Leben in Jerusalem

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Nix passiert in Jerusalem

B“H
Seit vielen Jahrzehnten wissen Jerusalem und seine Bewohner mit dem arabischen Terror umzugehen. Man hat sich daran gewöhnt.
Kurz bevor Donald Trump Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannte, prophezeihten die deutschen Medien einen regelrechten Weltuntergang. Jerusalem werde untergehen, die muslimische Wut und all die Eskalationen. Zudem wurden gestern Bilder von israelischen Soldaten im muslimischen Altstadtviertel gezeigt, um die Vorhersagen noch bedrohlicher darzustellen.
Diejenigen, die diesen Schwachsinn schreiben und diejenigen, die ihn auch noch glauben, kennen Jerusalem nicht. Zuerst einmal befinden sich immer israelische Grenzsoldaten (Magav) im arabischen Viertel. Jeden Tag und nicht nur nach Trumps Ankündigung.
In Jerusalem lebt man ständig mit der palästinensischen Bedohung und nicht nur jetzt. Nix eskaliert hier, weil es eh schon tagtäglich geschieht. In meinem Stadtteil, der auch von Palästinensern bewohnt wird, passierte nichts Besonderes. Lautes Gegröhle der palästinensischen Jugend haben wir jeden Tag mehrere Male. Die vier umliegenden Moscheen (davon zwei hinter der Sicherheitsmauer in Abu Dis) brüllen, wie immer, zum Gebet. Und wenn mal Steine fliegen oder wieder israelische PKWs abgefackelt werden, so ist das absolut normal. Eine Intifada würde Abu Tur nicht so wahrnehmen, da wir das eh jeden Tag haben.
Eine Freundin fragte mich neulich, ob denn in Abu Tur (in der Jerusalemer Südstadt gelegen) keine jüdischen Kinder leben. Man sieht ja niemanden auf der Straße spielen.
Jüdische Kinder gibt es in Abu Tur, doch die spielen entweder im Haus oder in einem anderen Stadtteil. Beim Fussballverein in anderen Stadtteilen oder man trifft sich daheim oder mit Freunden. Jedoch nicht auf der Straße, denn das ist zu gefährlich, da ständig palästinensische Kinder und Jugendlich vorbeilaufen und ihr Allah – Zeug schreien.
Jemand aus dem Stadtteil kam auf die Idee, eine jüdisch – arabisch – gemischte Fussballmannschaft zusammenzustellen, damit sich die Kinder einmal kennen lernen. Vergebens, aber die Mannschaft gibt es dennoch. Allerdings spielen dort nur arabische Kinder, die teilweise durch die Straße laufen und wieder nach Allah brüllen. Sie bekamen sogar gelbe Trikots gestellt, doch Juden lassen ihre Kinder da nicht hin. Zu gefährlich, nach all dem, was hier schon passierte.
Wider aller deutschen Prophezeihungen geht in Jerusalem das Leben ganz normal weiter. In Ostjerusalem am Damaskustor wird eh ständig randaliert und sonst kriegen wir im Westteil der Stadt nichts mit. Man sieht halt die Randale in der Autonomie und Ostjerusalem im TV, doch längst sind wieder andere Themen in den Nachrichten aktuell.
Jerusalemer Bürger haben gelernt, gelassen zu bleiben und sich nicht künstlich aufzuregen. Hier passieren soviele Dinge, von denen keine deutschen Medien berichten. Der palästinensische Terror ist immer gegenwärtig und es fliegen Steine auf israelische PKWs. Palästinenser brüllen antisemitische Parolen und hören auf volle Pulle ihre Popsongs, deren Texte zur Ermordung von Juden aufrufen.
Andererseits gibt es Palästinenser, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen. Sie arbeiten wie jeder andere auch und haben mit Hamas und dem ganzen Kram nichts am Hut. Sie arbeiten als Ärzte in israelischen Krankenhäusern, als Anwälte oder Richter bei israelischen Gerichten. Im Supermarkt an der Kasse, im Rathaus oder in Restaurantküchen. Auch das ist Israel und ganz normal.

