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Leserfrage: „Armut und soziale Probleme in Israel“

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B“H
Ein Blogleser fragte nach der Armut und den sozialen Problemen in Israel. Über all die Themen berichtete ich in zahlreichen Artikeln auf meinem alten Blog
http://lebeninjerusalem.blogspot.co.il/search/label/soziales
sowie natürlich auch auf diesem Blog
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/tag/armut-in-israel/

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Armut und Soziales sind stets präsent in Israel und damit meine ich nicht den Nahostkonflikt. Es gibt arme Juden und arme Moslems im Land. Gerade jetzt, zwei Wochen vor Pessach, macht sich das erneut bemerkbar. In genau zwei Wochen feiert die jüdische Welt die Pessach – Seder (am ersten Abend des Feiertags). Es soll gut gegessen und Wein getrunken werden. Und gerade jetzt stehen die Bedürftigen Schlange an den Pessach – Fresspaket – Ausgabestellen. Ewig lange Schlangen und viele der Bedürftigen sind aus Russland eingewanderte Senioren.
Die Lebenshaltungskosten sind hoch und wer nur von einer kleinen Rente leben muss, geht nicht selten zur Suppenküche.
Seit ein paar Wochen berichtet eine Zeitung zum Thema ARMUT in verschiedenen Städten Israels. Insbesondere werden Bewohner der als arm bekannten Stadtteile interviewt. Wer im SCHIKUN (sozialen Wohnungsbau) wohnt. Sozialwohnungen sind meistens von weitem zu erkennen. Schmuddelig und vernachlässigt. Die Bewohner sind nicht gerade das, was man sich unter einer guten Nachbarschaft vorstellt. Suchtkranke, Gewalt in der Familie, Jugendgangs, etc. Alles ist dort vertreten. Äthiopier genauso wie Russen. Gegenden, die kein Tourist sieht und Einheimische sich nicht unbedingt dorthin verirren. 
Wer eine Sozialwohnung will, der muss aufs Amt und einen Antrag stellen. Wartezeit je nach Stadt und Lage. In Tel Aviv kann man mit zehn Jahren rechnen, in Jerusalem vermutlich auch. Wer schnell eine Sozialbleibe sucht und in die Kategorie ARMUT passt, muss in die Wüste nach Arad, Dimona oder Mitzpe Ramon ziehen. Oder in den Norden nach Ariel oder Kiryat Shemona. Kleinstädte ohne viel Industrie und die Aussicht auf einen Job ist fast Null. Wer dorthin zieht, der bleibt bei der Stütze.
Daneben gibt es aber auch sehr wohlhabende Stadtteile und Städte wie Ra’anana, Hod Hasharon, Kfar Saba oder Herzliya. Wobei dies jedoch nicht bedeutet, dass dort kein einziger armer Israeli lebt. Wer dagegen durch Holon oder Bat Yam fährt, erlebt den SCHIKUN um Tel Aviv. In Jerusalem stehen eine Menge Sozialbauten im Stadtteil Katamonim oder in Kiryat Menachem. In der Vergangenheit war der heute besser betuchte Stadtteil Baka einmal vom sozialen Wohnungsbau geprägt und niemand wollte dort wohnen. Jetzt ist es genau ins Gegenteil umgeschlagen, obwohl man selbst in Derech Beit Lechem Street immer noch Zeichen vom alten SCHIKUN sehen kann.
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