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Deutsche Denkweise im Gegensatz zur israelischen Realität

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B“H
Was so richtig nervt ist, wenn Deutsche (sowohl als auch andere Nationalitäten) zum Thema ISRAEL kommentieren. Dann wird die deutsche Denkweise einfach und bequem auf Israel übertragen und dementsprechend muss das dann da auch so sein. Deutsch denken und Israel auffordern, dieser Denke zu folgen. Tut Israel das nicht, bricht es zwangsläufig zusammen. Oder wir sind alle nur Rassisten und Vollidioten, weil wir halt dem deutsche Schema nicht folgen.
Kommen dann diverse Deutsche als Tourist ins Heilige Land, stehen sie nicht selten da, wie der Ochs vorm Scheunentor, denn was sie labern, interessiert hierzulande keine olle Sau. Um es mal drastisch auszudrücken.
Es herrscht eine komplett andere Mentalität und die Realitäten schauen anders aus als in der Tagesschau dargestellt. Wer keinerlei Ahnung von der Gesellschaft hat, der ist nicht imstande, anderen Ländern seine Meinung aufzuzwingen. Den Nahen Osten mit deutschen Augen zu sehen, ist eine einzige Katastrophe und hat mit dem Alltag nichts zu tun.
Ein kleines Beispiel, was Ihr in keiner Tagesschau findet. Wobei ich mit DENKWEISE, MENTALITÄT und GESELLSCHAFT nicht nur auf die Politik oder Konflikte anspiele, sondern vielmehr auf den gelebten Alltag und wie in Israel was funktioniert.
Heute vor einer Woche war ich bei meiner Krankenkasse, um einmal wieder etwas abzuklären. Dinge, die in Deutschland automatisch laufen, tun das hier eben nicht und um jedem kleinen Vogelschiss muss sich ein Israeli allein kümmern. Soviel zum Thema INITIATIVE ERGREIFEN, was bei uns im Land eine Selbstverständlichkeit ist.
Die Leiterin der Verwaltung schaltete sich ungefragt ein als ich einer Angestellten mein Anliegen vortrug und schwupps ging alles recht schnell. Wenn auch nicht perfekt und die Angelegenheit ist immer noch nicht komplett aus der Welt geschafft. 🙂
Nach einigem Hin und Her wartete ich vor dem Büro der Abteilungsleiterin, die da gerade eine andere Klientin bediente. Eine Araberin, die sich über den krankenkasseneigenen Hausarzt beschwerte. Und zwar saftigts. Ich habe denselben Hausarzt und war kurz zuvor noch bei ihm. Er ist Palästinenser und ja, wir kommen sehr gut klar und er ist sehr hilfsbereit mir gegenüber.
Die arabische Patienten im Büro der Abteilungsleiterin aber beschwerte sich wer weiß wie über ihn. Eine Araberin beschwert sich bei einer Jüdin über den arabischen Hausarzt. Und es kommt noch besser …
Sie liess sich an den direkten Vorgesetzten des Hausarztes verweisen, damit sie dort so richtig vom Leder ziehen kann. Wieder bei einem Juden.
Das israelische Paradox, wovon Leute im Ausland absolut keine Ahnung haben. Auf Ämtern, Krankenkassen und im gelebten Alltag kurven keine Touristen herum und wissen dementsprechend nichts vom Leben in Israel. Meistens kennen sie nur das Innenministerium zwecks Visa – Verlängerung, aber wer Israel verstehen will, sollte Staatsbürger sein und ein, mehr oder weniger, gutes bis perfektes Hebräisch sprechen. Kommunikation ist der Schlüssel in die Gesellschaft.
Wobei das allein auch wieder nicht ausreicht, denn oft sollte jemand Jude sein oder zumindest Moslem. Araber kapieren unsere Mentaliät besser als eingereiste Christen. Sorry, aber das ist nun einmal so. Und deswegen kommen Israelis sehr gut mit arabischen Ärzten klar. Araber mit Arabern offenbar weniger. 🙂

6 Kommentare

  1. Shlomo sagt:

    Das ist eines woran ich mich schnell als Oleh Chadash gewöhnen musste:
    Araber und Juden zusammen. Mein Hausarzt (säkularer) Jude, Augenarzt Araber, Krankenschwester wieder arabisch. Vermieter (säkularer) Jude, alle meine Haus-Nachbarn sind Araber. Terror? Null! Alle sehr freundlich.

