Leben in Jerusalem

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Zu den haredischen (Ultra – Orthodoxen) Demonstrationen in Jerusalem

 

B“H
In Israel wird ständig gegen irgendetwas demonstriert oder gestreikt. Heute, zum Beispiel, streiken diverse Bildungseinrichtungen. Nebenbei demonstrieren die Behinderten, welche da seit ein paar Wochen immer wieder den Straßenverkehr in Tel Aviv und Jerusalem lahmlegen. Mit Rollstühlen stellen sie sich vor PKWs und dann geht gar nichts mehr.
Letzte Woche demonstrierten wieder einmal die Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) in Jerusalem, Beit Shemesh, in Bnei Brak sowie in kleineren von Haredim bewohnten Städten.
Vorwiegend junge Haredim zeigten sich äußerst angriffslustig, denn sie demonstrierten gegen den Armeedienst. Dazu könnte ich jetzt wieder extrem viel Hintergrundfakten berichten, doch fasse ich mich kurz und nicht zu umständlich:
Zuerst einmal muss man erwähnen, dass kaum ein führender Rabbiner hinter den Demonstranten stand. Lediglich Rabbi Shmuel Auerbach aus Jerusalem. Und hierzu muss man wissen, dass seit dem Tode des bekannten Rabbi Yosef Shalom Eliyashiv im Jahre 2012 mehrere litvische Rabbis um die Führungsrolle im litvischen Movement kämpfen. Rabbi Auerbach aus Jerusalem ist einer davon. Der Konkurrenzkampf mit Bnei Brak (bei Tel Aviv) und dessen führende Rabbis Steinmann und Kanievsky ist hart.
Jeder Rabbi will der beste und strengste sein und so gibt es ständig Reibereien. Dazu die Differenzen innerhalb vieler chassidischer Gruppen und in Mea Shearim geht es seit Jahren darum zu zeigen, dass einer frommer ist als der andere. Allein aus diesen Gründen sollte man diverse Demos nicht so furchtbar ernst nehmen. Insbesondere dann nicht, wenn nur ein Rabbi hinter ihnen steht und sich die haredischen Knessetparteien wie SHASS oder YAHADUT HATORAH einen feuchten Kehrricht um die Demonstranten scheren. „Na und! Ein Rabbi mit Gefolgschaft will man wieder zeigen, dass er auch wichtig ist.“  
Deutsche Medien könnten das alles wieder aufbauschen a la „Scheiss fromme Juden“, „Scheiss Fundamentalisten“ und „Ultra – Orthodoxe Juden sind eh alle zurückgeblieben“.
Das wäre die dumme einfach Fassung der Situation, welche die deutsche Meinungsmache gerne auffährt, ohne jegliche Ahnung zu haben. Genau dasselbe erfahren israelische Siedler in den deutschen Medien. „Alles Idioten und scheiss jüdische Fundamentalisten“.
Bei den haredischen Demonstrationen muss immer dazu gesagt werden, dass nicht ALLE Haredim demonstrierten, sondern lediglich diverse kleine Gruppierungen mit einer bestimmten Agenda. Die haredische Mehrheit schloß sich nicht an.
In Jerusalem gab es in der letzten Woche an der Kreuzung neben dem Busbahnhof Randale. Demonstranten hielten Straßenbahn, Busse und den gesamten Verkehr auf. Und das fast immer zur Feierabendzeit, wenn die Leute nach Hause wollten. Klar, waren die Leute sauer und ich sah viele einfach heimlaufen. Busse gab es teilweise keine und wenn, wurden lange Umwege gefahren.
Die Demos waren geprägt von polizeilicher sowie haredischer Gewalt. Jeder gegen jeden und was die Polizei leider immer wieder tut: Es werden Drusen oder russische Nichtjuden gegen religiöse Juden losgeschickt. Ob das in der vergangenen Woche wieder der Fall war, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, denn ich war nicht dabei. Generell aber sind Drusen und Russen immer dabei, wenn es gegen Juden geht. Auch bei Siedlungsräumungen.
Die Demonstranten selbst taten sich auch keinen Gefallen, denn die breite israelische Öffentlichkeit hat sowas von Schnauze voll vom Thema „Nicht zur Armee zu wollen“. Jeder Israeli solle zur Armee gehen oder halt verweigern und dafür im Knast landen. Oder einen freiwilligen Sozialdienst machen, wie nationalreligiöse Girls beim „Scherut Le’umi“. Es kann nicht angehen, dass junge Soldaten fallen und viele (nicht alle) Haredim nur auf ihrem Hinter sitzen und nichts tun.
Innerhalb der letzten Jahre nahm die Anzahl haredischer Soldaten zu. Wenn führende Rabbis ihr Einverständnis geben würden, dann würde die Zahl haredischer Sodaten drastisch ansteigen. Bislang aber weigern sich die meisten Rabbis. Inklusive dem sephardischen SHASS Movement.
Die Armee machte zwei riesige Fehler:
Erstens liess sie es zu, dass das die ursprünglich für Haredim gegründete Einheit NACHAL HAHAREDIM von nationalreligiösen Juden besetzt wurde. Lediglich die allererste Einheit der Nachal war rein haredisch. Heute findet man dort kaum noch Haredim, sondern halt Nationalreligiöse.
Was die Armee tun muss, ist den Haredim eine angemessene Möglichkeit zu bieten. Das will man auch tun, aber irgendwie scheint nichts so richtig in die Gänge zu kommen. Die Nachal sollte wieder haredisch werden und die Nationalreligiösen sollten in ihren eigenen Hesder – Programmen dienen und lernen. Da geht es ja auch, denn die Lobby ist etwas größer.
Was nun passiert? Vorerst nichts. Es war Rosh Chodesh (ein neuer jüdischer Monat hat begonnen) und die haredischen Institute nahmen den Lehrplan wieder auf. Alle sind wieder busy bis zur nächsten Demo. Nur die Behinderten demonstrieren immer noch, denn die haben gar keine Lobby.

