Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Gibt es eine Seilbahn in Jerusalem?“

B“H
Nein, eine Seilbahn gibt es noch nicht. Sie ist aber in Planung und in meinem Stadtteil wird in einem Kommittee bereits eifrig diskutiert. Die Pros und Cons, denn es betrifft die Ruhe in Abu Tur. Oder auch die ehemalige Ruhe, denn die Seilbahn soll genau über uns hinweggehen bzw. es soll eine Haltestelle entstehen. 

 

Die geplante Seilbahn vom Alten Busbahnhof / Chan Theater bis in die Jerusalemer Altstadt (Dung Gate)

 

 

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Das Dilemma des Jerusalemer Stadtteiles Givat Mordechai

B“H
Eine Ewigkeit war ich nicht mehr in Givat Mordechai, einem Stadtteil zwischen der Malcha Shopping Mall und dem Sha’are’i Zedek Krankenhaus. Der Stadtteil ist ein reines Wohngebiet und auch gab es dort einmal günstige Mietwohnungen. Ein paar davon habe ich mir in den 90iger Jahren angesehen, aber irgendwie bin ich nie in Givat Mordechai gelandet.
Seit ein paar Jahren wird im Stadtteil mächtig gezankt, denn die säkularen Bewohner fürchten, dass Givat Mordechai in wenigen Jahren komplett von Haredim (Ultra – orthodoxen Juden) bevölkert ist. Letztere nämlich bauten immer mehr Yeshivot (religiöse Lehrinstitute) und da der Stadtteil billige Wohnungen bot, zogen die Haredim gleich noch hin. Das Ergenis war, dass säkulare Einwohner sind in einer angehenden Minderheit sahen. Ob nun berechtigt oder nicht, die Gemüter liefen heiß.
Und jetzt auf einmal halten wieder alle zusamen und sind sich einig: Die geplante Schnellstraße, welche den Jerusalemer Vorort Mozza mit Givat Mordechai bzw. dem Menachem Begin Highway verbinden soll, wird gemeinsam (von Haredim und Säkularen) abgelehnt. Und beide Seiten, wer hätte das gedacht, demonstrieren zusammen gegen die Stadtverwaltung.
Wenn die neue Schnellstraße von der Autobahn Tel Aviv – Jerusalem kurz vor Jerusalem (bei Mozza) abgeht und an Givat Mordechai entlangführt, verwandele der geliebte Stadtteil, so die Bewohner, in ein zweites Tel Aviv – Süd. In einen heruntergekommenen Billig – Slum mitten in Jerusalem.
Wer Tel Aviv – Süd bzw. die Gegend um den dortigen Busbahnhof kennt, weiß was die Bewohner von Givat Mordechai meinen. Nur das es, im Gegensatz zu Tel Aviv – Süd in Givat Mordechai keine illegalen Afrikaner gibt, die dort en masse hausen. Teilweise mit eingeschlagenen Fensterscheiben, die mit Pappe ersetzt wurden, mit Abfallbergen vor dem Haus, weil die Afrikaner ihren Müll überall entsorgen.
Nein, illegale Afrikaner gibt es nicht, aber Givat Mordechai transformiert mit der geplanten Schnellstraße in einen Stadtteil mit erheblichem Lärmpegel und vielleicht auch noch Vernachlässigung und Dreck wie eben in Tel Aviv – Süd.
Neben der geplanten Schnellstraße, die bei Mozza von der Autobahn abgehen soll, führt der Hauptverkehr auch weiter zur Stadteinfahrt Jerusalem. Alles bleibt also wie gehabt, nur dass eine neue Abzweigung hinzukommen soll, um den Verkehr bei der Einfahrt nach Jerusalem zu entlasten.

