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Erst einmal Krebs – frei

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B“H
Gestern teilte mir mein Onkologe das endgültige CT Scan Ergebnis mit und es stellte sich heraus, dass meine zwei Metastasen in Lunge und Oberbauch verschwunden sind. Die Gemzar / Docetaxel (Gem / Tax) Chemotherapie hat ihre Pflicht erfüllt. 🙂
Dafür bleibt das Blasenproblem bestehen und wir wollen am kommenden Mittwoch darüber reden, wie wir weiterverfahren wollen. In der Zwischenzeit will der Onkologe mit meinem Urologen sprechen, denn es stellt sich die Frage, ob ich nochmals auf Antibiotika gesetzt werde oder nicht. Ende Dezember habe ich eine erneute Blasen – Zystoskopie und wenn sich nichts verbessert hat, wird eine Biopsie gemacht.
Es kann sein, dass die Chemotherapie das Blasenproblem als Nebenwirkung hervorrief, denn noch nie hatte ich so etwas zuvor im Leben. Deswegen machen wir eventuell eine einmonatige Chemo – Pause. Vielleicht auch etwas länger, um zu sehen, ob sich die Blase ohne Chemotherapie alleine erholt.
Dabei kommt natürlich die Frage auf, ob ich den Port in der nächsten Woche wirklich eingesetzt haben muss oder ob wir bis kurz vor der nächsten Chemotherapie warten. Ich bin eher für warten und auch das werde ich mit dem Onkologen besprechen und schlimmstenfalls den Port – Termin absagen.
Eigentlich sollte ich total happy sein, bin ich aber nicht unbedingt. Erstens kam das tolle Ergebnis ziemlich unerwartet und zweitens ist mir mehr als bewusst, dass meine Krebsart (Leiomyosarkoma, kurz LMS) jeden Tag wiederkehren kann. Dieser Krebs ist unheilbar und der nächste CT im Februar kann schon wieder völlig anders aussehen.
Gegen mehr Gem / Tax Chemotherapie habe ich nichts einzuwenden, denn sie kann weiterem Krebswachstum etwas vorbeugen. Oder auch nicht. Wissen tut man das nie genau und deshalb geniesse ich einfach jeden Tag.
Klar, sind das gute Nachrichten. Wenn man einmal vom Blasen – Problem absieht. Trotzdem, bei LMS kann man sich nie sicher sein und dazu leide ich, nach wie vor, an den anderen nervigen Nebenwirkungen der 14 Chemo – Behandlungen. Ständige Müdigkeit, Schwächegefühle, tränenden Augen und schmerzende Finger – und Fußnägel.

10 Kommentare

  1. Susann sagt:

    Schön, dass die Metastasen weg sind – ich wünsche Dir sehr , dass es weiterhin bergauf geht und Du auch mal eine Pause von all den unangenehmen Behandlungen und Nebenwirkungen haben kannst!
    Alles Gute weiterhin!

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Hi Susann, bis all das Gift der Chemotherapie aus dem Koerper ist, koennen 2 – 3 Monate vergehen. Bisher habe ich einiges an Glueck gehabt und dass es auch anders verlaufen kann, zeigt momentan David Carlson, mit dem ich in unserer Krebs – Facebook – Gruppe in Kontakt stehe:

      Am Mittwoch treffe ich mich mit meinem Onkologen und meiner Chemotherapie – Krankenschwester und wir werden sehen, wie es weitergeht. Erst einmal leide ich noch immer an den Nebenwirkungen wie staendige Muedigkeit, sie ploetzlich auftritt und man das Gefuehl hat, auf der Stelle umzukippen. Waesserige Augen, Gewichtszunahme, schmerzende Finger – und Fussnaegel. Ich schmecke kaum Salz, denn eine Chemotherapie kann die Geschmacksnerven beeintraechtigen. Am Anfang hatte ich Heisshunger auf Senf. 🙂

      Den Port werde ich mir diesen Donnerstag nicht einsetzen lassen, sondern erst zwei Wochen vor der naechsten Chemo – Runde. Wann immer die auch sein wird. 🙂

