Leben in Jerusalem

Startseite » Beitrag veröffentlicht von Miriam Woelke

Archiv des Autors: Miriam Woelke

Advertisements

Israelisches Mindset

B“H
Die Überschrift „Israelisches Mindset“ ist, genau genommen, unvollständig, denn ein rein israelisches Mindset gibt es eigentlich gar nicht. Im Grunde genommen ist das hiesige Mindset eine Mischung aus israelischem und jüdischem Mindset. Beides geht Hand in Hand und für einen Nichtjuden ist es kaum möglich, das jüdische Mindset zu erfassen.
Amerikanische Juden sind da ganz besonders drauf fixiert. Immer wieder pochen meine Freunde aus New York darauf, dass man nicht nur einfach die New Yorker Mentalität kennen muss, sondern gleichzeitig die jüdische Denkweise eines Juden in New York.
Das hört sich für Außenstehende alles furchtbar irreal an, in Wirklichkeit aber sind israelisches und jüdisches Mindset nicht voneinander zu trennen. Doch bleiben wir beim israelischen Mindset, denn diese Beschreibung ist für den Außenstehenden weniger verwirrend.
Was Deutschen, Österreichern, Schweizern, etc. völlig normal erscheint, wäre in Israel ein halbes oder sogar ganzes No – Go. Oder zumindest ein recht seltsames Verhalten. Die deutsche Art zu leben und die Denkweise ist vielen Israelis fremd und umgekehrt. Das Problem ist, dass zuviele Deutsche ihre Art zu denken und Dinge zu erfassen auf die gesamte Welt anwenden. Man betrachtet alles mit deutschen Augen und aus eben diesem Blickwinkel heraus, ohne in Betracht zu ziehen, dass diese Denkweise und Umsetzung in anderen Lndern (sprich Israel) nicht funktioniert.
Den Anstoss zu diesem Artikel fand ich im Youtube Video eines Russlanddeutschen, der es, nach eigenen Angaben, in Deutschland nicht mehr aushielt, weil, u.a., die Krankenkassenbeiträge zu teuer sind. Aufgrund von zahlreichen anderen Youtube Videos entschloss er sich, nach Zypern zu ziehen. Dort, so andere deutsche Youtuber, sei ein Steuerparadies und alles sei total toll. Dazu Sonne und Strand.
Besagter Youtuber zog also nach Zypern, ohne jemals zuvor dagewesen zu sein und siehe da, es passt ihm nicht. Die Leute da seien zu desorganisisert und laut und überhaupt sei er aus Deutschland ein zivilisiertes Leben gewohnt und Zypern biete ihm das nicht. Deswegen plante er, in die Schweiz zu ziehen. Das klappte dann nicht, denn in der Schweiz benötigt man wohl eine Aufenthaltsgenehmigung und dort ist man nicht verpicht darauf, irgendwelche deutschen Youtuber aufzunehmen. Der aktuelle Stand ist, dass der Youtuber wieder nach Deutschland zurückkehrt.
Ohne jemals vor Ort gewesen zu sein und sich eingehend mit den Lebensumständen vertraut gemacht zu haben, zieht man nicht in ein anderes Land. Und selbst wenn man das tut, so muss die deutsche Denkweise hinten angestellt werden, denn sonst geht der Neuankömmling im neuen Zuhause unter.
Zahlreiche Schweizer sehen in Deutschen notorisch Nögler und Besserwisser, die sich über alles aufregen und von oben herab richten. Ist etwas nicht so wie in Deutschland und liegt hier und da mal ein bisschen Müll am Straßenrand, geht das Generve schon los. Das habe ich in Israel von vorbeilaufenden deutschen Touristen auch schon vernommen.
Ja, wenn man das so und so machen würde wie in Deutschland, dann wäre in Israel garantiert alles besser. Die Religion abschalten und dann läuft es mit dem Friedensprozess. In Deutschland spielt die Religion eine untergeordnete Rolle und die Demokratie dagegen eine umso höhere.
Als ich noch mit den wenig verbliebenen Verwandten in Deutschland telefonierte, ging mir schon nach ein paar Minuten die Hutschnur hoch und ich bereute, überhaupt angerufen zu haben. Da wurden von deutscher Seite aus irgendwelche Dinge in den Raum gestellt, die in Israel absolut keinen Bezug zur Realität haben. Ja, wieso ich mir nicht mal von der Arbeit freinehme, um dies oder das zu machen.
In Israel nimmt man sich nicht mal eben so frei trallala. Wir haben gesetzliche elf Urlaubstage im Jahr und wenn die schon genommen wurden, dann gibt es kein frei. Es sei denn, man nimmt unbezahlten Urlaub und wer soll sich das auf Dauer leisten? Oder wenn gerade extrem viel Arbeit aufgrund von Feiertagen anfällt. In Deutschland hat man weit mehr als zwanzig Urlaubstage im Jahr. In Israel ganze elf!
