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Als der Iran und Israel noch Freunde waren

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B“H
Neulich erst verkündete Sigmar Gabriel, dass israelische Siedlungen einen neuen Krieg im Nahen Osten auslösen könnten. Wer sich mit den Fakten der Historie des Nahen Ostens auseinandersetzt weiß, dass diese Behauptung absoluter Schwachsinn ist. Siedlungen gab es schon immer und bis vor wenigen Jahren standen sie nicht auf der Agenda der Palästinenser. Zudem gab es schon immer Pogrome gegen Juden seitens der Araber. Schauen wir nur auf die arabischen Massaker von Juden im Jahre 1929 (Jerusalem, Zfat oder Hebron). Zehn Jahre zuvor gab es bereits Pogrome und in der 30iger Jahren noch einmal. Von Siedlungen war damals keine Rede, denn das Thema kam erst vor ein paar Jahren auf.
Wenn jemand hilfreiche Lektüre zum Thema „Israel und die arabischen Staaten“ sucht, kommt er am israelischen Journalisten Ronen Bergman kaum vorbei. In hebräischer Sprache gibt es tonnenweise Bücher zum Nahostkonflikt, der Politik, den Geheimdiensten, der Armee, den Kriegen oder dem Gefangenenaustausch. Leider wurden bislang nur wenige Bücher ins Englische übersetzt. Bei Ronen Bergman ist das anders, obwohl ich gerade eines seiner Werke aus dem Jahre 2007 in hebräischer Sprache lese und herausfand, dass es nicht in andere Sprachen übersetzt wurde.
In den ersten Kapiteln des Buches beschreibt Bergman die Freundschaft zwischen dem Iran und Israel zu Zeiten des Schah Reza Pahlevi. Der Schah kaufte massenhaft Waffen aus den US und aus Israel. Die hiesige Wirtschaft blühte und selbst die Fluglinie ELAL hatte in Teheran eine Niederlassung. Alles war Jubel, Trubel, Heiterkeit und es herrsche engste Zusammenarbeit. All das änderte sich im Januar 1979 als Ayatollah Khomeini mit der Air France aus seinem französischen Exil einflog und die Macht übernahm. Die Ölpipeline aus dem Iran direkt nach Israel hörte auf zu sprudeln und Tausende iranische Juden verliessen umgehend den Iran, denn sie erhielten Morddrohungen. Der israelische Geheimdienst sowie weitere kleinere Gruppierungen waren damit beschäftigt, iranische Juden zu überreden, nach Israel auszureisen. Allein dieses Unterfangen war gar nicht einmal so einfach, denn vielen Juden ging es im Iran super. Sie waren wohlhabende Geschäftsleute und man wollte nicht so einfach ins Ungewisse abhauen. Eher wurde der Ayatollah als kurzweilige Modeerscheinung gesehen und der Schah werde schon bald heimkehren und dem Ayatollah in die Kutte treten.
Selbst der damals wohlhabenste Jude im Iran weigerte sich, das Land zu verlassen, denn er habe ja immerhin einflussreiche muslimische Freunde. Kurz darauf wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Es herrschte ein heilloses Durcheinander im Iran und es gab keinerlei Ansprechpartner mehr. Ehe Khomeini die volle Macht an sich riss, blühte die Korruption. Selbst nach der Machtübernahme bestachen israelische Offiziere stationiert im Iran hohe Beamte Khomeinis, damit weiterhin Juden den Iran verlassen konnten. Bis heute geht dies nur über Drittländer wie Griechenland oder die Türkei, denn es existieren keinerlei Direktflüge zwischen Tel Aviv und Teheran.
Heute leben immer noch mehrere Tausend Juden im Iran, doch ausreisen wollen sie immer noch nicht. Man gibt sich bescheiden, unterwirft sich der Scharia (Frauen laufen verschleiert herum) und falle halt nicht auf. So werde man vom Regime in Ruhe gelassen. Iranische Juden leben mit der Angst, wollen aber dennoch bleiben. Sie wissen nicht, was sie in Israel erwartet und in die Sozialhilfe wollen sie nicht. Da doch lieber dort bleiben, wo man sein Auskommen hat. Selbst wenn es der Iran ist.
Die Situation von 1978 / 1979 der studentischen Massenproteste gegen den Schah erinnert an das Deutschland von heute. Schon damals stellte sich die iranische Linke auf die Seite Khomeinis, denn man hatte denselben Feind. Die Linken dachten, den Fanatiker Khomeini in den Griff zu bekommen, sobald der Schah erst einmal abgedankt hatte. Doch das schlug gewaltig fehl und am Ende brachte Khomeini die Linken um die Ecke. Rübe ab und keinen scherte das.
Dieselbe linke Ideologie meint in Deutschland, die Massen von Migranten in den Griff zu bekommen und zu integrieren. Am Ende wird die Linke erneut unterliegen und das geht schneller als man denkt.
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