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Ist Jerusalem fanatisch? & Leben in Israel, Einwanderung

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72 Kommentare

  1. Sina Dener sagt:

    Die Deutsch-sprachigen Journalisten, die sich in Mea Shearim herumtreiben, stehen den Charedim natürlich schon von vornherein negativ / feindselig gegenüber – es geht ihnen einfach darum, ihre Vorurteile “bestätigt” zu sehen und dementsprechend Stimmung zu machen. Die “Berichterstattung” in deutschen Medien über “ultra-orthodoxe” Juden ist seit Jahren absolut problematisch – und fragwürdige Serien wie das unsägliche “Unorthodox” tragen selbstverständlich massiv dazu bei, Ressentiments gegen Charedim (und auch gegen andere orthodoxe Juden!) zu schüren, das muss man auch mal klar sagen.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Es wird eine bestimmte Agenda gegenueber Haredim und orthodoxen Juden verfolgt. Und Devorah Feldman geht es darum, in den Schlagzeilen zu bleiben und Geld zu verdienen. Wobei ihre Story ja mindestens 15 Jahre alt ist und sich keiner mehr darum kuemmert.

      Deutsche Medien verbreiten puren Antisemitismus gegen alle religoesen Juden.

      • Todd sagt:

        Kommt imho drauf an, welcher Journalismus. Was man so auf Youtube und so sieht, würd‘ ich bestenfalls als Hobby-Journalismus bezeichnen, wenn nicht gleich als kompletten Schrott.
        Die meisten Leute denken, wenn‘s ans Thema Fanatismus in Jerusalem geht, doch wohl eher an 2 Gruppen, die mit Mea Shearim nix zu tun haben, nämlich: Christen, die in Jerusalem auf die Rückkehr des Messias warten (oder sich gar selbst für Jesus halten) oder amerikanische Juden, die bei den Nationalreligioesen anbandeln. Der Rest spielt keine Rolle in der öffentlichen Meinung in Europa.

  2. Sina Dener sagt:

    „Es wird eine bestimmte Agenda gegenueber Haredim und orthodoxen Juden verfolgt.“

    „Deutsche Medien verbreiten puren Antisemitismus gegen alle religoesen Juden.“

    Ja, absolut – und die Situation wird immer schlimmer.

    Offensichtlich geht es darum, Juden in „gut“ (= säkular, angepasst, politisch links stehend) und „böse“ (= orthodox-religiös, konservativ, „rechts“) einzusortieren und Letztere, also die so genannten „Bösen“, zu dämonisieren und zum Abschuss freizugeben.

    Ich beobachte dieses Muster bereits seit mehreren Jahren – und Feldman kam den betreffenden Journalisten ganz klar gerade recht, um ihre Agenda voranzutreiben. Vor ein paar Tagen wurde sie wieder einmal von der „Zeit“ gehyped – orthodoxe und charedische Juden kommen in deutschen Medien natürlich kaum jemals zu Wort.

    Was kann man gegen dieses wachsende Problem unternehmen? Für die Zukunft verheißt das absolut nichts Gutes.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Man sollte vielleicht einmal einen Satmarer aus Antwerpren Stellung beziehen lassen.
      Fuer Satmar selbst ist Devorah Feldman komplett irrelevant und das nervt sie am meisten. Dass keine Reaktionen kommen. Jedoch hat sie mit ihren Behauptungen an unerfahrene Deutsche dem haredischen Judentum sehr viel Schaden zugefuegt. Aber die Kohle scheint ja zu stimmen und das ist ihr wichtig. Sie hat ja sonst nichts anderes im Leben.

      • Sina Dener sagt:

        “Jedoch hat sie mit ihren Behauptungen an unerfahrene Deutsche dem haredischen Judentum sehr viel Schaden zugefuegt.”

        Nicht “nur” dem charedischen Judentum, sondern sogar dem orthodoxen Judentum generell, da die meisten Deutschen vom Judentum fast keine Ahnung haben und auch keinen religiösen Juden persönlich kennen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Leute in Deutschland nicht einmal wissen, was die Begriffe “orthodox” und “ultra-orthodox” in Bezug auf das Judentum überhaupt bedeuten. Dann kommt Feldman daher, und zahlreiche Deutsche beziehen jetzt ihre “Informationen” über das orthodoxe / charedische Judentum aus ihrem Buch und aus der Serie. Und da wundert man sich ernsthaft, dass es so viele anti-jüdische Ressentiments und Vorurteile gibt??? Das ist einfach völlig verlogen.

      • Miriam Woelke sagt:

        Deutsche wissen so gut wie gar nichts vom Judentum. Der gute Jude ist saekular, assimiliert und heiratet einen Nichtjuden. Daxu eine rot – gruene Lebenseinstellung.
        Religioese Juden sind dagegen faul, primitiv und fundamentalistisch. So die weit verbreitete Meinung.

      • Sina Dener sagt:

        “So die weit verbreitete Meinung.”

        Ja, so lautet das Klischee leider.

        Ich habe auch seit Jahren den Eindruck, dass zahlreiche deutsche Journalisten Antisemitismus nur dann für verwerflich halten, wenn er sich gegen angepasste, nicht religiöse Juden richtet. Stimmungsmache gegen “ultra-orthodoxe” und andere orthodoxe Juden ist für sie hingegen in Ordnung, oder zumindest “nicht so schlimm”. Hier liegt ganz klar vieles im Argen.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Schon Der Spiegel verbreitete in den Sechziger Jahren extremen Hass gegen Haredim. Damals ging es um die Berichterstattung der Yossele Schuchmacher Fall, der sehr komplex war.