 

Photos:
http://www.kikar.co.il/252989.html
http://www.kikar.co.il/252979.html
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Leserfrage: „Was arbeiten Orthodoxe Juden in Amerika?“

B“H
Nach wie vor zählen meine Artikel zum Orthodoxen Judentum und wie sich Orthodoxe Juden finanzieren, zu den am meisten gelesenen auf diesem Blog. Dabei berichtete und berichte ich zu dem Thema viel ausführlicher auf meinem religiösen Hamantaschen – Blog. 🙂
Und was ich dabei immer wieder wiederhole, sind die Definitionen zu allem, was man „Jüdisch – Orthodox“ oder „Ultra – Orthodox (Haredi)“ nennt. Ein Orthodoxer Jude, zum Beispiel, ist gar nicht immer als solcher von außen zu erkennen. Er kann mit Jeans und T – Shirt rumlaufen, hat eine Kipa auf dem Kopf und trägt Sandalen oder Sneakers. Gleichzeitig aber betet er regelmäßig, ißt koscher und hält den Schabbat ein.
Nicht nur in Deutschland stellt man sich Orthodoxe Juden eher als Hinterwäldler vor, die da lange schwarze Kaftane und komische Hüte tragen, sich vom Staat aushalten lassen und sonst auch noch ungebildet und arbeitsscheu sind. Dass es zahlreiche Unterschiede innerhalb der Orthodoxie gibt und dass ein Orthodoxer genauso gut eine Jeans anhat, wird gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Dann nämlich müsste man sich mit dem Thema auseinandersetzen und ddies wiederum ist den Leuten, insbesondere den Journalisten, zu kompliziert. Da werden dann lieber alle Orthodoxen Juden über einen Kamm geschert. Der deutsche Nachrichtenkonsument kennt ja eh die Unterschiede nicht und dann braucht sich auch kein Journalist die Mühe zu machen.
Nicht nur bei Orthodoxen Juden gibt es gravierende Unterschiede. Auch im Ultra – Orthodoxen Judentum ist nicht alles ein und dasselbe. Ganz zu schweigen davon, dass sich allein aschkenazische und sephardische Juden wesentlich unterscheiden. Nicht nur vom Äußeren her, sondern auch in ihren Bräuchen und diversen rabbinischen Auslegungen (wie, u.a., das rituelle Schächten eines koscheren Tieres).
In der Regel arbeiten Orthodoxe Juden und gehen auch zur Armee. In der Ultra – Orthodoxen Gesellschaft Israels wird mehr gearbeitet als Außenstehende das annehmen. Die Armee wird aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Nicht nur immer aufgrund antizionistischer Ideologien, sondern aus dem Grund, dass es keine reinen Ultra – Orthodoxen Armeeeinheiten gibt. Jedenfalls noch nicht. Klar existiert eine sogenannte NACHAL HA’CHAREDI, doch diese Einheit war nur zu Beginn ihrer Gründung „haredisch – Ultra – Orthodox“. Kurz darauf wurde die Einheit mit nationalreligiösen Juden besetzt und schon war der einstige haredische Charakter dahin.
Aber die Leserfrage lautet ja, was Orthodoxen Juden in Amerika arbeiten. Die Antwort darauf lautet: Alles Mögliche. Vom Fabrikarbeiter bis hin zum Anwalt, Arzt oder Psychologen ist alles vertreten. Und die Ultra – Orthodoxie Amerikas arbeitet mehr als ihr Gegenpart in Israel und ist teilweise auch besser qualifiziert.
Aber auch hier in Israel finden wir Orthodoxe und Ultra – Orthodoxe Anwälte, Ärzte, Manager, Broker oder Unternehmer. Die größte israelische Optikerkette Halperin ist fest in Orthodoxer Hand. Und die Startup Branche boomt selbst innerhalb der Orthodoxie.
Es ist extrem wichtig, Orthodoxie und Ultra – Orthodoxie zu unterscheiden, denn, wie gesagt, nicht jeder Orthodoxer Jude ist auf den ersten Blick als solcher zu erkennen. Ultra – Orthodoxe Juden hingegen schon.

