Leben in Jerusalem

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Lag ba’Omer & ein paar Leserfragen

B“H
In Israel wird heute Abend sowie am morgigen Donnerstag ganz groß der 33. Tage im Omer / Lag ba’Omer gefeiert. Alle Details dazu auf meinem Hamantaschen – Blog:
https://hamantaschen.wordpress.com/2019/05/22/lag-baomer-der-33-tag-im-omer-3/
Die besten Feiern finden sich in ultra – orthodoxen Stadtteilen und vor allem im nordisraelischen Meron.
Beim Lag ba’Omer handelt es sich um eine jüdische Tradition, die lediglich Juden betrifft. Mittlerweile aber ist die Tradition etwas aus den Fugen geraten, was sich gerade am Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai in Meron wiederspiegelt. Hunderttausende Juden haben sich dort versammelt, um heute Abend die Feuer zu zünden. Ich selber war einige Male in Meron, aber nicht am Lag ba’Omer. Das ist mir zuviel Chaos und Trubel.
Es kann sein, dass ich heute Abend zu ein paar chassidischen Gruppen hier in Jerusalem gehe. Wobei die große Action in Meron ist und ausgerechnet einmal nicht in Jerusalem. Ausländische Touristen können heute Abend an die Klagemauer (Kotel) gehen, wo ebenfalls ein Feuer gezündet wird. Selbst bei den derzeitigen 35 Grad Celsius. 🙂 Aber es ist Lag ba’Omer und was soll’s!
Eine Menge Leser fragen nach Supermärkten:
Vielerorts ist es so, dass die billigen Discounter – Ketten eher außerhalb der Stadtzentren liegen. Auch in Tel Aviv und Jerusalem ist das so. Man muss schon einige Busfahrten einplanen, um dorthin zu gelangen, denn in den Innenstädten finden sich höchstens teuere Tante – Emma – Läden (Makolet) oder die teure Shufersal – Supermarktkette. In Tel Aviv sind der AM:PM oder der Super Yuda weit verbreitet, aber dort zahlt der Kunde ein Vielfaches von dem, was die Waren anderswo kosten.
In Jerusalem sind die billigen Ramy Levi und Osher Ad – Ketten in den Stadtteilen Givat Sha’ul und Talpiyot zu finden. Weit ab vom Trubel der Innenstadt. Seblst in Tiberais am See Genezareth befindet sich der Rami Levi an der Stadtteinfahrt und weit weg von der Innenstadt. Falls es den Discounter noch gibt: Nahe des Cafe Aroma von Tiberias war einmal der Billigsupermarkt „Kim’at Chinam“. Vielleicht gibt es den heute noch.
In Tel Aviv kaufen Touristen meistens nur beim AM:PM ein, weil die Filialen halt überall sind. Das Einkaufen ist leicht und schnell, dafür aber sind die Preise saftig. Oberhalb der Ben Yehudah Street ist ein Shufersal. Billiger als jeder AM:PM, aber immer noch teuer. Wer will, kann auf dem Carmel Markt einkaufen, aber selbst dort sollte man wissen, wo genau. Jedenfalls nicht in der Hauptgasse, sondern in den weiter entfernten Nebenstraßen.
Dann fragte jemand nach der Straßenbahn in Tel Aviv. Nun, der Bau wird sich noch über ein paar Jahre hinziehen.
Eine weitere Frage:
Warum kleiden sich ultra – orthodoxe Juden so?
Weil es eben ihre Tradition ist.
Und ja, orthodoxe Juden arbeiten. Wobei viele Leute immer noch nicht zwischen orthodox und ultra – orthodox unterscheiden können.
Auch eine Menge ultra – orthodoxer Juden arbeiten und jene, die nicht arbeiten, verweigern das Geld vom Staat und sie beziehen ihr Einkommen von woanders.

Beantwortung von allerlei Leserfragen

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Mein Stadtteil Abu Tur in Jerusalem – Copyright: Miriam Woelke
B“H
Wann wird in Israel gewählt?
Am Dienstag, dem 9. April 2019.
Knesset – Wahlen finden immer an einem Dienstag statt und dieser Tag ist für alle israelischen Staatsbürger ein freier Tag. Keine Arbeit, ausschlafen und wer doch arbeitet (z.B. Gastronomie), bekommt deftige Feiertagszuschläge, die einem dann hinterher das Finanzamt wieder wegnimmt. 🙂 

 

Müll in Jerusalem?
Hm, was soll ich da antworten?
Die Müllabfuhr kommt jeden Tag außer am Schabbat. Es gibt extra Tonnen für Altpapier und Plastik. Ich hörte, dass bei uns in der Stadt langsam Glascontainer eingeführt werden sollen. 