      • Sina Dener sagt:

        Der „Spiegel“ mag den Staat Israel insgesamt nicht besonders und machte z. B. bereits in den 1990er Jahren, während Netanyahus erster Amtszeit als Premierminister, gegen Bibi Stimmung. Daran kann ich mich noch gut erinnern – das war nach dem Attentat auf Rabin. Damals titelte der „Spiegel“ mit „Israels mörderische Rechte“ und dämonisierte praktisch alle National-Religiösen, indem er ihnen eine Mitschuld an dem Mord zuschob.

        Das kann man im Internet nachlesen – siehe hier:

        https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-1995-46.html

        https://www.spiegel.de/politik/ein-treibhaus-fuer-moerder-a-4ee98b63-0002-0001-0000-000009230558?context=issue

  3. brigwords sagt:

    Ich habe Unorthodox gesehen und finde den Film wunderschön, gar nicht antisemitisch. Antisemitismus ist eine schlimme Krankheit und wurzelt tief. Sie vererbt sich leider auch. Wer solche Wurzeln hat, braucht eine umfassende Wurzelbehandlung, sonst entzündet sie sich bei jeder Gelegenheit wieder . Normale Menschen, ohne diesen verwurzelten Hass können ohne Problem andere gelten lassen. Sie werden auch nicht einfach zu Antisemiten.
    Leider ist die Krankheit nicht ausgerottet und es gibt auch noch keine Impfung dafür. Aber wir können sie stoppen, indem wir sie nicht mehr wollen. Genauso ist es mit Corona.
    Alles Liebe Brig

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Tatsache ist, dass Devorah Feldman sehr viele falsche Angaben machte und in den USA aus ihrer naeheren Umgebung aufflog. Sie ging nach Deutschland, denn dort kann sie ihre zusammengeschusterten Stories gut verkaufen, weil Deutsche keine Ahnung vom Judentum haben.
      Auf einmal wird Otto Normalverbraucher mit Themen konfrontiert, die er nicht kennt und dann auch noch falsche Behauptungen, wie ich es extrem aufgrund der Sendung auf meinen Blogs zu spueren bekomme.
      Was weiss man von Satmar? Hat man jemals mit jemandem von dort geredet oder kennt jemand die genauen Ideologien der Gruppe? Wurden jemals die Schriften des Gruenders Rabbi Yoel Teitelbaum gelesen? Ich denke, dass noch nicht einmal Devorah Feldman das getan hat.

      • Sina Dener sagt:

        “Unorthodox” ist eine völlig platte, hohle, oberflächliche und klischeehafte Serie – ohne jeden Tiefgang. Dass diese Serie von den deutschen Medien hochgejubelt wird, liegt natürlich daran, dass sie bereits vorhandene Klischees, Vorurteile und Stereotype bedient – was denn sonst? Würde Feldman sich positiv über das “ultra-orthodoxe” Judentum äußern, würde praktisch kein Hahn nach ihr krähen, und sie würde von den Medien nicht derart penetrant hofiert werden.

      • Miriam Woelke sagt:

        Das ist der Grund, warum sie in Deutschland lebt, denn da kann sie ihre Stories verkaufen. Woanders wie in den USA ist sie aufgeflogen und in Israel kraeht kein Hahn nach ihr.

      • Sina Dener sagt:

        Und zahlreiche Deutsche betrachten das, was Deborah Feldman so daherredet, auch nicht einfach als die Story EINER Person – nein, sie gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass das absolut repräsentativ für ALLE “ultra-orthodoxen” Juden (oder sogar für ALLE orthodoxen Juden) ist. Eine feindselige Einstellung gegenüber orthodoxen und charedischen Juden ist in Deutschland de facto weit verbreitet – nicht zuletzt “dank” Feldman und ihrer Geschichten, und natürlich auf Grund der tendenziösen medialen “Berichterstattung”.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Fuer Devorah Feldman ist es halt dumm gelaufen. Wobei ihr dennoch viele Freunde und Nachbarn von damals helfen wollten, sie jedoch alles abwiegelte und abhaute.
        Okay, das war vor mehr als 15 Jahren. So, get over it and get a life!

        Ich merke das auf meinen Blogs, was Deutsche so googeln und hatte / habe auf Hamantaschen extrem viele Klicks:
        JUDEN FAUL
        JUDEN WICKELN MOEBEL IN ALUFOLIE
        ORTHODOXE JUDEN ARBEITEN NICHT
        RELIGIOESE JUDEN WOHER GELD
        ALLE JUDEN ARBEITEN NICHT.

      • Sina Dener sagt:

        Grauenvoll. :-(((

        Nachdem die meisten nicht-jüdischen Deutschen keinen orthodoxen / „ultra-orthodoxen“ Juden persönlich kennen, stellt sich die Frage, woher diese Leute ihre Klischees und Vorurteile haben… ?

        Die Antwort lautet natürlich: Aus den Medien.

