Leben in Jerusalem

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„Keine Arbeit, keine Jobs, keine Wohnungen“ – Viele französische Juden sind von Israel enttäuscht

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B“H
Gestern veröffentlichte das israelische Nachrichtenmagazin YNET diesen Artikel, in dem französische Juden, die nach Israel eingewandert sind, ihren Unmut ausdrücken:
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4958073,00.html
Israel sei keineswegs das Land, in dem Milch und Honig fließe. Hohe Lebenshaltungskosten, der Wohnungsmarkt ist leergefegt und Jobs seien auch nur schwer zu ergattern. Jedenfalls die, die auch einigermaßen gerecht entlohnt werden.
Und wie es in dem Artikel richtig heißt: Viele jüdische Neueinwanderer kommen mit zu hohen Erwartungen nach Israel. Kaum im Land, erleben sie die Realität und es ist alles andere als leicht, eine bezahlbare Bleibe und einen den eigenen Qualifikationen entsprechenden Job zu finden. So mancher Neueinwanderer muss von ganz unten anfangen und dazu ist heute kaum jemand mehr bereit.
Israel ist ein Land, in dem hart gearbeitet wird. Das Gehalt für die harte Arbeit kann man oft nur in der Pfeiffe rauchen. Die Miete frisst einen Großteil des Einkommens. Hinzu kommen alle möglichen Rechnungen und wer Kinder hat, muss auch noch Kindergarten und Schule zahlen. In Israel ist nichts umsonst.
Ich bin derzeit auch ziemlich viel am Arbeiten, was man auf meinen Blogs sehen kann. Es gibt Tage, da komme ich platt von der Arbeit und will nur noch essen und ins Bett. Dazu die Hitze, aber zum Schabbat soll der „Winter“ nochmal einkehren. 19 Grad Celsius am Schabbat und 13 Grad in der Nacht. Und vielleicht sogar Regen!
Klar, sollten jüdische Neueinwanderer vor ihrer Auswanderung nach Israel viel besser auf den Alltag in der neuen Heimat vorbereitet werden. Die Jewish Agency sowohl als auch die amerikanische Einwanderungsorganisation Nefesh be’Nefesh machen unter Juden massiv Werbung. Das Problem ist, dass wenn die Neueinwanderer erst einmal euphorisch aus dem Flugzeug steigen, sie oft alleingelassen werden. Insbesondere dann, wenn finanzielle Probleme auftauchen.
Anstatt den potenziellen Neueinwanderern die Realität zu verdeutlichen, wird nur herumgeschwärmt und alles superpositiv dargestellt. Nicht wenige Neueinwanderer kehren Israel nach kurzer Zeit wieder den Rücken, denn man will sich nicht erst jahrelang durchbeißen.
Israelis hingegen freuen sich über die Neueinwanderer, doch zeigen sich nicht selten genervt. Besonders dann, wenn die Neueinwanderer nur Forderungen stellen. Das geht gar nicht, denn Israelis müssen sich auch alles selber erarbeiten und kriegen nichts in den Hintern geschoben.
Gerade in diesen Tagen drücken zahlreiche Israelis in Online Leserkommentaren ihren Unmut gegenüber Neueinwanderern aus Russland aus. Die Russen waren noch nie besonders willkommen, denn viele von ihnen brachten Suff, Drogen, Mafia und Prostitution. Und erst in der letzten Woche befreite die hiesige Polizei einen russischen Teenager, der noch nie in seinem Leben außerhalb der Wohnung war. Seine Eltern hatten ihn sein ganz Leben lang im Haus eingesperrt. Noch dazu waren die Eltern Messis und kamen gleich erst einmal in psychiatrische Behandlung. „Russen halt!“, hieß es danach.
Und heute wurde bekanntgegeben, dass im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv ein russisches Paar verhaftet wurde, welches da den Nachbarn um die Ecke gebracht und die Leiche in einem öffentlichen Park vergraben hatte. Auch wieder Russen und dazu längst bei den Behörden als geistig schwer angeschlagen bekannt. Die Leserkommentare auf den Online News Sites lauten dann auch dementsprechend: Russen und was will man erwarten. Insbesondere sephardische Juden hetzen gegen die Russen. Allerdings fragt man sich auch, wer denn da aus Russland ins Land gelassen wird. Alkoholiker und Geisteskranke, die hier dem Sozialsystem auf der Tasche liegen. So die Kommentare!
Klar sind nicht alle Russen so, aber es gibt halt auffällig viele Negativstories.
Die Franzosen sind da anders, bleiben allerdings gerne unter sich. Schon allein wegen der gemeinsamen Sprache und Kultur. Bislang habe ich die Franzosen privat zugeknöpft erlebt. Dagegen sind Amerikaner und alle anderen Anglos offen und plaudern mit jedem. Von Deutschen im Land weiß ich nichts, da ich niemanden kenne. Mein Freundes – sowie Arbeitskollegenkreis besteht aus geborenen Israelis und Anglos. Deutsch rede ich nur mit meiner Katze. 🙂 Und die antwortet auch auf Deutsch: „Miau“. Nicht alle Tiere reden in anderen Sprachen so wie auf Deutsch: Im Englischen sagt ein Hund nicht WAU, sondern WUFF. Um nur mal ein Beispiel zu nennen. 🙂
Wer als Jude eine Aliyah nach Israel in Erwägung zieht, sollte sich schon im Voraus ausgiebig erkundigen. Vielleicht erst einmal als Tourist ins Land kommen und sich umschauen, denn nicht jeder kommt mit der hiesigen Mentalität unbedingt zurecht.
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