 

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Eine Seilbahn für Jerusalem

B“H
In dem Stadtteil, in dem ich lebe, gibt es eine Menge Probleme. Um den Bewohnern alles mitzuteilen, finden regelmäßig Diskussionsrunden statt. Viele gehen da nicht hin und ich selbst war auch noch nie da. Die Nachrichten erhalten ich sowieso per Email und dann weiß ich, was beschlossen bzw. abgelehnt wurde. Und ehrlich gesagt, viel zu sagen, haben wir eh nicht, denn letztendlich entscheidet der Stadtrat.
Jetzt mal vom palästinensischen Terror im Stadtteil Abu Tur abgesehen: Derzeit stehen drei andere wichtige Themen zur Diskussion
1. Die katholische sowie die griechisch – orthodoxe (oder war es die russisch – orthodoxe) Kirche besitzen Land in Abu Tur. Und eine dieser orthodoxen Kirchen plant ein Hochhaus zu bauen. Mitten in das kleine romantische Abu Tur hinein. Die Bewohner sehen darin ein Schandmal, denn ein Hochhaus mit neun oder mehr Stockwerken verschandelt die Erscheinung des Stadtteiles. Man legte Einspruch bei der Stadtverwaltung ein und der Bau soll verhindert werden.
2. Die katholische Kirche besitzt Land in der Zruriah Street und will dort offenbar Mieter aus den Häusern raushaben. Einfach so, denn Juden stören. Gegenüber der Zruriah, in der Albeck Street, befindet sich ein riesiges Kloster mit Nonnen und Mönchen. Gleich hinter der Cinema Mall, dem „Yes Planet“. Ich wüsste nur allzu gern, ob der Boden, auf dem der Planet steht, auch noch der Kirche gehört.
3. Der Stadtrat plant eine Seilbahn vom Alten Bahnhof (in der David Remez Street) bis auf den Zionsberg in der Altstadt sowie zur Klagemauer. Das wäre doch super für Touristen und Israelis, wenn sie denn nicht mehr bis zum Jaffator oder an der Cinematheque den Zionsberg erklimmen müssten, um in die Altstadt zu gelangen.
Seilbahn hin oder her. Das Kulturzentrum Alter Bahnhof soll der erste Stop der Seilbahn sein. Ein zweiter Stop, bevor man am Zionsberg ankommt, wäre das nahegelegene Abu Tur. In der E’in Rogel Street.
Wer die Orte nicht kennt und noch nie in Jerusalem war:
Der Alte Bahnhof liegt nur wenige Minuten vom Stadtteil Abu Tur entfernt. Zwischen diesen beiden Orten und dem Zionsberg befindet sich das sogenannte „Valley of Gehinnom“. Das „Tal der Hölle“. Laut dem Talmud soll sich dort einer der Eingänge zur Hölle befinden. Metaphorisch gesehen und nicht das da jetzt jemand auf dumme Gedanken kommt und den Eingang sucht. 🙂
In Abu Tur will man die Seilbahn nicht, denn wer weiß, was da eventuell für Leute an der Station aussteigen und durch unseren kleinen romantischen Stadtteil geistern. Es gibt schon genug Probleme mit den Palästinensern im unteren Teil von Abu Tur und da braucht niemand noch zusätzlich subversive Gestalten.
Freunde von mir meinten, dass die Seilbahn ein neues Terrorziel darstelle. Aus dem Tal könnten die Palästinenser das Ding leicht abschiessen.
Der Stadtrat scheint die Seilbahn sehr ernst zu nehmen. Ich dagegen ziehe es vor, in die Altstadt zu laufen. Außerdem kostet ein Seilbahn – Ticket garantiert wieder ein Vermögen.
Mehr Infos samt Video zur geplanten Seilbahn:
https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4968672,00.html

