Leben in Jerusalem

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Erinnert sich noch jemand … Gasexplosion in Jerusalem und Umzug der US – Botschaft

 

Vor genau einem Jahr explodierte in Jerusalem ein Wohnhaus. Grund waren Reparaturarbeiten am Haus, wobei der Handwerker den Gashahn nicht richtig abdrehte und es so zu einer Gasexplosion kam. Ein Arbeiter kam dabei ums Leben. 
Der Handwerker war nicht versichert und muss für den Schaden aufkommen. Die Bewohner des Hauses nahmen sich kurz darauf Mietwohnungen und immer noch zanken sich die Versicherungen, das Bauamt der Stadtverwaltung und die Gaswerke. Das Wohnhaus soll abgerissen und neugebaut werden, doch das dauert. 
Vor einem Jahr zog die US – Boschaft nach Jerusalem um und ausländische Medien prophezeihten eine Krieg im Nahen Osten. Nichts geschah und alles blieb ruhig. Heute kümmert niemanden mehr die US – Botschaft im Stadtteil Armon HaNatziv.

Neuer Luxusbau in der Jaffa Road / Jerusalem

B“H
Wenn in Israel etwas neugebaut wird, dann Luxusapartments. Hier ist ein weiteres Beispiel des Luxus: Mitten in der Jaffa Road zwischen Clal Center und dem Machane Yehudah Markt. 

 

 

Die Läden im Erdgeschoss sind noch zu vermieten und die Wohnungen sind wohl auch noch zu haben. Alles auf Luxus getrimmt und wohl eher für wohlhabende jüdische Neueinwanderer aus Frankreich und den USA gedacht.

Alle Zeiten zum morgigen ersten Abend von Pessach (Passover)

B“H
Juden feiern keinerlei Ostern und wer als Tourist dieser Tage nach Israel kommt, wird nur in christlichen Gebieten (bei Haifa oder im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt) das christliche Ostern vorfinden.
Wir Juden feiern ab morgen Abend sieben Tage lang Pessach (Passover) und dieser hohe jüdische Feiertag hat nichts mit dem Christentum zu tun, denn es geht um den Auszug der Juden aus Ägypten.
Diverse Lebensmittel sind Juden an Pessach verboten, doch das hört sich schlimmer an als es ist. Nächste Woche plane ich, wie bereits erwähnt, einen Live Stream auf Youtube und dort kann jeder, der interessiert ist, Fragen dazu und zu anderen Themen stellen.
Ich bin immer noch beim Pessach – Putz und will schnell nur ein paar Zeitangaben bekanntgeben.
In Jerusalem wird morgen das letzte Chametz (verbotene Getreideprodukte an Pessach) um 10.26 Uhr gegessen.
Das letzte Chametz sollte bis 11.32 Uhr verbrannt sein.
Besonders in Jerusalem fehlt es morgen früh nicht an kleinen Feuern, die überall in der Stadt zu sehen sein werden. Juden verbrennen symbolisch ihr letztes Chametz vor dem am Abend beginnenden Pessach.
Morgen Abend beginnen der Schabbat sowie der erste Pessach Abend. Kerzenzünden ist um 18.35 Uhr.
Der erste von insgesamt sieben Pessach – Feiertagen endet am Samstagabend um 19.49 Uhr.
Bis Donnerstag feiern dann israelische Juden ihren Chol HaMo’ed. Die Zwischenfeiertage an Pessach, an denen die Busse fahren und alle Geschäfte geöffnet sind. Ämter bleiben eine Woche lang geschlossen und Banken / Post arbeiten nur halbtags.
Ich beneide garantiert nicht die Juden, die in der Diaspora leben, denn die halten zwei Pessach – Seder ab. 🙂
Chag Sameach – Happy Passover!

 

Zerstört die geplante Seilbahn die Jerusalemer Altstadt?

