Leben in Jerusalem

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Arbeitsunfähigkeitsausweis

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B“H
Heute früh war ich wieder einmal bei unserer lokalen Niederlassung der Bituach Leumi (Nationalversicherung) und reihte mich in die Warteschlange vor der Security ein. Man hatte mich vor einer Woche angerufen und gesagt, dass mein „Arbeitsunfähigkeitsausweis“ zur Abholung bereitliege. Zuerst wurde er mit der Post versandt, aber unser Briefträger hat, wie so vieles in letzter Zeit, einfach wieder zurückgeschickt.
Am Telefon wurde mir zwar gesagt, dass ich ja bloß bis zum Empfang bzw. der Nummernvergabe müsste und da liege dann der Brief abholbereit. Aber nichts war’s und ich bekam eine Nummer, um mich im Wartesaal niederzulassen. 🙂
Ich muss sagen, dass es heute echt voll war. Arbeitslose, Mutterschaft, Renten, Kindergeld, etc. Es gibt eine Menge Schalter und viel Security, denn manche Leute rasten echt aus, wenn sie kein Geld bekommen.
Es dauerte nicht lange und ich war an der Reihe. Der Angestellte fand den Brief und jetzt bin ich im Besitz einer 100% Arbeitsunfähigkeitskarte. Ausgestellt auf ein Jahr, denn alles ist zeitlich begrenzt. Ich selber will das auch begrenzt haben, denn eigentlich will ich mein normales Leben zurück und nicht ständig im Krankheitsfall verweilen. Bis auf Weiteres aber muss ich mich mit der Sarkoma – Krebserkrankung und der Chemotherapie abfinden. Ob ich will oder nicht, denn ich merke ja selber, dass ich ziemlich eingeschränkt bin, immer wieder sitzen muss und eben nicht mal so zum Supermarkt laufen kann.
Was genau ich mit der Karte machen kann, weiß ich noch gar nicht. Eine Broschüre war nicht dabei und so muss ich mal im Internet bei der Bituach googeln. Ich glaube, man bekommt kulturelle Veranstaltungen verbilligt oder sowas in der Art.
In Israel erhalten Krebspatienten in Behandlung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Voraussetzung ist, dass derjenige ärztlich diagnostiziert wurde und offiziell Krebspatient ist. Manchmal erlebe ich Leute, die sich eine Krebserkrankung nur einbilden und meinen, sie brauchen keine Behandlung. Genau das begreife ich nicht. Wie man solch eine Krankheit vortäuschen will bzw. sich einbildet, ohne dass die Krankheit wirklich vorhanden ist. Ich habe schon einige Leutchen bei der Bituach erlebt. Die waren vor mir an der Reihe und logen, dass sich die Balken bogen. Nur, um die Arbeitsunfähigkeit zu bekommen. Geholfen hat es ihnen nicht und sie flogen gleich wieder raus. 
Wirkliche Krebspatienten, und ich spreche da aus Erfahrung, wollen die Krankheit so schnell wie möglich loswerden. Andere wiederum bilden sich etwas ein und meinen, totkrank zu sein. Das ist schon ein ziemliches Paradox!

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