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Die neue amerikanische Botschaft in Jerusalem

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Photo: Miriam Woelke

Bild oben: Beitar Street mit feierlicher Beflaggung

 

B“H
Nachdem diverse deutsche Medien alles Mögliche über die zukünftige amerikanische Botschaft in Jerusalem behaupten, war ich heute nach der Arbeit einfach mal dort und habe photographiert. Deutsche Medien können jemandem, der die genaue Umgebung nicht kennt, dass da die angeblich so armen Palästinenser unter der Botschaft und Donald Trump so furchtbar leiden.
Schwachsinn, denn das recht große Areal diente bislang viele Jahre als amerikanisches Konsulat und wird einfach nur zur Botschaft umfunktioniert. Es wird also nicht viel anders, außer das der Name von KONSULAT in BOTSCHAFT umgetauscht wird.
Jerusalem hatte bislang drei amerikanisch Konsulate: Eines in Ostjerusalem, ein zweites in der Agron Street (gegenüber vom Independence Park). Das Konsulat in der Agron dient mehr für Wirtschaftsbeziehungen und alles, was das Thema angeht. Das dritte Konsulat zugänglich für die Öffentlichkeit befindet sich im Stadtteil Arnona. Nahe Beitar / Lankin Street. Und genau in dem Konsulat wird am kommenden Montag die US – Botschaft eingeweiht.
Der Stadtteil Arnona ist alles andere als billig und liegt zwischen Abu Tur, Armon HaNatziv, Baka und Talpiyot.
Die Palästinenser von Zur Bacher leben ziemlich weit weg und ihre Häuser sind in der Ferne auf den Hügeln zu erkennen. Ansonsten ist das Gebiet um die Botschaft absolut israelisch.
Beim Photographieren traf ich auf zwei Amerikanerinnen, die gleich nebenan wohnen und die berichteten mir, dass das gesamte Areal des Konsulates ursprünglich dem Kibbutz Ramat Rachel gehörte. Bis das Gelände an die Amerikaner verkauft wurde.

 

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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Nochmals Beitar Street und das neue Botschafts – Schild.

 

Von mehreren gebürtigen US – Amerikanern hörte ich heute, dass es in den USA ein Gesetz gibt, welches festlegt, dass in US – Botschaften lediglich lokale Bewohner angestellt werden dürfen. Heißt, Einheimische aus dem jeweiligen Land, die KEINE amerikanischen Staatsbürger sind. Beispiel: In der US – Botschaft von Tel Aviv arbeiten nur Israelis, die keine Amerikaner sind.
Wie das bislang bei der US – Botschaft in Tel Aviv genau gehandhabt wurde, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass das amerikanische Konsulat in Arnona ausschließlich Palästinenser (ohne US – Staatsbürgerschaft) beschäftigt. Amerikanische Diplomaten besitzen Entscheidungsgewalt, doch die einfachen Büroangestellten sind Palästinenser. Warum keine Juden angestellt werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Somit würden die Palästinenser bei der angekündigten Randale in der kommenden Woche gegen ihre eigenen Arbeitsplätze demonstrieren. 

 

 

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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Lankin Street in Arnona – Kein Stadtteil in dem sich Leute mit wenig Geld niederlassen, wie man sieht. 

 

Als ich heute Nachmittag die Gegend um die Botschaft photographierte, waren eine Menge Kamera – Teams unterwegs. Vermutlich aus dem Ausland, denn ab der nächsten Woche wird das Photographieren nicht mehr so einfach sein wie noch zu Konsulatszeiten.
Weiter oben am Konsulats – / Botschaftskomplex sah ich heute schon Security Leute stehen und bin soweit erst gar nicht mehr gegangen. Bis vor einiger Zeit war das alles noch möglich.
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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Ein kleiner Teil der US – Botschaft mit festlicher Beflaggung

 

 

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Photo: Miriam Woelke

Photo oben: Die Gegend bei der Botschaft – Nicht billig und mit dem palästinensischen Zur Bacher auf den Hügeln weit im Hintergrund. Im Vordergrund ist alles israelisch.

 

Donald Trump wird am Montag nicht zur Einweihung der neuen Botschaft kommen. Stattdessen werden Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner erwartet.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Jeder darf also davon ausgehen, dass am Montag Sicherheitsstufe 1 in Jerusalem herrscht. Derech Hebron Street, Abu Tur, Arnona, Baka und Talpiyot dürften zeitweilig komplett gesperrt werden. Es sei denn, die Amerikaner reisen per Hubschrauber an. Dann könnten sie direkt neben der Botschaft landen.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Keine leichte Woche für Jerusalem: An diesem Freitag werden zahlreiche Straßen aufgrund des Fahrrad – Event SOVEV YERUSHALAYIM gesperrt. Am darauffolgenden Sonntag, dem 13. Mai, ist YOM YERUSHALAYIM (Jerusalemtag). Nachmittags werden wegen der Flaggenparade und Tausenden von Teilnehmern mehrere Straßen in der Innenstadt sowohl als auch Teile der Altstadt gesperrt. Und am Montag, dem 14. Mai wird die US – Botschaft feierlich in Jerusalem eröffnet.

 

 


1 Kommentar

  1. Avatar von Miriam Woelke Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Kleine Berichtigung: Jemand liess mich wissen, dass es sich bei dem palaestinensischen Stadtteil im Hintergrund nicht um Jabal Mukaber handelt, sondern um „Zur Bacher“. Ebenfalls arabisch.

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