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Aliyah: „Der Alltag eines nach Israel eingewanderten Juden“

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B“H
Es mag etwas verwirrend klingen, doch der nachfolgende Leserkommentar von Miri bezieht sich auf diesen Artikel bzw. einen weiteren Leserkommentar von Shlomo:

 

https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2018/11/06/leserfrage-abgezockt-in-jerusalem/#comments

 

Ich kann Shlomos Meinung absolut nicht teilen. Habe die ersten fünf Monate nach der Aliyah in Jerusalem gelebt und bin vom Vermieter gnadenlos abgezogen worden. Danach Umzug nach Ramat Gan, wieder Abzocke durch den Vermieter. Es hat eben nicht jeder das Glück, eine Wohnung von einem guten Freund mieten zu können. Leider gibt es hier Vermieter, die sich geradezu spezialisiert haben auf Ausländer (Olim, Studenten aus dem Ausland, etc.). Dazu die typisch israelische Mentalität, zu bluffen und/oder Druck zu erzeugen. Und wer die schwächeren Nerven hat, verliert. 
Die Preise in Israel? Sind eine einzige Frechheit! Klar, gibt es hier und da auch günstige Läden, wie die von Miriam erwähnten MAX STOCKs oder Rami Levi oder – noch besser – Osher Ad. Daran merke ich immer, dass es durchaus auch deutlich günstiger geht und alles andere nur Abzocke ist. Blöd bloß, dass Osher Ad auf die Tonnen an Lebensmittel spezialisiert ist, die Haredim so benötigen. Wenn man dann gerade mal 38qm zur Verfügung hat und allein lebt, mag man nicht diese Mengen bevorraten. 38qm für NIS 3.100 kalt plus Arnona und Bills (EUR 800-900). Die muss man als Einkommen aber auch erst mal aufbringen können. Stromrechnungen dann im Sommer/Winter gerne mal bei NIS 800 wg. AC/Heizung. 
Tja, und dann die Gehälter hier! Die besagten NIS 3.100 zzgl. Nebenkosten muss man erst einmal verdienen. Wenn man die Sprache nicht richtig beherrscht, wird es da schon recht eng mit ordentlich bezahlten Jobs. Ich habe vor rund zwei Jahren Aliyah gemacht (ich bin eine der von Shlomo erwähnten Olim), weil mir ein Job angeboten wurde. Naiv und unbedarft wie ich war, habe ich nicht von Anfang an hart verhandelt. Denn dann hätte ich nun meine Schäfchen vielleicht im Trockenen. Dachte, ich könne nachverhandeln. Chef, der sich einbildet, mich gerade wegen der nicht fließenden Sprachkenntnisse in der Hand zu haben, weigert sich nun, seine Versprechen bzgl. höherer Position und höherem Gehalt einzuhalten. Das heißt, die Arbeit der höheren Position darf ich machen – zum Preis einer Tippse. Die Manager-Position und die Kohle hat jemand anderes eingeheimst. Jemand, der weiß, wie man hierzulande Druck erzeugt. Und so werde ich wohl Ende des Jahres diesem Büro den Rücken kehren und wieder nach Deutschland zurück gehen. Es sei denn, Chef wacht auf und besinnt sich auf seine Versprechen. 
Das ist Israel, und wenn man die Spielregeln nicht kennt, dann hat man verkackt! Aber um es klarzustellen: Ich liebe dieses Land heiß und innig. Es war und ist und wird auch immer etwas ganz Besonderes für mich sein. Ich bin Israeli, ich kann jederzeit wieder herkommen, und vielleicht tue ich das auch, wenn ich in Rente gehe. Mit einer netten deutschen Rente, mit der man – ausbezahlt nach Israel – dann auch ganz manierlich leben kann. Aber für einen lächerlich niedrigen Lohn arbeiten, in einem völlig überteuerten herunter gekommenen Wohnklo leben und ständig auf der Hut sein vor den hiesigen Abzockern – DAS ist definitiv nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte! 
Also, Shlomo: Warte einfach noch ein bisschen mit dem Kauf/Bau von Hausrat/Möbeln. Vielleicht darfst Du meine Sachen schon bald übernehmen?
Generell aber möchte ich gerade diesen Leserkommentar von Miri nutzen, um nochmals auf den normalen Alltag eines Neueinwanderers einzugehen. 