Jerusalems Zionsplatz (Zion Square) soll attraktiver werden

B“H
Vor mehr als 50 Jahren war der Zionsplatz (Zion Square) in der Jerusalemer Innenstadt ein Anziehungspunkt für die Bewohner der Stadt. Zwischen der Shopping – Meile Ben Yehudah Street sowie der ewig langen Jaffa Road gelegen, bildete der Zion Square eine kleine Attraktion. Nebendran das populäre Cafe Europa und dort, wo heute der hässliche hohe Betonklotz (mit der Bank Hapoalim unten drin und einem Hotel in den oberen Stockwerken) steht, befand sich einst ein beliebtes Kino.
Das Cafe Europa gibt es schon lange nicht mehr und der alte Kinobau wurde plattgemacht und nun steht dort dieser Betonklotz. Immerhin wurde nebendran das einzige Jerusalemer Kaufhaus Hamaschbir mit besserer Architektur ausgestattet.
Bis vor circa 10 Jahren gab es auf den Zion Square noch eine runde Sitzgelegenheit aus Beton. Neben all den Bänken um den Platz. Dann aber liess die Stadtverwaltung diese Sitzgelegenheit aus Beton abreissen, denn dort würden eh nur Junkies abhängen.
Des Nachts ist der Zion Square aber auch weiterhin ein Anziehungspunkt für Drogen und von daheim abgehauene Jugendliche. Nicht weit liegt ein Jugendzentrum der Stadtverwaltung in welches die Jugendlichen auch nachts können und Hilfe erhalten.
Irgendwie dümpelte der Square mehrere Jahre so vor sich hin und jetzt soll alles anders werden. Der Platz ist momentan eine Baustelle. Ein neues Design mit attraktiven Bänken und viel Grünzeug muss her.
Zu Beginn des kurzen Videos seht Ihr ein paar Plakate, wie der Zion Square in Zukunft ausschauen soll. Und danach folgen die Bauarbeiten und die Absperrungen. 

 

 

Die Supermarktkette YOCHANANOF kommt nach Jerusalem

B“H
In ein paar Monaten soll es soweit sein und das Familienunternehmen YOCHANANOF will seine erste Niederlassung in Jerusalem eröffnen. Landesweit feiert die Discounter – Kette Erfolge und nun endlich erhielt Yochananof den Zuschlag für ein riesiges Areal in der Jerusalemer Industriegegend von Talpiyot. In der HaUman Street. Dort, wo Rami Levi seinen allerersten Discounter eröffnete und sich landesweit durchsetzte.
Nach Rami Levi und Osher Ad (gehört zur chassidischen Gruppe Gur) werden wir also eine dritte Discounter – Kette in Jerusalem haben. Nur her damit, denn Konkurrenz ist immer gut.
In Israel sind die Lebensmittelpreise extrem hoch und wenn Ihr in Deutschland bei Aldi, Rewe oder Lidl einkauft, wisst Ihr gar nicht, wie gut Ihr es habt. Hierzulande sind die Einkommen geringer, doch die Lebensmittelpreise gehen in den Himmel. Ein Entkommen gibt es nicht und was sich hier Discounter nennt, wäre mit seinen Preisen in Deutschland eher im Tengelmann oder Käfer – Bereich.
Die Obst – und Gemüsepreise bei Rami Levi und Osher Ad sind okay, doch die Ware bei Osher Ad hält sich nicht lange. In dem Punkt ist Rami Levi besser, denn wenn ich dort Gemüse einkaufe, kann ich das tagelang im Kühlschrank lagern, ohne das etwas schlecht wird.
Auf Yochananof jedenfalls bin ich gespannt und werde es auschecken, sobald die Filiale eröffnet. 🙂
Von Yochananof selbst hört man, dass das Unternehmen schon viel eher eine Niederlassung in Jerusalem wollte, doch es dauerte lange, bis die Stadtverwaltung ein so großes Areal zur Verfügung stellte. Jetzt erhielt Yochananof 6500 Quadratmeter und mietete diese gleich für die nächsten 20 Jahre an.
Hier die aktuellen Sonderangebote bei Yochananof:
http://yochananof.co.il/%d7%9e%d7%91%d7%a6%d7%a2%d7%99-%d7%94%d7%a9%d7%91%d7%95%d7%a2/

Israel: „Netta Barzilay hat den Eurovision Song Contest gewonnen“

B“H
Ich kann es nicht fassen, aber Netta Barzilay hat bei der Eurovision gewonnen. Und das mit dem „Chicken Song“.

