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Die israelische ARNONA (kommunale Grundsteuer)

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4 Kommentare

  1. lizzzy07 sagt:

    Hier in Deutschland ist der Grundstückseigentümer der Steuerschuldner. Allerdings darf er die Grundsteuer voll auf die Mieter umlegen. In diesem Fall ist sie Bestandteil der Mietnebenkosten (dazu gehören noch Müllgebühren, Hausmeister, bei Zentralheizung und Wasserversorgung diese, Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen, Messdienstkosten), die je nach Vereinbarung mit dem Vermieter entweder mit der Miete überwiesen werden müssen bzw. vom Vermieter per Lastschrift eingezogen werden. Die Grundsteuer-Hebesätze unterscheiden auch hier sich enorm. Für ein kleines Häuschen mit Vorgarten von 100 Euro per Anno auf dem Dorf bis 750 Euro per Anno beispielsweise in München. Die Grundsteuer-Formel sollte unlängst überarbeitet werden, weil die Methode mit den Grundstückswerten nicht mehr gut funktioniert. Die wurden irgendwann kurz nach WW2 mal bestimmt und seitdem nicht mehr angepasst. Weil die Formel bundesweit einheitlich sein soll, haben sich die Landesregierungen gezofft. Ergebnis ist, dass die beiden süddeutschen Bundesländer ihre eigene Formel festlegen.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      In Israel machte jede Kommune, was sie will und nichts ist einheitlich geregelt. Eine Reform solle immer mal wieder passieren, aber kein Buegermeister will sich so richtig in die Karten schauen lassen. Wer, zum Beispiel, in Tel Aviv lebt, zahlt teilweise eine unverschaemte Arnona (Grundsteuer). Vor allem in der Innenstadt. Das Kuriose ist, dass die Nachbarstadt Ramat Gan noch teurer ist. Heisst, die Arnona noch hoeher. Das habe ich selbst einmal am eigenen Leib in Ramat Gan erfahren duerfen.

      In Jerusalem lebe ich in einem Stadtteil mit einer sehr hohen Arnona, zahle aber relativ wenig, weil die Bude klein ist. Welcher Stadtteil in Jerusalem eine unverschaemt hohe Arnona zahlt und ich weiss nicht warum: Kiryat Moshe, der Stadtteil der Nationalreligioesen. Oder auch die Altstadt. Wer im juedischen Altstadtteil wohnt, zahlt sich dumm und daemlich.

      In Israel ist die Arnona meistens nicht in den Miet – Nebenkosten enthalten, sondern laeuft separat. Der Mieter wird normalerweise vom Vermieter der Stadtverwaltung gemeldet und dann flattert auch schon die Arnona – Rechnung ins Haus. So war es auch bei mir als ich hier neu einzog. Ich zog im Juni 2012 hier in die Wohnung und musste noch sechs Monate Arnona separat zahlen. Bis zum Ende des Jahres als die neue Rechnung fuer 2013 kam.

      Bei ganz kleinen Wohnungen oder der Zimmervermietung sind Arnona, Strom und Wasser schon einmal im Mietpreis enthalten. Bei regulaeren Wohnungen, so auch bei mir, nicht. Diese Nebenkosten laufen separat. Ich zahle selber Strom, Wasser, Gas, Internet und Arnona. Heisst, ich zahle Miete und all diese Nebenkosten. Andere haben noch Hausmeisterkosten wie Va’ad Bayit, die ich nicht habe, weil unser Haus eine Aussentreppe hat und kein Treppenhaus. Und die Besitzerin kuemmert sich selbst um ihren Garten und Heizkosten haben wir keine. Das zahlt jeder Mieter von seinem Stromgeld.