  2. Sebastian sagt:

    Das sid ja sehr gute Nachichten, erstmal Krebsfrei zu sein.Einer meiner besten Freunde hatte und hatt noch ein Gehirntumor den man nicht ganz entfernen konnte. Er muss auch jede 3 Monate zum CT skan aber so geht es ihn ganz gut. Bei ihn waren die Nebenwirkungen von der chemo in wenigen Wochen weck, also nicht in 2 – 3 Monaten sondern viel weniger. Das paradoxe bei ihn ist das er sich sehr geflegt hatt ( Ernehrung, nicht trinken, rauchen , usw ) und trotzdem hatt er das bekommen.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Nicht jede Chemotherapie ist gleich, denn es gibt zahlreiche verschiedene. Man kann die Eine nicht mit der Anderen vergleichen. Genau so wenig wie man den einen Patienten mit einem anderen vergleichen kann.

      Bei der Chemotherapie in der Onkologie war ich fit und andere, welche dieselbe Chemo hatten wie ich, lagen halbtot im Sessel.

      Es kommt immer auf den Individualfall drauf an und ehe bei mir das Gift aus dem Koerper ist, muss ich vermutlich wieder neu antreten.

      • Miriam Woelke sagt:

        B“H

        Es spielt meistens keine Rolle, ob man raucht, trinkt oder sich gesund ernaehrt. Das hatte ich auch und trotzdem kam der Krebs.

        Bei vielen Menschen ist es genetisch. Wenn Elternteile an Krebs erkrankten, wie bei mir. Und wie mir ein Arzt sagte: „Das passiert halt und man kann gar nichts machen!“

        Es gibt kein Patentrezept, obwohl das immer in den Medien angepriesen wird.

  3. Susann sagt:

    Oh, my.
    Ich weiß eh nicht, wie Du die ständige Unsicherheit wegsteckst, das erfordert sicher enorme mentale Stärke.
    Ich kann mir das Video gar nicht ansehen, meine Mutter hat Waldenström, bei dem die Blutbildung gestört ist, und wobei man ab einem bestimmten Blutbild mit einer Chemotherapie kontert. Die Blutwerte meiner Mutter sind momentan noch okay, aber es läuft auf eine Chemo raus, und der Gedanke macht sie und uns Kinder fertig, mal ganz abgesehen von der längerfristigen Prognose bei Waldenström.
    Aber mit Dir freue ich mich jetzt erst mal mit und wünsche Dir, wie schon gesagt, dass der Verlauf positiv bleibt!

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Sagen wir mal so: Ich habe mich dran gewoehnt, denn es wird nicht mehr anders werden.

      Meine Blutwerte sind auch okay. Klar, liegen einige Werte extrem hoch oder extrem niedrig, doch das verursacht die Chemotherapie und das soll, laut meinem Onkologen, voellig normal sein. Nur meine Blutplaettchen liegen gefaehrlich hoch und deswegen muss ich jeden Tag eine Aspirin – Tablette nehmen.

      Waldenstroem musste ich erst einmal googeln. 🙂 Meine Krebsart (Leiomayosarcoma) musste ich allerdings auch erst googeln. 🙂

      Zur Chemotherapie kann ich sagen, dass sie nicht so schlimm ist, wie in den Medien oder sonstwo dargestellt. Zuerst muss der Patient in der Onkologie jedesmal zum Bluttest und man bekommt den IV im Arm verpasst. Funktionieren sie Venen mit dem IV nicht, so wird ein Port eingesetzt, was ein chirurgischer Eingriff ist und die Heilung dauert circa eine Woche.

      Nach der Blutabnahme wird auf das Ergebnis gewartet und dann schiebt eine Krankenschwester mehrere Beutel auf einem Metallgestell an. In den Beuteln sind Steroide sowie Mittel, welche akute Nebenwirkungen wie Erbrechen, verhindern sollen. Man kann ja nicht dasitzen und sich die ganze Zeit nur uebergeben. 🙂

      Dann dauert es erst einmal, bis die Fluessigkeiten aus den Beuteln in die Vene gelaufen sind. Erst danach erfolgt die eigentliche Chemotherapie mit weiteren groesseren Beuteln mit der entsprechenden Fluessigkeit.