 

 

Manche Israelis betrachten den Song „Toy“ und Nettas Erscheinung als die Schande der Nation. Im Großen und Ganzen aber hatte sie viele Israelis hinter sich und kurz vor dem Song Contest wurde sie von Präsident Ruven Rivlin angerufen, der ihr alles Gute wünschte.
Wer Netta aufgrund ihrer Klamotten für schrill hält irrt, denn sie gibt sich bescheiden. Ihr Leben lang sei sie wegen ihrer Körperfülle gemobbt worden und sie wolle halt zeigen, dass man nicht immer konform gehen muss, um im Leben etwas zu erreichen. Man muss keine Model – Figur mitbringen und nicht immer nur auf Friede, Freude, Eierkuchen machen, sondern der Mensch darf auch anders sein. Das ist Nettas Message. Sie liebe es, sich so anzuziehen und wer das nicht mag, der kann sie mal.
Für mich war es schön gestern Abend ein Europa ohne all das Islam – Geschwafel zu sehen. Endlich war Europa wieder einmal so richtig Europa und mein Favorit waren die Dänen mit ihrem Wikinger – Auftritt.

 

 

Die israelische Presse wird sich heute mit Lobeshymnen überschlagen, doch in Jerusalem denken wir heute und morgen an ganz etwas anderes: Heute ist der Jerusalemtag (Yom Yerushalayim) und morgen wird die amerikanische Botschaft eingeweiht. Zum zweiten Event werdet Ihr von Euren Landesmedien nicht viele Infos erhalten. Wie ich hörte, sind 300 ausländische Journalisten angereist, doch zur US – Botschaft werden sie nicht vorgelassen. Stattdessen werden sie alle in ein Pressezentrum im weit entfernten Stadtteil Malcha verfrachtet, wo sie das Geschehen auf einer Leinwand verfolgen.
Da hätte man erst gar nicht anreisen müssen, um dann ein paar Kilometer weiter weg vor einer Leinwand zu hocken.

 

Die neue amerikanische Botschaft in Jerusalem

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Photo: Miriam Woelke

Bild oben: Beitar Street mit feierlicher Beflaggung

 

B“H
Nachdem diverse deutsche Medien alles Mögliche über die zukünftige amerikanische Botschaft in Jerusalem behaupten, war ich heute nach der Arbeit einfach mal dort und habe photographiert. Deutsche Medien können jemandem, der die genaue Umgebung nicht kennt, dass da die angeblich so armen Palästinenser unter der Botschaft und Donald Trump so furchtbar leiden.
Schwachsinn, denn das recht große Areal diente bislang viele Jahre als amerikanisches Konsulat und wird einfach nur zur Botschaft umfunktioniert. Es wird also nicht viel anders, außer das der Name von KONSULAT in BOTSCHAFT umgetauscht wird.
Jerusalem hatte bislang drei amerikanisch Konsulate: Eines in Ostjerusalem, ein zweites in der Agron Street (gegenüber vom Independence Park). Das Konsulat in der Agron dient mehr für Wirtschaftsbeziehungen und alles, was das Thema angeht. Das dritte Konsulat zugänglich für die Öffentlichkeit befindet sich im Stadtteil Arnona. Nahe Beitar / Lankin Street. Und genau in dem Konsulat wird am kommenden Montag die US – Botschaft eingeweiht.
Der Stadtteil Arnona ist alles andere als billig und liegt zwischen Abu Tur, Armon HaNatziv, Baka und Talpiyot.
Die Palästinenser von Zur Bacher leben ziemlich weit weg und ihre Häuser sind in der Ferne auf den Hügeln zu erkennen. Ansonsten ist das Gebiet um die Botschaft absolut israelisch.
Beim Photographieren traf ich auf zwei Amerikanerinnen, die gleich nebenan wohnen und die berichteten mir, dass das gesamte Areal des Konsulates ursprünglich dem Kibbutz Ramat Rachel gehörte. Bis das Gelände an die Amerikaner verkauft wurde.

 

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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Nochmals Beitar Street und das neue Botschafts – Schild.

