Leben in Jerusalem

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Heute Morgen in der Jerusalemer Altstadt: „Die Massen eilen zur Kotel (Klagemauer)“

B“H
Das Video beginnt auf einer Straße im armenischen Altstadtviertel von Jerusalem. Auf der linken Seite sieht man die armenischen Souvenirshops und rechts die Altstadtmauer erbaut von den Ottomanen im 16. Jahrhundert. Wer den Blick geradeaus richtet, kann im Hintergrund den Ölberg erkennen.
Ich ging die Straße entlang, die nach einer Linkskurve ins jüdische Altstadtviertel führt.

 

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Chol HaMo’ed Sukkot – Zwischenfeiertage von Sukkot in der Jerusalemer Altstadt

B“H
Ich bin total sauer, denn das beste Video, was ich heute früh an der Klagemauer (Kotel) filmte, habe ich aus Versehen gelöscht. Jetzt bleiben mir noch zwei Videos zum Upload, was im Endeffekt aber besser ist als gar nichts.
Die Jerusalemer Altstadt ist dieser Tage gerammelt voll. Tausende drängen sich durch die Gassen im jüdischen Viertel. Polizei und Armee teilten die Zugänge zur Klagemauer weiträumig in Eingang und Ausgang ab. Einige Straßen sind für jene Leute, welche zur Klagemauer wollen. Andere Straßen sind nur für diejenigen, die von der Klagemauer kommen.
Ich machte nur einen kurzen Rundgang, denn es waren mir einfach zuviele Menschen auf den Beinen. Die aufgestellten Sukkot (Laubhütten) waren mit religiösen Familien überlaufen, die da ihr Essen von daheim mitgebracht hatten. In den Restaurants und Burger Bars der Altstadt ist es viel zu teuer. Noch dazu, wenn man Kinder dabei hat. Da bringt man sich sein Essen von zuhause mit und hockt sich irgendwo hin.
An den Sukkot – Feiertagen in der Altstadt zu sein, bedeutet Stress pur. Heute Abend gehe ich noch mit Freunden zum Kaffee. Gleich in meiner direkten Nachbarschaft und hoffentlich ist es dort nicht zu voll.
Viele Israelis müssen an Sukkot arbeiten und ich auch noch im Verlauf der Woche. Heute und morgen aber habe ich frei und Mittwochabend sowie Donnerstag ist schon wieder Feiertag.
Klar, ist es schön, am Feiertag in der Altstadt bzw. an der Klagemauer zu sein. Den Rest von Sukkot werde ich eher in der Natur im Freien verbringen. Und dort werden wir heute Abend beim Kaffee auch sitzen.
Der Herbst zieht allmählich ein. Heute ist es noch sonnig und warm bei 28 Grad Celsius. Allerdings zogen schon Wolken auf und es weht mittlerweile ein frischer Wind. Morgen und Dienstag haben wir in Jerusalem nur 21 Grad Celsius und morgen soll, laut Wettervorhersage, der erste Regen in Jerusalem eintreffen. Der erste Regen seit April! 🙂

 

Sukkot 5778 / 2017 in the Jewish Quarter / Cardo

 

Jerusalem: Vom Kikar HaMusika (Music Square) zum Kikar Zion (Zion Square)

