Leben in Jerusalem

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Israel: „Knesset – Wahlumfragen, Wetter und andere News“

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B“H
Laut aktuellen Wahlumfragen liegen Netanyahu und Gantz & Co. erneut bei einem Unentschieden. Nicht wenige Israelis erwarten im Vorfeld bereits eine vierte Wahl und alles hängt wieder an den kleinen Parteien und Koalitionsverhandlungen. Der Likud wird vermutlich mit Yemina, Bayit Yehudi, Shass und Yahadut HaTorah koalieren. Blau – Weiß (Kachol – Lavan) mit der Arbeiterpartei, den Linksextremisten von Meretz sowie mit den arabischen Parteien, welche Kachol Lavan in der Knesset aktiv unterstützen wollen. Das ist kein Geheimnis und Benny Gantz schreit es seit einem Jahr lauthals hinaus. Wer Kachol – Lavan wählt, bekommt die Araber und darf sich hinterher nicht beschweren. Man hat es ja so gewollt und niemand kann sagen, er habe nichts gewusst.
Gegen Gantz wird ermittelt, gegen Netanyahu wird ermittelt und kein Politiker ist frei von Korruption. Das war schon unter Ben Gurion so und hat sich leider nicht geändert.
In den deutschen Medien herrschen recht seltsame Meinungen zum israelischen Wahlkampf, die so mit der Realität nichts zu tun haben. Man schreibt es sich so, wie man es sich gerne wünscht, was mich immer an die Al Jazeera – Berichterstattung während des Irak – Krieges erinnert. Saddam Hussein war stets am Siegen, bis dann die Amerikaner alles unter sich hatten. Erst dann wachten die Al Jazeera – Zuschauer auf.
Kann sein, dass ein deutscher Journalist mal wieder in einem Cafe mit einer israelischen Kellnerin gesprochen hat. Das wird immer gerne getan und die Meinung der Kellnerin wird zur Meinung von ganz Israel transformiert.
In Israel aber ist nichts so wie es ist oder scheint. Unter anderem wird die sephardisch – haredische SHASS Partei bei dieser Wahl offenbar wieder zum Sieger der Protestwähler. Araber, die ihren Parteien nicht trauen, wollen Shass wählen. Juden, die die Schnauze voll haben, wollen Shass wählen. Andere Parteien wie Yahadut HaTorah und Yemina haben das Potenzial der Protestwähler erkannt und buhlen auf Facebook um deren Gunst. Zu Kachol – Lavan wollen die Protestwähler aufgrund der Nähe zu arabischen Parteien nicht wechseln. Dann schon lieber Shass oder eine rechte Partei, denn, wenn ich die Kommentare so lese, wollen die Leute ein jüdisches Israel. Und dies sind keine religiösen Juden, die das sagen.
Immerhin wird bei der Wahl am Montag das Wetter mitspielen, denn ab heute hört der Regen erst einmal auf. Gestern noch goß es in Jerusalem aus allen Eimern. Ab heute bleibt es trocken und die Temperaturen werden anziehen. Bis auf 17 Grad am Freitag. Der Schabbat wird kühler und eventuell wieder nass, aber dann scheint langsam der Frühling einzukehren. Zahlreiche Bäume stehen jetzt schon in voller Blüte und die Vögeln zwitschern lautstark herum.
Die koreanische Reisegruppen, von deren einige Mitgliedern mit dem Coronavirus infiziert waren, hat das Land verlassen. Sie wurden kurzerhand rausgeschmissen. Kein Hotel am Flughafen wollte sie aufnehmen und so mussten die Koreaner in der Quarantäne auf dem Fußboden pennen. In Israel wird nicht lange gefackelt und was heute Morgen so manchen Bewohner von Tiberias überraschte: Das lokale Club Hotel am See Genezareth (Kinneret) entsorgte alle Kühlschränke aus den Zimmern der koreanischen Touristen kurzerhand in den Müll. Ein paar junge Leute sahen die entsorgten Kühlschränke und nahmen sie glatt mit nach Hause. Jetzt vor Pessach (Passover) wird eh alles geschrubbt und da kommt ein neuer Kühlschrank gerade recht. Der wird desinfiziert und weiterverwendet.
https://www.kikar.co.il/349050.html
Am Montag also ist Wahl und am Tag zuvor habe ich meine 19. Chemotherapie. Zur Wahl aber werde ich es schon schaffen. Viele Umstände macht das nicht. 🙂
Eine Woche später feiert die jüdische Welt Purim und dazu kommen noch Podcasts. Genau so wie zu Pessach (Passover). Soviel vorweg: Kein Purim ist so wie das in Jerusalem. Vielleicht noch Bnei Brak, aber die beste Stimmung herrscht natürlich in Jerusalem und ich hoffe sehr, dass ich in der Lage sein werde, auszugehen und ggf. ein wenig zu filmen.
In Tel Aviv findet an diesem Freitag der alljährliche Marathon statt und wenn Ihr in der Stadt seid und früh aufsteht, seht Ihr die Teilnehmer laufen. In der Ben Yehudah, Ibn Gavirol, Allenby, Herbert Samuel (am Strand), am Rathaus, etc. Jerusalem begeht seinen Marathon am 20. März.
Zum heutigen Egged – Streik: Hier die Buslinien, die erst gegen Abend wieder fahren —– 140, 149,146,147, 140, 141, 142, 143, 146, 147, 149, 468, 49, 461, 462, 463, 464, 465, 469, 466, 467, 468, 949, 946, 941.