        Und das ist ein großes – und wachsendes! – Problem. Hier könnten durchaus, über die Hintertür, wieder massive anti-jüdische Ressentiments in der Gesellschaft Einzug halten. Seltsamer Weise scheinen auch die jüdischen Organisationen in Deutschland (z. B. der „Zentralrat“) mit Antisemitismus, der sich gegen orthodoxe und charedische Juden richtet, kein sonderlich großes Problem zu haben. Das ist jedenfalls der Eindruck, der sich mir seit geraumer Zeit aufdrängt.

  4. Miriam Woelke sagt:

    @Todd

    Aktuell erlebt Jerusalem eine grosse Welle von Gewalt seitens der Palaestinenser. Das haengt groesstenteils damit zusammen, dass sich Gruppen junger Palaestinenser nach dem Ramadan – Essen auf in die Stadt machen und randalieren. Mehrere Haredim wurden dabei eben mal so zusammengeschlagen. Dann kam es in den letzten Tagen zu Zusammenstoessen mit juedischen Jugendlichen in der Ben Yehudah Street. Am Damaskustor muss die Polizei massiv gegen randalierende Palaestinenser vorgehen.

    Was seit ein paar Monaten auffaellt: Dass vor allem junge Palaestinenser – Gruppierungen sich aufmachen und juedische Plaetze fuer sich vereinnehmen wollen. Juden dabei herausdraengen. Unter anderem gab es schon massive Beschwerden ueber das einnehmende Verhalten von Palaestinensern am Kulturzentrum Alter Bahnhof. Und jetzt die Gewaltbereitschaft am Ramadan noch dazu.

    • Todd sagt:

      Ja, schlecht. Hätte ich jetzt keine grosse Lust, in deren Nachbarschaft zu wohnen. Problem ist immer dort, wo viele junge Leit zusammentreffen, ohne dass die alten sie wirklich unter Kontrolle hätten oder als echte Vorbilder dienen können. Meiner Meinung nach, wenigstens.

      LG

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        @ Todd

        Das Problem in Jerusalem ist mittlerweile, dass sich junge Palaestinenser ueberall breitmachen. Viele mit ihrer typischen Angewohnheit, Juden wegzuekeln, damit man den Platz fuer sich alleine hat.

      • Todd sagt:

        Wobei man aber heut eben gerade in den Nachrichten deutlich sah, dass es insbesondere das junge Gemüse mit dem Pöbel aus der juedischen Unterschicht war, die nicht davor zurückschrecken, bewaffnet auf Polizisten und Journalisten loszugehen. Die haben schon was Fanatisches, und würde auch grosse Teile der Nationalreligioesen da einordnen. Da ist mir aber ein Araber Gold wert, im Vergleich. 😁

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Die Realitaet in Jerusalem schaut anders aus und wer will, der kann gerne mal durch meinen Stadtteil oder am Damaskustor vorbeilaufen. Es geht hier um Besitzansprueche und dazu muss man die Gegebenheiten kennen und keine Videos anschauen.

      • Todd sagt:

        Damaskustor ist Shaar Shkhem, gell? War halt immer schon Treffpunkt des Nachwuchses aus Ostjerusalem, oder? Da ist’s denn aber doch eher so, dass es provokant ist, wenn da Kahanisten, Hills Youth und so einen auf dicke Hose machen? Ich fuerchte, auch in Israel haben die Bilder mal wieder Jerusalems Image der angehängten Fanatiker wieder alle Ehre gemacht.
        Das ist ja gerade das Tragische: irgendwie beruft sich bald auch der letzte depperte Fanatiker immer irgendwie auf Jerusalem, ganz egal, ob Jude, Christ, Moslem, Atheist, oder was auch immer. So a bisserl wie Rom, nur viel schlimmer. Ich glaube, die Krankheit heisst irgendwas mit “Stendhal”, weil der frz. Schriftsteller das Phänomen als erster beschrieben hat. Ich halte es da aber eher mit Mark Twain (obwohl Stendhal sonst für mich der groesste Autor überhaupt ist): Palaestina sitzt in Sack un Asche, oder so ähnlich 😉

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Das sind mehr als seltsame Zusammenreimungen, die Du da machst.
        Haeh?
        Was sollen denn derlei falsche Aussagen? Da werden komplett falsche Zusammenhaenge vermischt, was nichts mit der Realitaet zu tun hat. Alles einfach bunt durcheinandergewuerfelt.
        Wann hast Du nochmal in Jerusalem gewohnt, um solche Behauptungen anzustellen?

      • Todd sagt:

        Zusammengewürfelt hab ich nur die Nachrichten von heut abend (Zusammenstoesse zwischen Nationalreligioesen und Journalisten) und Stendhal. Das eine sind Fanatiker, z.T. mit von israelischen Gerichten verurteilten Taetern, das andere ist ein frz. Romancier aus dem 19.Jh, der ueber ein medizinisches Problem berichtet, welches man bei best. Personen beobachtet hat, die berühmte Orte besuchen: Jerusalem, Rom, Athen … die fangen auf einmal an zu heulen oder reden wirres Zeug und stellen auch mal was Seltsames an. Passt also wie die Faust aufs Auge, wohlgemerkt des Klischees.
        Meine Message war, ein bisschen mit Augenzwinkern (ich dachte, das wäre klar gewesen, selbst für Deutsche 😉): macht auch sehr wenig, um mit dem Klischee aufzuräumen. Was jetzt nicht heissen soll: selbst schuld. Aber von nix kommt nix, und wenn man sich diese Irren leisten will, dann darf man sich eben auch nicht wundern. Und von denen hat’s eben leider, immer wenn’s um Jerusalem geht, eine ganze Menge. Nein, und ich spreche ausdrücklich nicht von Haredim.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Na, da biste ja besser informiert als alle Jerusalemer zusammen. Jeder Tourist schustert sich Meinungen zusammen.

