onkologie des Shaare Zedek Medical Center hier in Jerusalem war, warten dort unglaublich viele Leute. Und an alle Leute die Israel Bashing betreiben: Viele der Patienten waren Araber!
Mein nächster CT wird gegen Ende Mai sein und allein dafür einen Termin zu bekommen, glich einem Wunder. Meine Onkologin dagegen soll ich erst Mitte Juli sehen, was total daneben ist. Zwei Monate nach dem CT einen Termin bei der Onkologin, wobei der nächste CT schon wieder im August ansteht.
Zwei Monate auf das Ergebnis vom Mai warten, dann eine neue Überweisung im Juli abholen? Das würde bedeuten, dass ich im August keinen CT – Termin mehr bekommen, denn die sind ja heute schon auf Ewigkeiten ausgebucht.
Meiner Onkologin habe ich vorgeschlagen, nur noch per Mail in Kontakt zu bleiben und sie schickt mir die Überweisungen auf diese Weise. Ergibt sich etwas aus den CT Bilder, soll sie mich benachrichtigen. Wobei ich stets hinterher sein muss, sonst wird man vergessen. Aber okay. Immer noch besser als monatelang zu warten und gar nichts zu haben, weil alles restlos ausgebucht ist.
Vielleicht kann mir jemand sagen, ob Ichilov oder Tel Hashomer dieselben Probleme haben. Hadassah jedenfalls kommt nicht in Frage, denn dort herrscht Chaos pur und immer noch hauen Ärzte von dort ab.

King George Street in Jerusalem und keine so guten Nachrichten

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Heute in der Onkologie im Shaare Zedek Medical Center Copyright: Miriam Woelke

 

 

Leserfrage: „Die Bedeutung von PURIM SAMEACH“

B“H
PURIM SAMEACH bedeutet ganz einfach HAPPY PURIM!
SAMEACH = HAPPY, wobei es in der hebräischen Sprache mehrere Worte für fröhlich gibt. Bei der entsprechenden Wortwahl kommt es immer auf die Art der Fröhlichkeit drauf an. Beschwingt oder eher ernsthaft. So in der Art jedenfalls. 🙂
In der nächsten Woche feiert die jüdische Welt Purim, aber dazu mehr auf meinem Hamantaschen – Blog in den kommenden Tagen!
Momentan aber wünschen sich Juden in Israel untereinander PURIM SAMEACH – HAPPY PURIM.

Details zu den Wahlen in Israel 2019

Der Alte Jerusalemer Bahnhof (HaTachana)

Der gelebte Alltag in Israel

B“H
Nach all den Jahren und unzähligen Blogartikeln plane ich derzeit etwas mehr Action. Nämlich Interviews mit ganz unterschiedlichen Leuten aus Israel. Darunter Ultra – orthodoxe Juden (Haredim) verschiedener chassidischer Gruppen, Ärzte, fast Politiker (wobei ich mich noch um ein paar Politiker bemühe), Influencer oder Anglo – Neueinwanderer, die in Israel eine eigene Firma gegründet haben.
Falls jemand von Euch Fragen mit beisteuern will, kann er mich das gerne wissen lassen!
miriamwoelke@gmail.com
Alle Interviews werden auf meinen Youtube Kanal bzw. in die Blogs gestellt. Und alle Interviews werden in englischer Sprache geführt.