Was Miri beschreibt, kann ich, im Großen und Ganzen, bestätigen. Wobei ich betonen muss, dass ich keinem Juden in Deutschland oder anderswo die Aliyah nach Israel vergraulen will. Ganz im Gegenteil. 
Ich finde, dass jeder Aliyah – Willige sich mit der israelischen Realität im Vorfeld vertraut machen sollte, um hinterher keine bösen Überraschungen zu erleben. Darüber hinaus sollten viel mehr deutsche Juden in Israel den Mut aufbringen, über ihre hiesigen Erlebnisse zu berichten und nicht nur alles schönreden, um sich selber nicht als „Versager“ zu sehen. 
In jedem Land ist es so, dass man als NEUER erst einmal ankommen muss. Erfahrungen sammeln, ein neues Leben aufbauen. Neue Freunde, neue Arbeitskollegen, eine fremde Mentalität und dazu noch die Sprache, welche da aus völlig anderen Buchstaben besteht. 
Jahre vor meiner Aliyah habe ich in zwei Kibbutzim Ulpanim (Sprachkurse) belegt. Bezahlt aus eigener Tasche, was in den 80iger Jahren 300 Dollar bedeutete. Ich war in Kita Aleph (dem blutigen Anfängerkurs) und wenige Jahre später in Gimmel. Beth habe ich mit Absicht übersprungen, was sich in den ersten Wochen von Kita Gimmel als fatal erwies. Ich musste ackern wie doof, um in Gimmel mitzukommen und ich habe oft bis spät in die Nacht dagesessen und gebüffelt. Nach zwei Monaten hatte ich es geschafft und zog Gimmel konsequent durch. 
Kita Gimmel, die dritte Klasse, ist für Fortgeschrittene. Eine Stufe vor den Uni – Level Daled, Vav und Heh. Allein mit dem von der Regierung bezahlten Aleph – Kurs werdet Ihr nach der Aliyah kaum weiterkommen. Das hilft Euch bestenfalls etwas im Supermarkt, aber Konversionen werdet Ihr damit keine führen. In Aleph wird lediglich die Gegenwartsform sowie die Vergangenheit gelehrt. Die Zukunftsform nicht mehr und das gesamte Passiv fehlt Euch, wenn Ihr nicht weiterlernt. 
Es ist immer wichtig, Radio zu hören. Auch wenn Ihr kaum etwas versteht. Ihr müsst die Sprache hören und damit umgehen. Habt Ihr irgendwo einen Termin, macht Euch vorher mit dem Vokabular vertraut. Beispiel: Konto eröffnen, Girokonto (Ower ve’Shaw), Formular ausfüllen. Wobei Formulare grundsätzlich in hebräischer Sprache sind und kein einziger Angesteller wird sich mit Euch hinhocken, um Euch alles detailliert zu erklären. Das allein würde Stunden in Anspruch nehmen und dazu ist keine Zeit. 
Sehr wichtig: 
Denkt nicht immer „In Deutschland ist das aber so und so!“ 
Vergesst Deutschland. In Israel ist es anders und da hilft auch kein Jammern und Vergleichen.
Ihr seid jetzt hier und hier ist das nun mal so und so. Israel ist nicht Deutschland! 
Und, wie Miri, richtig sagt: 
In Israel gelten andere Spielregeln und wer die nicht checkt, wird scheitern. 
Das klingt hart, aber es ist nun einmal so. Es sei denn, Ihr kommt als Millionär und pfeift auf die hiesige Gesellschaft. 
Wer allerdings im israelischen Alltag bestehen will, folgt besser den Regeln. Jammern gibt es nicht. Entweder Ihr integriert Euch oder nicht. 
Wenn es mit dem Hebräischen hapert, ist das immer schlecht. Insbesondere im Berufsleben. Da kommt schon Panik auf, wenn das Telefon klingelt und man abheben muss. Nicht jeder Israeli ist super geduldig und im Alltag werden keine Ulpan – Floskeln benutzt, sondern es geht zur Sache. Slang und alle möglichen Redewendungen und so mancher Israeli fährt da mit einem Neueinwanderer Schlitten. 
Mein Tipp: 
Lasst Euch nicht herausfordern und bewahrt einfach die Ruhe. Jeder Neueinwanderer kämpft und irgendwann platzt der Knoten und es wird einfacher. Aber gebt nicht gleich nach den ersten Malen des „Angebrüllt werden“ auf. 