Israelis sind wesentlich pragmatischer als Deutsche, denn das Leben ist härter und jeder muss sehen, wie er zurecht kommt. Deutsche würden ausrasten, hätten sie unsere Lebensumstände. Ich habe schon Touristen in bestimmten Situationen erlebt, die geschockt dastanden und jammerten:
„Ja, was mache ich denn jetzt?“
Ja, was wohl? Eine Lösung finden und weitermachen. Kreativ sein und mal nachdenken und nicht dastehen und auf Hilfe warten. In dieser Hinsicht sind Deutsche extrem verwöhnt, denn sie sind die zuverlässige Hilfe ihres Sozialstaates gewohnt. Was aber, wenn der nicht mehr greift? Viele sehen jetzt die Anfänge und Leute gehen Flaschensammeln.
In Israel muss jemand, der nicht gerade beim Staat, im Hafen von Haifa oder Ashdod oder bei den Elektrizitätswerken angestellt ist, innovativ sein. Oft ergibt sich aus der Not heraus eine völlig neue Perspektive und Idee.
Zudem sind Israelis nicht dermaßen in Gesetze eingebunden wie Deutsche. In Deutschland ist alles geregelt und in Callcentern wird sogar der Gang zum Klo vom Gehalt abgezogen. Alles wird registriert, gemaßregelt und in Gesetze gestopft. Wie jetzt wieder das neue europäische Datenschutzgesetz, an das Israel nicht gebunden ist.
Hat jemand ein Problem und er geht aufs Amt oder sonstwohin, mit einer Alternative / Idee kann er eine Lösung heraushandeln. Dies funktioniert meistens nur als Staatsbürger und nicht als Tourist oder mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung. Auf Ämtern ist mehr Flexibilität und es herrscht kein reines Gesetzesdenken. Nichts muss perfekt sein und das erwartet auch niemand. Fremdschämen oder so gibt es nicht. Okay, gibt man den Fehler zu, na und. Israelis geben sich furchtbar normal und erzählen alles. Von Familienproblemen bis zu Schulden ist alles dabei.
Was mir in Israel manchmal fehlt?
Vielleicht mehr Organisation im Alltag, doch mittlerweile bin ich selbst nicht mehr so durchstrukturiert. Das mag auch daran liegen, dass wir uns nicht unbedingt vornehmen, was der Tag zu bringen hat. Es gibt zu viel Unvorhergesehenes und genau das bringt uns wenig aus der Fassung.
In Deutschland gibt es Millionen Vorschriften und alles ist strukturiert und in Zeitpläne eingetragen. Manchmal denke ich, dass die Leute mehr Zeit mit Zeitplänen verbringen als sie am Ende letztlich durchführen. Alles schön in Kalender und Tabellen eintragen, aber am Ende bleibt keine Zeit mehr, etwas zu tun. Dann ist der Tag schon vorbei. Hauptsache im Kalender ist alles schön bunt markiert und aufgelistet. Das ist doch auch ein tolles Gefühl.
Ein Deutscher in der israelischen Arbeitswelt (und damit meine ich einen ganz normalen Betrieb und keine Praktikumsstelle im Museum oder so) ist erst einmal geschockt und er fragt sich, wie es sein kann, dass der Betrieb funktioniert. Bei all dem Chaos und Geschrei.
Ob man es glaubt oder nicht: Es funktioniert und es gibt ein System, welches da nicht sofort ersichtlich ist. Einleben tut sich nur, wie schon oben erwähnt, wer sein deutsches Mindset ausschaltet und bereit ist, sich auf Neues einzulassen. Wird auf deutsche Tugenden gepocht, wird jemand schnell zum Sonderling oder Außenseiter.
Ich stelle es mir für einen Israeli sehr schwer, sich in den deutschen Alltag einzuleben. Arbeitsmäßig und überhaupt. In Deutschland ist alles so furchtbar ernst und ohne dieses unbeschreibliche heimische Gefühl. Nur kalte Gesetze und „Wehe, wenn Du das nicht tust, dann …“.
Wenige Tage vor dem 70. Unabhängigkeitstag in der letzten Woche wurde eine aktuelle Statistik veröffentlicht:
82% aller Israelis sind stolz auf ihr Land und zufrieden. Israelis befinden sich unter der glücklichsten Leuten der Welt.
Warum sind 82% happy, stolz und zufrieden?
Eine Menge Israelis verdient den Mindestlohn und kann finanziell nur sehr kleine Sprünge machen. Alles ist teuer und das Gehalt mies.
Es kommt bei der Einstellung der Leute weniger auf das Geld an, sondern auf Familie, Freunde und das Umfeld. Jemand, der kaum Geld hat (und ich kenne Einige davon), kann super happy sein. Ich kenne ein Ehepaar, das mit sehr wenig Geld auskommen muss. Die beiden sind aber total glücklich miteinander, machen alles gemeinsam und haben ein tolles Umfeld. Er singt im Chor der Großen Synagoge und sie baut sich neben der Arbeit ihr eigenes Photostudio auf. Peu a peu, denn es ist nicht viel Geld für teure Kameras da. Deshalb wird improvisiert und genau das ist eine israelisch – jüdische Stärke.
Advertisements

