Leben in Jerusalem

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Sukkot ist da: „Chag Sameach – Happy Sukkot!“

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Photo: Miriam Woelke
B“H
In den letzten Tagen hatte ich leider keine Zeit, neue Blogartikel zu verfassen. Zuerst kam der Yom Kippur am Mittwoch und danach trat der Alltag, sprich Arbeit, wieder ein. Und danach kam gleich der Schabbat.
Heute Abend steht bereits der nächste hohe jüdische Feiertag SUKKOT (das Laubhüttenfest) an. Überall wird gewerkelt und eine Menge Juden bauen sich auf dem Balkon, auf dem Hausdach oder im Hof eine Sukkah (Laubhütte). Mit 28 Grad Celsius in Jerusalem wird der Sukkot – Beginn am Abend noch recht warm. Zwar sollen die Temperaturen ab Dienstag auf 25 Grad Celsius sinken, doch Sukkot ist in Israel normalerweise stets verhältnismäßig warm.
Der heutige Sonntag ist nur ein „halber“ Tag. Ähnlich einem Freitag, wenn des Abends der Schabbat beginnt. Am späten Nachmittag schließen die Geschäfte und die Busse stellen den Verkehr ein. Morgen ist offizieller Feiertag in Israel und die Busse fahren erst wieder nach 19.30 Uhr.
Am Dienstag beginnen die Zwischenfeiertage von Sukkot. Zwar fahren die Busse ganz normal, doch Regierungs – und Kommunaleinrichtungen bleiben bis zum 24. Oktober geschlossen. Banken und Postämter sind nur halbtags geöffnet. Erst ab dem 25. Oktober zieht der Alltag wieder ein.
Dadurch, dass ich an Sukkot Vollzeit arbeiten muss, habe ich kaum Zeit für Unternehmungen. Ob ich in die Altstadt komme, kann ich momentan auch noch nicht sagen. Hoffentlich am Morgen von Hoshana Rabbah in der kommenden Woche.
Hier findet Ihr viele Infos zum Sukkot in Jerusalem und überhaupt. Die Artikel sind aus den vergangenen Jahren, doch an Sukkot gibt es selten Neues. 🙂
https://hamantaschen.wordpress.com/category/sukkot/
Zudem gehören die ARBA MINIM zu Sukkot. Details findet Ihr hier:
https://hamantaschen.wordpress.com/category/arba-minim/
http://hamantaschen.blogspot.co.il/search/label/Lulav

