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Corona – Stimmung aus Jerusalem

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B“H
Lufthansa, Swiss Air und Austrian Airlines haben bis zum 28. März alle Israelflüge gestrichen. Israel lässt Touristen aus verschiedenen Ländern nicht mehr ins Land und ich denke mal, dass dieser Zustand länger anhält als bis zum 28. März.
Eine Schlagzeile heute: In Deutschland sind bereits mehr als 500 Menschen infiziert und genau das will Israel vermeiden. Besonders nach dem gestern bekannt wurde, dass eine US – Touristin durch Jerusalem lief und eventuell Israelis mit dem Virus ansteckte. Dementsprechend steigt die Stimmung gegen Touristen. Besonders in Social Media Kommentaren, wo gesagt wird, dass die Grenzen schon viel früher hätten dichtgemacht werden sollen.
Manche Israelis betrachten den Coronavirus als eine kleine Grippeinfektion und nehmen es nicht ernst. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Vorsichtsmaßnahmen (kein Händeschütteln, Händewaschen, etc.) zu ergreifen. Mit Maske sieht man in Jerusalem niemanden herumlaufen und so hysterisch sind die Leute nicht. Gerade in Jerusalem sind sich viele Bewohner sehr bewusst, dass nicht wir entscheiden sondern G – tt und dass die Menschheit, trotz Technologiefortschritt, komplett abhängig von G – tt ist. Und wenn ich mir die Massenpanik in Deutschland ansehe, frage ich mich, wie diese Leute reagieren, wenn bei ihnen einmal eine chronische Krankheit diagnostiziert werden sollte. Die drehen ja vollkommen am Rad.
Der Menschheit wird ihre Abhängigkeit verdeutlicht. Ob sie es will oder nicht. Der Virus ist gefährlich, kann jeden erwischen und nicht nur ältere Menschen sind bedroht, obwohl sich das jüngere Leute gerne einreden.
Wenn ich muss, fahre ich immer noch Bus und Straßenbahn. Am Sonntag muss ich eh wieder zur Chemotherapie und ich bin froh, dass in der Onkologie keine Hysteriker herumlaufen. Wenn jeder Krebspatient so ausrasten würde, wie Menschen mit Corona – Panik, dann gute Nacht.
In Jerusalem sind, bis auf Weiteres, größere Events abgesagt. Auch Purim – Feiern in der nächsten Woche. Der Jerusalem Marathon wurde auf den Oktober verlegt.
Aufgrund meiner Immunschwäche gehe ich an Purim in keine Synagoge, sondern lese die Megillath Esther (das Buch Esther) mit Freunden bei mir daheim. Auch kochen wir gemeinsam ein festliches Purim – Essen, was wir eh vorhatten. An Feiertagen legen wir immer zusammen, kaufen ein und Essen zusammen. Zu öffentlichen Events wie Schabbatot (Schabbat – Feiern) gehe ich schon jahrelang nicht mehr. Das findet zuhause statt, denn nach Jahren der Schabbatot reicht es einem einfach. 🙂
Das Wetter an diesem Schabbat wird regnerisch und stürmisch. Vorhin gab es schon ein Gewitter und es hagelte. Der Himmel schaut so dunkel aus wie bei einem Weltuntergang. Obwohl es insgesamt wärmer wird, der Winter ist noch nicht vorbei. 🙂
Die Große Synagoge von Jerusalem verschickte Emails mit Verhaltensregeln. Kein Händeschütteln, kein Küssen der Mezuza und auch sonst sollen die Leute zu enge Kontakte meiden. Kein Küssen der Thorarolle und man sollte doch lieber an einer kleinen Minyan teilnehmen und nicht in große Synagogen gehen.
Was mir gestern dennoch auffiel: Beim Einkaufen in einem Supermarkt, in dem sonst nie viele Kunden sind, war es gestern recht voll. Vorräte kaufte niemand ein. Auch ich nicht.
Jemand fragte mich nach Masken: Keine Ahnung! Ich sehe keine. Kann sein, dass sie gekauft werden. Ich würde sie eh von der Krankenkasse oder der Onkologie im Krankenhaus bekommen.
Vorschriften des israelischen Gesundheitsministeriums für aus dem Ausland zurückkehrende Israelis: 
https://www.health.gov.il/English/Topics/Diseases/corona/Pages/default.aspx?fbclid=IwAR0tYDyDoVrUh_dDAo_PbS4170D3kmhBC8iJeS4JK46kuWJXvtLs0sSlwG4

 


13 Kommentare

  1. lizzzy07 sagt:

    In meiner Gegend in Deutschland gibt es keine Panik. Allerdings ist es auch ein eher dünn besiedelter Teil Deutschlands. Ein größeres (= ca. 6000 Besucher). Ereignis, das demnächst stattfinden sollte, haben sie trotzdem vorsichtshalber abgesagt. Könnten ja auch Leute von weiter weg kommen. Weiß noch nicht, wie das wird, wenn im Mai die Dorffestsaison losgeht. Bislang ist davon noch nichts abgesagt. Zu unserem Stadtfest erwarten wir Gäste aus Frankreich. Das steht auch noch. Corona-Panik. Vor allem in Großstädten und dort, wo es einen Fall gibt. Ländliche Gegend ohne einen einzigen Fall im Landkreis oder dem Nachbarkreis – Panik nein.

