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Herzlich Willkommen in der israelischen Neueinwanderer – Realität

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Fehlender Integrationswille, Schulden und Null Chancen auf eine Verbesserung – So ergeht es aktuell vielen Neueinwanderern aus dem Jemen. In ihrer alten Heimat herrschen zwar Terror und Antisemitismus, dennoch meinen viele der eingewanderten jemenitischen Juden, dass es ihnen in ihrer alten Heimat wesentlich besser erging. Mit den radikalen Moslems kam man irgendwie zurecht und falls nicht, so ist das halt Pech. Dafür aber war man finanziell abgesichert, denn die Juden im Jemen besitzen nicht selten ihre eigenen Bauernhöfe oder kleine Läden. Erst einmal in Israel angekommen, landen sie zuerst in einem Auffanglager, Chancen auf einen Job bzw. die zwangsläufige Intergration finden jedoch nur zögernd statt. Wenn überhaupt.
Aus dem Jemen auszureisen, um Aliyah zu machen, ist alles andere als einfach. Zwischen Israel und dem Jemen bestehen keinerlei diplomatische Beziehungen und wenn einmal wieder eine kleine jüdische Gruppe ausreisen will, um nach Israel einzureisen, werden die Flüge über Drittländer abgewickelt. Direktflüge nach Tel Aviv existieren nicht.
Nach ihrer Ankunft werden die Neueinwanderer aus dem Jemen offiziell empfangen und begrüßt. Meist tauchen zu dem Anlaß irgendwelche Knessetpolitiker auf und alle lassen sich zusammen medienwirksam photographieren. Wobei die Jemeniten stets ziemlich unbedarft aussehen, in ihrer fremd wirkenden orientalischen Kleidung. Als ob eine Gruppe Hinterwäldler endlich den Weg in die moderne Zeit gefunden hat.
Juden aus dem Jemen, die schon mehrere Jahre in Israel leben, können über solche Bilder nur mitleidig lächeln und sie fragen sich gleichzeitig, wie lange es wohl dauern wird, bis den Neuankömmlingen klar wird, dass sie nicht im Land wo nur Milch und Honig fließen angekommen sind. Schnell holt sie der israelische Alltag ein und die Politiker mit ihren Versprechungen haben sich längst aus dem Staub gemacht.
In einem längeren Bericht des israelischen Fernsehens beschwerten sich die Neueinwanderer aus dem Jemen, dass man sich in Israel lediglich als Bürger zweiter Klasse fühle. Ja, im Jemen hatte man seine eigene Schlosserei und sogar Felder, ein großes Auto, sein Auskommen und ein Smartphone. In Israel hingegen habe man gar nichts. Die Jewish Agency verlange sogar Miete für die Räume im Mercaz Klita (Aufnahmegebäude für Neueinwanderer). Surprise, Surprise, denn alle Neueinwanderer, die sich im Mercaz Klita unterbringen lassen, zahlen Miete und dürfen nur ein paar Monate bis hin zu einem Jahr bleiben. Spätestens dann müssen sie sich eine eigene Bleibe suchen.
Eine stattliche Anzahl jemenitischer Juden kehrte sogar in den Jemen zurück. Dort sei es zwar nicht ungefährlich, aber immer noch besser als in Israel, wo man sich als Bittsteller und ausgebeutet betrachtet.
Obwohl es nicht immer wo wirkt: Israel ist ein Hightech – Land, in dem eine gute Berufsausbildung verlangt wird. Ansonsten bleibt man auf der Strecke und hangelt sich von irgendeinem Job zum anderen. Überhaupt sollte man als Neueinwanderer keine zu hohen Ansprüche stellen und erst einmal klein beginnen. Aber das ist in jedem Land so und nicht nur in Israel.
Obwohl es zur Zeit meiner Einwanderung noch keinerlei Smartphones gab, wäre ich nie auf die Idee gekommen, sofort ein Handy zu verlangen. Die Devise lautete: Erst einmal Arbeit und Wohnung finden, Rechnungen zahlen und dann sehen wir weiter. Teure Anschaffungen folgen so nach und nach, was nicht selten ein oder zwei Jahren in Anspruch nehmen kann. Deswegen verstehe ich die Forderungen nach einem Smartphone absolut nicht. Aber heutzutage muss wohl alles gleich parat stehen, ohne dass der Neuankömmling auch nur einen Handschlag getan hat: Smartphone, Markenklamotten, Haus und Auto. Die Forderungen kennt Ihr von den in Deutschland ankommenden Migranten ja auch.
Unter dem Artikel kommentieren Israelis massenhaft und die mehrheitliche Meinung lautet: „Wem es hierzulande als Neueinwanderer nicht passt, kann gerne wieder in sein Ursprungsland fahren und dort bleiben.“
Wer noch vor ein paar Jahrzehnten als Jude nach Israel zog, gab sich bescheiden. Finanzielle Unterstützung gab es so gut wie gar nicht und die Sprache musste man sich irgendwie selber beibringen. Heute dagegen ist es so, dass der Neueinwanderer erst einmal Cash sehen will. Dazu soll eine tolle Wohnung sowie ein gutbezahlter Job her. Wenn das ausbleibt, wird gejammert und mit allerlei Stories aufgewartet.
Mir passt auch nicht alles in Israel, trotzdem fühle ich mich wohl. Das Leben hier kann ein ständiger Kampf ums Überleben sein, aber wenn ich mir etwas nicht leisten kann, dann verzichte ich lieber und warte ab. Jammern bringt nichts. Stattdessen sollte man überlegen, wie sich eventuell eine finanzielle Verbesserung einstellen könnte.
Von den jemenitischen Juden hätte ich nicht erwartet, dass viele von ihnen dermaßen jammern. Aber mit der Integration ist das halt immer so eine Sache.
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