9 Kommentare

  1. Sina Dener sagt:

    Das Tragische ist ja, dass die Shas-Partei in Deutschland vielfach auch als „fundamentalistisch“ und „fanatisch“ abgestempelt wird (genau so wie alle anderen Charedim, und eigentlich sämtliche orthodoxen Juden). Erst kürzlich hörte ich wieder folgende Behauptung: „Orthodoxe Juden anerkennen den Staat Israel nicht, leben aber von israelischer Sozialhilfe, weil sie nicht arbeiten.“

    Dass gerade Shas sehr sozial engagiert ist, wissen viele Deutsche gar nicht.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Wer allein schon das israelische Sozialsystem mit dem deutschen vergleicht, hat keine Ahnung von Israel. Und gerade Deutsche (auch juedische Neueinwanderer) tun dies immer wieder und fallen auf die Nase.

      Sozialhilfe in Israel?
      Das lohnt sich nicht und es ist kaum moeglich, davon ueberhaupt zu existieren. Allein von der staatlichen Minimum – Rente kann garantiert niemand leben. Das reicht ja noch nicht einmal fuer die Miete.

      Wer keine privaten Rentenversicherungen abschliesst, landet tief in der Altersarmut. Aber … und jetzt kommt das grosse ABER: Selbst wer zeitlebens in die Private einzahlt. kriegt am Ende nicht viel heraus und landet vermutlich ebenso in der Altersarmut.

      Wer eine private Rentenversicherung ueber einen Agenten abschliesst, zahlt die ersten zehn Jahre nur fuer die Rendite des Agenten. Bis zu 35% wird einem von dem eingezahlten Geld abgeluchst. Genau das wissen die meisten nicht. Und wer kann als Neueinwanderer die miesen Versicherungsvertraege lesen? 🙂

      Genau so mit dem Gesundheitssystem: Wer keinen Premium – Level bei seiner Krankenkasse hat, kann sehen, wo er bleibt. Der kriegt gerade mal eine medizinische Notversorgung und ob man ihn ins Krankenhasu nimmt, ist bereits fraglich.

      Ich zahle die Premium jeden Monat zusaetzlich zu den normalen Beitraegen aus eigener Tasche. Aber, wie viele Male gesagt, das ist es mir wert. Ohne dem wuerde ich jetzt schon bei der Chemotherapie vor einem Berg Schulden stehen.

      Gerade Neueinwanderer sparen an der Premium und wenn etwas passiert, knallt es. Die Krankenversicherung reicht nicht aus und dann? Dann gibt es Notversorgung und raus. In Israel liegt eh kaum jemand laenger als drei Tage im Krankenhaus. Nach meiner schweren OP war ich zwar elf Tage dort, aber ich wurde auch durch alle Untersuchungen gezogen, die ich keinem wuensche. Und meine Narbe bewegt sich von der Leber bis in die unteren Extremitaeten. Mindestens zwanzig Zentimeter.

      Leute werden am offenen Herzen operiert und sind nach ein paar Tagen aus dem Krankenhaus raus. Das Krankenhaus braucht die Betten und wer einigermassen laufen kann, der muss nach Hause. Ich wollte auch heim, denn ich hatte die Schnauze voll von Folter und dem schrecklichen Essen dort. 🙂 Ich war heilfroh, daheim zu sein.

