Leben in Jerusalem

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Video: „Kleiner Spaziergang durch den Jerusalemer Stadtteil Tapiyot“

 

Im Video seht Ihr nur einen kleinen Teil von Talpiyot und noch nicht einmal die Hauptstraßen mit den ganzen Shops. Dazu gibt es irgendwann nochmal extra ein Video. 
Was man vielleicht in meinen Videos sieht: Jerusalem ist eine ganz normale Stadt mit einem stinknormalen Alltag abseits des Tourismus.
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Video: „Die Jerusalemer Derech Beit Lechem Street samt Neubaugebiet“

Im Video erwähne ich, dass der hintere Teil der Derech Beit Lechem Street auch im Stadtteil Baka liegt. Das war ein Fehler, denn dieser Teil der ewig langen Straße liegt bereits im Nachbarstadtteil Talpiyot.  

 

 

Zum Antisemitismus in Deutschland

 

Ganz zu Beginn des Videos seht Ihr einen PKW, der von oben bis unten mit Bildern / Photos der chassidischen Gruppe Chabad – Lubawitsch zugeklebt ist. Derlei Autos sieht man in Israel ziemlich häufig und sie gehören in der Regel Mitgliedern dieser chassidischen Gruppe, welche da auch in Deutschland ansässig ist. Nur kann man in Deutschland nicht dermaßen auffällig herumfahren, denn sonst gibt es Ärger mit Antisemiten.

Die Entfernung eines JJ Stent bei Frauen

B“H
Vor zwei Monaten wurde mir bei einer Bauch – OP ein sogenannter JJ Stent zwischen Niere und Blase eingesetzt. Heute entfernte ein Urologe im Jerusalemer Shaare Zedek Medical Center eben diesen Stent.
In diesem Video berichte ich, wie genau das gemacht wurde. Und glaubt mir, niemand hat vor solchen Prozeduren mehr Angst als ich. 🙂 Aber ich hatte einen sehr guten Arzt und es ging recht schnell und unkompliziert.
Angst braucht man nicht zu haben, aber das Verfahren ist halt nicht angenehm. Dafür dauert es auch nur wenige Minuten. 🙂  

 

 

Sonnenuntergang in Jerusalem – 9. Dezember 2018

Was ein Neueinwanderer wissen sollte, bevor er in einen Kibbutz bzw. in eine jüdische Siedlung zieht

B“H
Das nachfolgende Video ist in englischer Sprache, denn ich finde es gerade besonders wichtig, die zahlreichen jüdischen Neueinwanderer aus Anglo – Ländern zu warnen.
Nicht direkt davor zu warnen, nach der Aliyah (Einwanderung nach Israel) in einen Kibbutz oder in eine israelische Siedlung zu ziehen. Darum geht es nicht, denn gerade israelische Siedlungen sind für viele Neueinwanderer besonders attraktiv. Allein der günstigeren Mieten und Immobilienpreise wegen. Da nimmt man gerne die Pendelei zum Arbeitsplatz in die nächste Großstadt in Kauf. Hauptsache man lebt im Grünen, zahlt weniger Miete und muss sich nicht mit dem Lärm und Stress in der Stadt herumschlagen. 

 

 