Leserfrage: „Tourismus am Yom Kippur“

B“H
Am kommenden Dienstagabend beginnt der höchste jüdische Feiertag YOM KIPPUR (Yom HaKippurim, Versöhnungstag). An diesem Tag richtet und besiegelt G – tt das Schicksal jedes einzelnen Juden sowie das Schicksal des gesamten jüdischen Volkes für ein weiteres Jahr. Sprich, bis zum nächsten Yom Kippur.
Wie wir hier an der Bedeutung des Yom Kippur sehen, handelt es sich bei diesem Feiertag um einen ausschließlich jüdischen Feiertag, mit dem keine andere Religion etwas zu tun hat. Am gestern Abend ausgeklungenen Rosh Hashana (Neujahrsfest) richtete G – tt das Schicksal ALLER Menschen auf ein weiteres Jahr, am Yom Kippur hingegen entscheidet sich das Schicksal eines Juden.
Was mir seit mindestens Zwanzig Jahren auffällt: Ausgerechnet zum Yom Kippur sieht man ungewöhnlich viele deutschsprachige Touristen an der Klagemauer. Vielleicht gerade dort, da nichtjüdische Touristen nicht unbedingt eine Synagoge finden, denn an dem höchsten jüdischen Feiertag werden im Voraus Tickets an Juden verkauft und alles ist gerammelt voll. Deswegen bleibt meistens nur noch die Klagemauer und der Tourist hofft, etwas zu sehen. Meistens jedoch wird man enttäuscht, denn mehrheitlich beten Juden an diesem Tag lieber in der Synagoge. Zwar finden sich zum letzten Gebet an Yom Kippur, dem Ne’ilah – Service am Mittwochabend, Tausende Juden an der Klagemauer ein, trotzdem bleibt die Mehrheit lieber in der heimischen Synagoge.
Am Yom Kippur genauso wie an jedem Schabbat darf im Bereich der Klagemauer (Kotel) nicht photographiert werden. Extra Aufsichtspersonal soll darauf achten, dass die Touristen nicht alles ignorieren und mit Smartphones auftauchen. Bei den Juden kann man sich ja über Verbote hinwegsetzen. Bei den Moslems auf dem Tempelberg würde sich das kein einziger Tourist trauen. 🙂
Die touristische Mehrheit verhält sich ruhig, versteht allerdings nur Bahnhof davon, warum die Juden 25 Stunden lang fasten. Dann steht der Tourist an der Klagemauer und schlabbert an seinem frisch gekauften Eis aus dem Muslimischen Altstadtviertel. Gleichzeitig werden die fastenden Juden beglotzt wie Tiere im Zoo.
Einige deutsche Touristen (einige und nicht alle!!!) fallen dadurch auf, dass sie kurz nach Ende des Yom Kippur nach KOSTENLOSEN Essensmöglichkeiten suchen. Wenige Minuten nach dem Fastenende werden an der Kotel Gebäck und Getränke an fastende Juden ausgegeben. Komischerweise stehen da deutsche Touristen immer ganz vorne in der Reihe, wenn es um kostenloses Essen geht.
Dasselbe Schauspiel sah ich in der Großen Synagoge, wo eine kleine deutsche Gruppe gleich wieder rausflog. Juden hatten Tickets gekauft und mehr als 100 Euro für den Sitzplatz und das Essen nach dem Fastenausklang gezahlt. Und dann kommen Touristen angerauscht und wollen alles umsonst haben. „Bei den Juden gibt es was zu Essen!“
Nach dem Fastenausklang am Mittwochabend esse ich kurz etwas im jüdischen Viertel, bevor ich mich auf den Heimweg begebe. Im letzten Jahr sahen uns Touristen dastehen und essen. Sogleich kam jemand und schaute, ob sich denn da jeder bedienen könne.
Solch eine Gier kenne ich aus Deutschland gar nicht, scheint aber hier in Israel in Mode gekommen zu sein. Man erkundigt sich, wo Juden essen und steht dann als Erster in der Reihe parat.
Am kommenden Dienstag stellen die Busse bereits am frühen Nachmittag ihren Betrieb ein. Alle Geschäfte werden schließen. Dies betrifft auch den AM:PM in Tel Aviv und sämtliche 24 – Hour – Shops in Jerusalem. Einzig und allein bei den Arabern kann man einkaufen. In Yaffo bei Tel Aviv oder im muslimischen bzw. christlichen Altstadtteil von Jerusalem.
Enden tut der Yom Kippur am Mittwochabend gegen 19.00 Uhr. Circa zwei Stunden später fahren wieder Busse und viele Cafes und Restaurants öffnen.
Generell gibt es für einen Israeltouristen am Yom Kippur nicht viel zu sehen, denn die Juden beten fast den gesamten Tag über in den Synagogen. Wer will, kann gegen 18.00 Uhr an die Klagemauer kommen.