Benny Gantz: „Jüdische Anglo – Einwanderer sind nicht israelisch genug!“

B“H
Vor ein paar Wochen behauptete der Netanyahu – Herausforderer Benjamin Benny“ Gantz, dass jüdische Neueinwanderer aus Anglo – Ländern nicht genügend israelisch seien.
Nach diesem Statement fragte ich mich, ob denn die Einwanderer aus den GUS – Staaten oder die Franzosen israelisch genug seien. Jeder jüdische Neueinwanderer, woher er auch immer stammt, bringt seine Eigenheiten mit nach Israel. Ja, man gliedert sich in die israelische Gesellschaft ein, aber irgendwie behält man diverse Eigenschaften. Ob man nun will oder nicht!
Im Jahre 2000 wanderte ich offiziell nach Israel aus. Mit allen Jewish Agency Papieren und blabla. Zuvor hatte ich bereits einige Jahre in Israel gelebt und daher einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Neueinwanderern: Unter anderem sprach ich Hebräisch, las israelische Zeitungen und Bücher und war mit der israelischen Mentalität bestens vertraut. Der Kulturschock blieb also aus!
Mit meiner Einwanderung verlor ich, aufgrund der damaligen deutschen Gesetzeslage, meine deutsche Staatsbürgerschaft, doch das war mir ziemlich egal. Viele Jahre lebe ich glücklich und zufrieden mit israelischem Pass. Zwar änderte sich die Gesetzeslage unter Frau Merkel, doch eine Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft beantrage ich nicht.
Bei amerikanischen Einwanderern ist das anders, denn Amerikaner sind extreme Patrioten. Gleichzeitig aber verlangt die amerikanische Steuerbehörde IRS von im Ausland lebenden US – Bürgern Steuern. Jeder Amerikaner, selbst im Ausland lebend, muss einmal pro Jahr seine Steuererklärung bei der IRS einreichen. Selbst, wenn er schon jahrzehntelang nicht mehr in den USA lebt und im Ausland vielleicht ein Sozialfall ist.
Eine Menge Israelis lieben die USA und betrachten es sozusagen als ihr Traumland. Wer würde dort nicht gerne wohnen? So die Wunschvorstellung vieler Israelis. Einmal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen, glucken Israelis trotzdem wieder in ihren eigenen Communities zusammen. Eine israelische Eingenart. 🙂 Aber man ist halt in den USA und das gilt in Israel bei manchen als Prestige.
Englisch zählt in Israel zu den begehrtesten Fremdsprachen. Vor allem bedeuten gute Englischkenntnisse ein Weiterkommen in der eigenen beruflichen Karriere. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass Firmen wie INTEL Vorstellungsgespräche auf Englisch führen und sogar die Armee bei Offizieren oder Angestellten der Cyber Security gute Englischkenntnisse verlangen. In Israel spielt die englische Sprache eine wesentlich größere Rolle als in Deutschland. Ständig wird man in diversen Jobs mit der Fremdsprache konfrontiert oder es wird mit eingewanderten Anglos zusammengearbeitet, die da erst Hebräisch lernen müssen.
Nur kurz nebenbei: Deutsch spielt in Israel keine Rolle! 
Ich kenne viele Anglos aus den USA, Kanada, UK, Australien oder aus Südafrika, die da super Hebräisch gelernt haben und voll integriert sind. Andererseits kenne ich genauso viele Anglos, die niemals Hebräisch lernten, da ihnen die Sprache, aus welchen Gründen auch immer, nicht liegt. Trotzdem arbeiten sie oder leiten ihre eigenen Firmen. Auf Englisch lässt sich in Israel in den meisten Fällen (jedoch nicht immer) kommunizieren.
Zudem sind Einwanderer aus Anglo – Ländern beliebter als, zum Beispiel, Einwanderer aus den GUS – Staaten. Allein schon wegen der Sprache und der Mentalität. Ferner gelten Amerikaner als jüdischer. Und das nicht nur auf die Religion bezogen.
Jüdische Amerikaner in Israel sind keine Seltenheit und viele von ihnen sind Ärzte, Hightech – Experten oder Wissenschaftler. Andere machen sich selbstständig und viele von ihnen kommen sehr gut ausgebildet und noch dazu mit Geld, welches sie sich in den Staaten erarbeitet haben.
Mein Freundeskreis beinhaltet extrem viele Amerikaner und ich komme mit ihnen sehr gut klar. Wir haben dieselbe Mentalität und einige Angewohnheiten habe ich von ihnen übernommen genauso wie andere Angewohnheiten aus der israelischen Gesellschaft. Ich betrachte mich nach mehr als zwei Jahrzehnten als irgendeinen Mischmasch und täte mich in Deutschland sehr schwer. Die fehlende Offenheit und Ungezwungenheit würde mich in Deutschland unglücklich machen.
Versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Deutschland oder Deutsche, doch die dortige Mentalität, gerade das aktuelle weichgespülte Einerlei, liegt mir absolut nicht.
Anglo – Einwanderer passen sich in Israel an, dennoch pochen sie auf eine gewisse Verhaltensweise. Wenn so mancher Israeli ihnen rotzfrech daherkommt, wird schnell der Vergleich „amerikanischer Service versus israelische Chutzpe“ angestellt. Israelis geben nichts darauf, oft plump draufloszuplappern und rotzfrech zu wirken. Anglos fühlen sich schnell dadurch beleidigt, denn in ihren Heimatländern wäre ein Angestellter, der sie im Befehlston angeht, sofort entlassen worden. Nicht so in Israel.
Was ich meinen Anglo – Freunden immer wieder sage: Nicht jeder Israeli kann sich so toll auf Englisch ausdrücken und dann klingt vieles schon mal daneben. Ein kleines Beispiel: Eine Bekannte ging zum CT Scan, weil sie unter Nackenschmerzen leidet. Daraufhin sagte ihr die Krankenschwester, dass ihre Wirbelsäule halt alt sei.
In den Ohren der Amerikanerin klang das in holprigem Englisch erfolgte Statement skurril und geradezu lustig. Die Krankenschwester aber wusste sich in der Fremdsprache offenbar nicht anders zu helfen.
In meinen Augen sind Juden aus Anglo – Ländern sehr zionistisch eingestellt. Ansonsten würden sie in den USA, etc. bleiben, wo es ihnen wirtschaftlich deutlich besser ging. Anglo – Juden besitzen in vielen Fällen zionistische Ideale und einmal in Israel leben ist ein Traum.
In der israelischen Politik spielen sie dagegen kaum ein Rolle. Als Wähler jedoch schon und mit seiner Behauptung verscherzte Gantz sich die Stimmen der Anglos. Mit den Russen hat er sich lieber nicht angelegt, denn dann wäre er stimmenmäßig erst recht aufgeschmissen gewesen.
Wer Anglos in der Politik sucht: Naftali Bennett ist einer von ihnen. Zu Unrecht wird Netanyahu seit Jahren als halber Amerikaner beschimpft, was nicht immer zutrifft. Andererseits stehen ihm die USA näher als Europa. Emotional ist er den USA verbunden, denn er lebte dort lange Zeit. Deutschland hingegen sagt ihm nichts.
Eine Menge US – Juden lieben Bibi, denn er spricht nicht nur ihre Sprache, sondern kann mit ihnen auf derselben Ebene kommunizieren. Golda Me’ir konnte das einst auch. Sowohl als auch der kürzlich verstorbene Moshe Arens.
Es mag sein, dass Anglos zusammenhängen, aber das tun Russen genauso wie Neueinwanderer aus Frankreich oder aus Südamerika. Es ist eine Sache der gemeinsamen Mentalität und im Ausland glucken, wie gesagt, Israelis ebenso zusammen. Schnell ist ein gemeinsamer Nenner da. Und sei es nur der Armeedienst, Cottage Cheese oder Bamba. So typisch Israelisches halt. Gleichzeitig aber stehen die USA den meisten Israelis auch näher als Europa, denn in Amerika spielt die Musik.
Auf alle Fälle hat sich Gantz mit seinem Statement keinen Gefallen getan, aber ich nehme an, dass er einen ausschließlich israelischen Bekanntenkreis pflegt.

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