  2. mom sagt:

    Mein Arzt sagt, Corona ist völlig übertrieben. Die Grippe ist viel gefährlicher. Kein Wort wird darüber verloren, dass allein in Deutschland diese Saison schon 240 Menschen an Grippe gestorben sind. Kein einziger an Corona.
    Viele Leute fragen sich, warum das so aufgebauscht wird und Hysterie verbreitet.
    Andere Leute fragen sich, WAS will man vertuschen?
    LG

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Den Coronavirus mal eben mit einem normalen Grippevirus zu vergleichen, halte ich fuer falsch, denn der Coronavirus hat ja eine ganz andere Zusammensetzung oder wie man das nennen will.

      Ich habe mir das ganze Video von Horst Luening noch nicht angesehen, aber es scheint interessant zu sein:

  3. Miriam Woelke sagt:

    21 Israelis sind aktuell mit dem Coronavirus infiziert. Alle von ihnen kamen aus dem Ausland zurueck. Aus Zuerich, Oesterreich, Italien und Spanien.

    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/276947

  4. Miriam Woelke sagt:

    Hier die letzten Updates und die Mitteilung, dass Leute aus Bethlehem weder in die Stadt noch aus der Stadt reisen koennen. Touristen koennen, bis auf Weiteres, nicht nach Bethlehem fahren.

    Infizierte Israelis
    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/276939

    9 Infizierte Palaestinenser in Bethlehem
    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/276942

    Das Purim – sowohl als auch das Pessach – Touristengeschaeft geht dieses Jahr den Bach hinunter. Der Virus wird uns wohl noch alle laenger in Schach halten.

  5. Sebastian sagt:

    Die Pest, die Spanische Grippe…das waren wirklich schlimme Sachen. Immer diese Angst. Niemand der Grossmächte gewinnt mit der Coronavirus Angst ausser die Medien in dem sie Panik verbreiten.

  6. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    In Panik verfalle ich auch nicht. Ich muss mich eh vorsehen und von Menschenmassen fernhalten. Allein aufgrund der Chemotherapie, obwohl mein Immunsystem einigermassen okay zu sein scheint.

    Aber ich bin halt vorsichtig und ich denke, dass der Coronavirus uns noch laenger beschaeftigen wird. In Israel sind bisher alle Infizierte aus dem Ausland gekommen. Israelis, die Urlaub machten und infiziert heimkehrten. Jetzt sagen viele, dass die Wirtschaft leide und Massenentlassungen folgen werden. ELAL hat schon 1000 Entlassungen angekuendigt und nutzt die eigene schlechte wirtschaftliche Lage, um Angestellte loszuwerden. Ehrlich gesagt ist ELAL eh nicht der beste Arbeitgeber und schnell mit dem Feuern. Und das schon seit jahrzehnten.

    Restaurants leiden, Cafes … und das jetzt vor den anstehenden Feiertagen. Andererseits ist Sicherheit schon wichtig. Wer weiss, vielleicht breitet sich alles massiv aus und dann wird sich ebenso beschwert, Menschenleben geht nun mal vor Wirtschaft.

  7. Sina Dener sagt:

    Ich lebe in Europa, aber auch hier haben sich schon eine Reihe von Menschen mit dem Virus infiziert. Hoffentlich werden es nicht noch mehr – leider sieht es jedoch nicht so aus, als würde sich die Situation verbessern. Da muss ich richtig froh sein, dass ich zur Zeit arbeitslos bin und es mir leisten kann, Menschenmassen zu meiden. Andere haben diese Option traurigerweise nicht.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Ich bin wegen meiner Chemotherapie arbeitsunfaehig, aber morgen muss ich halt wieder ins Krankenhaus zur Onkologie. Zwecks weiterer Chemotherapie. Und das bedeutet, Bus und Strassenbahn fahren.

      Und ausgerechnet in der Onkologie hoert man staendig Leute herumhusten, die andere Chemo – Patienten begleiten. Manchmal habe ich mich mit meinen Freunden schon gefragt, warum derlei Erkaeltete ueberhaupt eingelassen werden, denn das Immunsystem eines Chemotherapie – Patienten ist oft geschwaecht und man kann sich alles Moegliche leicht einfangen. Und dann kommen Patienten mit Ehegatten oder Familienmitgliedern, die nur so herumhusten und keuchen wie sonstwas.

  8. Sebastian sagt:

    Ich hoffe alles läuft gut morgen. Auf jedem Fall ist das Leben der Menschen viel wichtiger als die Wirtschaft und vieles ist geschehen in den letzten Jahrhunderten ( Rechte für die Arbeiter, Abfindungen, Krankengeld, Schutz für Leute denen es nicht gut geht, Kritik äussern zu dürfen gegen die die Macht haben , und so vieles mehr ) . Aber was ich sagen will ist das man die Sachen immer in einem gesunden Kontext sehen sollte und das nicht begründete Angst nicht gut ist für niemanden.

  9. Sina Dener sagt:

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für morgen! Hoffentlich passiert nichts Schlimmes – weder im Krankenhaus noch auf der Fahrt dorthin.

  10. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Wenn jemand niest, wird er eh schon genau beaeugt und letzte Woche hatte ich den vollen Schnupfen, der sich aber wieder legte. 🙂

    Ich finde die Gesundheit der Leute auch wichtiger als die Wirtschaft. Und wenn Betriebe entlassen, war das meistens eh schon viel frueher geplant und die nutzen dann nur die Gunst der Stunde wie ELAL.

    Hier noch etwas Interessantes:

    https://www.cancer.net/blog/2020-03/coronavirus-2019-what-people-with-cancer-need-know?fbclid=IwAR3mxO7E8Hih2U6QjETN0gq5nKQuopexmSB5KCKcBStG8l8qY1wYd64FhvU

  11. Sebastian sagt:

    Internet , riesige Datenbanken an Information über uns selber die uns bewegen hat uns entfremdet von dem was wir eigentlich sind…Menschen 🙂

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