      • lizzzy07 sagt:

        Also ein israelischer Bürgermeister hätte in Deutschland ein Rechtfertigungsproblem wenn er im Wesentlichen ähnliche Stadtteile unterschiedlich behandelt. Die Kriterien, nach denen ein Bürgermeister hier Unterschiede machen darf, sind vorgegeben. Das Problem an dem bisherigen Grundstückswertmodell ist, dass sich eben diese Werte in den letzten 50 Jahren teilweise stark verändert haben. Ein damals teures Viertel ist heute sozialer Brennpunkt und umgekehrt im Extremfall.

        Telefon, Internet (Kombinierte Telefon/Internet-Verträge sind üblich) und Strom zahlt hier auch jeder selber. In meiner Wohnung hier heißt Hausmeister, dass die Mieter abwechselnd Treppenputzdienst haben, im Winter das Streusalz. Da macht der Vermieter vieles selber, auch kleinere Reparaturen. Bei Großvermietern ist in der Regel ein Hausmeister angestellt.

        Andrerseits alles einzeln zahlen hat den Vorteil, dass man den Überblick hat und sich beispielsweise seinen Energieversorger selber aussuchen. Du bist nicht dazu verdammt, bei den örtlichen Stadtwerken Kunde zu sein. Daneben gibt es 4 große private Energieversorger und ungezählte kleinere, die meist auch bloß ein bestimmtes Gebiet versorgen. Die Trinkwasserversorgung läuft aber kommunal. Kleinere Orte schließen sich in der Regel zu Zweckverbänden zusammen.

        Je nachdem, wie die Bedingungen genau sind, hast du dann eben als Mieter mindestens 3, manchmal auch mehr Abbuchungen vom Konto. Wenn du Hausmeister, Wasser, Heizung in den Nebenkosten hast (meistens), kann dieser Teil je nach Verbrauch von Jahr zu Jahr steigen oder fallen. Muss schließlich wieder ausgeglichen werden. Viele Vermieter bevorzugen es, ein Guthaben auszuzahlen. Wenn du nachzahlen musst, wird das oft drauf geschlagen.

  2. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Die Arnona ist tatsaechlich in jedem Ort von Stadtteil zu Stadtteil verschieden und, wie im Podcast gesagt, kann es vorkommen, dass eine Strasse weiter die Grundsteuer niedriger oder hoeher ist.

    Was kann der Buerger gegen all das tun?

    Nichts!

    Wir sind zum Zahlen verdammt.

    In Jerusalem (andernorts weiss ich nicht) wurde die Wasserversorgung privatisiert und wir haengen nun alle in der Stadt an der Gichon – Wasserversorgung. Die Firma wirkte sich negativ aus. Zuviel ueberbezahltes Personal und zu hohe Kosten.

    Strom laeuft landesweit ueber die Chevrat Ha’Chashmal (Stromgesellschaft). Aussuchen kann man sich da nichts.

    In Israel ist es ueblich, jemanden zur Treppenhausreinigung anzustellen. Da kommt dann jemand von ausserhalb ein – zweimal pro Woche putzen. Die Kosten werden durch den Va’ad Bayit (Hausmeisterkosten) auf die Vermieter umgeschlagen. Hochhaeuser haben sogar ganze Firmen, die da putzen und warten und wer heute in ein neues Hochhaus einzieht, auf den kommen enorme Nebenkosten zu. Mehrere Hundert bis Tausend Schekel pro Monat extra.

    Die Neueinwanderer kommen, sehen neue Haeuser und wollen da hin. Ob man sich das leisten kann, ist eine andere Frage. Viele ziehen in zu teure Bleiben und haben dann kein Geld. Aber Hauptsache schoen und deutschen Standard halten.

    Ich konnte mir solche Wohnungen mit einem normalen Gehalt als Single noch nie leisten. Als Ehepaar, wenn beide verdienen, geht das eher, aber mir waere das viele Geld zu schade. Das gebe ich lieber fuer andere Sachen aus als fuer Hausmeisterkosten und einen schicken Aufzug im Haus, der dann nochmal mehr kostet. 🙂

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