Holocaust – Überlebende am Yom Hashoah in Jerusalem

Zur Antisemitismus – Attacke und zu den illegalen Afrikanern in Israel

B“H
Der 70. Unabhängigkeitstag Israels geht zuende und ab morgen zieht der Alltag wieder ein. Zumindest halbtags, denn gegen 18.30 Uhr abends beginnt der Schabbat.
Ich ging den heutigen Feiertag ruhig an. Ausschlafen, lesen (immer noch die Netanyahu – Biographie von Ben Caspit) und nachmittags ging es zum Barbecue bei Freunden. Das Wetter warm heiß und windig bei 28 Grad Celsius. Wer würde denken, dass schon morgen drastisch kühler wird. Der Sommer ist noch nicht da und so kühlt es sich auf 18 – 23 Grad Tagestemperatur ab.
Israelis waren mit Barbecue und Ausflügen in die Natur beschäftigt und in Deutschland war einmal wieder Halligalli. Zwei Syrer (?) griffen einen Israeli mit einer Kipa auf dem Kopf an, wobei sich schnell herausstellte, dass es sich bei dem Israeli um einen israelischen Araber und nicht etwa um einen Juden handelte. Sein Interview bei einen israelischen TV Sender verfolgte ich oberflächlich. Was mir nur auffiel, war sein deutscher Akzent im Hebräischen und ich dachte mir erst, dass er wohl in Deutschland aufgewachsen sei. Außerdem wollte er wohl dem Staat Israel am Yom HaZikaron (Gedenktag für gefallene Soldaten und Terroropfer) am Donnerstag Respekt zollen und setzte offenbar deswegen die Kipa auf. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das so stimmt, da ich das Geschehen nur kurz verfolgte.
In Israel war der antisemitische Angriff samt Video in den Medien und die Kommentare lauteten, dass deutsche Juden Deutschland verlassen sollen. Wieso überhaupt noch Israelis in Deutschland leben.
Der Sohn einer Arbeitskollegin wollte befristet nach Berlin ziehen, doch sie als Mutter rastete aus. Ihre eigene Mutter ist Holocaust – Überlebende und da zieht kein Enkel nach Deutschland. Dann lieber die USA oder Australien, aber nicht Deutschland. Jetzt studiert der Sohn in Tel Aviv.
Überhaupt hat, laut den hiesigen Medien, der Berlin – Trend abgenommen. Und das auch aufgrund der vielen Moslems in Deutschland. Trendiger ist derzeit Amsterdam, obwohl dort ebenfalls Moslems leben. Die holländische Mentaliät aber kommt bei jungen Israel offenbar besser an als die deutsche.
Zukünftig werden sich deutsche Juden auf weitere massive Angriffe einstellen müssen und dann entscheiden, wo sie leben wollen. Der israelische Araber jedenfalls ist ziemlich gefährdet, denn er lief als Araber mit einer Kipa herum. Die hiesigen Palästinenser hätten ihn umgebracht, wenn sie seine Identität herausfinden würden. Araber mit Kipa? Ein NoGo. Es sei denn, ein Araber verkleidet sich als Jude, um einen Terroranschlag zu begehen. So geschehen vor mehreren Jahre in der Buslinie 2 in Jerusalem.
Die Bundesregierung labert stets von Umerziehung und Toleranz – Kursen. Anscheinend kapiert niemand, dass der Antisemitismus im Koran fest verankert ist und das für Moslems der Islam eine Identität und nicht nur eine Religion ist. Genauso wie bei Juden das Judentum.
Man erzieht nicht eben mal so um. In Deutschland scheint das jedoch noch nicht angekommen zu sein. Irgendwie ist es ja auch ein Paradox, denn Frau Merkel will Nazi – Ideologien und Antisemitismus verhindern, holt aber gleichzeitig Millionen Moslems ins Land, welche da als stramme Antisemiten gelten. Wer es nicht glaubt, der schaue in den Koran:
https://www.jewishvirtuallibrary.org/references-to-jews-in-the-koran
Des Weiteren machten in Deutschland heute irgendwelche Nordafrikaner Schlagzeilen, welche von Deutschland aufgenommen werden. Auf Twitter bekam ich zu lesen, dass Israel wohl jetzt seine illegalen Migranten abschiebe.
Dem ist nicht so, denn Israel hat offenbar einen anderen Weg gefunden. Die Illegalen sollen zurück nach Afrika. Zudem leben in Israel keine Nafris, sondern Illegale aus dem Sudan, Nigeria und vorwiegend aus Eritrea.
Israel wollte die illegalen Afrikaner nicht von allein aus nach Deutschland abschieben. Vielmehr hatte Netanyahu einen Deal mit der UNO vereinbart. Und es war die UNO, die bestimmte, Kanada, Italien und Deutschland werden die illegalen Migranten aufnehmen.
Wäre ich ein Deutscher in Deutschland, würde ich mich fragen, inwieweit die UNO bestimmen kann, welche und wieviele Migranten nach Deutschland geschickt werden. Bestimmt das etwa die UNO allein?

Yom HaZikaron – Israel gedenkt seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer

B“H
Heute (Dienstag) Abend und nicht wie ich ursprünglich schrieb, „Mittwochabend“, beginnt der YOM HA’ZIKARON. Der Tag, an dem Israel seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer gedenkt. Ein genauso trauriger und depressiver Tag wie der Yom Ha’Shoah in der vergangenen Woche. Manchmal sogar noch depressiver, denn fast jeder Israeli kennt einen gefallenen Soldaten oder jemanden, der Opfer eines palästinensischen Terroranschlages wurde.
Ich muss heute bis 19.00 Uhr arbeiten und hoffe, dass ich vor dem Sirenenton um 20.00 Uhr daheim bin. Unterwegs werde ich definitiv auf zahlreiche öffentliche Gedenkveranstaltungen stossen. In jedem Stadtteil Jerusalems findet mindestens eine davon statt. Beispiel: In Abu Tur am Beit Nechemia oder nahe der Promenade (Tayelet). Die Hauptveranstaltung heute Abend findet an der Klagemauer statt, wo Präsident Ruven Rivlin und der Oberbefahlshaber der Streitkräfte Gadi Eisenkoth Reden halten werden. Dazu Angehörige von Gefallenen.
Wer zur Klagemauer gehen will, der wird Sicherheitsstufe Eins sowie Tausende zusammengequetschte Besucher vorfinden. Daheim vor dem Fernseher sieht man am immer noch besten.
Die morgige Hauptveranstaltung ist für geladene Gäste um Herzlberg (Har Zion) in Jerusalem. Netanyahu und andere Politker werden Reden halten. Benjamin Netanyahu selbst weiß sehr gut wie es ist, einen Angehörigen zu verlieren. Sein Bruder Jonathan (Yoni) kam 1976 beim Entebbe – Einsatz ums Leben. Bibi und Yoni waren nicht nur Brüder, sondern beste Freunde und der Tod seines Bruders nahm auf Bibis Leben einen gravierenden Einfluss.
In israelischen Schulen (in den palästinensischen Schulen nicht) wird heute und morgen der Gefallenen gedacht. Militärmuseen werden besucht und die Schüler gehen massenhaft zu Vorträgen.
In Deutschland mag man das alles als „Militarismus“ einstufen, in Israel ist der Yom HaZikaron ein wichtiger Teil der Geschichte Israels. Nicht nur die Vergangenheit betreffend, denn der arabische Terror und Krieg laufen, nach wie vor, weiter.
Wie schon erwähnt, schließen heute Abend Geschäfte, Malls und Restaurants zwischen 18.00 und 19.00 Uhr. Die Busse fahren ganz normal weiter.
Ab Morgen ist wieder ganz normaler Alltag, doch gibt es um 11.00 Uhr erneut einen Sirenenton. Die Busse fahren und alles ist offen. Gegen Abend kommt allmählich Feierstimmng auf, denn um 20.00 Uhr (Mittwochabend) beginnt der israelische Unabhängigkeitstag YOM HA’AZ’MA’UT. Israel wird in diesem Jahr 70 Jahre alt und wer ein paar Hintergrundinfos sucht, kann HIER klicken.
Am Donnerstag ist in Israel offiziell Feiertag und jeder Israeli, der arbeitet, erhält Feiertagszuschlag. 150% glaube ich. Leute aus dem Ausland, die in Israel auf Visa – Basis und befristet arbeiten, erhalten diesen Zuschlag nicht und haben auch keinen direkten Anspruch auf einen freien Tag. Dennoch, fast alles ist geschlossen, doch Teile der Gastronomie sind offen. Die Palästinenser feiern den Tag nicht, haben aber einen freien Tag.

Zum 70. Geburtstag des derzeitigen Staat Israel

 

Gut gemachtes Animations – Video, aber das Ende fällt mir dann doch zu schleimbeutel – mäßig aus. Frieden mit den Palästinensern, wie wir Frieden mit Jordanien und Ägypten haben.
Alles schön und gut, doch die Realität wird in geradezu romantischer Art und Weise ausgeblendet. Bis heute erkennen weder Hamas noch die Fatah Israel als einen jüdischen Staat an. Sie werden dies auch in Zukunft nicht tun und beschwören stattdessen die Vernichtung Israels.

