Leben in Jerusalem

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Chanukkah Sameach – Happy Chanukkah!

CHANUKKAH – SUFGANIOT
Copyright: Miriam Woelke
B“H
Die christliche Welt feiert heute Abend Weihnachten und für die jüdische Welt beginnt heute Abend das achttägige Chanukkah. Beide Feste allerdings haben absolut NICHTS miteinander zu tun!
Zum jüdischen Chanukkah wollte ich viel mehr geschrieben haben, war allerdings in den letzten Tagen ziemlich faul gewesen. An Chanukkah selbst will ich einiges unternehmen und werde Photos und Videos in die Blogs stellen. Das Wetter ist nicht gerade besonders und zu kalt für die Jahreszeit. Dazu Dauerregen am morgigen Sonntag, am Dienstag sowie am Donnerstag. Es bleibt kalt und die Temperaturen gehen nicht über 12 Grad Celsius hinaus.
Chanukkah steht für die jüdische Identität, die da unter Juden, nicht nur heutzutage allzu leicht vergessen wird. Selbst zahlreiche Israelis stellen sich aus Lust an der Gemütlichkeit einen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer. Man findet das schick und die Welt macht das ja auch. Warum nicht also auch Juden?
Und genau geht es um Chanukkah: Um die Gefahr der Assimilation und der Aufgabe der eigenen jüdischen Identität. Die säkulare linksgerichtete israelische Presse berichtete in den vergangenen Tagen mehr über Weihnachten als über Chanukkah. In diesem Jahr fiel mir das auf, weil die Berichte sich häufen und selbst ein unkoscheres Restaurant am Alten Jerusalem Bahnhof einen Weihnachtsbaum vor der Tür hat.

Backrezept: „Sufganiot zu Chanukkah“

B“H
Am Abend des 24. Dezember (gleich nach Schabbatausklang) zündet die jüdische Welt die erste von acht Chanukkah – Kerzen. Überall in Jerusalem genauso wie andernorts stellte die chassidische Gruppe Chabad – Lubawitsch bereits öffentliche Chanukkiyot (Chanukkah – Leuchter) auf und allabendlich finden am Zion Square öffentliche Feiern zum Zünden der jeweiligen Kerze statt. Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie das alles abläuft, kann auf das folgende Video klicken:
Die acht Chanukkah – Tage sind keine Feiertage, an denen alles geschlossen ist oder keine Busse fahren. An Chanukkah geht sehr wohl der Alltag weiter, doch die Mehrheit der Israelis zelebriert allabendlich das Anzünden der Kerzen. Bei Chanukkah handelt es sich nur um einen netten gemütlichen Feiertag, sondern es erinnert uns an der Sieg der Makkabäer über die griechische Besatzungsmacht, welche da das Judentum abschaffen wollte. Gesetzlich hatte man zur damaligen bereits die Beschneidung, den Schabbat sowie den Beginn eines jeden Monat gemäss des jüdischen Kalenders (Rosh Chodesh) abgeschafft.
Chanukkah war nicht nur der Sieg der Makkabäer vor mehr als 2000 Jahren. Vielmehr hat die Bedeutung des Festes bis in unsere heutige Zeit hinein Bestand. Immer noch gibt es Antisemitismus. Nichtjuden und sogar Juden machen sich über die jüdische Religion lustig oder wollen sie gar ganz abschaffen.
In Israel und meistens bei säkularen Juden blieb selbst Chanukkah nicht vom Kommerz verschont. Es werden fleissig Kerzen gezündet, doch wollen Kinder teure Geschenke. Und das an jedem Abend von Chanukkah. Spielzeugläden machen momentan den Umsatz des Jahres. In relig. Familien hingegen halten sich die Geschenke aufgrund des kaum vorhandenen Geldes eher in Grenzen. Was jedoch immer reissenden Absatz findet ist der Kreisel (Sevivon). Während die Kerzen brennen, wird mit dem Sevivon gespielt und das nicht nur von Kindern. Allerdings hat der Sevivion mystische Bedeutungen und enthält diverse Buchstaben, auf die er nach dem Drehen kippt.
Chanukkah steht nicht nur für den Sieg der Makkabäer, die da das Judentum verteidigten als die Griechen des Tempel entweihten. Das eigentliche Chanukkah–Wunder ist das Wunder mit dem Öl. Ein Wunder direkt von G–tt. Deswegen werden an Chanukkah Kerzen gezündet. Vorwiegend mit Öl, aber ob ich in diesem Jahr wie im vergangenen Jahr wieder mit Öl zünde oder doch mit regulären Kerzen, weiß ich noch nicht. 🙂
Was man an Chanukkah ißt ? Natürlich die traditionellen Sufganiot (Krapfen) mit allen möglichen Füllungen und Lattkes (Kartoffelpuffer).
Was ich an diesen, auch in Israel, kalten Wintertagen esse: Heiße Suppen. Ich bin kein Sufganiot – Freund und all das ist mir viel zu süß. Da ist es zuhause mit einer heißsen Suppe und den Chanukkah – Kerzen heimeliger.
Und wer die Sufaniot selber machen will:
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Photo: Miriam Woelke
Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt
Ein Rezept aus der Jerusalemer Bäckerei, in der ich bis vor 5 Jahren zu arbeiten pflegte:
1 kg Mehl (Vollkornmehl)
Eine dreiviertel Tasse Zucker
1 Teelöffel Salz
2 Eier
2 Eßlöffel Cognak
Eine halbe Tasse Olivenöl
60 g Hefe
Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel-Apfel-Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.
Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.
Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!

