Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Wie verhalten sich Israelis bei Raketenalarm?“

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B“H
So genau kann man die Frage nicht beantworten, denn beim Raketenalarm kommt es immer darauf an, wo genau im Land jemand wohnt und ob bei demjenigen vor Ort Alarm ausgelöst wird.
Kleines Beispiel:
Die Hamas schoss allein heute mehr als 100 Raketen auf Israel. Es gab sogar Alarm in Beersheva.
In den Orten direkt um den Gazastreifen herum wird der Raketenalarm anhand einer Tonbandaufnahme ausgelöst. Eine weibliche Stimme, welche immer wieder die Worte ZEWA ADOM, ZEWA ADOM – Farbe Rot“ wiederholt. Es gibt dort deswegen keine Sirenen, da in diesen Orten seit mehr als 15 Jahren der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zum Alltag gehört und die Leute nicht ausflippen sollen, wenn jedesmal eine Sirene dröhnt. Stattdessen sollen die Leute ruhig gehalten werden und deswegen die weibliche Stimme.
Entweder man hat einen Bunker daheim. Dann muss dieser innerhalb von circa 15 Sekunden aufgesucht werden. In Sderot und Umgebung befinden sich überall Betonschutzräume. Manchmal auch nur dicke Betonröhren, in die sich die Leute stellen. An jedem Spielplatz, an jeder Bushaltestelle, etc. gibt es diese dicken Betonblockaden, in die sich die Menschen stellen.
Wer daheim ist und keinen Bunker hat, setzt sich ins Treppenhaus. Die Idee dahinter ist, dass dann der etwaige Fluchtweg einfacher sei.
Man darf nicht vergessen: Eine ganze Generation ist mittlerweile so aufgewachsen.
Nehmen wir an, jemand ist in Jerusalem oder Tel Aviv auf der Straße und es gibt Raketenalarm. In diesen Orten dröhnen die Sirenen und es gibt kein ruhiges ZEWA ADOM.
In dem Fall sollte sich ein Passant an eine Mauer stellen oder in ein Haus rennen. In ein Geschäft oder Cafe. Was halt gerade so da ist.
Mir ist das vor vier Jahren mit Freunden passiert und wir sind in die Burgers Bar in der Emek Refa’im Street nebendran gelaufen. Die ganze Bude war schon voller Passanten und alles wartete den BUUMMM ab, um wieder hinaus zu können.
Es gibt nur Warnungen, jedoch keinen Sirenenton mir einer Entwarnung. Sobald der Bumm erfolgt, sollte erst einmal Ruhe sein. Man hört die Rakete runtergehen und explodieren.
Wenn ich daheim bin – unser Haus hat im Erdgeschoss einen Bunker. So, wie fast jedes Haus in Israel.
Ist, wie gesagt, kein Bunker zur Hand und man hat ja nur 15 – 30 Sekunden Zeit, Schutz zu suchen – so stelle man sich an eine Mauer oder an oder in ein Gebäude. Wenn die Rakete nicht weit entfernt explodiert, gibt es eine Menge Splitter und davor soll man sich auch noch schützen.
In Israel wissen bereits die Kindergartenkinder, wie sie sich zu verhalten haben.
Hier in Jerusalem ist alles ruhig. Nicht weit von mir entfernt ist am Kulturzentrum Alter Bahnhof Halligalli. Viele Kinderattraktionen, Restaurants, alles ist gerammelt voll. Das Leben im Land geht ganz normal weiter. Das ist das Paradoxe hier. 🙂

 

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