B“H
Nach der Arbeit war ich heute in der Innenstadt und auf dem Machane Yehudah Markt. Da nutzte ich gleich die Gelegenheit, einmal Jerusalems „neue“ Attraktion, den Kikar HaMusika anzuschauen und zu filmen.
So neu ist der Platz nun auch nicht mehr, denn er wurde bereits vor zwei Jahren gebaut. Bürgermeister Nir Barkat wollte eine neue Attraktion, um Touristen und junge Einheimische anzulocken. Barkats großer Traum ist es, Jerusalem in ein zweites Tel Aviv zu verwandeln, was ihm jedoch nie gelingen wird.
Ein reicher französischer Jude fand sich als Investor und so entstand auf einem Hinterhof in der Innenstadt ein Platz mit vielen Restaurants und allabendlicher Live Music. Die Restaurants sehen nicht gerade billig aus und ich kann mir kaum vorstellen, dass Backpacker dort abhängen, aber naja …
Wer sich für den Kikar HaMusika interessiert: Der Zugang erfolgt von der Hillel Street 27 über eine kleine Gasse. Oder von der Yoel Solomon (neben dem Kikar Zion – Zion Square).
Nach dem „Musikplatz“ ging ich die Yoel Solomon bis zum Zion Square hinauf. Bis vor mehreren Jahrzehnten war der Square grün bepflanzt und eines der Prunkstücke der Stadt. Selbst eine Straßenbahn fuhr damals die angrenzende Fußgängerzone Ben Yehudah noch rauf und runter.
Heute ist der Kikar Zion nur ein öder Platz. Selbst das Rondell, auf dem man sitzen konnte, wurde vor Jahren demontiert. Begründung: Nur die Junkies versammeln sich dort.
An der Jaffa Road gelegen verlaufen die Wege vom Zion Square in mehrere Richtungen. Touristen kennen das und sie gehen von dort aus die Ben Yehudah hinauf. Eine Fußgängerzone, deren Läden meistens von Touristen besucht werden. Einheimische zieht es dort nicht unbedingt hin und man kauft woanders ein. Nämlich in den riesigen Malls in den Stadtteilen Talpiyot, Pisgat Ze’ev oder Malcha.

 

Selbst das neuerbaute Kaufhaus Hamaschbir am Zion Square fährt Verluste ein. Zu teuer und Israelis legen keinen Wert auf Kaufhäuser. Beim HaMaschbir denkt man mittlerweile darüber nach, Ladenflächen zu vermieten und sich selbst zu verkleinern.
Jerusalem hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch verändert. An erster Stelle stehen neue Luxusbauten. Wohntürme mit Luxusapartments, die sich Otto Normalverbraucher nicht leisten kann. Nicht alle Wohnungen sind verkauft oder vermietet und so herrscht in einigen Wohnblocks der Innenstadt gähnende Leere.
Der Bürgermeister setzt auch weiterhin auf Luxus, aber vielleicht findet Jerusalem zu seiner alten einzigartigen Form zurück, sobald Nir Barkat in der Knesset sitzt. Bei den nächsten Wahlen will er nämlich in die ganz große Politik einsteigen mit dem Ziel, Premierminister zu werden.
Hoffentlich werden wir davor bewahrt, denn in Jerusalem war er nicht besonders erfolgreich. Weniger Betuchten werden die Sozialwohnungen weggenommen und in Luxusapartments umgewandelt. Wie demnächst in der HaNurit Street im Stadtteil Kiryat Menachem. Mehrere Hundert Billigwohnungen sollen verschwinden. Die Frage ist nur, ob die Bewohner eine neue Bleibe finden.

Preise in einem israelischen Supermarkt

B“H
Die Preise im Super Deal (Jerusalem, Derech Hebron Street) zeigen, wie teuer das Leben in Israel ist. Okay, der Super Deal gehoert in die Kategorie COOP – Preise, doch selbst die hiesigen Discounter sind immer noch teuer im Vergleich zu Deutschland.
Zum Beispiel kostet eine stinknormale Ritter Sport 7,90 Schekel. Das waeren in Euro 1,85.
Die 10 Schekel unter dem Nutella – Glas beziehen sich auf die israelische Billigvariante daneben. Das Nutella – Glas hingegen kostet 14,90 (3,50 Euro). Bei der Milka Schokolade handelt es sich um kleinere Tafel als gewoehnlich.
Eine kleine Dose Bohnen oder Erbsen kostet 5,90 Schekel (1,40 Euro). Fuer ein kleines Baguette – Broetchen aus der Fabrikproduktion zahle ich 3,50 Schekel (80 Cent).
Der Liter Milch kostet zwischen 1,20 – 1,40 Euro.
Israelische Supermaerkte lieben es, zwei gleiche Produkte guenstiger zu verkaufen. Deswegen sieht man sehr haeufig das Schild 2 fuer 10 oder so.
Wer im Video die angegeben Schekel – Preise in Euro umrechnen will, der teile alles durch 4,27. Dann habt Ihr den Euro – Preis raus.
Seit geraumer Zeir verliert der Euro international immer mehr an Wert. So stand er vorgestern noch bei 4,27 Shekel und heute sind es nur noch 4,21 Schekel. Generell koennt Ihr die Schekel – Summer durch 4 teilen und dann erhaltet Ihr so ungefaehr den Euro – Wert. Oder Ihr multipliziert die Euro – Summe mit 4. So erhaltet Ihr den Schekel – Betrag.
Alkoholische Getraenke werde ich extra filmen!!!!!

