Leben in Jerusalem

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Pessach – Stress

B“H
Ehrlich gesagt bin ich froh, wenn in zweieinhalb Wochen das jüdische Pessach (Passover) endlich beginnt. Sieben Tage dauert Pessach in Israel, in der Diaspora acht Tage. In den Supermärkten kommt so langsam der Feiertagsansturm auf und an den Kassen schlängeln sich die vollgepackten Einkaufswagen. Die Leute kaufen jetzt schon als ob es kein Morgen gäbe.
Mittlerweile ist auch der Frühling angekommen und es wird deutlich wärmer. 🙂
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Photo: Miriam Woelke

Der übliche Pessach – Putz hat bei mir auch schon begonnen. Zwar ist endlich einmal die Gelegenheit wieder da, die ganze Bude auf den Kopf zu stellen und sauberzumachen. Andererseits nervt das alles nach der Arbeit auch noch zu putzen.
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Photo: Miriam Woelke

In der Altstadt läuft noch bis morgen Abend das Sound Festival, doch dafür habe ich keine Zeit. Bei mir steht momentan nur Arbeiten und Putzen auf dem Programm. Am Samstagabend vor Pessach haben die großen Supermarktketten geöffnet. Manche sogar die ganze Nacht hindurch. Mir jedenfalls graut schon vor dem Großeinkauf vor dem Fest, denn dann herrscht Chaos an den Kassen. Die Leute stehen Schlange und alle sind genervt.
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Photo: Miriam Woelke

Kurz vor Pessach (Passover)

B“H
Gegen Ende dieser neu begonnenen Woche werden in Israel die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Ich glaube von Donnerstag auf Freitag. Somit beginnt der Schabbat erst wieder recht spät. Nämlich kurz nach 18.00 Uhr und enden tut er dementsprechend später. Erst gegen 19.30 Uhr.
In circa drei Wochen beginnen die hohen jüdischen Pessach (Passover) – Feiertage und daher stellen in der Zeit davor die Supermärkte ihr Sortiment auf „koscher for Passover“ um. So allmählich werden sämtliche Getreideprodukte aus den Regalen verschwinden und durch alles „kascher le’Pessach“ ersetzt.
Der Discounter Rami Levi verkauft bereits Pessach – gerechte Kekse gebacken aus Kartoffelmehl. Eine kleine Packung kostet 20 Schekel (etwas mehr als 5 Euro) und das war mir dann doch zu teuer. Da backe ich an Pessach lieber meinen eigenen Kuchen aus Mazze – oder Kartoffelmehl. 
Die Pessach – üblichen Mazzot (ähnlich dem Knäckebrot) wird es jetzt überall zu kaufen geben. In allen Variationen. Mit Schokoladenüberzug, mit Ei und ohne alles.
Wer als jüdischer Tourist in Israel an einer Pessach – Seder teilnehmen will, der sollte sich bereits jetzt anmelden. Größere Sedern bei Chabad oder der Großen Synagoge kosten zwischen 270 – 300 Schekel (circa 80 Euro) pro Person. Voranmeldung erforderlich!
Jüdische Israeltouristen brauchen zudem eine zweite Seder am zweiten Tag von Pessach und allein das kann sich als recht kompliziert erweisen. In Jerusalem kann man sich diesbezüglich bei Jeff Seidel’s Jewish Student Information Center oder auch bei Chabad erkundigen.
Wer als Nichtjude auf die Machlis – Familie hofft: Die Machlises sind über Pessach nie zuhause und ihr Haus bleibt daher geschlossen!

Zum heutigen SCHUSCHAN PURIM in Jerusalem

B“H
In Jerusalem wird heute ganz groß SCHUSCHAN PURIM gefeiert und wer dazu mehr Hintergrundinformation sucht, der lese hier:
https://hamantaschen.wordpress.com/2017/03/13/purim-insights-2/
In anderen Teilen Israels sowie in der Diaspora ist Purim bereits gestern Abend zuende gegangen, doch in Jerusalem geht es heute erst richtig losgelegt. Soweit dies eben möglich ist, denn das Wetter ist miserabel. Dauerregen und es weht ein kalter Wind. Mit draußen feiern und so ist daher nicht viel. In der Innenstadt feiern säkulare Juden, die sich total besaufen. So richtige Feiern, einschließlcih dem Suff, gibt es dagegen nur in Ultra – orthodoxen Stadtteilen.
Wer sich als Tourist fragt, ob denn am heutigen Feiertag in Jerusalem die Busse fahren: Ja, tun sie. Alles verläuft ganz normal, doch Banken und Post haben garantiert nur bis mittags geöffnet. Einige Supermärkte schließen auch gegen Mittag. Die Leute wollen heim und ein traditionelles Purim – Mahl abhalten.
Touristen mag das ganze Spektakel heute wie der Kölner Karneval erscheinen, doch Purim hat einen ernsthaften Hintergrund, wie zu lesen ist, wenn man auf den obigen Link klickt. Ich habe heute einen Tag frei und plane gar keine riesige Feier. In einem Monat ist Pessach (Passover) und da will ich schon einmal ein wenig vorputzen. Gleich nach Purim beginnen jene Israelis, die Pessach halten, mit dem ewigen Pessach – Putz zum Feiertag. Jegliches Chametz (an Pessach verbotene Getreideprodukte) wird aus dem Haus geputzt. Kühlschränke bis auf die kleinste Schraube gewienert, dazu Küchenschränke und alles Sonstige im Haus. Das dauert und da beginnt man lieber rechtzeitig. 🙂
Sofort nach Purim stellen die Supermärkte ihr Feiertagssortiment von Hamantaschen auf Pessach um. Dann gibt es Mazzot zuhauf und vor allem Putzmittel. Letztere werden erst einmal der Renner, denn es wird gewienert und geschrubbt. Sogar die Klagemauer vor Pessach, denn all die kleinen Zettel werden rausgezogen und religiös entsorgt.
Einige Leser fragen immer wieder nach, ob Israel an Ostern sicher sei. Hier meine Gegenfrage: Ist Deutschland an Ostern sicher? Wohl kaum! Da fühle ich mich in Israel wesentlich besser aufgehoben als bei der deutschen Gurkenpolizei, die keinen Schimmer hat. 🙂