 

Von mehreren gebürtigen US – Amerikanern hörte ich heute, dass es in den USA ein Gesetz gibt, welches festlegt, dass in US – Botschaften lediglich lokale Bewohner angestellt werden dürfen. Heißt, Einheimische aus dem jeweiligen Land, die KEINE amerikanischen Staatsbürger sind. Beispiel: In der US – Botschaft von Tel Aviv arbeiten nur Israelis, die keine Amerikaner sind.
Wie das bislang bei der US – Botschaft in Tel Aviv genau gehandhabt wurde, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass das amerikanische Konsulat in Arnona ausschließlich Palästinenser (ohne US – Staatsbürgerschaft) beschäftigt. Amerikanische Diplomaten besitzen Entscheidungsgewalt, doch die einfachen Büroangestellten sind Palästinenser. Warum keine Juden angestellt werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Somit würden die Palästinenser bei der angekündigten Randale in der kommenden Woche gegen ihre eigenen Arbeitsplätze demonstrieren. 

 

 

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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Lankin Street in Arnona – Kein Stadtteil in dem sich Leute mit wenig Geld niederlassen, wie man sieht. 

 

Als ich heute Nachmittag die Gegend um die Botschaft photographierte, waren eine Menge Kamera – Teams unterwegs. Vermutlich aus dem Ausland, denn ab der nächsten Woche wird das Photographieren nicht mehr so einfach sein wie noch zu Konsulatszeiten.
Weiter oben am Konsulats – / Botschaftskomplex sah ich heute schon Security Leute stehen und bin soweit erst gar nicht mehr gegangen. Bis vor einiger Zeit war das alles noch möglich.
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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Ein kleiner Teil der US – Botschaft mit festlicher Beflaggung

 

 

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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Die Gegend bei der Botschaft – Nicht billig und mit dem palästinensischen Zur Bacher auf den Hügeln weit im Hintergrund. Im Vordergrund ist alles israelisch.

 

Donald Trump wird am Montag nicht zur Einweihung der neuen Botschaft kommen. Stattdessen werden Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner erwartet.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Jeder darf also davon ausgehen, dass am Montag Sicherheitsstufe 1 in Jerusalem herrscht. Derech Hebron Street, Abu Tur, Arnona, Baka und Talpiyot dürften zeitweilig komplett gesperrt werden. Es sei denn, die Amerikaner reisen per Hubschrauber an. Dann könnten sie direkt neben der Botschaft landen.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Keine leichte Woche für Jerusalem: An diesem Freitag werden zahlreiche Straßen aufgrund des Fahrrad – Event SOVEV YERUSHALAYIM gesperrt. Am darauffolgenden Sonntag, dem 13. Mai, ist YOM YERUSHALAYIM (Jerusalemtag). Nachmittags werden wegen der Flaggenparade und Tausenden von Teilnehmern mehrere Straßen in der Innenstadt sowohl als auch Teile der Altstadt gesperrt. Und am Montag, dem 14. Mai wird die US – Botschaft feierlich in Jerusalem eröffnet.

 

 

IKEA kommt nicht nach Jerusalem

B“H
Fast hätte IKEA eine lang erwartete Niederlassung in Jerusalem eröffnet und es wären sogar eine Menge neuer Arbeitsplätze entstanden. Und dann das: IKEA plante eine riesige Niederlassung im Stadtteil Malcha. Am Teddy Station und der Malcha Shopping Mall.
Die Jerusalemer Bürokratie aber verzögerte das Projekt immer wieder und IKEA gab auf. Jetzt will man sich im 30 Minuten entfernten Beit Shemesh niederlassen, was uns Jerusalemer erneut in die Röhre schauen lässt. Um bei IKEA einzukaufen, müssen wir immer noch weite Wege fahren. Zwar nicht mehr bis an die Küste nach Rishon LeZion. IKEA hätte der lokalen Wirtschaft gut getan. Weit draußen in Malcha wäre ein optimaler Standort gewesen, doch nun erhielt Beit Shemesh den Zuschlag.
Falls es jemanden interessiert: Die Preise bei IKEA liegen in Israel deutlich höher als in Europa! 😦