Es gibt sehr sehr viele Israelis, mit denen ich niemals zusammenarbeiten könnte. Insbesondere das absolut säkulare Geschwaddel von Tel Aviv, Ra’anana, Herzliya, Kfar Saba, Hod Hasharon, etc. Dieses kalte Karrieregetue geht mir total auf den Sack und mit derartigen Typen und Tussis kann ich gar nicht. 
Auch ich habe in Ramat Gan gewohnt. Wenn auch nur ein paar Monat. Mein Anfangsfehler war stets, in WGs zu ziehen. 
Warum Fehler? 
Weil die Wohnungen dann dementsprechend größer sind und mehr Unkosten auf einen Zukommen. Da ist das Allein – Wohnen in einer kleinen Bude billiger und man muss sich nicht mit den Schutafim (Mitbewohnern) herumärgern. 
Normalerweise geben Vermieter einen Standard – Mietvertrag aus. In englischer Sprache habe ich den noch nie gesehen. 
Dennoch, es gibt diesen allgemeinen Standard – Mietvertrag und ich habe so einen. Zwei Bürgen mussten mit unterschreiben und jedes Jahr wird der Vertrag erneuert. Auf ein weiteres Jahr. Für 25qm + Balkon zahle ich 2500 Schekel (circa 600 Euro), was sehr günstig ist für den Luxusstadtteil Abu Tur. 
Und selbst diese 2500 Schekel müssen erst einmal verdient sein. Wobei die Summe nur die reine Miete beinhaltet und KEINE Nebenkosten, welche sich da nochmals auf mindestens 800 – 900 Schekel belaufen. Inklusive mein eigenes WIFI, Arnona (Grundsteuer), Strom, Wasser, Gas, etc. Va’ad Bayit (Hausmeisterdienste, etc.) haben wir bei uns im Haus nicht. Ansonsten zahlen fast alle Mieter einen Batzen Va’ad Bayit. Vor allem dann, wenn im Haus ein Aufzug (Ma’alit) vorhanden ist, ein Garten gepflegt werden muss oder im Winter eine Zentralheizung angestellt wird. Dann Gnade jedem G – tt mit dem Va’ad Bayit. Sucht Euch lieber ein Haus ohne Aufzug. 🙂 
Und wie bereits erwähnt: 
Geht zu den Discountern Rami Levi, Osher Ad, Victory, etc. Im Vergleich zum Aldi ist es dort immer noch teuer, aber billiger kriegt Ihr es in Israel nicht. Kocht Euch daheim Euren Kaffee und das Essen und vermeidet ständiges Auswärtsessen oder Pizza bestellen. Da zahlt Ihr ein Schweinegeld für und kein Otto Normalverbraucher kann sich das leisten. 
Es tut mir leid, dass Miri sich so entscheidet. Andererseits kenne ich die Situation aus eigenen Erfahrungen aus den 90iger Jahren. Damals lebte ich mehrere Jahre in Israel und hatte immer wieder die Schnauze voll. Dann fragt man sich, warum man sich das antut und in Deutschland ist es besser. Zumindest zur damaligen Zeit. 
Wozu in Israel wie doof ackern und kaum etwas verdienen, wenn in Deutschland der Aldi wartet? Wozu in Israel so viel Geld für die unverschämt teuren Lebensmittel ausgeben, wenn beim Aldi alles ein paar Cent kostet? Irgendwann reicht es einem und man will zurück ins bequeme Deutschland. Diese Phasen kenne ich zur Genüge und deshalb bin ich vor meiner Aliyah immer hin und – hergereist und gezogen. Mal dort und dann wieder hier. 
Nach mehr als 20 Jahren Israel habe ich für keinen Neueinwanderer ein Patentrezept. Und ich bezweifele, dass es sowas gibt, denn jeder Mensch ist anders. Eine Menge hängt von Eurer Sprachgewandtheit und Eurem Anpassungsvermögen ab. Von Eurem Beruf und der Fähigkeit, irgendwo wieder ganz tief weit unten anzufangen. Das ist keine Schande und fast alle Neueinwanderer gehen durch diese Phasen. Manchmal nicht nur kurzweilige Phasen, sondern viele Jahre. 
Gut, man kann alles bereuen oder versuchen, mit der Situation klarzukommen. Ich selber verdiene nicht die Welt, doch ich bin mit dem zufrieden, was ich habe. Ich habe sehr gute Freunde und zwei gute Arbeitgeber. 
Ja, auch das gibt es! 
Nach all den Jahren habe ich mich an Israel gewöhnt und ich kann mir mittlerweile kein Leben in Deutschland mehr vorstellen. Allein die Mentalität ist mir fremd geworden.
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2 Kommentare