      Gerade Haredim sind sehr sozial eingestellt und es gibt unzaehlige Gmachim. Gmachim aller Art. Von kostenlosen Klamotten bis Essen bis zinslose Kredite bis hin zu medizinischen Geraetschaften. Sogar kostenlose Brillen. Klar, muss man Jude sein, um das zu erhalten, doch man kann auch saekular sein.

      Zudem gibt es die haredische Organisation YAD SARAH, die dann, gegen einen Unkostenbeitrag, an alle Buerger medizinisches Geraet ausleiht. Vom Rollstuhl bis hin zum Atemgeraet.

      SHASS ist extrem sozial engagiert. Kostenlose Kindergaerten, Schulen, Ferienlager, Einrichtungen fuer aeltere Leute und und und. Und das nicht nur fuer sephardische, sondern fuer alle Juden. Im arabischen Vorort Abu Gosh hat Shass den Arabern irgendwas Geschaeftliches gedeixelt. So habe ich jedenfalls gehoert.

      Was Shass will, ist ein juedisches Israel und dafuer stehe ich auch. Die Araber stoeren mich nicht, wenn sie sich denn an die Gesetze halten. Wer nervt, sind all die notorischen missionarischen Christen. Sowas sollte aus dem Land fliegen.

      Shass wird eben nicht nur von religioesen Juden gewaehlt, sondern auch (oder gerade) von sehr vielen saekulren sephardischen Juden, die sich von den weitestgehend aschkenazischen Parteien nicht vertreten fuehlen. Auch nicht vom Likud.

      Orthodoxe Juden arbeiten sowie so und viele ultra – orthodoxe eben auch. Ich erinnere da nur an das Krankenhauspersonal bei mir im Krankenhaus. Es arbeiten dort sehr viele haredische Aerzte und Pflegepersonal.

      Israelische Sozialhilfe reicht, wie gesagt, nicht zum Leben.

      Was ich auf dem Blog sehe, wenn Leute googeln: Es scheint als wollen deutsche Rentner nach Israel ziehen und sie meinen, hier kriegen sie eine Rente. Einfach eben mal so.
      Dem ist nicht der Fall und wenn hier jemand komplett falsche Vorstellungen vom Sozialsystem hat, so sind es Deutsche, die meinen sie koennen sich ueberall auf der Welt niederlassen und das jeweilige Land kuemmere sich dann schon.

      Das Aha – Erlebnis folgt dann bei der Einlieferung in ein Krankenhaus, wo zuerst nach der Krankenversicherung gefragt wird. Keine ausreichende Versicherung = notduerftige Behandlung und raus.

  2. Sina Dener sagt:

    Danke für die ausführliche Antwort! Es ist immer sehr interessant, etwas über den Alltag in Israel zu erfahren – also nicht ausschließlich über die „großen, weltbewegenden Ereignisse“. 🙂

    Der aktuellsten Umfrage zufolge liegt der Likud vorne – und Bibi und seinen religiösen Partnern fehlen nur noch zwei Sitze für eine Mehrheit in der Knesset. Das wird extrem spannend – ich freue mich schon auf Dienstag. 🙂 Ja, ich weiß, auf Umfragen kann man sich nicht zur Gänze verlassen, klar, aber ich würde gerne die Gesichter diverser deutscher Journalisten und deutscher bzw. europäischer Politiker sehen, wenn Netanyahu die Wahl tatsächlich gewinnen sollte. :-)))

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Diesmal ist die Wahl am Montag. Etwas ungewoehnlich, denn in Israel wird immer Dienstags gewaehlt. Dieses Mal aber ist es anders, denn viele Leute haben nicht frei, sondern muessen arbeiten und nebenbei koennen sie waehlen gehen. Nach zwei Wahlen hintereinander beschwerte sich die Wirtschaft, dass die Arbeitsausfaelle zu teuer werden und in der naechsten Woche gibt es kein wahl – frei. Jeder muss halt selber sehen, ob er arbeiten muss und halt vorher oder nach Feierabend waehlen geht.

      Jetzt kommt auch noch der Coronavirus hinzu und so manch einer will deswegen Menschenansammlungen meiden und nicht zur Wahl gehen. In meinem Wahllokal herrscht morgens oder um die Mittagszeit meist Leere und im September war ich die Einzige im Raum zusammen mit den Wahlhelfern. 🙂 Es gibt mehrere Raeume, denn fast immer sind Schulen zu Wahllokalen umfunktioniert, aber fast alles war leer zu der Zeit.