        Dabei haben wir in Jerusalem aktuell ein ganz anderes Problem.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Damaskustor ist nicht Hillel Street und man muss sehr genau unterscheiden. Insgesamt aber ist es ein Problem, was Jerusalem angeht, denn es geht hier um ganz praezise lokale Angelegenheiten. Uebrigens ist der KAN – Berichterstatter Araber Und Jerusalem Post liest kein Israeli, da irrelevant.

  5. Miriam Woelke sagt:

    @ Sina Dener

    In Deutschland ist ein richtig orthodox – existierendes Leben kaum moeglich und es lassen sich auch nicht unbedingt Haredim dort nieder. Schon allein wegen der fehlenden Infrastruktur wie diverses koscheres Essen, richtige juedische Schulen (ohne christliche Kinder mittendrin, wie sie haeufig ueblich). Ausser natuerlich man geht zu Chabad.

    Oesterreich und die Schweiz sind da wesentlich anders drauf und es gibt viele unterschiedliche Haredim dort.

    Die haredische Gesellschaft rechtfertigt sich nicht in den Medien, sondern man ist froh, in Ruhe gelassen zu werden und konzentriert sich auf sein eigenes Leben. Man muss sich nicht vor Nichtjuden, und schon gar nicht vor Deutschen, rechtfertigen. Es ist nicht deren Art, ein riesiges Fass aufzumachen und zu diskutieren. Schon gar nicht mit Leuten, die sich nicht auskennen und nur mit Vorurteilen daherkommen.

    • Sina Dener sagt:

      Ja, in Wien leben sogar viele Charedim, die unterschiedlichen Gruppen angehören. 🙂 Und in Zürich gibt es auch eine größere charedische (chassidische) Bevölkerung. Das Problem ist, dass die Medien zur Zeit ziemlich ungehindert Lügen oder dubiose Behauptungen über Charedim und andere orthodoxe Juden verbreiten können – dagegen sollte man sich schon wehren; andernfalls besteht die Gefahr, dass Stimmungsmache gegen unliebsame religiöse Juden „salonfähig“ wird und als „politisch korrekt“ durchgeht.

      Noch mal zu Deborah Feldman:

      Ihr zweites Buch hat sich auch in Deutschland nicht mehr so gut verkauft – was die Medien natürlich nicht daran hindert, sie trotzdem zu hofieren. Angeblich soll im Herbst ein weiteres Buch von ihr erscheinen – allerdings ein Roman, und ich denke, dass dieser kein „Bestseller“ mehr werden wird, denn Feldman ist in Wahrheit keine talentierte Autorin. Zweifellos werden viele Journalisten sie weiterhin unkritisch bejubeln, aber zum Glück ist dann doch nicht jeder „Normalbürger“ so naiv, alles zu kaufen, was Feldman veröffentlicht.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Wie oft will denn Frau Feldman ihre Allerweltsstory noch verhoekern?

        Man muss eines unbedingt feststellen:

        Das israelische und das amerikanische haredische Judentum sind komplett unterschiedlich. Israelis sind an amerikanischen Stories aus New York etc. nicht interessiert. Man will „Deftiges“ aus Bnei Brak oder Mea Shearim und kein Williamsburgh – Gelaber.

        Generell sind die zwei chassidischen Satmar – Gruppen New York / Israel schon allein sehr unterschiedlich. Wobei mir die israelischen Satmarer weniger aufgeblasen und arrogant rueberkommen.

      • Sina Dener sagt:

        “Wie oft will denn Frau Feldman ihre Allerweltsstory noch verhoekern?”

        Vermutlich so lange, wie sie von den Medien hofiert wird – und das wird leider wohl noch andauern, da die meisten Journalisten ihr ja offensichtlich absolut kritiklos gegenüber stehen und alles glauben, was sie so daherredet. Das ist natürlich ein Armutszeugnis für den deutschen Journalismus, keine Frage.

        Ich finde es einfach völlig verlogen und heuchlerisch, wenn Leute sich über Antisemitismus empören, dabei aber verschweigen, dass Serien wie “Unorthodox” entscheidend dazu beitragen, anti-jüdische Ressentiments / Vorurteile zu schüren oder zu verstärken. Ich hatte schon mehrfach mit Personen zu tun, die sich sehr abfällig über “ultra-orthodoxe” Juden (und oft über orthodoxe Juden generell) äußerten und sich dabei EXPLIZIT auf diese Serie bezogen. Und nicht zu vergessen: Die Serie wurde von den deutschen Medien größtenteils unkritisch bejubelt und angepriesen – was sagt das über die Zustände in Deutschland aus?

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Ich selbst haette vor mehr als 20 Jahren auch vom Leder reissen koennen. Jeder hat so seine Pro & Con Stories, aber letztenendes muss man allein damit umgehen.
        Miss Feldman geht es dagegen allein um Geld, Aufmerksamkeit und vermutlich ist sie frustriert, weil Satmar nie reagiert hat. Dort ist sie irrelevant und wird es auch bleiben.

