Leben in Jerusalem

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Der Winter ist da & Jaffa Road wird sich verändern

B“H

Eines meiner Hobbies ist es, Jerusalem in einem ursprünglichen vorherigen Zustand zu photographieren. Leider habe ich innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte viel verpasst zu dokumentieren, doch seit einiger Zeit bin ich wieder dabei. Wenn auch nicht überall.

Bevor bauliche Veränderungen anstehen, photographiere ich das Bisherige. Zum Beispiel habe ich schon sehr viele Häuser gefilmt, die abgerissen wurden und am selben Ort neue Gebäude entstanden. Häuser oder ganze Straßenzüge.

Jerusalem hat sich innerhalb der letzten 25 Jahre ziemlich verändert. Zum Vorteil genau so wie zum Nachteil. Ein riesiger Vorteil ist, ohne Frage, die Straßenbahn. Ein massiver Nachteil sind all die vielen Neubauten, die nur noch Luxuswohnungen anbieten. Dafür wurden alte, wenn auch erschwingliche, Bauten abgerissen. Ob die heutige Jaffa Road in der Innenstadt mehr Charme hat als die alte in den Neunziger Jahren? Alles hat so seinen Charme zu seiner Zeit, aber jetzt ist etwas Einschneidendes geplant und ich sehe all das skeptisch. Mehrere Geschäfteinhaber haben demonstriert und bei der Stadtverwaltung Widerspruch eingelegt, doch ohne Erfolg.

Der superreiche franzözische Jude Laurent Levi will, nachdem er den benachbarten Kikar HaMusika (Music Square) teilweise gegen jedes Recht umgemodelt hat, nun auch einen großen Teil der Jaffa Road komplett umgestalten. Inwieweit die alten Bauwerke in ihrem Zustand belassen werden, kann ich jetzt noch nicht sagen. Sicher ist, dass die Geschäfte in der Jaffa Road, von Cafe Rimon bis hin zu Sefer ve’Sefel, zumachen bzw. eine neue Location erhalten. Dies wird mein nächstes Videoprojekt. Zwischen Cafe Rimon und der Yavetz Street bei der Buchhandlung Sefer ve’Sefel soll eine zehnstöckige Shopping Mall entstehen. Und dass, wo die Jaffa Road eh nicht viel Umsatz macht. Bei Touristen vielleicht, aber weniger durch Einheimische, denn die kaufen lieber in den Malls von Givat Sha’ul oder Talpiyot ein. Dort, wo es deutlich günstiger ist als in der Innenstadt. Und vor allem fehlt es in der gesamten Innenstadt an Parkmöglichkeiten. Selbst wenn die zukünftige Mall im Untergeschoss Parkplätze anbietet, Givat Sha’ul (Beit HaTfus) sowie Talpiyot haben die Discounter und andere Geschäfte / Restaurants mit niedrigeren Preisen. Zudem ja schon an der Agrippas die hässliche Pyramide gebaut wird. Ein Luxushotel mit Luxus – Shops. Alles nur noch Luxus und die Jerusalemer können sich dies am wenigsten leisten. Wenn nur wenige Meter weiter der Machane Yehudah Markt liegt, gehe ich doch nicht in eine Luxusmall. Ich gehe eh nur einkaufen und ab und zu zum Cafe Aroma. Alles andere bereite ich daheim zu. Da weiß ich, was drin ist, habe mehr auf dem Teller und günstiger ist es obendrein.

Jedenfalls erwartet die Jaffa Road massig Baustellen und wir werden in ein paar Jahren sehen, wie alles ausschaut und ob sich eine zehnstöckige Mall lohnt.

Was gibt es noch Neues außer Corona – Regelungen?

Der Winter ist da, nachdem wir mehr als zwei Wochen lang zwischen 18 – 21 Grad bei strahlendem Sonnenschein hatten. Jetzt sind Regen und Hagel zurück und momentan braut sich draußen etwas zusammen. Sturmböen und heute Nacht soll es regnen und gewittern bei 9 Grad Celsius. Für Mittwoch werden ganze 5 Grad und Hagel vorhergesagt. Dafür aber lacht am Schabbat die Sonne wieder bei 13 Grad.