      Dass Netanyahu zurzeit fuehrt, ist richtig. Gantz will, sollte es zu einer Untersuchung gegen ihn kommen, zuruecktreten. Seine Partei hatte sich selber das Image des SAUBERMANNS gegeben. Man sei nicht korrupt und so. Nun kam das Gegenteil heraus, was, im Grunde genommen, eh schon lange bekannt war. Auch das Herumgeschmuse mit den arabischen Parteien kostet Kachol – Lavan Waehlerstimmen.

      Egal, wer gewinnt. Soziales wird nicht herausspringen. Bei Kachol – Lavan noch weniger als beim Likud. Lapid & Co. haben eine Menge Geld und verachten die arme, nicht so wohlhabende Bevoelkerung. „Geht arbeiten und haltet die Klappe!“, so Lapid oeffentlich in der Vergangenheit.

      Der Staat kuemmert sich kaum, was man erst feststellt, wenn man selber betroffen ist, Das beginnt bei unbrauchbaren oeffentlichen Bunkern und endet bei der staatlichen Mindestrente. Wenn jemand richtig krank wird oder dessen Kinder, geht es ums Eingemachte. Sind die notwendigen Medikamente nicht Teil des staatlichen Gesundheitskorb (wenn Medikamente Rabatte erhalten oder bei chronischen Erkrankungen kostenlos sind), so landet eine Familie schnell im Schuldenturm.

      Insgesamt aber muss ich sagen, dass bei mir als Krebspatient bislang alles sehr positiv verlief. Bis auf ein Medikament, welches ich selber kaufen muesste. Bedeutet, fast jede Woche 70 Euro. Dieses Medikament aber ersetzt die Krankenhaus – Onkologie durch ein anderes, welches von der Kasse gezahlt wird.

      Tja, oft muss man Medikamente im Krankenhaus aus eigener Tasche zahlen oder vorher in der Apotheke kaufen und mitbringen. Sowas kennt man in Deutschland vermutlich gar nicht. 🙂

      Ich sage mal einen erneuten Patt voraus, aber wer weiss … Sollte Kachol – Lavan gewinnen, werden sie sich kaum lange halten, denn da buhlen vier Typen um die Herrschaft. Und Gantz besitzt Null Erfahrung, Er war noch nie Minister oder hielt irgendeinen Regierungsposten. Die Hamas und Abu Mazen lachen sich doch ueber Gantz und Lapid kaputt.

  3. Sina Dener sagt:

    Ups, ja, die Wahl ist schon morgen. Das war mein Fehler – ich habe das verwechselt, weil Wahlen in Israel ja üblicherweise am Dienstag stattfinden. Aber dann dauert es wenigstens nicht mehr so lang. 🙂

    Sehr interessant, dass Gantz jetzt auch negative Schlagzeilen liefert – seinen Fans in Europa wird das nicht gefallen.

    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Netanyahu gewinnen wird – na, wir werden sehen. 🙂

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Aktuell liegen Gantz und Netanyahu gleich. 42 Sitze : 42 Sitze.
      Es kommt darauf an, was die rechten Parteien einfahren. Yemina, Yahadut HaTorah oder Shass.

      Ups, gerade eine Wahl – SMS von Yemina bekommen. Man kann auf eine Website klicken und sich Bennetts Verdienst in der Knesset anschauen.

      Meistens erhielt ich bislang Wahlpropaganda von der Arbeiterpartei. 🙂

      Ich gehe morgen Vormittag waehlen, denn dann wird es hoffentlich weniger voll sein.

      • Miriam Woelke sagt:

        Viele Knesset – Politiker sorgen fuer Negativschlagzeilen. Aktuell beschimpfte Ya’ir Lapid sephardische Juden als primitiv und ueberhaupt. Der Likud zog gleich nach und sagte alle sephardischen Juden, sowas wie Kachol – Lavan koennen sie als sephardische Juden nicht waehlen.

  4. Shlomo sagt:

    War gegen 2 dort und es war recht leer. Nach 90 Sekunden war ich wieder raus aus der Schule.