In den 80iger Jahren war die große Krise der Kibbutzim. Es fehlte an Geld und zahlreichen Kibbutzim drohnte die Insolvenz. Es musste ein Umbruch her und seither hat sich extrem viel verändert. Auch musste man weg vom eher sozialistisch – kommunistischen System und die Kinder schlafen schon lange nicht mehr getrennt von ihren Eltern in Kinderhäusern. Die Kibbutzim wurden kapitalistisch und bereits Ende der 80iger Jahre wurde die Bezahlung fürs Essen im Speisesaal (Chadar Ha’Ochel) eingeführt. Dann kamen die Videogeräte in Privathaushalten und der eigene PKW. Bis dato musste man sich auf einer speziellen Liste eintragen, wenn man denn vom Kibbutz einen PKW ausleihen wollte. Der eigene PKW war untersagt, aber all das gehört längst der Vergangenheit an.
Um an Geld zu kommen, verkauften viele Kibbutzim Land. Und diese Grundstücke wurden von Leuten außerhalb des Kibbutz gekauft. Man liess sich nieder und genoss die Dorfruhe, ohne offizielles Kibbutz – Mitglied zu sein. Insbesondere Leute aus der Stadt kauften sich Land und bauten ihr Eigenheim. Will jemand an Kibbutz – Angeboten teilnehmen oder seine Kinder auf eine Kibbutz – Schule schicken, so kostet dies den Leuten von außerhalb Geld, denn sie sind ja keine Mitglieder.
Ob der Landverkauf eine so gute Idee war? Einerseits ja, denn die Kibbutzim brauchten dringend das Cash. Andererseits aber holte man sich Menschen mit anderen Ideologien ins Nest und diese Menschen haben andere Vorstellungen und pfeifen teilweise auf die Kibbutz – Regeln.
Das aber soll nicht das Thema des Videos sein, sondern ich erwähne diese Art der Problematik nur nebenbei.
Was viele Leute außerhalb Israels nicht wissen:
Dass es unterschiedliche israelische Siedlungen gibt. Nämlich religiöse, säkulare sowie gemischte (religiöse und säkulare Juden zusammen) Siedlungen. Und nein, die Siedlungen sind kein Friedenshindernis, denn es hat sie schon immer gegeben.
Um was es in diesem Video geht ist die Tatsache, dass die meisten Siedlungen nur Leute aufnehmen, die ihnen passen. Bedeutet, jemand muss sich bewerben und Vorstellungsgespräche durchlaufen. Auf diese Weise werden Familien getestet, ob sie denn auch in die Siedlung passen und bereit sind, sich zu integrieren. Individualismus ist nicht so wichtig, aber man muss halt mit der Gemeinschaft klarkommen und ein Teil von ihr werden. Oder etwas für die Gemeinschaft leisten.
Immer wieder werben Siedlungen wie die gemischte Siedlung außerhalb Jerusalems, Kfar Adumim, bei Neueinwanderern. Man will mehr Leute ansiedeln und zeigt halt die Vorteile der Siedlung: Natur, glückliche Bewohner, tolle Wohnungen. Kfar Adumim aber geht offen mit der Tatsache um, dass die Neuen, sobald sie denn ein offizieller Teil der Siedlung sein wollen, einem Aufnahmeverfahren unterliegen. Nach einer gewissen Zeit entscheiden unterschiedliche Komitees, ob der Kandidat offiziell aufgenommen wird oder die Siedlung wieder verlassen muss.
Wer sich lediglich eine Wohnung mietet, muss nicht zwangsläufig Mitglied werden und ist in all seinen Entscheidungen frei. Er unterliegt keinem Auswahlverfahren und muss sich nicht in die Gemeinschaft integrieren.
In anderen Orten, wie dem benachbarten Mitzpe Jericho ist das anders, denn dort wird Neueinwanderern nicht immer im Voraus gesagt, worauf sie sich einlassen. Man kommt eher als Ort rüber, in den die Leute halt ziehen. Nicht immer ist die Rede von einem Auswahl – bzw. Entscheidungsverfahren. Und das kann fatal sein, denn jemand Neues kommt an und muss sich in die Gemeinschaft integrieren. Wie ich hörte, bestehen Hierarchien und wehe, es wird aufgemuckt. Wem das nichts ausmacht, lebt in einer eigenen kleinen Welt mit eigenen Regeln.
Mitzpe Jericho ist aber nur eines von vielen Beispielen!
Wer also in eine Siedlung zieht, sollte im Vorfeld alles abchecken, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Da lobe ich mir das Leben in der Stadt, welches da so frei ist. Keine Gemeinschaft verlangt etwas von mir und ich kann mir meine Umgebung aussuchen. Da zahle ich lieber ein wenig mehr, kann aber dafür Individualist sein und muss nicht anderen in den Allerwertesten kriechen. 

Leserfrage: „Was ist ORTHODOXES JUDENTUM“?