 

Wo ist die Mishkenot Shaanim Street? 
Nahe der Cinematheque, des Bell Park und des Jaffatores. Dort, wo die Windmühle gegenüber der Altstadtmauer ist. 

 

Müssen sich Frauen in Palästina bedecken?
Ist mit der Frage die palästinensische Autonomie gemeint?
Ich glaube nicht, dass man sich, wie im Iran, bedecken muss. Auch Kopftuch / Hijab etc. ist kein Muss. Es gibt total viele palästinensische Mädels / Frauen, die modern sind. Sprich, Jeans, kurze Shirts, etc. tragen. Dann gibt es Frauen, die haben eine Hijab auf. Von müssen kann jedoch keine Rede sein. 

 

Deutsche Ärzte in Jerusalem?
Ihr solltet Euch daran gewöhnen, dass sich in Israel alles auf Hebräisch, Arabisch, Englisch, Russisch, Spanisch oder Französisch abspielt. Heißt, dass sich immer Leute finden, die notfalls in diesen Sprachen aushelfen können. Deutsch ist in Israel nicht verbreitet und um als Arzt praktizieren zu dürfen, muss jemand israelischer Staatsbürger sein.
Vielleicht findet sich in Ostjerusalem oder Ramallah ein Arzt, der Deutsch spricht, denn einige Palästinenser haben in Deutschland Medizin studiert. 

 

Staatsbürgerschaft Israel?
Für Juden aus aller Welt, die offiziell nach Israel einwandern. 

 

Wie viele orthodoxe Juden gibt es?
Eine ganze Menge und man sieht nicht jedem an, dass er orthodox lebt. Mir sieht man es auch nicht an. Orthodox bedeutet nicht gleich Schläfenlocken, schwarzer Kaftan, langer Rock und zurückgeblieben fundamentalistisch. 

 

Wovon leben orthodoxe Juden?
Also ich gehe arbeiten und andere Leute tun das auch. Ich habe sogar gleich nach meiner Krankenhausentlassung (nach einer OP) fast sofort wieder gearbeitet. Zwar erst einmal von daheim aus, aber soziale Absicherungen gibt es in Israel keine wie in Deutschland. Sogar im Falle einer einfachen Chemotherapie müsste ich weiterarbeiten.
In Israel geht man arbeiten, denn das Leben ist teuer und, wie gesagt, mit Sozialhilfe und so, ist es nicht so weit her. Davon kann keiner leben und wir sind nicht so toll abgesichert wie Ihr in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. 

 

Wahlumfragen?
Nach Umfragen kann man sich nicht richten. Mal soll der gewinnen und dann wieder der. Bibi Netanyahu wird in Jerusalem sehr viele Stimmen bekommen. Von mir vermutlich auch. Und das nicht, weil sein Bruder mein Nachbar ist. 🙂 

 

Sozialsystem Israel?
Es ist garantiert nicht so bequem wie in Deutschland und wir müssen viel aus dem eigenen Portemonnaie dazubuttern. Auch bei Medikamenten, Zahnarzt oder Brillen.
Das Sozialsystem gilt für israelische Staatsbürger und nicht für Ausländer. Abzocken geht nicht, denn es gibt eh nicht viel und falls ja, wird beim Antragsteller daheim die Bude auseinandergenommen. Selbst bei chronisch Kranken oder Rollstuhlfahrern. Da sind die Behörden nicht besonders freundlich drauf. 

 

Ist Jerusalem sicher?
Eindeutig ja. Hier könnt Ihr auch des Nachts rumlaufen, aber meidet arabische Gebiete und die Parks nahe der Altstadt. Ansonsten könnt Ihr zu jeder Tageszeit unbehelligt herumlaufen. Egal, ob Männlein oder Weiblein.