      • Sina Dener sagt:

        „Miss Feldman geht es dagegen allein um Geld, Aufmerksamkeit und vermutlich ist sie frustriert, weil Satmar nie reagiert hat.“

        Ja, und natürlich profitiert sie stark davon, dass es in Deutschland eben kaum Wissen über das Judentum gibt – vor allem nicht über das Leben orthodoxer und „ultra-orthodoxer“ Juden. Das führt dazu, dass sie in Deutschland im Grunde alles behaupten kann und ihr praktisch niemand widerspricht. Ein großes Ärgernis. 😦

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Genau aus diesem Grund ist sie ja auch nach Deutschland gezogen. 🙂

      • Sina Dener sagt:

        Ja, und was sagt das über Deutschland aus, dass hier viele Leute alles, was Feldman verzapft, naiv nachbeten?

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Deutsche, sowohl auch andere Leute in verschiedenen Laendern, wissen nichts. Was sollen sie da sagen? Danimmt man das halt so hin. Ist ja auch einfacher und macht weniger Arbeit als sich real zu informieren.

  6. Markus sagt:

    Ich war deshalb froh vor einigen Jahren deine Webseite „Jerusalem Backyard“ gefunden zu haben. Absolut lesenswert.

  7. Sina Dener sagt:

    Ergänzung

    Die folgenden Vorurteile über orthodoxe und charedische Juden sind in Deutschland erschreckend weit verbreitet – damit deutlich wird, was ich meine:

    „Orthodoxe / ultra-orthodoxe Juden sind faul und arbeiten nicht“

    „Orthodoxe Juden sind fanatisch, primitiv und rückständig“ (oder auch: „Das Judentum ist archaisch, primitiv und rückständig“)

    „Orthodoxe Juden liegen dem Staat Israel auf der Tasche“

    „Orthodoxe / ultra-orthodoxe Juden weigern sich, den Staat Israel anzuerkennen“

    „Orthodoxe Juden zwingen anderen Juden vieles auf“

    „Das orthodoxe Judentum ist frauenfeindlich / frauenverachtend“

    „Frauen sind im orthodoxen Judentum unterdrückt“

    „Orthodoxe Juden haben ein Problem mit Sex“

    „Orthodoxe Juden müssen alle 15 Kinder kriegen“

    „Orthodoxe / ultra-orthodoxe Juden wollen geschlechtergetrennte Busse, in denen Frauen hinten sitzen müssen“

    „Orthodoxe Jüdinnen rasieren sich die Haare ab und tragen Perücken“

    „Orthodoxe Juden bewerfen am Sabbat Autofahrer mit Steinen“

    „Orthodoxe Juden sind rassistisch“

    „Orthodoxe Juden lehnen das Internet ab“

    „Orthodoxe Juden / Jüdinnen dürfen nicht an der Uni studieren“

    „Die Beschneidung und das Schächten sind barbarisch“

    usw.

    Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich solche Behauptungen schon gehört oder gelesen habe.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Da sieht man, wie weit die Ahnung reicht. Uebrigens war ich heute bei meinem haredischen Onkologen im Krankenhaus. Spezialist in seinem Fach.

      • Sina Dener sagt:

        Viele Deutsche wissen nicht mal, dass es charedische Ärzte (und Ärztinnen!) gibt.

        Ich bemühe mich natürlich stets, diese Klischees und Vorurteile zu entkräften, aber leider gelingt das nicht immer, weil sie einfach zu weit verbreitet sind und zu tief in den Köpfen drin sitzen. Deshalb sind ja Serien wie “Unorthodox” so fatal und problematisch.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Es gibt unzaehlige haredische Unternehmer, Anwaelte, Aerzte, Akademiker, etc.Israel ist voll davon und ich bei mir im Shaare Zedek Medical Center wimmelt es davon. Die leitende Krankenschwester der Corona – Station ist Haredit. Ueber sie kam ein langer TV Bericht im israelischen TV.
        Mittlerweile ist sie wieder leitende Schwester der inneren Chirurgie.

      • Sina Dener sagt:

        Im deutschen Fernsehen wird über solche Fakten üblicherweise nicht berichtet – dabei wäre doch gerade das sehr wichtig.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Wie soll man denn berichten, wenn man als Journalist keinen blassen Schimmer hat.
        Uebrigens habe ich vor genau drei Jahren ein Treffen mit einem dt. Journalisten gehabt. Nur so zum Kaffeetrinken und der berichtete mir, wie genau es unter Journalisten zugeht. Jeder will sich profilieren, um den Job zu behalten. Und da schreibt man halt Agenda. Auch gegen seine eigene Meinung, denn sonst ist man morgen schon arbeitslos.
        Das ist in Israel genauso!

      • Sina Dener sagt:

        Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die meisten deutschen Journalisten politisch linksgerichtet sind – und DAS ist ja wohl kaum zu übersehen.