Backrezept für Purim: HAMANTASCHEN

In jedem Supermarkt sowie in jeder Bäckerei Israels sind sie derzeit zu haben: Die traditionellen Purim – Hamantaschen. Hebräisch: Ozne’i Haman – die Ohren des Haman.

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Copyright: Miriam Woelke

B“H
Am 12. März dieses Jahres feiert die jüdische Welt PURIM. Einen Tag darauf feiert Jerusalem sein traditionelles SCHUSCHAN PURIM.
Hier vorab schon einmal ein Backrezept für die traditionellen HAMANTASCHEN:
1 kg Zucker
2 kg Margarine / Mazola
10 grosse Eier
1 Teelöffel Vanille
Alles gut durchrühren und dann 3 kg Mehl hinzufügen.
Füllungen: Dattelcreme, Mohn, Käse, Schokolade, Marmelade oder Nussfüllung, etc.



Gutes Gelingen !!!

Purim Vorbereitungen in Jerusalem

Frisch vom Blech: Hamantaschen (Ozne’i Haman) in der „Natural Choice Bakery“ in Nachlaot / Jerusalem
Hamantaschen im Machane Yehudah Markt
Hamantaschen mit Mohnfüllung
Süssigkeiten für Purim / Machane Yehudah Market
Mischloach Manot – Purim Geschenke. Eine wichtige Mitzwah an Purim ist es, Geschenke (vornehmlich Essen) zu verteilen.
Photos / Copyright: Miriam Woelke

Ausführliche Purim – Infos gibt es auf meinem relig. Hamantaschen – Blog !

Chanukkah Sameach – Happy Chanukkah!

CHANUKKAH – SUFGANIOT
Copyright: Miriam Woelke
B“H
Die christliche Welt feiert heute Abend Weihnachten und für die jüdische Welt beginnt heute Abend das achttägige Chanukkah. Beide Feste allerdings haben absolut NICHTS miteinander zu tun!
Zum jüdischen Chanukkah wollte ich viel mehr geschrieben haben, war allerdings in den letzten Tagen ziemlich faul gewesen. An Chanukkah selbst will ich einiges unternehmen und werde Photos und Videos in die Blogs stellen. Das Wetter ist nicht gerade besonders und zu kalt für die Jahreszeit. Dazu Dauerregen am morgigen Sonntag, am Dienstag sowie am Donnerstag. Es bleibt kalt und die Temperaturen gehen nicht über 12 Grad Celsius hinaus.
Chanukkah steht für die jüdische Identität, die da unter Juden, nicht nur heutzutage allzu leicht vergessen wird. Selbst zahlreiche Israelis stellen sich aus Lust an der Gemütlichkeit einen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer. Man findet das schick und die Welt macht das ja auch. Warum nicht also auch Juden?
Und genau geht es um Chanukkah: Um die Gefahr der Assimilation und der Aufgabe der eigenen jüdischen Identität. Die säkulare linksgerichtete israelische Presse berichtete in den vergangenen Tagen mehr über Weihnachten als über Chanukkah. In diesem Jahr fiel mir das auf, weil die Berichte sich häufen und selbst ein unkoscheres Restaurant am Alten Jerusalem Bahnhof einen Weihnachtsbaum vor der Tür hat.