 

 

Jerusalems populärer Stadtteil BAKA

Jerusalems populärer Stadtteil BAKA. Das Video zeigt die Gegend zwischen der Pierre Koenig und der Yehudah Street. Die Pierre Koenig gehört bereits zum angrenzenden Stadtteil Talpiyot und die Yehuda Street verbindet die Derech Beit Lechem (Baka) mit der Pierre Koenig.
Die nagelneuen hohen Apartmenthäuser kosten eine Menge an Miete. Ein Bekannter von mir ist gerade frisch eingezogen und er zahlt für ein kleines Apartment 5400 Schekel (fast 1300 Euro) Miete. Hierbei handelt es sich nur um die reine Miete und alle Nebenkosten gehen extra! Im Mietvertrag steht sogar, dass er für seinen Garten einen professionellen Gärtner zahlen muss, der ab und zu mal kommt und sich um das Grünzeug kümmert. Ursprünglich wollte der Vermieter sogar 5600 Euro haben.
Ich könnte mir da keine Wohnung leisten. 5400 Schekel ist eine Menge Schotter und mein Bekannter muss da selbst als Selbstständiger ganz schön für schuften.
Eigentlich passen diese neuen Wohntürme gar nicht zur Gegend, doch derartige Gebäude werden überall hochgezogen. Otto Normalverdiener kann sich das kaum leisten und so zieht es alle zu den Wohnungen, die noch einigermaßen bezahlbar sind. Aber die werden immer weniger und ich wage mir gar nicht auszumalen, was in zehn Jahren passiert. Ob wir da als Normalo – Bürger in der Stadt leben können oder zum Wohnen außerhalb verdammt sind. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie bereits heute  Rentner mit Mindestrente überhaupt noch in der Lage sind, Miete zu zahlen.
Dabei war Baka einst kein besonders attraktiver Stadtteil. Ärmere Leute liessen sich dort nieder und die Kriminalität war hoch. Seit Jahren aber werden neue Wohnungen gebaut und der Stadtteil wurde zum Luxusobjekt. Die Mieten sind hoch und was die Grundsteuer (Arnona) kostet, will ich lieber erst gar nicht wissen.
Dafür gibt es viel Grün und wer nicht gerade an einer der Hauptstraßen wohnt, kann die Ruhe geniessen.

Krawalle am Tempelberg, Terrorist ermordet Menschen in Siedlung und der Tisha be’Av steht an