Die Rolle der Frau & Feminismus im orthodoxen Judentum

Israel ist anders als es sich viele Leute vorstellen

B“H
Bei bestimmten Leserfragen habe ich manchmal den Eindruck, dass mir die Leute meine Beschreibungen zum Leben in Israel sowohl als auch der israelischen Mentalität nicht so recht abnehmen.
„Ja, man sei ja selber schon mehrere Male in Israel gewesen oder habe sogar ein Semester dort studiert und so habe man Israel bzw. Jerusalem halt nicht kennengelernt.“
Dazu kann ich nur das sagen, was andere Auswanderer in anderen Ländern auch sagen:
„Wer sich irgendwo befristet als Tourist oder ausländischer Student aufhält, gewinnt nur einen kleinen Eindruck in das wahre Leben im Land. Noch dazu, wo in Israel eine Middle East Mentality herrscht. Und hinzu kommt, dass Juden eine andere Perspektive gewinnen als Nichtjuden. Israel ist keineswegs einfach zu definieren und wer als Jude einwandert bzw. im Land geboren wurde, weiß was ich meine. Wer so richtig in die Arbeitswelt und den Alltag integriert ist und zu Behörden muss. In Israel ist nicht eben mal so alles Ephraim Kishon oder so, wie ein Tourist seinen Urlaub erlebt.“
Nicht selten haben gerade Deutsche einen eher naiven Eindruck von Israel a la „Hierzulande sei alles so wie in Europa oder gar in Deutschland, denn es leben ja all die aschkenazischen Juden hier.“
Was allzu leicht übersehen wird, ist die sephardische Mehrheit in vielen Orten. Zum Beispiel in Jerusalem. Die Hauptstadt ist sephardisch wohingegen Tel Aviv und diverse Küstenorte wie Kfar Saba, Hod Hasharon oder Ra’anana einen eher westeuropäischen Eindruck machen. Und dort leben dann auch eine Menge aschkenazischer Juden. Juden aus Deutschland, die sich dort ihr kleines Deutschland basteln.
Vor einiger Zeit habe ich mich auf Facebook einer Gruppe angeschlossen, deren Mitglieder aus Krebspatienten besteht. Mit der Krebsart, die auch bei mir diagnostiziert worden ist. Und siehe da: Ich lernte in der Gruppe recht viele Israelis kennen und mit einer Frau treffe ich mich demnächst zum Erfahrungsaustausch. Sie stammt aus Kfar Saba, wird im Krankenhaus Tel Hashomer behandelt und lebt absolut säkular. Gestern Abend chatteten wir kurz und sie meinte, dass Jerusalem eine andere Welt für sie sei. So richtig orientalisch Middle East und ganz anders als Kfar Saba und der Nachbarort Ra’anana.
Kein Wunder, meinte ich, denn Jerusalem besitzt eine sephardische Bevölkerungsmehrheit. Hier tummeln sich tausende Kurden, Iraker, Iraner, Marokkaner, Tunesier, Algerier, Syrer, etc. Halt alles Juden aus solchen Ländern oder die Nachkommen von Juden, die aus derlei Ländern nach der Gründung des Staates Israel einwanderten. Aus ihren arabischen Ursprungsländern wurden sie 1948 rausgeschmissen und durften teilweise nur das mitnehmen, was sie auf dem Leib trugen.
Viele machten sich damals zu Fuß nach Israel auf und hier angekommen, wartete kein Sprachkurs und gewiss kein Zuckerschlecken. Vor allem nicht auf die jemenitischen Juden, wenn man sich deren Geschichte betrachtet. Die hebräische Sprache musste allein erlernt werden und viel finanzielle Hilfen gab es nicht. Man arbeitete und war stolz auf das Erreichte. Die heutige Aliyah nach Israel mit diversen finanziellen Hilfen kann mit damals nicht verglichen werden. Heutzutage steigen die Leutchen bequem aus dem Flugzeug und bekommen ein paar tausend Schekel geschenkt.
Es gibt in Israel Orte, Firmen oder was auch immer, die komplett sephardisch geprägt sind. Aschkenazim heiraten Sepharadim. Ich selber habe sechs Jahre lang nur mit Sepharadim aus dem Irak, dem Iran oder aus Kurdistan zusammengearbeitet. Ich habe deren tolles Essen kennengelernt und koche seitdem selber so. Ich war auf deren Feiern und Beerdigungen von Verwandten. Das war alles kein Thema und ich war auch schon in mehreren sephardischen Synagogen.
Was mir recht egal ist, ist dieses aschkenazische Getue und viele meiner Arbeitskollegen sind sephardischer Abstammung. Mein Boss ist sephardischer Jude. Auf der Arbeit nehmen wir uns oft gegenseitig auf die Schippe und sephardische Juden lachen sich über so manches aschkenazische Verhalten kaputt. Unter anderem über das Essen und dass nicht so viel auf dem Teller ist wie bei den Sepharadim. Wer richtig essen und satt werden will, gehe zu den sephardischen Juden, denn da wird der Teller richtig vollgeknallt. 🙂
Kurz gesagt, in Jerusalem sind uns sephardische Angelegenheiten nicht fremd, denn wir werden ständig mit ihnen konfrontiert. Und wenn es um die Politik geht: Der LIKUD ist die Partei der sephardischen Juden. In der Vergangenheit war stets die Arbeiterpartei das Eldorado der aschkenasischen Juden. Heute sind das vielleicht Yesh Atid von Ya’ir Lapid oder Benny Gantz. Der LIKUD aber bleibt sephardisch und gerade sephardische Juden wollen keinen Lapid, denn sie wollen viel mehr sephardische Politiker sehen und keine arroganten Aschkenazim. Man wolle sich viel mehr repräsentiert wissen und keine aschkenazische Oberherrschaft. Zudem sind viele viele sephardischen Juden traditionell eingestellt und halten koscher und Pessach (Passover), Yom Kippur, etc.
Was ich damit zum Ausdruck bringen will ist, dass gerade Jerusalem sehr gemischt ist und man ausgerechnet hier mit der wahren israelischen Mentalität a la Middle East konfrontiert wird. Touristen bekommen dies alles kaum bis gar nicht mit.
Ja okay, wenn jemand in Kfar Saba wohnt, dann ist Jerusalem fast Ausland für ihn. Dabei sind wir eigentlich nur der wahre Nahe Osten. 🙂