Chanukkah Sameach – Happy Chanukkah !!!

Der letzte Sukkot – Feiertag

B“H
Des Abends wird es jetzt so richtig schön kühl: Nur 14 – 17 Grad Celsius. Tagsüber haben wir in Jerusalem noch angenehme Temperaturen um die 25 Grad. Gerade richtig für Sukkot (das Laubhüttenfest), welches am Montagabend offiziell zuende geht. Jedenfalls in Israel. Die Diaspora feiert noch einen Tag länger.
Genau genommen sitzt man seit heute Abend nicht mehr unbedingt in der Sukkah, denn heute und morgen sind zwei separate Feiertage innerhalb von Sukkot: Hoshana Rabbah und Shemini Atzeret / Simchat Thora.
Am morgigen Sonntag schließen die Geschäfte erneut am späteren Nachmittag und die Busse stellen den Verkehr ein. Und auch dieser Montag ist ein offizieller Feiertag in Israel. Und vorerst ist das auch der letzte Feiertag. Ab Dienstag geht ganz normale der Alltag wieder los.
Unterdessen habe ich meinen ungeliebten Zweitjob zum 14. November gekündigt. Anspruch auf drei verbliebene Urlaubstage habe ich auch noch.
Von den sieben Leutchen aus meinem ehemaligen Job Training bin ich offenbar die einzig Verbliebene. Einer war noch im April wieder ausgestiegen und alle anderen haben im Oktober gekündigt. Finanziell lohnt sich der Zweitjob absolut nicht und deswegen laufen die Leute in Scharen davon. Oder werden halt gegangen, denn der Arbeitgeber will die Arbeitsrechte meiden.

Feiertags – und sonstige Jerusalem – Stimmungen

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Die jüdische Welt feiert dieser Tage Sukkot (das Laubhüttenfest) und, wie immer, spürt man den Feiertag am intensivsten in Jerusalem. Tausende Menschen strömen in den jüdischen Altstadtteil einschließlich der Klagemauer (Kotel). Pech für Leute, die arbeiten müssen, wie ich. 🙂
Dafür verbringe ich die Feiertage nach Feierabend auf dem Balkon. Die Temperaturen sind nicht mehr ganz so warm und des Abends sogar ziemlich kühl (bei 16 Grad Celsius). Der Sommer ist vorbei und allmählich macht sich die kühle Jahreszeit breit.
Nicht nur jetzt an Sukkot: Tag ein, Tag aus, besuchen Hunderte ausländische genauso wie israelische Reisegruppen Touristen den Machane Yehudah Markt. Den Ort, an dem Jerusalem noch am „Jerusalemsten“ ist. Ein richtiges Original der Stadt.
Was sich seit ein paar Jahren anbahnt: Der Schuk (Arabisch für Markt) büßt immer mehr an genau dieser Originalität ein. Als Kunde muss man sich durch die Touristenmassen zwängen, die sich da vor die Stände stellen, alles anschauen und am Ende nichts kaufen. Die neuen Cafes und Restaurants im Innenbereich sind fast immer überlaufen. Gemüse – und Obsthändler dagegen reklamieren, dass die Touristen nur gaffen und photographieren. Gekauft wird am Ende aber nichts. Kein Wunder, denn wer schleppt sich mit schweren Tüten ab, außer den Einheimischen, die zum Einkaufen kommen.
Der Markt wurde zum Bar – und Restaurantbetrieb umfunktioniert und alles kommt gerannt, um zu genießen. Die alteingesessenen Händler aber haben das Nachsehen und die Einheimischen kaufen lieber woanders ein anstatt sich durch die Touristenmassen zu kämpfen.

Sukkot ist da: „Chag Sameach – Happy Sukkot!“

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Photo: Miriam Woelke
B“H
In den letzten Tagen hatte ich leider keine Zeit, neue Blogartikel zu verfassen. Zuerst kam der Yom Kippur am Mittwoch und danach trat der Alltag, sprich Arbeit, wieder ein. Und danach kam gleich der Schabbat.
Heute Abend steht bereits der nächste hohe jüdische Feiertag SUKKOT (das Laubhüttenfest) an. Überall wird gewerkelt und eine Menge Juden bauen sich auf dem Balkon, auf dem Hausdach oder im Hof eine Sukkah (Laubhütte). Mit 28 Grad Celsius in Jerusalem wird der Sukkot – Beginn am Abend noch recht warm. Zwar sollen die Temperaturen ab Dienstag auf 25 Grad Celsius sinken, doch Sukkot ist in Israel normalerweise stets verhältnismäßig warm.
Der heutige Sonntag ist nur ein „halber“ Tag. Ähnlich einem Freitag, wenn des Abends der Schabbat beginnt. Am späten Nachmittag schließen die Geschäfte und die Busse stellen den Verkehr ein. Morgen ist offizieller Feiertag in Israel und die Busse fahren erst wieder nach 19.30 Uhr.
Am Dienstag beginnen die Zwischenfeiertage von Sukkot. Zwar fahren die Busse ganz normal, doch Regierungs – und Kommunaleinrichtungen bleiben bis zum 24. Oktober geschlossen. Banken und Postämter sind nur halbtags geöffnet. Erst ab dem 25. Oktober zieht der Alltag wieder ein.
Dadurch, dass ich an Sukkot Vollzeit arbeiten muss, habe ich kaum Zeit für Unternehmungen. Ob ich in die Altstadt komme, kann ich momentan auch noch nicht sagen. Hoffentlich am Morgen von Hoshana Rabbah in der kommenden Woche.
Hier findet Ihr viele Infos zum Sukkot in Jerusalem und überhaupt. Die Artikel sind aus den vergangenen Jahren, doch an Sukkot gibt es selten Neues. 🙂
https://hamantaschen.wordpress.com/category/sukkot/
Zudem gehören die ARBA MINIM zu Sukkot. Details findet Ihr hier:
https://hamantaschen.wordpress.com/category/arba-minim/
http://hamantaschen.blogspot.co.il/search/label/Lulav

Nicht für alle Israelis erweisen sich die Feiertage in diesem Oktober als ein Segen

B“H
In der vergangenen Woche feierten wir zwei Tage lang das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana. Morgen Abend beginnt der höchste jüdische Feiertage Yom Kippur, welcher am Mittwochabend endet. Und schon am kommenden Sonntagabend beginnt Sukkot (das Laubhüttenfest), welches da eine ganze Woche andauern wird.
Diese drei Feiertage hintereinander sind toll und viele Juden geniessen sie. In Israel aber gibt es trotzdem eine Menge Einwohner, für die diese hohe Anzahl von Feiertagen eine finanzielle Katastrophe ist. An den Zwischenfeiertagen von Sukkot machen zahlreiche Betriebe dicht. Wer irgendwie bei den Kommunen oder der Regierung angestellt ist, hat ebenfalls das Nachsehen, denn bis nach Sukkot bleibt alles geschlossen.
Was bedeutet das für den Einzelnen?
In erster Linie mal ein finanzielles Desaster. Arbeitnehmer, die mit Stundenlöhnen bezahlt werden und deren Betriebe an Sukkot geschlossen bleiben, haben automatisch weniger Lohn. Einen Ausgleich gibt es kaum bis gar nicht. Wer nicht arbeitet, der verdient auch nichts. Und eine Woche Totalausfall bedeutet eine Menge Geld.
Des Weiteren besteht in Israel ein Gesetz, dass nur dann ein Arbeitgeber einen finanziellen Lohnausgleich an Feiertagen erhält, der länger als drei Monate im selben Betrieb arbeitet. Wer dagegen neu angefangen und ergo noch keine drei Monate im neuen Job arbeitet, erhält keinerlei Feiertagsgeld, sondern geht leer aus.
Als Feiertage zählen, u.a., der ersten und letzte Tag von Pessach, Shavuot, die zwei Tage an Rosh Hashana, der Yom Kippur sowie der ersten und letzte Tag von Sukkot. Die Zwischenfeiertage von Pessach und Sukkot fallen nicht unter diese Regel und es existiert keinerlei gesetzlicher Ausgleich.
Gestern Abend zeigte das israelische Fernsehen einen Bericht darüber, wie vor allem der Dienstleistungssektor in diesem Monat leidet. Betriebe zu und dementsprechend weniger Arbeitsstunden. Bedeutet, bis zu Tausend Schekel oder mehr weniger im kommenden Monat. Und das bei den hohen Lebenshaltungskosten und Mieten. Auf der einen Seite hat man frei und Urlaub, auf der anderen Seite jedoch kommt kein Geld ins Portemonnaie.
Bei mir schaut es so aus, dass ich an den Zwischenfeiertagen an Sukkot arbeiten muss. Und das nicht zu knapp. Meine Betriebe schließen nicht, obwohl viele Angestellte versuchen, Urlaub zu nehmen. Nicht immer mit Erfolg, denn alle können ja nicht wegbleiben.
Bis vor sechs Monaten dachte ich immer, dass das halbe Land an den Pessach – und Sukkot – Zwischenfeiertagen im Urlaub ist. Dann aber wurde ich eines Besseren belehrt. Lediglich Regierungsangestellte (von der Putzfrau bis zum Minister oder Stadtrat) haben Urlaub. Die überwiegende Mehrheit der übrigen Arbeitnehmerschaft muss schuften und Geld verdienen.
Hier ist der TV – Report von gestern abend. Allerdings nur in hebräischer Sprache:

 

Und hier gibt es ein paar Infos zum Arbeitsrecht in Israel:
http://www.kavlaoved.org.il/wp-content/uploads/2013/02/%D7%96%D7%9B%D7%95%D7%AA%D7%95%D7%9F-%D7%9C%D7%A4%D7%99-%D7%A9%D7%A2%D7%95%D7%AA-%D7%90%D7%A0%D7%92%D7%9C%D7%99%D7%AA-04.2015-.pdf

Leserfrage: „Tourismus am Yom Kippur“

B“H
Am kommenden Dienstagabend beginnt der höchste jüdische Feiertag YOM KIPPUR (Yom HaKippurim, Versöhnungstag). An diesem Tag richtet und besiegelt G – tt das Schicksal jedes einzelnen Juden sowie das Schicksal des gesamten jüdischen Volkes für ein weiteres Jahr. Sprich, bis zum nächsten Yom Kippur.
Wie wir hier an der Bedeutung des Yom Kippur sehen, handelt es sich bei diesem Feiertag um einen ausschließlich jüdischen Feiertag, mit dem keine andere Religion etwas zu tun hat. Am gestern Abend ausgeklungenen Rosh Hashana (Neujahrsfest) richtete G – tt das Schicksal ALLER Menschen auf ein weiteres Jahr, am Yom Kippur hingegen entscheidet sich das Schicksal eines Juden.
Was mir seit mindestens Zwanzig Jahren auffällt: Ausgerechnet zum Yom Kippur sieht man ungewöhnlich viele deutschsprachige Touristen an der Klagemauer. Vielleicht gerade dort, da nichtjüdische Touristen nicht unbedingt eine Synagoge finden, denn an dem höchsten jüdischen Feiertag werden im Voraus Tickets an Juden verkauft und alles ist gerammelt voll. Deswegen bleibt meistens nur noch die Klagemauer und der Tourist hofft, etwas zu sehen. Meistens jedoch wird man enttäuscht, denn mehrheitlich beten Juden an diesem Tag lieber in der Synagoge. Zwar finden sich zum letzten Gebet an Yom Kippur, dem Ne’ilah – Service am Mittwochabend, Tausende Juden an der Klagemauer ein, trotzdem bleibt die Mehrheit lieber in der heimischen Synagoge.
Am Yom Kippur genauso wie an jedem Schabbat darf im Bereich der Klagemauer (Kotel) nicht photographiert werden. Extra Aufsichtspersonal soll darauf achten, dass die Touristen nicht alles ignorieren und mit Smartphones auftauchen. Bei den Juden kann man sich ja über Verbote hinwegsetzen. Bei den Moslems auf dem Tempelberg würde sich das kein einziger Tourist trauen. 🙂
Die touristische Mehrheit verhält sich ruhig, versteht allerdings nur Bahnhof davon, warum die Juden 25 Stunden lang fasten. Dann steht der Tourist an der Klagemauer und schlabbert an seinem frisch gekauften Eis aus dem Muslimischen Altstadtviertel. Gleichzeitig werden die fastenden Juden beglotzt wie Tiere im Zoo.
Einige deutsche Touristen (einige und nicht alle!!!) fallen dadurch auf, dass sie kurz nach Ende des Yom Kippur nach KOSTENLOSEN Essensmöglichkeiten suchen. Wenige Minuten nach dem Fastenende werden an der Kotel Gebäck und Getränke an fastende Juden ausgegeben. Komischerweise stehen da deutsche Touristen immer ganz vorne in der Reihe, wenn es um kostenloses Essen geht.
Dasselbe Schauspiel sah ich in der Großen Synagoge, wo eine kleine deutsche Gruppe gleich wieder rausflog. Juden hatten Tickets gekauft und mehr als 100 Euro für den Sitzplatz und das Essen nach dem Fastenausklang gezahlt. Und dann kommen Touristen angerauscht und wollen alles umsonst haben. „Bei den Juden gibt es was zu Essen!“
Nach dem Fastenausklang am Mittwochabend esse ich kurz etwas im jüdischen Viertel, bevor ich mich auf den Heimweg begebe. Im letzten Jahr sahen uns Touristen dastehen und essen. Sogleich kam jemand und schaute, ob sich denn da jeder bedienen könne.
Solch eine Gier kenne ich aus Deutschland gar nicht, scheint aber hier in Israel in Mode gekommen zu sein. Man erkundigt sich, wo Juden essen und steht dann als Erster in der Reihe parat.
Am kommenden Dienstag stellen die Busse bereits am frühen Nachmittag ihren Betrieb ein. Alle Geschäfte werden schließen. Dies betrifft auch den AM:PM in Tel Aviv und sämtliche 24 – Hour – Shops in Jerusalem. Einzig und allein bei den Arabern kann man einkaufen. In Yaffo bei Tel Aviv oder im muslimischen bzw. christlichen Altstadtteil von Jerusalem.
Enden tut der Yom Kippur am Mittwochabend gegen 19.00 Uhr. Circa zwei Stunden später fahren wieder Busse und viele Cafes und Restaurants öffnen.
Generell gibt es für einen Israeltouristen am Yom Kippur nicht viel zu sehen, denn die Juden beten fast den gesamten Tag über in den Synagogen. Wer will, kann gegen 18.00 Uhr an die Klagemauer kommen.