        Allerdings behaupten Linke üblicherweise, gegen alle Formen des Antisemitismus zu sein – nur scheint das für Stimmungsmache gegen orthodoxe / „ultra-orthodoxe“ Juden nicht zu gelten.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Die israelische Medienlandschaft ist weitestgehend LINKS und ebenfalls gegen religioese Juden eingestellt. Da kupfern deutsche Journalisten gerne ab, denn HEY: „Das sagen ja selbst die JUDEN!“

        Aktuell ist es in unserem Land schon soweit, dass wir weder Polizei noch Gerichte brauchen. Keine Justiz mehr, denn Journalisten bzw. TV Shows fuehren Faelle vor und machen Leute direkt zu Angeklagten und Verurteilten. Ohne, dass die Polizei zuvor ermittelte, das Urteil stand, dank Medien, bereits fest.

        Gerichte koennen wir abschaffen und nur noch die linken Medien alten lassen! Die wissen naemlich genau, wer schuldig ist.

      • Sina Dener sagt:

        “Da kupfern deutsche Journalisten gerne ab, denn HEY: „Das sagen ja selbst die JUDEN!“”

        Eben – es gibt säkulare / nicht-orthodoxe Juden, die gern Stimmungsmache gegen orthodoxe und “ultra-orthodoxe” Juden betreiben, und deutsche Journalisten übernehmen das regelmäßig begeistert und behaupten dann dreist, nicht antisemitisch zu sein.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Das ist absolut richtig. hinzu kommen viele Nichtjuden, welche dieselbe Stimmungsmache betreiben.

      • Sina Dener sagt:

        Und all das ist ein wachsendes Problem. Deshalb stehe ich ja auf dem Standpunkt, dass orthodoxe / charedische Juden und jüdische Organisationen generell sich dagegen zur Wehr setzen sollten. Ich finde es absolut nicht akzeptabel, dass viele Journalisten glauben, sie dürften religiöse Juden (und auch den Staat Israel) nach Herzenslust diffamieren.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        In der ultra – orthodoxen Gesellschaft lebt man sein Leben und sieht keinerlei Veranlassung dazu, sich bei saekularen Juden, Andersdenkenden oder gar bei Nichtjuden zu rechtfertigen.

      • Sina Dener sagt:

        Nicht „rechtfertigen“, aber die Lügen, die deutsche Medien gern verbreiten, sind ein großes – und wachsendes! – Problem.

  8. Sina Dener sagt:

    Was ich in meiner obigen Auflistung noch vergessen habe:

    “Orthodoxe Juden wollen Ehebrecherinnen und Homosexuelle steinigen”

    “Der Talmud erlaubt die Ermordung von Nichtjuden”

    “Im orthodoxen Judentum dürfen Männer ihre Frauen vergewaltigen”

    “Bei orthodoxen Juden haben Frauen (fast) keine Rechte”

    “Frauen gelten im orthodoxen Judentum als unrein”

    “Das Judentum hat die Unterdrückung von Frauen erfunden – sieht man ja am Alten Testament”

    Diese Behauptungen wurden mir allen Ernstes auch schon an den Kopf geworfen.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Das Problem ist, dass Leute etwas im Fernsehen schauen, keine Ahnung haben und sich Meinungen zurechtschustern. Was ich mir allein an Muell ueber Jerusalem anhoeren muss. Da meinen Touristen alles besser zu wissen. Das ist leider voellig normal geworden.

      Ich treffe mich grundsaetzlich mit keinen Touristen oder der Leserschaft. Frueher machte ich das ein paar Mal, was sich als pure Zeitverschwendung erwies. Einzig und allein ein Ehepaar aus Sueddeutschland treffe ich ab und an.

      • Sina Dener sagt:

        Ist hier ein Kommentar von mir verschwunden?

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Ich glaube nicht. Vielleicht ging etwas nicht durch.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Ich kann den Kommentar nicht mehr finden, in welchem Du geschrieben hast, dass der Zentralrat ein Machtwort sprechen muesste.

        Ich denke mal, dass dem Zentralrat die Behauptungen von Devorah Feldman egal sind. Ueberhaupt wird noch nicht einmal gegen antisemitische Youtuber ein Machtwort gesprochen.

      • Sina Dener sagt:

        Ja, es war wohl dieser Kommentar. Dazu muss man sagen, dass Feldman auch in der “Jüdischen Allgemeine” schon mehrfach sehr unkritisch “promotet” wurde. Offensichtlich ist also Journalismus, der diesen Namen verdienen würde, auch dort nicht angesagt.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Es war so 2008 / 2009, da wollte mich eine Journalistin der Juedischen Allgemeinen interviewen. Ich sagte zu, googelte dann aber, was die Dame so schrieb. Daraufhin sagte ich das Interview sofort ab.

        Soviel zur Juedischen Allgemeinen.

      • Sina Dener sagt:

        Ich vermute mal, dass diese Journalistin stark linksgerichtet war… ? Das würde natürlich zu der Zeitung passen.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Ich wuerde eher sagen, sie hatte keine richtige Ahnung und verfasste eher oberflaechliche Artikel.

      • Sina Dener sagt:

        Was dann ja wohl auch ein Grund dafür ist, dass diese Zeitung offenbar kein Problem mit Feldman und ihren Geschichten hat.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Allgemein gesprochen: Fuer nicht wenige Leute sind die Behauptungen von Miss Feldman sehr bequem.