      Man muss immer betonen, dass jeder Patient anders reagiert. Der eine Patient spielt mit seinem Smartphone oder bringt einen Laptop mit und schaut Filme, Der andere Patient liegt erschoepft im Sessel und ist total platt.

      Und nicht jede Chemotherapie ist gleich. Es gibt viele unterschiedliche Therapien und jeder Patient reagiert individuell. Was mir, zum Beispiel, hilft, muss einem anderen noch lange nicht helfen.

      Deshalb darf man niemals Vergleiche anstellen wie „Ja, so und so hat das aber so gemacht und dem hat es geholfen. Wieso geht das bei Dir nicht?“

      Jeder Koerper reagiert anders und jede Chemotherapie ist ein anderes Gemisch. Meistens bestehend aus zwei unterschiedlichen Chemikalien.

      Bei der ersten Behandlung war ich total aufgeregt, denn ich dachte, meine Freunde muessen mich im Rollstuhl rausschieben. So war es dann aber nicht, was mir die Krankenschwester im Voraus sagte.
      Es wird alles genau erklaert und auch die eventuellen Nebenwirkungen werden besprochen. Gegen Uebergeben gibt es Medikamente und ein staendiger Begleiter ist halt die extreme Muedigkeit. Die wenigsten Patienten sind in der Lage zu arbeiten. Es ist schwer, sich zu konzentrieren, denn die Augen fallen immer wieder zu.

      • Miriam Woelke sagt:

        Was ich noch vergessen habe:

        Eine Chemotherapie – Behanlung zieht sich ueber mehrere Stunden hin. Ich bin meistens morgens so gegen 8.30 Uhr da und verlasse das Krankenhaus gegen 15.00 Uhr.

      • Susann sagt:

        Vielen Dank für die ausführliche Info, falls es wirklich hart auf hart kommt weiß ich wenigstens, was meine Mutter erwartet! Kennst Du eigentlich von Crispin Iago sein „rational cancer“-Tagebuch, den es auch – mit einer anderen Krebsart – erwischt hat und der recht ausführlich darüber geschrieben hat – im Moment scheint es ihm besser zu gehen. (link: http://rationalcancer.blogspot.com/2017/03/chapters.html) Auch da fand ich sehr interessant, wie sehr da experimentiert wurde, um die Chemo dem Patienten anzupassen; aber generell tut sich da schon einiges in der Forschung, hatte ich den Eindruck.
        Wie immer wünsche ich Dir alles Gute und allen Segen!

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      In den USA laufen bereits Versuche, dem Krebspatienten seine eigene individuelle Chemotherapie zu geben. Hierbei wird die DNA analysiert und die Chemo angepasst. Das wird die Zukunft sein: Immer die DNA des Patienten auf die Chemotherapie abstimmen. In Israel laufen diesbezueglich auch Experimente. Das Tel HaShomer (Shiba) Hospital bei Tel Aviv betreibt eine Menge Krebsforschung auf diesem Gebiet.

      Normalerweise lese ich keine anderen Krebsstories, weil ich ja selber genug zu tun habe. 🙂 Was ich jedoch lese, ist ZED’s Blog auf Facebook: https://www.facebook.com/WalkingWithSarcoma/

      Hier beschreibt der Englaender Rob seinen Kampf gegen Sarkoma. Er hat zwar ein anderes Sarcoma als ich (es gibt ueber 50 verschiedene Arten von Sarcoma), aber ich finde seine Story interessant. Er ist circa 30, wohnt bei Leeds und hat Familie. Da er ein Krebsgeschwuer neben dem Herzen hat, was nicht herausoperiert werden kann, gaben die Aerzte ihm eine 12 – monatige Ueberlebenschance. Das hat sich jetzt allerdings wieder geaendert und er bekommt Bestrahlungen. Er hat also ploetzlich wieder eine neue Chance bekommen. Das ist immer so beim Krebs. Erst ist vieles aussichtslos und auf einmal tut sich eine neue Moeglichkeit auf.

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