Leserfragen: „Ultra – orthodoxe Juden & Essen in Israel“

B“H
Immer wieder kommen die Fragen nach Ultra – orthodoxen sowie orthodoxen Juden auf. Und stets in einem Bezug, der darauf hinweist, dass es sich bei den Leuten, die da fragen, um jene handelt, die den Unterschied zwischen orthodox und Ultra – orthodox nicht kennen und irgendwo mal gelesen haben, dass orthodoxe Juden nicht arbeiten. Auch die deutschen Medien verfolgen die Agenda, orthodoxe Juden wie Idioten erscheinen zu lassen. Zurückgeblieben, weltfremd und eben generell dämlich.
Ich will nicht immer wieder neu die ganzen Unterschiede in der jüdischen Orthodoxie auseinandernehmen. Dies habe ich schon hundertfach auf diesem sowie auf meinem Hamantaschen – Blog getan. Soviel sei gesagt: Orthodoxe Juden arbeiten und wer daran zweifelt, sollte sich zuerst einmal damit befassen, was genau orthodoxe Juden sind.
Eine zweite Frage:
„Wie finanzieren sich orthodoxe Rabbiner in Israel?“
Gewiss nicht so üppig wie in Deutschland. Deutsche Gemeinde zahlen den Rabbinern eine Menge Geld. Auch US – Gemeinden sind nicht kleinlich. In Israel hingegen fallen die Rabbinergehälter recht spärlich aus und wie ich bereits in der Vergangenheit schrieb: Viele Rabbiner verdienen sich ein Zubrot, indem sie Vorträge halten. 
Wer beim Staat angestellt ist, wie dem Oberrabbinat, hat sicher ein gutes Einkommen. Andere Rabbis werden ausschließlich von Gemeinden gezahlt. Oder sie üben andere Tätigkeiten aus wie die Überwachung der Koscherregeln in Restaurants oder bei der Nahrungsmittelherstellung in Fabriken. Als sogenannter Maschgiach. In dem Fall werden sie von den Restaurants oder dem Nahrungsmittelhersteller bezahlt. Oder, wenn sie beim Oberrabbinat angestellt sind, von dort.
Rabbiner in Israel erhalten keine Geldsegen wie die Rabbiner in Deutschland. Obwohl sie, im Gegensatz zu den in Deutschland arbeitenden Rabbis, teilweise hervorragende Rabbiner mit einem grandiosen Wissen sind. Trotzdem bleibt das Gehalt niedrig und in Israel gibt es unzählige Rabbiner.
Rabbinermäßig bin ich froh, in Israel zu sein, denn solche Rabbis wie wir hier haben, gibt es in Deutschland nicht. Klar muss man unterscheiden, doch hier kann ich mir alles aussuchen und bei Rabbinern lege ich Wert auf ihr Wissen und ihren menschlichen Bezug.
Dritte Leserfrage:
Was kostet Essen in Israel?
Antwort:
Viel Geld! Es ist nicht billig und Aldi & Co. gibt es nicht.
Wir haben Discounter, doch die sind mit deutschen Discounter – Ketten nicht zu vergleichen.
Alles ist teuer in Israel und mit ein paar Euros gewinnt man hierzulande keinen Blumenpott.