Donald Trumps Helikopter landet in Jerusalem

B“H
Präsident Donald Trump landete am heutigen frühen Nachmittag in Jerusalem, nachdem er zuvor auf dem Ben Gurion Airport von den Netanyahus, Kabinettsmitgliedern, Vertretern der Opposition sowie vielen anderen Vertretern empfangen worden war.
Trump und die Netanyahus verstehen sich bestens und in Israel witzelte man, dass Netanyahu heilfroh war, nicht Obama aus dem Flugzeug marschieren zu sehen. Nach ein paar Reden und viel Händeschütteln flog Trump weiter nach Jerusalem. Per Helikopter zu dem besagten Parkplatz in meinen Stadtteil.
Ich ging Richtung Derech Hebron Street, um zu schauen, ob es etwas zum Filmen gab. Klar, war alles abgeriegelt, doch die Nachbarschaft hatte sich trotzdem versammelt. Alle mit Smartphones bewaffnet.
Eine Menge Helikopter kamen und flogen wieder davon. Im Video (Minute 5:20) seht Ihr Trumps Helikopter einfliegen. Gleich nach der Landung wurden die Trumps zu Ruven Rivlin gefahren und dann ging es in die Altstadt. In eine Kirche sowie an die Klagemauer (Kotel). Heute Abend ist ein Dinner mit den Netanyahus angesetzt.
Was die deutschen Medien teilweise zum Trump – Besuch berichten, ist eine einzige Katastrophe und hat mit der Realität kaum etwas zu tun. Es gab weder einen Eklat, noch fiel Trump sonst irgendwie auf. 

 

Donald Trump und die Bäume

B“H
Am vergangenen Sonntagnachmittag als ich von der Arbeit kam, war ich total geschockt, eine Vielzahl von gefällten Bäumen am Parkplatz in der Derech Hebron Street zu sehen. Tolle hohe Bäume, die erst vor kurzem noch blühten und die niemanden störten. In der ganzen letzten Woche dann wurden dann mehr und mehr Bäume um die riesige Parkplatzfläche gefällt und sogar die Bushaltestelle für öffentliche Kleinbusse in die Altstadt ist verschwunden.
Zuerst dachte ich, dass der ganze Parkplatz weg soll und vielleicht eine neue Shopping Mall entsteht oder so. Selbst die Palme in der Parkplatzmitte ist weg und zurück blieb fast nur öder Beton. Gestern dann erzählte mir jemand, dass Donald Trump ausgerechnet diesen Parkplatz in unserem Stadtteil für seine Helikopterflüge nutzen will und vermutlich mussten deshalb die Bäume weichen. Der Security wegen und dass auch nur wegen eines einzigen Tages. Solange ist Trump nämlich nur in Jerusalem.
Um ins nur wenige Kilometer entfernte Bethlehem zu gelangen, fliegt er mit dem Helikopter. Ebenso ins 25 km entfernte Ramallah. Die gesamte Umgebung um den Parkplatz wird wohl damit zum sterilen Ort und wie wir nach Hause oder zur Arbeit gelangen, weiß noch kein Mensch.
Übernachten wird der amerikanische Präsident im King David Hotel und wer ins den umliegenden Bürogebäuden arbeitet, muss wohl am Dienstag von daheim aus arbeiten. So jedenfalls hörte ich es von einer Bekannten. Das gesamte King David Hotel ist von Dienstag bis Mittwoch nur für Donald Trump und seine Mitarbeiter da.
Ich habe keine Ahnung, ob dass mit dem Helikopter stimmt. Falls ja, so ist es eine Sauerei, die halbe Natur drumherum kaputtzumachen.

Der billigste Friseur Jerusalems gab sein Geschäft auf

B“H
In mehreren Städten Israels dürfen Friseur – Azubis sich an den Haaren echter Kunden austoben. So jedenfalls in Tel Aviv und Jerusalem. Wer sich als Kunde von einem „Talmid – Schüler“ die Haare schneiden lässt, bezahlt weitaus weniger als den Normalpreis von unverschämten 170 – 250 Schekel (ca. 41 – 61 Euro). Und das für einen stinknormalen Haarschnitt ohne Färben etc. In Israel zum Friseur zu gehen, ist mit viel Geld verbunden. Für Männer ist es wesentlich günstiger, doch schon ein stinknormaler Frauenhaarschnitt kostet ein Vermögen. Deswegen zieht es die Leute zu den besagten Friseurschulen.
Die einzige und letzte Schule in Jerusalem machte jetzt dicht. Den Namen kann ich mir nie merken, doch klingt es wie „Shuki Zitzri“ oder so. Dort kostete ein Haarschnitt 45 Schekel (10 Euro) und die Friseurschule befand sich an der Ecke King George / Ben Yehudah Street.
Gestern war ich dort und man war am Umräumen. Der Hausherr verkündete, dass die Schule samt Preise nicht mehr existiere und das Business in die Jabotinsky Street der Reichen umziehe. Dort koste ein Haarschnitt dann aber 250 Schekel (ca. 61 Euro), denn man ist ja bei den Wohlbetuchten.
Somit bleiben nur die Friseurschulen von Tel Aviv, die da Azubis an den Haaren der Leute schnippeln lassen. Für niedrigere Preise, aber mit den 45 Schekel ist dann auch Schluss. Mindestens 100 Schekel muss man in Tel Aviv schon berappen. Und das bei einem Azubi.