B“H
Die Lokalzeitung YEDIOT YERUSHALAYIM vom vergangenen Freitag brachte einen langen Artikel zur geplanten Jerusalemer Seilbahn. Diese soll vom Kulturzentrum Alter Bahnhof (HaTachana) bis zum Dung Gate an der Klagemauer (Kotel) schweben. 

 

Photo: Miriam Woelke

 

Nicht nur, dass wir Bewohner von Abu Tur nicht gefragt werden – nein, die Seilbahn erhält eine Haltestation in unserem Stadtteil. Die Bewohner befürchten, dass dann tausende Touristen durch unsere Straßen ziehen und unseren alten beschaulichen Stadtteil mit Kameras durchkämmen. Ich selber sah schon Touristen, die plötzlich in unserem Garten standen und Pflanzen filmten. Ganz zu schweigen von einer chinesischen Reisegruppe, die vorm Haus stand und offenbar einziehen wollte. Man suchte sein Airbnb am falschen Ort. Stattdessen stand man einzugsbereit mit Koffern im Erdgeschoss.
Ich nehme einmal an, dass wir Bewohner die Seilbahn kaum nutzen. Erstens wohnen wir nicht weit von der Altstadt entfernt und man kann bequem laufen. Zweitens wird die Seilbahn zuviel Geld kosten und drittens wird sie von Touristen bevölkert werden. Sogar die Araber regen sich auf, denn gleich neben deren Stadtteil Silwan, an der Klagemauer, soll eine Endhaltestelle entstehen.
Die Seilbahn wird den Ausblick ins Gehinnom – Tal komplett zerstören, denn wer will bei dem einst biblischen Anblick schon Kabel und eine Seilbahn haben? Alte historische Aussichtspunkte werden mit Kabeln zugeknallt. Aus dem einzigen Grund Touristen anzulocken. Die Seilbahn soll dem Tourismus dienen, aber nicht der Stadt Jerusalem.
Bislang blieben wir vom Massentourismus a la Berlin, Prag, Paris, Barcelona oder Venedig verschont. Dennoch schielt der Stadtrat seit Jahren neidisch auf die Orte des europäischen Massentourismus, denn Jerusalem möchte auch einen finanziellen Anteil vom Kuchen abhaben. Dabei besteht mit der Straßenbahn bereits ein bequemer Zugang zur Altstadt: Nämlich an der Haltestelle am Rathaus bzw. am Damaskustor.

Synagogen – Schändung in Jerusalem / Drei Araber verhaftet

B“H
Gestern ging ein Schock durch Jerusalem, denn im Stadtteil Kiryat Yovel wurde in der Nacht zuvor eine Synagoge geschändet. Mehrere Thora – Rollen wurden aus dem Thora – Schrein herausgebrochen. Danach warfen die Eindringlinge die Rollen auf den Boden und übergossen sie mit Domestos.
Die Synagoge wird überwiegend von aus Frankreich eingewanderten Juden genutzt und schon gingen wilde die Spekulationen um. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen und verdächtigte sogar säkulare Juden des Stadtteiles, die sich eventuell an den Ultra – orthodoxen Juden rächen wollten. Aber welcher Jude zerstört schon Thora – Rollen auf solch eine schäbige Art und Weise?
Viele säkulare Bewohner von Kiryat Yovel fühlen sich durch den Zuzug Ultra – orthodoxer Juden in ihrer Freiheit bedroht. Der Stadtteil ist mietmäßig immer noch erschwinglich und es ist kein Wunder, dass ganz unterschiedliche Leute dorthin ziehen wollen. Die säkulare Einwohnerschaft aber befürchtet ein zweites Givat Mordechai.
Im Stadtteil Givat Mordechai, einst komplett säkular, wurden schon vor Jahrzehnten mehrere Ultra – orthodoxe Synagogen und Yeshivot (Lehrinstitute) gebaut. Und die Ultra – orthodoxen zogen gleich nebenan in die Häuser. Die Folge war, dass offenbar immer mehr säkulare Bewohner den Stadtteil verliessen, da sie sich genervt fühlen. 
Mehr Infos:
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/258330
Ein aus Franreich eingewanderter Jude sagt im Video: Er sei wegen des Antisemitismus in Frankreich nach Israel eingewandert und jetzt erfährt er denselben Antisemitismus hier. Synagogen werden geschändet und wie sich jetzt herausstellte, wieder einmal von Palästinensern. 