Leserfrage: „Israelisches Rabbanut?“

B“H
Jede größere Stadt hat eine Rabbanut (Oberrabbinat), doch die Hauptniederlassung befindet sich in Jerusalem mit dem jeweiligen landesweiten Oberrabbiner.
Ein Oberrabbinat hat stets zwei Abteilungen: Eine für aschkenazische Juden und eine weitere für das sephardische Judentum. Letzterem gehören auch äthiopische Juden an, wenn sie denn laut der Halacha wirklich Juden sind.
Aktuell ist Rabbi David Lau der aschkenazische Oberrabbiner Israels und Rabbi Yitzchak Yosef ist der sephardische Oberrabbiner.
Chassidische Gruppierungen haben ihre eigenen Rebbes und ordnen sich normalerweise nicht dem staatlichen Oberrabbinat unter. Die beiden Oberrabbiner des Oberrabbinates sind politisch gewollt und oft spielt das jüdische Wissen bzw. die religöse Kompetenz nicht unbedingt eine Rolle. Außerdem sind diese beiden Rabbiner staatliche Angestellte.
Das Oberrabbinat von Jerusalem befindet sich nur wenige Meter entfernt vom Zentralen Busbahnhof.

Die Blutwurst und das Judentum

B“H
Soweit ich das mitbekommen habe, wurde auf einer in Deutschland stattfindenden Islam – Konferenz Blutwurst, sprich Schwein, serviert und jetzt regen sich eine Menge Deutsche auf, dass sich Moslems halt an deutsche Gepflogenheiten, sprich Schwein, anzupassen haben.
Dazu muss ich sagen das, wenn ich eine Islam – Konferenz organisiere, ich mich im Vorfeld um den Caterer kümmere und der muss dementsprechend streng Halal sein. Offenbar aber hat sich niemand gekümmert.
Wozu will man in Deutschland einen angepassten moderaten Islam? Der Islam ist der Islam, genauso wie das Judentum ein Judentum ist. Der Islam hat einen Koran und das Judentum hat eine Thora. Jetzt kann man argumentieren, dass es ja die, ach so bequemen, Reformjuden gibt. Stimmt, aber diese Juden haben die Thora ihren Wünschen entsprechend verändert und das Reformjudentum ist kein Judentum, sondern eine Selbstinszenierung.
Was ich nicht verstehe ist, dass in Deutschland der Islam an deutsche Gepflogenheiten angepasst werden soll. In Israel versucht kein Mensch, den hiesigen Moslems den Islam abzusprechen. Und wir sehen religiöse Muslime überall in der Arbeitswelt. Ob das nun die Hijab bei Fastfood Ketten ist oder bei einer Bankangestellten. Kein Mensch regt sich auf.
Warum muss in Deutschland immer nur alles deutsch sein?
Da können die paar religiösen Juden direkt froh sein, dass sie noch nicht kritisiert worden sind. Dass diverse Deutsche sich nicht aufschwingen, um das Judentum deutsch zu machen. Die Beschneidung (bei Juden und Moslems) war ja schon Thema und sollte bzw. wurde (?) verboten.
Wer Schweinefleisch essen will, soll das tun. Aber anderen Religionen vorschreiben zu wollen, was sie zu tun und zu lassen haben, erinnert mich gerade dieser Tage an Chanukkah an die alten Griechen, die vor mehr als 2000 Jahren auch versuchten, das Judentum dem Erdboden gleichzumachen. Alles sollte nur noch griechisch sein.
Von mir aus kann jeder seine Religion leben, wie er will. Wenn er denn nicht missioniert oder sonst irgendwie nervt wie ein Pierre Vogel und diverse muslimische Massengebete in der Öffentlichkeit.
Wenn einer Halal ißt, okay. Wenn Juden koscher essen wollen, auch okay. Wieso muss jemand in Deutschland seine Identität aufgeben, solange er generell in die Gesellschaft integriert ist?
In der Beziehung ist Israel absolut tolerant und würde niemals vom Islam verlangen, sich zu verändern. Moslems können frei ihre Religion ausüben, Christen genauso und Juden sowieso.