    Ich floh 2018 wegen den ungehinderten arabischen Terror im Deutschland nach Israel, und treffe hier wieder auf Araber. Den Brocken musste ich erstmal schlucken, aber inzwischen ist es usus. So lange Araber nicht wie in Aachen zur Torah aufgerufen werden, hab ich mit denen in Israel kein Problem.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      In vielen Gebieten begegnet man staendig Arabern und Juden arbeiten mit ihnen zusammen. Das ist voellig normal heirzulande. Und wer zu einer Behoerde geht, sitzt nicht selten einem Moslem gegenueber, der eben fuer eine israelische Einrichtung arbeitet.

  2. Sebastian sagt:

    na ja…in ein Ohr rein und aus dem anderen wieder raus.
    Wir haben auch viele Turis hier wegen den Stränden und das Wetter. Manche benehmen sich gut und viele andere versuchen ihr denken , essen, kultur, usw. hier zu importieren und fangen an zu meckern wenn es nicht Schweinehaxe mit Kraut gibt um punkt 12:34 mittags weil das eben so sein muss.
    Also hier in Spanien, die medien reden sehr viel über den „Israel Konflikt“ ( wenn man das so nennen kann ). Das Gesammtbild ist sehr antisionistisch ( grentzt schon fast an Verschwörungstherien was die Medien so von sich geben ) und ab und dann mal wenn man die israelische Seite sprechen lässt, reden Organisationen wie Break the Silence . Es hatt auch kein Sinn mit solchen Leuten zu disutieren…manchmal habe ich es versucht in meinem Umfeld ( mit der Tankstellenfrau neulich weil das Thema zufällig rauskam 🙂 ) und das hatt allen keinen Sinn.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Selber treffe ich in den seltensten Faellen einmal auf Touristen, denn am Arbeitsplatz und auch sonst in meiner Umgebung gibt es keine. Diskutieren ist reine Zeitverschwendung, denn was wissen Aussenstehende von unserem Land. Deutsche vergleichen in der Denkweise zwanghaft alles mit Deutschland. Dann geht das Gemecker los und dass das in Deutschland alles ganz anders laeuft.

      Die Leute findet man in allen Altersklassen und es sind sehr viele junge darunter. Die kommen und machen einen auf rechthaberisch, weil sie meinen, alles zu wissen. Irgendwann hauen sie dann wieder ab und manchmal recht frustriert, wenn sie sehen, dass Israelis nicht nach ihrer Pfeife tanzen. Die Araber uebrigens auch nicht. 🙂

  3. Sebastian sagt:

    Meine Oma die in den 60″ in Marokko lebte ( damals Spanien ) kannte die Araber (oder Marokaner besser gesagt ), und auch die Hebräer die damals dort lebten. Wo Marokko seine Unabhängikeit proklamierte mussten alle Hebräer fliehen nach Israel. Meine Oma musste auch fliehen nach Ceuta. Meine Oma redet sehr gut von den Hebräer, sehr sehr gut, sogar einer meiner Grosstanten wurde mal von einen Marokaner ins Gesicht geschlagen weil er dachte sie wäre Hebrärin. Die Massmedia verkauft eine Sache die in ihren Ursprung anders ist, so meine Meinung. Nie habe ich ein gutes Wort von Arabern gehöhrt über die Hebráer aber andersrum schon. Das ist der grosse Unterschied.

    • Miriam Woelke sagt:

      B“H

      Israel ist voller Juden marokkanischer Abstammung, welche da, genauso wie kurdische, syrische, libanesische, persische oder auch irakische Juden immer noch ihren Traditionen nachgehen. Auch benutzen marokkanische Juden untereinander, oder zumindest viele von ihnen, einen marokkanisch – juedischen Akzent. Oder was man halt so marokkanisch nennt. Nicht direkt Arabisch und ein Palaestinenser meinte einmal zu mir, dass Marokkanisch der israelischen Juden hoere sich ja witzig an.

      Genauso reden viele persische Juden untereinander Farsi und kurdische Juden untereinander Kurdisch. Das Farsi der Iraner gleich einer Art Jodelgesang und klingt ueberhaupt nicht wie eine arabische Sprache. 🙂

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