Unterschiede zwischen dem Orthodoxen und dem Ultra – Orthodoxen Judentum

B“H
In letzter Zeit stapeln sich bei mir Emails zum Thema: Orthodoxes und Ultra – orthodoxes Judentum. Meistens sind es deutschsprachige Juden, dich sich darüber aufregen, dass, insbesondere die deutschen Medien, keinerlei Unterschied zwischen diesen beiden Kategorien des Judentums machen. Orthodox ist nicht gleich Ultra – orthodox und umgekehrt. Der Journaille ist das egal, denn den Medien geht es einzig und allein darum, religiöse Juden als Vollidioten dastehen zu lassen. Als Fundamentalisten und halt sonst irgendwie zurückgeblieben.
Aus diesem Anlaß werde ich in der kommen Zeit das Orthodoxe sowohl als auch das Ultra – orthodoxe Judentum etwas beleuchten. Obwohl, eigentlich tue ich das schon jahrelang. Auf meinem religiösen Hamantaschen – Blog werdet Ihr in der nächsten Zeit einiges zum Thema finden.
https://hamantaschen.wordpress.com/
Ob sich durch meine Erklärungen in der Berichterstattung etwas ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Es geht in den Medien nicht unbedingt um Fakten und Tatsachen, sondern um die eigene politische Agenda. Fast alle deutschen Fernsehstationen, sind politisch gesteuert und vom Staat finanziert. Die Funktion des Intendanten nimmt jeweils ein Parteimitglied ein.
Was mir ebenfalls immer wieder auffällt: Dass, wenn deutsche Autoren den Namen Sarah oder ähnliche Namen verwenden, dies sofort auf einen jüdischen Hintergrund hindeuten muss. Juden, Judentum oder Israel lassen sich besser verkaufen. Selbst dann, wenn der Autor gar keine Ahnung vom Thema hat. Es gibt ja Google und Wikipedia und das allein reicht schon, um Verlag und Leserschaft zufriedenzustellen. Hauptsache verkaufen.

Fragen zu Orthodoxen & Ultra – Orthodoxen Juden

B“H
Was auf diesem Blog am meisten geklickt wird?
1. Der Artikel zum Zähneabschleifen, wenn der Zahnarzt eine Brücke setzen will. Das Abschleifen selbst tut nicht weh, denn man steht ja unter Narkose. Ein angenehmes Gefühl ist es aber dennoch nicht. Außerdem kommt oft ein total ekelhafter Geschmack im Mund auf. Wie verbrannte Haare oder so.
2. Das zweite Thema, was sehr viel angeklickt wird, sind Artikel zum orthodoxen bzw. Ultra – orthodoxen Judentum. Ob Ultra – orthodoxe Juden arbeiten oder nicht, wie sie so leben etc.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Auf meinen relig. Blogs berichtete ich in der Vergangenheit extrem viel zu dem Thema.
http://chassidicstories.blogspot.co.il/
http://hamantaschen.blogspot.co.il/
Und auf
https://hamantaschen.wordpress.com/
berichte ich auch weiterhin über alles, was mit dem Orthodoxen Judentum zusammenhängt. Wobei Nichtjuden mehrheitlich den Unterschied zwischen ORTHODOX und ULTRA – ORTHODOX gar nicht kennen. Selbst Journalisten scheren alles über einen Kamm und berichten in deutschen Zeitungen und Magazinen ziemlich konfus. Unter anderem werden nationalreligiöse Siedler als Ultra – orthodox betitelt, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Vielleicht hat jemand aus der Leserschaft Anregungen oder spezielle Fragen, die ich beantworten kann!

Warum heute Abend Cafes und Restaurants geschlossen bleiben

B“H

Der Schabbat ist vorbei und eigentlich sollten doch viele Cafes und Restaurants wieder geöffnet haben. Dasselbe gilt für Kinos und sonstige Vergnügungen.
In Jerusalem jedoch bleibt heute Abend fast alles geschlossen, denn es ist Tisha be’Av (der 9. Tag im jüdischen Monat Av)!

Hier gibt es Details zu dem jüdischen Fasten – und Trauertag

https://hamantaschen.wordpress.com/2016/08/13/der-fatentag-tisha-beav-9-av/

Ab Morgen ist wieder alles geöffnet. Allerdings bleiben fast alle Regierungseinrichtungen geschlossen. Zahlreiche Cafes / Restaurants / Geschäfte bleiben auch am morgigen Sonntag bis Abends noch geschlossen. 

Busse: Die fahren heute Abend genauso wie morgen den gesamten Tag über!