  1. Shlomo sagt:

    Dann bin ich grad in einer Art Glücksphase, denn echte Probleme wie ihr beide beschrieben (Miri + Miriam) habe ich noch nicht.

    Das Wichtigste für mich ist eine bezahlbare Unterkunft. Die habe ich zur Zeit die nächsten fast 5 Monate noch, denn nach Sal Klita habe ich entweder seit mindestens 2 Monaten neben Ulpan einen Halbtagsjob oder ich muss in eine günstigere Hütte. Von nur ca. 1400-1500nis (Pflichtzahlung aus D) kann man nicht in IL leben.

    Strom/Wasser verbrauche ich fast gar nicht, eben nur fürs aller nötigste. Heizung ja, aber erst wenns richtig kalt wird. Bis dato ziehe ich alles an was „wärmt“. Zur Not gehts dann eben mit ein paar T-Shirts, Hemd, Pullover, Jacken (plural) und bevor ich E-Heizung einschalte, dann funktioniere ich mir meinen Winterschlafsack (bis -26 Grad extrem) um. Friere eigentlich nur, wenn ich für mein Schachres für ca. 20min Tefellin anlege. Nun, irgendwie gehts immer für die paar kalten Monate, die ich mir ganz bewusst für meine Aliyah auswählte.
    Und eben 1x/Woche duschen und sonst halt kalt am Wasserhahn, geht auch recht gut.
    Alle weiteren Kosten, da helfen mir andere, dass mich die nicht auffressen.

    Wenn alle Stricke reißen, wenn jobmäßig nichts funktioniert und auch nicht mein geplanter Bierimport bis dato zum Laufen kommt (fast alle Lizenzen schon vorhanden), muss ich halt wieder nach D und dort neue Penunzen ansparen.
    ABSOLUT UNGERNE, denn ich liebe inzwischen die isr. Mentalität und jedes noch so kleines Erfolgserlebnis wieder ein Stückchen mehr integriert zu sein. Doch ein festes Dach übern Kopf hat bei mir absolute Priorität. Ist das nicht vorhanden, muss ich den Notausstieg „D“ nutzen. Ein Freund sagte mir zu, das Flugticket vorzufinanzieren, wenn alle Stricke zum Zuhause Bleiben reißen sollten.

    Höre gelegentlich, es hat mal jemand eine Mini-Buzze für wenige Hundert nis, also mir würden auch 5 qm reichen, hab schon mal einige wenige Jahre so klein gewohnt. WC so klein, dass man nur Rückwärts rein gehen konnte, um es nutzen zu können (kein Scherz), „Küche“ an Wand zum Ausklappen übern Bett und nur Kaltwasser. Dazu einige Glasbausteine als Fenster und keine Heizung. Reicht mir völlig wenn entspr. günstig.

    Hab mal fast ein halbes Jahr lang obdachlos leben müssen, nochmal will ich das nicht erleben, schon gar nicht in einem Land dessen Sprache ich fast (noch) nicht spreche, wenn man von meinem „Propheten-Iwrit“ absieht.