Fragen zu Orthodoxen & Ultra – Orthodoxen Juden

B“H
Was auf diesem Blog am meisten geklickt wird?
1. Der Artikel zum Zähneabschleifen, wenn der Zahnarzt eine Brücke setzen will. Das Abschleifen selbst tut nicht weh, denn man steht ja unter Narkose. Ein angenehmes Gefühl ist es aber dennoch nicht. Außerdem kommt oft ein total ekelhafter Geschmack im Mund auf. Wie verbrannte Haare oder so.
2. Das zweite Thema, was sehr viel angeklickt wird, sind Artikel zum orthodoxen bzw. Ultra – orthodoxen Judentum. Ob Ultra – orthodoxe Juden arbeiten oder nicht, wie sie so leben etc.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Auf meinen relig. Blogs berichtete ich in der Vergangenheit extrem viel zu dem Thema.
http://chassidicstories.blogspot.co.il/
http://hamantaschen.blogspot.co.il/
Und auf
https://hamantaschen.wordpress.com/
berichte ich auch weiterhin über alles, was mit dem Orthodoxen Judentum zusammenhängt. Wobei Nichtjuden mehrheitlich den Unterschied zwischen ORTHODOX und ULTRA – ORTHODOX gar nicht kennen. Selbst Journalisten scheren alles über einen Kamm und berichten in deutschen Zeitungen und Magazinen ziemlich konfus. Unter anderem werden nationalreligiöse Siedler als Ultra – orthodox betitelt, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Vielleicht hat jemand aus der Leserschaft Anregungen oder spezielle Fragen, die ich beantworten kann!

Wer oder was sind „Orthodoxe Juden“

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Immer wieder lese ich in verschiedenen deutschen Medien den Begriff ORTHODOXE JUDEN, wobei sich die Artikelinhalte letztendlich auf Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) beziehen. Kurz gesagt, es herrscht ein absolutes Wirrwarr in Bezug auf die jüdische Orthodoxie.
Als ich jemandem aus Deutschland mitteilte, dass ich mich auch als ORTHODOX betrachte, jedoch gar nicht so aussehe, war alles aus. Offenbar stellen sich die Leute orthodoxe Juden nur mit langen Kaftanen bzw. langen unmodischen Röcken vor. Alles verhüllt und bloß nichts Weltliches zulassen.
In meinem ebook definiere ich die bekanntesten Ultra – Orthodoxen Richtungen in Israel, aber was genau bedeutet eigentlich ORTHODOX? Ein Leben streng nach der Thora ausgerichtet? Thoragesetze und ein Dasein ohne jede Lebensfreude?
Bei solchen Vorstellungen kann ein stinknormaler orthodoxer Jude nur lachen, denn man kann sich sehr wohl als Orthodox betiteln, ohne das dies von außen ersichtlich sein muss. Ja, auch orthodoxe Juden tragen Jeans und T – Shirt. Nur halt nichts Superknappes, sondern Ärmel bis zum Ellbogen. Fast hätte ich noch Armlänge gesagt, aber dieser Begriff steht mittlerweile für eine andere Bedeutung. 🙂
Nicht nur in Israel existieren ganz unterschiedliche Formen des orthodoxen Judentums und den Begriff Ultra – Orthodox gibt es eh nur in der deutschen sowohl als auch in der englischen Sprache. Im Hebräischen existiert der Begriff gar nicht.
Was also ist ein orthodoxer Jude? Jemand, der nach der Thora lebt?
Ja, aber auch hier sollte nicht alles stereotyp aufgefasst werden. Orthodoxe Juden sind ganz normale Leute, die nebenbei koscher Essen, den Schabbat halten, und und und. Absolut nichts Außergewöhnliches und niemand läuft mit einem Schild um den Hals herum, ob und wie orthodox er ist.
In den deutschen Medien aber wird immer ein Riesenterz um das orthodoxe Judentum gemacht: Mittelalterlich, fundamentalistisch und weltfremd. Kurz gesagt, alle Orthodoxen sind zurückgeblieben.
Einerseits nervt mich diese Darstellungsweise, andererseits bin ich Realist und weiß, dass man schreiben kann, was man will. Ändern wird sich an der Meinung eh nichts, denn internationale Medien sowohl als auch desinteressierte israelische Journalisten besitzen keine Verbindung zur Orthodoxie, sondern schreiben voneinander ab. Copy & Paste und auf diese Weise gelangt alles in die internationalen Medien. Kaum ein Journalist zeigt ein ernsthaftes Interesse daran, sich einmal gründlich mit einem Themengebiet auseinanderzusetzen. Stattdessen wird schnell mal gegoogelt und ein nichtssagender Artikel zusammengeschustert. In Deutschland kennt sich ja eh keiner aus.