      • Sina Dener sagt:

        Ja, weil sie bestehende Klischees / Vorurteile / Stereotype / Ressentiments bedienen. Viele Deutsche ergötzen sich an Stories über „böse, schlechte, komische, fanatische, dysfunktionale, frauenfeindliche orthodoxe und ultra-orthodoxe Juden“ – und die Medien verbreiten solche Geschichten bereitwillig und sehr gerne. Während Angriffe auf säkulare / nicht-orthodoxe / linksgerichtete Juden von den Medien heutzutage verurteilt werden, gilt Stimmungsmache gegen charedische und andere orthodoxe Juden in Deutschland als „politisch korrekt“. Ich beobachte dieses üble Phänomen seit Jahren, und es bereitet mir große Sorgen.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Viele saekulare Israelis tun dies auch, doch die werden durch die Nachrichten immer wieder daran erinnert, dass die allgemeine saekulare Gesellschaft nicht weniger frauenfeindlich, fanatisch und schlecht ist. Dort liegt allein die Kriminalitaet wesentlich hoeher, es gibt sexuelle Uebergriffe en masse, Benachteiligungen, Ausbeutungen und was auch immer.

        Wer eine einigermassen realistische Story will, der schaue STISSEL. Okay, STISSEL beinhaltet viele Fehler, Uebertreibungen und alles Moegliche. Man will ja ein Rating und da muss man uebertreiben, um die Leute bei der Stange zu halten. Dennoch ist STISSEL empfehlenswerter als alles andere auf dem Markt.

        In Deutschland werden gerne Aussteiger aus der haredischen Gesellschaft dokumentiert. Dazu will ich demnaechst auch noch einen Podcast machen.
        Ich habe mich in der Vergangenheit mit mehreren getroffen und mit vielen Leuten geredet. Meine Feststellung: 99% der Aussteiger haben Drogenprobleme, Homosexuellen – Probleme oder sie haben psychische Probleme. Andere wollen einfach nicht religioes sein und das wars. Jeder kann ja gehen, wann er will und die Tuer steht offen.

        Was in Deutschland nicht berichtet wird: Dass mehr Juden der orthodoxen bzw. ultra – orthodoxen Gesellschaft beitreten als sie verlassen. Die Zahl der Neureligioesen ist in Israel verhaeltnismaessig hoch.

  9. Sina Dener sagt:

    „Dass mehr Juden der orthodoxen bzw. ultra – orthodoxen Gesellschaft beitreten als sie verlassen.“

    Natürlich wird darüber in den deutschen Medien nicht berichtet – das passt ja nicht ins Klischee („Säkularer Jude = gut; religiöser Jude = schlecht“, bzw.: „Nur ein nicht religiöser Jude ist ein guter Jude“).

    Was deutsche Journalisten zum Thema Israel / Judentum verzapfen, verdient in den zahlreichen Fällen überhaupt nicht die Bezeichnung „Journalismus“ – vielmehr handelt es sich um reine Propaganda, Stimmungsmache gegen unliebsame Juden und die Verbreitung einer bestimmten Agenda. Dazu gehört auch, dass die Medien Stories über „Aussteiger aus dem ultra-orthodoxen Judentum“ lieben, am „besten“ in Verbindung mit hochgradig voyeuristischen, sensationsheischenden Elementen. Es ist erschreckend, dass diese Hetze meistens so ohne Weiteres durchgeht und es kaum Proteste dagegen gibt. Da frage ich mich immer: Bin ich im falschen Film?

    „Shtisel“ finde ich recht gut – wenngleich nicht perfekt. Wenn ich mit Leuten zu tun habe, die über wenig Wissen über das charedische Judentum verfügen, empfehle ich ihnen stets, sich diese Serie anzusehen. Ich habe schon Leute getroffen, die meinten, dass sie durch „Shtisel“ mehr über das Judentum gelernt hätten als während ihrer gesamten Schulzeit an deutschen oder österreichischen Schulen – das ist auch sehr bezeichnend.

    Was man übrigens nicht vergessen sollte: Es gibt Personen, die sich selbst als „pro-israelisch“ ausgeben, aber in Wahrheit auch nur Juden mögen / akzeptieren, die nicht religiös sind, also ihren eigenen Vorstellungen entsprechen. Orthodoxe und „ultra-orthodoxe“ Juden passen diesen selbsternannten „Israel-Freunden“ so gar nicht in den Kram. Aussagen wie: „Israel ist toll, nur spielt Religion dort eine zu große Rolle“; oder: „Ich mag Israel, aber die Orthodoxen haben dort zu viel Einfluss“; oder: „Die bösen Ultra-Orthodoxen zwingen den armen Israelis Religion auf“ habe ich schon des Öfteren gehört oder gelesen. Man sollte also nicht jedem so genannten „Unterstützer Israels“ unkritisch gegenüber stehen.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Wobei viele Leute, die pro – Israel sind, zu den christlichen Missionaren der Evangelikalen oder den sogenannten Christian Friends for Israel gehoeren.

      Tatsache ist: Ohne die Religion kein Israel. Wenn hier alles saekular werden wuerde, haette Israel seine Existenz verwirkt. Genau das sahen wir bei beiden Tempelzerstoerungen in der Vergangenheit. Die Juden wenden sich von G – tt ab und somit wird er sie strafen, bis sie sich erneut der Thora zuwenden.