Wer oder was sind „Orthodoxe Juden“

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Immer wieder lese ich in verschiedenen deutschen Medien den Begriff ORTHODOXE JUDEN, wobei sich die Artikelinhalte letztendlich auf Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) beziehen. Kurz gesagt, es herrscht ein absolutes Wirrwarr in Bezug auf die jüdische Orthodoxie.
Als ich jemandem aus Deutschland mitteilte, dass ich mich auch als ORTHODOX betrachte, jedoch gar nicht so aussehe, war alles aus. Offenbar stellen sich die Leute orthodoxe Juden nur mit langen Kaftanen bzw. langen unmodischen Röcken vor. Alles verhüllt und bloß nichts Weltliches zulassen.
In meinem ebook definiere ich die bekanntesten Ultra – Orthodoxen Richtungen in Israel, aber was genau bedeutet eigentlich ORTHODOX? Ein Leben streng nach der Thora ausgerichtet? Thoragesetze und ein Dasein ohne jede Lebensfreude?
Bei solchen Vorstellungen kann ein stinknormaler orthodoxer Jude nur lachen, denn man kann sich sehr wohl als Orthodox betiteln, ohne das dies von außen ersichtlich sein muss. Ja, auch orthodoxe Juden tragen Jeans und T – Shirt. Nur halt nichts Superknappes, sondern Ärmel bis zum Ellbogen. Fast hätte ich noch Armlänge gesagt, aber dieser Begriff steht mittlerweile für eine andere Bedeutung. 🙂
Nicht nur in Israel existieren ganz unterschiedliche Formen des orthodoxen Judentums und den Begriff Ultra – Orthodox gibt es eh nur in der deutschen sowohl als auch in der englischen Sprache. Im Hebräischen existiert der Begriff gar nicht.
Was also ist ein orthodoxer Jude? Jemand, der nach der Thora lebt?
Ja, aber auch hier sollte nicht alles stereotyp aufgefasst werden. Orthodoxe Juden sind ganz normale Leute, die nebenbei koscher Essen, den Schabbat halten, und und und. Absolut nichts Außergewöhnliches und niemand läuft mit einem Schild um den Hals herum, ob und wie orthodox er ist.
In den deutschen Medien aber wird immer ein Riesenterz um das orthodoxe Judentum gemacht: Mittelalterlich, fundamentalistisch und weltfremd. Kurz gesagt, alle Orthodoxen sind zurückgeblieben.
Einerseits nervt mich diese Darstellungsweise, andererseits bin ich Realist und weiß, dass man schreiben kann, was man will. Ändern wird sich an der Meinung eh nichts, denn internationale Medien sowohl als auch desinteressierte israelische Journalisten besitzen keine Verbindung zur Orthodoxie, sondern schreiben voneinander ab. Copy & Paste und auf diese Weise gelangt alles in die internationalen Medien. Kaum ein Journalist zeigt ein ernsthaftes Interesse daran, sich einmal gründlich mit einem Themengebiet auseinanderzusetzen. Stattdessen wird schnell mal gegoogelt und ein nichtssagender Artikel zusammengeschustert. In Deutschland kennt sich ja eh keiner aus.

Flucht vor ISIS

B“H
Meiner Meinung nach handelt es sich bei jeglichen ISIS Mitgliedern nicht um Menschen, sondern um den Abschaum dieser Welt. Würde man diesen primitiven Abfallhaufen als TIER bezeichnen, so wäre dies eine Beleidigung für jedes Tier.
Eine ungewöhnlich hohe Anzahl der Mitglieder von ISIS sind Islam – Konvertiten. In seinem Buch SEFER KUZARI – DER KUZARI, 1:115, definiert Rabbi Yehudah HaLevi das jüdische Konzept der Konversion zum Judentum, wogegen das islamische Konzept mehr als primitiv dasteht:
Im Judentum werden Nichtjuden nicht zum Judentum konvertiert, indem sie ein paar Worte bzw. einen Satz aussprechen. Vielmehr müssen die Konvertiten bereit sein, diverse Verpflichtungen auf sich zu nehmen, welche nicht immer leicht für die eigene Seele sind. Es muss extrem viel gelernt werden, Männer werden rituell beschnitten und es gilt eine Menge Gesetze und Gebräuche einzuhalten. Im Judentum muss der Konvertit bereit sein, sein Leben komplett zu verändern. Darüber hinaus muss er seine neuer Verantwortung nach entsprechend leben.