STISSEL-Eine populäre TV Serie in Israel, die zeigt, dass Ultra-orthodoxe Juden auch nur Menschen sind

B“H
Auf meinem religiösen Hamantaschen-Blog berichte ich von der in Israel populären TV Serien STISSEL
https://hamantaschen.wordpress.com/2016/01/13/stissel-eine-populare-tv-serie-aus-israel-zeigt-das-leben-der-haredim
Bei STISSEL handelt es sich um eine haredische (Ultra-orthodoxe) Familie aus Jerusalem und es wird gezeigt, wie die Familienmitglieder ihren Alltag meistern.
Immer wieder fragen mich Blogleser, wie denn Haredim (Ultra-orthodoxe Juden) „so leben“. Allgemein kann das nicht auf Anhieb beantwortet werden, denn es kommt darauf an, was genau man denn unter ORTHODOX und ULTRA-ORTHODOX versteht. Existieren tun eine Menge Ausrichtungen und deswegen darf man keineswegs verallgemeinern. Des Weiteren bestehen immense Unterschiede innerhalb der jeweiligen Ausrichtungen und ein orthodoxer Jude muss nicht zwangsläufig nur superfromm gekleidet sein oder, wie viele Vorurteile besagen, weltfremd herumlaufen.
Auf Amazon veröffentlichte ich ein Buch zum Thema:
http://www.amazon.de/Jerusalem-Backyard-Ultra-orthodoxen-Leben-ebook/dp/B0147NLZIQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1452691230&sr=8-1&keywords=miriam+woelke
Allein damit ist jedoch noch lange nicht der Alltag bzw. das Leben orthodoxer Juden abgehandelt. 🙂

Leserfragen aller Art: „Jerusalemer Altstadt, Auswandern nach Israel, Einkaufen, Sylvester in Israel“