Die Jerusalemer Stadtverwaltung will das akute Parkproblem bekämpfen

B“H
Wer ausgerechnet in der Jerusalemer Innenstadt etwas zu tun hat oder nur kurz einkaufen will, schaut sich oft vergebens nach einem Parkplatz um. In der letzten Zeit verschwanden immer mehr Parkplätze, da an derselben Stelle Neubauten entstehen.
Seit jeher gibt es in der Innenstadt ein akutes Parkplatzproblem, welches die Stadtverwaltung nun mit modernen technischen Möglichkeiten bekämpfen will.
Gut, dass ich nur ein Mountainbike habe und nicht die extrem hohen Kosten für einen PKW oder ein Motorrad.

 

Aktuelles aus Jerusalem

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Photo: Miriam Woelke

Sommerdekoration rund um die Jerusalemer Fussgängerzone
B“H
Die Stadtverwaltung Jerusalem plant weitere Straßenbahnlinien, da die zwei bestehenden Linien satte Profite einfahren. Häufig hat man Probleme beim Einsteigen, denn die zwei langen grauen Waggons sind randvoll.
Momentan wird die Straßenbahn offenbar vom Herzlberg (Mount Herzl) bis hinunter zum Hadassah Ein Kerem Hospital ausgebaut. Darüber hinaus plant die Stadtverwaltung aktuell eine neue Linie: In der German Colony sowie in Old Katamon. Durch Emek Refaim Street soll in ein paar Jahren die Straßenbahn fahren. Schon gibt es Ärger, denn einige Shop Inhaber taten sich zusammen und verklagen die Stadtverwaltung. Man wolle keine Straßenbahn, denn der Bau dauere ein paar Jahre und solange käme weniger Laufkundschaft. Überall Absperrungen aufgrund der Baustelle und wer findet da noch den Weg in einen die Läden?
Die Sorge ist berechtigt, doch muss man das Vorhaben immer langfristig betrachten. Wenn die Straßenbahn einmal fährt, kommt massenhaft Kundschaft in die Gegend, wie wir in der Jaffa Road sehen. Allerdings müssen die Geschäftsinhaber bis dahin erst einmal finanziell durchhalten, denn der Bau kann bis zu drei Jahre oder mehr dauern. Wer hat da die finanziellen Resourcen?
Dasselbe erleben wir in Tel Aviv, wo seit einem Jahr Großbaustelle herrscht, denn auch dort werden Gleise verlegt.
Und noch eine gute Nachricht:
In der Malcha Shopping Mall will IKEA eine kleine Niederlassung eröffnen. Keine so großen Niederlassungen wie in Rishon LeZion oder in Netanya, aber immerhin. Jerusalem verfügt über keine riesigen Bauflächen und wer eine Mall hochziehen will, weicht neuerdings ins benachbarte Mevasseret Zion aus. Wie der Discounter King Rami Levi, der bei Mevasseret eine gigantische Mall hochzieht. Hier entstehen massig Arbeitsplätze, wovon vor allem die Palästinenser in den umliegenden Dörfern profitieren.
Selbst wenn IKEA in der Malcha Mall nur eine bescheidene Filiale eröffnen will, an Kundschaft wird es garantiert nicht mangeln. Israelis stehen voll auf IKEA, denn die Preise sind günstiger als anderswo. Trotzdem liegen die israelischen IKEA Preise weit über dem deutschen Durchschnitt. Will sagen, in Deutschland ist IKEA weitaus billiger als in Israel. Aber was ist im teuren Israel schon billig? 🙂