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Leserfrage: „Was arbeiten Orthodoxe Juden in Amerika?“

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B“H
Nach wie vor zählen meine Artikel zum Orthodoxen Judentum und wie sich Orthodoxe Juden finanzieren, zu den am meisten gelesenen auf diesem Blog. Dabei berichtete und berichte ich zu dem Thema viel ausführlicher auf meinem religiösen Hamantaschen – Blog. 🙂
Und was ich dabei immer wieder wiederhole, sind die Definitionen zu allem, was man „Jüdisch – Orthodox“ oder „Ultra – Orthodox (Haredi)“ nennt. Ein Orthodoxer Jude, zum Beispiel, ist gar nicht immer als solcher von außen zu erkennen. Er kann mit Jeans und T – Shirt rumlaufen, hat eine Kipa auf dem Kopf und trägt Sandalen oder Sneakers. Gleichzeitig aber betet er regelmäßig, ißt koscher und hält den Schabbat ein.
Nicht nur in Deutschland stellt man sich Orthodoxe Juden eher als Hinterwäldler vor, die da lange schwarze Kaftane und komische Hüte tragen, sich vom Staat aushalten lassen und sonst auch noch ungebildet und arbeitsscheu sind. Dass es zahlreiche Unterschiede innerhalb der Orthodoxie gibt und dass ein Orthodoxer genauso gut eine Jeans anhat, wird gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Dann nämlich müsste man sich mit dem Thema auseinandersetzen und ddies wiederum ist den Leuten, insbesondere den Journalisten, zu kompliziert. Da werden dann lieber alle Orthodoxen Juden über einen Kamm geschert. Der deutsche Nachrichtenkonsument kennt ja eh die Unterschiede nicht und dann braucht sich auch kein Journalist die Mühe zu machen.
Nicht nur bei Orthodoxen Juden gibt es gravierende Unterschiede. Auch im Ultra – Orthodoxen Judentum ist nicht alles ein und dasselbe. Ganz zu schweigen davon, dass sich allein aschkenazische und sephardische Juden wesentlich unterscheiden. Nicht nur vom Äußeren her, sondern auch in ihren Bräuchen und diversen rabbinischen Auslegungen (wie, u.a., das rituelle Schächten eines koscheren Tieres).
In der Regel arbeiten Orthodoxe Juden und gehen auch zur Armee. In der Ultra – Orthodoxen Gesellschaft Israels wird mehr gearbeitet als Außenstehende das annehmen. Die Armee wird aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Nicht nur immer aufgrund antizionistischer Ideologien, sondern aus dem Grund, dass es keine reinen Ultra – Orthodoxen Armeeeinheiten gibt. Jedenfalls noch nicht. Klar existiert eine sogenannte NACHAL HA’CHAREDI, doch diese Einheit war nur zu Beginn ihrer Gründung „haredisch – Ultra – Orthodox“. Kurz darauf wurde die Einheit mit nationalreligiösen Juden besetzt und schon war der einstige haredische Charakter dahin.
Aber die Leserfrage lautet ja, was Orthodoxen Juden in Amerika arbeiten. Die Antwort darauf lautet: Alles Mögliche. Vom Fabrikarbeiter bis hin zum Anwalt, Arzt oder Psychologen ist alles vertreten. Und die Ultra – Orthodoxie Amerikas arbeitet mehr als ihr Gegenpart in Israel und ist teilweise auch besser qualifiziert.
Aber auch hier in Israel finden wir Orthodoxe und Ultra – Orthodoxe Anwälte, Ärzte, Manager, Broker oder Unternehmer. Die größte israelische Optikerkette Halperin ist fest in Orthodoxer Hand. Und die Startup Branche boomt selbst innerhalb der Orthodoxie.
Es ist extrem wichtig, Orthodoxie und Ultra – Orthodoxie zu unterscheiden, denn, wie gesagt, nicht jeder Orthodoxer Jude ist auf den ersten Blick als solcher zu erkennen. Ultra – Orthodoxe Juden hingegen schon.
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