Israel in dieser Woche: „Trauer um gefallene Soldaten und 70 Jahre Unabhängigkeit“

B“H
Die für mich schönste Zeit des Jahres hat begonnen. Der Frühling. Wobei ich den Spätsommer mit den Feiertagen wie Rosh Hashana, Yom Kippur und Sukkot genauso liebe.
Die Bäume sind jetzt wieder grün, unser Garten ist voller Rosen und es scheint die Sonne bei blauem Himmel. In dieser Woche reisen Hunderte israelische Schulkinder nach Jerusalem, um etwas über die Geschichte der Stadt zu erfahren. Der Ausflug endet jedesmal an der Klagemauer (Kotel).
Hunderte, wenn nicht Tausende, Soldaten reisen an und unternehmen die gleichen Trips. Der Stadtteil in dem ich wohne wird des Nachts mit israelischen Ausflüglern und Soldaten geflutet.
Einmal im Jahr vor der Unabhängigkeit ist das so und es ist toll, endlich einmal mehr Juden hier zu haben. Anstatt all der Palästinenser weiter unten und den antisemitischen Nichtjuden aus den USA und Deutschland, welche für die EU und die UNO arbeiten. Stramm pro – palästinensisch und total gegen Israel und Juden.
Am Dienstagabend um 20.00 Uhr beginnt der YOM HA’ZIKARON. Der Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer. In jedem Stadtteil Jerusalems sowie in allen Orten des Landes finden Dienstagabend Gedenkfeiern statt. Um 20.00 Uhr ertönen landesweit die Sirenen und am Mittwochmorgen um 11.00 Uhr abermals.
Eine der Hauptveranstaltungen am Dienstagabend findet an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel) statt. Tausende Soldaten werden dort sein genauso wie die Hinterbliebenen vieler Gefallenen, Besucher und Touristen sowie Politiker und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. In der Altstadt herrscht dann Sicherheitsstufe Eins und wer sich das Ansehen will, der sollte entweder ein paar Stunden vorher vor Ort sein oder sich einen Platz auf den Aussichtspunkten gegenüber der Klagemauer suchen. Für all jene, die nicht dabei sein können: Die Gedenkfeier wird live im israelischen Fernsehen übertragen und ich werde einen Link dazu geben.
Am Dienstagabend schließen alle Geschäfte, Shopping Malls, Restaurants, etc. zwischen 18.00 und 19.00 Uhr. Auch die 24 – Stunden – Shops werden geschlossen sein. Dies betrifft nicht palästinensische oder christliche Gegenden, wo alles offen bleibt.
Am Mittwoch verläuft der Alltag ganz normal und Cafes, etc. sind wieder offen. Um 11.00 Uhr ertönt nochmals landesweit die Sirene und überhaupt schwebt über dem Tag eine endlose Traurigkeit. Fast jede israelische Familie verlor einen Angehörigen in einem der Kriege, Terroranschläge oder sonstige palästinensischen Attacken. Und wer vielleicht nicht betroffen ist, der kennt einen Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen oder sonstige Bekannte, die betroffen sind. Israel ist ein kleines Land und die jüdische Welt kennt sich untereinander.
