Leben in Jerusalem

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Der Marsch um die Altstadtmauer (Walk around the Old City Walls) am Abend des Tisha be’Av

B“H
In den letzten paar Jahren war ich nicht mehr dabei und ob ich diesmal teilnehme, entscheide ich an diesem Samstagabend ganz spontan.
In Jerusalem findet in jedem Jahr, am Abend des Tisha be’Av (9. Av) der traditionelle „Walk around the Old City Walls – Marsch um die Altstadtmauer“ statt. Organisiert wird das Event von den WOMEN IN GREEN – einer rechts angesiedelten Organisation unter der Leitung von Nadja Matar. Normalerweise kämpfen die Women in Green für jüdische Siedlungen und Nadja Matar ist bei allen möglichen Demos anzutreffen.
Nun aber ist der traditionelle Marsch um die Altstadtmauer keine Demo, sondern ein offiziell angemeldetes und genehmigtes Event. Ganze Familien nehmen teil und es ist beileibe nicht nur für Frauen. Jeder kann kommen und mitmachen.
Nadja Matar ist nicht gerade religiös und obwohl bei dem Marsch um die Altstadtmauer vorwiegend Juden aus dem nationalreligiösen Movement anzutreffen sind, kann jeder kommen wie er will. Niemand muss sich unbedingt fromm kleiden oder so.
In diesem Jahr beginnt der Tisha be’Av direkt nach dem Schabbatausklang am Samstagabend. Zuerst wird die Megillah Eicha – Das Buch Eicha vom Propheten Jeremia (Yirmiyahu) verlesen. Und das in allen Synagogen sowie anderen Plätzen. Wer will, kann Eicha auch an der Jerusalemer Tayelet (Promenade) hören. In dem Buch geht es um Yirmiyahu, der um die Zerstörung des Ersten Tempels trauert, doch gleichzeitig Hoffnung für die Zukunft gibt.
Die Women in Green lassen einen Rabbiner Eicha lesen. Am Independence Park, gleich gegenüber dem amerikanischen Konsulat in der Agron Street. Der Platz wurde ihnen so zugewiesen und hat keine besondere politische Bedeutung.
Nach Eicha folgen dann aber jeweils ein paar kurze politische Reden und eine hohe Anzahl von Polizei und Grenzpolizei der Armee (Magav) machen sich bereit. Das Event gleicht einem Hochsicherheitstrakt, denn es geht am Damaskustor vorbei durch Ostjerusalem bis hin zur Klagemauer (Kotel).
Eigentlich wird nur die Strecke abgegangen und die Araber sind zu der späten Stunde eh fast verschwunden, denn sie schliessen ihre Geschäfte täglich relativ früh.
Manchmal, wie vor ein paar Jahren, werden die Teilnehmer des Marsches von Arabern am Damaskustor mit „Allah Akbar“ Rufen empfangen. Juden geht es darum zu zeigen, dass man Jerusalem nicht so einfach den Moslems überlässt. Das Damaskustor selbst sowie die gesamte Gegend um die Altstadtmauer in Ostjerusalem war zu Zeiten des Zweiten Tempels der Zugang zum Tempel. Alles war jüdisch und vom Islam war noch gar keine Rede. 

 

 

All die Politik drumherum interessiert mich nicht sonderlich. Wenn ich beim Marsch mitmache, dann aus dem Grund, weil es die einzige Möglichkeit ist, dass Juden in der Gegend einmal frei und unbedroht herumlaufen können. Man sieht all die alten riesigen Steine, auf den Meter weiter der Tempelberg steht.
Enden tut der Marsch, wie gesagt an der Klagemauer.
Seit mehreren Jahren ist die Zahl der Teilnehmer rückläufig. Früher waren es Tausende, heute kriegt Nadja Matar nur noch ein paar Hundert zusammen. Und da dieser Abend des Tisha be’Av auf einen Samstagabend fällt, bleiben wieder viele Teilnehmer aus, denn wer will kurz nach Schabbat noch in einen Bus steigen und von Orten aus dem ganzen Land nach Jerusalem fahren?
Anderen ist es auch ganz einfach zu anstrengend, an einem 25 – Stunden andauernden Fastentag mehrere Kilometer zu laufen. Da fährt man mit dem Bus lieber zur Klagemauer oder bleibt daheim in seiner Synagoge, wo es bei der Hitze richtig schön Klimaanlage gibt. 🙂

 

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Der Jerusalemer Stadtteil NACHALAT SHIV’A