 

 

Leserfrage: „Gibt es eine Seilbahn in Jerusalem?“

B“H
Nein, eine Seilbahn gibt es noch nicht. Sie ist aber in Planung und in meinem Stadtteil wird in einem Kommittee bereits eifrig diskutiert. Die Pros und Cons, denn es betrifft die Ruhe in Abu Tur. Oder auch die ehemalige Ruhe, denn die Seilbahn soll genau über uns hinweggehen bzw. es soll eine Haltestelle entstehen. 

 

Die geplante Seilbahn vom Alten Busbahnhof / Chan Theater bis in die Jerusalemer Altstadt (Dung Gate)

 

 

Das Dilemma des Jerusalemer Stadtteiles Givat Mordechai

B“H
Eine Ewigkeit war ich nicht mehr in Givat Mordechai, einem Stadtteil zwischen der Malcha Shopping Mall und dem Sha’are’i Zedek Krankenhaus. Der Stadtteil ist ein reines Wohngebiet und auch gab es dort einmal günstige Mietwohnungen. Ein paar davon habe ich mir in den 90iger Jahren angesehen, aber irgendwie bin ich nie in Givat Mordechai gelandet.
Seit ein paar Jahren wird im Stadtteil mächtig gezankt, denn die säkularen Bewohner fürchten, dass Givat Mordechai in wenigen Jahren komplett von Haredim (Ultra – orthodoxen Juden) bevölkert ist. Letztere nämlich bauten immer mehr Yeshivot (religiöse Lehrinstitute) und da der Stadtteil billige Wohnungen bot, zogen die Haredim gleich noch hin. Das Ergenis war, dass säkulare Einwohner sind in einer angehenden Minderheit sahen. Ob nun berechtigt oder nicht, die Gemüter liefen heiß.
Und jetzt auf einmal halten wieder alle zusamen und sind sich einig: Die geplante Schnellstraße, welche den Jerusalemer Vorort Mozza mit Givat Mordechai bzw. dem Menachem Begin Highway verbinden soll, wird gemeinsam (von Haredim und Säkularen) abgelehnt. Und beide Seiten, wer hätte das gedacht, demonstrieren zusammen gegen die Stadtverwaltung.
Wenn die neue Schnellstraße von der Autobahn Tel Aviv – Jerusalem kurz vor Jerusalem (bei Mozza) abgeht und an Givat Mordechai entlangführt, verwandele der geliebte Stadtteil, so die Bewohner, in ein zweites Tel Aviv – Süd. In einen heruntergekommenen Billig – Slum mitten in Jerusalem.
Wer Tel Aviv – Süd bzw. die Gegend um den dortigen Busbahnhof kennt, weiß was die Bewohner von Givat Mordechai meinen. Nur das es, im Gegensatz zu Tel Aviv – Süd in Givat Mordechai keine illegalen Afrikaner gibt, die dort en masse hausen. Teilweise mit eingeschlagenen Fensterscheiben, die mit Pappe ersetzt wurden, mit Abfallbergen vor dem Haus, weil die Afrikaner ihren Müll überall entsorgen.
Nein, illegale Afrikaner gibt es nicht, aber Givat Mordechai transformiert mit der geplanten Schnellstraße in einen Stadtteil mit erheblichem Lärmpegel und vielleicht auch noch Vernachlässigung und Dreck wie eben in Tel Aviv – Süd.
Neben der geplanten Schnellstraße, die bei Mozza von der Autobahn abgehen soll, führt der Hauptverkehr auch weiter zur Stadteinfahrt Jerusalem. Alles bleibt also wie gehabt, nur dass eine neue Abzweigung hinzukommen soll, um den Verkehr bei der Einfahrt nach Jerusalem zu entlasten.