Im Radio läuft Trauermusik und es werden, genau wie im Fernsehen, Lebensgeschichten der Gefallenen erzählt. Soldaten und Angehörige kommen zu Wort.
Am Mittwochabend ab 20.00 Uhr schlägt die Stimmung radikal um und dann geht es von der Trauer in die Freude. Gleich nach dem YOM HA’ZIKARON folgt der YOM HA’AZMA’UT – der israelische Unabhängigkeitstag, der da jeweils gemäss des jüdischen Kalenders begangen wird.
Diesmal wird Israel 70 Jahre alt und man hat sich viel einfallen lassen, damit die Feiern besonders ausfallen. In Tel Aviv werden auf dem Rothschild Boulevard und um den Rathausplatz Leinwände aufgestellt, auf denen Kurzfilme zur Geschichte der Stadt laufen.
In Jerusalem finden immer am Unabhängigkeitstag selbst, sprich am Donnerstag, besondere Veranstaltungen statt. Mehrere Museen sind kostenlos zu besichtigen wie das Israel Museum oder das ehemalige britische Gefängnis, in dem, u.a., jüdische Lechi – und Etzel – Widerstandskämpfer inhaftiert waren.
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2014/05/07/im-museum-of-the-underground-prisoners-jerusalem/
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2014/05/12/bilder-aus-dem-museum-of-the-underground-prisoners-jerusalem-teil-1/
Die liebste Beschäftigung der Israelis aber sind der MANGAL sowie die Flugshows der israelischen Luftwaffe (Innenstadt von Jerusalem oder am Strand von Tel Aviv – alles kostenlos). Beim MANGAL handelt es sich um den Grill und am Unabhängigkeitstag brutzelt es überall. Grillfleisch geht dieser Tage tonnenweise über die Ladentheken. Dazu Chips (Pommes), Salate und Obst.
Morgens früh geht es an diesem Donnerstag, der offizieller Feiertag ist, hinaus ins Grüne und im Jerusalemer Sacher Park steht dann Grill an Grill. 27 Grad Hitze sind vorhergesagt und die Stadt wird vollständig nach Grillfleisch riechen.
Ich wollte erst nach Tel Aviv fahren, aber die Busse, die an dem Tag fahren, werden proppevoll sein. Und das will ich mir nicht unbedingt antun. Normalerweise grille ich auf meinem Balkon mit Freunden, doch diesmal bin ich bei Freunden eingeladen. Gleich im Nachbarstadtteil Baka und nicht weit zum Laufen.
In Deutschland stellt man sich jetzt vielleicht vor, dass an dem Tag kräftig gesoffen wird. Dem ist nicht so, außer diversen Jugendlich am Mittwochabend, die durch die Innenstädte ziehen. Ansonsten ist der Unabhängigkeitstag ein Familien – und Freundeskreistag. Grillen, im Freien hocken, labern.
Zurzeit verkaufen die Discounter Holzkohle, Grills und sämtliche Grillzubehör. Bis Mittwoch wird das Land ein Flaggenmeer und selbst die Autos werden beflaggt. Bei mir im Stadtteil muss man aufpassen, dass die Palästinenser die Flaggen nicht abfackeln. Manchmal samt PKW.
Israelis sind mehrheitlich unheimlich stolz auf ihr Land und zeigen das auch ganz offen. In Deutschland ist das unvorstellbar, denn da ist man sofort der Nazi. 🙂