B“H
Dass vor den Eingängen zum Tempelberg auf muslimischer Seite keinerlei Metalldetektoren vorhanden sind, wusste ich bislang nicht. Moslems benutzen vom muslimischen Altstadtteil aus weitgehend ihre eigenen Eingänge zum Tempelberg und das bis jetzt ohne Security Check. Im kompletten Gegensatz zu den vier Eingängen zur Klagemauer, denn hier muss jeder Tourist, Einheimischer (auch Palästinenser) durch den Security Check inklusive Metalldetektoren. Und Taschen werden vom Sicherheitsdienst ebenso kontrolliert. Kein Mensch regt sich darüber auf und diese Checks bestehen bereits mehrere Jahrzehnte.
Seit dem letzten palästinensischen Attentat auf dem Tempelberg, zogen die Metalldetektoren auch vor dessen Eingängen ein und schon drehen die Palästinenser durch. Man könne so nicht beten oder Allah erlaube das nicht. Sowas kriegen wir dann zu hören. Wer jedoch als Moslem nach Mekka will, muss saudische Metalldetektoren durchlaufen und da regen sich komischerweise weder Moslems noch Allah auf.
Die britische Journalistin Melanie Phillips verfasste zu den Vorgängen einen lesenswerten Artikel:
http://www.melaniephillips.com/day-deranged-inversion/
Die derzeitigen palästinensischen Krawalle wurden dann auch gleich zum Anlass genommen, in einer israelischen Siedlung mehrere Menschen brutal abzuschlachten:
http://www.timesofisrael.com/three-hurt-one-critically-in-suspected-stabbing-attack-in-west-bank/
In circa zehn Tagen begeht die jüdische Welt Tisha be’Av (den 9. Tag im jüdischen Monat Av). Ein Trauertag, an dem 25 Stunden lang gefastet wird. Ursprünglich geht es an dem Tag um die Zerstörung beider jüdischer Tempel in Jerusalem. Der Erste durch die Babylonier und der Zweite wurde von den Römern ausgebrannt.
Seit Jahrzehnten ist es in Jerusalem zur Tradition geworden, am Abend des Tisha be’Av (in diesem Jahr am Abend des 31. Juli) um die Stadtmauer bis hin zur Klagemauer zu gehen. Mindestens Tausend Menschen werden daran teilnehmen und die deutschen Medien betiteln dieses Event sicher als „zionistisch – rechtsradikal“. Manchmal nahm ich daran teil, manchmal nicht. Ob ich am 31. Juli mitgehe, kann ich noch nicht sagen, denn ich muss bis zum späten Nachmittag arbeiten und dann sehen, wie platt ich ggf. bin. 🙂
Normalerweise führt die Route am Damaskustor in Ostjerusalem vorbei, doch ich habe soweit meine Zweifel, ob das in diesem Jahr der Fall sein wird. Eben aufgrund der palästinensischen Krawalle in der Gegend. Vor ein paar Jahren war es schon einmal der Fall gewesen, dass die Polizei die Route änderte.
http://womeningreen.org/connecting-to-jerusalem-brothers-and-sisters-walking-together-on-tisha-beav/
An Tisha be’Av 2013 empfingen uns die Palästinenser am Damaskustor mit „Allah Akbar“ Rufen. Ein arabisch sprechender Jude antworte ihnen lautstark.

 

 

In jedem Jahr wird das Event von einem starken Sicherheitsaufgebot beschützt und für viele Juden (mich eingeschlossen) ist es die einzige Möglichkeit am Damaskustor oder am nahegelegenen Löwentor (ebenfalls Ostjerusalem) vorbeizugehen und nicht einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Palästinenser hingegen können sich in ganz Jerusalem ungehindert aufhalten.
Seit einigen Tagen sehen wir auch in unserem Stadtteil vermehrt Polizei und Armee. Keiner weiß, ob hier in Abu Tur auch wieder palästinensische Randale zu erwarten ist.

Video: „Die Internationale Buchmesse 2017 in Jerusalem“

B“H
Ewigkeiten hat es gedauert, doch nun habe ich es endlich geschafft, dass Video zur Internationalen Buchmesse von vor zwei Wochen hochzuladen.
Außerhalb der Ausstellungshalle fand die alljährliche und stets gut besuchte Hebrew Book Week statt. In der Halle befand sich das internationale Event, welches da alle zwei Jahre stattfindet.
Den Unterschied werdet Ihr sehen: Die Hebrew Book Week zu Beginn des Videos ist voller Besucher, die Internationale Buchmesse hingegen verlor schon lange ihre Reiz. Neben der Buchmesse bieten die Buchhandlungsketten Steimatzky oder Zomet Sefarim günstig Bücher an und so wird einiges an Kundschaft abgegriffen.
Am deutschen Stand war tote Hose oder man übte sich im Yoga. Oder was immer die auf dem Boden liegenden Leute machten. Die einst aus Deutschland eingewanderten Juden sterben allmählich weg und die deutsche Sprache ist weitaus weniger Attraktiv als Englisch, Spanisch oder Französisch.
Die nächste Internationale Buchmesse wird in zwei Jahren ausgetragen.