    Man kann von dem Sozialgeld leben, man darf nur keine Ansprüche stellen und sich nicht scheuen, auch mal bei den Haredis ‚betteln‘ zu gehen. Funktioniert zumindest bei mir so ganz gut. Werde fast jeden Shabbes zum Essen eingeladen oder ich setze mich einfach irgendwo rein, wo Leute von der Straße willkommen sind, sich satt essen dürfen. Und ja, ich glaube, orthodoxe Juden haben es sehr viel leichter von dem Wenigen zu leben, wegen der vielen Einladungen und sonstigen Geschenken, auch tw von Säkularen kommend.

    Ich habe 3 hochqualifizierte Berufe gelernt und 17 weitere Berufe in Schulungen und Praktiken, inkl mehrjährigen Erfahrungen. Einfach nur, weil ich niemals arbeitslos werden wollte. So blauäugig machte ich Aliyah und verschwendete keinen Gedanken daran, ich könne jemals in Israel arbeitslos werden.

    Das böse Erwachen kam langsam aber sicher, 90% der Nein-Sager wollten einfach keinen „Greis“ einstellen, den restlichen fehlten an mir die Sprachkenntnisse.. Ich bin erst 64, nicht 90, und bringe sehr viel Arbeitserfahrung mit, wo die viel Jüngeren überhaupt nicht mithalten können.
    Hätte ich ein Unternehmen, würde ich als Erstes auf Erfahrung schauen. Was soll ich mit einem 30-jährigen Gärtner mit eher nur theoretischer bzw. Anfänger-Erfahrung? Da nehme ich doch lieber einen 50 oder 60-jährigen, da habe ich gleich die ganze Ganz statt nur deren goldenen Eier.

    In D hatte ich in 40 Jahren 2 große Handelsunternehmungen aus dem Boden gestampft, die auch blühten und gedeihten. Die erste Firma verkaufte ich gewinnbringend. Bei dem zweiten Unternehmen mache ich einen sehr dummen Fehler, in dem ich einen recht jungen Mann einstellte, hochqualifiziert, aber ohne Erfahrung. Der sich hoch arbeitete, aber dann die Firma in den Ruin führte. Blöde infantiler Blödsinn, was wir noch verkauften könnten, aber keine Kunden dafür hatten. Hab ich nochmal ein Handelsunternehmen, dann muss der Arbeitnehmer mindestens 50 Jahre alt sein und entspr. erfahren.

    In Israel wollte ich einen Importunternehmen umsetzen, scheiterte jedoch an meinem Partner, dem plötzlich die Finanzen fehlten. Vielleicht nochmal in 10 Jahren Anlauf nehmen, mal sehen.

    Und jetzt hänge ich bei der Betuach Leumi fest. Nun denn, schreibe ich weiter meine Parodie-Geschichten (ohne die kaum ein Jude leben kann) und hoffe, dann über Amazon Kunden dafür zu bekommen… 🙂 . Kann nur besser werden, ich bleibe trotz doppelter Staatsangehörigkeit dennoch in Israel, wo ich als freier Mensch leben darf.
    Hier kann ich meine Zizit zeigen und mich freuen „I can run free!“

    Und ja, halbleere Gläser gibts bei mir nicht, außer ich bin eingeladen 😉

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Tatsache in Israel ist, dass man im Land selbst mit 40 nur noch schwer Arbeit findet. Ein Bekannter von mit machte mit Anfang 50 aus den USA Aliyah. Hiigh – Techler undtotal qualifiziert. In den USA war er frueher den Online – Sicherheitsbereich eines Krankenhauses zustaendig. In Israel fand er keine Arbeit und machte sich selbststaendig. Er repariert Computer und ist dabei so gut. dass er sehr viel verdient. Er macht saubere Arbeit, hat faire Preise, kennt sich bestens aus und hat saemtliche Anglos der Stadt sowohl als Israelis zur Kundschaft. Er kann sich eine grosse Wohnung fuer ueber 6000 Schekel Miete leisten und und und. Ihm blieb auch keine andere Wahl.

      Als Handwerker findet man immer was, aber auch nicht mehr mit ueber 60. Und nicht jeder wohnt mit seiner Bituach in einem kleinen Zimmer, sondern es muss eine Wohnung unterhalten werden. Und dann das Problem, wenn man Familie hat.

      Das alles ist in Israeli nicht anders als in Europa, nur dass es in Deutschland viel mehr Wohngeld gibt. Was man in Israel hingegen braucht, ist eine Portion eigenen Humor und Sarkasmus sowohl als auch eine Ideologie, um hierzubleiben. 🙂

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