    Wenn irgend wie möglich will ich dennoch meine 18 Monate durchziehen und durch möglichst alle Ulpanim kommen, denn danach müsste ich dafür selber blechen. Denn ein Bleiben in D ist für mich indiskutabel, dazu habe ich mich schon in diesen wenigen Wochen an Israel gewöhnt, anderswohin möchte ich nicht mehr.

    Nicht mein Job in Israel wie z.B. bei Miri ist davon abhängig, sondern alleine ob ich den Überlebenskampf gewinne. Und ja, ich erinnere mich nicht, jemals etwas Begonnenes Großes (z.B. mein PA-Großhandel Anfang der 90er) bei ersten heftigen Problemen in den Sand gesetzt habe. Irgendwie hab ich immer meinen Weg gefunden

    Nochmal meine Aliyah-Hauptgründe
    1. Nie wieder schutzlos den täglichen Übergriffen durch durchgeknallte Muslime erleben müssen.
    2. Unter den Meinesgleichen zu leben, die es kaum in D gibt.
    3. Endlich frei sein, normal wie in meinem D-Wohnung, frei auf der Straße laufen zu können.
    4. Mein D-Alltag hatte garkeine Probleme, ich lebte einfach. Unterbrochen von Schabbotot oder Chagim, aber mehr war da einfach nicht. Bekam alles zum Leben was ich brauchte, aber sonst war da nix mehr. Keine nennenswerten Probleme, keine Ziele, kein Garnichts. Wenn ich mir vorstelle, so sieht mein Leben die nächsten 60 Jahre aus, … dann bedanke ich mich.
    Daraus resultierte eben mein 4. Hauptgrund: Ziele haben, echte Probleme bewältigen, Stress im Überlebenskampf zu erleben, meinetwegen bis 18 Stunden täglich, dann schmeckt das Brot auch wieder.

    Möglichst schnell mich integriert zu sehen ist dabei mein Hauptziel. Also Ulpan büffeln bis‘ qualmt, hebr. Internet-Radio hören, klar, mache ich schon seit einigen Jahren. Immer wieder Versuche bei a7.org zu lesen oder hebr. Printmedien (bin bei FB seit 1/2 Jahr auch in einer hebr. ‚Raspberry Pi‘ – Gruppe), und wenns nur Anleitungen auf Packungen sind. Danach vergleichen mit G-Übersetzer (Foto), obs richtig war. Mir macht das Freude, endlich hab ich eine Aufgabe, und schon mit dem bisschen Lernen bin ich ein wenig glücklicher. Auch wenn ich manchmal mit einem „hab nix verstanden“-Gesicht komme.
    Hoffentlich kommen noch mehr Hürden, sofern die nichts mit Obdachlosigkeit zu tun haben.

    Ach ja, es schlich sich noch ein 5. Hauptgrund ein, aber erst kurz vor Aliyah-Flug:
    5. Der Fluch bzw. die Strafe „Galut“ ist beendet.

    Also, summa summarum bin ich mit meiner augenblicklichen Situation schon ein wenig zufrieden. Um zufriedener zu werden brauch ich einen Halbtagsjob. Aber auch da bin ich zuversichtlich, dass ich trotz meines fortgeschrittenen Alters und noch nicht so richtig meine 100% auf den Beinen (nach langer Krankheit) etwas Gutes finden werde, womit ich zufriedener sein werde.
    Und richtig glücklich bin ich, wenn der Bierimport funktioniert und lauft, dann bin ich in meinem Element. Idee kam von einer Brauerei meines Lieblingsbieres, das noch nicht nach Israel importiert wird. OK, Im-/Ex-Port ist Neuland für mich, aber nicht unmöglich das inkl. isr. Gesetze auch noch zu lernen.

    Auch habe ich andere große Ziele in IL, einer davon ein Kindheitstraum:
    Israel der Länge nach mit einem Bike (heute E-Bike) durchqueren, wofür ich allerdings Etappen einplane, denn ansonsten bräuchte ich dafür 1-3 Monate, je nachdem was ich zwischendurch sehen will. Aber es geht nur eines von beiden: Entweder fest im Berufsleben oder durch Israel radeln. Oder ein Mix aus beiden, eben etappenweise durch das Land.

