Leben in Jerusalem

Startseite » Leserfrage » Leserfrage: „Private Altenpflege in Israel“

Leserfrage: „Private Altenpflege in Israel“

Validation content="ca3b12cf8d29815feeb7b8e18de25f4b"
B“H
Jemand fragte nach der privaten Altenpflege in Israel und ich muss sagen, dass ich auf diesem Gebiet absolut kein Profi bin. Lediglich kenne ich eine aus den USA eingewanderte Frau im Beit Moses. Beim Beit Moses handelt es sich um ein ehemaliges privates deutsches Altenheim.
Vor mehr als Zwanzig Jahren besuchte ich dort einmal einen alten Ex – Frankfurter. Zu der Zeit war das Beit Moses deutlich kleiner und viele vom Klientel hatten in all den Jahrzehnten nach ihrer Einwanderung nach Palästina (ab 1948 Israel) kaum Hebräisch gelernt. In ihrem Leben lief alles auf Deutsch oder Englisch ab und ich fand das Beit Moses als komplett deutsche Oase inmitten von Jerusalem vor.
Mittlerweile hat sich das geändert und das Beit Moses selbst hat massig angebaut. Allein schon aus dem Grund, um betuchtere amerikanische Juden anzulocken. Ein paar deutsche Juden leben dort auch noch, aber die Mehrheit ist amerikanisch – israelisch.
Hierbei handelt es sich um ein privates Altenheim mit enormen monatlichen Kosten. Ab 12,000 Schekel (3000 Euro) aufwärts. Essen muss extra gezahlt werden oder man kocht in seiner kleinen Wohnung. Allein um dort aufgenommen zu werden, muss der Interessent eine hohe Summe auf den Tisch legen. Trotzdem werden nicht alle Betuchten aufgenommen. Vor allem dann nicht, wenn sie über Achtzig Jahre alt sind. Heutzutage setzen israelische Altenheime offenbar lieber auf jüngere Alte.
Obwohl das Beit Moses wahnsinnig teuer ist, kann ich sagen, dass es sich um eine gute Einrichtung handelt. Sauber, gepflegt und das Personal ist sofort zur Stelle. Darüber hinaus werden kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Vorträge geboten. Momentan wird ein Auditorium gebaut, es gibt ein Swimming Pool und einen Park zum Spazierengehen. Allerdings glaube ich kaum, dass nichtjüdische Menschen in israelischen Altenheimen Chancen haben. Es sei denn, man bewirbt sich bei einer kirchlichen Einrichtung in Ostjerusalem oder so. Bei der Dame, die ich im Beit Moses kenne, handelt es sich um eine polnische Holocaust – Überlebenden aus Polen. Nach dem Krieg wanderte sie in die USA aus. Solche Leute wollen in keiner Einrichtung mit nichtjüdischen Deutschen wohnen. Und dazu noch in Israel.
In Israel ist bekanntlich alles teuer und wer sich kein Altenheim leisten kann, begnügt sich mit einer Helferin von den Philippinen. Agenturen vermitteln die Philippinas, wobei ich sagen muss, dass derlei private Vermittlungsagenturen die neuen Sklaventreiber sind und richtig abzocken. Das Geschäft ist heiß umkämpft und es gibt auch reguläre Zeitarbeitsfirmen, die Helfer vermitteln.
In der Realität schaut es so aus, dass eine Menge alter Leute unter dem Existenzminimum leben und noch arbeiten oder besondere finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen müssen. Medikamente, Pflege, alles kostete teilweise zusätzliches Geld, was derjenige aus der Privatschatulle zahlt. Vielerorts gehen die Alten in Suppenküchen. Sehr viele ältere Leute aus Russland sind davon betroffen.
Online finden sich zahlreiche Altenheime wie auch das Beit Protea in Herzliya und außerhalb von Jerusalem. Dort wohnen fast ausschließlich Anglos und es ist teurer als im Beit Moses. Kurz gesagt, die private Altenpflege ist ausgesprochen teuer und man sollte schon einiges an Geld mitbringen, um sich das zu leisten.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: