Leben in Jerusalem

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Jerusalems „Peace Forest“ und streunende Hunde / Katzen

B“H
Wer nach Jerusalem kommt und die Promenade (Tayelet) im Stadtteil Abu Tur (nahe der Derech Hebron Street) besucht, sieht den „Peace Forest“ direkt vor sich. Ich empfehle jedem, die Promenade nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden. Obwohl das Gelände auf den ersten Blick so super romantisch wirkt (man überblickt die Altstadt, die Neustadt, den Tempelberg sowie den Ölberg), wandelt sich allabendlich die Atmosphäre zum Negativen.
Da sind zuerst einmal die Palästinenser aus dem arabischen Teil von Abu Tur, die da nicht selten Besucher der Promenade attackieren. Im Januar 2017 fuhr eine arabischer LKW – Fahrer absichtlich in eine israelische Soldatengruppe. Soldaten, die gerade aus einem Bus stiegen, um die Promenade zu besuchen. Und nein, liebe deutsche Medien, es handelte sich nicht um einen Verkehrsunfall, denn der LKW – Fahrer fuhr gleich mehrere Male auf die Soldaten zu, um soviele wie möglich umzubringen.
Das zweite Problem an der Promenade ist die Prostitution. Ich kann nicht mit Gewissheit sagen, ob dort abends noch Prostituierte stehen. Früher jedoch war es einmal so.
Das dritte Problem sind die streunenden herrenlosen Hunde, die im Peace Forest leben. Ausgesetzt von ihren Herrchen und ganz auf sich allein gestellt, tun sie sich in Rudeln zusammen und gehen durch den Stadtteil, um nach Essbarem zu suchen. Momentan haben die Bewohner von Abu Tur Angst vor Tollwut und die Stadtverwaltung sammelt in regelmäßigen Abständen die streunenden Hunde ein.
Von der Gefahr sind natürlich auch die Straßenkatzen betroffen und irgendwann werden wohl einmal alle eingesammelt werden. Dabei fällt mir an, dass Straßenkatze Dolly krank ist. Am Freitag gab ich ihr Essen und danach kotzte sie mich erst einmal voll. Seitdem kommt sie zwar vorbei, doch sie isst nicht und es geht ihr schlecht. Sie kommt und geht gleich wieder in einen anderen Garten. Ich habe keine Ahnung, ob sie irgendwo im Müll etwas Verdorbenes gegessen hat oder vielleicht ihrendein Tier.

 

Photo: Miriam Woelke

Photo: Miriam Woelke

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Im Restaurant in Israel

Der YES PLANET in Jerusalem: Kinokomplex mit Cafe Aroma und Mac Donald’s – Photo: Miriam Woelke

B“H
Eine Menge Leser erkundigen sich stets nach den Restaurantpreisen in Israel und diesbezüglich kann ich nur sagen, dass es darauf ankommt, in welches Restaurant ihr geht. Von billiger bis gehobene Preisklasse ist alles da, nur bedeutet mehr Geld nicht automatisch bessere Qualität.
Das Essengehen in Israel ist generell teuer, wenn man denn die Preise mit Deutschland vergleicht. Salate kosten meistens um die 40 Schekel aufwärts (circa 10 Euro und mehr). Hauptspeisen in der günstigeren Kategorie sind ab 50 – 60 Schekel aufwärst zu haben. Ein wenig Reis und Fleisch mit Gemüse gibt es ab 70 Schekel. Eine stinknormale Pizza mit Käse und Tomatensauce ab 40 Schekel. Manchmal ist sie klein und woanders wieder etwas größer.
Diese Preise sind aus Westjerusalem und aus den Restaurants in die ich manchmal gehe. In Tel Aviv muss mit höheren Preisen gerechnet werden. Ich kann nur jedem raten, sich nicht an den üblichen Touristenorten niederzulassen. Vor allem nicht im jüdischen Altstadtviertel oder in der Gegend um die Ben Yehudah Street.
Was jedoch in israelischen Restaurants völlig normal ist: Wasser gibt es umsonst!
Nicht das Mineralwasser, sondern man kann immer mit dem Essen eine Karaffe Leitungswasser bestellen. Wenn Ihr Glück habt, ist sogar ein Stück Zitrone oder etwas Minze (Nana) drin. Für dieses Wasser zahlt Ihr nichts und wenn die Karaffe leer ist, könnt Ihr sogar nach mehr fragen. Auf diese Weise spart Ihr Euch die teuren Getränke, die auf der Karte stehen und zahlt nur für das Essen.
Ist zuviel auf dem Teller und Ihr schafft nicht alles aufzuessen – kein Problem. Lasst es Euch einpacken. Niemand wird etwas sagen, denn auch das ist völlig normal. Man wird Euch das übrig gebliebene Essen in einen kleinen Karton packen und kosten tut das nichts.
Wer zu Burger King oder sonstigen Fast Food Ketten geht: Ketchup und Mayonnaise sind grundsätzlich umsonst! Ihr könnt soviel nehmen, wie Ihr wollt. 
Geht Ihr in ein richtiges Burger Restaurant, stellt man Euch eine ganze Palette von Saucen und Ketchup auf den Tisch. Auch hierfür zahlt Ihr nichts extra.

Pizza Patzatz im Yes Planet Jerusalem

B“H
Bei Pizza Patzatz handelt es sich um eine landesweite israelische Pizzaria – Kette. Vor wenigen Monaten zog eine Filiale in die vor zwei Jahren eröffnete Yes Planet Cinema Mall ein.
Alle anderen Yes Planet – Filialen im Land scheinen wunderbar zu laufen, nur in Jerusalem kommt der Planet (Derech Hebron / Ecke Naomi Street im Stadtteil Abu Tur) nicht in die Hufe. Zwar gehen die Leute ins Kino, doch mit dem Drumherum in dem neuerbauten riesigen Gebäude hapert es. Außer Kino ist wenig geboten. Ein eher teures Cafe machte dicht und dann zog die AROMA Kaffeehauskette ein. Aroma ist ein Garant des Geldverdienens und Aroma lockt Kundschaft an. Dann machte eine Burger Kette namens BLACK BURGER auf. Dazu kam, wie könnte es anders sein, Mac Donald’s, sowie eine Waffel / Crepes Kette.
Ob jetzt mehr Kundschaft in die Mall kommt? Vielleicht.
Wer so richtig verdient ist allerdings die BAR 55 im ersten Stock. 55 verschiedene Biersorten werden geboten. Alkoholisches und nebenher Essen.
All diese kulinarischen Anbieter haben eines gemeinsam: Sie sind nicht koscher!
Aroma mag schon koscher sein, doch hat es am Schabbat geöffnet und fällt damit unter die nichtkoscher – Kategorie. Ob der Mac Cheeseburger (Fleisch und Käse) zusammen serviert, kann ich nicht sagen. Egal, wer allein am Schabbat öffnet, ist nicht koscher.
Wer in Jerusalem lediglich unkoscheres Essen anbietet, kommt auf keinen grünen Kundschaftszweig. Zwar heißt es immer seitens der säkularen Juden, dass sie Cafes am Schabbat wollen. Am Ende aber geht dann kaum jemand hin. Aktuelles Beispiel: Das unkoschere Cafe ALMA im Unabhängigkeitspark. Erst wettern die Säkularen nach mehr Angeboten am Schabbat und dann das: Das ALMA macht dicht, weil die Kundschaft ausblieb.
Um in Jerusalem Erfolg zu haben, sollte ein Restaurant koscher sein. Das hat auch der Yes Planet erkannt und in einem orangefarbenen Nebengebäude Pizza Patzatz einquartiert. Koscher le’Mehadrin vom Oberrabbinat und am Schabbat geschlossen. Sollte Patzatz erfolgreich sein, würden sich noch mehr koschere Restaurants einquartieren. Nicht direkt im Hauptgebäude des Planet, dafür gibt es aber im hinteren Bereich des Areals tollen Nebengebäude.
Gestern war ich zum ersten Mal bei Pizza Patzatz. Ich traf mich mit Freunden und die Pizzeria hat jetzt an Sukkot eine tolle Sukkah (Laubhütte) draußen stehen.
Ein Stück Pizza (Meschulasch) kostet 10 Schekel (circa 2,50 Euro). Das ist ohne Belag und nur mit Tomatensauce. Jedes Topping kostet 2 Schekel extra.
Egal, welches Topping man nimmt (wir hatten Käse und Pilze), der Geschmack der Tomatensauce ist so dominant, dass alles immer nur nach der Sauce schmeckt. Eine XL Pizza kostet übrigens, sage und schreibe, 71 Schekel (18 Euro).
Unser Fazit: Wir waren einmal da und kommen nicht wieder.
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Jerusalems 5 beste Hostels

Oren berichtet über die fünf besten Hostels von Jerusalem. Alle diese Hostels liegen im Westteil der Stadt. Klar, finden sich mehrere Hostels auch im Ostteil der Stadt oder am Jaffator. Wer sich jedoch die Mehrzahl der Reviews anschaut, sollte nicht unbedingt dort einchecken. Von der schmutzigen Bettwäsche bis hin zu arabischen Hostelbesitzern, die nebenbei abzocken wollen, ist alles dabei. Vorsicht auch vor dem Jaffa Gate Hostel, denn die Bettwäsche wird nicht gewechselt und die meisten Zimmer haben kein Fenster. 
Ein Bekannter meinte einmal zu mir, ich solle doch nicht nur Hostels, sondern auch mal Hotels empfehlen. Nicht jeder Tourist wolle unbedingt in ein Hostel einchecken. Das ist schon richtig, doch, z.B., das Avraham Hostel ist fast ein Hotel. Zumindest, wenn man ein Zimmer hat und nicht in den Dorms nächtigt.
Hotels in Israel sind recht teuer, aber in Jerusalem ist, u.a., das Little House in Baka nicht schlecht. Ein kleines Hotel im Stadtteil Baka an der Derech Hebron Street. Mit mehreren Bussen bequem zu erreichen. Nicht weit entfernt liegt ein deutsches Hostel: Das Ben Yehudah House.

 

Jerusalem: Vom Kikar HaMusika (Music Square) zum Kikar Zion (Zion Square)

B“H
Nach der Arbeit war ich heute in der Innenstadt und auf dem Machane Yehudah Markt. Da nutzte ich gleich die Gelegenheit, einmal Jerusalems „neue“ Attraktion, den Kikar HaMusika anzuschauen und zu filmen.
So neu ist der Platz nun auch nicht mehr, denn er wurde bereits vor zwei Jahren gebaut. Bürgermeister Nir Barkat wollte eine neue Attraktion, um Touristen und junge Einheimische anzulocken. Barkats großer Traum ist es, Jerusalem in ein zweites Tel Aviv zu verwandeln, was ihm jedoch nie gelingen wird.
Ein reicher französischer Jude fand sich als Investor und so entstand auf einem Hinterhof in der Innenstadt ein Platz mit vielen Restaurants und allabendlicher Live Music. Die Restaurants sehen nicht gerade billig aus und ich kann mir kaum vorstellen, dass Backpacker dort abhängen, aber naja …
Wer sich für den Kikar HaMusika interessiert: Der Zugang erfolgt von der Hillel Street 27 über eine kleine Gasse. Oder von der Yoel Solomon (neben dem Kikar Zion – Zion Square).
Nach dem „Musikplatz“ ging ich die Yoel Solomon bis zum Zion Square hinauf. Bis vor mehreren Jahrzehnten war der Square grün bepflanzt und eines der Prunkstücke der Stadt. Selbst eine Straßenbahn fuhr damals die angrenzende Fußgängerzone Ben Yehudah noch rauf und runter.
Heute ist der Kikar Zion nur ein öder Platz. Selbst das Rondell, auf dem man sitzen konnte, wurde vor Jahren demontiert. Begründung: Nur die Junkies versammeln sich dort.
An der Jaffa Road gelegen verlaufen die Wege vom Zion Square in mehrere Richtungen. Touristen kennen das und sie gehen von dort aus die Ben Yehudah hinauf. Eine Fußgängerzone, deren Läden meistens von Touristen besucht werden. Einheimische zieht es dort nicht unbedingt hin und man kauft woanders ein. Nämlich in den riesigen Malls in den Stadtteilen Talpiyot, Pisgat Ze’ev oder Malcha.

 

Selbst das neuerbaute Kaufhaus Hamaschbir am Zion Square fährt Verluste ein. Zu teuer und Israelis legen keinen Wert auf Kaufhäuser. Beim HaMaschbir denkt man mittlerweile darüber nach, Ladenflächen zu vermieten und sich selbst zu verkleinern.
Jerusalem hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch verändert. An erster Stelle stehen neue Luxusbauten. Wohntürme mit Luxusapartments, die sich Otto Normalverbraucher nicht leisten kann. Nicht alle Wohnungen sind verkauft oder vermietet und so herrscht in einigen Wohnblocks der Innenstadt gähnende Leere.
Der Bürgermeister setzt auch weiterhin auf Luxus, aber vielleicht findet Jerusalem zu seiner alten einzigartigen Form zurück, sobald Nir Barkat in der Knesset sitzt. Bei den nächsten Wahlen will er nämlich in die ganz große Politik einsteigen mit dem Ziel, Premierminister zu werden.
Hoffentlich werden wir davor bewahrt, denn in Jerusalem war er nicht besonders erfolgreich. Weniger Betuchten werden die Sozialwohnungen weggenommen und in Luxusapartments umgewandelt. Wie demnächst in der HaNurit Street im Stadtteil Kiryat Menachem. Mehrere Hundert Billigwohnungen sollen verschwinden. Die Frage ist nur, ob die Bewohner eine neue Bleibe finden.

Wohin in Jerusalem? – „Crazy Mary / Escape Room“

B“H
Ich war leider noch nicht da, aber wenn der Besucherschwarm in Jerusalem etwas abebbt, werde ich eventuell in den Wintermonaten mal vorbeischauen: In der CRAZY MARY bzw. dem ESCAPE ROOM. 🙂
Bei der CRAZY MARY handelt es sich um ein verfluchtes Haus im Jerusalemer Stadtteil Talpiyot. Nein, kein so richtig verfluchtes Haus, sondern eher eine Touristenattraktion:
https://www.crazymaryjerusalem.com/copy-of-home
Falls denn jemand ein so richtig verfluchtes Haus sehen will, sollte er sich zur Agrippas Street 110 begeben. Dort, wo die Natural Choice Bakery drin ist. Der gesamte hässliche Betonklotz wurde einst vom Kabbalisten Rabbi Mordechai Sharabi verflucht:
http://hamantaschen.blogspot.co.il/2006/10/das-verfluchte-gebaeude.html
Bis auf den heutigen Tag bleibt kein einziger Laden lange in dem Gebäude, denn die Kundschaft bleibt aus. Nicht wegen des Fluches, sondern weil dort kaum jemand direkt vorbeiläuft. Nur die Natural Choice macht Umsatz, obwohl die nahegelegene Konkurrenz TELLER der Bäckerei sehr viel an Kundschaft wegnimmt. Ganz einfach, weil Teller besser und die Räumlichkeiten sauber sind.

Jerusalems Time Elevator (Zeitfahrstuhl)

B“H
Jerusalem stöhnt bis auf Weiteres unter einer Hitzeglocke. 34 Grad Celsius heute und jeden Tag dusche ich mindestens zweimal. Verschwitzt und verklebt ist man draußen nach wenigen Minuten und wer kann, geht in einen Laden oder ein Gebäude mit Klimaanlage. Bekannte wollen sich eine neue Klimaanlage (auf Hebräisch MASGAN) einbauen lassen, stellten aber fest, dass die Firmen für mindestens drei Wochen im Voraus ausgebucht sind.
Ob viele Touristen in der Stadt sind, kann ich nicht sagen. Meistens bin ich auf der Arbeit und die liegt im Süden der Stadt. In einem Industriegebiet und dorthin verirren sich keine Touristen. In der nächsten Woche habe ich endlich einmal zwei Tage frei. Ansonsten fast immer nur eine Sechs – Tage – Woche.
Freunde von mir wollen mit ihren Kindern dieser Tage Ausflüge unternehmen. Sie erzählten etwas vom Coca Cola Werk in Bnei Brak, dem Blindenmuseum sowie dem Time Elevator in Jerusalem. Ehrlich gesagt musste ich den Time Elevator erstmal googeln, denn ich hatte noch nie davon gehört.
Wer sich dafür interessiert, kann hier schauen:
http://www.time-elevator.co.il/en/#h

 

 

 

Jetzt in der Ferienzeit im August scheint alles ausgebucht zu sein und es soll kaum mehr Tickets geben. Mit 65 Schekel (ca. 20 Euro) finde ich ein Ticket für eine Multimedia Show recht teuer. Okay, als Bewohner der Stadt zahlt man nur 46 Schekel, aber trotzdem …
Vielleicht kann ja jemand, der schon mal dort war, berichten, ob sich der Eintritt lohnt!