Ein Scheich kaufte 50 % vom Fussballclub Beitar Yerushalayim

Probleme in Jerusalem?

B“H

Jemand fragte nach Problemen in Jerusalem, vergass jedoch zu definieren, welche Probleme er genau meint.

Jerusalem hat viele Probleme. Ein chronisches Parkplatz – Problem, zum Beispiel. Insbesondere in der Innenstadt.

Aktuell gibt es ein akutes Sicherheitsproblem an einem Ort, von dem man das gar nicht erwartet hätte. Nämlich von den Train Tracks, den alten Bahngleisen, die zum Wanderpfad geworden sind. Oder wie man es auch immer betiteln will.

Die Grünanlage der Alten Bahngleisen / Park HaMesila führen vom Kulturzentrum Alter Bahnhof bis hinunter in den Jerusalemer Wald. Dabei werden mehrere Stadtteile durchquert: Unter anderem die German Colony, Baka, Mekor Chaim, neuer Bahnhof / Malcha. Mittendrin liegt der arabische Stadtteil Beit Zafafa, an dem die Grünanlage ebenfalls entlangführt.

Gerade die German Colony und der Stadtteil Baka sind ruhigere Stadtteile, in denen die Bewohner meist zum Mittelstand gehören. Die Kriminalitätsrate liegt niedrig und man sollte Geld haben, um in den Stadtteilen leben zu können. Es ist dort alles andere als billig.

Es handelt sich um zwei Stadtteile, in denen man auch nachts herumlaufen kann, ohne irgendwie Angst haben zu müssen. Jedenfalls war das bis vor wenigen Monaten noch so. Mittlerweile hat sich das geändert und abends werden immer mehr Leute in der Grünanlage Alte Bahngleise angegriffen. Mit Messern, Frauen werden sexuell angetoucht und Fahrradfahrern werden Eisenstäbe in die Speichen gerammt. Die Bewohner an den Bahngleisen haben Angst und trauen sich abends nicht mehr den Müll rauszutragen. Neulich wurde eine Undercover Polizistin sexuell belästigt und es gab zwei Verhaftungen.

Wer sind die Täter?

In Deutschland würde man sagen MÄNNER.

In Jerusalem nennt die Lokalpresse die Angelegenheit beim Namen: Junge Palästinenser, die auf arabisch herumschreien und Messer dabei haben. Vermutlich kommen sie aus Beit Zafafa.

Die Stadtverwaltung will keinen Konflikt zwischen den jüdischen Stadtteilen und Beit Zafafa aufkommen lassen. Es wurden Security Cameras installiert. Selbst an der Reading Station, die vor kurzem erst abgefackelt worden war. Vermutlich auch von Palästinensern. Und die Polizei patroulliert vermehrt. Es gab weitere Verhaftungen.

Wer die Gegend kennt, der fühlt sich normalerweise sicher. Kinder spielen dort, Eltern picknicken mit den Kindern, Leute sitzen auf der Bank, es gibt viele Jogger und Fahrradfahrer und jetzt das. Bei Dunkelheit laufen Palästinenser herum und greifen Passanten tätlich an.

Da dachte man, es gibt eine sichere Gegend, aber das war dann auch nichts. Einmal kommt etwas Positives auf und es wird einem gleich wieder alles versaut.

Coronavirus in Israel & alles Mögliche

Steht Jerusalem eine Ausgangssperre bevor?

