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Tausende Israelis arbeiten sieben Tage in der Woche

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B“H
In Deutschland bekommt ein Arbeiter / Angestellter automatisch drei oder vier Wochen Urlaub im Jahr. Voll bezahlt mit gesetzlichem Anspruch.
In Israel hat, lt. Gesetz, ein Arbeiter / Angestellter einen jährlichen Urlaubsanspruch von ganzen 11 Tagen. Bezahlte 11 Tage und alles, was darüber hinaus geht, muss halt unbezahlt genommen oder Stunden vorgearbeitet werden.
Viele Israelis arbeiten von Sonntags bis Donnerstags. Dabei kommt es auf die Branche an, denn andere wiederum (mich eingeschlossen) arbeiten auch am Freitag. Dafür gibt es dann unter der Woche einmal einen Tag frei. Oder auch nicht.
Das Schlimmste ist, wenn jemand als Jude am Schabbat arbeiten muss. Sieben Tage die Woche ohne einen freien Tag. Säkulare Juden sind dazu bereit, denn sie brauchen das Geld. Die Lebenshaltungskosten in Israel sind sehr hoch und die Gehälter verhältnismässig niedrig. Kein Wunder also, dass wir immer wieder Rentnern begegnen, die mit über 70 Jahren noch arbeiten. Wie der Taxifahrer Schmulik im nachfolgenden Video, der da 72 Jahre alt ist und arbeiten muss, weil die Rente nicht reicht. Genauso wie seine Frau, die da in einem Laden schuftet.
Wer als Jude nach Israel auswandert, stellt schnell fest, dass die Leute viel arbeiten, aber wenig verdienen. So wenig, dass sie immer noch nebenbei Jobs machen. Wie putzen, an der Tankstelle arbeiten oder Nachhilfe geben. Mit Putzen kann jemand 50 – 60 Schekel pro Stunde verdienen. Das sind circa 12 – 13 Euro. Gutes Geld und wer kann, der tut das nebenbei oder hauptberuflich, wie der erste Interviewpartner im Video.
Jeder Israeli ist froh, wenn er mit seinem Gehalt durch den Monat kommt und nicht in den Dispo fällt. Besonders schwer wird das, sobald Kinder da sind. Allein die Miete verschlingt einen Großteil des Einkommens. Die Mieten sind hoch und die Wohnungen genauso knapp wie in Deutschland. Nur, dass es in Israel keine Schufa gibt und der Mieter bei der Vertragsunterschrift zwei Bürgen mitbringen muss. Dazu noch Gehaltsnachweise der letzten drei Monate und ein Sicherheitsscheck wird ebenso ausgestellt. In Israel läuft noch sehr viel pre Scheckverkehr und in vielen Fällen auch die Miete.
Das nachfolgende Video zeigt, wie Israelis viele Stunden am Tag arbeiten, mehrere Jobs haben und doch nie viel Geld im Portemonnaie bleibt. Steuern? Okay, doch den Hauptanteil fressen Miete, Nebenkosten und andere Rechnungen wie Telefon, Internet, Strom, Wasser, Gas und Versicherungen.
Zwar haben Arbeitgeber die Pflicht, den Arbeitnehmer bei einer privaten Rentenversicherung anzumelden. Die staatliche Mindestrente im Alter wird von der Bituach Le’umi (Nationalversicherung) gezahlt und ist so gering, dass niemand davon leben kann. Also muss jeder Arbeitnehmer über den Arbeitgeber privat vorsorgen oder sogar noch eine zweite zusätzliche Rentenversicherung anlegen. Was er am Ende rausbekommt, ist nochmal eine andere Sache.
Am besten haben es die Staatsdiener, die da im Alter gut versorgt sind. Alle anderen Arbeitnehmer stehen halt dumm da und die Altersarmut ist auch in Israel ein großes Thema.
Wenn ich das hier alles schreibe, so beziehe ich mich auf Juden und Palästinenser, denn da wird keinerlei Unterschied gemacht. Die Arbeitsgesetze beziehen sich auf beide Kategorien, solange denn der Palästinenser israelischer Staatsbürger ist. Kommt er aus der Autonomie, ist er erst recht angeschmiert, denn dort herrscht Korruption und die Autonomiebehörde verleibt sich alles ein. Deswegen sind die Palästinenser aus der Autonomie heilfroh, wenn sie in Israel einen Job finden. Trotz der täglichen Pendelei und den Checkpoints. Am Ende aber macht sich das bezahlt.

 

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