      Ich habe bei meinen chassidischen Tisch – Besuchen recht viele saekulare Israelis getroffen, die sich dort aufhielten, weil sie es interessant und spirituell fanden. Immer wieder wenden sich vorherige saekulare Israel der Orthodoxie zu, weil sie etwas im Leben suchen. Im hiesigen TV wird immer wieder ueber sowas berichtet. Neulich erst wieder ueber den Popsaenger Avraham Tal.

      Gestern Abend wurde in den Nachrichten berichtet, dass derweil viele Israelis von Berlin zurueck nach Israel ziehen. Allein, weil in Israel alles offen ist und kein Lockdown. Und, weil viele die Schnauze voll von Berlin haben.

      • Sina Dener sagt:

        „Wobei viele Leute, die pro – Israel sind, zu den christlichen Missionaren der Evangelikalen oder den sogenannten Christian Friends for Israel gehoeren.“

        Zum einen das; daneben gibt es aber noch Personen, die grundsätzlich religionsfeindlich eingestellt sind und denen es einfach nicht passt, dass in Israel viele orthodoxe und charedische Juden leben. Diese Leute wollen kein jüdisches Israel, sondern stattdessen ein atheistisches / anti-religiöses. Dass Israel ohne das Judentum überhaupt nicht existieren würde, ist ihnen entweder nicht bewusst oder – noch schlimmer – schlichtweg egal.

        „Immer wieder wenden sich vorherige saekulare Israel der Orthodoxie zu, weil sie etwas im Leben suchen.“

        Das glaube ich sofort. Zahlreiche Menschen sehnen sich nach etwas, das ihrem Leben Sinn verleiht.

        „Und, weil viele die Schnauze voll von Berlin haben.“

        Israelis, die nach Berlin ziehen, weil sie Netanyahu und die „Rechten“ / Religiösen nicht mögen, sind bei deutschen Medien auch sehr beliebt. Auf das Narrativ „Gute Juden flüchten vor bösen Juden nach Deutschland“ bzw. „Deutschland hat aus seiner Geschichte gelernt, ist heute modern, tolerant und weltoffen und rettet die guten, linken, säkularen Juden vor den bösen, rechten, religiösen Juden“ fahren viele Deutsche (seien es Journalisten oder andere) total ab. Ich habe eine starke Abneigung gegen dieses Gewäsch – das sage ich ganz offen.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Die Sache ist, dass Israelis es lieben, Trends zu folgen. Ziehen viele nach Amsterdam, machen es andere nach, weil es IN ist.
        Die Israelis in Berlin sind nicht direkt vor dem eigenen Land gefluechtet, sondern man wollte IN sein und etwas Neues ausprobieren. Man sah Moeglichkeiten im Ausland und vielerseits kamen auch zahlreiche abgefackelte Israelis nach Berlin. Die es in Israel zu nichts brachten und meinten, in Berlin gibt es alles umsonst. Man will halt dahin, wo man fuer sich Vorteile sieht.
        Hinterher kam das Erwachen und das Jammern. Oft mussten sogar die Eltern in Israel das Leben der Sproesslinge in Berlin mitfinanzieren. Und dann kam Corona und das schoene Leben endete im deutschen Lockdown. Jetzt wird gejammert, dass Berlin eigentlich tot sei und man dann doch wieder nach Israel wolle. Und der Schoko – Pudding schmecke dann in Israel doch besser. Obwohl viel teurer als bei Aldi.

        Die Realitaet schaut so aus, dass Deutschland in Israel keine Rolle spielt. Und was deutsche Journalisten behaupten, interessiert niemanden. Erstaunlich aber finde ich es immer wieder, wenn sich saekulare Israelis ihrer juedischen Wurzeln bewusst werden. Unter anderem beim anstehenden hohen SHAVUOT Feiertag. Da wird bei orthodoxen Kursen die Nacht durchgelernt, denn Reformer haben nichts zu bieten.

        Und am Donnerstagabend beginnt das spirituelle Lag Ba’Omer! Da geht es ab nach Meron. Dort werden ueber 100,000 Juden erwartet. Nicht nur Religioese, sondern auch Saekulare, die, wie gesagt, es in ihrem Leben suchen.

  10. Sina Dener sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Deutsche davon ausgehen, Deutschland habe in Israel heute einen guten Ruf, und „die meisten Israelis“ hätten eine positive Meinung über das „moderne, weltoffene, tolerante Deutschland“. Darauf bilden diese Leute in Deutschland sich dann so einiges ein.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Das kommt darauf an, wen man fragt.
      Nach wie vor gibt es viele Israelis (saekulare wie religioese), die Deutschland mit sehr vielen Vorbehalten begegnen. Viele kaufen keine deutschen Produkte, wollen mit Deutschland nichts zu tun haben und auch nicht die deutsche Sprache hoeren.

      • Sina Dener sagt:

        Und die „intellektuelle Oberschicht“ (Akademiker, Wissenschaftler, etc.)? Steht diese Deutschland eher positiv oder negativ / kritisch gegenüber?

        Charedim sind meines Wissens vielfach nicht sehr gut auf Deutschland zu sprechen, was ja auch kein Wunder ist – sowohl angesichts der Vergangenheit als auch in Anbetracht der Gegenwart.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Das kann min nicht generell sagen. Es gibt halt solche und solche Leute.

        Viele Nationalreligioese und Haredim sind Deutschland gegenueber kritisch eingestellt. Amerikaner noch mehr als Israelis.

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