    Mal sehen was kommt, aber erstmal viel machen, was mich ideal integrieren lasst.

    Kurz zu mir:
    63y alt, single und glücklich damit, mehrere Berufe gelernt, u.a. Elektriker/Elektroniker, Kaufmann, lange in Gartenbaubetriebe gejobbt, nebenbei Ausbildung zum Strahlenschutz (Ja, ich weis, aber Dimona stellt höhere Ansprüche), gearbeitet je einige Jahre als Schuster (Leder-Erfahrungen), Boden- und WC-Kosmetiker, Strassenputzer, Dozent (IBM+E-Technik f.B.), Tellerwäscher bzw. Großküchenjunge, Antiquitäten – Restaurator… Nur Kellnern konnte ich nie. Ach, fast vergessen: 32 Jahre aktiv Karateka und viele Jahre auch als Selbstverteidigungs-Trainer gejobbt.

    Aber ich denke, mit meinen E-Fachkenntnissen fahre ich in IL am besten. Ggf. lasse ich meine D-Staatliche Ausbildung die der isr. Kriterien anpassen.

    So, das wars erstmal von mir und in meiner Heimat, in Erez Israel.

    Vielen Dank.

  2. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Also, ich bin nun wirklich niemand, der Geld verprasst. Einen gewissen Lebensstandard aber muss ich haben. Und dazu gehoert eine taegliche Dusche!!!!!

    Einmal in der Woche duschen und den Rest am Wasserhahn? Igitt!!!!

    Da moechte ich Dich mal im Sommer sehen, wenn wir taeglich ueber 30 Grad haben. 😦

    Jeden Abend wird bei mir heiss geduscht, sonst geht gar nichts.

    Und so richtig spartanisch?

    Ich denke, dass jeder Mensch ein paar Ansprueche hat und nicht nur auf 5qm leben will. Einer kann das, der andere wird dabei total irre und dreht durch.

    In meiner 2 – Zimmer – Bleibe hat sich viel Krempel angesammelt. Hunderte Buecher, ich habe ein grosses Bett, Schreibtisch, Kuechenmobiliar und von Freunden gerade einen neuen Schreibtischsessel bekommen. Fast neu, aber bei denen ausrangiert.

    Eigentlich braeuchte ich mittlerweile 3 Zimmer. 🙂

    Und dabei lebe ich in gewissem Masse spartanisch. Jedoch mit einer funktionierenden Dusche. Ohne Duschen wuerde ich ja die totale Krise kriegen.

    Wenn man Deine Einstellung hat, kann das vielleicht durchgezogen werden. So mancher Neueinwanderer aber kommt mit Familie. Sprich mit Kindern. Und da sind solche spartanischen Gedanken absolut fehl am Platze.

    Bezueglich eines Halbtagsjobs:

    Damit allein koennte ich meine Kosten nicht decken.

    Ab dem naechsten Mittwoch soll es in und um Jerusalem richtig kalt werden. Nur 15 Grad am Tag, was fuer Deutsche noch recht warm klingt. Aber dazu Wind und heftige Regenguesse. Und fuer Jerusalemer Verhaeltnisse bedeutet das kalt und nass. Viele Leute, auch in Neubauten, haben undichte Fenster und Daecher und wenn dann der Wind richtig blaest, mein lieber Herr Gesangverein. Da bedarf es einer Heizung. Wenn auch nur einer kleineren Elektrischen oder einem Radiator.

    Spaetestens am Mittwoch wird bei mir die Heizung angestellt, denn ich hocke nicht im Kalten mit drei Jacken. Da gebe ich dann lieber etwas Geld aus, aber an den Grundbeduerfnissen spare ich gewiss nicht.

    Der Strom kostet eh nicht viel und als Einzelner verbraucht man auch nicht viel Wasser. Aber an diesen Dingen noch sparen – nee, da zahle ich lieber.

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