B“H
Aufgrund einer extrem hohen Anzahl von Corona – Infizierten ist in Jerusalem aktuell die Rede von einem Lockdown der Stadt. Andere betroffene Städte sind offenbar Kiryat Gat, Ra’anana, Bnei Brak und Ashdod.
Was das genau bedeutet?
Niemand darf in die Stadt hinein oder hinaus.
Praktiziert wurde dies schon mehrere Male in Bnei Brak bei Tel Aviv. Momentan stehen in Jerusalem einige haredische (ultra – orthodoxe) Stadtteile unter Lockdown: Har Nof, Ramot, Kiryat Zanz, Ma’alot Dafna sowie Romema.
Was genau lief falsch?
Die Regierung öffnete, meiner Meinung nach, nach dem ersten Lockdown viel zu schnell Schulen, religiöse Einrichtungen, Bars, Feiern und und und. Nicht nur auf dem jüdischen, sondern auch auf dem arabischen Sektor. Die Araber halten ihre Familienfeiern ohne Restriktionen ab und küssen sich ständig. Deswegen gelten einige arabische Stadtteile in Jerusalem (Beispiel: Beit Chanina) als Corona – Brandherd.
Ich kann nicht begreifen, dass Leute in diesen Krisenzeiten in Bars und Restaurants abhängen. Okay, ich gehe ab und zu mal in eine der Cafe Aroma Niederlassungen, aber doch nicht ständig und ohne Maske. Fitness kann man auch daheim betreiben und wer nach Bars jammert, der sollte mal sein Leben hinterfragen. 🙂
Solange Krankenhäuser, Krankenkassen und der Machane Yehudah Markt offen sind, stört mich die ganze Lockdown Geschichte nicht. Das Problem ist immer nur, dass viele Leute zu uneinsichtig sind. Egal, ob religiös oder nicht. Vor allem viele ältere Menschen glänzen mit Sturheit. Neueinwanderer, die kein Hebräisch sprechen, wissen oft von nichts und leben in ihrer eigenen Blase.
Ich sage mal: Der Sommer ist gelaufen und so schnell wird sich offenbar nichts verbessern. Dazu ist die Anzahl der Infizierten zu hoch. 346 Tote bislang und die Grenzen werden noch lange nicht geöffnet. Eher im Gegenteil. Jerusalem und andere Städte könnten von der Außenwelt abgeschottet werden. 🙂

Jerusalem: „Waldbrand in Abu Tur & Bauarbeiten in Baka“

B“H
Gestern gab es bei uns im Stadtteil richtig was zu sehen und es war Action. Der Peace Forest (Friedenswald, der keiner ist, weil sich dort fast nur Araber herumtreiben) stand in Flammen. Und das am frühen Schabbat – Vormittag. Ob es sich wieder einmal um Brandstiftung seitens der Araber handelt oder sich der Wald aufgrund der Sommerhitze von 30 Grad selbst entzündete, kann ich nicht sagen. Jedenfalls verbreiteten sich die Flammen in sekundenschnelle und windig war es dazu.
Die Feuerwehr rauschte an und am Ende wurde man des größeren Feuers kaum Herr, denn der Wind blies die Flammen in alle Richtungen. Wie schon vor ein paar Jahren zwei gelbe Löschflugzeuge eingesetzt, die da roten Staub abwarfen, was half. Bis zum Nachmittag hatte sich die verbrannte schwarze Walderde zur Ausgehattraktion entwickelt und ganze Familien kamen, um sich den Schaden anzusehen. Zum Glück blieben wenigstens die Bäume verschont.
Ab heute finden in der nahegelegenen Derech Beit Lechem Street im Nachbarstadtteil Baka massive Bauarbeiten statt. Die Straße soll noch attraktiver gemacht werden, wofür aber Bäume dran glauben müssen.
Die Bauarbeiten sind mit viel Lärm und Umleitungen verbunden. Wer dort also wohnt oder lang muss, kann sich die kommenden Monate auf etwas gefasst machen.
Die Derech Beit Lechem (parallel zur Derech Hebron) hat für mich immer den Flair eines Dorfes. Irgendwie scheint dort noch alles in Ordenung, obwohl das absolut nicht stimmt. Neulich erst wurde ein Kiosk überfallen und vor zwei Jahren fackelte die Bude von Falafel Oved ab. Schuld am Brand war der Falafelstand selbst, denn die hatten den Ofen nicht richtig abgestellt.
Ein paar Einblicke in den Stadtteil Baka

Die Coronavirus – Situation in Jerusalem / 16. März 2020