B“H
Mehrere Leserfragen haben mich gleichzeitig erreicht, wobei eine eventuelle Auswanderung nach Israel an erster Stelle steht. Dazu kann ich Euch nur sagen, dass ich bereits viele viele Male zu dem Thema berichtet habe.
Generell ist eine Einwanderung nach Israel nicht möglich, wenn die betreffende Person kein Jude sein sollte. Juden, die in der Diaspora leben, können sich an ihre jeweilige Niederlassung der Jewish Agency wenden, welche dann die Auswanderung organisisert bzw. zuerst genehmigt und einen Termin festlegt. In Israel angekommen, beginnt das Chaos mit den Behörden, welchem jeder Neueinwanderer entgegensieht. Vom Innenministerium bis hin zur Kontoeröffnung.
Nichtjuden haben es deutlich schwerer und reisen mit einem Touristenvisum ein, welches nach drei Monaten abläuft. Man kann beim Innenministerium verlängern, aber das kostet Zeit und Nerven. Irgendwann wird einem gesagt, dass man das Land zu verlassen habe. Deswegen vermieten Wohnungsinhaber weniger gern an Touristen, denn es kann sein, dass der Tourist unverzüglich das Land verlassen muss. Mit Jobs für Touristen schaut es ebenso schlecht aus, denn es muss erst eine Arbeitserlaubnis beantragt werden und das dauert. Nichtjuden, die einen Israeli heiraten, stehen bei Behördengängen fast immer ganz unten auf der Skala und sind nicht gerade selten in der Gesellschaft etwas unbeliebt. Das mag drauf ankommen, wo man sich niederläßt, aber ein bitterer Beigeschmack bleibt immer.
Zur Jerusalemer Altstadt:
Seit mehr als einem Monat war ich nicht mehr dort und viele Israelis meiden bis heute die Altstadt. Grund: Die ständigen Messerattacken von Palästinensern. Wenn ich denn gehe, nehme ich eine Abkürzung gegenüber vom Sultans Pool. So vermeide ich den Gang durch eines der Altstadttore. Derzeit würde ich noch nicht einmal durch das Jaffator laufen, obwohl gerade dieser beliebte Zugang in die Altstadt extrem gut gesichert ist.
Die Supermärkte im jüdischen Teil der Altstadt sind alle teuer. Wer etwas zum Trinken kaufen will, sollte lieber einen Liter Milch kaufen anstatt dem viel zu teuren Mineralwasser. Im christlichen und arabischen Altstadtteil ist es sicher günstiger, doch besteht dort die Gefahr, gnadenlos angemacht und abgezockt zu werden.
Zur Frage „Wie leben Ultra-orthodoxe Juden?“
Dazu habe ich vor ein paar Monaten ein ebook veröffentlicht:
http://www.amazon.de/Jerusalem-Backyard-Ultra-orthodoxen-Leben-ebook/dp/B0147NLZIQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1447658053&sr=8-1&keywords=miriam+woelke
Jemand sagte mir, das ebook sei für jemanden ohne jegliche Vorkenntnisse zu kompliziert, aber wo soll ich sonst beginnen. Die Thematik ist nicht leicht zu beschreiben und aufmalen will ich es ja auch nicht. Für den Preis von 2,99 Euro, denke ich mal, ist es okay.
Zum Thema „Sylvester in Israel“:
Wer Sylvester oder Weihnachten in Israel verbringt, sollte nichts Besonderes erwarten. Von Weihnachten kriegt man so gut wie gar nichts mit, denn das Judentum kennt kein Weihnachten. Sicher sieht man in Touristengegenden und dort, wo sich eine Menge philippinische Gastarbeiter und nichtjüdische Russen aufhalten, hier und da einen Weihnachtsbaum. Im Großen und Ganzen jedoch spielt Weihnachten in Israel keine Rolle und die Tage sind stinknormale Arbeitstage.
Sylvester wird von vielen Leuten gefeiert, aber nicht mit Feuerwerk. Mittlerweile erinnern mich Feuerwerkskörper eh nur noch an randalierende Palästinenser, denn in meinem Stadtteil erleben wir mehr als genug Explosionen selbstgebastelter Knaller.
Nichtsdestotrotz, Sylvesterparties gibt es und ich glaube, dass am Tel Aviver Strand sogar ein Feuerwerk steigt. Sylvestermäßig ist in Tel Aviv eh mehr Action als Jerusalem. Denkt aber daran, ein Hostelzimmer rechtzeitig zu buchen, da in der Sylvesternacht schnell alles ausgebucht ist und um am Strand zu nächtigen, ist es zu kalt.
Und, last but not least, das Wetter:
Der israelische Winter ist da und das bedeutet Regen, Temperaturen zwischen 10-16 Grad Celsius und in Jerusalem kann es bedeutend kühler werden. Hostels verfügen im Allgemeinen nicht über eine Zentralheizung. Die meisten Privatwohnungen übrigens ebenso wenig. 🙂
Was die Hostels anbieten, sind elekrische Heater, für die teilweise mehr Geld verlangt wird. Deswegen checkt in das Jerusalemer Avraham Hostel, denn dort gibt es die Heizung inklusive. Abgezockt werdet Ihr dagegen in den arabischen Altstadthostels, wo Ihr auch noch dreckige Decken kriegt.

Wer dieser Tage etwas über jüdisch-orthodoxe Sukkot-Feiern erfahren will,

der sollte auf meinem relig. Hamantaschen-Blog nachschauen!

Unter anderem lade ich heute noch ein Mea Shearim Video hoch und ich berichte über das gestrige Event bei Rabbi Mordechai Machlis (Video & Photos).