Backrezept: „Sufganiot zu Chanukkah“

B“H
Am Abend des 24. Dezember (gleich nach Schabbatausklang) zündet die jüdische Welt die erste von acht Chanukkah – Kerzen. Überall in Jerusalem genauso wie andernorts stellte die chassidische Gruppe Chabad – Lubawitsch bereits öffentliche Chanukkiyot (Chanukkah – Leuchter) auf und allabendlich finden am Zion Square öffentliche Feiern zum Zünden der jeweiligen Kerze statt. Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie das alles abläuft, kann auf das folgende Video klicken:
Die acht Chanukkah – Tage sind keine Feiertage, an denen alles geschlossen ist oder keine Busse fahren. An Chanukkah geht sehr wohl der Alltag weiter, doch die Mehrheit der Israelis zelebriert allabendlich das Anzünden der Kerzen. Bei Chanukkah handelt es sich nur um einen netten gemütlichen Feiertag, sondern es erinnert uns an der Sieg der Makkabäer über die griechische Besatzungsmacht, welche da das Judentum abschaffen wollte. Gesetzlich hatte man zur damaligen bereits die Beschneidung, den Schabbat sowie den Beginn eines jeden Monat gemäss des jüdischen Kalenders (Rosh Chodesh) abgeschafft.
Chanukkah war nicht nur der Sieg der Makkabäer vor mehr als 2000 Jahren. Vielmehr hat die Bedeutung des Festes bis in unsere heutige Zeit hinein Bestand. Immer noch gibt es Antisemitismus. Nichtjuden und sogar Juden machen sich über die jüdische Religion lustig oder wollen sie gar ganz abschaffen.
In Israel und meistens bei säkularen Juden blieb selbst Chanukkah nicht vom Kommerz verschont. Es werden fleissig Kerzen gezündet, doch wollen Kinder teure Geschenke. Und das an jedem Abend von Chanukkah. Spielzeugläden machen momentan den Umsatz des Jahres. In relig. Familien hingegen halten sich die Geschenke aufgrund des kaum vorhandenen Geldes eher in Grenzen. Was jedoch immer reissenden Absatz findet ist der Kreisel (Sevivon). Während die Kerzen brennen, wird mit dem Sevivon gespielt und das nicht nur von Kindern. Allerdings hat der Sevivion mystische Bedeutungen und enthält diverse Buchstaben, auf die er nach dem Drehen kippt.
Chanukkah steht nicht nur für den Sieg der Makkabäer, die da das Judentum verteidigten als die Griechen des Tempel entweihten. Das eigentliche Chanukkah–Wunder ist das Wunder mit dem Öl. Ein Wunder direkt von G–tt. Deswegen werden an Chanukkah Kerzen gezündet. Vorwiegend mit Öl, aber ob ich in diesem Jahr wie im vergangenen Jahr wieder mit Öl zünde oder doch mit regulären Kerzen, weiß ich noch nicht. 🙂
Was man an Chanukkah ißt ? Natürlich die traditionellen Sufganiot (Krapfen) mit allen möglichen Füllungen und Lattkes (Kartoffelpuffer).
Was ich an diesen, auch in Israel, kalten Wintertagen esse: Heiße Suppen. Ich bin kein Sufganiot – Freund und all das ist mir viel zu süß. Da ist es zuhause mit einer heißsen Suppe und den Chanukkah – Kerzen heimeliger.
Und wer die Sufaniot selber machen will:
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Photo: Miriam Woelke
Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt
Ein Rezept aus der Jerusalemer Bäckerei, in der ich bis vor 5 Jahren zu arbeiten pflegte:
1 kg Mehl (Vollkornmehl)
Eine dreiviertel Tasse Zucker
1 Teelöffel Salz
2 Eier
2 Eßlöffel Cognak
Eine halbe Tasse Olivenöl
60 g Hefe
Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel-Apfel-Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.
Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.
Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!

Chanukkah Sameach – Happy Chanukkah !!!

Der letzte Sukkot – Feiertag

B“H
Des Abends wird es jetzt so richtig schön kühl: Nur 14 – 17 Grad Celsius. Tagsüber haben wir in Jerusalem noch angenehme Temperaturen um die 25 Grad. Gerade richtig für Sukkot (das Laubhüttenfest), welches am Montagabend offiziell zuende geht. Jedenfalls in Israel. Die Diaspora feiert noch einen Tag länger.
Genau genommen sitzt man seit heute Abend nicht mehr unbedingt in der Sukkah, denn heute und morgen sind zwei separate Feiertage innerhalb von Sukkot: Hoshana Rabbah und Shemini Atzeret / Simchat Thora.
Am morgigen Sonntag schließen die Geschäfte erneut am späteren Nachmittag und die Busse stellen den Verkehr ein. Und auch dieser Montag ist ein offizieller Feiertag in Israel. Und vorerst ist das auch der letzte Feiertag. Ab Dienstag geht ganz normale der Alltag wieder los.
Unterdessen habe ich meinen ungeliebten Zweitjob zum 14. November gekündigt. Anspruch auf drei verbliebene Urlaubstage habe ich auch noch.
Von den sieben Leutchen aus meinem ehemaligen Job Training bin ich offenbar die einzig Verbliebene. Einer war noch im April wieder ausgestiegen und alle anderen haben im Oktober gekündigt. Finanziell lohnt sich der Zweitjob absolut nicht und deswegen laufen die Leute in Scharen davon. Oder werden halt gegangen, denn der Arbeitgeber will die Arbeitsrechte meiden.