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Photo: Miriam Woelke
B“H
In der letzten Woche kaufte ich bei der alljährlichen israelischen Buchmesse „Hebrew Book Week – Shavua HaSefer“ das Buch „Beit Salomon – Haus Salomon“. Das Buch kann ich jedem, der an der Geschichte Jerusalems interessiert ist und der hebräischen Sprache sehr gut mächtig ist. Ich persönlich lese sehr viel über die Geschichte der Stadt. Besonders über die Geschichte der Altstadt, dem sogenannten Old Yishuv.
Das besagte Buch handelt von der Ultra – Orthodoxen Familie Salomon, welche im Jahre 1811 von Litauen nach Israel immigrierte. Die Salomons liessen sich in Jerusalem nieder und der spätere Enkel Yoel Moshe Salomon gründete in der Neustadt den Stadtteil Nachalat Shiv’a.
Die gesamte Familie Salomon war sehr stark im Aufbau der Stadt involviert. Insbesondere beim Wiederaufbau des jüdischen Altstadtviertels.
Wer es noch nicht weiß: Zu Beginn des 18. Jahrhundert kauften Ultra – Orthodoxe Juden das Land, auf welchem das jüdische Altstadtviertel entstehen sollte, von der damaligen Ottomanischen Besatzungsmacht. Das heutige jüdische Viertel wurde also legal erworben.
Doch obwohl das Land den Juden gehörte und diese das Viertel aufgebaut hatten, fackelten Araber im Jahre 1720 alles wieder ab. Und das, obwohl es damals noch keine jüdischen Siedlungen gab. Vielleicht kann das ja jemand den deutschen Politikern und anderweitigen Israelhassern erklären. 🙂
Ungefähr Hundert Jahre später machte sich Rabbi Avraham Shlomo Zalman Salomon (er fügte den Namen ZOREF – Goldschmied seinem ursprünglichen Namen hinzu) daran, das zerstörte jüdische Altstadtviertel wieder aufzubauen. Dazu sammelte er von überall her Spenden und reiste sogar zum Ottomanischen Pascha nach Ägypten, um sich dessen Erlaubnis einzuholen. Rabbi Avraham war das erste Mitglied der Familie Salomon, welches im Jahre 1811 nach Israel ausgewandert war.
Rabbi Avrahams Enkel Yoel Moshe Salomon gründete seinerzeit den den neuen Stadtteil Nachalat Shiv’a. In der Innenstadt neben der Jaffa Road und der Shopping – Meile Ben Yehudah Street gelegen. Seit Jahren befinden sich dort viele Bars und Restaurants. Darunter auch das bekannte Jerusalmer Cafe „Tmol Shilshom“.
Nachalat Shiv’a mag etwas heruntergekommen wirken, doch es ist und bleibt eine Institution der Stadt. Allein schon durch die typische Architektur. Allerdings wurden zahlreiche Häuser zu Baustellen und ich denke mal, dass hier teuer vermietet oder verkauft werden soll. Luxus, denn die Gegend ist gefragt.  

 

 

 

Jerusalem: „Die Natur hinter der Mamilla Mall nahe Jaffator“

B“H
Hinter der Mamilla Mall, wo man schick essen gehen oder Klamotten kaufen kann, findet sich die Welt der Natur. Parks und rundherum Luxuswohnungen, welche da mindestens 3 Mio Dollar und noch viel mehr kosten. Ganz zu schweigen von den Kosten für Grundsteuer, private Security, Hausmeister, und und und. Da kommen monatlich nochmal ein paar Tausend Schekel extra zusammen.
Der Otto Normalverbraucher – Jerusalemer sowie Touristen schlendern gerne durch die Mamilla Mall, übersehen aber die Natur drumherum. Wer nicht gerade das Geld hat, sich mit teuren Markenklamotten einzudecken oder in teuren Restaurants zu speisen, für den bietet die Mamilla Shopping Mall das Cafe AROMA mit seinem schwarz – roten Logo. Dort ist die Tasse Kaffee erschwinglich und gut sitzen und Leute beobachten kann man auch.
Hier ein paar Eindrücke von der Welt gleich hinter der Mamilla Mall, Luxusbauten, Natur sowie dem nervigen Verkehrschaos. Von der Mamilla Mall und dem daneben stehenden luxuriösen David Citadel Hotel bis hinunter zum Jaffator (Jaffa Gate) vor der Altstadt.