 

Sovev Yerushalayim 2018 – Jerusalems alljährliches Fahrrad – Event

B“H
Das traditionelle Jerusalemer Biker Event „SOVEV YERUSHALAYIM“ findet in diesem Jahr bereits am Freitag, dem 27. April statt. Sämtliche Infos und Registrierungsmöglichkeiten findet Ihr hier:
https://www.sovevjerusalem.co.il/Categories.aspx?Id=5400
Es ist allerdings kein MUSS, sich zu registrieren. Jeder mit einem Fahrrad und einem Helm kann mitmachen. Es geht nicht um Geld und Ruhm, sondern einfach nur um Spass. Wer sich dagegen anmelden will, muss 90 Schekel Gebühr zahlen und einen Gesundheitsnachweis unterschreiben.
Der Unterschied zwischen Registrierung oder nicht liegt in einem kostenlosen Biker Kit mit T – shirt und so. Ich mache in diesem Jahr wieder mit, aber ohne Anmeldung.
Zwei Jahre war ich wegen der Arbeit nicht dabei, doch diesmal habe arbeite ich einige Stunden extra, um einen Tag freizubekommen.
Die Atmosphäre bei dem Event ist super. Um sechs Uhr früh sind viele Straßen rund um die Altstadt gesperrt. Dazu die Derech Hebron, die Emek Refa’im bis hinunter zum Teddy Kollek Stadion. Wobei am Stadion auf den zum Wanderpfad ausgebauten alten Eisenbahnschienen gefahren wird. Hinzu kommen Trampelpfade. Der Start ist am Alten Bahnhof. Fast genau vor meiner Haustür.
Warum ich mich nie anmelde? Weil Cafe Aroma in der Emek Refa’im einfach eine zu große Versuchung ist und ich nach einigen Kilometern dort einkehre. 🙂