 

Jerusalems Zionsplatz (Zion Square) soll attraktiver werden

B“H
Vor mehr als 50 Jahren war der Zionsplatz (Zion Square) in der Jerusalemer Innenstadt ein Anziehungspunkt für die Bewohner der Stadt. Zwischen der Shopping – Meile Ben Yehudah Street sowie der ewig langen Jaffa Road gelegen, bildete der Zion Square eine kleine Attraktion. Nebendran das populäre Cafe Europa und dort, wo heute der hässliche hohe Betonklotz (mit der Bank Hapoalim unten drin und einem Hotel in den oberen Stockwerken) steht, befand sich einst ein beliebtes Kino.
Das Cafe Europa gibt es schon lange nicht mehr und der alte Kinobau wurde plattgemacht und nun steht dort dieser Betonklotz. Immerhin wurde nebendran das einzige Jerusalemer Kaufhaus Hamaschbir mit besserer Architektur ausgestattet.
Bis vor circa 10 Jahren gab es auf den Zion Square noch eine runde Sitzgelegenheit aus Beton. Neben all den Bänken um den Platz. Dann aber liess die Stadtverwaltung diese Sitzgelegenheit aus Beton abreissen, denn dort würden eh nur Junkies abhängen.
Des Nachts ist der Zion Square aber auch weiterhin ein Anziehungspunkt für Drogen und von daheim abgehauene Jugendliche. Nicht weit liegt ein Jugendzentrum der Stadtverwaltung in welches die Jugendlichen auch nachts können und Hilfe erhalten.
Irgendwie dümpelte der Square mehrere Jahre so vor sich hin und jetzt soll alles anders werden. Der Platz ist momentan eine Baustelle. Ein neues Design mit attraktiven Bänken und viel Grünzeug muss her.
Zu Beginn des kurzen Videos seht Ihr ein paar Plakate, wie der Zion Square in Zukunft ausschauen soll. Und danach folgen die Bauarbeiten und die Absperrungen. 

 

 

Straßen in Jerusalem: „Yanowski Street bis hinunter zur Derech Hebron Street“

Für die Leser, die noch niemals an der Jerusalemer Promenade im Stadtteil Armon HaNatziv waren

B“H
Obwohl viele Reisebusse an der Tayelet (Promenade) standen, kamen mir dennoch beim Filmen kaum Touristen in die Quere. 🙂
Wer von Euch noch nie an der Promenade (Hebräisch: Tayelet) im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv war, bekommt in diesem Video einen guten Eindruck. Die Aussicht auf Jerusalem. Auf der linken Seite das arabische Abu Tur sowie Silwan. Im Hintergrund links sieht man bis zur palästinensischen Autonomie nach Abu Dis.
In der Mitte könnt Ihr den Felsendom mit seiner goldenen Kuppel erkennen. Und rechts seht Ihr die Hochhäuser Westjerusalems.
Der Besuch der Promenade ist kostenlos und ihr erreicht sie mit der Buslinie 78 Richtung Armon HaNatziv / Talpiyot – Ost (Talpiyot Mizrach). Von abendlichen Besuchen rate ich allerdings ab, denn die Gegend ist, aufgrund der vielen kleinen arabischen Stadtteile drumherum, nicht gerade sicher. Selbst bei Tag ist es nicht immer sicher und lasst Euch nicht von arabischen Souvenirhändlern oder anderen Arabern, die dort herumlaufen, anmachen. Die wollen nur Euer Geld.
Nach Einbruch der Dunkelheit solltet Ihr nicht mehr an der Promenade sein. Zu gefährlich und manchmal transformiert die Gegend des Nachts auch in ein Rotlichtviertel.
Die Polizeistation von Abu Tur befindet sich direkt hinter dem UNO – Hauptquartier, welches neben der Promenade steht. Braucht Ihr Hilfe, so geht am UNO – Gebäude vorbei und gleich dahinter rechts liegt die Polizeistation.

 

 

Eindrücke vom Yom Yerushalayim 2018 (Jerusalemtag) in Downtown Jerusalem

B“H
Als ich heute in der Innenstadt war, filmte ich ein paar Szenen, die sich vor der traditionellen Flaggen – Parade abspielten. Auf die Parade selber habe ich dann nicht gewartet, denn die kam erst eine Stunde später. Dafür aber tanzten zuvor schon ein paar nationalreligiöse Jugendliche am Zionsplatz (Zion Square). Zu meiner Überraschung liefen auch eine Menge Touristen durch die Stadt. 

Heute verlief die Flaggen – Parade nicht, wie gewohnt, durch die Keren Hayesod, sondern mitten durch die Jaffa Road. Hier ein paar Szenen von der Jaffa Road sowie der King George eine Stunde bevor Tausende Juden mit ihren Flaggen kamen.